Genießen Sie von Millionen von eBooks, Hörbüchern, Zeitschriften und mehr - mit einer kostenlosen Testversion

Nur $11.99/Monat nach der Testversion. Jederzeit kündbar.

Alle für die Mafia: Komödie einer Manipulation. Drehbuch zum Fernsehfilm.
Alle für die Mafia: Komödie einer Manipulation. Drehbuch zum Fernsehfilm.
Alle für die Mafia: Komödie einer Manipulation. Drehbuch zum Fernsehfilm.
eBook193 Seiten2 Stunden

Alle für die Mafia: Komödie einer Manipulation. Drehbuch zum Fernsehfilm.

Bewertung: 0 von 5 Sternen

()

Über dieses E-Book

Ein Mafiaboss wird trotz der Proteste der Einwohner in ein Südtiroler Bergdorf verbannt und rächt sich auf seine Weise gegen die schlechte Behandlung, die ihm dort zunächst zuteil wird: er manipuliert, korrumpiert, kauft die Bürger des Ortes.
Felix Mitterer dazu: "Zu zeigen war - mit den Mitteln der Komödie -, dass mafiose Strukturen überall existieren, in der Gemeinschaft, in der Stadt, in jedem Dorf, und dass manchmal die so braven Bürger ebenso schlimm sind wie die Vertreter des organisierten Verbrechens. Die Mafia ist überall."
Die Fernseharbeit wurde durch Zeitungsmeldungen angeregt, hat also durchaus einen realen Hintergrund. Für die Druckfassung wurde das Drehbuch wie schon bei Mitterers Fernseherfolgen "Verkaufte Heimat" und "Piefke-Sage" von filmtechnischen Details befreit und dadurch leicht lesbar gemacht. Zahlreiche Szenenbilder ergänzen den Text.
SpracheDeutsch
HerausgeberHaymon Verlag
Erscheinungsdatum15. Juli 2013
ISBN9783709976326
Alle für die Mafia: Komödie einer Manipulation. Drehbuch zum Fernsehfilm.
Vorschau lesen

Mehr lesen von Felix Mitterer

Ähnlich wie Alle für die Mafia

Ähnliche Bücher

Rezensionen für Alle für die Mafia

Bewertung: 0 von 5 Sternen
0 Bewertungen

0 Bewertungen0 Rezensionen

Wie hat es Ihnen gefallen?

Zum Bewerten, tippen

    Buchvorschau

    Alle für die Mafia - Felix Mitterer

    www.haymonverlag.at.

    STATT EINES VORWORTES

    Der Fernsehfilm „Alle für die Mafia" hat einen durchaus realen Hintergrund. Vor einigen Jahren erschien in einer Tiroler Zeitung folgende Meldung:

    WIEDER MAFIOSO NACH SÜDTIROL

    BOZEN. Als ob sie es „zu fleiß täten, haben die Richter von Neapel den Südtirolern innerhalb weniger Tage bereits den zweiten Mafioso zugesprochen: Gestern wurde der Gemeinde Olang im Pustertal mitgeteilt, sie habe demnächst den Camorra-Gangster Antonio Pardellino aus Neapel für drei Jahre in Verbannung zu halten. Ebenfalls für drei Jahre war in der vergangenen Woche der Gemeinde Marlin bei Meran der Neapolitaner Camorra-Mann Salvatore Imperatrice „verheißen worden. Die Olanger befinden sich in heller Aufregung ebenso wie die Marlinger. Die beiden Bürgermeister haben gestern zusammen mit dem SVP-Kammerabgeordneten Roland Riz eine Eingabe an die zuständigen Regierungsstellen gemacht, in der sie auch Zweifel aussprechen, ob diese „Verbannung" ihren Sinn erfüllen würde, da Marlin keine Gendarmeriestation hat, die den Mann überwachen würde, und sowohl Marling als auch Olang Fremdenverkehrsorte sind, wo die Verbannten jeden nur gewünschten Kontakt pflegen könnten. Protestaktionen sind geplant.

    Einige Zeit später konnte man im „Kurier" folgende Glosse lesen:

    GERUCHLOS

    Kürzlich sah man im TV einen Südtiroler Bürgermeister, der sich beklagte, daß in sein schönes Dorf ein Mafioso aus Neapel verbannt wurde.

    Das ist zwar römische Rechtspraxis, aber, so der Bürgermeister, man werde sich dagegen wehren

    Man wehrt sich jetzt nicht mehr: Der Mafioso verhalf dem Dorf innerhalb weniger Tage zu den 250 Millionen Lire (fast drei Millionen Schilling) für den Bau eines Kindergartens, auf die es Jahre vergeblich gewartet hatte.

    Ein Mafioso, einer aus der berüchtigten Bande von Gewalttätern, braucht offenbar nur die richtige Behörde und den richtigen Beamten anzurufen, stellt sich vor: Signor M., und schon klappt’s.

    So verflochten, und nicht nur in Italien, sind Verbrechen und Wohltun, und Gott und Teufel arrangieren sich. Wonach riecht Geld?

    Weder nach Schwefel noch nach Weihrauch.

    M. M.

    Als ich diese beiden Zeitungsnotizen las, kam mir die Idee zu einem Drehbuch: Ein Mafiaboß wird trotz der Proteste der Einwohner in ein Südtiroler Bergdorf verbannt und rächt sich auf seine Weise gegen die schlechte Behandlung, die ihm dort zunächst zuteil wird: Er manipuliert, er korrumpiert, er kauft die Bürger des Ortes. Zu zeigen war – mit den Mitteln der Komödie –, daß mafiose Strukturen überall existieren, in jeder Gemeinschaft, in jeder Stadt, in jedem Dorf, und daß manchmal die so braven Bürger ebenso schlimm sind wie die Vertreter des organisierten Verbrechens. Die Mafia ist überall.

    Felix Mitterer, März 1997

    PERSONENLISTE

    Michele Calderone, genannt Don Michele

    Rosa, seine Frau

    Michele, sein Sohn

    Stefano und Tommaso, seine Leibwächter

    Sepp Moroder, Wanderhändler

    Alois Krautschneider, Bauer

    Regina, seine Frau

    Eva, seine Tochter

    Franz, sein Sohn

    Michl, zweiter Sohn

    Helmut Stecher, Bauunternehmer und Bürgermeister

    Frieda, seine Frau

    Moni, Sekretärin des Bürgermeisters

    Karl Wielander, Lehrer

    Pfarrer

    Burgl, seine Haushälterin

    Lukas, des Pfarrers Sohn

    Max Rampl, Wirt

    Maria, seine Tochter

    Rita Hollenzer, Geschäftsfrau

    Bruno Hauser, Bankfilialleiter

    Maresciallo

    Alberto und Renato, Carabinieri

    Gino, Carabiniere in Zivil

    Filippo, Carabiniere in Zivil

    Marcello und Silvio, für Don Michele tätig

    Ignazio und Salvatore, für Don Pasquale tätig

    Don Pasquale

    Baupolier

    Baureferent der Landesregierung

    Auktionator

    1. und 2. Bursche

    Alter Mann

    1. Teil

    HERZLICHER EMPFANG

    BERGDORF GALMIGG. Tag. – Typisches Südtiroler Dorf in der Berglandschaft.

    TURNSAAL DER HAUPTSCHULE. Tag. – Die Kinder malen unter Anleitung des Schuldirektors Karl Wielander (trägt ein schlecht sitzendes Toupet) Transparente und Tafeln, auf denen steht: „Keine Mafia in Galmigg!, „Wir protestieren!, „Keine Drogen in Galmigg!, „Galmigg will den Mafioso nicht!, „Zurück nach Palermo!, „Galmigg ist nicht Palermo!. Wielander zerrt Lukas (Sohn des Pfarrers) bei den Haaren, weil er „brodestiren" geschrieben hat. Auch Michl (Sohn des Bauern Krautschneider) malt fleißig.

    Leute kommen herein und betrachten mit Befriedigung das Werk Es sind Bürgermeister Helmut Stecher (sehr selbstbewußt), seine Frau Frieda (energisch, selbstsüchtig), der Pfarrer (barock-katholisch), Wirt Max Rampl (die Falschheit in Person), Bankfilialleiter Bruno Hauser (Sportler und Pragmatiker), Supermarktbesitzerin Rita Hollenzer (dicke Brille, tüchtig, sehnsüchtig) und Bauer Alois Krautschneider (vollbärtiger Blut- und Bodentyrann). Der Pfarrer tätschelt lobend seinen Sohn Lukas, obwohl der „brodestiren" geschrieben hat.

    BERGSTRASSE IN SÜDTIROL. Nacht. – Regen. Ein ziviler Carabinieri-Alfa und dahinter ein unauffälliger, älterer, schwarzer Mercedes (letzterer mit viel Gepäck auf dem Dachträger, beide mit Kennzeichen von Palermo) fahren eine enge, kurvenreiche Bergstraße hinauf. Auf einer Seite immer brüchige Felswand. Eine Steinschlagwarntafel am Straßenrand.

    IM ALFA / BERGSTRASSE. – Am Steuer in Zivil der Carabiniere Gino, neben ihm Don Michele, die Hände in Handschellen (an einem Finger ein besonderer Siegelring). Hinten sitzt – ebenfalls nicht in Uniform – mit der Straßenkarte auf dem Schoß der Carabiniere Filippo.

    Don Michele ist ein unauffälliger, älterer Herr, der schwer einzuordnen ist. Er trägt offenes Hemd und Strickjacke, sieht müde und deprimiert aus. Er hat außerdem ein schweres Rückenleiden, trägt deshalb ständig ein silbernes Korsett am Leib und benützt immer einen kostbaren Spazierstock mit edlem Griff (auch jetzt hat er ihn zwischen den Knien). Gino ist ehrgeizig und frustriert, Filippo ein sanfter, freundlicher Mann.

    Don Michele hat Rückenschmerzen, will es sich nicht anmerken lassen. Filippo schaut zu ihm, er merkt ihm die Schmerzen trotzdem an, hat Mitleid.

    GINO: (grinsend) Na, gefällt dir die Gegend, Michele? Deine neue Heimat! Naja… Drei Jahre.… was ist das schon? Du wirst es überleben… Falls nicht ungebetener Besuch kommt, was? (Er lacht scheppernd.)

    Don Michele reagiert nicht, starrt hinaus. Filippo schaut mißmutig. Er findet es nicht richtig, wie sein Kollege Don Michele behandelt.

    IM MERCEDES / BERGSTRASSE. – Am Steuer Stefano, neben ihm Tommaso, die beiden Leibwächter Don Micheles. Hinten sitzt schlafend seine Frau Rosa. Stefano ist ein eleganter junger Mann, gefährlich, zum Jähzorn neigend, sportlich-modern gekleidet. Tommaso ist ein eher primitiver, gemütlicher, herzensguter Mensch, sehr groß, gebaut wie ein Kleiderschrank, trägt Anzug mit Krawatte (Hut und Mantel liegen hinten). Rosa ist eine sympathische, etwas füllige Dame von einigem Temperament. Sie ist in Trauer, deshalb schwarz gekleidet.

    STEFANO: (schaut auf den Alfa vor ihnen) Der fährt immer noch wie die Feuerwehr! Der spinnt ja!

    TOMMASO: (schaut auf die Uhr) Vor vier Stunden sind wir das letzte Mal stehengeblieben. (Schüttelt hilflos den Kopf.) Don Michele hält das doch nicht aus!

    Tommaso sieht aus dem Fenster, während sie um eine Kurve fahren. Man sieht ein Schloß auf einem Felsen stehen.

    IM ALFA / BERGSTRASSE. – Gino sieht, gerade noch rechtzeitig, daß ein Stück weiter vorne von der Felswand ein paar Steine herunterpoltern. Gino bremst, weicht aus. Er flucht.

    ÜBER DER BERGSTRASSE. – Regen. Marcello steht da und schaut über die Felswand auf die Straße hinunter. Er trägt Anorak mit Kapuze, raucht, hält aber die Zigarette in der hohlen Hand, damit man die Glut nicht sieht. Der Alfa und der Mercedes fahren unten auf der Straße vorbei. Marcello schaut den Fahrzeugen nach, geht zurück. Ein Stück weiter hinten steht ein Jeep Cherokee mit Mailänder Nummer. Hinten drin liegt Silvio, er schläft. Marcello öffnet die Tür, stößt Silvio an, der sich verschlafen aufrichtet.

    GASTSTUBE „ZUM ELEFANTEN". Nacht. – Der Wirt Max Rampl zerrt den betrunkenen Wanderhändler Sepp von einem Tisch hoch und schleift ihn zur Tür. Sepp hält sich überall fest, wo es nur möglich ist. Er ist ein heruntergekommener Säufer, unrasiert, schlecht gekleidet, ohne Mantel, blauer Schurz unter dem zerlumpten Rock. An einem Tisch sitzt Rita Hollenzer, die Freundin des Wirtes, bei einem Glas Wein. Der Wirt saß vorhin bei ihr, sein Glas steht auch dort.

    SEPP: Laß mi aus, laß mi aus, i will no was trinken!

    WIRT: Du trinkst bei mir überhaupt nix mehr! Zahl einmal zuerst deine Schulden!

    SEPP: I zahl ja! I zahl ja!

    Rita schüttelt seufzend den Kopfüber den alten Schwerenöter Sepp.

    WIRT: Ja, mit Besen! I brauch keine Besen, hab schon gnug Besen!

    SEPP: I gib dir an Herrgott! An schönen gschnitzten Herrgott!

    WIRT: Herrgott brauch i erst recht koan! Behalt dir dein Grödner Glump!

    Sie kommen an der Schank vorbei, wo des Wirtes Tochter Maria steht und Biergläser abspült. Sie ist eine schöne, junge, selbstbewußte Frau mit blonden Haaren. Sepp greift nach einem halbvollen Bierglas, trinkt es schnell aus, Maria lächelt. Sepp wird vom Wirt weiter zur Tür geschleppt. Neben der Tür ist auf einer Dartscheibe ein Zeitungsausschnitt geklebt, auf dem Don Michele abgebildet ist, wie er nach einem Freispruch ein Gerichtsgebäude verläßt. Er trägt Anzug, Krawatte, Hut, einen teuren Mantel über der Schulter, schaut überlegen in die Kamera. Hinter ihm sind Tommaso und Stefano zu sehen. Dartpfeile stecken in Don Micheles Körper.

    DORFPLATZ GALMIGG / VOR DEM GASTHAUS. – Am Dorfplatz das Gasthaus „Zum Elefanten", die Carabinieri-Station, das Rathaus, die Bank, der Supermarkt und das Haus des Bürgermeisters. Kirche und Pfarrwidum sind um die Ecke. Immer noch Regen. Alles dunkel, nur im Gasthaus brennt Licht. An der Hauswand lehnen die von den Schülern gebastelten Transparente und Schilder.

    Die Gasthaustür öffnet sich, Sepp wird herausgestoßen, er hält sich am Türrahmen fest, der Wirt tritt ihm in den Bauch, Sepp fällt heraus, der Wirt knallt die Tür zu, verriegelt sie. Sepp steht auf, trommelt mit den Fäusten gegen die Tür, sie öffnet sich, der Wirt stößt Sepp zurück, daß er wieder hinfällt, wirft ihm einen Korb nach, an den Reisigbesen gebunden sind. Im Korb befinden sich geschnitzte Kruzifixe, die jetzt zum Teil herausfallen. Der Wirt verschließt die Tür.

    SEPP: (Richtung Gasthaus) Schweinaug! I zünd dir die Hütten an! (Er rappelt sich auf, sammelt die herausgefallenen Kruzifixe ein, gibt sie in den Korb zurück, streckt das letzte in die Luft, schaut zu den Häusern am Dorfplatz, schreit:) Wer kauft an Herrgott? Wer kauft an Herrgott? (Niemand meldet sich, Sepp schaut das Kruzifix an, sieht, daß es schmutzig geworden ist, putzt es sorgfältig mit seinem ebenfalls schmutzigen Taschentuch ab, murmelt dabei:) Mein Gott, sag’s dein’ Gott, kein Mensch kauft an Herrgott! (Er nimmt den Korb auf den Rücken, wankt davon, dreht sich zum Gasthaus um.) Wart nur, du wirst no froh sein um an Herrgott, zwischen deine steifen Finger!

    Sepp prallt mit seinem abgewendeten Kopf gegen den Masten eines Verkehrsschildes, glaubt, er wurde von einem Menschen angegriffen, schlägt automatisch um sich, geht bewußtlos zu Boden.

    VOR DEM DORF. – Der Alfa und der Mercedes fahren auf das Dorf zu. Man nähert sich dem Ortsschild.

    IM ALFA / VOR DEM DORF. – Don Michele schaut zum Fenster hinaus. Am rechten Straßenrand taucht das Ortsschild auf, wie immer in Südtirol ist es zweisprachig: „Galmigg – Galmuggio. Daneben wurde eines der von den Kindern gebastelten Schilder in den Boden gerammt. Aufschrift in Deutsch und Italienisch: „Keine Mafia in Galmigg!

    Gino, Don Michele und Filippo schauen auf das Schild, Gino bekommt einen Lachanfall, schlägt auf das Lenkrad, schubst Don Michele am Oberarm. Don Michele schaut ihn an, zum ersten Mal ist sein Blick nicht demütig, sondern überlegen und gefährlich. Gino bemerkt das nicht, er lacht weiter. Filippo aber sieht den Blick Don Micheles.

    IM MERCEDES / VOR DEM DORF. – Stefano und Tommaso schauen auch auf das Schild. Rosa am Rücksitz schläft immer noch.

    STEFANO: (grinst böse) Na, das fangt ja gut an!

    TOMMASO: (ehrlich überzeugt) Es gibt ja gar keine Mafia!

    STEFANO: (grinsend) Wird nicht leicht sein, die davon zu überzeugen.

    DORFPLATZ. – Der Alfa und der Mercedes fahren auf den Dorfplatz, Gino schaut sich um, sieht die Carabinieristation, steuert darauf zu, hält davor an, der Mercedes folgt.

    IM ALFA / DORFPLATZ. – Gino stellt den Motor ab, schaut auf die Uhr, nickt befriedigt, schaut Don Michele an.

    GINO: Wieviele hast du killen lassen, eh? Zwanzig? Dreißig?

    Don

    Gefällt Ihnen die Vorschau?
    Seite 1 von 1