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Was Linke denken: Ideen von Marx über Gramsci zu Adorno, Habermas, Foucault & Co
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Was Linke denken: Ideen von Marx über Gramsci zu Adorno, Habermas, Foucault & Co
eBook154 Seiten4 Stunden

Was Linke denken: Ideen von Marx über Gramsci zu Adorno, Habermas, Foucault & Co

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Über dieses E-Book

Oft ist zu hören: Es herrscht Entideologisierung. "Links", das ist doch heute mehr so ein Gefühl. Vorschnelle Befunde!, meint Robert Misik. Denn der zeitgemäße Linke hat sehr wohl ein paar Bruchstücke an Theorien im Kopf: Marx' Lehren über die Widersprüche des Kapitalismus; Eduard Bernsteins Postulat, dass Reform im Rahmen des Systems möglich ist; Antonio Gramscis Gedankengänge über Zivilgesellschaft und Hegemonie; den leicht depressiven kulturkritischen Sound der Frankfurter Schule von Walter Benjamin bis Jürgen Habermas; Michel Foucaults Traktate, dass sich Macht eher in Machtknoten dezentriert hat und dass die Unterdrückten bei ihrer Beherrschung mitmachen; eine Prise postmoderne Theorie, dass die Idee einer Wahrheit auch nur eine Täuschung ist; ein großer Schöpflöffel Keynes, ein kleiner Schuss postkoloniale Theorie und viel Entfremdungskritik.

Robert Misik beschreibt rasant und amüsant von A wie Adorno bis Z wie Žižek, aus welchen Brocken sich zeitgenössisches linkes Denken heute zusammensetzt.
SpracheDeutsch
HerausgeberPicus Verlag
Erscheinungsdatum21. Sept. 2015
ISBN9783711753021
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    Buchvorschau

    Was Linke denken - Robert Misik

    können.

    1.

    TALKING ’BOUT A REVOLUTION

    Warum wir heute alle irgendwie Marxisten sind – und auch wieder nicht

    »Wer wäre nicht Marxist? Und doch ist es so: alle sind Marxisten, ein wenig, unbewusst.« Diese Sätze schrieb der italienische Kommunist Antonio Gramsci vor mittlerweile beinahe hundert Jahren. Ziemlich absurde Sätze, könnten Sie jetzt meinen. Sie haben vielleicht von Marx das eine oder andere gelesen, aber deshalb seien Sie doch noch lange kein Marxist, könnte Ihr Einwand lauten. Oder: Sie haben total viel von Marx gelesen, sind es deswegen aber auch nicht notwendigerweise. Oder gar: Sie haben noch keine Zeile von diesem Typen gelesen, also wie sollten Sie denn Marxist sein? Oder, ein anderer möglicher Einwand, den Sie formulieren könnten: Ja, ich bin zwar Marxist, aber die allermeisten Menschen sind doch ganz gewiss keine Marxisten. Und mit all dem hätten Sie natürlich, um das schöne vage Wort zu benutzen, das auch Gramsci verwendet, irgendwie recht und doch irgendwie unrecht zugleich. (Übrigens notierte Gershom Scholem über Walter Benjamin, er habe »noch keinen Menschen dieses Wort öfter gebrauchen hören als Benjamin. Das Wort ›irgendwie‹ ist der Stempel einer werdenden Ansicht«, also der Ahnung, dass sich etwas in eine bestimmte Richtung entwickelt oder zu denken ist, ohne dass man das schon systematisch und endgültig zu belegen vermöge. In diesem Sinn wird Ihnen das Wort irgendwie noch häufiger in diesem Büchlein begegnen.)

    Eine Reihe von Grundpostulaten, die Marx entwickelt hat, sind heute genauso allgemein verbreitet wie diverse seiner periphereren Gedankengänge. Und manche seiner Thesen sind sogar so versimpelt und vulgarisiert worden, dass sie in Gestalt von Blödsinn kaum mehr aus der Welt zu schaffen

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