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Das Liebeswissen der weisen Frauen: Harmonie, Entfaltung, Partnerschaft
Das Liebeswissen der weisen Frauen: Harmonie, Entfaltung, Partnerschaft
Das Liebeswissen der weisen Frauen: Harmonie, Entfaltung, Partnerschaft
eBook180 Seiten2 Stunden

Das Liebeswissen der weisen Frauen: Harmonie, Entfaltung, Partnerschaft

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Über dieses E-Book

Heute ist die Sehnsucht nach glücklicher Zweisamkeit groß, die modernen Strategien der Partnersuche scheinen wenig Erfolg zu bringen. Menschen gehen Beziehungen ein und kündigen sie wieder, der Singlemarkt boomt. Wie soll man sich im modernen Beziehungsdschungel verhalten, in dem Freiheit das Ziel einer Bindung ist? Dieses Buch beleuchtet, was das traditionelle Wissen der weisen Frauen dazu sagt. Ihnen waren vor allem Aufmerksamkeit, Wertschätzung und Hingabe wichtig. Paare können heute in diesen Vorstellungen von Männlichkeit und Weiblichkeit und in den traditionellen Ritualen wichtige Hinweise für das Erleben ihrer eigenen Liebe finden.
SpracheDeutsch
HerausgeberLüchow Verlag
Erscheinungsdatum10. Aug. 2011
ISBN9783899014952
Das Liebeswissen der weisen Frauen: Harmonie, Entfaltung, Partnerschaft
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    Buchvorschau

    Das Liebeswissen der weisen Frauen - Stefanie Glaschke

    1

    BEZIEHUNGEN

    FRÜHER –

    ROLLEN HEUTE

    Wir gehen ganz richtig davon aus, dass das Leben in Liebesbeziehungen schon immer eine große Rolle für den Menschen gespielt hat. Allein der Sexualtrieb ist ausreichend Grund dafür, dass sich die Geschlechter miteinander befassen. In Zeiten, in denen Kinder und Familie sogar einen wirtschaftlichen Wert hatten, konnte man durch das Gründen einer Familie die Arbeitsleistung erhöhen. Kinder gingen in früheren Zeiten nicht zur Schule, sondern zur Arbeit; Frauen und Männer bewegten sich nicht im Fitnessstudio oder beim Shopping, sondern um ihren Lebensunterhalt zu verdienen.

    Die biologische Beschaffenheit des menschlichen Wesens und seine hormonelle Steuerung machen Beziehungen möglich und erstrebenswert, selbst wenn rationale Überlegungen dabei keine Rolle spielten. Aber die Ideen haben sich im Laufe der Jahre gewandelt. So war in vielen Kulturen die Bi- und Polygamie erlaubt, Bisexualität stärker verbreitet als heute und die eheliche Treue entwickelte sich erst relativ spät. Frauen und Männer sahen in der Bindung einerseits gesellschaftliche Vorteile, sie wurden durch die Beziehungen gestärkt. Gleichzeitig wurde die Institution Ehe genutzt, um die soziale Stellung, insbesondere der Frau, zu heben. Zwar galt die Ehe in der sexualfeindlichen Zeit des frühen Mittelalters nicht unbedingt als erstrebenswert, vor allem nicht für Männer – wenn aber schon eine Beziehung zwischen den Geschlechtern nötig war, dann doch bitte schön mit dem Segen der Kirche und in geregelten Bahnen. So haben schon sehr früh Gelehrte über die Ehe und die Sexualität geschrieben, um dem unerfahrenen Volk Anleitungen zur Gestaltung des Liebeslebens zu geben. Im 12. Jahrhundert beispielsweise spricht Andreas Capellanus in seinem Werk »De amore« (Über die Liebe) dem einfachen Volk den rechten Umgang mit der Liebe ab. Er schreibt laut einer Übersetzung von Johann Hartlieb aus dem 15. Jahrhundert:

    »Von der pawern und agkerleüt und mynn: Wir sprechen, das das selten geschehen mag, das die pawern sich üben in der rechten lieb und mynn, sunder sy werden naturlich als de rosz und esel zu dem lust irs fleischlichen begerens geraitzt.« Der Verfasser spricht also der landwirtschaftlich arbeitenden Bevölkerung ab, dass sie zu einer Liebeskultur fähig sei, eher stellt er sie auf die Stufe der reinen Natur, der Triebbefriedigung von Ross und Esel.

    In der Zeit der Minne und später dann in der Romantik begannen Gefühle im Bewusstsein der Bevölkerung eine Rolle zu spielen. Es ging plötzlich nicht mehr nur um Fortpflanzung nach den Vorschriften der Moraltheologie oder um eine Verbesserung der Arbeitsleistung, sondern um ganz persönliche Gefühle, die speziell für einen ganz individuellen anderen Menschen empfunden wurden. Liebe war mit einem Mal ein wesentlicher Aspekt und bereicherte das Leben. Dieses Gefühl wurde schlechthin Luxus, wenn der Geliebte oder die Geliebte doch nicht zur konkreten Umsetzung einer Liebesbeziehung bereit war oder sich nicht eignete. Ein sehr bekanntes Beispiel ist Goethes Werther, der sich verzehren musste, weil er seine Lotte nicht bekam. Der Lebenserhalt konnte gefährdet werden, wenn Liebe im Spiel war. Liebe war existenzbedrohend.

    Minne und Romantik waren aus diesen Gründen hauptsächlich den oberen Schichten vorbehalten, das einfache Volk konnte sich nicht leisten, auf Gefühle zu setzen. Hier regelte die Kirche weiterhin einen reibungslosen Ablauf der Partnerschaften. Die beiden Partner hatten Kinder zu zeugen und zu erziehen; eheliche Untreue stand in fast allen geschichtlichen Epochen unter Strafe.

    Selbst für Martin Luther war die Rolle der Frau im 16. Jahrhundert noch die einer »Gebärmaschine«: »Ob sie sich aber auch müde und zuletzt tot tragen, das schadet nicht, laß nur tot tragen, sie sind darum da.« Ob Frauen überhaupt Menschen seien, erörterte noch 1591 eine Gruppe Gelehrter in Wittenberg ernsthaft. Glücklicherweise kamen die Gelehrten zu der Überzeugung, dass es sich bei Frauen durchaus um Menschen handele.

    Wir können uns also bei unseren Bemühungen um gleichberechtigte Liebesbeziehungen nicht auf die Gesellschaften der Vergangenheit berufen. Frauen spielten oft die untergeordnete Rolle, das ergab sich schon aus der biologischen Notwendigkeit des Gebärens. Da Verhütungsmittel zwar allgemein bekannt, aber gleichzeitig verboten waren, durften Frauen das körperliche Hindernis einer Schwangerschaft nicht selbst planen. Im Mittelalter brachte die Kirche Kinderlosigkeit mit dem Teufel in Verbindung; für praktizierte Verhütung konnte eine Frau auf dem Scheiterhaufen landen.

    Welche Schlüsse sollen wir modernen Menschen nun also aus der Vergangenheit ziehen, um unsere Sehnsucht nach einer Liebesbeziehung zu stillen? Bei meiner Recherche für dieses Buch ist mir eines ganz sicher bewusst geworden: Die emotionalen Beziehungen, Liebe und Leidenschaft, gefühlsmäßige Bindungen waren immer dann möglich, wenn die Partner sich nicht rund um die Uhr dem bloßen Existenzkampf zu stellen hatten. Offensichtlich muss man sich Romantik leisten können und Liebe braucht einen entsprechenden Rahmen, um zu gedeihen. Das würde aber bedeuten, dass gerade jetzt die Gesellschaft nur aus glücklichen Paaren und verliebten Menschen bestehen dürfte. Zwar ist auch heute nicht jeder wohlhabend, doch im Vergleich zur Vergangenheit geht es uns ausgesprochen gut. Unsere Arbeitszeiten sind kürzer geworden, wir haben soziale Sicherungssysteme, die dem Einzelnen einen Grundbedarf zugestehen, von dessen Umfang ein schwer arbeitender Bauer im Mittelalter nicht einmal zu träumen wagte. Doch besser geht es uns in der Suche nach Erfüllung nicht. Wir leben besser, länger, gesünder und dennoch oft einsamer, verzweifelter, süchtiger und schlechter, was die seelische Ebene angeht. Wir haben heute die Zeit, die früher fehlte, aber wir investieren sie selten in Beziehungen, sondern in die billige Unterhaltung durch amerikanische Fernsehsehformate. Wir haben das Geld, das früher nicht vorhanden war, doch wir investieren eher in Konsumartikel als in die Pflege unserer Beziehungen. Heute kann jeder Angebote finden zur Beziehungspflege, Kommunikation, Sexualität und so weiter. Doch der Run auf die Kursangebote bleibt aus, Wartelisten gibt es höchstens im EDV-Bereich.

    Nur wenn ein Mensch Single ist, wird er rührig. Dann fahndet er nach dem passenden Partner, im Internet, im Freizeitclub, am Arbeitsplatz, einfach überall. Wir suchen auch in der Neuzeit nach der Lösung für das Problem der Liebe, eine Lösung, die die Menschheit offensichtlich bisher noch nicht gefunden hat.

    Wir sollten weiter zurückgehen, bis zu den Anfängen der menschlichen Kultur, die uns teilweise durch Mythen und Sagen überliefert sind. Ein Blick in die Mythologie lohnt immer, da sie ja gleichzeitig die Vorstellungen und die Wünsche eines Kulturkreises darstellt. Betrachten wir die Mythen der weisen Vorfahren, werden wir feststellen, dass sich zumindest eines nicht geändert hat, nämlich der Wunsch nach einer harmonischen Beziehung zu einem anderen Menschen. Gehen wir also weiter zurück als im normalen Geschichtsunterricht und betrachten wir die archetypischen, also seelenbeherrschenden Bilder unserer Vorfahren. Wir werden erstaunliche Erkenntnisse gewinnen. So beschreiben beispielsweise zahlreiche keltische Mythen immer wieder Liebesgeschichten, in denen ein junges, fruchtbares Paar sich findet, obwohl ein meist älterer Widersacher das verhindern will. Göttliche Paare wurden bei den Kelten als Symbol für Harmonie, Schutz, Wohlstand und Gesundheit gefeiert. Es gab auch viele Geschichten, die sich darum rankten, dass ein weltlicher König sich mit der Göttin der Fruchtbarkeit vereinigen sollte. Die Göttin trat häufig in Gestalt einer hässlichen alten Hexe auf, etwa die Baba Yaga im slawischen Raum. Konnte sich der König dazu überwinden, erhielt er als Belohnung diese Göttin in ihrer jugendlichen Schönheit zur Gemahlin, und Vater wurde er zudem noch.

    Stürzen wir uns in das Abenteuer Liebe, befriedigen wir doch einfach diese Sehnsucht. Wir sollten aufhören, ein Gefühl in starre Rollen und Normen zu pressen, hier liegt für mich ein wichtiger Schlüssel. Bei anderen Gefühlen wie Angst, Scham, Wut, Freude oder Trauer sagt uns auch keiner, wie sie aussehen sollen. Niemand versucht eine Wutzeit in seinen Tagesablauf zu integrieren oder einen Raum für Freude in seinem Haus einzurichten. Es gibt nirgendwo so viel künstliches Theater wie in der Liebe. Liebe ist in uns wie jedes andere Gefühl auch. Wenn ich meinen Mann im Garten oder auf der Autobahn lieben will, kommt mir das komisch vor. Bin ich aber im Einkaufszentrum oder beim Einparken wütend, ist das normal. Liebe wird eingeschränkt, bei vielen auf den Körperausdruck in einem Bett, wenn der Tag vorüber ist. Und dann wundert man sich, dass nach ein paar Wochen wenig Lebendigkeit übrig bleibt.

    Die Pflanze »Liebe« wird heiß ersehnt, aber wenn wir sie haben, stecken wir sie in eine kleine schwarze Kiste, weil sie im Leben keinen Platz hat. Der Verliebte, der im Pausenraum am Telefon mit seiner Frau flirtet, wird verlacht. Die Frau, die sich den ganzen Tag darauf vorbereitet, dass ihr Mann und sie einen schönen Feierabend genießen können, gilt als unemanzipiert. Ein Mann, der seinen Sportwagen gegen eine Familienkutsche eintauscht, wird bedauert und die Frau, die auf ihre Karriere verzichtet, weil sie ein liebevolles Heim für Mann und Kinder schaffen will, als dumm beschimpft. Unsere Rollenvorstellungen sind schon lange nicht mehr auf Gefühle und Seele ausgerichtet, sondern nur noch auf Egotrip und Selbsterhalt. Das Mitgefühl, das ja in der Liebe den größten Reiz ausmacht, ist dem »Eurogefühl« gewichen. Haushaltsgemeinschaft, WG mit Sexanteil, das sind die modernen Rollenklischees der Gesellschaft. Und wenn die Rolle des autonomen »Lonesome Riders« oder der alleinstehenden Wellnessliebhaberin durch Gefühle ins Wanken geraten, bekommen wir Angst und drängen weg, was uns so dringlich fehlt.

    Magie kann helfen, diese Rollen aufzubrechen und unser Herz mutig werden zu lassen für die Liebe, für ein Gefühl, das nicht zu kontrollieren ist. Und ganz gleich, ob gestern oder heute, ganz gleich, welche Rollen die Gesellschaft für Männer oder Frauen vorsieht, Liebe ist eine Aufgabe der Gegenwart, jeder Mensch muss sie lösen, ohne sich dabei an die Gesellschaft anlehnen zu können. Es sind aus alten Zeiten keine Spitzfindigkeiten in der Liebe überliefert, keine Hinweise darauf, wie der Geschlechterkampf zu gewinnen sei. Es gibt nur wenige Überlieferungen, die meisten aber sprechen von Liebe, und das in einer erfrischenden Selbstverständlichkeit. Auch war das Suchen eines Partners – zumindest der schriftlichen Überlieferung zufolge – kein großes Thema. Die Weisen verliebten sich und nahmen es als Geschenk an. Dahin zurückzugehen, Liebe vor »Beziehung« zu setzen und sich selbst der Liebe, die im eigenen Herzen wohnt, gewahr zu werden und hinzugeben, ohne gleich eine Gegenleistung vom anderen zu erwarten, das scheint besser funktioniert zu haben als unser kindisches und verzweifeltes Rufen nach einem Menschen, der uns die Liebe gibt, die wir uns selbst nicht geben können. Ich bin überzeugt, dass ein Liebespaar keine nennenswerten Rollendiskussionen führen muss, denn das Wesentliche zwischen

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