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Erste Hilfe für meine Katze: Was man für den Notfall wissen muss
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Erste Hilfe für meine Katze: Was man für den Notfall wissen muss
eBook225 Seiten1 Stunde

Erste Hilfe für meine Katze: Was man für den Notfall wissen muss

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Über dieses E-Book

Katzen haben zwar sprichwörtliche sieben Leben und fallen immer auf die Pfoten. Doch natürlich geraten auch sie mitunter in lebensbedrohliche Situationen, die sofortiges Eingreifen erfordern. Dieses Buch kann dazu beitragen, Katzenleben zu retten: Katzentierarzt Dr. Michael Streicher hat alle wichtigen Informationen für den Katzenhalter zusammengetragen, damit dieser in einer Notfallsituation schnelle und richtige Erste Hilfe leisten kann. Ziel ist nicht, den Tierarztbesuch zu ersetzen, sondern die richtigen Handgriffe und Maßnahmen zu kennen, damit die verletzte oder akut erkrankte Katze optimal in der Tierarztpraxis weiterbehandelt werden kann. Der Autor möchte auch der Gefahr entgegenwirken, dass Katzenhalter mit gefährlichem Halbwissen ihrem Tier möglicherweise schaden, weil sie falsche Maßnahmen ergreifen oder in Notfällen versuchen, mit Hausmitteln eine Genesung herbeizuführen. In sehr übersichtlicher Aufmachung vermittelt das Buch alles, was der Katzenhalter über akute Notfälle und seine Rolle als Ersthelfer wissen muss.
SpracheDeutsch
HerausgeberCadmos Verlag
Erscheinungsdatum4. Juni 2015
ISBN9783840463112
Erste Hilfe für meine Katze: Was man für den Notfall wissen muss
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    Buchvorschau

    Erste Hilfe für meine Katze - Michael Streicher

    2011

    Kranke KATZE – was tun?

    Der Notfall: Jeder fürchtet ihn, und dennoch können wir alle einmal betroffen sein. Das gilt auch für Katzen, die uns leider nicht sagen können, wie schwer sie erkrankt sind. Deshalb müssen wir lernen, die Symptome richtig zu deuten und entsprechend zu reagieren. Hinzu kommen viele ganz grundlegende Fragen: Wie transportiere ich eine kranke Katze? An welchen Tierarzt kann ich mich nachts oder am Wochenende wenden? Es ist gut, Antworten auf diese Fragen schon im Vorfeld zu kennen.

    Wenn verfügbar, können dicke Handschuhe einen guten, aber nicht hundertprozentigen Schutz vor den spitzen Zähnen und Krallen einer schmerzgeplagten und panischen Katze bieten.

    Vorsicht, Wildtier!

    Eine Katze mit Schmerzen oder in Panik reagiert anders, als Sie es von ihr gewohnt sind. Manche Katzen lassen sich dann auch von den ihnen vertrauten Personen nicht mehr anfassen. Es ist zwar selten, aber es passiert dennoch immer wieder, dass Katzenhalter von ihren eigenen Katzen durch Bisse schwer verletzt werden. Die entstehenden Wunden entzünden sich leider leicht, sodass es zu weitreichenden Komplikationen bis hin zu Gliedmaßenamputationen kommen kann.

    Reden Sie Ihrer Katze im Falle einer Verletzung beruhigend zu. Sollte sie sich bei Annäherung zur Wehr setzen, müssen Sie versuchen, sie in eine Decke oder ein großes Handtuch zu wickeln. Die Decke hat den Sinn, dass Sie nicht verletzt werden und Sie die Katze gut festhalten können. Tragen Sie gegebenenfalls dicke Arbeitshandschuhe, um Ihre Hände zu schützen.

    Für einen sicheren Transport zum Tierarzt muss die Katze in eine Transportkiste. Wählen Sie bitte keine Transportkörbe aus Weidenstangen. Diese Körbe haben eine kleine runde Öffnung, durch die Sie die Katze noch problemlos in den Korb legen können. Beim Tierarzt aber kann sich die Katze heftig gegen das Herausholen zur Wehr setzen – so entschieden, dass am Ende nur das Zerschneiden des Korbes bleibt, um an die Katze heranzukommen. Mehr zum Thema Transport steht auf Seite 14.

    Untersuchung zu Hause

    Eine Katze, die Erste Hilfe benötigt, lässt sich sehr oft nur eingeschränkt untersuchen. Schwer verletzte Katzen können meist erst in Narkose adäquat untersucht werden. Deshalb ist es für Sie als Katzenhalter entscheidend, die Notsituation schnell zu beurteilen, um dann entsprechend reagieren zu können oder umgehend einen Tierarzt aufzusuchen. Halten Sie immer ein Erste-Hilfe-Set (siehe Seite 61) für die Katze bereit, damit Sie ohne großen Zeitverlust Hilfe leisten können. Fragen Sie bei Ihrem Tierarzt nach, ob er Kurse zum Thema Erste Hilfe beim Haustier anbietet.

    Gerade bei kranken Katzen mit Schmerzen ist es wichtig, sie richtig anzuheben, wie auf diesem Bild zu sehen ist.

    Falls Ihre Katze Abwehrbewegungen zeigt und eine Erstversorgung nicht zulässt, fahren Sie so schnell wie möglich mit ihr zu Ihrem Tierarzt. Dies gilt zum Beispiel auch, wenn Sie kein Blut sehen können: Ihrer Katze ist nicht geholfen, wenn Sie beim Versuch, einen Verband anzulegen, ohnmächtig werden.

    Wohin im Notfall?

    In Ihrer Tierarztpraxis bekommen Sie, wenn Notdienste angeboten werden, eine Telefonnummer, unter der Sie den diensthabenden Tierarzt erreichen können. Notieren Sie sich diese Nummer und platzieren Sie den Zettel so, dass Sie ihn in der Nähe des Telefons schnell finden können. Oder speichern Sie die Nummer direkt in Ihrem Telefon. Bevor Sie mit einem Notfall in die Praxis fahren, sollten Sie sich vergewissern, dass der Tierarzt dort ist. In den meisten Fällen sind Praxen nicht ständig besetzt. In tierärztlichen Kliniken ist das anders. Dort ist immer jemand vor Ort, der Ihnen in einer Notsituation helfend zur Seite steht. Dennoch sollten Sie auch vor der Fahrt in eine Klinik dort anrufen, um Wartezeiten zu vermeiden, wenn der Tierarzt zum Beispiel gerade eine Operation durchführt. Sollte Ihr Tierarzt keinen Notdienst anbieten, lassen Sie sich von ihm zwei Kliniken in der näheren Umgebung empfehlen.

    Solche Transportkörbe sind nicht gut geeignet, da es kaum möglich ist, eine sich weigernde Katze aus ihnen herauszubekommen.

    In einigen Städten Deutschlands gibt es eine Tierrettung, die – ähnlich wie der Rettungswagen beim Menschen – im Notfall zu Ihnen kommt. Dieser Service gehört aber momentan noch zu den Ausnahmen. Ob Ihr eigener Tierarzt nachts zu Ihnen nach Hause kommt, hängt von ihm ab. Einige Kollegen sind 24 Stunden unermüdlich für die Patienten im Einsatz, andere verweisen auf umliegende Kliniken. Wer Wert auf einen immer einsatzbereiten Tierarzt legt, sollte dies bei der Wahl seines Haustierarztes berücksichtigen. Die Möglichkeiten der Notfallbehandlung bei Ihnen zu Hause sind sicherlich sehr eingeschränkt, sodass die Weiterbehandlung nach der Erstuntersuchung nur in einer tierärztlichen Einrichtung fortgeführt werden kann.

    Was kostet der Tierarztbesuch?

    Tierärzte berechnen ihre Leistungen nach der Gebührenordnung für Tierärzte (GOT), die zum Beispiel über die Internetseite des Tierärzteverbands (www.tieraerzteverband.de) einsehbar ist. Im Notdienst wird ein erhöhter Gebührensatz berechnet, der das Dreifache des einfachen Satzes nur in Ausnahmefällen überschreiten darf. Fragen Sie vor der Behandlung nach einem Kostenvoranschlag, um spätere Auseinandersetzungen wegen der Kosten zu umgehen. Einige Tierärzte lassen sich vor Behandlungsbeginn unterschreiben, dass der Tierhalter über die möglichen anfallenden Kosten informiert wurde. Zahlungsschwierigkeiten sollten vor der Behandlung angesprochen werden. Bei entsprechender Begründung wird der Tierarzt zum Beispiel einer Ratenzahlung zustimmen.

    Allerdings muss auch ein Tierarzt seine laufenden Kosten decken und ist auf die unmittelbare Bezahlung seiner Leistung angewiesen. Insbesondere wenn Sie ein noch nicht bekannter Kunde sind, wird der Tierarzt die Bezahlung seiner Rechnung direkt nach der Behandlung verlangen. Nach Notfallbehandlungen muss die Katze ohnehin meist eine Weile zur Beobachtung in der Praxis bleiben, sodass der Besitzer bis zur Abholung noch die Möglichkeit hat, zum Beispiel seine vergessene Geldbörse mitzubringen.

    Eine Krankenversicherung für die Katze?

    Einige Versicherer in Deutschland bieten spezielle Tierarzt-, OP- oder Unfallversicherungen für Katzen an. In manchen Fällen kann nur dank einer Versicherung eine kostenintensive Behandlung durchgeführt werden. Bei Interesse sollte man bei verschiedenen Versicherungen Angebote einholen und die Tarife und Leistungen vergleichen.

    Transport zum Tierarzt

    Nach Paragraf 23 der Straßenverkehrsordnung sind Sie als Katzenhalter dafür verantwortlich, dass Ihre Sicherheit, die Sicht und das Gehör auf dem Weg zum Tierarzt nicht durch Ihre Katze beeinträchtigt werden. Jede Katze muss in einer Transportkiste transportiert werden. Hierbei geht es nach der Straßenverkehrsordnung vordergründig um Ihre eigene Sicherheit, aber auch die Katze ist im Falle eines Unfalls geschützt. Achten Sie beim Kauf einer Katzentransportkiste darauf, dass diese nach ECE-R17 oder DIN-75410-2 getestet ist.

    Ein stabiler Kunststoffkorb, der nicht nur vorn eine Tür hat, sondern notfalls auch komplett von oben zu öffnen ist, hat sich für den Transport von Katzen bewährt. Er wird auf dem Autositz angeschnallt oder in den Fußraum gestellt.

    Der sicherste Platz für die Katzentransportkiste ist im Fußraum hinter dem Beifahrersitz. Alternativ können Sie die Kiste auf dem Beifahreroder Rücksitz anschnallen, indem Sie den Gurt durch den Griff ziehen. Nach Paragraf 1 der Straßenverkehrsverordnung hat sich jeder Verkehrsteilnehmer so zu verhalten, dass kein anderer geschädigt, gefährdet oder mehr als nach den Umständen vermeidbar behindert oder belästigt wird. Von der Straßenverkehrsordnung sind Fahrzeuge des Rettungsdienstes befreit, wenn es darum geht, Menschenleben zu retten oder schwere gesundheitliche Schäden abzuwenden. Bei Notfällen mit Ihrer Katze müssen Sie sich trotz eines Notfalls an die Verkehrsordnung halten.

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