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Alleinerziehend - aber nicht allein! (ELTERN Guide): Der große Alleinerziehenden-Guide

Alleinerziehend - aber nicht allein! (ELTERN Guide): Der große Alleinerziehenden-Guide

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Alleinerziehend - aber nicht allein! (ELTERN Guide): Der große Alleinerziehenden-Guide

Bewertungen:
5/5 (1 Bewertung)
Länge:
82 Seiten
1 Stunde
Herausgeber:
Freigegeben:
Dec 7, 2012
ISBN:
9783652002509
Format:
Buch

Beschreibung

"Alleinerziehend": das ist heute kein Makel mehr. Ganz im Gegenteil, prominente Beispiele verleihen dieser Lebensform inzwischen sogar einen gewissen Glamour. Und dennoch ist das Leben der meisten Alleinerziehenden - 90 Prozent von ihnen sind Frauen - geprägt von ähnlichen Fragen:
Wie kriege ich mein anspruchsvolles Alltagsleben auf die Reihe? Wie schaffe ich es, dass meine Kinder trotz Trennung zu glücklichen Menschen heranwachsen? Wo finde ich Hilfe und Unterstützung, sollte ich sie einmal brauchen? Diese und noch viel mehr Fragen beantwortet dieser Guide mit aufschlussreichen Experten-Interviews, berührenden Reportagen und jeder Menge praktischer Tipps und Infos.
Herausgeber:
Freigegeben:
Dec 7, 2012
ISBN:
9783652002509
Format:
Buch

Über den Autor


Buchvorschau

Alleinerziehend - aber nicht allein! (ELTERN Guide) - Nina Berendonk

Ziehres

1. Allein mit Kind

Der Begriff „alleinerziehend klingt ein bisschen nach „allein gelassen, auch „hilfebedürftig" schwingt mit. Und man kann sich fragen, wieso sich viele Alleinerziehende – 90 Prozent von ihnen sind Frauen – tatsächlich so fühlen. Was macht der Vater? Und wo bleibt der Staat? Eine Frau und ein Mann erklären, wie aus der Erziehung eine gemeinsame Sache wird

DIE MUTTER:

„Ich suche ein Netzwerk, keine Leidensgenossen"

Frauen am Rand des Nervenzusammenbruchs. Manchmal einsam, manchmal arbeitslos, oft beides. Hartz-IV-Empfänger, obwohl zwei Drittel der Betroffenen gern wieder arbeiten würden. Das sind Stichworte aus Berichten über Alleinerziehende, die inzwischen einem neuen Glamour weichen, den Promis wie Sharon Stone und Rachida Dati dem Thema verleihen. Doch auf die alltäglichen Schicksale treffen sie noch immer zu.

18 Prozent aller Familien sind Familien mit einem alleinerziehenden Elternteil. Besonders in Großstädten ist die Wahrscheinlichkeit hoch, früher oder später zu dieser großen Minderheit zu gehören.

Nicole Focke ist passiert, was sie sich nicht hätte vorstellen können. Eines Tages stand sie mit ihrem kleinen Sohn allein da. Alles, was sie seither will, ist: zurück in die Normalität. Die 38-Jährige will Betreuung für ihren Sohn, einen Job, ein gutes Verhältnis zum Vater und eine neue Beziehung. Doch bei ihren Bemühungen kam nichts heraus, stattdessen muss sie mit Behörden und dem Exfreund um Unterstützung feilschen. Abseits der üblichen Hilfsangebote versucht sie, ihren Weg zu finden.

Erste Station: Anruf beim Familien-Notruf München

Am Anfang, da stand noch nicht fest, ob sie jetzt alleinerziehend sein würde oder nicht. Sie stritt stundenlang mit ihrem Freund, der immer seltener zu Hause war, während sie sich immer häufiger mit ihrem damals elf Monate alten Sohn allein gelassen fühlte. Der Kleine war oft krank, Nicole Focke steckte sich an. Die Situation eskalierte, weil der Vater vor dem Stress zu Hause flüchtete, wodurch der natürlich noch größer wurde. „Ich drängte ihn, den Familien-Notruf anzurufen. Man sagte uns, dass wir in vier Wochen einen Termin bekommen könnten." Eine lange Zeit für jemanden, der in Not ist.

Einen Monat später ging es nicht mehr darum, die Familie zu retten: „Es war zumindest für mich klar, dass wir uns trennen würden, sagt Nicole Focke. „Seine Affäre hätte ich meinem Freund verzeihen können. Aber nicht die ganzen Lügen.

Zweite Station: Die Gruppe

Ein Zettel an der Badezimmertür diente als Wegweiser durch das Chaos: „Betreuung und „Wohnung suchen standen oben auf der Liste. „An der Tür musste ich vorbei, deshalb hing der Zettel dort, damit ich ihn nicht übersehe. Mein Freund war ausgezogen, ich war wie gelähmt und brauchte dringend Unterstützung. "

Nicole Fockes Erfahrung mit dem Verband Alleinerziehender Mütter und Väter (VAMV) war nicht sehr ermutigend. „Das ist zweifellos für viele eine sehr wichtige Einrichtung. Es ging mir aber weniger um Fragen wie ‚Was steht mir zu?‘ als um die Frage ‚Wie werde ich wieder unabhängig?‘. Ich suche nach einem Netzwerk, nicht nach Leidensgenossen."

Im Internet fand sie die Seite einer Gruppe, die sich gerade aufgelöst hatte, weil keines der Mitglieder mehr alleinerziehend war. „Für mich war das zwar schade, aber gleichzeitig hat es mir Mut gemacht, den Glauben zu behalten: Das ist nur eine Phase. Das bleibt nicht, wie es ist."

Dritte Station: Das Jugendamt Hamburg

Ihren Job als Einkäuferin konnte Nicole Focke wegen der vielen Auslandsreisen als Alleinerziehende nicht länger ausüben. Das wäre nur mit der Unterstützung ihres Exfreundes möglich gewesen. „Statt Verantwortung zu übernehmen, meinte er nur, er sei kein Babysitter. Ich finde, es muss selbstverständlich sein, dass zwei Menschen Partner bleiben, auch wenn sie kein Paar mehr sind." Damit wären viele Probleme Alleinerziehender beseitigt.

Mit ihrem Sohn und ein paar Taschen fuhr sie von München nach Hamburg – erst mal zu ihrer Mutter. Nicole Focke meldete sich in der Hansestadt, um so schnell wie möglich einen Krippenplatz zu finden und sich als Textildesignerin selbstständig zu machen. Dann die Ernüchterung auf dem Amt: Wer in Hamburg Betreuung sucht, der muss sich beim Jugendamt einen Gutschein ausstellen lassen. Den bekommt aber laut Gesetz nur, wer Arbeit hat. Und auch erst vier Wochen vor Arbeitsbeginn: praktisch aussichtslos, in dieser kurzen Zeit einen der begehrten Krippenplätze zu ergattern. Umsteiger wie Nicole Focke haben kein Anrecht auf Betreuung – sie fallen durch das grobmaschige Netz.

„Das war ein schlimmer Rückschlag für mich. Ich mag ein spezieller Fall sein, aber wer ist nicht speziell, wenn er sein Leben komplett neu einrichten muss? Daraus gelernt hat sie, dass die Standardlösungen der Behörden sie nicht weiterbringen: „Dabei kann ich mir gar nicht vorstellen, dass individuelle Hilfe mehr Geld kosten würde, als all den abgewiesenen Fällen jahrelang Hartz IV zu zahlen. Die Politik sollte arbeitswillige Mütter mehr motivieren.

Vierte Station: Telefonat mit einer anderen Mutter

Ihr Vater sagt immer: „Wenn du nicht weiterweißt, dann zieh dir Schuhe an und geh raus." Das mag banal klingen, aber für Nicole Focke ist es manchmal einfach nur die Bewegung, die sie vor dem innerlichen Stillstand bewahrt. Weitergehen – das ist ein einfaches Mantra.

Überhaupt sind es meistens ganz einfache Dinge, die wirkungsvoll sind und wie unauffällige Pfeile in der Landschaft einen Weg markieren, den man sonst nicht sehen würde. Nicole Focke erinnerte sich daran, dass sie einmal mit einer alleinerziehenden Mutter aus Hamburg gesprochen hatte. Jetzt wählte sie deren Nummer.

Die

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