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Wie Sparkassen treue Kunden abzocken und wie Sie sich erfolgreich dagegen zur Wehr setzen

Wie Sparkassen treue Kunden abzocken und wie Sie sich erfolgreich dagegen zur Wehr setzen

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Wie Sparkassen treue Kunden abzocken und wie Sie sich erfolgreich dagegen zur Wehr setzen

Länge:
280 Seiten
2 Stunden
Freigegeben:
25. März 2015
ISBN:
9783828861794
Format:
Buch

Beschreibung

Millionen Sparkassenkunden zahlen jedes Jahr zu hohe Zinsen und bekommen fast nichts für ihr Erspartes. Sie fühlen sich bei Beratungsgesprächen über den Tisch gezogen und zahlen horrende Gebühren für Kleinigkeiten. Der Schaden für die Kunden liegt nach Expertenmeinungen bei mehreren Milliarden Euro im Jahr. Sind auch Sie einer von 30 Millionen Sparkassenkunden? Und besitzen eine der 45 Millionen EC-Karten? Dann sollten Sie Ihre Bankunterlagen, Kontoauszüge und Zinsabrechnungen schleunigst kontrollieren. "Schluss mit blindem Vertrauen", rät der Unternehmensberater Hilmar Juckel. Es wird Zeit, die dunklen Seiten der Sparkassen zu beleuchten. Sein Buch lädt ein zu einem "Kassensturz" anderer Art und garantiert Sparkassenkunden eine neue Sicht auf ihr Kreditinstitut. Zahlreiche Praxistipps und ergänzende Kommentierungen von Fachanwalt Andreas Doose geben Ihnen das passende Werkzeug an die Hand, um sich endlich gegen die zweifelhaften Geschäftspraktiken der Sparkassen zur Wehr zu setzen.
Freigegeben:
25. März 2015
ISBN:
9783828861794
Format:
Buch

Über den Autor


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Buchvorschau

Wie Sparkassen treue Kunden abzocken und wie Sie sich erfolgreich dagegen zur Wehr setzen - Hilmar Juckel

selbst.«

Kapitel 1

Von barmherzigen Samaritern zu Raubrittern in Nadelstreifen: Von barmherzigen Samaritern zu Raubrittern in Nadelstreifen: Wie aus Gemeinwohlorientierung Profitgier wurde

Die Ursprünge des Bankenwesens

Der Begriff Mesopotamien wird den wenigsten geläufig sein. Er geht laut Wikipedia angeblich auf Alexander den Großen zurück, der damit das Land zwischen den beiden Flüssen Euphrat und Tigris nördlich des heutigen Bagdad bis zur Südflanke des Taurusgebirges bezeichnete. Heute wird dieses Gebiet häufig mit dem Staatsgebiet des Iraks gleichgesetzt, was so nicht ganz richtig ist, an dieser Stelle aber nicht vertieft werden muss. Warum diese ehemalige Kulturlandschaft für uns von Interesse sein könnte? Man vermutet, dass dort bereits im zweiten Jahrhundert v. Chr. die ersten Vorläufer des modernen Bankwesens vorhanden waren. Jedenfalls gab es damals bereits Forderungsverrechnungen, Kontoführungen, Wechsel und Schecks, wodurch die vielschichtigen Handelsgeschäfte in der Region enorm gefördert wurden.

Im 13. Jahrhundert etablierten sich mit dem Aufstieg der Stadt Florenz als Handelsmacht die ersten europaweit tätigen Banken. Die bedeutendsten florentinischen Bankiersfamilien unterhielten schon zu Beginn des 14. Jahrhunderts Dependancen in nahezu allen wichtigen Städten Europas. Selbst die päpstlichen Finanzen hatten sie in ihrer Obhut. Im Mittelpunkt ihrer umtriebigen Geschäfte standen die Finanzierung und Abwicklung von Handelsgeschäften und die Verwaltung von Geldeinlagen. In einer arbeitsteiligen Volkswirtschaft braucht es Banken als Vermittler dieser Geldströme, denn die Leistungen aller Wirtschaftsbeteiligten werden unter Zwischenschaltung von Geld ausgetauscht, was den enormen Warenausfluss überhaupt erst möglich macht.

Wohltätigkeit als Geschäftsmodell

Während sich bis dahin die aufblühenden Geschäftsbanken um die großen Geschäfte kümmerten und mit Handels- und Kriegsfinanzierungen immer reicher wurden, sorgte sich zunächst niemand um die kleinen, ärmeren Leute. Auch sie hatten einen Bedarf an Finanzdienstleistungen, jedoch stieß dieser bei den privaten Banken wegen fehlender Profitaussichten auf kein allzu großes Echo. Die unteren Schichten wollten sich gegen die Widrigkeiten des Lebens wie Unfall und Krankheit absichern oder etwas für das Alter zurücklegen. Sie suchten sichere festverzinsliche Anlagen für die eher kleinen Beträge, die sie aufbringen konnten. Ein Sparbuchkonto zu eröffnen war für Bedienstete, Tagelöhner oder Seeleute faktisch aber nicht möglich.

Reichsabtei Salem

Die Reichsabtei Salem in Baden Württemberg nahm sich schließlich des Problems an. Das um 1138 geründete Kloster gehörte zu den wohlhabendsten Abteien im Bodenseeraum und wurde als reichsunmittelbar bezeichnet, was nichts anderes heißt, dass es allein dem Kaiser unterstellt war. Heute hat sich diese Institution als Schloss Salem einen Namen gemacht und ist ein über die Grenzen hinaus bekannter Internatssitz.

Die Klosterbrüder widmeten sich von jeher schwerpunktmäßig der sozialen Fürsorge. Dazu gehörte die Krankenpflege, ebenso die Unterstützung der Armen und insbesondere die Versorgung von Waisen. Über deren Vermögen konnte von Waisenvögten, den Vorstehern eines Waisenamtes, oder von etwaigen Stiefeltern frei verfügt werden, was nicht selten Missbrauch Tür und Tor öffnete. Deshalb gründete Abt Anselm II. 1749 die »Ordentliche Waisenkassa« mit dem Ziel, das Geld der Waisen nunmehr zinsbringend und sicher zu verwalten. Die Salemer Waisenkasse wird als erste deutsche Sparkasse bezeichnet, da sie im Gegensatz zu den privaten Banken, die fast ausschließlich für die Kaufleute arbeiteten, im Prinzip öffentlich betrieben wurde, die Ersparnisse der weniger Betuchten professionell anlegte und überwachte.

Die erste Sparkasse

Die erste Sparkasse in Deutschland, die unserem modernen Verständnis dieses Geschäftsmodells ein wenig näher kommt, ist die 1778 gegründete »Hamburger Ersparniskasse« (»Ersparungscasse«), eine Einrichtung der »Hamburgerischen Allgemeinen Versorgungsanstalt«. Diese innovative Institution, die hauptsächlich verschiedene Versicherungszweige unterhielt, wurde von aufgeklärten und modernen Kaufleuten, Gelehrten und Geistlichen ins Leben gerufen, die nach neuen Wegen zur Bekämpfung und Prävention von Armut suchten. Sparbücher wurden daher auch an die vielen einfachen Leute ausgegeben, sodass auch sie ihre Spargroschen in sicheren Händen wähnen und dabei auskömmliche Zinsen einheimsen konnten.

Als Organisation zur Armutsbekämpfung war das Geschäftsmodell der Sparkasse dann aber doch eher weniger tauglich. Mit den Ärmsten der Armen konnte man schlichtweg kaum Überschüsse erwirtschaften.

Abb. 1: Der erste Kunde der Sparkasse Krefeld

Mit der zunehmenden Industrialisierung im 19. Jahrhundert gesellten sich immer mehr Bevölkerungsschichten mit regelmäßigem Einkommen zu den Sparkassen. Von Handwerksgesellen bis hin zu Industriearbeitern konnten stetig neue Kunden gewonnen werden. Und neben der risikoarmen verzinslichen Geldanlage wuchs jetzt auch das Kreditgeschäft. Damit wurde nicht nur dem damals weit verbreiteten Zinswucher Einhalt geboten, sondern auch die regionale Wirtschaft gestärkt. Denn die Spareinlagen der Bevölkerung wurden als Darlehen zu fairen Konditionen ausschließlich in der Region verliehen. Schnell verbreitete sich daher die Idee der Sparkasse über die Grenzen Hamburgs hinaus, zunächst in die umliegenden norddeutschen Gebiete, später auch in süddeutsche Gefilde. 1836 zählte man schon 300 Institute, bis 1913 sollten es dann 3.100 werden. Die überwiegende Mehrzahl entstand dabei als kommunale Institute.

Marktführerschaft

So ist es keineswegs überraschend, dass sich die Sparkassen schon früh eine Marktführerschaft in der Finanzwirtschaft erarbeiteten. Im Zeitraum 1851 bis 1910 lag der »Gesamtwirtschaftliche Finanzierungsbeitrag« der Sparkassen bei 26,58 Prozent und damit knapp höher als der der reinen Kredit- oder Hypothekenbanken. Bereits jeder dritte Deutsche besaß ein Sparbuch der Sparkasse, rund 10.000 Geschäftsstellen sorgten für eine starke Verankerung in der Region.³

Aus Sparkassen werden Geschäftsbanken

Mit Aufnahme des bargeldlosen Zahlungsverkehrs in den 1920er-Jahren erfolgte auch eine Überarbeitung des Geschäftsmodells hin zu einer bankenähnlichen Entwicklung. So konnte schnell ein Überweisungsnetz mit allen damaligen Sparkassen geknüpft werden, und in der Folge entstanden Giroverbände und Clearingstellen. Der Verbund der Sparkassen war im Entstehen. Parallel entwickelten sich die Sparkassen zu einem ganzheitlichen Finanzdienstleister und erweiterten ihre Angebotspalette um Bausparverträge und Versicherungen.

Rechtliche Verselbstständigung

Als unmittelbare Auswirkung der Weltwirtschaftskrise folgte mit der Reichsverordnung vom 6. Oktober 1931 die rechtliche Verselbstständigung der Sparkassen zu Anstalten des öffentlichen Rechts. Gleichwohl muss die Überführung in eine rechtlich selbstständige juristische Anstalt auch als Schutz vor ihren Eigentümern gesehen werden. Denn es bestand durchaus die Gefahr, dass die damals hoch verschuldeten Kommunen der Verlockung nicht hätten widerstehen können, sich mittels Zugriff auf die Spareinlagen zu sanieren. Moralisch höchst verwerflich, rechtlich aber wohl möglich. Dies galt es zu verhindern. Der gute Ruf der Sparkassen und die Sicherheit der Spareinlagen genossen allerhöchste Priorität. Im Kreditwesengesetz von 1934 attestierte man den Sparkassen dann sogar die Ausweitung ihrer Geschäfte. Seitdem gelten sie als gleichberechtigte Kreditinstitute am Markt. Der Begriff »Sparkasse« wurde zudem gesetzlich geschützt.

Sparkassen-Boom

Nach dem Zweiten Weltkrieg boomten die einzelnen Institute regelrecht trotz oder gerade wegen ihres selbst auferlegten Regionalprinzips. Die Erweiterung der Produktpalette um Konsumentenkredite heizte den örtlichen Umsatz an, die Ausreichung von Darlehen an Kommunen und Wirtschaftsbetriebe im Umkreis sorgten für wachstumsauslösende Investitionen und Aufschwung. Parallel wurde laufend modernisiert, Kundenbarrieren in den Schalterräumen abgebaut und 1968 in Tübingen der erste Geldautomat Deutschlands installiert. Die Sparkassen waren stets auf der Höhe der Zeit – innovativ und mit dem dichtesten Filialnetz aller Banken immer kundennah.

Die erste Krise

Die erste Krise begann nach 1990. Immer mehr Sparkassen gerieten in betriebswirtschaftliche Nöte. Mit dem systemimmanenten Konkurrenzschutz – jede Sparkasse darf nur in ihrer Region tätig werden – waren schnell Wachstumsgrenzen erreicht. Das Vorpreschen der Geschäftsbanken in die mittelständischen Betriebe aus Produktion, Handel und Handwerk und der Wettbewerb mit den genossenschaftlich organisierten Banken drückten Umsätze und Margen. Rettung gab es nur über Fusionen. So mussten umliegende und wirtschaftlich stärkere Sparkassen die notleidenden aufnehmen, was das Problem aber nicht immer löste. Eine Konsolidierung hatte sowohl im Sparkassennetz als auch in den Sparkassen selbst zu erfolgen. Filial- und Mitarbeiterreduzierungen waren unweigerliche Folgen. Seit 1990 verringerte sich die Anzahl der Sparkassen von 770 auf aktuell 417.

Gemeinwohlorientierung – ein Attribut, mit dem sich Sparkassen zu Unrecht schmücken

Zugegeben: Eine soziale Ader ist den Sparkassen nicht abzusprechen. Das zeigen auch ihre geschichtlichen Ursprünge ganz deutlich. Die Bank der kleinen Leute, die Bank, die sich in der Region engagiert, die Bank, die ihren Kunden nur sichere verzinsliche Anlagen verkauft. Die Bank, die sich sozial engagiert und nicht gewinnorientiert arbeitet. So etwas Selbstloses findet man selten in einer Marktwirtschaft. Wir werden noch darauf zurückkommen. Zunächst geht es aber erst einmal um die Gemeinwohlorientierung der Sparkassen.

Das Mission Statement der Sparkassen

Auf der Homepage www.sparkasse.de findet man ausführliche Hinweise darüber, wie wichtig es den Sparkassen ist, ihre Botschaft zur Gemeinwohlorientierung nach außen zu tragen. So ist dort zu lesen:

»Sparkassen haben in erster Linie die Aufgabe, ein flächendeckendes kreditwirtschaftliches Angebot für alle Kundengruppen sicherzustellen und durch die Vergabe von Krediten für mittelständische Unternehmen die wirtschaftliche Entwicklung in ihrer Region zu fördern. Ihre Geschäftsergebnisse kommen der Allgemeinheit in der jeweiligen Region zu Gute. Private Banken hingegen sind ihren Anteilseignern verpflichtet. Sie müssen darauf achten, für diese eine möglichst hohe Rendite zu erzielen. Die Kunden kennen die Unterschiede zwischen Sparkassen und privaten Großbanken sehr genau. Für viele sind sie der Grund, sich für die Sparkassen als kreditwirtschaftliche Partner zu entscheiden.«

Abb. 2: Bedeutung Gemeinwohlorientierung

Und weiter heißt es:

»Die Bürgerinnen und Bürger erwarten Engagement für die eigene Region, Finanzdienstleistungen für alle sowie eine gemeinnützige Verwendung von Gewinnen. Dies alles verbinden sie mit dem Namen Sparkasse. Mit großer Mehrheit wollen die Menschen in Deutschland, dass sich die Geschäftspolitik der Sparkassen am Gemeinwohl ausrichtet. Drei von vier Bundesbürgern sprechen sich in einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa dafür aus. Die besondere gemeinwohlorientierte Geschäftsphilosophie der Sparkassen beeinflusst in hohem Maße die Wahrnehmung der Sparkassen. Keine andere Marke im deutschen Kreditgewerbe genießt eine so hohe Bekanntheit, so viel Sympathie und so großes Vertrauen wie die Marke Sparkasse. Viele Markenstudien bestätigen dies. 98 Prozent der Deutschen kennen Sparkassen mit ihrer heutigen Geschäftsphilosophie, fast 60 Prozent stehen mit den Sparkassen in Geschäftsbeziehung.«

So viel Lobhudelei ist wirklich kaum auszuhalten. Und dass 98 Prozent aller Deutschen die Sparkasse mit ihrer Geschäftsphilosophie kennen sollen, kann jeder mit einer kleinen Umfrage im Freundeskreis überprüfen.

Stolz wird weiter darauf hingewiesen, dass die hier zitierte Geschäftsphilosophie sogar gesetzlich geschützt sei. So dürfe sich gemäß § 40 KWG (Kreditwesengesetz) ein Bankinstitut mit dem Begriff »Sparkasse« nur schmücken und den damit verbundenen Wettbewerbsvorteil nutzen, wenn es »auf Grund der Satzung besondere Merkmale, insbesondere eine am Gemeinwohl orientierte Aufgabenstellung und eine Beschränkung der wesentlichen Geschäftstätigkeit auf den Wirtschaftsraum, in dem das Unternehmen seinen Sitz hat, aufweist.«

Anspruch und Wirklichkeit

Soweit in Ordnung! Aber dieser Hinweis auf einen Paragraphen, auf den sich die Sparkassen beziehen und mit dem sie ihre Sonderstellung als »gutes« Kreditinstitut unter all den profitorientierten hervorheben, sagt zunächst einmal nichts aus. Entscheidend ist, was sich die Sparkassen in die Satzung geschrieben haben.

Hierzu ein Beispiel der Sparkasse Hildesheim. Die Satzung kommt inklusive zweier Deckblätter und Inhaltsverzeichnis auf knappe acht Seiten Umfang und enthält in dieser Kürze unter anderem wichtige Aussagen zu Vorstand, Verwaltungsrat und Kreditausschuss. Die viel gepriesene Gemeinwohlorientierung wird unter § 2 (3) mit der Bemerkung unterstrichen, dass die Gewinnerzielung nicht den Hauptzweck der Geschäftstätigkeit darstelle, und unter § 3 (2) »Allgemeine Grundsätze für die Geschäftspolitik der Sparkasse« findet sich dies um zwei weitere Sätzen ergänzt: »Die Sparkasse engagiert sich für die Menschen und für die Wirtschaft in ihrem Geschäftsgebiet und unterstützt sie in ihrer Entwicklung. Sie fördert regional Sport, Kultur, Bildung, Wissenschaft und Soziales.« Unter Ziffer 3 wird dann aber eingeschränkt: »… im Rahmen ihrer wirtschaftlichen Möglichkeiten.«⁷ Das hört sich nun aber nicht gerade sehr verbindlich an.

Ein abstraktes Versprechen

Satzungen anderer Sparkassen kommen sogar mit zwei Seiten aus und gleichen einem Spickzettel. Schon aufgrund dieser »Übersichtlichkeit« wundert es kaum, dass zu Gemeinwohlorientierung nichts zu finden ist. Es sei denn, man unterstellt, dass automatisch soziale Einrichtungen unterstützt werden, wenn die Gewinnerzielung nicht den Hauptgeschäftszweck darstellt. Aber das wäre sicher etwas weit hergeholt.

Versuchen wir es mit einem größeren Institut, zum Beispiel der Frankfurter Sparkasse. Deren Satzung weist immerhin 19 Seiten auf, zu den Aufgaben finden sich jedoch unter § 2 nur dürftige vier Unterpunkte. Ihre Gemeinwohlorientierung verabreicht sie in homöopathischen Dosen. Es ist gerade einmal ein Halbsatz zu finden, der überhaupt einen diesbezüglichen Rückschluss zulässt. Unter Ziffer 4 heißt es da: »… die Erzielung von Gewinn ist nicht Hauptzweck des Geschäftsbetriebes.«⁸ Bei rund 100 Millionen Euro Überschuss vor Steuern⁹ im Jahr 2012 muss die Frage erlaubt sein, wie hoch der Gewinn denn ausgefallen wäre, wenn die Hessen profitorientiert gearbeitet hätten.

Auch auf der Homepage der Frankfurter Sparkasse, immerhin die viertgrößte in Deutschland, ist kein verbindlicher Hinweis auf die Gemeinwohlorientierung zu finden. Es wird lediglich auf eine eigene Stiftung hingewiesen, mit der man das Leben der Bürger und die Zukunft der Region aktiv fördern und gestalten möchte. Lassen wir das einmal gelten.

Die ernüchternde Bilanz

Machen wir es kurz: Viele Satzungen der Sparkassen, allen voran die der größeren, beschränken sich auf den Hinweis, dass es nicht das Ziel sei, Gewinne zu erzielen. Sie alle schreiben aber mehr oder weniger verbindlich fest, nur in der eigenen Region tätig zu werden und dort die Wirtschaft mit Krediten zu fördern sowie die Sparer mit sicheren Geldanlagen zu versorgen. Offensichtlich reichen derart dürftige Formulierungen aus, die gesetzlichen Grundlagen zu erfüllen, um sich unter der Bezeichnung »Sparkasse« von den anderen Banken abheben zu dürfen und den Vertrauensbonus in der Bevölkerung einheimsen zu können.

Das Missverständnis der Sparkassenkunden

Manch ein interessierter Kunde ist bisher vielleicht davon ausgegangen, dass die Sparkassen deshalb keine Gewinne erzielen wollen und können, weil sie laut Satzung die regionale Wirtschaft mit zinsgünstigen Darlehen unterstützen und den Geldanlegern einen attraktiven Zins bieten müssen. Beides zusammen würde ja Margen und Gewinne drücken. Und wenn dann doch noch etwas übrig bleiben sollte, werden gemeinnützige Einrichtungen unterstützt. Mitnichten! Wer den Sparkassen so viel Altruismus zutraut, der glaubt wahrscheinlich auch, dass die DAX-Vorstände regelmäßig die Hälfte ihrer Millioneneinkommen wohltätigen Zwecken zuführen.

Voller Stolz verkündete der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV), Georg Fahrenschon, auf der Bilanzpressekonferenz, dass der Gewinn der Sparkassen im Jahre 2012 (nach Steuern) mit 2,1 Milliarden Euro höher ausgefallen sei als der der Deutschen Bank.¹⁰ Wie passt denn so etwas zur immer wieder propagierten Gemeinwohlorientierung? Hier wird ganz klar

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