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Wen der Rabe ruft

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Wen der Rabe ruft

Bewertungen:
4/5 (101 Bewertungen)
Länge:
486 Seiten
11 Stunden
Herausgeber:
Freigegeben:
Oct 9, 2013
ISBN:
9783732000258
Format:
Buch

Beschreibung

Jedes Jahr im April empfängt Blue die Seelen derer, die bald sterben werden, auf dem verwitterten Kirchhof außerhalb ihrer Stadt. Bisher konnte sie sie nur spüren, nie sehen - bis in diesem Jahr plötzlich der Geist eines Jungen aus dem Dunkel auftaucht. Sein Name lautet Gansey, und dass Blue ihn sieht, bedeutet, dass sie der Grund für seinen nahen Tod sein wird.

Seit Blue sich erinnern kann, lebt sie mit der Weissagung, dass sie ihre wahre Liebe durch einen Kuss töten wird. Ist damit etwa Gansey gemeint?

"Wen der Rabe ruft" ist der erste von vier Bänden.
Herausgeber:
Freigegeben:
Oct 9, 2013
ISBN:
9783732000258
Format:
Buch

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Buchvorschau

Wen der Rabe ruft - script5

Für Brenna, die gut darin ist, Dinge zu finden

Düster in das Dunkel schauend

stand ich lange starr und grauend,

Träume träumend, die hienieden

nie ein Mensch geträumt vorher …

EDGAR ALLAN POE

Denn ein Träumer ist, wer seinen Weg nur im Mondschein finden kann, und seine Strafe ist, daß er vor der übrigen Welt den Tag grauen sieht.

OSCAR WILDE

PROLOG

Blue Sargent wusste mittlerweile schon gar nicht mehr, wie oft ihr gesagt worden war, dass sie ihrer wahren Liebe den Tod bringen würde.

Ihre Familie verdiente ihr Geld mit Weissagungen. Diese waren jedoch meist nicht allzu konkret. Beispielsweise: »Ihnen wird heute etwas Schreckliches zustoßen. Möglicherweise spielt dabei die Zahl sechs eine Rolle.« Oder: »Sie werden zu Geld kommen. Empfangen Sie es mit offenen Händen.« Oder: »Eine wichtige Entscheidung liegt vor Ihnen und sie wird sich nicht von alleine treffen.«

Die Menschen, die zu dem kleinen, hellblau gestrichenen Haus im Fox Way kamen, störten sich nicht an der ungenauen Natur dieser Prophezeiungen. Im Gegenteil, so wurde das Ganze zu einem Spiel, zur Herausforderung, den exakten Moment zu erkennen, in dem das Schicksal sich erfüllte. Wenn also zwei Stunden nach dem Wahrsagertermin eines Kunden ein Wagen mit sechs Insassen in dessen Auto krachte, so konnte dieser gleichermaßen wissend und befreit nicken. Wenn der Nachbar einer anderen Kundin anbot, ihr den alten Rasenmäher abzukaufen, dann fiel ihr das Versprechen, dass sie zu Geld kommen würde, wieder ein und sie hatte das Gefühl, der Handel sei genauso vorhergesagt worden. Und wenn ein dritter Kunde von seiner Frau ermahnt wurde: »Das ist eine wichtige Entscheidung«, dann dachte er daran, dass er dieselben Worte schon von Maura Sargent über einem Tisch voller Tarotkarten gehört hatte, und ging die Sache umso energischer an.

Doch ihre ungenaue Natur beraubte die Prophezeiungen auch eines Teils ihrer Macht. Traten sie ein, so ließ sich das ebenso als purer Zufall abtun. Sie waren für nicht viel mehr als ein Schmunzeln auf dem Supermarkt-Parkplatz gut, wenn einem wie versprochen ein alter Freund über den Weg lief. Einen Schauder, wenn auf der Stromrechnung die Zahl siebzehn auftauchte. Die Erkenntnis, dass sich, selbst wenn man seine Zukunft kannte, nichts am Leben in der Gegenwart änderte. Sie spiegelten die Wahrheit wider, aber nun einmal nicht die ganze Wahrheit.

»Eins müssen Sie wissen«, erklärte Maura neuen Kunden stets, »was ich Ihnen nun erzähle, wird zwar korrekt sein, aber nicht konkret.«

So war es einfach leichter.

Blue jedoch hatte diesen Satz nie zu hören bekommen. Immer wieder war ihre Hand ergriffen, das Liniengeflecht darauf studiert worden, waren ihre Karten aus einem Satz mit schon ganz samtig weich abgegriffenen Rändern gezogen und auf dem flusigen Teppich im Wohnzimmer ausgebreitet worden. Man hatte ihr den Daumen auf das mystische unsichtbare dritte Auge gepresst, das angeblich jeder zwischen den Brauen trug. Es waren Runen geworfen und Träume gedeutet, Teeblätter gelesen und Séancen durchgeführt worden.

Doch alle Frauen hatten ihr stets dasselbe versichert, unverblümt und unerklärlich konkret. Jede war, auf ihre ganz eigene hellseherische Weise, zu folgendem Schluss gekommen: Wenn Blue ihre wahre Liebe küsste, dann würde dieser Junge sterben.

Lange Zeit ließ die Warnung Blue keine Ruhe. Ja, konkret war sie schon, aber eben auf eine Art, wie es auch Märchen waren. Sie enthüllte nicht, wie der Junge sterben würde. Oder wie lange er nach dem Kuss noch zu leben hatte. Musste es ein Kuss auf die Lippen sein? Oder würde ein keusches, flüchtiges Küsschen auf den Handrücken sich als genauso tödlich erweisen?

Bis zu ihrem elften Lebensjahr war Blue davon überzeugt, dass sie sich unbemerkt mit einer ansteckenden Krankheit infizieren würde. Und wenn ihre Lippen dann die ihres hypothetischen Seelenverwandten nur einmal streiften, würde auch er langsam seinem Ende entgegensiechen und selbst die moderne Medizin wäre machtlos. Mit dreizehn entschied Blue, dass es stattdessen Eifersucht sein würde, die ihn das Leben kostete – bei ihrem ersten Kuss würde plötzlich ein Exfreund auftauchen, verrückt vor Liebeskummer, in der Hand eine Pistole.

Mit fünfzehn kam Blue zu dem Schluss, dass Tarot nichts als ein albernes Kartenspiel war und die Träume ihrer Mutter und der anderen Wahrsagerinnen eher durch hochprozentige Cocktails als überirdischen Scharfblick befeuert wurden und sie daher der Prophezeiung keinen besonderen Glauben schenken musste.

Doch im Grunde wusste sie es besser. Was im Fox Way vorausgesagt wurde, mochte vielleicht nicht sonderlich konkret sein, aber es entsprach unbestritten der Wahrheit. Ihre Mutter hatte im Traum Blues gebrochenes Handgelenk an ihrem ersten Schultag vorhergesehen. Ihre Tante Jimi hatte Mauras Steuerrückzahlung bis auf zehn Dollar genau prophezeit. Und ihre Cousine Orla fing jedes Mal an, ihren Lieblingssong zu summen, ein paar Minuten bevor er im Radio lief.

Niemand in ihrem Zuhause zweifelte je ernsthaft daran, dass es Blue vorbestimmt war, ihre wahre Liebe mit einem Kuss zu töten. Doch dieses drohende Unheil schwebte schon so lange über ihren Köpfen, dass es seinen Schrecken verloren hatte. Dass die sechsjährige Blue sich eines Tages verlieben würde, war eine so abwegige Vorstellung, dass sie schon fast an Einbildung grenzte.

Und mit sechzehn hatte Blue sich sowieso vorgenommen, sich niemals zu verlieben, also schien das Problem fürs Erste gelöst.

Aber ihre Entschlossenheit wurde auf die Probe gestellt, als Neeve, die Halbschwester ihrer Mutter, der Kleinstadt Henrietta einen Besuch abstattete. Neeve war damit berühmt geworden, dass sie in aller Öffentlichkeit praktizierte, was Blues Mutter im Stillen ausübte. Mauras Sitzungen fanden zu Hause in ihrem Wohnzimmer statt und ihr Kundenstamm beschränkte sich weitgehend auf die Einwohner Henriettas und des umliegenden Tals. Neeve hingegen war als Medium jeden Morgen um fünf Uhr im Fernsehen zu bewundern. Sie hatte eine Website, auf der sie dem Betrachter mit durchdringendem Blick von alten, weichgezeichneten Fotos entgegenstarrte. Außerdem prangte ihr Name auf den Umschlägen von gleich vier Büchern über das Übernatürliche.

Blue hatte Neeve nie kennengelernt, darum gründete ihr Wissen über ihre Halbtante lediglich auf einer flüchtigen Suche im Internet und nicht auf persönlicher Erfahrung. Sie war nicht ganz sicher, warum Neeve überhaupt zu ihnen kam, doch sie ahnte, dass ihre bevorstehende Ankunft der Grund der unzähligen geflüsterten Gespräche zwischen Maura und ihren beiden besten Freundinnen Persephone und Calla war – die Art Gespräche, bei denen, sobald Blue den Raum betrat, nur noch schweigend Kaffee geschlürft und ungeduldig mit Kugelschreibern auf den Tisch getippt wurde. Dabei war diese nicht mal sonderlich interessiert an Neeves Besuch – wen kümmerte schon eine Frau mehr in einem Haus, das vor weiblichen Bewohnern bereits aus allen Nähten platzte?

Eines Frühlingsabends, an dem die ohnehin schon langen Schatten der Berge noch länger schienen als gewöhnlich, stand Neeve schließlich vor der Tür. Als Blue ihr öffnete, hielt sie sie einen kurzen Moment lang für irgendeine fremde alte Frau, dann aber gewöhnten sich ihre Augen an die letzten purpurnen Sonnenstrahlen, die durch die Bäume fielen, und sie erkannte, dass Neeve nur unwesentlich älter war als ihre Mutter – die gar nicht so furchtbar alt war.

Draußen, irgendwo in der Ferne, ertönte Hundegeheul. Blue kannte das Geräusch gut; im Herbst zog der Jagdklub von Aglionby fast jedes Wochenende mit Pferden und Hunden in den Wald. Blue wusste, was das hysterische Jaulen bedeutete, das sich in diesem Moment erhob: Die Meute hatte eine Spur aufgenommen.

»Du bist Mauras Tochter«, stellte Neeve fest und fügte, bevor Blue antworten konnte, hinzu: »Dies ist das Jahr, in dem du dich verlieben wirst.«

1

Schon bevor die Toten kamen, war es eiskalt auf dem Kirchhof.

Jedes Jahr begaben Blue und ihre Mutter Maura sich an diesen Ort und immer war es kühl. Doch dieses Mal, ohne Maura, kam es Blue noch kälter vor als sonst.

Es war der vierundzwanzigste April, der Vorabend des Markustags. Für die meisten Menschen kam und ging dieser Tag, ohne dass es ihnen bewusst war. Man bekam nicht schulfrei. Keine Geschenke wurden ausgetauscht. Kostüme oder Festlichkeiten gab es auch nicht. Keinen Markustag-Ausverkauf, keine Markustag-Karten in den Geschäften, keine besonderen Fernsehsendungen, die nur ein Mal im Jahr gezeigt wurden. Niemand strich sich den fünfundzwanzigsten April im Kalender an. Tatsächlich wussten die meisten Lebenden nicht einmal, dass es einen Tag zu Ehren des heiligen Markus gab.

Die Toten aber dachten daran.

Während Blue bibbernd dasaß, tröstete sie sich damit, dass es dieses Jahr immerhin nicht regnete. Wenigstens etwas.

An jedem vierundzwanzigsten April fuhren Maura und Blue hierher, zu dieser fernab gelegenen Kirche, die so alt war, dass sich niemand auch nur an ihren Namen erinnerte. Kaum mehr als eine Ruine, schmiegte sie sich an die dicht bewaldeten Hügel außerhalb Henriettas, immer noch mehrere Meilen von den eigentlichen Bergen entfernt. Nur die Außenmauern standen noch; das Dach und die Böden waren schon vor langer Zeit eingebrochen. Was nicht verrottet war, lag unter gierigen Ranken und modrig riechenden Schösslingen verborgen. Die Kirche war von einer Steinmauer umfriedet, deren einzige Öffnung ein überdachtes Tor war, gerade breit genug für einen Sarg und seine Träger. Ein Pfad, der jeglichem Unkraut zu trotzen schien, führte bis vor die alte Kirchentür.

»Ah«, hauchte die rundliche Neeve, die dennoch seltsam elegant neben Blue auf der Mauer hockte. Wie schon bei ihrem ersten Aufeinandertreffen bemerkte Blue abermals Neeves auffallend schöne Hände. Die plumpen Handgelenke gingen in weiche, kindliche Handflächen und schließlich schlanke Finger mit ovalen Nägeln über.

»Ah«, murmelte Neeve wieder. »Heute ist so eine Nacht.«

Sie betonte es so: »Heute ist so eine Nacht«, und Blue überlief unwillkürlich ein Schauder. Seit zehn Jahren hatte sie mit ihrer Mutter an den Vorabenden des Markustags hier Wache gehalten, aber dieses Mal war es anders.

In der Tat, heute war so eine Nacht.

In diesem Jahr hatte Maura, zum ersten Mal und aus für Blue unerfindlichen Gründen, auf die Kirchenwache verzichtet und an ihrer Stelle Neeve geschickt. Dann hatte sie Blue gefragt, ob sie trotzdem mitgehen würde, obwohl die Frage eigentlich überflüssig war. Blue war immer mitgegangen, sie würde es auch dieses Mal tun. Als ob sie sich an diesem Abend je etwas anderes vornehmen würde. Aber sie musste nun einmal gefragt werden. Irgendwann vor Blues Geburt hatte Maura nämlich beschlossen, Kinder herumzukommandieren sei barbarisch, und so war Blue inmitten von lauter Fragezeichen mit Befehlscharakter aufgewachsen.

Blue spreizte die eiskalten Finger und ballte die Hände dann wieder zu Fäusten. Die Säume ihrer fingerlosen Handschuhe begannen bereits auszufransen – sie hatte sie erst letztes Jahr mit nicht allzu großer Sorgfalt gestrickt –, aber immerhin verlieh ihnen das einen gewissen ramponierten Schick. Wäre sie nicht so eitel gewesen, hätte Blue die wärmeren, nur leider auch wesentlich langweiligeren Fäustlinge tragen können, die sie zu Weihnachten bekommen hatte. Aber sie war nun mal eitel, also hatte sie sich für die verschlissenen Exemplare ohne Finger entschieden, tausendmal cooler, aber eben auch weniger warm, und das, obwohl sie dabei sowieso niemand sehen würde außer Neeve und den Toten.

Der April brachte in Henrietta oft schöne, milde Tage hervor und entlockte den schlafenden Bäumen die ersten Knospen, während vor den Fensterscheiben liebeskranke Marienkäfer brummten. Aber nicht in dieser Nacht. In dieser Nacht war es kalt wie im Winter.

Blue warf einen Blick auf ihre Uhr. Kurz vor elf. Die alten Legenden empfahlen Mitternacht für die Kirchenwache, aber die Toten gaben nun mal nicht besonders viel auf Pünktlichkeit.

Anders als Blue, die kein sonderlich geduldiger Mensch war, thronte Neeve auf der alten Kirchenmauer wie die Statue einer Königin: die Hände gefaltet, die Fußknöchel unter dem langen Wollrock gekreuzt. Blue dagegen, zusammengekauert, kleiner und dünner, wirkte wie ein nervöser, blinder Wasserspeier. Blind, weil ihre Augen ihr in dieser Nacht nichts nutzten. Es war eine Nacht für Seher und Weissager, für Hexen und Medien.

Mit anderen Worten: für den gesamten Rest ihrer Familie.

Aus der Stille heraus fragte Neeve: »Kannst du irgendetwas hören?« Ihre Augen glitzerten im Dunkeln.

»Nein«, antwortete Blue, weil sie wirklich nichts hörte. Im nächsten Moment überlegte sie, ob Neeve wohl gefragt hatte, weil sie etwas hörte.

Neeve betrachtete sie mit demselben Blick, den sie auf ihren Website-Fotos aufgesetzt hatte – diesem eindringlichen, überirdischen Starren, das man immer ein paar Sekunden länger ertragen musste, als einem lieb war. Ein paar Tage nach Neeves Ankunft war Blue davon so zermürbt gewesen, dass sie sich bei Maura darüber beklagt hatte. Sie hatten sich gerade zusammen in das einzige Badezimmer des Hauses gequetscht, um sich fertig zu machen, Blue für die Schule und Maura für die Arbeit.

Blue, die versucht hatte, ihre unterschiedlich kurzen dunklen Haarsträhnen mithilfe von Clips zu einem kümmerlichen Pferdeschwanz zusammenzufassen, hatte gefragt: »Muss sie einen immer so anglotzen?«

Ihre Mutter hatte unter der Dusche Muster auf die beschlagene Glastür gemalt. Nun hatte sie lachend innegehalten und ihre Haut hatte durch die langen, sich überschneidenden Linien geblitzt, die sie gezogen hatte. »Ach, das ist nun mal Neeves Markenzeichen.«

Blue war der Meinung, dass es doch wahrhaftig bessere Dinge gab, für die man bekannt sein konnte.

Jetzt, auf dem Kirchhof, murmelte Neeve geheimnisvoll: »Es gibt so viel zu hören.«

Gab es aber eigentlich gar nicht. Im Sommer waren die Hügel voller Leben: Insekten summten, Spottdrosseln führten zwitschernde Unterhaltungen und Raben krächzten empört den Autos hinterher. In dieser Nacht aber war es zu kühl, als dass viel davon sich bemerkbar gemacht hätte.

»Solche Sachen höre ich nicht«, entgegnete Blue, etwas überrascht, dass Neeve darüber nicht längst Bescheid wusste. Das Hellseher-Gen, mit dem ihre gesamte Familie gesegnet war, hatte um Blue einen weiten Bogen gemacht, und so war sie in der Welt, zu der ihre Mutter, ihre Tanten und Cousinen Kontakt hielten und die doch den meisten Menschen verborgen war, nur Zaungast. Das einzig Besondere an ihr war etwas, das sie selbst nicht spüren konnte. »Ich höre von so einem Gespräch genauso wenig wie ein Telefon. Ich mache es bloß für andere lauter.«

Neeve hatte den Blick noch immer nicht abgewandt. »Also darum wollte Maura unbedingt, dass du mitkommst. Bist du etwa auch bei ihren Sitzungen dabei?«

Bei dem Gedanken durchlief Blue ein Schauder. Ein nicht unwesentlicher Teil der Kunden, die zum Fox Way kamen, waren unglückliche Frauen, die darauf hofften, dass Maura in ihrer Zukunft Liebe und Geld sah. Allein die Vorstellung, den ganzen Tag mit denen zu Hause zu sitzen, war unerträglich. Blue wusste, dass ihre Mutter sehr versucht sein musste, sie als Verstärkung ihrer hellseherischen Fähigkeiten an den Sitzungen teilnehmen zu lassen. Als sie kleiner war, hatte Blue es noch nicht zu schätzen gewusst, dass Maura sie so selten zu Hilfe rief, mittlerweile aber, da sie langsam begriff, was für einen starken Einfluss sie auf die Gabe anderer hatte, war sie beeindruckt von Mauras Zurückhaltung.

»Nur, wenn es besonders wichtig ist«, antwortete sie.

Neeves Blick hatte nun endgültig die Grenze zwischen verunsichernd und einfach nur gruselig überschritten. Sie sagte: »Darauf solltest du stolz sein. Die seherischen Kräfte eines anderen steigern zu können, ist eine sehr seltene und kostbare Gabe.«

»Pffft«, schnaubte Blue, aber sie meinte es nicht böse. Eher scherzhaft. Sie hatte sechzehn Jahre lang Zeit gehabt, um sich an den Gedanken zu gewöhnen, dass sie keinerlei Zugang zur Welt des Übernatürlichen hatte. Sie wollte nicht, dass Neeve dachte, sie hätte deswegen eine Identitätskrise oder so etwas. Verlegen zupfte sie an einem Fädchen am Saum ihres Handschuhs.

»Außerdem hast du noch so viel Zeit, deine eigenen intuitiven Fähigkeiten zu entwickeln«, fuhr Neeve fort. Ihr Blick wirkte geradezu gierig.

Blue antwortete nicht. Ihr lag nichts daran, anderen die Zukunft vorauszusagen. Viel lieber wollte sie sich ins Leben stürzen und ihre eigene entdecken.

Endlich senkte Neeve den Blick. Träge ließ sie einen Finger durch den Schmutz auf den Steinen zwischen ihnen gleiten, dann sagte sie: »Ich bin auf dem Weg in die Stadt an einer Schule vorbeigekommen. Aglionby Academy. Gehst du da hin?«

Blues Augen weiteten sich vor Belustigung. Aber gut, wie hätte Neeve als Fremde es auch besser wissen sollen? Andererseits hätte sie sich beim Anblick des riesigen Steingebäudes mit seinem Parkplatz voller Nobelkarossen vielleicht denken können, dass dies nicht unbedingt die Art von Schule war, die sie sich leisten konnten.

»Das ist eine reine Jungenschule. Für die Söhne von Politikern und Ölmagnaten und« – Blue musste einen Moment überlegen, wer überhaupt reich genug sein könnte, um seine Kinder auf die Aglionby zu schicken – »die Söhne von Geliebten, die von Schweigegeld leben.«

Neeve hob, ohne aufzusehen, eine Augenbraue.

»Nein, im Ernst, die Jungs, die da hingehen, sind total schrecklich«, erklärte Blue. Der April ließ die Aglionby nie in einem guten Licht erscheinen: Je wärmer es draußen wurde, desto mehr Cabrios sah man auf den Straßen, aus denen Jungs in so geschmacklosen Shorts stiegen, dass sich wirklich nur Reiche damit vor die Tür wagten. Unter der Woche trugen sie ihre Schuluniform, schicke Stoffhosen zu einem Pullover mit V-Ausschnitt und Rabenemblem. So fiel es leicht, die anrückende Armee zu identifizieren: die Raven Boys.

Blue fuhr fort: »Die halten sich alle für was Besseres und denken, wir Normalsterblichen reißen uns für sie beide Beine aus, und dann saufen sie sich jedes Wochenende fast ins Koma und sprühen Graffiti auf das Ortsschild von Henrietta.«

Die Aglionby Academy war der Hauptgrund für die beiden großen Regeln in Blues Leben. Nummer eins: Halte dich von Jungs fern – die machen nur Ärger. Und Nummer zwei: Halte dich von den Aglionby-Jungs fern – die sind alle Mistkerle.

»Du scheinst mir ein sehr vernünftiger Teenager zu sein«, sagte Neeve, was Blue ärgerte, denn das wusste sie selbst nur zu gut. Wenn man so wenig Geld hatte wie die Sargents, wurde einem Vernunft in jeglichen Belangen schon früh eingeimpft.

Im fahlen Licht des beinahe vollen Mondes erkannte Blue, was Neeve in den Staub gemalt hatte. Sie fragte: »Was ist das? So was hat Mom vor Kurzem auch gezeichnet.«

»Ach, wirklich?«, entgegnete Neeve. Sie betrachteten das Muster. Es bestand aus drei gekrümmten Linien, die einander überschnitten, sodass sie eine Art lang gezogenes Dreieck bildeten. »Aber sie hat dir nicht erklärt, was es ist?«

»Sie hat es an die Tür der Dusche gemalt. Ich habe nicht nachgefragt.«

»Ich habe davon geträumt«, sagte Neeve mit so ausdrucksloser Stimme, dass ein unangenehmes Kribbeln Blues Nacken hinunterlief. »Ich wollte wissen, wie es in der Realität aussieht.« Sie wischte die Linien fort und hob dann abrupt eine ihrer schönen Hände. »Ich glaube, sie kommen.«

»Sie« waren der Grund, aus dem Blue und Neeve überhaupt hier waren. Jahr für Jahr saß Maura auf dieser Mauer, starrte, die Knie bis zum Kinn hochgezogen, ins Leere und sagte eine Liste von Namen auf. Für Blue wirkte der Kirchhof so leer wie immer, für Maura aber war er voll mit Toten. Nicht mit Menschen, die zu diesem Zeitpunkt bereits tot waren, sondern mit den Geistern derjenigen, die innerhalb der nächsten zwölf Monate sterben würden. Blue musste sich stets damit begnügen, nur eine Hälfte des Gesprächs zu hören. Manchmal erkannte ihre Mutter die Geister, meistens jedoch beugte sie sich vor und fragte sie nach ihren Namen. Maura hatte ihr einmal erklärt, dass sie die Toten ohne Blue nie dazu bringen könnte, ihr zu antworten – wenn Blue nicht dabei war, sahen sie Maura ganz einfach nicht.

Blue hatte natürlich gern das Gefühl, gebraucht zu werden, manchmal aber wünschte sie sich, sie käme sich dabei weniger vor wie ein besonders praktisches Werkzeug.

Die Kirchenwache war von entscheidender Bedeutung für eine der außergewöhnlichsten Dienstleistungen, die Maura anbot. Diese bestand darin, ihre Kunden, die in der Gegend wohnten, zu informieren, falls sie selbst oder ein Mitglied ihrer Familie innerhalb der nächsten zwölf Monate sterben würden. Wer würde für so einen Service nicht gutes Geld bezahlen? Tja, die Antwort lautete leider: die meisten Menschen, denn der Glaube an Hellseher war leider nicht sonderlich weit verbreitet.

»Kannst du schon was sehen?«, erkundigte sich Blue. Sie versuchte, ihre tauben Finger wachzurubbeln, und griff nach einem Notizblock und einem Stift, die neben ihr auf der Mauer bereitlagen.

Neeve saß vollkommen still. »Irgendetwas hat gerade mein Haar gestreift.«

Gänsehaut kroch Blues Arme hinauf. »Einer von ihnen?«

Neeve antwortete mit heiserer Stimme: »Die zukünftigen Toten müssen dem Leichenweg durch das Tor folgen. Das eben war vermutlich eine andere Art von … Geist, den deine Energie angelockt hat. Ich hatte ja keine Ahnung, was für eine Wirkung du haben würdest.«

Maura hatte nie irgendwelche anderen Toten erwähnt, die Blue angezogen haben sollte. Vielleicht hatte sie ihr nur keine Angst einjagen wollen. Oder Maura hatte sie einfach nicht gespürt – vielleicht erkannte sie diese anderen Geister genauso wenig wie Blue.

Blue war sich nun unangenehm der leisesten Brise bewusst, die ihr übers Gesicht strich und Neeves lockiges Haar anhob. Unsichtbare, sittsame Seelen noch gar nicht toter Menschen waren ja okay. Aber Geister, die nicht einmal auf den Wegen blieben, das war etwas ganz anderes.

»Sind die …«, fing Blue an.

»Wer sind Sie? Robert Neuhmann«, unterbrach Neeve sie. »Wie heißen Sie? Ruth Vert. Und Sie? Frances Powell.«

Bemüht, nicht den Anschluss zu verlieren, kritzelte Blue die Namen rein nach Gehör so nieder, wie Neeve sie aussprach. Hin und wieder hob sie den Blick und versuchte, wenigstens irgendetwas auf dem Pfad zu entdecken. Aber wie immer war dort nichts zu erkennen außer der verwilderten Fingerhirse, den kaum erkennbaren Eichen. Dem Kircheneingang, gähnend wie ein schwarzer Schlund, der die unsichtbaren Geister empfing.

Nichts zu hören und nichts zu sehen. Kein Hinweis auf die Anwesenheit der Toten, mit Ausnahme der Namen auf dem Notizblock in ihrer Hand.

Vielleicht hatte Neeve ja recht. Möglicherweise durchlief Blue tatsächlich so etwas wie eine Identitätskrise. An manchen Tagen fand sie es wirklich ein kleines bisschen ungerecht, dass bei all den Wundern und der Magie in ihrer Familie für sie nur die Schreibarbeit blieb.

»Zumindest kann ich so überhaupt daran teilhaben«, dachte Blue grimmig, obwohl sie sich in etwa so einbezogen fühlte wie ein Blindenhund. Sie hielt sich den Notizblock vors Gesicht, dicht, dichter, um im Dunkeln ihre Schrift lesen zu können. Das Ganze wirkte wie eine Aufstellung der beliebtesten Namen von vor siebzig oder achtzig Jahren: Dorothy, Ralph, Clarence, Esther, Herbert, Melvin. Auch viele der Nachnamen wiederholten sich. Das Tal wurde von ein paar alteingesessenen Familien beherrscht, die, wenn schon nicht mächtig, dann doch zumindest groß waren.

Irgendwo außerhalb von Blues Gedanken wurde Neeves Ton plötzlich eindringlicher.

»Wie heißt du?«, fragte sie. »Hallo, Entschuldigung? Wie ist dein Name?« Aus purer Gewohnheit folgte Blue Neeves Blick in die Mitte des Kirchhofs.

Und dort sah sie jemanden.

Blues Herz hämmerte gegen ihr Brustbein wie eine Faust. Und auf der anderen Seite dieses Herzschlags war er, immer noch. Wo eigentlich absolut nichts hätte sein dürfen, stand ein Mensch.

»Ich sehe ihn«, flüsterte Blue. »Neeve, ich sehe ihn.«

Blue hatte sich die Prozession der Toten immer wie eine äußerst geordnete Angelegenheit vorgestellt, dieser eine jedoch schien aus der Reihe getanzt zu sein und stand nun zögernd da. Es war ein junger Mann in Stoffhose und Pullover, das Haar zerzaust. Er war nicht unbedingt durchscheinend, aber wirklich da war er auch nicht. Seine Silhouette war so verschwommen, als sähe man sie durch trübes Wasser, sein Gesicht nicht zu erkennen. Außer seiner Jugend verfügte er über kein hervorstechendes Merkmal.

Er war so jung – diese Tatsache bestürzte sie am meisten.

Während Blue ihn beobachtete, hob er die Hand und betastete zuerst die Seite seiner Nase, dann seine Schläfe. Es war so eine seltsam lebendige Geste, dass Blue ein wenig übel wurde. Im nächsten Moment stolperte er einen Schritt vorwärts, als hätte ihm von hinten jemand einen Stoß verpasst.

»Frag ihn nach seinem Namen«, zischte Neeve. »Mir antwortet er nicht und ich muss mich noch um die anderen kümmern!«

»Ich?«, entgegnete Blue, ließ sich jedoch bereits von der Mauer gleiten. Ihr Herz pochte noch immer wie wild. Sie fragte – nicht ohne sich ein bisschen albern dabei vorzukommen –: »Wie heißt du?«

Er schien sie nicht zu hören. Ohne ein Zeichen, dass er sie bemerkt hatte, wandte er sich, ganz langsam und immer noch verwirrt, der Kirchenpforte zu.

»So gehen wir also in den Tod?«, fragte sich Blue. »Wir stolpern ins Vergessen, anstatt bewusst abzutreten?«

Während Neeve den anderen Toten ihre Fragen stellte, näherte sich Blue dem verirrten Wanderer.

»Wer bist du?«, rief sie aus sicherem Abstand. Er vergrub die Stirn in den Händen. Sein Körper, das erkannte sie jetzt, hatte keinerlei Konturen und sein Gesicht keine Züge. Eigentlich hatte seine Gestalt überhaupt nichts an sich, das ihn als menschlich kennzeichnete, dennoch sah sie einen Jungen vor sich. Irgendetwas schien ihrem Kopf zu sagen, was er war, auch wenn es ihren Augen diese Information vorenthielt.

Ihn zu sehen, hatte nichts Faszinierendes an sich, wie sie zuvor geglaubt hatte. Alles, woran sie denken konnte, war: »In einem Jahr wird er tot sein.« Wie ertrug Maura das nur?

Blue schlich sich dichter an ihn heran. Als sie ihm so nah war, dass sie ihn hätte berühren können, setzte er sich wieder in Bewegung, schien sie jedoch immer noch nicht wahrzunehmen.

So dicht bei ihm waren ihre Hände plötzlich eiskalt. Genauso wie ihr Herz. Unsichtbare Geister, die keine eigene Körperwärme mehr besaßen, schienen alle Energie aus ihr herauszusaugen und ließen sie frösteln.

Der junge Mann hatte nun die Kirchentür erreicht und plötzlich wusste Blue – sie wusste es einfach –, dass ihre Chance, seinen Namen zu erfahren, dahin wäre, sobald er hindurchging.

»Bitte«, sagte Blue, leiser als zuvor. Sie streckte die Hand aus und berührte den äußersten Saum seines nicht existenten Pullovers. Kälte durchströmte sie wie eine plötzliche Welle des Grauens. Sie versuchte, sich mit dem zu beruhigen, was ihr seit jeher eingebläut worden war: Geister zogen ihre Energie aus ihrer Umgebung. Alles, was sie spürte, war also, wie er sie benutzte, um sichtbar bleiben zu können.

Und doch fühlte es sich immer noch grauenerregend an.

Sie bat: »Verrätst du mir deinen Namen?«

Er wandte sich ihr zu und sie sah mit Entsetzen, dass er einen Aglionby-Pullover trug.

»Gansey«, sagte er. Seine Stimme war leise, aber kein Flüstern. Es war eine echte Stimme, die aus so großer Ferne zu kommen schien, dass sie kaum hörbar war.

Blue konnte den Blick nicht von seinem zerzausten Haar wenden, von der Andeutung durchdringender Augen, dem Raben auf seinem Pullover. Seine Schultern waren triefnass, wie sie jetzt erkannte, und auch der Rest seiner Kleider glänzte feucht von einem Gewitter, das noch nicht stattgefunden hatte. So nah bei ihm konnte sie einen minzeartigen Duft wahrnehmen, von dem sie nicht wusste, ob er speziell zu ihm gehörte oder zu Geistern im Allgemeinen.

Er wirkte so real. Als es so weit war, als sie ihn endlich sehen konnte, kam es ihr gar nicht vor wie Magie. Es war, als starrte sie in ein offenes Grab und das Grab erwiderte ihren Blick.

»Mehr nicht?«, flüsterte sie.

Gansey schloss die Augen. »Mehr ist da nicht.«

Er fiel auf die Knie – eine lautlose Bewegung bei einem Jungen ohne wirklichen Körper. Mit einer Hand stützte er sich auf dem Boden ab und grub die gespreizten Finger in den Schlamm. Blue konnte die Schwärze der Kirche deutlicher erkennen als die Krümmung seiner Schulter.

»Neeve«, sagte Blue. »Neeve, er … stirbt.«

Neeve hatte sich erhoben und stand jetzt direkt hinter ihr. Sie antwortete: »Noch nicht.«

Gansey war nun fast nicht mehr zu sehen, er verschmolz mit der Kirche oder die Kirche mit ihm.

Blues Stimme klang belegter, als ihr lieb war. »Warum … warum kann ich ihn sehen?«

Neeve warf einen Blick über die Schulter – entweder weil noch weitere Geister kamen oder weil das Gegenteil der Fall war, Blue konnte es nicht sagen. Als sie sich wieder umdrehte, war Gansey vollkommen verschwunden. Im nächsten Moment spürte Blue, wie die Wärme in ihre Haut zurückkehrte, doch irgendwo hinter ihren Lungen blieb etwas Eisiges zurück. Ein gefährlicher, trauriger Sog schien sich in ihrem Inneren zu bilden: Kummer oder Bedauern.

»Es gibt nur zwei Gründe, warum eine Nicht-Sehende am Vorabend des Markustags einen Geist erblickt, Blue. Entweder du bist seine wahre Liebe«, sagte Neeve, »oder du hast ihn getötet.«

2

Ich bin’s«, meldete sich Gansey.

Er wandte sich zu seinem Auto um. Die leuchtend orangefarbene Motorhaube des Camaros war hochgeklappt, mehr als Zeichen seiner Kapitulation als aus irgendwelchen praktischen Gründen. Adam mit seinem Händchen für Autos hätte vielleicht zu sagen vermocht, was diesmal mit dem Wagen nicht stimmte, Gansey jedoch hatte nicht die leiseste Ahnung. Er hatte es gerade noch geschafft, den Wagen von der Fahrbahn zu lenken, und jetzt stand der Camaro mit seinen breiten Reifen leicht schräg auf den verstreuten Grasbüscheln am Rand des Highways. Ein Sattelzug brauste vorbei, ohne auch nur abzubremsen, und brachte den Wagen zum Schwanken.

Am anderen Ende der Leitung meldete sich sein Mitbewohner Ronan Lynch: »Du hast Geschichte verpasst. Dachte schon, du liegst irgendwo tot im Graben.«

Gansey drehte sein Handgelenk herum und warf einen Blick auf seine Armbanduhr. Er hatte wesentlich mehr verpasst als nur den Geschichtsunterricht. Es war elf Uhr und schon jetzt erschien ihm die Kühle der vergangenen Nacht wie ein Traum. Eine Mücke klebte im Schweiß neben dem Armband der Uhr fest; er schnippte sie weg. Als er noch jünger war, war Gansey ein einziges Mal campen gewesen. Dabei hatte ein Zelt eine Rolle gespielt. Und Schlafsäcke. Und ganz in der Nähe war ein Range Rover geparkt gewesen, für den Fall, dass sein Vater und er die Lust verloren. Es war eine völlig andere Erfahrung gewesen als die Sache letzte Nacht.

Er fragte: »Hast du für mich mitgeschrieben?«

»Nein«, antwortete Ronan. »Ich dachte ja, du liegst irgendwo tot im Graben.«

Gansey blies sich etwas Staub von den Lippen und schob das Handy an seinem Ohr zurecht. Er hätte für Ronan mitgeschrieben. »Pig ist liegen geblieben. Komm mich abholen, ja?«

Ein Wagen fuhr vorbei und wurde langsamer; die Insassen starrten zu ihm heraus. Gansey sah ganz gut aus und auch der Camaro war alles andere als hässlich, aber die Aufmerksamkeit hatte weniger etwas mit Attraktivität zu tun als mit dem ungewohnten Anblick eines Aglionby-Jungen neben einem unverschämt orangefarbenen, liegen gebliebenen Auto am Straßenrand. Gansey war nur zu bewusst, dass die Einwohner des ruhigen Städtchens Henrietta in Virginia nichts lieber sahen, als dass einem Schüler der Aglionby Academy etwas Erniedrigendes widerfuhr – es sei denn, es widerfuhr gleich seiner ganzen Familie.

»Mann, muss das sein?«, stöhnte Ronan.

»Jetzt tu mal nicht so, als wärst du scharf drauf, dich brav in den Unterricht zu setzen. Und gleich ist sowieso Mittagspause.« Dann fügte er, der Form halber, noch ein »Bitte« hinzu.

Ronan schwieg eine Weile. Darin war er ziemlich gut; er wusste, welches Unbehagen Schweigen anderen Leuten bereitete. Doch Gansey hatte schon längst eine Immunität dagegen entwickelt. Während er auf Ronans Antwort wartete, beugte er sich ins Auto, um nachzusehen, ob er irgendetwas zu essen im Handschuhfach hatte. Außer einer Allergiespritze fand er dort eine Stange Trockenfleisch, deren Haltbarkeitsdatum allerdings schon vor zwei Jahren abgelaufen war. Wahrscheinlich hatte sie bereits im Auto gelegen, als er es gekauft hatte.

»Wo bist du denn?«, fragte Ronan schließlich.

»Auf der 64, gleich neben dem Henrietta-Ortsschild. Bring mir einen Burger mit, ja? Und einen Kanister Benzin.« Dem Wagen war zwar nicht das Benzin ausgegangen, aber schaden konnte es wohl nicht.

Ronan klang ziemlich angesäuert. »Gansey.«

»Und bring Adam mit.«

Ronan legte auf. Gansey schälte sich aus seinem Pullover und warf ihn in den Camaro. Auf dessen winziger Rückbank fristete ein buntes Sammelsurium aus Alltagsgegenständen sein Dasein: ein Chemiebuch, ein Schreibblock mit Frappuccinoflecken, eine CD-Mappe mit halb offenem Reißverschluss, aus der ein paar nackte Scheiben auf den Sitz gerutscht waren – sowie die Ausrüstung, die er sich während seiner achtzehn Monate in Henrietta zusammengestellt hatte. Zerknitterte Landkarten, Computerausdrucke, sein allgegenwärtiges Notizbuch, eine Taschenlampe, ein Weidenstab. Als Gansey ein digitales Aufnahmegerät aus dem Chaos zog, flatterte eine Imbissquittung (eine große Pfannenpizza, zur Hälfte mit Würstchen, zur Hälfte mit Avocado belegt) zurück auf den Sitz und gesellte sich zu einem halben Dutzend weiterer ihrer Art, die bis auf das Datum allesamt identisch waren.

Die letzte Nacht hatte er mit laufendem Aufnahmegerät und gespitzten Ohren vor der geradezu monströs modernen Erlöserkirche verbracht und gewartet – ohne wirklich zu wissen, worauf. Die Atmosphäre war alles andere als magisch gewesen. Wahrscheinlich hätte es bessere Orte gegeben, um mit den Toten der Zukunft in Kontakt zu treten, aber Gansey hatte große Hoffnungen in die Macht des Datums gesetzt – schließlich war es der Abend vor dem Markustag gewesen. Und er hatte ja auch gar nicht erwartet, tatsächlich Tote zu Gesicht zu bekommen. Laut seiner Quellen musste man für eine Kirchenwache über die »Gabe des Sehens« verfügen, und die war bei Gansey bereits im herkömmlichen Sinn miserabel ausgeprägt, wenn er seine Kontaktlinsen nicht trug. Er hätte sich nur gewünscht …

Dass irgendetwas passierte. Und dieser Wunsch war ihm auch erfüllt worden. Er war sich bloß noch nicht sicher, was dieses »Irgendetwas« gewesen war.

Das Aufnahmegerät in der Hand, setzte Gansey sich auf den Boden und lehnte sich zum Warten an einen der Hinterreifen, sodass der Wagen ihn vor den vorbeirauschenden Autos abschirmte. Auf der anderen Seite der Leitplanke erstreckte sich eine allmählich wieder ergrünende Wiese bis hinunter zum Waldrand. Und über allem erhoben sich die geheimnisvollen blauen Gipfel der Berge.

Gansey zeichnete die Form der verheißenen Energielinie, die ihn hierhergeführt hatte, auf seine staubige Schuhspitze. Der Wind aus den Bergen, der ihm um die Ohren heulte, klang beinahe wie ein gedämpftes Rufen – kein Flüstern, sondern ein lauter Schrei, der aus so großer Ferne zu kommen schien, dass er kaum hörbar war.

Henrietta wirkte tatsächlich wie ein Ort, an dem Magie möglich war. Das Tal schien unablässig Geheimnisse vor

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Rezensionen

Was die anderen über Wen der Rabe ruft denken

4.2
101 Bewertungen / 172 Rezensionen
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Leser-Rezensionen

  • (5/5)
    With its unique writing style and intriguing cast of characters, The Raven Boys is, hands down, one of the best books I have read all year. It has a haunting, eerie quality that I quite enjoyed, and introduced me to a wonderful world of ley lines, magic and ancient kings.As usual, Stiefvater’s writing transports us to a forgotten corner of the world, where the supernatural comes out to play in weird and vivid ways. For a lot of the book I felt I was external to the action: instead of being embroiled in the adventure I was watching it from the outside, as though glass separated the characters from me. This is in no way a criticism – I feel the author must be commended to have so clearly depicted the bubble that Blue and the Raven Boys exist in: in this world, and yet not.Every single character is this book is dimensional and real and strangely incomplete. My favourite is Adam, who has a terrible home life but won’t accept help from his high rolling friends, fearing it’s too similar to charity. He wants to be his own man, and I admired him for it even as I wanted to slap him for not letting go of his pride. I liked Gansey as well, because he can’t help being rich, and he wants to achieve something in his life that is unconnected to his legacy of wealth, expensive cars and Ivy league schooling. He genuinely cares for his friends and puts a lot of pressure on himself to ensure their well-being and happiness. I feel Blue will be hard-pressed, in future books, to choose between these two great guys! But there is surprisingly little romance in this book (given the blurb), and the story rather focusses on the relationships the Raven boys have with one another, and cultivate with Blue.The story is best described as if seen through a curtain, which the author lifts slowly, rolling it back until we can see clearly. It’s not a straight journey: there are a lot of detours and flashbacks and meanderings that seem inconsequential, and a little self-indulgent, until the very end. I love how Stiefvater elected to show us the relationships between her characters rather than just tell us, and demonstrated their unwavering loyalty and trust through small gestures rather than the grandiose. The fantastical aspect of the book, centred on ley lines and their magic, is told in tandem with the personal stories of each of the Raven Boys: Gansey’s continuing disillusionment with the way his family lives, Ronan’s struggles to accept his father’s death and get along with his elder brother, Adam’s struggles to balance school and work and an abusive home life.A literary achievement, The Raven Boys is a must read for those who already admire Maggie Stiefvater’s work. This haunting tale of friendship, loyalty and sacrifice is not for everyone, especially those who like their stories straight forward and clear, but I think it will be greatly appreciated by patient readers. I can’t wait for the next book of the series, and look forward to reading Blue’s continuing adventures with the Raven boys.A copy of this book was provided by the publisher for review.You can read more of my reviews at Speculating on SpecFic.
  • (4/5)
    I thought this was going to be a book about a girl, her first love, and the kiss that would kill him. After all, that was the description. But, instead, it was about a girl and her fear of that kiss, a boy and his dream of finding a lost King, another boy and his ambition, another boy and his deep anger, and, finally, one more boy who was more and less than anyone suspected. It was about a family, no, two families. It was about Blue and her mother, aunts, cousins, and all the women who live in her house and all their different types of magic. And it was about the family Gansey made, with Adam, Ronan, and Noah; the family that Blue joined without even realizing it was happening.

    I dove into this book like I was following a ley line right alongside them. I wanted to see where it went; I wanted to find Owen Glendower. Mostly, I wanted to spend time with these characters.

    There's a huge emphasis on money in this book: who has it, who doesn't. It's almost overwhelming the way they talk about it. I kept wanting them to recognize that it was more than money issues, it was classism, but I think the author showed that even as her teenaged characters didn't outright speak about it. And it does make sense, as Gansey, Ronan, and Noah are wealthy private school boys, while Adam works three jobs to supplement his scholarship to the same private school, and Blue and her family are not well off. But I kept waiting for it to make *more* sense--to be a vital part of the story. Since it wasn't, it felt a bit much.

    Still, I loved this book. I'm here for the entire series.
  • (5/5)
    The Raven Boys by Maggie Stiefvater was a recommended read on some or other BookTube channel, and I thought: “Why not? It’s sounds like my type of book”, and golly gosh, was it ever?! The story started off a bit slow, which is understandable considering Stiefvater first needed to introduce us to the characters and whatnot, but when I finally got into the groove of things, it was a pleasant read. I love Maggie Stiefvater’s writer’s voice, I love the way the characters develop, and let me just say that I found the story to be quite unique. What I liked most was that although there’s a romance element in the book, it’s not overwhelming or corny. That’s a definite win for me.

    Usually, one would expect a YA book to be of a lesser quality, because let’s face it the YA genre is one of the most popular genres at the moment, but Stiefvater has a way of using each word to her advantage. The story is beautifully written, it flows well, and The Raven Boys’ pace is just wonderful. In other words, you won’t be disappointed in the writing. The story itself is gripping enough to keep you turning the pages, and let me just say that as soon as you’ve been introduced to the main players in the book, you’ll fall in love with them. Adam, Gansey, Noah, Ronan, and Blue, are so lovable! Not to mention, the psychic women living at 300 Fox Way …

    The Raven Boys is definitely worth a read, especially if you’re looking for something a bit different as far as plot-lines are concerned. The Welsh mythology is subtle, yes, but it’s woven into the rest of the story in such a way as to make it stand out without becoming a nuisance.

    In other words, I loved it!
  • (5/5)
    This book is absolutely amazing! A magical realism novel that I truly couldn't put it down!! Beautifully written and compelling, with memorable characters. I was completed invested in each of them!The story started out slowly, but then I couldn't stop reading. The Raven Boys is a book that deserves to be savoured, a lot more complex and mysterious than I thought it would be. It’s a unique story!The ending left me wanting so much more!!Seriously, I HIGHLY RECOMMEND this Series.
  • (3/5)
    Not sure yet what I think - as an audiobook, I'm having a little trouble keeping up which who is who and why... It's short and leads right into the Dream Thieves so I might as well keep going.
  • (5/5)
    First read in 2015, reread in 2018.Omg there is a reason this is my favorite YA series. The writing is incredible and so unique. The whole book is incredibly atmospheric and the writing is so lyrical. It’s the perfect feeing for a magical realism book. The second time I read it I listened to the audiobook, which really lets the beauty of the writing shine through. This is a series I know I will keep coming back to because I find something new and magical with each read but also because I feel like these characters are my friends and I miss them when we are apart for too long. All of the stars!
  • (5/5)
    Confession – this is the third time I’ve read The Raven Boys in less than two years. Obviously, I really love this book.Going in, I was dubious, mainly due to the misleading cover blurb which contains several phrases that tend to make me steer away from books:“Either you’re his true love… or you killed him.”“But Blue is drawn to Gansey, in a way she can’t entirely explain.”The words “true love” and “inexplicably drawn to” tend to make me drop books and run the opposite direction in fear of Twilight clones or insta love. Basically, it looked like all the other “star crossed true love” paranormal YA stories out there, which I generally detest. However, I’d previously enjoyed The Scorpio Races by Stiefvater, so was willing to give The Raven Boys a try.I am so glad I did.I often see The Raven Boys classified as paranormal romance, and I’d have to disagree with that. The plot actually focuses on ley lines and trees that speak in Latin and the hunt for an ancient Welsh king. While there is a romantic plot thread, it’s a minor one compared to all the other events and relationships in the book. Really, I think The Raven Boys is centered around the friendships of all these different, complex characters. Blue and the Raven Boys (Gansey, Adam, Ronan, and Noah) are obviously the crux of the book, but I found Blue’s family, the psychic ladies of 300 Fox Way, to be very entertaining as well.Gansey’s filled with a desperate desire to make his life worth something, which in turn fuels his desire to find the sleeping Welsh king, Glendower. He has the tendency to come across as callus or entitled (much to his distress), but he’s also deeply devoted to his friends and is constantly worrying about them. Possibly for this reason, the TV trope “Team Mom” fits him pretty well. Unfortunately, there’s not always much he can do to help his friends.“They were always walking away from him. But he never seemed able to walk away from them.”Ronan’s bitter and troubled, the student who’s always cutting class and on the verge of expulsion.“Gansey had once told Adam that he was afraid most people didn’t know how to handle Ronan. What he meant by this was that he was worried that one day someone would fall on Ronan and cut themselves.”I was worried that Ronan would fall into the stereotypical YA “bad boy” trap, but Maggie Stiefvater’s much too good of an author for that. The sequel, The Dream Thieves, put those fears to rest for good and made Ronan my favorite character.Adam’s a scholarship student from a poor and abusive background who has to work hard to have even a fraction of what the others take for granted. He’s determined to succeed on his own merits without being beholden to anyone, which can lead to conflict when Gansey tries to help him out.Noah, the last of the boys, is quiet and tends not to have much of an impression. But if you’re wondering why he’s included, just hang on for the first half and you’ll soon find out.What’s unusual about my complete love for the series is that female characters are not a big factor. Don’t get me wrong – Blue isn’t badly written or aggravating. She’s probably better than most other YA heroines, and I might like her a lot better in another book. It’s just that she’s outshone by Raven Boys. Analyzing it, I think it’s because, well, Blue has the best life and least conflicts and worries out of all of them. She also doesn’t seem to have any of the hidden depth that makes the others so appealing.Lastly in regards to characters, I love that Blue’s family plays a significant and sympathetic role in the book. It’s so different than how the typical YA story goes, and her mother and the other psychics have some truly hilarious moments.Before I wrap up this review, I have two farther points to make. Firstly, the writing is excellent, never clunky and sometimes beautiful. The scenes in Cabeswater are particularly enchanting. Secondly, the plotting is very twisty. By the end of the series, I’m betting that the plot line’s going to end up looking more like a Celtic knot. I love this, but other people may find it confusing or annoying.I have trouble thinking of a specific sort of person to recommend The Raven Boys to, mainly because of my desire to hand it enthusiastically to everyone I meet. But if you like YA fantasy set in the current day, you should really try this one. Even if you aren't a huge fan of the genre, you might want to give it a go anyway.Originally posted on The Illustrated Page.
  • (4/5)
    Accompanying her clairvoyant mother, Blue has never seen a spirit before – until Gansey. As someone who lacks the ability to see spirits, the only reasons for her to see Gansy are if he’s her true love or if she’s the one who will kill him. Determined to avoid either fate, Blue tries to avoid Gansy but is inexplicably drawn to help with a quest in which he’s involved.I didn’t love the narrator, whose voice was somewhat gravely and oddly accented. However, he did an impressive job of doing different voices for both guys and girls. He also did a good job doing accents for the appropriate characters.The characters were one of the better parts of the book and I get the feeling that the author had back stories for some of them that we’ll only learn about later. There was also a fascinating new mythology which I can’t wait to learn more about in future books. For all that I wanted to know more, however, I found the ending of this book pleasantly conclusive. There were a few loose ends and vague hints that are clearly going to play into the second book. But there is also an epic confrontation with a bad guy that I felt could have been the end to a standalone book. I think the writing was great, very descriptive, and I think it’s impressive that the writing was good enough for me to notice in an audiobook. I’ll definitely be searching out more of Maggie Stiefvater’s books in the future.This review first published on Doing Dewey.
  • (4/5)
    For more reviews, Cover Snark and more, visit A Reader of Fictions.Oh hey. So yeah. I did this thing. I read The Raven Boys. And I told absolutely no one. I almost accidentally blurted it out in chat a bunch of times. I also thought about instagramming myself reading over lunch and then realized I was reading The Raven Boys secretly, which I would no longer be post ill-considered Innstagram. However, I remained steadfast and secretive, even once I know, early on, that I was going to like the book. I wanted to be able to have only my thoughts in my head for this one, because there’s so much out there already and I didn’t want the hype to mess with my experience. Anyway, you guys win: The Raven Boys is fantastic.Sometime after Forever, Maggie Stiefvater grew into the sort of author whose books I can appreciate. I’m not saying her previous books are objectively terrible, because they’re not. They are, however, books I struggled through. I’d mostly given up on Stiefvater’s fiction ever being for me, despite the intriguing premises. But then everyone in the world said that The Raven Boys was so different and The Scorpio Races got a redesign with a cover so pretty I had to own it and Stiefvater released a book about Cole and Isabel. I already read Sinner and noted how different it was and The Raven Boys is similarly a step away from her first five novels. Where the first five have MCs I find, minus one, incredibly boring, The Raven Boys and Sinner are populated by characters of depth and quirk and pain.The characters didn’t charm me first, though. That was the writing. The Raven Boys is another of those books that should be used to beat down people who sneer at YA as being juvenile and poorly written. We all know they’re wrong of course, but they don’t…yet. If they ever read books like The Raven Boys, we’ll convert them, if they’re capable of being honest to themselves at all. Maggie’s writing is gorgeous and dreamy, in a way that perfectly matches the magical realism of the novel. There are so many quotable quotes that keeping track of all the good lines would fill a good deal of notebook.Precisely no one has shelved The Raven Boys as magical realism on Goodreads, which makes me wonder if I’m wrong. Maybe I shouldn’t own up to this in a review, because I feel like it could be embarrassing. Personally, I think The Raven Boys walks a line between paranormal and magical realism. I suspect it’s going to tilt on over in The Dream Thieves, but there’s something about the dreamy quality of it and the fact that the magic’s been lying dormant for so long people might not have realized the real world had magic that makes me say magical realism. Does it matter really? No. But I felt like rambling on about it. You’re welcome.I’d been warned that The Raven Boys was slow and might even be boring, perhaps because people wanted me prepared to not immediately dismiss the book. I didn’t find it to be so at all. It’s a long book, so it took some time to read, but I thought the pacing was good. The plot is a bit hazy at first, but at the end I was left superbly impressed with what had been accomplished. It’s unclear at times because you sort of spiral in on it and the mood is really important. It all just fits together really well, if that makes any damn sense.I’m sort of at a loss for quite what to say about the characters actually, though I’m sure I’ll get over that. To help me, let’s start with some hilarious misconceptions I got from the things I saw on Twitter or in chats with people who were talking about this series.I thought this series was about a girl named Blue who had three hot guy friends, two of whom are interested in her. Instead, there are four hot guy friends. HOW HAD I NEVER HEARD ABOUT NOAH?Because of all the love for Ronan and the spoiler I know about him, I was really shocked to actually meet him. Was not expecting him to be quite so punch-oriented. Again, I would have thought I’d have heard about that.NO ONE EVER MENTIONED CHAINSAW EITHER.I totally expected Adam to be similar to his namesake in Shatter Me, based on the dislike I see of him around the internet. He is not.Blue: I don’t have a great handle on Blue yet. I feel like there’s so much to come from her, like I can sense her coming evolution and character arc, so it’s almost like something’s missing. What I do like about Blue is that she simultaneously desperately wants romance and doesn’t, because dooming your true love with a kiss is way harsh Tai. Simultaneously, Blue does and doesn’t want to have the psychic abilities of her family. She’s like to be either normal or actually able to experience psychic visions herself. Maybe this is why I don’t have a hold on Blue? She hasn’t decided yet what she wants to be, just that she wants something. She herself doesn’t know who she is yet.Blue’s Family: Freaking fantastic. They’re strange and occasionally creepy, but I love this house of psychics. The dynamic reminds me a lot of that in Practical Magic. There’s a powerful sense of family and community and magic, but they’re also more friends than family members. Maura loves Blue and takes care of her, but she’s not remotely a traditional mother. Blue has as much say in her choices as Maura does. Actually more. I love non-traditional but functional families, and this ones if fabulous.Adam: Guys, he is so sweet. I know this book is heading for the good ship Gansey, but Adam’s really adorable too. This poor guy has such a shit life and is trying so hard to make his way out on his own two feet. Is it any wonder that he shies away from any sort of dependence when being a dependent has been so horrible? *hugs Adam* His crush on Blue is super cute, but admittedly I’m not exactly on this ship either because a) I don’t really see the chemistry and b) events.Gansey: He’s kind of an ass. Again, wasn’t really prepared for that. However, he’s an ass who’s really trying to quit being an ass and who has only the best of intentions. Basically, he’s incredibly socially awkward. What’s funny is that nobody really notices how awkward Gansey is because he’s so rich and attractive and intelligent. Everything he does seems intentional, but he’s constantly putting his foot in his mouth. Of course, he also calls Blue “Jane,” which is an intentional dick thing to do, but he is a Dick after all. Also, that makes them Dick and Jane, which hahahaha. Not actually on this ship either, because tragic and because I don’t really see the sparks here either yet. The book does say they’re coming, but I have to wait and see.Ronan: Ellis’ baby. Someone needs to get this kid some counseling. Gansey’s sort of his mother/psychiatrist/friend and he’s not exactly fit for this role, since he has his own host of issues. Their friendship is touching, as is any moment that Ronan opens up to Adam or Blue. Actually, all of these characters need big hugs. Can I hug all of them? Also, what’s up with Declan? And his dad? I MUST KNOW THINGS.Noah: Biggest hug of all for Noah. Poor Noah. You’re not as interesting as the other Raven Boys, but I accept you. I’m trying to decide if he has the saddest story and he just might. This character is such an enigma and I’m really curious as to how he’s going to further the plot down the road.There. My massive attempt to review The Raven Boys is over. The short version is that I thought it was incredible, but I also don’t have the feels. Hopefully, the feels will pile on top of me and destroy me utterly in The Dream Thieves.
  • (4/5)

    This and other reviews can be found on Reading Between Classes

    Cover Impressions: The cover image for The Raven Boys is really stunning. The beautiful blues, blacks and red work wonderfully with the eggshell background. Closer inspection of the raven reveals swirling brushstrokes that add depth and texture.

    The Gist: On a cold spring night, Blue stands in an abandoned church yard waiting for the parade of death to begin, not that she has ever seen anything. Blue is not a psychic, she serves more as a battery, enhancing the powers of those who already display abilities. But, on this night, everything changes. The face of a boy emerges from the darkness and gives her one name: Gansey.

    A member of the ultra elite Aglionby school, Gansey's balances the demands of his schooling with his passion for ley-lines and the search for a long lost king. When he crosses paths with Blue he and his friends, Adam, Ronan and Noah, finally start to see magic in the everyday and are sent on an adventure that will test their friendships and their dedication to the search.

    Review: The Raven Boys surprised me. I was not a fan of Maggie Stiefvater's Shiver series and I entered into this world with a little reluctance. Things did not start particularly strongly. I was not instantly enamored of any of the characters and I found the world building a little slow and difficult to follow. However, once the characters began to interact and made huge leaps in the progress of their search, I was completely drawn in.

    As I mentioned, I was not a huge fan of any of the characters. I found Gansey and Ronan rather difficult to like (both for very different reasons) and, while I liked Adam, I found his "I'm poor but I insist on fighting on my own for everything and not accepting a lick of help from the people who clearly care about me" attitude more annoying than endearing. I did enjoy Noah - though I would have liked to see him feature more and Blue was cute but I think her quirkiness could have been played up a little more. These initial impressions, however, may change as the series continues and more of the characterization is revealed.

    The true strength in this novel, lies in the world building and the plot advancement that occurs in the second half. Once the characters truly embarked upon their quest and started to uncover new mysteries I was thrust into the story and entangled with the magic of this new world. The woods becomes a whole other character, beautiful and enchanting one moment, tricky and fickle the next. For the first time in quite a long time, I found myself completely surprised by a particular plot twist and from that moment on, I was hooked.

    While there is nothing particularly racy about the plot of The Raven Boys, it does involve a smattering of swear words and an abusive situation that would make me recommend it for my older and more mature students.

    I will be anxiously awaiting the next installment in this series. Write fast, please, Mrs. Stiefvater.

    Teaching/Parental Notes:

    Age: 16 and up
    Gender: Both
    Sex: None
    Violence: Fist fighting, Gunplay, Physical Abuse, Murder by blunt forced trauma
    Inappropriate Language: Bitch, Fuck, Shit, Bastard, Jesus, Shit
    Substance Use/Abuse: Underage Drinking
  • (4/5)
    This book has been on my tbr (and on my kindle) for literally years... the library had an audio read by Will Patton, so I snatched it up and finished it in 2.5 days.I am really impressed with this book! I don’t know what I was expecting, but it wasn’t angsty, the mystery and paranormal is fun, and I liked the characters. I may actually read the rest of the series... since it’s also already on my kindle.
  • (2/5)
    I have been wanting to start this series for so long, but was worried I would not love it like everyone else. It is such a hyped series, and I did not want to be disappointed so I kept putting it off. I finally picked up book one.I read this in physical format until around 30%. I was getting bored and was having a hard time to getting through it, so I decided to put it on audiobook for the rest of the story.I really enjoyed the characters. I also liked the plot aspect of Blue going to kill her true love. I loved these parts, and wish the story focused more on this than on the ley lines. I did not like the ley lines storyline and I could not get into it at all. Since I could not connect to this side of the story, I found myself bored. As I listened to the audiobook, I also found myself checking out and not even paying attention. Overall, I am happy I finally read this but I just did not love this. I may continue on with the series (I have the audiobooks), but I would not purchase the rest of the series at this point.
  • (5/5)
    OH MY GOODNESSAKDLGKAJGOAJROTJLGJAFLG

    At night, Henrietta felt like magic, and at night, magic felt like it might be a terrible thing.
    Every time I read the description of this book, I was even more confused about what it was about. It came across as a ghost version of Twilight (and with Maggie Stiefvater's track record with Shiver, no wonder) but the constant hype surrounding it, even after all these years, finally won me over.

    The cover helped too.

    I LOVED THIS! The characters are all amazing, and even when a certain character's existence felt unnecessary at first, by the end they were properly justified and I felt an emotional connection to them. I LOVE the boys themselves. They're all such wonderful, well-rounded characters. I really liked Blue as well, and her wacky family stole my heart.

    Can we just talk about how Ronan--Ronan of all people; the scary angst king--is the mother of a baby raven? Because MY HEART CAN'T TAKE IT!

    "You're looking for a god. Didn't you suspect that there was also a devil?"
    The themes are amazing. The imagery is perfect. The intrigue and connections and mystery were masterful. This is spooky and heartfelt and real and magical. It's everything I didn't think it would be. I laughed, I cried, I had a good time.

    Thank you, Maggie Stiefvater. Thank you GR friends, for keeping this on my newsfeed.

    She recognized the strange happiness that came from loving something without knowing why you did, that strange happiness that was sometimes so big that it felt like sadness. It was the way she felt when she looked at the stars.
  • (5/5)
    I just randomly decided to read this and I'm very happy I did. It was fantastic, an unexpected new favorite. I thought the writing strange at first, not in a bad way, it was a little different for me, I had to re-read a paragraph or two at first to get accustomed to it. Wasn't sure if I was grasping what I read but I thought it was very interesting and refreshing.

    The best things about this book are the wonderfully created characters. I loved Blue, she is eccentric and eclectic, I don't think she has a shallow bone in her body, even if she was insecure about her looks or style I would still consider that a teetering on shallow. Blue was the opposite, she doesn't seem to worry about what others think of her shabby chic style or what they think of her. Blue's home life is as eccentric as she herself and definitely makes her unique but doesn't define her.

    And the Raven boys, Gansey, Adam, Ronan, and Noah, not what I would have expected of privileged boys attending a so-called pre-Ivy League all boys high school. While most of these boys are privileged, and it comes out sometimes, as you get to know them you realize that no offense should be taken and that what you see is what you get. They all have some kind of personal baggage that rears it's ugly head at times but that flawed quality just make them seem more real. Gansey, privileged as heck but doesn't wear it on his sleeves. Cares a lot about his friends and tends to get himself in trouble when he speaks. His entitled upbringing is always on the tip of his tongue in an accidental or unknowing way. Adam, far from privileged, is desperate to be seen as an equal in the eyes of his friends, doesn't freeload and feels stuck in a bad situation. Ronan, secrets keeps him angry, distant and untrustworthy of others. Noah, always seems to know things the others don't know, the most secretive but most lovable one of the group.

    As for the story, I like the originality, yes psychics, but no vampires, werewolves, or demons, except maybe a villain or two. Blue didn't plan on having anything to do with the boys from Aglionby private school, she didn't plan on having anything to do with boys period. Blue made judgement's about the boys that attend Aglionby but then she finds out her future is possibly linked to a boy from said school. Blue and the Raven boys lives become entwined when they come together for a common goal. The story kept growing and new revelations and secrets appear making it more exciting and intriguing.
  • (4/5)
    i love my sweet children, Blue, Noah, Ronan, Adam and uh *stares at smudged writing on my hand* Garfunkel
  • (4/5)


    The Raven Boys

    by Maggie Stiefvater

    I'd give this one 4 ley lines out of 5.



    There really is a lot to say about Maggie Stiefvater's Raven Boys. The first thing is, I suppose, that I listened to the audiobook version narrated by Will Patton. I must say that Patton was absolutely captivating. I felt like I was listening to Stephen King, which only added to the ambiance of this book palpable book. In short, Stiefvater's writing is something akin to hypnosis. Her diction is beautiful, and practical, and I really enjoyed the rhythm to her writing. She lulls you in.

    The book cover

    The cover to the book is beautiful, and subtle in its simplicity. After having read the book, I realize there is more to the cover than I thought at first glance.

    Plot

    When I first read about this book, I got the impression that there was a strong romantic theme in the book, and while that is present, and in a way, central to the plot of this series, the book ended up being so much more. it was central to the plot, it wasn't overbearing. The plot that came forward

    There is a real palpability to the ambiance. The setting is magical, the group of raven boys is mysterious, and the other psychic and witch-like characters just create a mystical world that I really enjoyed.

    Blue lives with her mother, and other relatives - all psychics except for Blue. Blue, however, has another gift. She amplifies energy. This comes in handy for the psychics as they doing readings and other magical activity. When Blue is asked to go listen to the names of the dead on St. Mark's Eve, she meets a boy who hasn't died yet. She learns that this could only be possible because of one of two reasons. 1) She met her true love, or 2) she be the cause of that boy's death.

    From there the plot continues to build to a boil as she meets various boys in town, and eventually this group of Aglionby boys (the Raven Boys) of which one of them is the boy that she saw in spirit. As they all come to know each other, many dark layers of the plot are revealed cleverly. The books is fairly unpredictable. There are great twists and reveals that are super satisfying. There is even a very nice twist/tease at the end of the book that I had to do some research on to make sure I understood it properly. Nicely done, Maggie.

    Setting

    The settings were kept to a minimum, which I liked. All were important to the plot, or to the characters. They were described luxuriously, when the flow of the story called for it, or expressly and as needed as well.

    Cafes, graveyards, forests, ley lines etc., and keeping the school stuff to a minimum. I liked this approach.

    Characters

    The characters were great. Each one was developed in a nice flow with the story. There is a lot of internal conflict, and angst, but not in the teenager lovy dovy way. I like how the author kept that to the bare minimum. There are hidden feelings, family and supernatural conflicts, and everything inbetween.

    Summary

    If you like a good, character-driven story that is light on the romance, and heavy on the darker side of the supernatural, then you'll surely enjoy the magic woven into every word of The Raven Boys.

    *Note: there is some language in this book.











  • (4/5)
    In the Raven Boys, Blue is the daughter of a psychic and lives with many other psychics, but does not possess the ability, but enhances other people's ability by letting the paranormal use her energy. She has been told from a young age by multiple psychics that her true love that she kisses will die, leading her to avoid men and relationships all together to spare someones life. One night Blue sees a spirit. The Raven Boys are part of a pretensions school, Gansey has been obsessed with ley lines and finding Glendower and with the help of his friends, Adam, Ronan, and Noah they have been coming up with new ideas and theories without coming close to finding them. With Blue's help and her energy the Raven Boys have a much better chance at finding the ley line.

    It took me a while to fully get into Raven Boys. About half the story is building of relationships, characters, and the paranormal aspects. This is definitely needed for world building, but it can be a bit slow to read, but after half way though I was completely hooked. I was a bit hesitant about the characters thinking, oh another loner, special high school girl making friends with the rich boys, that's NEVER been done. It's been done to death, but really it plays a small role, it's more of a character trait that the boys go to a rich school and there's issues that arise from it, but are really going to lead to bigger problems I feel in the series and it adds context to certain relationships. The story is intricate with multiple layers of plot with different characters, Maggie does a really good job of keeping it focused and understandable, which makes the big AHA moments really intense.
  • (5/5)
    This book is a fantasy-magic-ya delight. It's the story of Blue Sargent who lives in Henrietta, Virginia. She is the one non-psychic in a family/house full of psychics; however, she does have her own special talent. Blue is a magical amplifier. When she is around magical things/events become stronger. For the majority of her 16 years, Blue has been told that kissing her true love will kill him. So naturally, she's sworn off boys--especially boys from Aglionby Academy, the local private all-boys school. It's where all of the ridiculously rich families send their sons. In Blue's experience the students of Aglionby are rich, entitled brats, and it's just smart--logical-- to steer clear of them.That is until Blue has her first psychic experience. During a yearly family custom in which they sit in an old church yard and take down the names of the spirits who will die within the next year, Blue sees a spirit. It is the spirit of a boy and Blue learns that she has seen him because he will either die by her hands...or he's her one true love.Enter the Raven Boys, Gansey, Ronan, Adam, and Noah. They are on a search to find the local ley lines in order to help them find and ancient Welsh king, Glendower, also called The Raven King. The group is drawn together in the quest to find the ley lines, wake them up, and eventually find the Raven King. But they aren't the only ones on this quest. It becomes a race to be the first to find the heart of the ley lines and perform the ritual to wake it up. And throughout, Blue is determined not to fall in love with any of her Raven Boys.There is magic, lies, betrayal, murder...everything you need in a good book. I loved the story and the characters. It was well paced and kept me interested all throughout.
  • (5/5)
    Loved, loved, loved this book! Blue is a charmingly adorable character who I instantly liked. I even really enjoyed Gansey's quirky self. Can't wait to read the next book!
  • (3/5)
    Not normally my style of YA. It is a testament to the writer's skill that I finished it. The last few chapters even made me want to read the next one.

  • (5/5)
    A wildly different style from All The Crooked Saints, The Raven Boys (The Raven Cycle #1) is utterly amazing. The Characters are all individual, have their own quirks, and are whole.
    The story is good too, but my favorite characters are Blue, and Ronan.
  • (5/5)
    So glad I picked up this book after literally years of my best friend telling me to! Had a hard time with the beginning of the book, as it felt very cliche, and lately I have had little patience for typical YA tropes. That being said, I was sucked in ny around page 60 and flew through it. I look forward to reading the next books!
  • (4/5)
    it's kind of a dumb ya romance and all.. but dammit there were things i DID NOT see coming and now i have to read the next one.
  • (4/5)
    Fun angsty YA fantasy. Brain candy. I really like Blue and she's what's keeping me reading, as well as being somewhat invested in the outcome.
  • (5/5)
    I love the way Stiefvater has woven together the various threads of this story, the subtle way that things are worked towards and foreshadowed. I also was fascinated that such a small section of the story was resolved - some of the details that I expected to be central to the plot are possibly going to be relevant to the later books, which makes me hopeful that the next book will be as strong.
  • (4/5)
    It took me a little bit to get into the swing of this one (partly because I had to put it down for about a week to read for book club and partly, I think, because I sometimes missed the transition among various characters' points of view at the beginnings of chapters), but once I did, I really enjoyed it. Steifvater does the relationships between and among her characters so well, and I am intrigued by just what the heck is going on. If I had any quibbles, it would be maybe that all the various characters what live at Blue's house are not necessarily super distinct in my mind and that I thought the end was a tiny bit abrupt, but really I mostly am just looking forward to getting into the next one soon.
  • (5/5)
    When I saw Ameriie tout this as one of her favorite series I decided to give it a shot without reading a single synopsis and I'm happy I didn't. So much happens in this book that its difficult for me to decide whats my favorite part. It's terrifying and magical all at once and I feel immensely invested in the characters - especially Blue and Gansey. I picked up the second book before finishing the first because I HAVE to know what happens next.
  • (4/5)
    Upon reading this book, I have to say it felt like the opposite of how I felt when I got married to my ex. I started this book, expecting to really dislike it, but I found that I rather enjoyed it. It has this mix of mystery and paranormal elements that really worked for me.

    This is essentially about a girl named Blue, who lives in a house of psychics, with her mother (also a psychic). She has always been told not to kiss her true love because it would kill him and has abided by that by avoiding boys and love at all costs. On one particular evening, she sees a spirit for the first time during a time where psychics are known to speak with spirits that are soon to be dead. Her vision is a boy around her age and he is to be dead within a year. Thus begins a story of intrigue and mystery, where you are given various perspectives and plot twists involving ghosts, family drama, and even murder.

    I was skeptic going into this book and I am proud to say I am a fan. I can't wait to pick up the next one and get more into the series.
  • (4/5)
    I started to read this book once and then about 15% of the way DNF'd it and didn't really think about it again, but my best friend told me to pick it back up again and read it. Since I trust her opinions I did that. While the writing wasn't bad and the characters were likeable (most of them anyway), I feel like this book just took me so, so, so long to read. The story telling is beautiful though and it does leave you wanting more. I'm pretty sure I'll continue with this series at some point. I would recommend this book, just make sure you set a lot of time aside. 4 out of 5 stars.
  • (4/5)
    Dang, but Stiefvater can write. This is an incredibly fast read with a fantastic cast of characters and some downright creepy gothic vibes. I wouldn't mind reading more of this series.