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James Bond 05 - Liebesgrüße aus Moskau

James Bond 05 - Liebesgrüße aus Moskau

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James Bond 05 - Liebesgrüße aus Moskau

Bewertungen:
3/5 (716 Bewertungen)
Länge:
358 Seiten
5 Stunden
Herausgeber:
Freigegeben:
13. März 2013
ISBN:
9783864250798
Format:
Buch

Beschreibung

Liebesgrüße aus Moskau ist der fünfte von Ian Flemings James-Bond-Romanen und bringt Bond nach Istanbul, wo eine schöne Frau und der Tod auf ihn warten ...

Jede wichtige Regierung der Welt hat eine Akte über James Bond, den britischen Geheimagenten. Nun hat ihn Russlands tödliche SMERSCH-Organisation auf ihre Abschussliste gesetzt - und setzt als perfekten Köder die unwiderstehliche Tatjana Romanowa ein. Ihre Mission lautet, Bond nach Istanbul zu locken und ihn dort zu verführen, während ihre Vorgesetzten den Rest erledigen. Aber als Bond bereitwillig in die Falle tappt, folgt ein Spiel aus Finten und Verrat - und Bond ist gleichzeitig Einsatz und Preis ...

Jeder kennt sie: die teils stark von den Vorlagen abweichenden Verfilmungen der James-Bond-Romane. Pünktlich zum 50-jährigen Jubliäum der Filmreihe gilt es die Ian-Fleming-Originale erstmals im "Director's Cut" zu entdecken!

Eine der größten Filmikonen überhaupt wird 50 Jahre alt! Passend dazu kommt Ende 2012 der 23. Teil der Saga mit dem Titel "Skyfall" in die Kinos! Cross Cult schließt sich den Jubilaren des Mythos mit einer Wiederentdeckung der meisterhaft erzählten Agenten- und Spionageromane aus der Feder Ian Flemings an und beginnt die schrittweise Veröffentlichung aller James-Bond-Originalromane.

Endlich wird es möglich sein, Titel wie "Goldfinger", "Thunderball" oder "You Only Live Twice" komplett in ungekürzten Übersetzungen und mit den ursprünglichen Kapitelabschnitten und -überschriften zu lesen. Es verspricht eine einzigartige James-Bond-Bibliothek zu werden, die dazu einlädt, dem Kult um den britischen Gentleman-Geheimdienstler mit der "Lizenz zum Töten" auf den Grund zu gehen.
Herausgeber:
Freigegeben:
13. März 2013
ISBN:
9783864250798
Format:
Buch

Über den Autor


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DER PLAN

ROSENLAND

Der nackte Mann, der ausgestreckt neben dem Swimmingpool auf dem Bauch lag, hätte ebenso gut tot sein können.

Er hätte ertrunken, aus dem Pool herausgefischt und zum Trocknen auf das Gras gelegt worden sein können, während die Polizei oder die Angehörigen verständigt wurden. Selbst der kleine Haufen aus Gegenständen im Gras neben seinem Kopf hätten seine persönliche Habe sein können, die peinlich genau und deutlich sichtbar zusammengetragen worden war, damit niemand auf die Idee kam, seine erfolglosen Retter hätten etwas entwendet.

Dem funkelnden Stapel nach zu urteilen, war er ein reicher Mann, oder war es zumindest gewesen. Dort lagen die typischen Mitgliedsausweise des Clubs der reichen Männer – eine Geldklammer, gefertigt aus einer mexikanischen Fünfzigdollarmünze, zwischen der ein beachtliches Bündel Scheine steckte, ein abgenutztes Dunhill-Feuerzeug, ein ovales Zigarettenetui aus Gold mit den welligen Rillen und dem diskreten türkisfarbenen Punkt, der es als Produkt von Fabergé auszeichnete, sowie die Art von Roman, die ein reicher Mann aus seinem Bücherregal zieht, um sie im Garten zu lesen – Das kleine Nugget – ein alter P. G. Wodehouse. Außerdem war noch eine massive goldene Armbanduhr mit einem abgenutzten braunen Krokodillederband dabei. Es war ein Modell von Girard-Perregaux, entworfen für Leute, die Schnickschnack mögen, und verfügte über eine Zentralsekunde und zwei kleine Fenster auf dem Zifferblatt, die das Datum und die Mondphase angaben. Momentan zeigte die Uhr an, dass es vierzehn Uhr dreißig am zehnten Juli und der Mond zu drei Viertel voll war.

Aus den Rosenbüschen im hinteren Teil des Gartens schoss eine blaugrüne Libelle hervor und schwebte ein paar Zentimeter über dem Rücken des Mannes. Sie wurde von dem goldenen Schimmer der Junisonne angezogen, die von den feinen blonden Haaren über dem Steißbein reflektiert wurde. Vom Meer her wehte eine Brise heran. Die Libelle schoss nervös hin und her, verweilte dann über der linken Schulter des Mannes und sah hinab. Das junge Gras unter seinem offenen Mund bewegte sich. Ein großer Schweißtropfen lief an der Seite der fleischigen Nase herunter und tropfte glitzernd in das Gras. Das war genug. Die Libelle schoss wieder durch die Rosen davon und über die Glasscherben auf der hohen Gartenmauer hinweg. Es mochte gutes Futter sein, aber es bewegte sich.

Der Garten, in dem der Mann lag, bestand aus etwa viertausend Quadratmetern gepflegtem Rasen, an drei Seiten umgeben von dichten und hohen Rosenbüschen, aus denen beständiges Bienensummen drang. Hinter dem einschläfernden Geräusch der Bienen rauschte sanft das Meer am Fuß der Klippe am Ende des Gartens.

Vom Garten aus hatte man keinen Ausblick aufs Meer, eigentlich hatte man gar keine Aussicht, außer auf den Himmel und die Wolken über der dreieinhalb Meter hohen Mauer. Einen Blick über das Grundstück hinaus konnte man nur aus einem der beiden im ersten Stock gelegenen Schlafzimmer des Häuschens werfen. Das Häuschen bildete die vierte Seite des sehr privaten Grundstücks. Von dort aus konnte man nicht nur die riesige Wasserfläche sehen, sondern rechts und links auch die oberen Fenster der angrenzenden Villen und die Baumwipfel in deren Gärten – mediterran angehauchte Steineichen, Pinien, Kasuarinen und ab und zu auch eine Palme.

Das Häuschen wirkte modern – ein flacher, länglicher Kasten ohne Zierrat. Auf der Gartenseite wurde die ebene rosafarbene Fassade von vier Fenstern und einer mittig gelegenen Glastür durchbrochen, die zu einem kleinen Quadrat blassgrüner Fliesen führte. Die Fliesen gingen in den Rasen über. Die andere Seite des Bungalows, die ein paar Meter von einer staubigen Straße zurückgesetzt stand, war mit dieser fast identisch. Aber auf dieser Seite waren die vier Fenster vergittert, und die Eingangstür war aus Eichenholz.

Das Häuschen hatte zwei mittelgroße Schlafzimmer im oberen Stockwerk und im Erdgeschoss ein Wohnzimmer und eine Küche, von der ein Teil als Toilette abgetrennt worden war. Ein Badezimmer gab es nicht.

Das schläfrige, luxuriöse Schweigen des frühen Nachmittags wurde vom Geräusch eines Wagens unterbrochen, der sich über die Straße näherte. Er hielt vor dem Bungalow an. Das blecherne Scheppern einer zufallenden Autotür ertönte, und der Wagen fuhr weiter. Die Türglocke ging zwei Mal. Der nackte Mann neben dem Swimmingpool bewegte sich nicht, doch das Geräusch der Glocke und des wegfahrenden Autos ließen seine Augen für einen Moment weit aufspringen. Es war, als ob sich seine Lider wie die Ohren eines Tiers gespitzt hätten. Sofort fielen dem Mann wieder sein Aufenthaltsort sowie Wochentag und Uhrzeit ein. Die Geräusche konnten eingeordnet werden. Die Lider mit ihren kurzen rotblonden Wimpern senkten sich erneut über die blassblauen Augen mit dem nach innen gekehrten Blick. Die schmalen und grausam wirkenden Lippen öffneten sich zu einem breiten Gähnen, das Speichel in seinen Mund brachte. Der Mann spuckte den Speichel ins Gras und wartete.

Eine junge Frau, die ein kleines Einkaufsnetz dabeihatte und ein weißes Baumwollhemd und einen kurzen, aber reizlosen blauen Rock trug, kam durch die gläserne Terrassentür und stapfte über die Fliesen und den Rasen auf den nackten Mann zu. Ein paar Meter von ihm entfernt legte sie ihren Beutel auf den Boden und setzte sich, um ihre billig aussehenden und staubigen Schuhe abzustreifen. Dann stand sie wieder, knöpfte ihre Bluse auf, zog sie aus und legte sie sorgfältig gefaltet neben den Beutel.

Unter der Bluse hatte die Frau nichts weiter an. Ihre Haut war angenehm gebräunt, und ihre Schultern und Brüste schimmerten in einem gesunden Ton. Als sie ihre Arme beugte, um den Seitenverschluss des Rocks zu öffnen, konnte man helles Haar in ihren Achseln sehen. Der Eindruck eines gesunden Mädchens vom Lande wurde durch die breiten Hüften in der hellblauen Badehose und die kurzen stämmigen Beine verstärkt, die zum Vorschein kamen, nachdem sie ihren Rock ausgezogen hatte.

Sie legte den Rock ordentlich zusammengefaltet neben ihre Bluse, öffnete den Beutel und holte eine alte Limonadenflasche hervor, in der sich eine dicke farblose Flüssigkeit befand. Es handelte sich um ein leichtes Olivenöl, das, wie alles in diesem Teil der Welt, stark parfümiert war. Dann ging sie zu dem Mann hinüber und kniete sich neben ihn ins Gras. Sie goss etwas von der Flüssigkeit zwischen seine Schulterblätter, und nachdem sie ihre Finger wie ein Pianist gedehnt hatte, begann sie, Nacken- und Rückenmuskulatur zu massieren.

Es war harte Arbeit. Der Mann war unheimlich stark, und die hervortretenden Muskeln am Genick gaben ihren Daumen kaum nach, selbst wenn sie ihr ganzes Gewicht einsetzte. Wenn sie mit dem Mann fertig war, würde sie so nass geschwitzt und erschöpft sein, dass sie in den Swimmingpool springen und sich danach in den Schatten legen würde. Dort würde sie dann dösen, bis der Wagen sie wieder abholte. Aber das war es nicht, worüber sie nachdachte, während sich ihre Hände wie von selbst über den Rücken des Mannes bewegten. Es war ihre instinktive Angst vor dem prächtigsten Körper, den sie jemals gesehen hatte.

Im flachen, ausdruckslosen Gesicht der Masseuse zeichnete sich zwar nichts davon ab, und die schrägstehenden schwarzen Augen unter dem kurzen schwarzen Pony wirkten so blank wie zwei Ölflecken, doch innerlich schien ein Tier verängstigt zu winseln, und ihr Puls wäre, wenn es ihr eingefallen wäre, ihn zu messen, recht hoch gewesen.

Wieder einmal, wie so oft in den letzten zwei Jahren, fragte sie sich, warum sie diesen herrlichen Körper so verabscheute, und wieder versuchte sie, ihren Abscheu zu analysieren. Vielleicht würde es ihr dieses Mal endlich gelingen, jene Gefühle loszuwerden, die noch viel unprofessioneller waren als das sexuelle Verlangen, das einige ihrer anderen Patienten bei ihr auslösten.

Um bei den kleinen Dingen anzufangen: seine Haare. Sie blickte auf den kleinen runden Kopf über dem kräftigen Nacken. Er wurde von rotgoldenen Locken bedeckt, die sie auf angenehme Weise an das Haar klassischer Statuen erinnern sollte, die sie von Fotos kannte. Doch irgendwie waren die Locken zu klein, zu eng aneinander und an den Schädel gepresst. Der Anblick ging ihr durch Mark und Bein, wie Fingernägel, die über eine Tafel kratzten. Und die goldenen Locken reichten bis tief in den Nacken – fast bis zum fünften (sie dachte in Fachbegriffen) Vertebra cervicalis. Und dort hörten sie in einer geraden Linie kleiner steifer goldener Haare abrupt auf.

Die junge Frau hielt kurz inne, um ihre Hände auszuruhen und sich zurückzulehnen. Die hübsche obere Hälfte ihres Körpers begann bereits, vor Schweiß zu glänzen. Sie wischte sich mit dem Arm über die Stirn und griff nach der Ölflasche. Dann goss sie etwa einen Esslöffel davon auf die kleine haarige Erhebung am unteren Ende des Rückgrats, dehnte ihre Finger erneut und beugte sich wieder über ihn.

Dieser kleine Fleck Haar am Steißbein – bei einem Liebhaber wäre es aufregend gewesen, aber bei diesem Mann wirkte es bestialisch. Nein, reptilienhaft. Schlangen hatten zwar keine Haare, aber sie konnte es nicht anders beschreiben. Es kam ihr reptilienhaft vor. Sie glitt mit ihren Händen zu den Gesäßmuskeln. Das war der Moment, in dem viele ihrer Patienten, besonders die jungen aus der Fußballmannschaft, mit ihr zu scherzen begannen. Und wenn sie nicht aufpasste, wurde daraus ein Flirt. Manchmal konnte sie das beenden, indem sie fest auf den Ischiasnerv drückte. Doch wenn sie den Patienten attraktiv fand, folgte bisweilen Gekicher, ein kurzes Gerangel, und eine schnelle herrliche Kapitulation.

Doch bei diesem Mann war es auf eine fast unheimliche Weise anders. Vom ersten Mal an war er ihr wie ein Stück totes Fleisch vorgekommen. In zwei Jahren hatte er nicht einmal das Wort an sie gerichtet. Wenn sie mit seinem Rücken fertig war und der Moment kam, in dem er sich herumdrehen musste, hatten weder seine Augen noch sein Körper irgendein Interesse an ihr gezeigt. Wenn sie ihm auf die Schulter tippte, rollte er sich einfach herum, blickte unter halb geschlossenen Lidern zum Himmel auf und stieß ab und zu ein langes, schauderndes Gähnen aus – das einzige Anzeichen dafür, dass er überhaupt zu menschlichen Reaktionen fähig war.

Die Frau veränderte leicht ihre Position und arbeitete sich langsam über das rechte Bein zur Achillessehne hinunter. Als sie dort angekommen war, betrachtete sie noch einmal den schönen Körper. War ihr Abscheu nur körperlicher Natur? War es die rötliche Farbe des Sonnenbrands auf der von Natur aus milchweißen Haut, die sie an Bratenfleisch erinnerte? War es die Beschaffenheit der Haut selbst, die tiefen und großen Poren in der samtigen Oberfläche? Die dicht gesprenkelten orangefarbenen Sommersprossen auf den Schultern? Oder war es die Sexualität dieses Mannes? Die Gleichgültigkeit der prächtigen, stark hervortretenden Muskeln? Oder war es etwas Geistiges – ein animalischer Instinkt, der darauf beharrte, dass in diesem wunderschönen Körper eine böse Person steckte?

Die Masseuse erhob sich und dehnte langsam ihren Nacken und die Schultern. Sie streckte ihre Arme zuerst zur Seite und dann nach oben. Dort hielt sie sie für einen Moment, um das Blut aus ihnen fließen zu lassen. Schließlich ging sie zu ihrem Beutel, holte ein Handtuch heraus und wischte sich damit den Schweiß von Gesicht und Körper.

Als sie sich wieder zu dem Mann umdrehte, hatte dieser sich bereits herumgerollt, lag nun mit der Hand im Nacken auf dem Rücken und starrte ausdruckslos in den Himmel.

Der freie Arm lag auf dem Gras und erwartete sie. Sie kehrte zu ihm zurück und kniete sich hinter seinen Kopf. Dann verrieb sie etwas Öl zwischen den Händen, hob die schlaffe halb geöffnete Hand an und begann, die kurzen dicken Finger zu kneten.

Das Mädchen blickte nervös zu dem rotbraunen Gesicht unter der Krone aus dichten goldenen Locken. Oberflächlich betrachtet war alles in Ordnung – es war auf eine bodenständige Art und Weise gut aussehend, mit vollen rosigen Wangen, nach oben gerichteter Nase und einem abgerundeten Kinn. Doch wenn man genauer hinsah, lag ein grausamer Zug um die dünnen Lippen, die breiten Nasenflügel hatten etwas Schweineartiges an sich, und die Leere in den hellblauen Augen ließ an einen Ertrunkenen im Leichenschauhaus denken. Es war, dachte sie, als ob jemand eine Porzellanpuppe genommen und sie so grausig wie möglich angemalt hätte.

Die Masseuse arbeitete sich über den Arm zum großen Bizeps hinauf. Wo hatte der Mann nur diese fantastischen Muskeln her? War er ein Boxer? Was stellte er mit diesem beeindruckenden Körper an? Gerüchte besagten, dass dieses Häuschen im Besitz der Polizei war. Die beiden Diener fungierten offensichtlich als eine Art Wärter, auch wenn sie kochten und die Hausarbeit erledigten. Der Mann fuhr regelmäßig jeden Monat für ein paar Tage fort, und man teilte ihr mit, dass sie nicht kommen sollte. Und von Zeit zu Zeit wurde ihr auch gesagt, sie solle eine Woche wegbleiben oder zwei Wochen oder einen ganzen Monat. Einmal waren nach einer solchen Abwesenheit der Hals und Oberkörper des Manns voller Blutergüsse gewesen. Bei einer anderen Gelegenheit hatte unter einem großen Verband auf seinen Rippen die rote Ecke einer halb abgeheilten Wunde hervorgelugt. Sie hatte es niemals gewagt, sich im Krankenhaus oder in der Stadt nach ihm zu erkundigen. Als sie das erste Mal zu diesem Haus bestellt worden war, hatte ihr einer der Diener erklärt, dass man sie ins Gefängnis werfen würde, falls sie über das sprechen sollte, was sie hier sah. Wieder zurück im Krankenhaus hatte der Direktor nach ihr schicken lassen und ihr das Gleiche gesagt. Sie würde ins Gefängnis gehen. Die starken Hände der Frau griffen nervös in den großen Deltamuskel am Schultergelenk. Sie hatte von Anfang an gewusst, dass es sich um eine Staatsangelegenheit handelte. Vielleicht war es das, was sie an diesem prächtigen Körper so abstieß. Vielleicht war es nur die Angst vor der Organisation, die den Körper kontrollierte. Bei dem Gedanken daran, wer er sein mochte, was man ihm befehlen mochte, ihr anzutun, schloss sie die Augen. Schnell öffnete sie sie wieder. Vielleicht hatte er es bemerkt. Doch die Augen starrten nur ausdruckslos in den Himmel.

Nun – sie griff nach dem Öl – war das Gesicht an der Reihe.

Die Daumen des Mädchens hatten sich noch kaum in die geschlossenen Augenhöhlen des Manns gedrückt, als das Telefon im Haus zu klingeln begann. Das Geräusch schrillte ungeduldig in den Garten hinaus. Sofort war der Mann auf einem Knie, wie ein Läufer, der auf den Startschuss wartete. Aber er bewegte sich nicht. Das Klingeln hörte auf. Eine Stimme sagte etwas. Das Mädchen konnte nicht hören, was es war, doch es klang demütig, als ob Befehle entgegengenommen wurden. Die Stimme erstarb, und einer der Diener erschien kurz in der Tür, winkte den Mann herbei und kehrte ins Innere zurück. Noch bevor die Geste vollendet war, lief der nackte Mann bereits auf das Haus zu. Sie sah dem sonnenverbrannten Rücken hinterher, als dieser durch die gläserne Terrassentür verschwand. Es war besser, wenn er sie nicht hier vorfand, wenn er wieder herauskam – untätig, vielleicht sogar lauschend. Sie stand auf, trat zwei Schritte auf den Betonrand des Pools zu und tauchte anmutig hinein.

Auch wenn es ihre Instinkte dem Mann gegenüber erklärt hätte, war es für den Seelenfrieden des Mädchens doch besser, nicht zu wissen, mit wem sie es zu tun hatte.

Sein richtiger Name war Donovan Grant, oder »Red« Grant. Aber in den letzten zehn Jahren hatte man ihn Krassno Granitski genannt und sein Tarnname lautete »Granit«.

Er war der oberste Scharfrichter von SMERSCH, des für Mord zuständigen Apparats des MGBs, und in diesem Moment erhielt er seine Instruktionen über eine Direktleitung aus Moskau.

DER SCHLÄCHTER

Grant legte den Telefonhörer vorsichtig wieder auf die Gabel, saß da und betrachtete ihn.

Der Wärter mit dem dicken Kopf stand neben ihm. »Sie sollten sich besser in Bewegung setzen.«

»Hat man Ihnen Einzelheiten genannt?« Grant sprach hervorragend Russisch, wenn auch mit starkem Akzent. Er konnte als Staatsbürger einer sowjetbaltischen Provinz durchgehen. Die Stimme war hoch und flach, als ob er etwas Langweiliges aus einem Buch vorlesen würde.

»Nein. Nur dass Sie in Moskau gewünscht werden. Das Flugzeug ist auf dem Weg. Es wird in etwa einer Stunde hier sein. Eine halbe Stunde fürs Auftanken und dann drei oder vier Stunden, je nachdem, ob Sie in Charkiw runtergehen. Sie sollten besser packen. Ich werde den Wagen bestellen.«

Grant kam nervös auf die Beine. »Ja. Sie haben recht. Aber haben sie nicht mal erwähnt, ob es um einen Einsatz geht? Ich würde es gerne wissen. Es war eine sichere Leitung. Sie hätten wenigstens einen Hinweis geben können. Normalerweise tun sie das.«

»Dieses Mal nicht.«

Grant kehrte langsam durch die Glastür in den Garten zurück. Wenn er das Mädchen bemerkte, das am anderen Ende des Pools saß, ließ er es sich nicht anmerken. Er bückte sich, hob sein Buch und die goldenen Trophäen seines Berufsstands auf, kehrte ins Haus zurück und ging die paar Stufen zu seinem Schlafzimmer hinauf.

Der Raum war trostlos und nur mit einem eisernen Bettgestell, von dem an einer Seite eine zerknitterte Decke herunterhing, einem Korbstuhl, einem unlackierten Kleiderschrank und einem billigen Waschtisch mit einer Waschschüssel aus Blech ausgestattet. Der Boden war mit britischen und amerikanischen Zeitschriften übersät. Unter dem Fenster waren grelle Taschenbücher und gebundene Krimis gegen die Wand gestapelt.

Grant bückte sich und zog einen ramponierten italienischen Kunststoffkoffer unter dem Bett hervor. Er nahm eine Auswahl verwaschener, kostengünstiger, aber respektabler Kleidung aus dem Schrank. Dann wusch er sich schnell mit kaltem Wasser und der unausweichlichen Rosenseife und trocknete sich mit einem Bettlaken ab.

Von draußen erklang das Geräusch eines Wagens. Hastig zog sich Grant Kleidung über, die genauso eintönig und unscheinbar aussah wie die, die er eingepackt hatte, legte seine Armbanduhr an und packte seine anderen Habseligkeiten ein. Dann nahm er den Koffer und ging die Treppe hinunter.

Die Vordertür stand offen. Er konnte sehen, wie seine beiden Wärter mit dem Fahrer einer verbeulten Limousine sprachen. »Verdammte Idioten«, dachte er. (Wenn er dachte, geschah das meist immer noch auf Englisch.) »Wahrscheinlich sagen sie ihm, er soll dafür sorgen, dass ich heil ins Flugzeug komme. Können sich wahrscheinlich nicht vorstellen, dass ein Fremder freiwillig in ihrem verdammten Land leben will.« Die kalten Augen blickten höhnisch umher, während Grant seinen Koffer an der Tür abstellte und zu den Mänteln ging, die an der Küchentür hingen. Er fand seine »Uniform«, den unscheinbaren Regenmantel und die für das sowjetische Beamtentum typische schwarze Mütze, zog beides über und ging hinaus. Dann stieg er neben dem schlicht gekleideten Fahrer in den Wagen und stieß dabei einen der Wärter mit seiner Schulter beiseite.

Die beiden Männer traten einen Schritt zurück. Sie sagten nichts, sondern sahen ihn mit starrem Blick an. Der Fahrer nahm seinen Fuß von der Kupplung, und der Wagen, dessen Gang bereits eingelegt war, begann auf der staubigen Straße schnell zu beschleunigen.

Der Bungalow befand sich an der südöstlichen Küste der Krim, ungefähr in der Mitte zwischen Feodossija und Jalta. Es handelte sich um eine der vielen offiziellen Datschas entlang der beliebten bergigen Küstenlinie, die zur Russischen Riviera gehörte. Red Grant wusste, dass er ungemein privilegiert war, dort einquartiert worden zu sein, anstatt in irgendeinem trostlosen Häuschen in einem der Moskauer Außenbezirke. Während der Wagen in die Berge fuhr, dachte er, dass sie ihn wohl so gut behandelten, wie sie es vermochten, selbst wenn ihre Sorge um sein Wohlergehen zwei Gesichter hatte.

Die sechzig Kilometer lange Fahrt zum Flughafen in Simferopol dauerte eine Stunde. Unterwegs begegnete ihnen kein anderes Auto, und gelegentliche Karren von den Weingütern zogen schnell in den Graben, wenn sie die Hupe der Limousine hörten. Wie überall in Russland war ein Auto gleichbedeutend mit einem Funktionär, und ein Funktionär konnte Gefahr bedeuten.

Den ganzen Weg über wurden sie von Rosen begleitet. Ganze Felder davon wechselten sich mit den Weingütern ab, an der Straße wuchsen Hecken, und als sie auf den Flughafen zufuhren, bildete ein gewaltiges kreisförmiges Beet aus roten und weißen Blüten einen riesigen roten Stern auf weißem Hintergrund. Grant hatte sie satt und sehnte sich danach, endlich in Moskau zu sein, um ihrem süßlichen Gestank zu entkommen.

Sie fuhren am Zivileingang vorbei und folgten für etwa anderthalb Kilometer einer hohen Mauer bis zur militärischen Seite des Flughafens. An einem hohen Tor zeigte der Fahrer zwei Wächtern mit Maschinenpistolen seinen Ausweis und fuhr auf das Rollfeld. Dort standen mehrere Flugzeuge, große getarnte Militärtransporter, kleine zweimotorige Übungsflieger und zwei Marinehubschrauber. Der Fahrer hielt an, um einen Mann im Overall zu fragen, wo Grants Flugzeug zu finden war. Sofort drang von dem alles überwachenden Kontrollturm ein metallisches Kreischen herüber, und aus einem Lautsprecher ertönte eine Stimme: »Nach links. Ein gutes Stück nach links. Nummer V-BO.«

Der Fahrer steuerte den Wagen gehorsam weiter über das Rollfeld, als die eiserne Stimme aufschrillte: »Halt!«

Während der Fahrer auf die Bremse trat, erklang über ihren Köpfen ein ohrenbetäubendes Kreischen. Beide Männer duckten sich instinktiv, als ein Geschwader aus vier MiG 17 mit ausgefahrenen Landeklappen über sie hinwegflog. Ein Flugzeug nach dem anderen landete auf der breiten Landebahn, von ihren Bugreifen stiegen blaue Rauchwolken auf, und begleitet vom Dröhnen der Schubdüsen rollten sie bis zum Ende der Bahn, wendeten und kehrten zum Kontrollturm und den Hangars zurück.

»Weiterfahren!«

Etwa hundert Meter weiter erreichten sie ein Flugzeug mit der Aufschrift »V-BO«. Es handelte sich um eine zweimotorige Iljuschin 12. Aus der Kabinentür hing eine Leiter, und der Wagen hielt daneben an. In der Tür erschien ein Flugbegleiter. Er stieg die Leiter hinunter und untersuchte sorgfältig den Ausweis des Fahrers sowie Grants Papiere. Dann signalisierte er dem Fahrer, zu verschwinden, und Grant, ihm die Leiter hinauf zu folgen. Er bot keine Hilfe mit dem Koffer an, doch Grant trug ihn die Leiter hoch, als ob er nicht schwerer als ein Buch wäre. Der Flugbegleiter holte die Leiter hinter ihnen ein, wuchtete die breite Luke zu und ging ins Cockpit.

Grant hatte die freie Wahl zwischen zwanzig leeren Plätzen. Er wählte den, der sich am nächsten an der Luke befand, und schloss seinen Sicherheitsgurt. Durch die offene Tür des Cockpits drangen Fetzen des Gesprächs mit dem Kontrollturm, dann heulten die beiden Motoren auf, das Flugzeug wendete so schnell wie ein Auto, rollte zum Anfang der Nord-Süd-Startbahn und schoss ohne weitere Vorwarnungen los und in die Luft.

Grant öffnete seinen Sicherheitsgurt, zündete sich eine Troika-Zigarette an, und lehnte sich zurück, um bequem über seine vergangene Karriere und unmittelbar bevorstehende Zukunft nachzudenken.

Donovan Grant war das Ergebnis der mitternächtlichen Verbindung eines deutschen Gewichthebers und einer südirischen Kellnerin. Die Verbindung dauerte eine Viertelstunde und fand auf dem feuchten Grass hinter einem Zirkuszelt in der Nähe von Belfast statt. Danach drückte der Vater der Mutter etwas Geld in die Hand, und glücklich kehrte die Mutter zu ihrer Schlafstätte in der Küche eines Cafés in der Nähe des Bahnhofs zurück. Den Großteil der Schwangerschaft verbrachte sie bei einer Tante in dem kleinen Dorf Aughmacloy nahe der Grenze. Dort starb sie sechs Monate später an einem Wochenbettfieber, kurz nachdem sie einen fünf Kilo schweren Jungen zur Welt gebracht hatte. Bevor sie starb, bestimmte sie noch, dass der Junge »Donovan« heißen sollte (der Gewichtheber hatte sich selbst »Der mächtige O’Donovan« genannt) und Grant, was ihr eigener Nachname war.

Die Tante sorgte widerstrebend für den Jungen. Er wuchs gesund auf und wurde immer kräftiger, war aber sehr still. Er hatte keine Freunde. Er weigerte sich, mit anderen Kindern zu spielen, und wenn er etwas von ihnen wollte, nahm er es sich mit Gewalt. Auch in der örtlichen Schule wurde er gefürchtet und gehasst, doch er machte sich einen Namen, indem er auf Volksfesten als Ringer und Boxer auftrat. Dort verschaffte ihm seine blutdürstige Angriffswut, kombiniert mit Hinterlist, den Sieg über viel ältere und größere Jungs.

Durch dieses Kämpfen wurde die Sinn Féin auf ihn aufmerksam, die Aughmacloy als Tor für ihre Geschäfte mit dem Norden nutzte, genau wie die Schmuggler, die das Dorf aus dem gleichen Grund nutzten. Als er die Schule verließ, wurde er für beide Gruppen zum Schläger. Sie bezahlten ihn gut für seine Arbeit, wollten aber so wenig wie möglich mit ihm zu tun haben.

Etwa zu dieser Zeit begann sein Körper, stets um die Zeit des Vollmonds herum, seltsame und gewalttätige Neigungen zu verspüren. Als er im Oktober seines sechzehnten Lebensjahres »den Rappel« bekam, wie er es bezeichnete, ging er los und erwürgte eine Katze. Dadurch fühlte er sich einen ganzen Monat lang besser. Im November war es ein großer Hütehund, und zu Weihnachten schlitzte er um Mitternacht der Kuh eines Nachbarn die Kehle auf. Durch diese Handlungen fühlte er sich gut. Er war schlau genug, um zu erkennen, dass sich das Dorf schon bald über die seltsamen Todesfälle wundern würde, also kaufte er sich ein Fahrrad und fuhr jeweils für eine Nacht im Monat aufs Land. Oft musste er sehr weit fahren, um zu finden, was er wollte, und nach zwei Monaten, in denen er sich mit Gänsen und Hühnern begnügt hatte, bekam er die Gelegenheit, einem schlafenden Landstreicher die Kehle durchzuschneiden.

Nachts waren so wenige Menschen unterwegs, dass er sich immer früher aufmachte und so weit radelte, bis er in der Abenddämmerung an weit entfernten Dörfern ankam, wo einzelne Menschen von der Feldarbeit nach Hause gingen und sich junge Frauen zu ihren Verabredungen aufmachten.

Als er sein erstes Mädchen tötete, »belästigte« er sie in keinster Weise. Er hatte von dieser Sache zwar schon gehört, hatte sie aber nie nachvollziehen

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Rezensionen

Was die anderen über James Bond 05 - Liebesgrüße aus Moskau denken

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Leser-Rezensionen

  • (4/5)
    This review contains spoilers.Memorable set pieces include the tunnel underneath Istanbul with the submarine periscope. The Gypsy encampment and cat-fight. The character of Rosa Klebb is the best of the novel but she disappears half-way (the film brings her back at the end). Fleming spent nearly a third of the book developing Red Grant but he never stands out - a cut of the knife and dead no return. The novel was published in newspaper serial format and it shows, the glue holding the sections together is episodic. The 63' movie went overboard on the soft-porn and chase scenes, of course.
  • (4/5)
    My only previous Fleming book was Casino Royale, and I almost quit reading it and the series by an otherwise 'throwaway' line that highlighted in screaming form Fleming's causal misogyny. That of course was on display again here, but it is the James Bond series. One knows what they are in for - and Fleming mostly delivers. I'll be reading deeper into the series.
  • (4/5)
    SMERSH, the Soviet counterintelligence agency, plans to commit a grand act of terrorism in the intelligence field. For this, it targets British secret service agent James Bond. Due in part to his role in the defeat of Le Chiffre, Mr. Big and Hugo Drax, Bond has been listed as an enemy of the Soviet state and a "death warrant" has been issued for him. His death is planned to precipitate a major sex scandal, which will run through the world press for months and leave his and his service's reputation in tatters. Bond's killer is to be SMERSH executioner Red Grant, a psychopath whose homicidal urges coincide with the full moon. Kronsteen, SMERSH's chess-playing master planner, and Colonel Rosa Klebb, head of Operations and Executions, devise the operation. They persuade an attractive young cipher clerk, Corporal Tatiana Romanova, to falsely defect from her post in Istanbul, claiming to have fallen in love with Bond after seeing his file photograph. As an added incentive, Tatiana will provide the British with a Spektor, a Russian decoding device much coveted by MI6. She is not told the details of the plan.An offer of the Spektor is subsequently received by MI6 in London, ostensibly from Romanova, and contains the condition that Bond collects her and the machine in Istanbul. MI6 is unsure of Romanova's story, but the prize of the Spektor is too tempting to ignore and Bond's superior, M, orders him to go to Turkey and meet her. Bond meets and quickly forms a comradeship with Darko Kerim, head of the British service's station in Turkey. Kerim takes Bond to a meal with some Gypsies, in which Bond witnesses a brutal catfight, interrupted by an attack by Soviet agents. In retaliation, Bond helps Kerim assassinate a top Bulgarian agent.Bond duly encounters Romanova and the two plan their route out of Turkey with the Spektor. He and Kerim believe her story and in due course she, Bond and Kerim board the Orient Express with the Spektor. Bond and Kerim quickly discover three MGB agents on board travelling incognito. Kerim uses bribes and trickery to have the two taken off the train, but he is later found dead in his compartment with the body of the third agent, both having been killed by Grant. At Trieste a fellow MI6 agent, "Captain Nash", arrives on the train and Bond presumes he has been sent by M as added protection for the rest of the trip. Tatiana is suspicious of Nash, but Bond reassures her that Nash is from his own service. After dinner, at which Nash has drugged Romanova, Bond wakes up to find a gun pointing at him and Nash reveals himself to be the killer, Grant. Instead of killing Bond immediately, Grant reveals SMERSH's plan, including the detail that he is to shoot Bond through the heart and that the Spektor is booby-trapped to explode when examined. As Grant talks, Bond slips his metal cigarette case between the pages of a magazine he is holding in front of him and positions it in front of his heart to stop the bullet. After Grant fires, Bond pretends to be mortally wounded and when Grant steps over him, Bond attacks him: Grant is killed, whilst Bond and Romanova subsequently escape.Later, in Paris, after successfully delivering Tatiana and the Spektor to his superiors, Bond encounters Rosa Klebb. She is captured but manages to kick Bond with a poisoned blade concealed in her shoe; the story ends with Bond fighting for breath and falling to the floor.
  • (3/5)
    This was kind of lame since Bond doesn't show up until about 40% into the book. We spend the first 10% talking about this Russian agent who then disappears until about 85% in the book. The rest of the beginning is setting up the Russian trap which really eliminates any surprise twists.
  • (4/5)
    Maybe even 4½ stars. Although his actions are similar to those of the movie character Bond, because you see his thoughts, doubts & concerns, Bond comes across as a much more three-dimensional (and to me, more attractive) man. For example, Bond's appearance in this fifth entry of the series is introduced while he is mourning the loss of his girlfriend Tiffany Case (from Diamonds are Forever) who has just become engaged to another man and moved back to America.I found this one to be much more 'espionage' of the Cold War style, with the first section of the story told from the Soviet perspective. As I like that type of book, it isn't too surprising that I enjoyed this immensely. My favorite for this series so far (but there is a long way to go still!) and such a cliffhanger at the end!!
  • (3/5)
    This Bond starts on the other side, with the Soviet Russians --and a North Irish psychopath who had defected to them to satisfy his lust for killing people -- setting up a plot in which in an attractive young Russian woman is to lure James Bond into a position in which he can be killed.
  • (5/5)
    A very fun book, I think the second James Bond I've read, is a genuinely good espionage novel, albeit without any of the gray you find in post Le Carre novels. Plus it is told in a more interesting way than your average Bond story--it begins focused on the villain, expands out to a broader set of Russians, and then only shifts the scene to Bond about one-third of the way through. Then the villain is lurking in the background but does not actually appear again until near the very end. The suspenseful trip on the Orient Express as it goes from Turkey through Greece, Yugoslavia, Italy, Switzerland and France is especially noteworthy. Some of it, or course, borders on laughable or offensive or both (in this novel, a bare-handed fight to the death by two naked gypsy women, don't ask), but much of that seems like it might have been tongue in cheek from the start.
  • (4/5)
    One of my favorites in the series. Good character development. Bond gets more complex. Not sure one of the villains should get such a lengthy introduction. Baring that, a good little book.
  • (3/5)
    From what I can remember, From Russia With Love seems less Bond'y than the previous Bond-books I've read. It reads a bit like an Agatha Christie novel with added brutality, more ruthless characters, and a very elaborate setup. For a thriller I'd have liked it to have been a little more thrilling than it is, and much of the time the story just seems to be rolling along without much in terms of twists and turns. It's a solid story, however, primarily thanks to the solid (and rather lengthy) setup. The characters are sufficiently likable/dis-likable, and even on my Kindle it felt like a good old-fashioned paperback thriller. I didn't love it, but it was enjoyable, and I put it down with a smile. That's more than can be said for some of the previous Bond-books.
  • (5/5)
    I'm a month late with this one, and I curse myself every day I think to write it and instead slouch down and back in my seat, sticking my belly out to hold a can of cola while playing Deus Ex repeatedly. Damn it! everything! I'm leaving in two days and currently reading Fleming's The Diamond Smugglers [not Bond-related], inspiring me to force myself to exit DX and type out a few paragraphs no matter the quality.Review! review! review!From Russia, with Love [the comma is sexy, damn you] is the finest Bond novel yet, beating even Casino Royale, yet the second most read--when it should be the fifth (I support the idea of reading a series in order! so should you!); of course, those of you who actually keep track of my reviews, which is no one, know I have a certain fondness for...well, train compartment scenes, you could say, get me hot. And the second half of this book takes place entirely on a train. kEwL!!!!118 The first third, which is really great the first time through and gets a lot of praise from fans while I seriously can't imagine it without a permeating and catching feeling of stalling ennui, follows the villains of SMERSH exclusively within Russian borders, and this being as well as the most entertaining and well-written the longest Bond novel yet means quite a number of pages [well, OK, not really, it's only 191 pages, and without that first third, it's actually the shortest in the series...but...but! tiny print!], the villains being shoulder to shoulder to all our classy favorites like Le Chiffre and Drax--no ****ing cowboys in sight (whew).The despicable wench Rosa Klebb, head of SMERSH, helps set up a plan to humiliate the British secret service (and their country) by setting Bond, Her Majesty's top agent, up to be killed in a juicy sex scandal that no paper would be able to resist (honestly, a bit of a lame revenge on their part; I can't imagine it would even have been that big a scandal, really???), and hires their most brutal assassin, the crackpot, moon-loving Irishman, Red Grant, 's well as forces the services of Russian citizen Tatiana Romanova, the most naive and accidentally-lascivious woman to ever live--after Solitaire perhaps?--, the sort of girl you'd see on all those modern Russian mail-order bride websites that feature no woman not resembling a stunning porn actress unlike reality and m/o/b sites for Thailand (go, go forth and use Google). Mmmm.M. punches Bond in the face and tells him to get his arse to Turkey (Istanbul) to meet their contact Darko, who says a cuteypie little Russian girl (Romanova) wants to defect (lies!...at least until she meets Bond...of course...duh), run away from Russia and give Britain a tool they'd love to get their hands on...I don't remember what it was, thanks Wikipedia, thanks actual copy being 10 feet away. Bond has brief adventures in a tunnel scene that reminded me quite a bit of the under-the-library parts from Indiana Jones and the Last Crusade (getting nostalgic here) and gets to see two women beat the hell out of each other while completely naked in a gypsy camp. All in good taste. Fights break out, Darko shows his Turkish ruthlessness, Bond patronizes everyone while praising: the British are elite, the end. Blah blah blah, '50s attitudes. Bond bangs Tatiana while being a complete idiot. I'm starting to really realise how dumb he can be while in the presense of a) (fancy) alcohol, b) free smokes and c) all those model women that throw themselves at him. Pretty much the second Tatiana lays her eyes on Bond, naked in his bed, she, instead of pretending to, truly falls in love and helplessly wants all that manly protection. Haw. THEN THE TRAIN HAPPENS!The Orient Express! Once a humble and beautiful, long long long train ride for all, now a shortened and absurdly over-priced tourist attraction (I hope I get to ride the Transsiberian train system before the same happens to that [a new movie called Transsiberia (or something) is coming out]) for wealthy fools.I won't really spoil much. Wait, yes I will. Darko dies. The villains all lose, or the villainous ones at least do: Tatiana has a good day (but by Bond's ponderings on her future...I don't expect it'll last). Rosa Klebb, the old...absolutely disgusting piece of trash (yes, I cannot get over that scene with her and Tatiana: I shiver just thinking about it. Eugh) hag, leaves us with a cliffhanger. It's all a very satisfying end to the novel. Whatever.[724](EDIT: I like so realize man that I ended this sucker at the point I spent the whole review trying to get to so I could talk endlessly about and bask in the memories of the train scenes. It just took too long and I got tired. I'll think about finishing it properly after I get back from Arizona in mid-August.)
  • (3/5)
    With James Bond I am revisiting my teen years when Fleming's books were passed around among my friends until we had read them all. In this yarn Bond is annoyingly and utterly gullible, taken in by an unlikely line from a beautiful KGB agent. Sillier than the usual offering from Fleming.I don't remember Bond's taste in books being mentioned before. While on the flight from London to Rome he read The Mask of Dimitrios by Eric Ambler. Unsurprising.
  • (3/5)
    Of course it's bound to be pretty silly, but I enjoyed this quite a bit and found it much wittier than when I read it as a teen. Bond is more sympathetic than he might appear in many of the movies and there's a surprise ending that Fleming lived to regret apparently. Overall, a short, entertaining read with plenty of twists and turns as well as local color during a train ride on the Orient Express.
  • (3/5)
    An intriguing story with a lackluster ending. Not my favorite in the Bond series.
  • (3/5)
    "Bond. James Bond". How many times have we heard those powerful words echo out of the movie and television screen? The Bond saga is long running and successful franchise, which I have watched over the course of my life, and one which I have long held a mild hankering to investigate further by reading the novels upon which it is based.

    After having reading several of the novels I can say that they are certainly entertaining, but not something I ever expect to re-read. The Bond of the novels is less the action hero and more failable than the Bond of the movies, thus perhaps, more realistic.

    Ian Fleming wrote the 'Bond' novels in the 50s. They are creatures of there time, as are most things. From the perspective of two post-Cold War decades the caricature of the Russians, as a single, hard, cold, and ruthless group, dedicated to the overthrow of the west comes shining through. The reality, a ruling class of old men and their cronies and lackies, desperate to hold on to their prerogatives, mired in a corrupt sea of bureaucracy, is never shown.

    What was noticeable by its absence was 'God'. There is no religious moralising, and nary a reference to organised religion. Bond finds it necessary to kill and maim lots of people, and destroy lots of things, and do nasty deeds, but what moralising there is is presented as a combination of pragmatism and humanism. He does what he does as this is what he must do to achieve what he must, with regret, but always with the necessary ruthlessness and despatch. I have not read a great deal of non-sf material from this period so I am unaware of how common this is, but it was a little surprising, certainly different from the inherent xian moralising, the constant xian moralising, of Victorian era writing.
  • (3/5)
    Incredibly slow to start (Bond himself doesn't make an appearance until a third of the way through) and although the first part is an interesting read from a historical perspective, it means it's a slow burner. Consequently I found it to be less enjoyable than the others in the series so far (contrary to most reviews).
  • (4/5)
    SMERSH, the Soviet counterintelligence agency, plans to commit a grand act of terrorism in the intelligence field. For this, it targets British secret service agent James Bond. Due in part to his role in the defeat of Le Chiffre, Mr. Big and Hugo Drax, Bond has been listed as an enemy of the Soviet state and a "death warrant" has been issued for him. His death is planned to precipitate a major sex scandal, which will run through the world press for months and leave his and his service's reputation in tatters. Bond's killer is to be SMERSH executioner Red Grant, a psychopath whose homicidal urges coincide with the full moon. Kronsteen, SMERSH's chess-playing master planner, and Colonel Rosa Klebb, head of Operations and Executions, devise the operation. They persuade an attractive young cipher clerk, Corporal Tatiana Romanova, to falsely defect from her post in Istanbul, claiming to have fallen in love with Bond after seeing his file photograph. As an added incentive, Tatiana will provide the British with a Spektor, a Russian decoding device much coveted by MI6. She is not told the details of the plan.An offer of the Spektor is subsequently received by MI6 in London, ostensibly from Romanova, and contains the condition that Bond collects her and the machine in Istanbul. MI6 is unsure of Romanova's story, but the prize of the Spektor is too tempting to ignore and Bond's superior, M, orders him to go to Turkey and meet her. Bond meets and quickly forms a comradeship with Darko Kerim, head of the British service's station in Turkey. Kerim takes Bond to a meal with some Gypsies, in which Bond witnesses a brutal catfight, interrupted by an attack by Soviet agents. In retaliation, Bond helps Kerim assassinate a top Bulgarian agent.Bond duly encounters Romanova and the two plan their route out of Turkey with the Spektor. He and Kerim believe her story and in due course she, Bond and Kerim board the Orient Express with the Spektor. Bond and Kerim quickly discover three MGB agents on board travelling incognito. Kerim uses bribes and trickery to have the two taken off the train, but he is later found dead in his compartment with the body of the third agent, both having been killed by Grant. At Trieste a fellow MI6 agent, "Captain Nash", arrives on the train and Bond presumes he has been sent by M as added protection for the rest of the trip. Tatiana is suspicious of Nash, but Bond reassures her that Nash is from his own service. After dinner, at which Nash has drugged Romanova, Bond wakes up to find a gun pointing at him and Nash reveals himself to be the killer, Grant. Instead of killing Bond immediately, Grant reveals SMERSH's plan, including the detail that he is to shoot Bond through the heart and that the Spektor is booby-trapped to explode when examined. As Grant talks, Bond slips his metal cigarette case between the pages of a magazine he is holding in front of him and positions it in front of his heart to stop the bullet. After Grant fires, Bond pretends to be mortally wounded and when Grant steps over him, Bond attacks him: Grant is killed, whilst Bond and Romanova subsequently escape.Later, in Paris, after successfully delivering Tatiana and the Spektor to his superiors, Bond encounters Rosa Klebb. She is captured but manages to kick Bond with a poisoned blade concealed in her shoe; the story ends with Bond fighting for breath and falling to the floor.
  • (3/5)
    Bond is a pawn in a Russian plot, which is an interesting way to tell a James Bond story. Unfortunately most of the middle of the book is unrelated to the plot, and is gets a bit too pulpy. Sexist (of course that goes without saying), and so racist that it makes "Live and Let Die" seem enlightened by comparison.
  • (4/5)
    A very simple tale told with a lot of finesse.The SMERSH i.e. the assassins division of the Russian secret service after facing a lot of humiliation in recent times decide to take revenge. The plan is to kill James Bond and tarnish his image in the process. So they recruit a beautiful Russian girl to go to the Istambul British secret service opperative and tell him that she is desperately in love with James Bond after seeing his file and want to be with him and will also provide him with the Russian message decoder machine.Of course, James Bond could not let such a opportunity pass and lands up in Istanbul. What follows are facinating scenes of gypsies, honeymoon suite rendezvous and chase on the Oriental Express from Istanbul to Paris.A book filled with sex and adventure James Bond style.
  • (4/5)
    One of the best Bond books with its intricate build-up of Soviet preparations for an assassination, the events when Bond goes into the field, and his developing relationship with the Soviet agent sent to seduce him. Better than the film, which ridiculously cast a sophisticated Italian in the role of the near-innocent Tania.
  • (4/5)
    For once, I agree with JFK...
  • (4/5)
    Ridiculous but good escapism
  • (4/5)
    The fifth Bond tale and it could have been the last. Certainly the most polished adventure yet for Bond, the story is well written and Fleming really has found his way into an accomplished writing style by this time. Bond does not even appear in the book until almost half way through but this is no bad thing. The Russian agents are interesting, as are the descriptions of their backgrounds by Fleming. In many ways this book is closest to the film adaptation of it (so far, I am reading them in order here!) and the character of Rosa Klebb is totally unforgetable - was she included in Nintendo 64's Goldeneye? I don't think so. Taut, and full of suspense this really does have a shock ending so I will have to get straight on to Dr. No without further ado!
  • (4/5)
    A classic James Bond tale, this one features many heartstopping moments as Bond gets in one scrape after another. This time the Russians are after him...and they devise a plan to use his weakness (women, what else) to get him into a position where they can assasinate him. Enter one of the creepiest assassins I have ever read about, and the beautiful Russian girl who is going to entice him. Bond travels to Turkey where the girl is supposedly going to defect and there his adventure start--culminating in a train ride on the Orient Express with several Russian--or are they Russian?--agents on his tail.Good stuff for the fan of hair-raising adventures. Fleming was certainly not one to write about women with respect, however, so that may bother some readers. Read the book and then watch the movie--you will be amazed at the differences and have fun trying to figure out which one is better.
  • (4/5)
    If not the best, certainly among the 2 or 3 best Bond stories. Good plot well presented, the best of the "Bond girls," excellent villians in Rosa Kleb and Red Grant, great locations, the Orient Express, you name it. Terrific stuff!
  • (5/5)
    This entry to the Bond series is currently in a close race with Casino Royale for my favorite story. The characters were enjoyable and the story was quick and enjoyable. Ultimately the ending was the best part for me. Beginning with the next story in the series (Doctor No) was a special treat after just having met the surprise ending.
  • (4/5)
    Another good James Bond read. Again similar to the movie but with more depth. Once again not a cookie cutter plot similar to previous in the series. There is so much more depth to Bond in these books.
  • (4/5)
    In this, the fifth James Bond book, SMERSH unfolds a complicated and effective plot to kill Bond and discredit him and the Service. The action takes place in Istanbul and on the Orient Express, where Bond narrowly escapes death and saves his lover. This book devotes many interesting pages to SMERSH and other Russian operatives when they plan the assassination. I enjoyed it, but the ending is a cliffhanger.
  • (4/5)
    bond. no 5, 1957; Moscow and SMERSH, Rosa Klebb and beautiful Tatjana Romanova (sometimes Mr. Fleming was not too inventive with names...) as well as nice Kerim with his efficient sons from the embassy in Bulgaria (sacrificed in the end as all "nice" agents must be). Even the times of the Iron Curtain seem to be more harmless as the present "open" situation of the world has turned out.
  • (5/5)
    And so my Bond marathon reading continues. Better not to question it, as I still don't understand it myself.This volume was second best only to Casino Royale. Is it wrong that I loved this one more than the last few simply because there was more of Bond as a womanizer in it? I don't understand why I like it so much, but I feel I may have a problem....Anyway, Tatania Romanova, Russian operative, plays a huge part in this one and it definitely is "steamier" than the last few. I was slightly disappointed with how much Bond's intelligence seemed to drop because of the woman, but I suppose this was to establish that he is addicted to ladies and obviously has a major PROBLEM. Ah! All that aside, I loved it. It had a cliffhanger ending, which also made it a bit more alluring. Though I know he lives, I mean, why else would there be a zillion more of these books to read?