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Die schönsten Sagen aus der Steiermark
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eBook226 Seiten2 Stunden

Die schönsten Sagen aus der Steiermark

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Über dieses E-Book

DIE SCHÖNSTEN SAGEN AUS ALLEN REGIONEN DER STEIERMARK

… gesammelt von den österreichischen Sagen-Experten Wolfgang Morscher und Berit Mrugalska.

Mehr als 70 bezaubernde und spannende, romantische und unheimliche Geschichten vom Natternkrönlein und vom Schöcklschatz, vom Lindwurm und vom Jungfernsprung, von König Attilas Grab und von Agnes von Pfannberg, vom Venedigermännchen und vom Wilden Gjoad, von der Trud und vom Nachtahnl, Sagen von Nixen und Wassermännern, Berggeistern und Drachen, Teufeln und Hexen.

DIE SCHÖNSTEN SAGEN AUS ALLEN BUNDESLÄNDERN:
Die schönsten Sagen aus Oberösterreich
Die schönsten Sagen aus Niederösterreich
Die schönsten Sagen aus Kärnten
Die schönsten Sagen aus dem Burgenland
Die schönsten Sagen aus Tirol
Die schönsten Sagen aus Südtirol
Die schönsten Sagen aus Salzburg
Die schönsten Sagen aus Wien
Die schönsten Sagen aus der Steiermark
Die schönsten Sagen aus Vorarlberg
SpracheDeutsch
HerausgeberHaymon Verlag
Erscheinungsdatum3. Sept. 2012
ISBN9783709974872
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    Buchvorschau

    Die schönsten Sagen aus der Steiermark - Wolfgang Morscher

    Steiermark

    Der Drachentöter von Mixnitz

    Aus dem Murtal ist vielen die große Prozessionsfigur des Riesen Samson bekannt – und wo es Riesen gibt, da gibt es auch Drachen!

    Ein besonders großer und gefährlicher Drache lebte in Mixnitz, südlich von Bruck an der Mur. Dieser Drache besaß einen schlangenähnlichen Körper, doch trug er einen schuppigen Panzer und hatte zwei spitze Flügel. Und damit nicht genug, er hatte auch noch vier Füße, und die waren mit rasierklingenscharfen Krallen ausgestattet. Dieses Monster bekam alles, was es wollte, ob Mensch oder Vieh, keine Kreatur war vor ihm sicher. Seine Opfer verspeiste er entweder gleich an Ort und Stelle oder er schaffte sie in seine Höhle am Röthelstein. Von seiner Beute ließ er nie etwas übrig, kein Knochen oder Schuh wurde jemals außerhalb seiner Höhle gefunden.

    Auch der Bauer des Meierhofes aus Pernegg hatte unter dem Mixnitzer Drachen zu leiden. Immer wieder holte sich das Untier Vieh aus seiner Herde, doch eines Tages holte er sich nicht nur zwei Rinder, sondern auch noch den Hirtenjungen. Und nun bebte der Bauer vor Zorn. Er versprach demjenigen eine riesige Belohnung, der den Drachen erlegen würde. Da wurde die Sache natürlich publik, und von überall her kamen Anwärter, die sich dem Drachen stellen und die Belohnung kassieren wollten. Doch manche verließ schon der Mut, wenn sie den Drachen nur aus der Ferne sahen oder sein Brüllen hörten. Andere trauten sich schon näher heran und kämpften mit ihm, doch waren sie meist froh, wenn sie mit ein paar Knochenbrüchen und Abschürfungen davonkamen und ihre Haut retten konnten. Der Drache aber hauste in der ganzen Zeit weiter wie gehabt, er raubte Vieh und Mensch, und viele, die zum Kampf gegen den Drachen aufgebrochen waren, wurden nie wieder gesehen.

    Es schien aussichtslos, dass der Drache jemals besiegt werden würde, und da dachte sich der Ziehsohn des Meierhofbauern, dass der Drache dann halt auf eine andere Art erledigt werden müsse. Er pirschte sich zu dem weit sichtbaren Eingang der Drachenhöhle und legte sich auf die Lauer. Hin und wieder wagte er aus seinem Versteck hervorzuschauen und konnte tausende von Knochen der Opfer erkennen, die in der Höhle verstreut lagen. Er musste lange warten, bis der Drache aus der Höhle kam, aber irgendwann musste er ja Durst bekommen und seinen Weg zum See nehmen. Dieser Weg war im Laufe der Jahre zu einer glatten Rinne geworden, keinerlei Steine lagen dort verstreut, auch keine Sträucher wuchsen darin. Der Drache hatte mit seinem Bauch eine glatte Rutschrinne geschaffen und der Junge kam zu der Überzeugung, dass der Bauch des Drachen weich und geschmeidig sei und nicht gepanzert wie der Rest von ihm. Als sich dann der Wind zu seinen Gunsten drehte, machte er sich an die Arbeit, dutzende Sicheln und Messer in die Rinne einzugraben, und zwar mit der Schneide zur Höhle gewandt. Als nun der Drache sich wieder mit einem Hupf in seine Fahrrinne zum See warf, da rissen ihm die Sicheln und Messer den Bauch auf, und der Drache blieb wie gepfählt liegen und brüllte vor Schmerzen. Dann riss er sich hoch, wand sich nach links und nach rechts, doch je mehr er versuchte sich zu befreien, desto tiefer drangen die scharfen Sicheln und Messerschneiden in seinen Leib und zerschnitten ihm die Eingeweide. Schlussendlich konnte sich der Drache wirklich befreien, doch war er so stark verwundet, dass er nur mehr blutend den Berg hinunterkollerte. Steine und Bäume riss er dabei mit sich, und dann blieb er als blutige Kugel liegen – tot.

    Dieses Spektakel blieb natürlich nicht unbemerkt, die Ersten kamen, um zu sehen, wer den Kampf mit dem Drachen auf sich genommen hatte, und die freudige Nachricht machte wie ein Lauffeuer die Runde. Von überall her kamen nun die Menschen, sie wollten mit eigenen Augen sehen, dass der Drache nicht mehr am Leben war. Gemeinsam wurde eine riesige Grube ausgehoben, wie man sie bis dahin noch nicht gesehen hatte, und der stinkende Kadaver wurde hineingehievt und vergraben. Der junge, kluge Bursch bekam als Dank den Meierhof übergeben und wurde von der ganzen Bevölkerung des Murtales als Held gefeiert.

    Der Höllentorwart von Mariazell

    Vor etlichen Jahren, als in den Wäldern im Mariazeller Land noch sehr viel Holz geschlägert wurde, da gab es in der Nähe von Mitterbach ein kleines Wirtshaus, wo die Holzknechte nach Feierabend oder am Sonn- und Feiertag zusammenkamen. Da wurde dann freilich gut gezecht, Karten gespielt und – wie sollte es auch anders sein – nach altem Holzknechtbrauch wurde auch heftig gerauft. Bei diesem Raufen oder auch Ringen war zwar die Stärke des Mannes von Bedeutung, wichtiger aber war die Schnelligkeit und Gewandtheit der Füße. Nicht selten sah man nämlich den Stärkeren durch eine schnelle Drehung des wendigeren Gegners am Boden liegen. Einer der Holzarbeiter liebte diesen Volkssport besonders, er war im ganzen Mariazeller Land wegen seiner Rauflust und Wildheit unter dem Namen „Schrecklicher Sepp bekannt. Er nutzte jede Gelegenheit, um einen Gegner zum Raufen zu finden, sein ganzes Streben galt nur der Rauferei, und dem anschließenden Feiern war er freilich auch nicht abgeneigt. Am Fest Christi Himmelfahrt machte sich der „schreckliche Sepp auf nach Mariazell, aber nicht wegen der weitum bekannten Wallfahrtskirche, sondern er hoffte, viele neue Gegner zum Raufen zu finden. Er trug seine graue Lodenjacke, innen mit grünem Tuch ausgeschlagen, einen roten Brustlatz, die gamslederne Kniehose, grüne Strümpfe und grobe Nagelschuhe, wie man sie heute nur mehr selten sieht. Auf dem Kopf saß ein grünes Hütchen mit Gamsbart und Spielhahnstoß. Die Spielhahnfeder durfte an keinem Hut eines Raufers fehlen, und zum Zeichen seiner Angriffslust trug der „schreckliche Sepp seine nach vorn gestellt. „Ob Feiertag oder nicht, heute will ich raufen!, sprach der Sepp und machte sich auf den Weg. Doch in Mariazell angekommen, war niemand bereit mit ihm zu raufen, an einem so hohen Feiertag gehörte sich das nicht. Sepp ging von Gasthaus zu Gasthaus, fand aber keinen, der zum Ringen bereit war. „Das gibt’s doch nicht, rief der „schreckliche Sepp, „ich hab immer noch wen zum Raufen gefunden und so soll’s auch heute sein, ich geb noch nicht auf! Zu Mittag war der Rauflustige bereits sturzbetrunken und machte sich auf den Heimweg nach Mitterbach. Wen er auch traf, stänkerte er an, aber niemand wollte den hohen Feiertag entweihen, keiner ließ sich auf die derben Späße des Holzknechtes ein. „Wenn ich zurück in Mitterbach bin, werde ich schon die richtigen Männer finden, da kann ich mich austoben, dachte er sich, doch auch da hatte er sich getäuscht. „Sepp, trink ein Bier und gib Ruhe, musste er sich ein ums andere Mal anhören. Da sprang der Sepp auf und schrie: „Raufen werde ich, und wenn’s mit dem Teufel selber sein muss! Vor der Tür begann er laut zu fluchen, da gellte auch schon aus dem Wald ein kecker Juchzer herüber. „Es gilt!", rief der Sepp zur Antwort und sprang ins Gebüsch, um zu seinem Kontrahenten zu gelangen.

    Die anderen Holzknechte schüttelten nur den Kopf und warteten gespannt, wann der „schreckliche Sepp" zurückkäme und zu neuen Raufereien auffordern würde, denn der Sepp bekam ja vom Raufen nie genug. Doch so sehr sie auch auf ihren Kameraden warteten, er kam und kam nicht. Auch nach Tagen und Wochen hatte niemand den Sepp mehr gesehen. Sie gingen zu seiner Holzhütte im Wald nachsehen, doch da war er nicht und blieb verschwunden.

    Nach drei Jahren, es war wieder der hohe Feiertag Christi Himmelfahrt, da machten sich die früheren Kameraden auf den Weg nach Mariazell und kamen an der ehemaligen Hütte vom „schrecklichen Sepp vorbei. „Könnt ihr euch noch erinnern, vor drei Jahren haben wir ihn zuletzt gesehen, was aus dem wohl geworden sein mag? Da saß ein kohlschwarzer Sepp vor ihnen auf einem Holzstapel vor der Hütte. „Ja, Sepp, wo kommst denn du her, erzähl doch!", riefen die Kameraden.

    Der Sepp brachte aber keinen Ton heraus und deutet ihnen, dass er was zum Trinken brauche. Schnell wurde ein Krug Quellwasser geholt, den der Sepp in einem Zug leerte. „Ich bin damals in den Wald gesprungen, immer dem Juchzer nach, und dort wartete auch schon der Teufel auf mich. Der ist so stark, dass er mich einfach am Hosenboden aufgelupft hat, und durch ein Loch in der Erde hat er mich direkt mit in die Hölle genommen. Ich musste in der Hölle als Torwart arbeiten, bekam zu essen, aber nichts zu trinken, da vor Hitze dort unten alles verdunstet. Seit drei Jahren habe ich nichts mehr getrunken, und da ich als Höllentorwart ständig beschäftigt war – ihr glaubt ja nicht, wie viele Menschen täglich in die Hölle kommen –, habe ich auch seit drei Jahren nicht mehr geschlafen. Heute nun hat jemand anderes den Feiertag durch seine Rauflust entweiht und meinen Platz eingenommen. Ich durfte mich schlafen legen und bin hier vor der Hütte aufgewacht."

    Von da an kannte man den „schrecklichen Sepp" nicht wieder, er wusch sich, zog sich ein frisches Gewand an und ging mit den anderen in die Wallfahrtskirche zur heiligen Messe. Mit seiner Rauflust war es freilich auch vorbei.

    König Attilas Grab

    Dort, wo die Berge des Sautals ganz nahe an das Flussbett der Sulm herankommen, befindet sich der sagenumwobene Königsberg. Vor vielen Jahrhunderten sollen auf diesem Berg noch zwei große Burgen gestanden sein. Eine war von den Kelten gebaut worden, die andere – so erzählt die Sage – wurde von römischen Soldaten errichtet, die aus Flavia Solva flüchten konnten, ehe die Stadt zerstört wurde. Als der große, sagenhafte Hunnenkönig Attila mit seinen Heerscharen alle Völker zwischen Wolga und Rhein unterwarf und zum großen Schrecken Europas wurde und auch das durch viele Kriege geschwächte, aber immer noch mächtige Römische Reich unterwerfen wollte, zog Attila nach einer verlorenen Schlacht gegen Westgotenkönig Theoderich I. auf den Katalaunischen Feldern (451 n. Chr.) mit seinen Kriegern gegen die Metropole des Römischen Reiches, kehrte aber vor Rom um. Angeblich kamen die Hunnen auch wieder in die heutige Steiermark, stürmten durch das Sulmtal, raubten, mordeten und plünderten, aber die zwei Burgen auf dem Königsberg konnten sie nicht einnehmen. Als Attila der Sage nach einen Tag nach seiner Hochzeit (453 n. Chr.) verstarb, musste er mit vielen Schätzen begraben werden. Aber niemand sollte nachher das Grab des Hunnenkönigs finden. Auf der Suche nach einer brauchbaren Grabstätte erinnerten sich die Hunnen an die Burgen am Königsberg. An einem düsteren Regentag stürmten sie durch das Sulmtal und überfielen die Burgen. Während sich ein großer Pfeilregen über die großen Festungen ergoss, schlichen hässliche Gestalten in das Innere und metzelten die überraschte Besatzung nieder. Die Nacht darauf war unheimlich und rabenschwarz. Da erschienen im Morgengrauen weitere hunnische Reiterscharen. Sie führten einen prunkvollen Sarg mit, in dem sich der Leichnam ihres toten Königs befand. Sie hatten auch wertvolle Schätze dabei, die im ersten Strahl der Morgensonne nur so glänzten und blitzten. Nun begann ein geheimnisvolles, emsiges Treiben. Der Sarg und die gewaltigen Schätze wurden in das Innere einer Burg gebracht. Dort setzten die Hunnen ihren König bei. Anschließend zerstörten die wilden Krieger beide Burgen vollständig, sodass niemand zum Grab gelangen konnte.

    Eine andere Sage berichtet, dass der Hunnenkönig Attila – genannt „Gottesgeißel" – mit einem ungeheuren Heer ins Raabtal zog, um die Grenzen seines ohnehin großen Reiches durch den Raabtalgau noch zu erweitern. Das fruchtbare Tal war damals angeblich sehr dicht mit Städten und Dörfern besiedelt. Attila aber soll alle Ortschaften so gründlich zerstört haben, dass sie überhaupt nicht mehr aufgebaut wurden; nur Gleisdorf ist aus Schutt und Trümmern wieder neu erstanden.

    In der Nähe von Kirchberg liegt der Ort Berndorf; bis hierher soll die Stadt Enzen mit der Vorstadt Lebern (Gräberfeld) gereicht haben. Hier soll es der Sage nach zu einer blutigen Schlacht zwischen Hunnen und Christen gekommen sein, in der auch Attila selbst im Kampf fiel. Die Hunnen legten den Leichnam ihres Königs in drei Särge: Der erste war aus Kupfer, der zweite aus Silber und der dritte aus purem Gold. Dann wurde dieser dreifache Sarg in eine tiefe Grube mit zahlreichen, überaus wertvollen Grabbeigaben versenkt und das Grab mit einem großen Erdhügel bedeckt. Alle Männer, die das Grab ausgehoben hatten, wurden hernach getötet, damit niemand die Grabstätte verraten konnte. Wer diese Schätze heben will, kann dies nur in der Mitternachtsstunde tun, darf aber während der ganzen Arbeit kein Wort sprechen.

    Nach einer anderen Sage soll sich das Grab Attilas auf dem Saazkogel bei Feldbach befinden.

    Vom glühenden Schab

    Vom glühenden Schab oder auch vom Schabbock erzählt man in der Steiermark viel, und ebenso vielfältig ist seine Gestalt. Einige meinen zu wissen, wie ein Schabbock entsteht. Wenn nämlich ein Kind bereits vor der Hochzeit der Eltern entsteht, dann wird aus dem Buben ein Schabbock und aus dem Mädel eine Trud. In der Nacht verwandeln sich dann diese Menschen in diese Dämonen.

    In der Nähe von Schwanberg sah einmal ein Winzer um Mitternacht den glühenden Schab fliegen. Ein brennender, funkensprühender Besen, vorne mit einer glühenden Kugel, flog direkt auf ein Hausdach in seiner Umgebung und setzte sich dort hin.

    „Ja, das ist doch das Riedlhaus, überlegte der Winzer und fing an zu laufen. „Die haben doch erst ein Kind bekommen, dachte er entsetzt und versuchte, noch schneller zu werden.

    Endlich beim Riedlhaus angekommen, schaute er durchs Fenster, wo er auch schon den nun gehörnten Schab als schwarzen Ziegenbock mit feurigen Augen erkannte. Der

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