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Dead Aid: Warum Entwicklungshilfe nicht funktioniert und was Afrika besser machen kann

Dead Aid: Warum Entwicklungshilfe nicht funktioniert und was Afrika besser machen kann

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Dead Aid: Warum Entwicklungshilfe nicht funktioniert und was Afrika besser machen kann

Bewertungen:
3/5 (83 Bewertungen)
Länge:
286 Seiten
4 Stunden
Freigegeben:
Mar 8, 2014
ISBN:
9783942989718
Format:
Buch

Beschreibung

Afrika ist ein armer Kontinent. Ein Kontinent voller Hunger, blutiger Konflikte, gescheiterter Staaten, voller Korruption und Elend. Um zu helfen, adoptieren Prominente afrikanische Halbwaisen und flanieren durch Flüchtlingslager, laden die Gutmenschen unter den Popstars zu Benefiz-Konzerten, und westliche Staaten haben in den letzten 50 Jahren eine Billion Dollar an afrikanische Regierungen gezahlt. Aber trotz Jahrzehnten von billigen Darlehen, nicht rückzahlbaren Krediten, Schuldenerlassen, bilateraler und multilateraler Hilfe steht Afrika schlimmer da als je zuvor.

Mit Dead Aid hat Dambisa Moyo ein provokatives Plädoyer gegen Entwicklungshilfe und für Afrika geschrieben. Knapp, faktenreich und zwingend legt sie ihre Argumente dar. Entwicklungshilfe, im Sinne von Geld-Transfers zwischen Regierungen, macht abhängig. Sie zementiert die bestehenden Gegebenheiten, fördert Korruption und finanziert sogar Kriege. Sie zerstört jeden Anreiz, gut zu wirtschaften und die Volkswirtschaft anzukurbeln. Entwicklungshilfe zu beziehen ist einfacher, als ein Land zu sanieren.

Im Gegensatz zu Bono und Bob Geldoff weiß Moyo, wovon sie spricht. Die in Sambia geborene und aufgewachsene Harvard-Ökonomin arbeitete jahrelang für die Weltbank. In Dead Aid erklärt sie nicht nur, was die negativen Folgen von Entwicklungshilfe sind und warum China für Afrika eine Lösung und nicht Teil des Problems ist; sie entwirft zudem einen Weg, wie sich Afrika aus eigener Kraft und selbstbestimmt entwickeln kann.

In den USA und Großbritannien löste Dead Aid eine hitzige Debatte aus. Es stand mehrere Wochen auf der New York Times Bestsellerliste und wurde vom Sunday Herald zum Buch des Jahres gewählt.

Das Time Magazine wählte Dambisa Moyo 2009 zu einer der 100 wichtigsten Persönlichkeiten der Welt.
Freigegeben:
Mar 8, 2014
ISBN:
9783942989718
Format:
Buch

Über den Autor


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Buchvorschau

Dead Aid - Dambisa Moyo

Unabhängigkeit.

TEIL 1:

Die Welt der Entwicklungshilfe

Kapitel 1: Mythos Entwicklungshilfe

Die Lage in Afrika

Noch vor einem Jahrzehnt drängte sich beim Stichwort »Afrika« ein weitgehend trostloses Bild auf. Die wirtschaftlichen Aussichten waren düster, despotische Regime an der Tagesordnung, die Korruption grassierte, das soziale Kapital war aufgezehrt, und die Infrastruktur lag in Trümmern. Der Schwarze Kontinent galt als Kontinent der Hoffnungslosigkeit.

Doch im ersten Jahrzehnt des neuen Jahrtausends ist es zu Entwicklungen gekommen, die ein wenig hoffen lassen. Viele afrikanische Volkswirtschaften können jährliche Wachstumsraten um die fünf Prozent vorweisen, und immer mehr Länder werden mittlerweile demokratisch regiert.

Drei Faktoren sind für diesen Aufschwung verantwortlich.

Erstens hat in den letzten Jahren der Anstieg der Rohstoffpreise – Öl, Kupfer, Gold und Nahrungsmittel – die afrikanische Exportwirtschaft angetrieben und die entsprechenden Einkünfte steigen lassen. Zweitens haben afrikanische Länder in Folge der marktwirtschaftlichen Reformen der späten 80er Jahre von einer positiven politischen Dividende profitiert, in -dem sich seither ihre makroökonomischen Fundamentaldaten verbessert haben (steigendes Wachstum, sinkende Inflation, eine transparentere, umsichtigere und stabilere Geld- und Steuerpolitik). Trotz aller negativen Schlagzeilen hat es in einigen Ländern bemerkenswerte Verbesserungen der sozialen Indikatoren gegeben. So ist etwa in Kenia die HIV-Infektionsrate von 15 Prozent im Jahr 2001 auf sechs Prozent Ende 2006 gesunken. Und drittens hat sich die politische Landschaft Afrikas insgesamt positiv entwickelt, und das nicht nur auf dem Papier. Beispielsweise finden in der Hälfte der 48 subsaharischen Staaten Afrikas regelmäßig demokratische Wahlen statt, die als fair und frei bezeichnet werden können. Demokratische Wahlen sowie der Rückgang augenfälliger Korruption weisen u. a. in Angola, Ghana, Senegal, Tansania, Uganda und sogar in Nigeria auf ein deutlich verbessertes Investitionsklima hin.

Wer nur den Schlagzeilen glaubt und sich von überkommenen Vorurteilen beeinflussen lässt, dem dürfte wahrscheinlich der bedeutende Fortschritt in der Finanzentwicklung des Kontinents entgangen sein.

Die Johannesburger Börse – die älteste des subsaharischen Afrikas – wurde bereits 1887 gegründet. Ihr folgten 1896 die Bulawayo Exchange in der damaligen Kolonie Rhodesien und 1910 die Börse im damaligen Deutsch-Südwestafrika, dem heutigen Namibia. Heute rühmen sich 16 afrikanische Staaten funktionierender und transparenter Aktienmärkte (Botswana, Kamerun, Ghana, Kenia, Malawi, Mauritius, Mosambik, Namibia, Nigeria, Südafrika, Swasiland, Ruanda, Tansania, Uganda, Sambia und Simbabwe). Die Börsenwerte der hier notierten Unternehmen beliefen sich im Jahr 2008 auf ungefähr 200 Milliarden US-Dollar (ohne Südafrika). Das entsprach etwa der Hälfte des Bruttoinlandsprodukts (BIP) des gesamten Teilkontinents.

Zwar ist die Liquidität der Aktienmärkte an den meisten afrikanischen Börsen mit einer Umschlagsquote von sechs Prozent im Jahr 2008 nach wie vor relativ gering (in Schwellenländern wie Brasilien, Russland, Indien und China liegt der Durchschnittswert bei 85 Prozent), doch wuchsen die Umsätze zwischen 2005 und 2006 um mehr als 50 Prozent. Wenn nichts Gegenläufiges passiert, wird sich diese Tendenz in nächster Zeit weiter fortsetzen.¹

In drei der letzten fünf Jahre gehörten die afrikanischen Börsen zu den besten Anlagemärkten mit durchschnittlichen Kursgewinnen von über 40 Prozent. Das sambische Agrarunternehmen ZamBeef Products (einer der größten afrikanischen Anbieter von Eiern, Rindfleisch-, Hühnerfleisch- und Milchprodukten) verzeichnete 2007 eine preisbereinigte Rendite von 150 Prozent. Der nigerianische Banksektor legte zwischen 2005 und 2008 um 300 Prozent zu.

Auch die Ergebnisse der afrikanischen Rentenmärkte sind beeindruckend. Nationale Schuldverschreibungen brachten den Investoren 15 Prozent im Jahr 2006 und 18 Prozent 2007. In den letzten fünf Jahren fielen die Risikoprämien für afrikanische Staatsanleihen auf durchschnittlich 250 Basispunkte. Und außerbörsliche Investitionen in Afrika haben sich ebenfalls ordentlich rentiert, mit angeblich 30 Prozent über die letzten zehn Jahre.

Doch jenseits dieser bedeutsamen aktuellen Fortschritte in der wirtschaftlichen und politischen Landschaft ist das Gesamtbild der Entwicklung in Afrika weiterhin problematisch.

Mit einem durchschnittlichen Pro-Kopf-Einkommen von knapp einem Dollar pro Tag ist Schwarzafrika immer noch die ärmste Region der Welt. Das reale Pro-Kopf-Einkommen liegt in vielen subsaharischen Ländern heute sogar niedriger als in den 70er Jahren. Nirgendwo ist der Anteil der Armen so hoch wie hier, und die 350 Millionen Afrikaner, die am Rande des Existenzminimums leben, stellen gut 50 Prozent aller Armen weltweit. 1990 waren es nur 20 Prozent, und 2015 werden es, einer Prognose des Human Development Report der Vereinten Nationen zufolge, immer noch ein Drittel sein. Und während rund um den Globus nach 1980 der Anteil der Menschen in extremer Armut gesunken ist, ist er im subsaharischen Afrika weiter angestiegen. Zwischen 1981 und 2002 hat sich die Anzahl der Armen auf dem Kontinent fast verdoppelt, wodurch der Durchschnittsafrikaner heute ärmer ist als zwei Jahrzehnte zuvor.

Die Lebenserwartung stagniert bestenfalls, teils sinkt sie auch. Während sie in allen anderen Kontinenten bei mindestens 60 Jahren liegt, sind es in Afrika aktuell nur 50 Jahre. In manchen Ländern ist sie sogar auf den Stand der 50er Jahre zurückgefallen (in Swasiland beträgt sie armselige 30 Jahre). Die abnehmende Lebenserwartung ist vor allem auf die HIV-/ Aids-Pandemie zurückzuführen. Von sieben afrikanischen Kindern stirbt eines vor dem fünften Lebensjahr.² Das ist eine bedrückende Quote und deshalb besonders gravierend, weil die afrikanische Bevölkerung (wie die in vielen anderen Entwicklungsregionen der Welt) sehr jung ist. Ungefähr 50 Prozent sind jünger als 15 Jahre.

Die Lese- und Schreibfähigkeit der Erwachsenen ist in den meisten afrikanischen Ländern wieder unter das Niveau von vor 1980 gesunken. Die niedrige Alphabetisierungsrate, die prekären Gesundheitsindikatoren (Malaria und durch verunreinigtes Wasser übertragene Krankheiten wie Bilharziose und Cholera) und die Einkommensunterschiede sind insgesamt besorgniserregend. Und auch bei anderen wichtigen Indikatoren ist der Trend negativ: Afrika nimmt an den Fortschritten, die sich weltweit verzeichnen lassen, nur unzureichend teil. Die ökonomischen Wachstumsraten lagen in den vergangenen Jahren durchschnittlich bei fünf Prozent pro Jahr, aber nötig wären sieben Prozent, um substanzielle Erfolge bei der Armutsbekämpfung zu erzielen.³

Nur die Hälfte des afrikanischen Kontinents wird demokratisch regiert. Der Demokratieindex Polity IV des Center for Systemic Peace an der Colorado State University, der alljährlich über die Regimecharakteristika von mehr als 150 Staaten informiert⁴, weist für Afrika mindestens elf autokratische Regime aus (Republik Kongo, Äquatorialguinea, Eritrea, Ga bun, Gambia, Mauretanien, Ruanda, Sudan, Swasiland, Ugan da und Simbabwe). Zwei afrikanische Staatsoberhäupter (José Eduardo dos Santos in Angola und Teodoro Obiang in Äquatorialguinea) sind seit den 70er Jahren an der Macht. Omar Bongo Ondimba brachte es als Präsident von Gabun bis 2009 sogar auf mehr als 41 Amtsjahre. Fünf weitere Präsidenten regieren bereits seit den 80er Jahren (Blaise Compaoré in Burkina Faso, Paulo Biya in Kamerun, Sékouba Konaté in Guinea, Yoweri Museveni in Uganda und Robert Mugabe in Simbabwe). Seit 1996 kam es in elf Ländern zu Bürgerkriegen (Angola, Burundi, Tschad, Demokratische Republik Kongo, Republik Kongo, Guinea-Bissau, Liberia, Ruanda, Sierra Leone, Sudan und Uganda).⁵ Der Global Peace Index, herausgegeben von einem internationalen Gremium von Friedensforschern, rechnete im Mai 2008 vier afrikanische Nationen (der Reihenfolge nach Zentralafrikanische Republik, Tschad, Sudan und Somalia) zu den zehn gewalttätigsten Ländern der Welt – das sind mehr als auf jedem anderen Kontinent.

Warum scheint Afrika, im Gegensatz zu allen anderen Kontinenten, in einem Kreislauf der Dysfunktionen gefangen zu sein? Warum ist der Kontinent, im Gegensatz zu allen anderen der Erde, anscheinend außerstande, einen Fuß auf die ökonomische Leiter zu bekommen? Warum gehören, einer kürzlich erschienenen Studie zufolge, sieben afrikanische Länder zu den Top Ten der »gescheiterten Staaten«? Sind die Afrikaner grundsätzlich unfähiger? Ist ihre politische und wirtschaftliche Elite von Haus aus bestechlicher, skrupelloser, korrupter und inkompetenter? Was hält Afrika zurück, was macht es allem Anschein nach unfähig, dem Rest des Planeten ins 21. Jahrhundert zu folgen?

Die Gründe dafür finden sich in der Entwicklungshilfe.

Was ist Entwicklungshilfe?

Im Großen und Ganzen gibt es drei Arten von Entwicklungshilfe:

•  humanitäre und Katastrophenhilfe, wie zum Beispiel nach dem Tsunami im Indischen Ozean im Dezember 2004 oder nach dem Erdbeben in Haiti im Januar 2010,

•  karitative Hilfsleistungen, die gemeinnützige und wohltätige Organisationen an Institutionen oder bedürftige Menschen vor Ort verteilen,

•  ständige Entwicklungshilfe, also direkte Hilfszahlungen an Regierungen, die entweder bilateral von einzelnen Industriestaaten oder multilateral durch Institutionen wie der Weltbank geleistet werden.

Katastrophen- und karitative Hilfe sind ohne Zweifel verdienstvoll und segensreich, aber dennoch nicht aller Kritik enthoben. Die Wohltätigkeitsorganisationen müssen sich oft genug den Vorwurf gefallen lassen, ihre Hilfsleistungen nicht sachgerecht einzusetzen, mit zu hohen Verwaltungskosten zu operieren und in manchen Fällen auch an zweifelhafte Auflagen ihrer jeweiligen Regierungen gebunden zu sein. So verpflichteten sich die USA im Jahr 2003 zur Bereitstellung von 15 Milliarden Dollar über einen Zeitraum von fünf Jahren zur Bekämpfung von Aids. Doch diese Hilfe war an Bedingungen gekoppelt. Zwei Drittel des Geldes mussten, so die Auflage, an Pro-Enthaltsamkeits-Programme gehen und konnten dadurch keinen Organisationen mit Kliniken zugutekommen, die Abtreibungen vornehmen oder diesbezügliche Beratungen durchführen. Neun Monate nach dem Dezember-Tsunami 2004 hatte die christliche Hilfsorganisation World Vision, aus welchen Gründen auch immer (zu viel Bürokratie, institutionelle Ineffizienz oder das Fehlen einer Partnerorganisation vor Ort, die die Hilfsgelder hätte verteilen können), noch nicht einmal ein Viertel der gesammelten 100 Millionen Dollar eingesetzt.

Doch in diesem Buch geht es weder um die Notfallhilfe noch um die Arbeit der Wohltätigkeitsorganisationen. Deren Beiträge – wie sehr im Einzelfall auch willkommen – sind bloß Ausdruck der im Westen verbreiteten, grundlegenden (aber irrigen) Ansicht, dass Hilfe, in welcher Form auch immer, eine gute Sache ist. Und die durchaus bedeutenden Summen, die hier fließen, sind im Vergleich zu den Milliarden, die jedes Jahr direkt an die Regierungen armer Länder überwiesen werden, doch nur kleine Fische.

Geldtransfers im großen Stil von reichen zu armen Ländern erfolgen meist in Form konzessionärer Kredite (Kredite mit marktunüblich niedrigen Zinssätzen und langen Laufzeiten) oder als nicht rückzahlbare Beihilfen (im Prinzip Geldzuwendungen ohne Gegenleistung). Unter Ökonomen sind vor allem die Beihilfen umstritten. Kredite, so das Argument, führen durch die Notwendigkeit der Rückerstattung immerhin dazu, dass die Empfängerländer die gewährten Gelder sorgsamer einsetzen und selber an einem ausreichenden Steueraufkommen interessiert sind. Zuwendungen dagegen hätten oft den Effekt, eigene Steuereinnahmen zu substituieren.

Viele Geberländer haben sich in jüngerer Vergangenheit allerdings dafür entschieden, den armen Ländern eher Zuwendungen zukommen zu lassen als Kredite. Der Grund: Die in den armen Ländern notwendigen Investitionen brauchen zu einem Großteil eine lange Reifephase, bevor sie sich auf das Bruttoinlandsprodukt auswirken und für die Steuereinnahmen sorgen, ohne die Kredite nicht zurückgezahlt werden können. Und es gibt genügend Beispiele dafür, dass Kredite zur Finanzierung der öffentlichen Investitionen zur starken Verschuldung der Empfängerländer beigetragen haben, dass also die ihnen zuteilgewordene Entwicklungshilfe nicht beim Erreichen ihrer entwicklungspolitischen Ziele geholfen hat.

Die Frage ist allerdings, ob für die Regierungen der Empfängerländer der Unterschied zwischen Krediten und Zuwendungen tatsächlich ausschlaggebend ist. Werden Kredite zu sehr günstigen Bedingungen vergeben und später in schöner Regelmäßigkeit gestundet, dann werden sie mit der Zeit von den Empfängern auch nur als modifizierte Zuwendungen wahrgenommen. Genau das scheint in den letzten Jahrzehnten das Problem bei der Entwicklungshilfe für Afrika gewesen zu sein.

Deshalb verstehe ich im Folgenden unter Entwicklungshilfe die Gesamtheit der konzessionären Kredite und der Zuwendungen. Es sind diese Milliarden, die Afrikas Entwicklung behindert, gedrosselt und verzögert haben. Von diesen Milliarden handelt Dead Aid.

Kapitel 2: Eine kurze Geschichte der Entwicklungshilfe

Die eigentliche Geschichte der Entwicklungshilfe begann im Juli 1944 in Bretton Woods im amerikanischen Bundesstaat New Hampshire. Vor dem Hintergrund des Zweiten Weltkriegs einigten sich im Mount Washington Hotel 700 Delegierte aus 44 Ländern auf Rahmenbedingungen für ein neues internationales Währungssystem.⁶ Diese Konferenz war zugleich der Ausgangspunkt einer entwicklungspolitischen Strategie, die vor allem auf Hilfsleistungen setzt.

Die Anfänge umfangreicher Hilfslieferungen reichen allerdings ins 19. Jahrhundert zurück. Schon 1896 stellten die USA Nahrungshilfen in Übersee zur Verfügung. Mit dem Colonial Development Act von 1929 begann die britische Regierung, in ihrem eigenen Kolonialreich Hilfe zum Ausbau der Infrastruktur zu leisten. Das war weniger ein Indiz für die Großzügigkeit der britischen Krone als vielmehr der Versuch, die politische Kontrolle über das Imperium zu legitimieren. Erst mit dem Colonial Development and Welfare Act von 1940 ging es auch um das proklamierte Ziel, durch Finanztransfers in die Kolonien den Lebensstandard zu heben.

Das grundlegende Verständnis von Entwicklungshilfe und ihrer Aufgaben hat sich nach dem Zweiten Weltkrieg verschiedentlich geändert. Wenn man einmal von den Anfängen in der unmittelbaren Folge von Bretton Woods und dem Zeitraum des Marshallplans absieht, lassen sich grob fünf Phasen

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Rezensionen

Was die anderen über Dead Aid denken

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Leser-Rezensionen

  • (3/5)


    she gives a concise critique of global aid, with interesting examples. It's very easy to read.


    Examples and cases are analysed in a scientific and thorough way.


    The statement is challenging and brought with good faith and backed up with good work. If not make you see things completely differently like it claims, it can add a perspective to many cases.

    -
    It is not realistic to end development aid in short term because it is a very huge and complex reality. This main message is thoroughly repeated and too simple.

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    The book was expensive: 23euro = 30 dollars for a small/medium book.

    -
    As a phd in economy the writer knows how to market stuff, even books.. : a simple style, an enthousiast and clear message, a controversial topic, etc
  • (4/5)
    Hard to argue with anything about this book. Author clearly has domain knowledge and the solutions make sense. In fact it could have even been a smaller book without losing anything important. Still well worth the read.
  • (4/5)
    I recently found myself describing this book as "the literary equivalent of tasing Bono." More or less apt, although actually tasing Bono would be more fun.

    Anyway: okay, I'm more or less convinced. Moyo makes a convincing case that aid is not helping in Africa. It fosters corruption, with billions of unsupervised dollars up for grabs, and it destroys local economies, keeping Africa in a state of helplessness. Moyo loses me a bit on the solutions end; when she talks about the international bond market, I...well, I don't really know what that means and she doesn't explain it well enough. (Your results may vary if you're not as dumb as me.) The general idea is that instead of waiting for handouts, Africa should join the global economy; Moyo points out that plenty of developing countries, including a few in Africa, have done that with much better results than relying on aid.

    I wish she'd included a few case studies about specific countries in Africa, maybe some that have failed and some that have succeeded (at least a little)using different methods. Instead she refers repeatedly to a fictional country; why not be real? The book's only 150 pages long, it's not like she didn't have room.

    But still: overall, she's made her case well.

    Will it change anything? I doubt it. There's a lot of political work to make a change as radical as turning aid off, and there's Bono on the other side. China is way ahead of us here, and I think the most likely story is that Africa ends up pulling itself up with their help more than ours, with the result that Africa ends up more Chinese than Western at the end of the process. Which is...fine? I guess?
  • (2/5)
    This book may have good ideas but the exposition is so clumsy as to weaken the arguments. Coupled with frequent confusion regarding correlation and causation (the author really should take a refresher on basic statistics) in the first four chapters, the points put forward really just aren't convincing. As a previous reviewer stated, this felt like a paper that Moyo tried to stretch into a book. It doesn't work. It may be worth following some of Dead Aid's suggestions, but this book does not make the case for them adequately.
  • (3/5)
    In this book, Dambisa Moyo argues that foreign aid is hurting Africa far more than helping. She links aid dependency with corruption, undermining of demand for local products and general lack of interest in the needs of local citizens as governments are not reliant on taxation. She also points out the existence of an "aid industry" which generate employment in developed countries. I see a strong parallel with these arguments and those made regarding First Nations in Canada.The solutions Moyo prescribes all require a greater reliance on markets -- financial and trade. She says the discipline of markets will promote development in a way aid cannot. These kinds of solutions have been advanced by many others; the difference here is Mayo's perspective as an African citizen. The book is thoughtful, but not written in a particularly engaging style. The analysis is sound and the solutions make sense, although the transition from aid to markets is given only a superficial treatment. Market forces will take time to work and people need support now.
  • (4/5)
    Dambisa Moyo has provided those in the aid community and African economists & scholars a provocative plan for bringing sub-Saharan Africa's economy and quality of life up to the standards of the rest of the world, or at least alongside other developing parts of the world. In a time when every industrialized nation has internal critics who worry about continuing systematic bilateral or multilateral aid to Africa while its own economy is struggling, Dead Aid will find many who support the premises of its argument--aid hasn't worked, and in fact has hurt the governments of sub-Saharan Africa who have relied to heavily on it.As correctly pointed out, however, nearly 500,000 Western development workers and economists rely upon the government-to-government aid "industry" to justify their existence (a point also noted in Wrong's "Our Turn to Eat"), so overcoming the poverty filled images and stories this group brings before a well-intentioned Western public will be difficult. Additionally, the Dead Aid approach to development would necessitate other (sometimes bigger) financial concessions from countries in Europe and from the United States, such as dropping subsidies on agriculture. Moyo provides many facets to her plan for development, but courage would be needed by both Western governments as well as Africans to actually see any of her plan come to fruition. The unique viewpoint provided in her work yields exponentially more rewards than it requires in effort to follow her argument in this short work. Publishing this work is dangerous for Moyo. Individuals who have no experience in the economic or development field or who are unfamiliar with post-colonial African history may find the second half of her work tedious or overly detailed, yet may complete the first half of the work and grasp on to her arguments as evidence for discontinuing aid--the evidence for Dead Aid must be balanced with that detailed solution provided in the last half of the book. On the other hand, many Africans who rely upon aid for their power may discount her work as influenced by her neo-colonial education and work experience. Nevertheless, this work must not be ignored, for the cycles of ineffective (yet seemingly endless) aid only seem to continue, and Africa deserves to be seen not as a hopeless charity case, but as a region with great potential and even greater people.
  • (3/5)
    Dead Aid is a 150 page book with a 24 page bibliography - so it reads more like a long white paper than a book. Dambisa Moyo has an impressive resume, much alluded to in both the book jacket and the foreword by Niall Ferguson. The author has worked for the World Bank and Goldman Sachs and she has a PhD from Oxford University. Impressive no doubt. Even more impressive is the fact that she was born and raised in Zambia so her profile fits neatly into the "Solutions to Africa's problems by Africans" paradigm.The book itself makes its case almost clinically, backed up by statistics and research papers from an entire spectrum of economists. Dead Aid is divided in two sections, The World of Aid, which examines the 'aid-economy', the players and the harmful affects on African countries' dependence on western aid. The second section, A World Without Aid proposes several venues open to the developing countries in Africa to raise money and be independent - the most important being trade and raising capital from the markets. Ms. Moyo manages to connect a lot of different African ailments to aid, from corruption to dictatorship and she makes a convincing case. Her solutions make sense as well - at least to a strong believer in free trade like myself. The hopelessness of it all is that it is almost impossible to imagine the West will roll back its Aid of Africa model that has failed so consistently and for so long.The book's main weakness is that it makes for almost dreary reading. Ms. Moyo may be a brainy economist, she is not a writer. The book suffers from a dearth of wit and style. The author does try to indulge in a hypothetical by creating the composite African country of Dongo and examinig how the country may funciton if her suggestions were realized. But in the end her vision reads less like a fully realized painting and more like a stick figure drawing. I recommend reading the book, only because it serves as a starting point for examining the issue of tackling the many problems of the African continent.
  • (4/5)
    Dead Aid (2009) by Dambiso Moyo is a thought provoking book that has caused a fair degree of controversy. In the book Dr Moyo says that aid to Africa has not only failed, but that it has actually made Africa worse off. The first claim is very strongly demonstrated, the second is less substantially argued, but is put forth sufficiently well that the argument cannot be written off. The book goes one step further than The Trouble with Africa in advocating radical change to policy toward Africa.Moyo has a very impressive CV. She was born in Zambia and grew up their. Her parents were some of the first graduates of the University of Lukasa. They went overseas to further their education but returned to Zambia. Moyo was educated at Harvard and has a PhD from Oxford. She then worked at Goldman Sachs and then the World Bank. She is ideally placed to have extremely well informed views on Africa and she is also able to speak courageously against the pop stars and others who currently dominate the debate on Africa but whose policies have had such a poor record.The book is split into two parts, the first is about the rise of aid and its effects and the second is Moyo’s view of what should be done and what is changing in Africa. The first part starts by pointing out that Africa is the great failure in the modern world. While the rest of the world is clearly on the way to greatly increased wealth and well being Africa has become worse off in both absolute and relative terms over the past 30-40 years. Moyo goes on to describe the history of post WWII aid. Moyo outlines how aid started being aid to Europe that was short term and aimed at getting money in to restart the war shattered European economies. This worked. Then in the 1960s aid became directed toward the developing world in order to increase development and to secure influence in the post colonial Cold War world. Instead of using aid as a short term bridge to repair institutions and countries it was re-badged as a way to start development. Here it has failed. Dismally. Moyo goes on to suggest that aid actually hindered growth. Moyo suggests that this was the case because those in government were so corrupt that government was seen as the way to make money and that as that money came mostly from aid rather than tax the governments lost interest in trying to make local industry better. Moyo also points out that Africa’s exports of agricultural goods were not allowed into the developed world because of the developed world’s tariffs.In Part II Moyo puts forward her prescription of what can be done and what is happening and what will happen. She posits a hypothetical country called Dongo and puts forward how it is now and what can be done. She suggests that governments in Africa should go to the bond market rather than aid donors. She suggests that this will force them to become more transparent and to actually try to get a return on the money they can get. She also describes what China is doing in Africa as beneficial. As Moyo sees it China is investing in Africa like a business. China wants the raw materials and produce that Africa is or can produce. Instead of giving aid without wanting anything from it the Chinese are building roads and other infrastructure in Africa to help themselves. Moyo also wants Africa to trade more with itself, she says that Africa has huge internal barriers to trade, with up to 30% tariffs between countries that should be removed to kick start Africa. She writes about how micro credit is taking off in Africa and improving the situation. She is also very positive about remittances that are helping Africa develop. She mentions Hernando De Soto also with his point about how good title for land and easy business registration is vital for unlocking the capital that Africa already has that is locked up because of a lack of trust and institutions.Moyo is really quite positive about the situation. She sees micro credit and better regulation starting to appear in Africa and aid declining which is actually improving the situation. It is very interesting to see such a positive take on China’s African involvement as opposed to the usual negative Western view of the situation.The book is thoughtful, well written and impressively short. Indeed it is one of the few books that I’ve read in years that could actually have been longer. There are some things such as the treatment of AIDs, whether direct short term food aid should be maintained, whether groups like MSF should continue to work and if there is going to be aid how it could be better used that are either not discussed or about which little is written. But the book is a short, sharp almost pamphlet like book that is very well worth reading.