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Gegen den Strom: Ein buddhistisches Handbuch für spirituelle Revolutionäre

Gegen den Strom: Ein buddhistisches Handbuch für spirituelle Revolutionäre

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Gegen den Strom: Ein buddhistisches Handbuch für spirituelle Revolutionäre

Länge:
234 Seiten
2 Stunden
Herausgeber:
Freigegeben:
Aug 1, 2011
ISBN:
9783899015225
Format:
Buch

Beschreibung

"Der Buddha berührt nicht nur die Erde, sondern hebt auch die linke Faust..."
Ein Buch, dass Freiheit zeigt - ein Autor, der Freiheit lebt.

Buddha war ein Revolutionär! Seine Lehre war subversiv und aufrührerisch. Seine erleuchtete Sichtweise wandte sich gegen die Normen seiner Gesellschaft, in seinen Worten, gegen den Strom.

Noah Levine präsentiert in diesem Buch eine Einführung in diese Lehre und reichert diese mit persönlichen Erlebnissen, Übungen und geführten Meditationen an, die vom Leiden in die Freiheit führen. Noah sollte es wissen, denn die Meditation rettete ihn aus Kriminalität und Sucht und machte ihn zu einem Sprachrohr für eine neue Generation von Buddhisten, deren Meditation zwischen Punk Rock, Tattoo-Shop und sozialem Engagement stattfindet.
Herausgeber:
Freigegeben:
Aug 1, 2011
ISBN:
9783899015225
Format:
Buch

Über den Autor


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Im Buch

Top-Zitate

  • Noch nicht einmal Buddha solltest du Glauben schenken und schon gar nicht mir. Studiere die Texte, studiere deinen eigenen Geist und die höchste Wahrheit wird sich offenbaren. Alles, wonach du suchst, befindet sich hier in deinem unmittelbaren Erleben.

  • Gegen den Strom ist mein Versuch, den Pfad zur Freiheit zu beleuchten, wie Buddha ihn sich meiner Meinung nach vorgestellt hatte: als radikale und subversive persönliche Rebellion gegen alle Ursachen des Leidens und der Verblendung.

  • Wenn wir uns der spirituellen Revolution verschreiben, dann sind wir auch fest entschlossen, die Wahrheit, die durch die Verblendung aus Gier, Hass und Ignoranz völlig vernebelt wurde, wiederzufinden und zu kultivieren.

Buchvorschau

Gegen den Strom - Noah Levine

STROM

TEIL EINS

BASISTRAINING

GESCHICHTE UND GRUNDLAGEN

DER INNEREN REVOLUTION

Der Weg des spirituellen Revolutionärs ist ein langer und stufenweiser Weg zum Erwachen. Falls du auf der Suche nach einer schnellen und einfachen Lösung bist, kannst du auch gleich wieder umkehren, wieder in die Matrix eintauchen und deine verblendete Existenz fortführen. Das hier ist ein Weg für Rebellen, für Unzufriedene und welche, die nach der Wahrheit suchen. Die Weisheit und das Mitgefühl Buddhas sind für jeden von uns zugänglich, aber die Reise in die Freiheit ist mühsam. Sie fordert ein unbeirrbares Streben nach Wahrheit von dir und zuweilen auch ein Handeln, das gegen deine Instinkte geht.

Du besitzt alles, was du brauchst, um dich auf diese Reise zu begeben. Es gibt nur eine einzige Bedingung: Den Willen, die Arbeit anzupacken, dem Weg auch durch die finstersten Ecken deines Geistes und deines Herzens zu folgen und auch angesichts von Angst und noch so großem Widerstand weiter in Richtung Freiheit zu streben. Wer dazu bereit ist, dem stehen alle Möglichkeiten offen.

Buddha ist weder ein Gott noch ein göttliches Wesen, das man zu verehren hat. Er war ein Rebell und ein Umstürzler, der Zerstörer der Ignoranz, der große „Mediziner", der den Pfad zur Freiheit vom Leiden gefunden hat. Buddha hinterließ uns ein Vermächtnis der Wahrheit, das wir nun selbst erfahren dürfen. Die Praktiken und Prinzipien seiner Lehren führen zum unmittelbaren Erleben von Freiheit. Dabei handelt es sich nicht um eine glaubensorientierte Philosophie, sondern vielmehr um eine erfahrungsorientierte. Bei der spirituellen Revolution geht es nicht darum, wie man zu einem guten Buddhisten wird, sondern darum, ein weises und mitfühlendes menschliches Wesen zu werden, aus einem Leben der Selbstgefälligkeit und der Ignoranz zu erwachen und selbst zum Buddha zu werden. Willst du das erreichen, wird es dir eine Hilfe sein, etwas über das Leben und die Lehren des ursprünglichen Rebellen zu erfahren, über Sid – den Buddha.

SID – DER HEILIGE REBELL

Kehren wir also zurück zu den Anfängen dieser Lehren und der Tradition – kehren wir zurück zum Buddha, Siddhartha Gautama. Wie kann es sein, dass wir heute noch lernen und praktizieren, was er vor über 2.500 Jahren auf der anderen Seite des Globus erlebt hat?

Geboren wurde er unter dem Namen Siddhartha Gautama, aber um dem Frevel und der Kürze genüge zu tun, werde ich ihn einfach „Sid" nennen, bis wir an dem Punkt in der Geschichte angelangt sind, an dem er erwacht – also an dem Punkt, da er die Erleuchtung findet und zum Buddha wird.

Sids Vater war der Herrscher eines kleinen Königreichs im Norden Indiens (im heutigen südlichen Nepal). Sids Mutter, die erste Frau jenes Herrschers, starb schon bald nach Sids Geburt. Daraufhin heiratete sein Vater die Schwester seiner verstorbenen Frau und Sid wurde von seinem Vater und seiner Tante erzogen.

Dann gab es da einen Heiligen, wahrscheinlich einen Wahrsager oder Astrologen, der zur Geburt anreiste und verkündete, er habe eine Vision gehabt: Er hatte die Ankunft eines in der Zukunft erleuchteten Wesens gesehen. Der Heilige sagte voraus, dass dieses Baby zu eben jenem Wesen heranwachsen würde und prophezeite, dass er entweder ein großer, erleuchteter spiritueller Lehrer oder aber ein mächtiger Kriegerkönig werden würde.

Sids Eltern legten keinen gesteigerten Wert darauf, dass ihr Sohn sie verlassen und ein spiritueller Meister werden würde, denn spirituelle Meister neigen in der Regel nicht dazu, besonders viel Zeit mit ihren Familien zu verbringen oder das Familiengeschäft zu übernehmen. Er war ihr einziger Sohn und sie wollten ihn gern behalten. Sie wollten, dass er irgendwann die Familiendynastie weiterführen und Herrscher werden würde. Und da sie sich vor der Wahrheit der Prophezeiung jenes Heiligen fürchteten, schotteten sie Sid von seiner Umwelt ab. Die Familie besaß drei Paläste und nur selten bestand die Notwendigkeit, dass er diese verließ. So wuchs er in diesen Palästen auf und war stets nur von jungen und schönen Menschen umgeben. Niemals bekam er jemanden zu Gesicht, der alt war, krank war oder im Sterben lag. Seine Eltern gaben sich alle Mühe, alles so einzurichten, dass er niemals einen Grund finden würde, die wirklich großen Fragen des Lebens zu stellen und durch spirituelle Praktiken nach deren Antworten zu suchen. Wenn er nur glaubte, das Leben sei perfekt, gäbe es schließlich keinerlei Gründe für ihn, nach einer transzendenten Weltsicht zu streben, nicht wahr?!

Eine Zeitlang funktionierte ihre Strategie ganz gut. Allerdings gab es da eine Ausnahme: Es heißt, eines Tages während seiner Kindheit habe er sich ein wenig unwohl gefühlt und darum beschlossen, sich unter einem Baum auszuruhen und seinem Vater zuzusehen, der gerade ein Feld pflügte oder vielleicht auch die Aufsicht über ein echt innovatives Ritual führte. Entspannt beobachtete er also seinen Vater und ihn überkam ein spontanes Empfinden von innerer Ruhe. Er war ein Kind von gerade einmal acht oder neun Jahren und erlebte einen überwältigenden Zustand des Friedens. Zwar änderte sich danach nichts an der Art und Weise seines Heranwachsens, doch später erinnerte er sich an dieses Erlebnis geistiger Stille, das sich meiner Meinung nach am besten als ein Zustand vollkommener Zufriedenheit beschreiben lässt – das Gefühl, dass nichts auf der Welt anders sein sollte.

Wie es heißt, beherrschte er als Jugendlicher alles einfach hervorragend. Da sein Vater ein König aus einer Kriegerkaste und Sid selbst der Prinz war, ist es sehr wahrscheinlich, dass er ein recht verwöhntes Kind gewesen ist. Es gab Zeiten in seinen frühen Jahren als Erwachsener, da er ausschließlich von wunderschönen Frauen umgeben war; in seinem Teil des Palastes war er der einzige Mann. Es heißt, er habe damals ein Leben unablässiger Freuden geführt. Später dachte er über diese Zeit nach und sagte, er habe bereits damals das Gefühl gehabt, dass irgendetwas fehlte.

Zwar bemühten sich Sids Eltern, seine Abschottung so diskret wie möglich zu gestalten, aber schließlich erkannte er dennoch, dass es ihm nicht gestattet war, den Palast ohne Begleitung zu verlassen. Was seine körperlichen Bedürfnisse anbelangte, so hatte er alles, was er brauchte, doch niemals durfte er in der Stadt umherstreifen, ohne dass ein Gefolge von Wachen und Höflingen ihn begleitete. Darüber hinaus veranlasste sein Vater bei jeder Gelegenheit, da er von Palast zu Palast oder durch die Stadt gelangen musste, dass Wachen die Straßen von allem und jedem säuberten, das auch nur im Geringsten unangenehm sein könnte. Als er schließlich zum ersten Mal ohne königliche Eskorte unterwegs war, erlebte Sid das, was die Buddhisten heute „die Vier Botschafter" nennen.

Der erste Botschafter waren Krankheit und Siechtum. Zum ersten Mal in seinem Leben sah Sid Menschen, die an Krankheiten litten; da er bislang isoliert gelebt hatte, hatte er auch noch nie Siechtum gesehen. Die meisten von uns wachsen heran und wissen um ein gewisses Maß an Krankheit und Siechtum oder erleben es am eigenen Leib. Es ist ein ganz gewöhnlicher Bestandteil unseres Lebens. Du kannst dir also vorstellen, wie schockierend es sein muss, wenn man erst als Erwachsener zum ersten Mal einen kranken Menschen sieht. Sid fragte also seinen Begleiter, ob diese Schwächung, die er dort sah, auch ihm geschehen könne, und der Begleiter antwortete ihm, dass dies allen Menschen zustoße.

Wir alle werden irgendwann krank oder erleben Siechtum; dies ist die Natur des Körpers.

Der zweite Botschafter begegnete ihm in Gestalt einer sehr alten und gebrechlichen Person, deren Körper im Verfall begriffen war, deren Haut vom Leib herabhing und deren Haar ausfiel. Sid fragte seinen Begleiter, was dort geschah, und sein Begleiter antwortete, dass es nichts weiter sei als das, was allen Menschen geschehe. Eine weitere schockierende und mächtige Enthüllung für den über die Maßen behüteten Sid.

Wir alle werden alt; dies ist der natürliche Lauf des Lebens.

Der dritte Botschafter, dem sie begegneten, war ein Leichnam. Sid hatte vom Tod bislang weder gehört, noch ihn gesehen oder auch nur darüber nachgedacht. Er war so gut behütet gewesen, dass ihn angesichts des toten Körpers nacktes Entsetzen packte. (Denk’ daran, dass es sich um einen Leichnam vor der Einbalsamierung handelte, der nicht etwa in einem hübschen Sarg lag; es handelte sich um einen Leichnam am Straßenrand, bei dem bereits die Verwesung begonnen hatte.) Sid fragte, ob dies auch mit ihm und seiner Familie geschehen würde und verlangte zu wissen, ob es eine Möglichkeit gäbe, dies zu verhindern. Man teilte ihm mit, dass der Tod unumgänglich sei. Aber nicht nur das, man sagte ihm auch, dass dies wieder und wieder und wieder geschehe. Reinkarnation, an die zur damaligen Zeit jeder glaubte, besagt, dass beim Tod des Körpers die Essenz des Menschen schließlich in einem anderen Körper wiedergeboren wird. Ein Kreislauf von Leben und Sterben.

Jeder Mensch muss sterben, das Leben aber besteht weiter.

Sid war, gelinde gesagt, ziemlich aus der Fassung gebracht und wahrscheinlich auch stinksauer, dass man all das über so lange Zeit von ihm ferngehalten hatte.

Dann begegneten sie dem vierten Botschafter, einem Wanderer auf spiritueller Suche. Auch einen solchen Menschen hatte Sid bisher noch nie zu Gesicht bekommen und er fragte seinen Begleiter, was der Kerl in dem langen Gewand da tue. Sein Begleiter klärte ihn darüber auf, dass er ein Sadhu sei – also jemand, der sich dazu verschrieben hat, die Natur von Leben und Sterben zu begreifen. Ein Mensch also, der die Wirklichkeit zu verstehen sucht. Und in genau diesem Moment beschloss Sid, dass er nun wüsste, was er zu tun habe. Sobald er den Mann auf spiritueller Suche erblickt hatte, gab es einen neuen Hoffnungsschimmer in seinem Leben und er vertraute darauf, dass er die Erlösung aus diesem endlosen Kreislauf von Leben und Sterben finden würde.

Er schwor sich, das Leiden zu überwinden und für die Wahrheit zu erwachen.

Da du dieses Buch liest, nehme ich an, dass auch du nach Antworten suchst. Welches war das erste Ereignis, das dich dazu trieb, einen spirituellen Weg zu beschreiten? Für Sid war es der Anblick von Krankheit, Alter und Tod und schließlich der Anblick eines Mannes, der spirituellen Praktiken folgte. Aber jeder von uns hat eine andere Erfahrung gemacht, die ihn auf diesen Weg geführt hat.

Jedenfalls war Sid zum Zeitpunkt dieser Enthüllungen gerade frisch vermählt und seine Frau hatte ihm gerade erst ein Kind geboren. Allerdings handelte es sich um eine von den Familien abgesprochene Vermählung und es ist nicht klar, ob wahre Liebe im Spiel war. Da aber seine spirituelle Entschlossenheit stärker war als sein Pflichtgefühl gegenüber seiner Familie, beschloss er, die Familie zu verlassen und nach Antworten zu suchen. Er dachte sich, da er selbst und seine Familie ohnehin krank und alt werden und schließlich sterben würden, sollte er doch lieber losziehen und zusehen, dass er eine Wahrheit entdeckte, die über Krankheit, Alter und Tod hinausging. Er war motiviert, nicht nur für sich selbst die Freiheit zu finden, sondern auch zum Wohle seiner Familie und aller existierender Wesen. Seine Suche hatte keineswegs einen eigennützigen Hintergrund, wie es manchen vielleicht scheinen mag; er brachte ein altruistisches Opfer zum Wohle der gesamten Menschheit.

Die meisten Menschen sind zunächst einmal verwirrt oder sogar erschreckt darüber, dass er seine Frau und sein Kind zurückgelassen hat. Ich selbst verstehe es auch nicht so ganz. Stell dir nur mal vor, du verlässt dein neugeborenes Kind mit der Absicht meditieren zu gehen, um nicht eher zurückzukehren, bis du die Befreiung gefunden hast! Aber am Ende war es dennoch die richtige Entscheidung – und später kehrt er durchaus zu seiner Familie zurück und sein Sohn wird ebenfalls Mönch und findet Erleuchtung. Vielleicht erfordert die Suche nach der Wahrheit diese Art von Bereitschaft und Verpflichtung, wenn schon nicht im wörtlichen, dann doch zumindest im übertragenen Sinne.

Also machte sich Sid auf den Weg. Sein Begleiter brachte ihn bis zum Rande der Stadt, dort aber schickte Sid ihn fort. Sid rasierte sich den Schädel, legte all seinen Goldschmuck und seine feinen Gewänder ab, schlang ein paar Lumpen um seinen Körper und machte sich zu Fuß auf die Reise mit nichts im Sinn, als seinem Streben, die Freiheit zu finden.

Er suchte alle spirituellen Meister seiner Zeit auf. Er lernte bei einigen großen Hindu-Meistern und erlernte alle Praktiken und alles Wissen, die sie anzubieten hatten. Während dieser Lehrzeit machte er einige angenehme spirituelle

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