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Sexuelle Gleichberechtigung: Gender, Sexualität und homosexuelle Emanzipation in Europa

Sexuelle Gleichberechtigung: Gender, Sexualität und homosexuelle Emanzipation in Europa

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Sexuelle Gleichberechtigung: Gender, Sexualität und homosexuelle Emanzipation in Europa

Länge:
69 Seiten
45 Minuten
Herausgeber:
Freigegeben:
3. März 2014
ISBN:
9783835324909
Format:
Buch

Beschreibung

Magnus Hirschfeld setzte im Kampf für die Gleichberechtigung von Homosexuellen seine Hoffnungen auf die Wissenschaft, was sich in biologistischen Argumentationsmustern widerspiegelt: Körperliche und genetische Ursachen der Homosexualität bildeten die Grundlage der Diskussionen, die nicht nur in den Sexualwissenschaften noch lange Zeit einflussreich bleiben sollten. Erst in den 1970er Jahren wurden diese Muster von neuen, radikaleren Bewegungen durchbrochen und grundlegend infrage gestellt. Ein historisch wie soziologisch geprägter Ansatz wurde etabliert, der ein stärkeres Gewicht auf die Zusammenhänge von Gleichberechtigung und Menschenrechten legt. Aktuelle Debatten über gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaften und die "Homo-Ehe" lassen sich genau auf diesen Wechsel zurückführen. Jeffrey Weeks widmet sich den weitgefächerten Zusammenhängen und Begleitumständen dieses Wechsels in den Argumentationsmustern für sexuelle Gleichberechtigung und wagt einen Ausblick auf zukünftige Entwicklungen.
Herausgeber:
Freigegeben:
3. März 2014
ISBN:
9783835324909
Format:
Buch

Über den Autor

Jeffrey Weeks was born in the Rhondda in 1945. He moved to London in the 1970s and began a long career as a researcher and writer on sexuality, with widespread national and international recognition. He has been described as the ‘most significant British intellectual working on sexuality to emerge from the radical sexual movements of the 1970s’. He held a number of senior university posts and is currently Emeritus Professor of Sociology at London South Bank University. He is the author, co-author or editor of some twenty-five books and numerous articles. He lives in London with his civil partner, Mark McNestry.


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Buchvorschau

Sexuelle Gleichberechtigung - Jeffrey Weeks

Hirschfeld-Lectures

Herausgegeben von der

Bundesstiftung Magnus Hirschfeld

Band 4

Jeffrey Weeks

Sexuelle Gleichberechtigung

Gender, Sexualität und

homosexuelle Emanzipation in Europa

Aus dem Englischen übersetzt

von Karin Wördemann

Inhalt

Geleitwort

Einleitung

Der Mythos wissenschaftlicher Objektivität

Alternatives Wissen

Werte und sexuelle Menschenrechte

Sexuelle Gleichberechtigung heute

Schluss

Anmerkungen

Geleitwort

der Reihenherausgeberin

Im Rahmen des ersten Wissenschaftskongresses unserer Stiftung »Gleich-Geschlechtliche Erfahrungswelten« sprach Jeffrey Weeks am 29. November 2013 in Berlin zum Thema »Sexuelle Gleichberechtigung: Gender, Sexualität und homosexuelle Emanzipation in Europa«. Diese vierte Hirschfeld-Lecture war einer der Höhepunkte des dreitägigen interdisziplinären LSBTI*-Kongresses, welcher das Ziel hatte, die deutschsprachige Forschungslandschaft zu diesem Themenfeld in all ihren Facetten widerzuspiegeln, stärker zu vernetzen und Impulse für die weitere Forschung zu geben, indem er auf Desiderate hinweist. Über 250 Teilnehmende diskutierten in acht Symposien unter anderem zu historischen und kulturellen Aspekten von LSBTI* sowie zu Intersektionalität, Stigmatisierungserfahrungen und der Rolle von sozialen Bewegungen. Mit insgesamt 35 Vorträgen und vier Podiumsdiskussionen schuf der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Kongress (FKZ: 01PF1301) neue Anregungen für die Forschungs- und Bildungsarbeit zu den Themen geschlechtliche und sexuelle Vielfalt. Die Beiträge erscheinen im Herbst 2014 im Dokumentationsband Forschung im Queerformat – Aktuelle Beiträge der LSBTI*-, Queer- und Geschlechterforschung und auf der Kongresshomepage (www.hirschfeld-kongress.de).

Magnus Hirschfeld setzte im Kampf für die Gleichberechtigung von Homosexuellen seine Hoffnungen vor allem auf die Wissenschaft. Jeffrey Weeks durchbricht diesen Ansatz und setzt ein stärkeres Gewicht auf die unmittelbaren Zusammenhänge zwischen Gleichberechtigung und Menschenrechten. Er zeigt weit gefächerte politische, religiöse und gesellschaftliche Begleitumstände auf und wagt einen Ausblick auf zukünftige Entwicklungen.

Jörg Litwinschuh

Geschäftsführender Vorstand der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld

Einleitung

Was ist sexuelle Gleichberechtigung? Diese Schlüsselfrage der conditio humana hat Magnus Hirschfeld mit seinem berühmten Lebensmotto per scientiam ad justitiam (Durch Wissenschaft zur Gerechtigkeit) nicht nur aufgeworfen, sondern auch gleichzeitig zu beantworten gesucht. Die Wissenschaft, vor allem die von ihm mitbegründete Sexualwissenschaft, sollte den sexuellen Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit befreien. Sexuelle Gleichberechtigung – in einer nach wissenschaftlichen Prinzipien und Erkenntnissen lebenden Gesellschaft würde sie sich gemäß Hirschfelds Überzeugung gleichsam automatisch verwirklichen.

Wenn man so will, war diese Utopie des späten 19. Jahrhunderts das Produkt einer nachholenden, szientistischen Bewegung, welche die politische und gesellschaftliche Aufklärung des 18. Jahrhunderts zu vervollkommnen gedachte. Magnus Hirschfeld war darin ganz Kind seines wissenschaftsgläubigen Zeitalters. Aber er war als öffentlicher Intellektueller auch Machtmensch. Denn mit der Wissenschaft – als entscheidender sozialer Deutungselite – wies er nicht zuletzt sich selbst Autorität zu, die menschliche Sexualität zu entschlüsseln, zu befreien und die zukünftige Gesellschaft im Sinne der eigenen Erkenntnisse und Interessen zu prägen.

Es ist ein großes Glück, dass Jeffrey Weeks im folgenden Essay diese nach wie vor aktuelle Grundfrage menschlichen Zusammenlebens aufgreift. Von Hirschfeld, wir ahnen es, konnte sie nicht dauerhaft überzeugend geklärt werden. Vor dem Hintergrund unserer Gegenwart, in einer vor allem technisch globalisierten, aber wertemäßig nach wie vor zerklüfteten Welt, sind wir auf die Antwort eines der bedeutendsten Sexualhistoriker und Sexualsoziologen unserer Tage gespannt.

Jeffrey Weeks ist, auch wenn er den Vergleich vermutlich scheuen oder gar ablehnen würde, ein postmoderner Magnus Hirschfeld. Er ist nicht, daher sollte er diese freundschaftlich gemeinte Charakterisierung nur als sportlichen Ansporn zu weiterem Schaffen verstehen, die einzige Reinkarnation des Berliner Vorkämpfers für die sexuelle Selbstbestimmung des Menschen. Wie George Chauncey in den USA oder Martin Dannecker in Deutschland hat es Jeffrey Weeks stets verstanden, Wissenschaft und gesellschaftliches Engagement, die kritische Diskussion objektiv gewonnener Erkenntnisse und den Aktivismus des öffentlichen Intellektuellen miteinander zu verbinden. Und zwar ohne einer Seite dauerhaft den Vorrang zu gewähren und damit den berüchtigten »Verrat des Intellektuellen« zu begehen, vor dem Julien Benda im dichotomen Stil der späten 1920er Jahre warnte.

Jeffrey Weeks’ gesellschaftlicher Aktivismus wurde früh durch die Gay Liberation Front (GLF) geprägt, deren britischer Zweig sich 1970 an der London School

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