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Raum 213 (Band 4) - Falsche Furcht
Raum 213 (Band 4) - Falsche Furcht
Raum 213 (Band 4) - Falsche Furcht
eBook172 Seiten2 Stunden

Raum 213 (Band 4) - Falsche Furcht

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Über dieses E-Book

Die Eerie High sieht auf den ersten Blick aus wie eine normale Schule, doch ein Zimmer ist das manifestierte Böse: Raum 213. Jeder, der diesen Raum betreten hat, musste die Hölle durchleben - oder hat es nicht überlebt!

Tim, Liam und Amber lieben Verschwörungstheorien, besonders die um Raum 213. Zusammen brechen sie in die Schule ein und suchen nach neuen Informationen über den verfluchten Raum. Eine Akte über einen Zwischenfall vor 20 Jahren entpuppt sich jedoch als lebensgefährlich für alle Beteiligten. Schon am nächsten Tag hat Liam einen schweren Unfall und Tim scheint verschwunden. Auch Amber gerät in die Schusslinie und ist plötzlich auf sich allein gestellt - verfolgt und bedroht von einem unheimlichen Fremden, der ein Mörder sein könnte.

Diese Reihe in der Tradition von Fear Street sorgt für Gänsehaut. Mystery-Thrill zum Licht-anlassen!
SpracheDeutsch
HerausgeberLoewe Verlag
Erscheinungsdatum21. Juli 2014
ISBN9783732002054
Raum 213 (Band 4) - Falsche Furcht
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    Buchvorschau

    Raum 213 (Band 4) - Falsche Furcht - Amy Crossing

    Titelseite

    SUNDAY, March 15 at 4:41 a.m.

    Tim

    Blitzeinschlag in Eerie 1976

    Ich bin mit diesem Post spät dran, aber dafür habe ich heute einen Knaller für euch da draußen. Diesmal kommt der Hinweis von Lee Bones, und es geht um das Jahr 1976, ein Jahr, in dem wir bislang keine geheimnisvollen Vorkommnisse in Raum 213 finden konnten. Erst 1979 ist mit dem Vorfall der fehlenden Wand der nächste Zwischenfall dokumentiert. Lee ist Gerüchten nachgegangen, die den 28. 10. 1976 betreffen. Damals schlug ein Blitz in den Hauptstromverteiler von Eerie ein, was einen Stromausfall für den Großteil des Countys zur Folge hatte. Zeitungsberichten zufolge war alles lahmgelegt und auch die Eerie High musste für zwei Tage geschlossen werden.

    Jetzt frage ich euch: Wie kann es sein, dass am 29. 10. 1976, als kein einziger Haushalt von Eerie Strom hatte, in der Schule elektrisches Licht brennen konnte, und zwar in einem Raum, der laut Schulleitung nie an die Stromleitungen angeschlossen wurde?

    Ja, richtig geraten. Ich spreche natürlich nicht von irgendeinem Raum, sondern von Raum 213.

    Alles nur Fantasie, Einbildung, Legende, Hörensagen?

    Nein! Denn mir ist es wieder gelungen, einen Beweis zu finden. Einmal mehr hat mir Mrs Grayson geholfen, die unsere beste Quelle ist, was die Jahre 1975 bis 1980 angeht. In ihrem Tagebuch ist tatsächlich der Vorfall dokumentiert, den die gesamte Mannschaft der Eerie Hornets beobachtet hat. Und auch wenn eine offizielle Berichterstattung in den damaligen Medien fehlt, beweist das umso mehr, dass die Geschehnisse um Raum 213 unter den Teppich gekehrt werden.

    Leute, seht euch vor. Ihr wisst nicht, was noch geschehen kann!

    3 COMMENTS:

    March 15 at 5:03 a.m.

    Lee

    Nicht schlecht, Alter. Ich check noch einmal das Fotoalbum von Mr Thompson, der ja damals in der Footballmannschaft war und von dem der Hinweis auf das Jahr kam – vielleicht erhalten wir hier noch mehr Details.

    March 15 at 2:14 p.m.

    Candyandy

    @ Lee: Ich hätte gern ein Date mit dir! In Raum 213! xxx!

    March 15 at 11:58 p.m.

    MG

    Heute das erste Mal über deinen Blog gestolpert. Gute Arbeit, Mann.

    March 16 at 15:20 p.m.

    Cheerlady

    We’re gonna fight to win this game tonight. We’re gonna stump to get over the hump. We’re gonna move to get into the grove! Go, get them, H-O-R-N-E-T-S!

    March 18 at 11:55 p.m.

    Anonymous

    Ich habe euch schon einmal gewarnt. Lasst die Finger von Raum 213. Ihr haltet das für einen Spaß, aber es bringt nichts als Unglück. Der Raum vergisst nie etwas. Und er verzeiht nicht.

    1

    Eigentlich gab es hauptsächlich eine Sache, die mich von anderen Mädchen meines Alters unterschied und mich zu etwas Besonderem machte. Ich bekam jede Tür auf – nicht im Sinn von öffnen, sondern im Sinn von aufbrechen. Es war eine Fertigkeit, die ich nie mehr missen wollte, auch wenn das meiste, was man damit anfangen konnte, illegal war. Mein Dad war damals auf die Idee gekommen und er hatte auch mit mir die ersten Schlösser geknackt. Später hatte ich mir jedes Internet-Tutorial angesehen, das es zum Thema Lockpicking gab, und Tag für Tag verbissen geübt, bis ich ein Türschloss mit mittlerem Sicherheitsgrad in weniger als einer Minute aufbekommen konnte.

    Deshalb war das, was jetzt vor mir lag, zwar kein Kinderspiel, aber auf jeden Fall machbar.

    »Hey, beeil dich, Amber. Wenn das noch länger dauert, piss ich mir in die Hose.«

    Tim, mein Buddy seit dem Kindergarten, 16 Jahre alt und ein ziemlicher Angsthase, schien mit der Gruselatmosphäre um uns herum nicht ganz klarzukommen. Kein Wunder, es war mitten in der Nacht und unsere Schule, die Eerie High, machte ihrem Namen alle Ehre. Hier draußen vor dem Haupteingang war es gespenstisch dunkel und Liams Taschenlampenlicht wirkte in der schwarzen Nacht wie ein Raumschiffscheinwerfer in der Weite des Alls. Außerdem war es für Mitte März eisig kalt.

    Ich trug Handschuhe mit halben Fingern, doch ich musste trotzdem schnell arbeiten, denn bald würde ich meine Fingerkuppen nicht mehr fühlen. Einzig auf das Gefühl kam es beim Türenknacken an, das wusste ich aus Erfahrung.

    »Geduld«, sagte ich. Ich nahm den nächsten Pick aus meiner kleinen Ledertasche und probierte vorsichtig, die Stifte zu bewegen. Ich schloss die Augen, versuchte, mich in das Schloss einzufühlen und zu spüren, wann ich den Pick drehen musste.

    Fast im selben Moment hörte man ein sattes Klacken.

    Ich musste grinsen und klatschte mit Liam ab, der hinter Tim gestanden und mir zugesehen hatte.

    »Bist die Beste, Am«, sagte er und lächelte mich auf die typische Liam-Art an, die mir selbst hier draußen das Gefühl gab, das schönste und begehrenswerteste Mädchen der Stadt zu sein. Während Tim die Rolle des ewigen Angsthasen in unserem Trio übernahm, war Liam so etwas wie der heimliche Anführer, wozu seine schmale, hochgewachsene Figur mit dem fein geschnittenen Gesicht blendend passte.

    Und ich? Wer ich war, wusste ich nicht. Ich war noch nie gern in eine Schublade gesteckt worden. Früher schon nicht, und nach dem, was letztes Jahr passiert war, würde ich wahrscheinlich auch nie wieder in eine passen.

    »Kommt schon.« Liam hatte die Tür aufgedrückt, während Tim sich die Farbdosen schnappte. Gemeinsam huschten wir in die Eingangshalle und ich zog die Tür wieder hinter uns zu. Liams Taschenlampe glitt über den Hallenboden bis zum Hauptkorridor. Es roch merkwürdig hier drin, tagsüber fiel das gar nicht so auf, aber nachts kam es mir plötzlich ekelerregend vor. Eine Mischung aus Pubertät, Angstschweiß und Langeweile. Eau de Schule.

    Leise huschten wir weiter. Der Hausmeister wohnte nicht in dem Gebäude, deswegen war die Wahrscheinlichkeit, hier drin erwischt zu werden, nicht besonders groß. Draußen vor der Tür – das war der Moment gewesen, in dem wir am meisten hatten fürchten müssen, gesehen zu werden. Aber auch drinnen galt: Es war zwei Uhr nachts und wir waren unerlaubt in die Schule eingedrungen. Also mussten wir dafür sorgen, dass wir hier möglichst unerkannt wieder rauskamen.

    Das Lehrerzimmer lag im Erdgeschoss. Wir passierten das Treppenhaus und bogen in den Korridor ein, wo die Spinde standen. Das Licht von Liams Taschenlampe wanderte über den zerkratzten Fußboden und der Schulgeruch knotete mir den Magen zusammen. Aber ich spürte auch das angenehme Kribbeln des Adrenalins. Andere hätten es bescheuert gefunden, nur für einen Schulstreich einen Verweis zu riskieren, aber darum ging es mir gar nicht. Es war bizarr, dass gerade ich diesen Kick, den Kitzel der Aufregung, brauchte, wo ich doch in meinem Leben schon genug davon erlebt hatte. Aber so war es nun mal. Vielleicht, weil es mir leichterfiel, die ungewollten Bilder aus dem Kopf zu verdrängen, wenn ich in Bewegung blieb.

    »Vorsicht!«, zischte Tim und blieb stocksteif vor mir stehen. Fast rannte ich in ihn hinein, doch ich konnte im letzten Moment noch abbremsen.

    »Was ist denn?«, flüsterte Liam ungeduldig von vorn.

    »Da war was. Ein Geräusch!«

    Wir hielten den Atem an. Es herrschte eine Stille, wie sie nur mitten in der Nacht herrschen kann, noch dazu in einem riesigen menschenleeren Gebäude.

    »Unsinn!«, zischte Liam und zog eine Grimasse. »Hier drinnen ist keiner. Außer natürlich das Raum-213-Monster. Das lauert schon, um dich zu holen.«

    »Genau«, kicherte ich aufgekratzt.

    Um Raum 213 rankten sich in unserer Schule krasse Legenden, es hieß, dass das Zimmer das Böse anzieht und es dort spukt und so weiter. Selbst Lehrer und sogar die Schulleitung sollten angeblich daran glauben, jedenfalls wurde der Raum nicht für den Unterricht genutzt und war immer verschlossen.

    Liam und ich lachten darüber, aber Tim war von allem, was Raum 213 betraf, geradezu besessen. Er versuchte ständig, uns davon zu überzeugen, dass mit dem Zimmer etwas nicht stimmte. Er führte sogar einen Blog, der detailliert aufzählte, was angeblich in dem Klassenzimmer schon alles passiert war, und die Liste war gar nicht mal kurz.

    Tatsächlich war letztes Jahr ein Mädchen in dem Zimmer gestorben, als Schüler der Abschlussklasse dort trotz Verbots eine Party gefeiert hatten. Ich weiß noch, welche Hölle am nächsten Tag an der Eerie High losgebrochen war. Aber was sonst noch auf Tims Seite stand, war teilweise zu abgedreht und verrückt. Fringe war harmlos dagegen. Und jedes Mal fragte ich mich, wie ein ernsthafter Typ wie Tim auf so etwas reinfallen konnte. Das war ähnlich wie mit den Verschwörungstheorien um 9/11 oder Area 51. Wenn man sich die Fakten zurechtrückte, wie man es gerade brauchte, klang alles glaubwürdig. Meiner Meinung nach war Tim zu schlau, um tatsächlich an den Unsinn zu glauben.

    Jetzt stand er noch immer mit schief gelegtem Kopf neben mir und lauschte. »Ich habe sicher etwas gehört«, wiederholte er, doch Liam und ich schüttelten nur den Kopf. Ich nahm Tim an der Hand und zog ihn mit mir.

    »Beeilung, Jungs«, sagte ich und meinte es auch. Wir sollten uns nicht länger als nötig hier aufhalten und vor uns lag viel Arbeit. Wir wollten mit unseren Spraydosen das Lehrerzimmer, na ja, sagen wir mal, verschönern.

    Nebeneinander bogen wir in den Gang ein, der vom Hauptkorridor hinüber zum Lehrerzimmer führte. Für Schüler war der Zutritt dort verboten. Es gab ein Sekretariat und ein Lehrersprechzimmer, aber das Lehrerzimmer war gleichzeitig der Pausenraum der Lehrer und damit für uns tabu. Wobei ich mich immer fragte, wovon die denn wohl Pause machen mussten.

    Liams Chucks verursachten ein quietschendes Geräusch auf dem Linoleum und Tim atmete ein bisschen zu laut. Aber es war immer noch so still in dem Gebäude, dass mir jetzt doch eine Gänsehaut über den Rücken lief. Als ob wir völlig allein auf der Welt wären. Ich tastete in meiner Tasche nach meinen Picks und dem Spanner. Das Lehrerzimmer würde mich nur ein paar Sekunden kosten, das Schloss würde ein Klacks im Vergleich zu dem der Eingangstür sein. Viel Zeit hatten wir allerdings auch nicht, wenn wir unser Gemälde heute Nacht noch fertigstellen wollten.

    Liam schien den gleichen Gedanken zu haben, denn er beschleunigte seinen Schritt. Ich sah den Kegel der Taschenlampe über den Korridor gleiten, an dessen Ende sich das Lehrerzimmer befand, und dann war ich es plötzlich, die erstarrte. Der Schreck zuckte durch meinen Körper, hinter mir holte Tim keuchend Luft.

    Im Schein der Taschenlampe sahen wir es ganz deutlich. Wir brauchten das Schloss gar nicht zu knacken. Es war brutal aufgebrochen worden und die Tür zum Lehrerzimmer stand sperrangelweit offen.

    21. März 1991

    »Nein, nein, nein, nicht den pinkfarbenen Lippenstift. Das ruiniert das ganze Outfit.«

    Nicole machte einen Kussmund und musterte ihre grellrosa geschminkten Lippen. Ja, Lindy hatte recht. Sie beugte sich über ihren Kosmetikkoffer und kramte nach dem Chanel-Lippenstift. Der goldene Schimmer des Lippenstifts passte perfekt zu den goldumfassten Knöpfen ihres Kleides, das auf dem Bett bereitlag.

    Ein Abend in Venedig war das Motto des diesjährigen Charityballs, den die Eerie High im März zugunsten einer Kinderklinik in Providence veranstaltete, und Nicole spürte, wie ihr das Herz vor lauter Aufregung in der Brust hämmerte.

    »Ich wünschte, meine Mum wäre auch so großzügig«, sagte ihre beste Freundin Lindy sehnsüchtig und streichelte den Samtstoff mit den goldenen Applikationen.

    »Aber du siehst doch toll aus«, sagte Nicole. Und das stimmte. Lindy trug ein schlichtes weißes Kleid, das ihr bis zu den Knöcheln reichte und ihr fantastisch stand, weil sie so groß und schlank war. Sie hatte es mit einer Federboa aufgepeppt, aber der eigentliche Hingucker war ihre venezianische Maske – eine prächtige Porzellanmaske, die sie in einem Antiquitätengeschäft in Providence aufgetrieben hatte und die man mit einem Band um den Kopf trug. Sie bedeckte das gesamte

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