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Grundworte des Neuen Testaments: Eine Einführung in Sprache und Sinn der urchristlichen Schriften

Grundworte des Neuen Testaments: Eine Einführung in Sprache und Sinn der urchristlichen Schriften

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Grundworte des Neuen Testaments: Eine Einführung in Sprache und Sinn der urchristlichen Schriften

Länge:
330 Seiten
3 Stunden
Herausgeber:
Freigegeben:
Aug 14, 2014
ISBN:
9783417227130
Format:
Buch

Beschreibung

Seit vielen Jahrzehnten ist das "Neutestamentliche Wörterbuch" ein Klassiker der Bibelauslegung. Hier findet man keine Fachsprache und keine abstrakten Definitionen. Dem Autor ist es vielmehr gelungen, tiefgründige Besinnungen über wesentliche Glaubensbegriffe zu schaffen. Insgesamt werden 111 Stichworte behandelt. Die schlichte, aber prägnnate Sprache dieses Werks wurde behutsam modernisiert.
Herausgeber:
Freigegeben:
Aug 14, 2014
ISBN:
9783417227130
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Buch

Über den Autor


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Grundworte des Neuen Testaments - Ralf Luther

Der SCM-Verlag ist eine Gesellschaft der Stiftung Christliche Medien, einer gemeinnützigen Stiftung, die sich für die Förderung und Verbreitung christlicher Bücher, Zeitschriften, Filme und Musik einsetzt.

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ISBN 978-3-417-22713-0 (E-Book)

ISBN 978-3-417-26587-3 (lieferbare Buchausgabe)

Datenkonvertierung E-Book:

CPI – Ebner & Spiegel, Ulm

© 2014 SCM R.Brockhaus im SCM-Verlag GmbH & Co. KG

Bodenborn 43 · 58452 Witten

Internet: www.scmedien.de | E-Mail: info@scm-brockhaus.de

Umschlaggestaltung: Medienagentur Hallenberger, www.hallenberger.com

Satz: Christoph Möller, Hattingen

Inhalt

Vorwort

Abkürzungen

Abendmahl

Apostel

Arme

Auferstehung

Auferstehung Jesu

Bekehren

Beruf, Berufung

Beten

Bruder

Buße

Christus im Menschen

Dämonen

Danken

Dienen

Dienst, Diener

Engel

Erbauen

Erkennen

Erlösen

Erwählung

Evangelium

Ewig, Ewigkeit

Fasten

Feinde

Finsternis

Fleisch

Freiheit

Freude

Friede

Frucht

Gaben des Geistes

Gebot, Gebote

Geduld

Geist

Gemeinde

Gemeinschaft

Gerecht

Gerechtigkeit Gottes

Gericht

Gesetz

Glaube

Gnade

Gotteskinder

Gut

Hassen

Heil

Heiland

Heilig

Heilige

Heiliger Geist

Heiligung

Herr

Herrlichkeit

Heuchler

Hoffnung

Hosianna

In Christus sein

Jünger

Kreuz

Kreuz Christi

Leben

Leib

Leib Christi

Licht

Liebe

Liebe zu Gott

Liebe zum Mitmenschen

Loben

Maß

Mensch

Menschensohn

Mühselige

Nachfolge Christi

Nächster

Name

Neues Testament

Offenbaren

Predigen

Priester

Prophet

Rechte Gottes

Rechtfertigen

Reich Gottes

Richten

Schöpfung

Schuld

Schuldiger

Seele

Selbstverleugnung

Selig, Seligkeit

Sohn Gottes

Suchen

Sünde

Taufe

Taufe

Teufel

Tod

Treue

Vater im Himmel

Vergebung

Vergebung

Vermessenheit

Versöhnung

Vollkommenheit

Wahrheit

Weisheit

Weissagung

Welt

Wiedergeburt

Wiederkunft Christi

Wille Gottes

Wort Gottes

Wunder

Zeuge

Zorn Gottes

[ Zum Inhaltsverzeichnis ]

Vorwort

Das Neutestamentliche Wörterbuch von Ralf Luther (1887–1931) ist ohne Zweifel ein Klassiker der Bibelauslegung. Es hat seit mehr als 75 Jahren Generationen von Bibellesern und -auslegern begleitet. Dabei hat es immer mehr geleistet, als nur eine Kenntnis von biblischen Begriffen zu vermitteln. Das Werk atmet eine lebendige Glaubens- und Christuserfahrung und kann zu einer Einweisung in den christlichen Glauben werden. Doch seine Hauptabsicht ist es, in die Sprach- und Denkwelt des Neuen Testaments hineinzuführen. »Der Zugang zum Neuen Testament kann sich uns erst wieder eröffnen mit dem Verständnis seiner grundlegenden Ausdrücke«, schrieb Ralf Luther im Vorwort. Dem Verlag erschien für diese Neuausgabe deshalb der Titel »Grundworte des Neuen Testaments« angemessen. Von diesen Grundworten sagte Ralf Luther weiter: »Unter dem Zwang fest eingewöhnter Vorstellungen lesen wir ganz fremde Gedanken in sie hinein. Uns fehlt die Fähigkeit, ihren eigenen Gehalt aus ihnen herauszulesen.« Diese Fähigkeit wiederzugewinnen, dazu leitet dieses Buch an. Die einerseits kraftvolle, andererseits fast meditative Sprache Ralf Luthers leistet dazu einen besonderen Beitrag.

Das Werk hat eine bemerkenswerte Geschichte hinter sich. Es erschien in zahlreichen Auflagen, in verschiedenen Verlagen und in mehreren Stufen der Bearbeitung. Die erste Auflage kam 1937, Jahre nach dem Tod des Autors, im Furche-Verlag heraus. Die 13. Auflage wurde 1951 von Otto Etzold bearbeitet, die 15. Auflage von Carsten Colpe. Ab der 17. Auflage erschien das Buch im Gütersloher Verlagshaus in der Bearbeitung von Gerhard Delling, unter Mitwirkung von Gerhard Wallis. 1998 brachte der Ernst-Franz-Verlag das Werk erneut heraus. Er bezog sich dabei auf die 11. Auflage von 1937 und übernahm einige Änderungen aus der 13. bis 15. Auflage, aber längst nicht alle, sondern bot einen ursprünglicheren, weithin ungekürzten Text.

In den verschiedenen Bearbeitungen bis zur 17. Auflage kamen unterschiedliche Blickwinkel zur Geltung. Zum einen ging es darum, das Werk sprachlich zu aktualisieren und behutsam mit dem jeweils aktuellen Stand der Forschung abzugleichen, ohne daraus ein akademisches Werk zu machen. Zum anderen waren den Bearbeitern ab der 13. Auflage gewisse Einseitigkeiten aufgefallen. Otto Etzold wird 1951 in einem Nachwort von Otto Schmitz zitiert: Nachdem Ralf Luther eine geistlich-theologische Neuausrichtung erlebte, »war seine Verkündigung ganz anders: praktisch, lebendig, werbend, auch ganz bewusst einseitig und im Gegensatz zur hergebrachten Predigt zugespitzt«. Das Nachwort fährt dann fort: »Manchmal ging diese Einseitigkeit allerdings zu weit. Das Pendel hatte gewissermaßen noch nicht Zeit, aus dem einen und dann aus dem anderen Extrem in die Mittellage zurückzuschwingen; der Tod nahm ihn zu schnell fort.« Die Bearbeitungen wussten sich dem Ansatz Ralf Luthers weiterhin verpflichtet, glätteten aber manche extreme Aussage. Dabei ist – mehr noch in der 17. Auflage – eine gewisse Einpassung in die Theologie der lutherischen Bekenntnisschriften zu bemerken, gerade was die Themen Taufe und Wiedergeburt betrifft. Ursprünglich las man bei Ralf Luther durchaus institutionskritische, aufrüttelnde, gelegentlich geradezu radikale Sätze – zweifellos darauf abzielend, seiner Kirche aus der Bibel kräftige Anstöße zur Erneuerung zu geben. »Man spürt es ihm [dem Werk] unmittelbar ab, dass es aus dem innersten Impuls eines in letzter Bedeutung ›Mobilgemachten‹ stammt« (Otto Schmitz). Demgegenüber wirkt manche Passage aus späteren Auflagen allzu abgemildert, und es fragt sich, ob man Ralf Luther hier nicht kirchlich domestiziert hat. Immerhin bescheinigt Otto Etzold dem Autor, dass er »durch ein intensives und freudiges Lutherstudium hindurchgegangen war«. Auch in seinen zugespitzten Aussagen beruft sich Ralf Luther gelegentlich auf den Reformator. Ob man diesen Ansatz durch Verweis auf die Bekenntnisschriften der Evangelisch-Lutherischen Kirche ein Stück weit abfangen sollte, kann man unterschiedlich beurteilen.

Die hier vorliegende Neuveröffentlichung geht von den vorhergehenden Neuauflagen aus. Gelegentlich – gerade in den Artikel zur Taufe und zur Wiedergeburt – wurden ältere Formulierungen von Ralf Luther einbezogen. Dennoch sind neuere ausdeutende Textzusätze nicht komplett weggefallen, sondern wurden zu den teilweise »radikaleren« Gedanken Ralf Luthers in Bezug gesetzt. Die von früheren Bearbeitern für wünschenswert gehaltene »Mittellage« wird hier also von Fall zu Fall weniger durch Beschneidung auf der einen Seite als durch Ergänzung auf der anderen erreicht. Betont werden muss dabei, dass diese Neuausgabe keine durchgängige theologische Neubearbeitung darstellt, sondern auf den vorherigen Editionen fußt und auch deren Straffungen teilweise übernommen hat.

Durchgängig wurde allerdings die Sprache vorsichtig angepasst, sodass veraltete Ausdrucksweisen neu formuliert wurden, ohne dass der Eindruck von der urtümlichen Sprache Ralf Luthers dabei verloren ginge. Nach wie vor ist der Text der Lutherbibel, hier in der Revision von 1984, Ausgangspunkt der Auslegungen.

Der Verlag ist davon überzeugt, dass die Zeit dieser »Einführung in Sprache und Sinn der urchristlichen Schriften« noch längst nicht vorbei ist. Leserinnen und Leser dieses Buches werden zum einen mit der Denkwelt des Neuen Testaments vertraut. Zum anderen erhalten sie eine Gelegenheit zu geistlicher Ausrichtung und begegnen der Herausforderung, die beschriebenen Wirklichkeiten als Realität im eigenen Leben zu erfahren.

Verlag SCM R.Brockhaus

Ulrich Wendel

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Abkürzungen

[ Zum Inhaltsverzeichnis ]

Abendmahl

Mit der Einsetzung des Abendmahls gab Christus seinen Jüngern nicht ein Problem zum Grübeln, sondern eine Hilfe für Leben und Dienst. Das Abendmahl will vom Leben her verstanden werden, so einfach, wie es gemeint ist. Im Orient verband das Mahl zu besonders intensiver Gemeinschaft. Der Grundton bei einem Gastmahl war ein froher. Die Hauptmahlzeit fand wegen der zu großen Hitze am Tage immer am Abend statt. »Abendmahl« lautet übersetzt in unsere Sprache: »festliches Gastmahl«. – In der Abschiedsstunde nimmt Jesus Brot, bricht jedem Jünger ein Stück ab und lässt den Kelch kreisen: »Nehmet, esset! Das ist mein Leib. Nehmet, trinket! Das ist mein Blut.« Er sagt den Seinen, sie sollen dieses Mahl in der kommenden Gemeinde wiederholen (Mt 26,26ff; Mk 14,22ff; Lk 22,15ff; 1Kor 12,23ff).

Die Stiftung des Glaubens an den Erlösungstod

Warum tut er das? – Er öffnet und gibt ihnen den Glauben an seinen Erlösungstod. Sie glauben ja schon an ihn, aber sein Kreuz ist ihnen noch verschlossen und anstößig. Darum sagt er ihnen durch die Gabe von Brot und Wein: Ich sterbe für euch. Ich gebe meinen Leib in den Tod und lasse mein Blut vergießen – für euch, zu eurer Erlösung. Er spricht zu ihnen, wie man zu Tauben und Schwerhörigen spricht, bei denen man das gesprochene Wort mit einer Handlung bekräftigen muss – denn wir alle (nicht nur die zwölf Jünger) sind ja Taube und Schwerhörige für Gottes Gnade.

Das Abendmahl ist Höhepunkt der Gemeinschaft mit Christus

Und wie er mit seinen Jüngern – mit denen in Emmaus und mit den anderen – nach seiner Auferstehung durch ein Mahl die Gemeinschaft wiederherstellt (Lk 24,13ff; 36ff; Joh 21,1ff; vgl. Mk 16,14), so tut er es mit allen seinen Christen immer wieder in der Feier des Abendmahles. Hier bleibt er als der Herr inmitten seines erlösten Volkes.

Die Frage, wozu denn noch eine besondere Feier nötig sei zur Gemeinschaft mit dem erhöhten Christus, da die Gemeinde ihm doch auch sonst nahe sei, ist eine Verstandesfrage und greift am Leben vorbei. Wie geht es uns denn mit unseren Nächsten? Wir haben uns jeden Tag und teilen täglich so vieles und sind uns nahe. Aber es ist doch noch etwas Besonderes bei einer Familienfeier. Da ist einer dem anderen doppelt nahe, es ist alles so vertraut und unmittelbar und feierlich, wie es im Alltag kaum der Fall ist; es bedeutet mehr als sonst, wenn man heute einander die Hand reicht. In solchen Momenten muss alles, was sich im täglichen Leben als Eintrübung und Trennung zwischen so nah verbundene Menschen drängte, ganz ausscheiden; man fühlt nur, dass man zueinander gehört. Und dann: Von solchen Augenblicken strahlt es hell auch ins ganze sonstige Zusammenleben; die Verbindung ist wieder ein Stück stärker geworden.

So hat Christus seiner Gemeinde eine Feier gegeben, in der er ihr noch über das hinaus, was sie sonst an ihm hat, nahe sein will. Hier will er sie berühren und beleben bis in ihr körperliches Dasein hinein. Hier soll auch alles das, was sonst manchmal eine wirkliche Nähe verhinderte, gänzlich ausgeschaltet sein und die, die bei Christus zu Gast sind, sollen nur das eine wissen: Sie gehören zu ihm und er zu ihnen. So sollen diese Feierstunden Leuchtkraft haben fürs ganze Leben, für die ganze Gemeinschaft mit Christus und für den Dienst an seiner Sache.

Der Grundcharakter des Abendmahls ist Festfreude

Das Abendmahl ist eine Feier; es ist ein frohes, festliches Mahl. In der Alten Kirche hieß diese Feier Eucharistie, das heißt Lobpreis, weil das ganze Mahl unter dem Zeichen des Lobes und der Freude stand. Wie das Volk Israel im jährlichen Passahfest an die Erlösung aus Ägypten denken und Gott darüber preisen sollte, so soll die Christenheit im Abendmahl Gott für die vollbrachte Erlösung von aller Sünde danken und preisen. Es ist unbegreiflich, wie die Gemeinde dahin kommen konnte, diese Feier in einer Art Begräbnisstimmung zu begehen.

Das Abendmahl ist Mahl unter Geschwistern und Höhepunkt der Sehnsucht nach der Wiederkunft Christi

Das Abendmahl ist die Familienfeier der Gemeinde. Ist es so, wie es sein soll, so geht es auch zwischen den Abendmahlsgenossen nah und vertraut zu. »Ein Brot ist’s, so sind wir viele ein Leib« (1Kor 10,17). – In den ersten Jahrhunderten hatte die feiernde Gemeinde immer den Ausblick auf den kommenden Christus (Lk 22,16.18). Abendmahl ist beides: tiefe Ruhe und stürmisches Verlangen, beglückende Freude am nahen Herrn und brennende Sehnsucht nach dem kommenden.

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Apostel

(lateinisch Missionar), bedeutet Gesandter

Ein Apostel ist ein berufener und ermächtigter Vertreter des Reiches Gottes

Ein Gesandter hat die Aufgabe, Beziehungen von Land zu Land herzustellen. Dazu muss er von höchster Stelle ermächtigt sein, er muss eben die Sendung (Mission, Apostolat) haben. Man kann nicht aus eigenem Auftrag Botschafter sein. Das Gegenteil des Gesandten ist der Engagierte, der etwas unternimmt, weil er es will. Er mag noch so eifrig, er mag ein Genie sein, das macht ihn keineswegs schon zum Gesandten. Beziehungen von oben nach unten, von der Gottheit zur Menschheit, entstehen noch nicht dadurch, dass sie hier unten gewollt werden. Ein ganzes Heer religiöser Helden, die mit unerhörtem Ernst Christen sein wollen, oder religiöser Genies wiegt noch nicht einen Apostel auf. Aber wo auch nur einer eine göttliche Sendung hat, da sind die Beziehungen zwischen Himmel und Erde hergestellt.

Christus ist »der« Apostel; er sendet die Zwölf

In den letzten Jahrhunderten vor Christi Geburt werden keine göttlichen Boten gesandt. Die unmittelbare Verbindung ist aufgehoben. Das wird ganz anders, sobald Jesus kommt. Er hat eine Sendung mit unbeschränkter Vollmacht. Darum heißt er »der« Apostel (Hebr 3,1), das heißt: der, durch den überhaupt erst der volle Kontakt zwischen Gott und der Menschheit zustande kommt. Christus hat eine so umfassende Vollmacht, dass er seinerseits Menschen zu Beauftragten der Gotteswelt hier unten ernennen kann. Das sind seine Apostel. Er stellt ihren Auftrag dem seinen gleich: »Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch« (Joh 20,21).

Apostel im weiteren Sinne

Die Bezeichnung »Apostel« wird im Neuen Testament auch in einem allgemeineren Sinne von Abgesandten und Sendboten der Gemeinden gebraucht (2Kor 8,23; Phil 2,25; vielleicht auch Röm 16,7). Ja, schließlich muss jeder, der predigen will, von Christus gesendet sein (Röm 10,15). – Gerade weil das Apostelamt so wichtig ist, ist in der Christenheit darum gestritten worden (»Welche sagen, sie seien Apostel, und sind’s nicht«, Offb 2,2; 2Kor 11,13). Darum muss ein Apostel auch, wie jeder Gesandte, Zeichen und Beglaubigung seines Apostolats vorweisen können (1Kor 9,1f; 2Kor 12,12; Gal 2,8).

Christus hatte nicht nur zwölf Apostel. Menschen, die ermächtigt sind, die vorhandenen Beziehungen zwischen ihm und den Gemeinden aufrechtzuerhalten oder an neuen Stellen solche anzuknüpfen, hat die Christenheit immer nötig. In diesem Sinne ist das Apostolat nicht eine außerordentliche Einrichtung, die zu einer bestimmten Zeit nötig war, sondern ein ordentlicher Dienst, der immer nötig ist (wenn auch die zwölf Apostel einzigartige Bedeutung haben). Gibt es keine Apostel, keine bevollmächtigten Gesandten mehr, so sind die Beziehungen zwischen Himmel und Erde abgebrochen.

Wenn es heißt, dass die Gemeinde Jesu erbaut ist »auf den Grund der Apostel und Propheten« (Eph 2,20), so sind damit die Apostel gemeint, die die Gemeinde durch ihre Verkündigung gegründet haben, und die Propheten, die in ihr das Evangelium predigen, auch noch in der Zeit, in der der Epheserbrief geschrieben ist. Statt um Aposteltitel zu streiten und sich darüber zu spalten, sollten die Christen lieber danach streben, zuerst das Zeugnis und den Dienst der Apostel Jesu im Neuen Testament völlig anzunehmen – dann wird es auch wieder mehr vollmächtige Diener und Gesandte in der Christenheit geben.

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Arme

Arme heißen im Evangelium die, die von den als fromm Geltenden verachtet werden

Unter den Armen werden in der Seligpreisung (Lk 6,20) die an Besitz, gesellschaftlicher Geltung und Bildung Geringen verstanden. Sie standen unter dem Druck der führenden Kreise und waren nicht nur von den Wohltaten der Kultur, sondern oft auch von der tieferen religiösen Erkenntnis abgeschnitten. Zu dieser Kultur hatten oft nur die studierten Leute und ihr geistiger Anhang Zugang; sie war dadurch so verknöchert, dass sie dem schlichten, ursprünglichen Verstand unzugänglich war. Diesen Elenden, Unterdrückten wird die Botschaft zugerufen, dass die Gottesherrschaft ihnen den völligen Wandel ihrer Lage bringt. »Armen wird das Evangelium gepredigt« (Mt 11,5). Ihnen, denn sie sind die Empfänglichen, Dankbaren, während die an Vermögen, Ansehen, Bildung, frommer Erkenntnis Reichen in der Versuchung stehen, satt, selbstzufrieden und unempfänglich zu sein. Natürlich sind das große Linien, die Jesus zieht. Ausnahmen gab es, wie wir wissen, auf beiden Seiten.

Geistlich arm sind Menschen, die mit leeren Händen vor Gott stehen

Mit den geistlich Armen (Mt 5,3) sind nicht Minderbegabte gemeint, sondern Leute, die in göttlichen Dingen sich arm, leer und unwissend fühlen, weil sie erkennen, dass sie es tatsächlich auch sind. Solchen können die großen Geheimnisse von oben offenbart werden (Mt 11,25). Den »Unmündigen« (Menschen, die nicht zu jeder Sache eine Meinung haben müssen) wird das Verborgene enthüllt; sie sind gewürdigt, Träger der göttlichen Weisheit zu sein, weil sie nicht etwas Eigenes hinzufügen.

Die geistlich Armen sind wie die Orgel, die keine einzige Melodie in sich hat, sondern ganz darauf angelegt ist, sich die Töne vom Meister geben zu lassen. Die Weisen und Klugen gleichen der Drehorgel, die alle Melodien schon fertig in sich trägt und darum eine neue Musik weder aufnehmen noch wiedergeben kann. Sie können keine tauglichen Instrumente abgeben für das göttliche Spiel (vgl. 1Kor 1,26f; Joh 9,39).

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Auferstehung

Auferstehung ist Wiederaufleben des ganzen Menschen

Das Neue Testament spricht nicht von der Unsterblichkeit der Seele; es verkündet die Auferstehung der Toten. Im Griechischen lautet der Ausdruck eigentlich: das Aufstehen. Das Neue Testament weiß nichts von einem zukünftigen Aufgehen der menschlichen Person in einer »Allseele«; so denkt man sich ja oft die »Unsterblichkeit der Seele«. Christus und die Apostel sprechen überall vom Wiederaufleben der menschlichen Person in ihrer gottgeschaffenen Eigenart. Wiederaufleben soll nicht ein Teil des Menschen (seine Seele, sein Geist), sondern der ganze Mensch einschließlich des Körpers. Das Neue Testament kennt nicht die spätgriechische Geringschätzung des Körpers. Sie ehrt ihn als Gottes Schöpfung. Der Körper, wie ihn der Schöpfer anfänglich dem Menschen gab, war nicht ein Gefängnis des Geistes, sondern in untrennbarer Einheit mit dem Geist ein Gleichnis der göttlichen Herrlichkeit (dies ist der Sinn von 1Mo 1,26). Der Körper ist ein angemessenes Werkzeug und Ausdrucksmittel des inneren Menschen; er ist gewürdigt, ein Tempel Gottes und eine Wohnung seines Heiligen Geistes zu werden (1Kor 6,19). Der jetzige Körper ist zwar dem Tode verfallen; deswegen wird der Mensch aber in der Vollendung nicht ohne Körper sein. Er wird vom Tode auferstehen mit einem neuen, verherrlichten Körper (Phil 3,21).

Auferstehung ist erneute Schöpfung

Nicht das, was der Mensch auf Erden aus sich

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