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Start-up!: Wie Sie mit weniger als 100 Euro ein Unternehmen auf die Beine stellen und Ihr eigener Chef werden

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Start-up!: Wie Sie mit weniger als 100 Euro ein Unternehmen auf die Beine stellen und Ihr eigener Chef werden

Bewertungen:
4/5 (12 Bewertungen)
Länge:
376 Seiten
7 Stunden
Herausgeber:
Freigegeben:
Apr 8, 2013
ISBN:
9783864701139
Format:
Buch

Beschreibung

Ein umfassender Ratgeber für Unternehmensgründer. Hoch gelobt von Marketingguru Seth Godin und Bestsellerautorin Gretchen Rubin: Das ist "Start-up!" von Chris Guillebeau. Guillebeau ist Unternehmer und Schriftsteller und zeigt dem Leser, dass er weder ein dickes Bankkonto noch einen Universitätsabschluss benötigt, um das Leben zu leben, das er möchte. Unter anderem zeigt er 50 ganz normale Menschen, die alle mit 100 Euro oder weniger ein Unternehmen gegründet haben. Das Spektrum des Buches reicht von Motivation und Self-Improvement über Unternehmensgründung und Geschäfts¬ideen bis hin zum stets aktuellen Thema Work-Life-Balance. Fazit: mit geringem Einsatz viel erreichen.
Herausgeber:
Freigegeben:
Apr 8, 2013
ISBN:
9783864701139
Format:
Buch

Über den Autor


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Buchvorschau

Start-up! - Chris Guillebeau

sehnen.

TEIL I

UNTERNEHMER WIDER ERWARTEN

KAPITEL 1

„Die Notwendigkeit des Wandels hat sich wie ein Bulldozer einen Weg ins Zentrum meines Bewusstseins geebnet."

– MAYA ANGELOU

ERNEUERUNG

Sie haben schon alle Fertigkeiten, die Sie brauchen – Sie müssen sie nur finden

Am Morgen des 4. Mai 2009, einem Montag, zog sich Michael Hanna einen Nordstrom-Anzug mit einer bunten Krawatte an und fuhr los zu seinem Bürogebäude im Stadtzentrum von Portland, Oregon. Er hatte 25 Jahre Erfahrung im Verkauf und verbrachte seine Zeit damit, an Sitzungen teilzunehmen, Verkaufsgespräche mit Kunden zu führen und ständig E-Mails zu beantworten.

Bei seiner Ankunft im Büro ließ er sich an seinem Arbeitsplatz nieder, las die neuesten Nachrichten und rief ein paar E-Mails ab. Eine der Nachrichten war von seinem Chef, der ihn darum bat, ihn im Laufe des Tages aufzusuchen. Der Morgen verging ereignislos: noch mehr E-Mails, Telefongespräche und die Planung für ein großes Verkaufsgespräch. Michael ging mit einem Kunden zum Mittagessen und trank auf dem Rückweg einen Espresso. Er kam gerade rechtzeitig zurück, um noch ein paar weitere Antworten loszuschicken, bevor er das Büro seines Chefs aufsuchte.

Michael nahm Platz und stellte fest, dass sein Chef es vermied, ihm in die Augen zu sehen. „Danach, sagt er, „lief alles in Zeitlupe ab. Ich hatte immer wieder von anderen Leuten gehört, dass sie diese Erfahrung gemacht hatten, aber das schien nie etwas mit mir zu tun zu haben. Ich hätte nie gedacht, dass es mir selbst passieren könnte.

Sein Chef erwähnte den Konjunkturabschwung, die unabwendbare Notwendigkeit, sich von guten Leuten zu trennen, und so weiter. Ein Personalchef tauchte aus dem Nichts auf, begleitete Michael zu seinem Schreibtisch und überreichte ihm einen Pappkarton – es war tatsächlich ein Karton! –, in die er seine Sachen einpacken sollte. Michael war sich unsicher, was er sagen sollte, aber er versuchte, wegen seiner anwesenden Kollegen gute Miene zu machen. Um halb drei fuhr er heim und dachte darüber nach, wie er es seiner Frau Mary Ruth und den beiden Kindern sagen sollte, dass er nun arbeitslos war.

Nachdem sich der erste Schock gelegt hatte, gewöhnte Michael sich an eine ihm bis dahin unbekannte Routine, die darin bestand, Arbeitslosengeld zu kassieren und Hinweisen auf offene Stellen nachzugehen. Die Suche war hart. Er war hoch qualifiziert, aber das waren auch viele andere Leute, die täglich auf Jobsuche gingen. Die Branche war im Wandel und es war keineswegs sicher, dass Michael wieder eine gut bezahlte Stelle auf dem gleichen Niveau finden würde, auf dem er vorher gearbeitet hatte.

Eines Tages erwähnte ein Freund, der Eigentümer eines Möbelgeschäfts war, dass er eine Wagenladung voller Matratzen aus einem Räumungsverkauf habe, für die er keine Verwendung habe. „Du könntest die Dinger wahrscheinlich der Reihe nach bei Craigslist verkaufen und ein hübsches Sümmchen damit verdienen, sagte er zu Michael. Die Idee klang verrückt, aber sonst tat sich nichts an der Jobfront. Michael dachte sich, er könnte die Matratzen zumindest zum Einkaufspreis verkaufen. Er rief Mary Ruth an: „Schatz, das ist eine lange Geschichte, aber ist es okay, wenn ich ein paar Matratzen kaufe?

Der nächste Schritt war, ein Lager für die Waren zu finden. Michael suchte in der ganzen Stadt und fand ein Autohaus, das kürzlich geschlossen worden war. Auch in der Immobilienbranche lief es nicht gerade gut – als Michael also den Vermieter anrief, um zu fragen, ob er in dem ehemaligen Verkaufsraum sein Geschäft eröffnen könne, bekam er den Zuschlag. Der erste Warenbestand konnte über das Online-Anzeigenportal Craigslist und Mundpropaganda schnell abverkauft werden und das größte Problem bestand darin, Anfragen von potenziellen Kunden zu beantworten und sie beim Matratzenkauf zu beraten. „Ich hatte keinen Businessplan und keine Ahnung von Matratzen, sagte Michael. „Mein Eindruck von Matratzengeschäften war, dass es sich um schäbige Orte handelte, wo ein hoher Verkaufsdruck herrschte. Ich war nicht sicher, welche Art von Ort ich schaffen wollte, aber ich wusste, dass es ein einladendes Umfeld sein musste, wo Kunden nicht bedrängt wurden.

Nachdem das Geschäft gut angelaufen war, wagte Michael den Sprung und vertiefte sein Wissen über Matratzen, indem er sich mit örtlichen Lieferanten unterhielt. Außerdem verhandelte er mit dem Vermieter über eine Fortsetzung des Mietvertrages für den ehemaligen Autoverkaufsraum. Mary Ruth gestaltete eine Website. Das Konzept eines Matratzenhandels ohne aggressive Verkaufsstrategien kam in Portland gut an und das Geschäft wuchs, als der Laden einen in der Branche einzigartigen Matratzenlieferservice per Fahrrad anbot. (Ein Freund baute ein maßgefertigtes Tandem mit einer Plattform auf der Rückseite, an der eine Matratze für ein breites Doppelbett befestigt werden konnte.) Kunden, die mit dem eigenen Fahrrad zu dem Geschäft fuhren, wurden kostenfrei beliefert – eine Preistaktik, die zu Kundenbindung führte sowie eine Reihe von Fanvideos inspirierte, die auf YouTube hochgeladen wurden.

Es war nicht das, was Michael sich jemals als Beruf vorgestellt hatte, aber er hatte ein echtes Geschäft aufgebaut, das von der ersten Wagenladung an profitabel war und genug Geld einbrachte, dass er damit seine Familie ernähren konnte. Am zweiten Jahrestag seines abrupten Abgangs aus dem Angestelltendasein fiel Michael beim Durchstöbern seines Kleiderschranks der Nordstrom-Anzug in die Hände, den er an seinem letzten Tag angehabt hatte. Er hatte ihn in den vergangenen Jahren kein einziges Mal getragen – ebenso wenig eine andere Geschäftskleidung. Er lud den Anzug auf sein Fahrrad, gab ihn in der Kleiderkammer der Goodwill-Filiale ab und fuhr weiter zu seinem Matratzengeschäft. „Das waren zwei großartige Jahre, seit ich meinen Job verloren habe, sagt er nun. „Ich wurde vom Angestellten zum Matratzenlieferanten, und ich bin noch nie so glücklich gewesen.

Am anderen Ende der Stadt, wo sich Michaels zufallsbedingt gegründetes Matratzengeschäft befand, eröffnete die Jungunternehmerin Sarah Young etwa zur selben Zeit ein Garngeschäft. Auf die Frage, warum sie auf dem Höhepunkt des Konjunkturabschwungs und ohne Erfahrung in der Führung eines Geschäfts diesen Schritt wagte, antwortete Sarah: „Es ist nicht so, dass ich keine Erfahrung hatte, ich hatte nur eine andere Art von Erfahrung. Ich war zuvor keine Unternehmerin, aber ich war eine Käuferin. Ich wusste, was ich wollte, und da es nicht existierte, schuf ich es." Sarahs Garngeschäft, das in Kapitel 11 näher vorgestellt wird, war innerhalb von sechs Monaten profitabel und hat Anhänger in der ganzen Welt gefunden.

Unterdessen haben andere in der Welt sich erst gar nicht damit abgegeben, einen echten Laden aufzumachen, und haben stattdessen mit nahezu null Gründungskosten internetbasierte Geschäfte gegründet. In England hat Susannah Conway damit angefangen, als Hobby Fotografieunterricht zu erteilen, und sie erlebte die Überraschung ihres Lebens, als sie damit mehr Geld verdiente als in ihrem eigentlichen Beruf als Journalistin. (Frage: „Was haben Sie nicht vorhergesehen, als Sie Ihr Unternehmen gründeten? Antwort: „Ich wusste nicht, dass ich ein Unternehmen gründete.)

Benny Lewis machte seinen Abschluss an einer Universität in Irland mit einem ingenieurwissenschaftlichen Diplom, aber hat es nie gebraucht. Stattdessen fand er einen Weg, seinen Lebensunterhalt als „professioneller Sprachenfreak zu verdienen, indem er in der ganzen Welt herumreiste und Schülern dabei half, schnell andere Sprachen zu lernen. (Frage: „Gibt es sonst noch etwas, was wir über Ihr Geschäft wissen sollten? Antwort: „Ja. Hören Sie auf, es ein Geschäft zu nennen. Es gefällt mir total!")

Willkommen in der unbekannten Welt des Mikrounternehmertums! In dieser Welt, die unabhängig von den meisten Wirtschaftsnachrichten operiert, von denen Sie hören, verdienen indische Blogger 200.000 Dollar pro Jahr. Umherwandernde, unabhängige Verleger operieren von Buenos Aires oder Bangkok aus. Produkteinführungen von Ein-Mann- oder Eine-Frau-Unternehmen bringen 100.000 Dollar an einem einzigen Tag ein, was dazu führt, dass nervöse Bankmanager die Konten schließen, weil sie nicht verstehen, was vor sich geht.

Seltsamerweise florieren viele dieser ungewöhnlichen Geschäfte, indem diese Leute Dinge kostenlos anbieten. Dadurch gewinnen sie massenhaft Fans und Anhänger, die ihre bezahlte Arbeit unterstützen, wann immer diese letztendlich angeboten wird. „Mein Marketingplan besteht in strategischem Geben, sagt Megan Hunt, die selbst geschneiderte Kleider und Hochzeitsaccessoires in Omaha, Nebraska, herstellt und diese in die ganze Welt liefert. „Unsere größte Marketingbemühung besteht darin, andere zu stärken, sagte Scott Meyer aus South Dakota. „Wir bieten Unterricht an, geben kostenlos Material ab und beantworten kostenlos jede Frage, die uns jemand per E-Mail stellt, egal worum es geht."

In gewisser Weise sind abweichlerisch eingestellte Unternehmer, die sich dem System widersetzen und ihren Weg allein machen, keineswegs etwas Neues. Mikrounternehmen – Unternehmen, die normalerweise von nur einer Person geführt werden – gibt es seit dem Anfang des Handels. Händler waren auf den Straßen des alten Athens und Roms unterwegs und verhökerten ihre Waren. In vielen Teilen des ländlichen Afrikas oder Asiens findet viel Handel immer noch über kleine Transaktionen und Tauschgeschäfte statt.

Unkonventionelle Herangehensweisen an Marketing und Öffentlichkeitsarbeit gibt es ebenfalls schon seit einer ganzen Weile. Lange bevor dies allgemein üblich wurde, hatte eine Band eine Idee, wie sie direkt und ohne Umwege mit ihren Fans kommunizieren und dabei die traditionelle Struktur der Plattenlabels so weit wie möglich umgehen könnte. Die Fans hatten das Gefühl, zu einer Gemeinschaft zu gehören, anstatt nur eine Ansammlung bewundernder Zuhörer zu sein. Ach ja, und anstatt sich vorwiegend auf die Albumverkäufe zu verlassen, setzte die Band auf Ticketverkäufe und Merchandising bei einer endlosen Reihe von Livekonzerten. Das Beispiel klingt, als wäre es aus der heutigen Zeit, aber es stammt aus dem Jahr 1967, und der Name der Band war the Grateful Dead.

Neu ist jedoch, wie schnell jemand ein Geschäft gründen und eine Gruppe von Kunden erreichen kann. Der Aufbauprozess geht heute viel schneller und billiger vonstatten als jemals zuvor. Heute kann es sein, dass der Weg von der Idee zur Gründung weniger als einen Monat dauert und weniger als 100 Dollar kostet – fragen Sie einfach einige der Leute, deren Geschichten Sie in diesem Buch lesen werden. Zwar hat es Handel wohl schon immer gegeben, aber das Ausmaß, die Reichweite und die Verbindungen haben sich dramatisch verändert. Der Allrounder, der Gelegenheitsarbeiten und Reparaturen macht, hat früher seine Flyer im Lebensmittelgeschäft aufgehängt – nun lässt er über Google den Leuten, die nach „Einbauküchenaufbau" in ihrer Stadt suchen, seine Werbung anzeigen.

Das ist kein elitärer Club, es ist eine führerlose Bewegung der Mittelschicht. In der ganzen Welt steigen gewöhnliche Leute aus dem traditionellen Angestelltenverhältnis aus und gehen ihren eigenen Weg. Anstatt das System zu bekämpfen, schaffen sie ihre eigene Arbeitsform – im Allgemeinen ohne viel Ausbildung und fast immer ohne viel Geld. Diese Unternehmer wider Erwarten haben ihre Leidenschaft in Gewinn verwandelt und dabei ein sinnvolleres Leben für sich selbst geschaffen.

Was, wenn Sie das auch tun könnten? Was, wenn Sie dieselbe Freiheit haben könnten, um Ihren eigenen Zeitplan festzulegen und Ihre eigenen Prioritäten zu bestimmen?

Es gibt eine gute Nachricht: Freiheit ist möglich. Und es gibt noch eine weitere gute Nachricht: Freiheit ist nichts, was man sich in einer unbestimmt entfernten Zukunft vorstellen müsste – die Zukunft ist jetzt.

Das 100-Dollar-Start-up-Modell

Seit mindestens zehn Jahren höre ich nun Geschichten über unkonventionelle Unternehmen, während ich einige davon selbst geführt habe. Durch meine Arbeit als Schriftsteller und Unternehmer hatte ich Zugang zu einem weiten Kreis von Mikrobusiness-Fallstudien: profitable Unternehmen, die normalerweise von nur einer einzigen Person betrieben und ohne viel Startkapital gegründet werden. Bei der Vorbereitung einer umfassenden Studie fing ich an, bei vielen meiner Freunde und Kollegen nachzufragen, aber das war nicht alles.

Im Jahr 2010 entwickelte ich zusammen mit Pamela Slim, der Autorin von Escape from Cubicle Nation (auf Deutsch etwa: Flucht aus der Gefangenschaft des Angestelltendaseins) eine Reihe von Seminaren über Geschäftsideen mit geringem Startkapital. Als wir unser erstes Seminar ankündigten, war es in 90 Minuten ausgebucht. Wir boten dann Plätze in einem anderen Seminar an, das erst in einigen Monaten stattfinden sollte, und es war vor Mittag ausgebucht. Da klar war, dass wir einen Informationsbedarf gefunden hatten, ging ich der Sache weiter nach.

Während ich die Seminare abhielt, fing ich an, mich für das Modell „Folge deiner Leidenschaft" zu interessieren – die Idee, dass erfolgreiche Kleinunternehmen oft auf einem persönlichen Hobby oder Interesse aufbauen. Ich führte Interviews mit Unternehmern auf der ganzen Welt und dokumentierte ihre Geschichten für einen Onlinekurs, den ich Empire Building Kit (auf Deutsch: Bausatz für den Aufbau eines Imperiums) nannte. Der Kurs inspirierte mich dazu, ein Projekt in größerem Umfang zu starten und dann dieses Buch zu schreiben.

Mir schwebte von Anfang an eine Reihe von Fallstudien vor, aber als ich dieses Buch vorbereitete, fasste ich das Spektrum weiter. Ich führte Befragungen online und offline durch, sammelte Daten über ein Google-Formular, das zu Tausenden von Datensätzen führte. Während ich bei einer Lesereise in Nordamerika 63 Städte bereiste, traf ich weitere unkonventionelle Leute, die zufällig Unternehmer geworden waren, und hörte mir ihre Geschichten an.

Als ich den Nominierungsprozess schließlich beendet hatte, gab es mehr als 1.500 Befragte, aus denen ich auswählen konnte. Alle Befragten erfüllten mindestens vier der folgenden sechs Kriterien:

Das Modell „Folge deiner Leidenschaft". Viele Leute sind daran interessiert, ein Unternehmen aufzubauen, das auf einem Hobby oder einer Aktivität basiert, von der sie besonders begeistert sind. Wie wir sehen werden, führt zwar nicht jede Leidenschaft zu großen Bankeinlagen, aber bei einigen trifft dies sicher zu.

Geringe Gründungskosten. Ich war an Unternehmen interessiert, die weniger als 1.000 Dollar Gründungskapital benötigten, insbesondere an jenen, deren Gründung fast nichts (weniger als 100 Dollar) kostete.

Mindestens 50.000 Dollar Nettogewinn pro Jahr. Ich wollte profitable Unternehmen, die mindestens so viel abwarfen wie das nordamerikanische Durchschnittseinkommen. Beim Lesen des Buches werden Sie feststellen, dass die Bandbreite stark variiert: Es gibt viele Unternehmen, die ordentliche Gewinne in sechsstelliger Höhe verzeichnen, aber ein Rentabilitätsniveau von mindestens 50.000 Dollar pro Jahr war erforderlich.

Keine speziellen Qualifikationen. Da wir gewöhnliche Leute betrachteten, die ein erfolgreiches Unternehmen aufgebaut hatten, hatte ich eine Vorliebe für Unternehmen, die jeder betreiben kann. Dieser Punkt lässt sich unter Umständen schwer definieren, aber es gibt ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal: Viele Unternehmen erfordern irgendwelche speziellen Qualifikationen, aber es handelt sich um Qualifikationen, die durch eine kurze Schulung oder ein Selbststudium erworben werden können. Sie könnten zum Beispiel bei der Arbeit lernen, wie man Kaffeeröster wird, aber hoffentlich nicht, wie man Zahnarzt wird.

Komplette Offenlegung der Finanzen. Die Befragten stimmten zu, ihre Einkommensprognose für das laufende Jahr und das tatsächliche Einkommen mindestens der beiden vorhergehenden Jahre offenzulegen. Darüber hinaus mussten sie bereit sein, für Einkommen und Ausgaben bestimmte Begriffe zu verwenden.

Weniger als fünf Angestellte. Größtenteils war ich an Leuten interessiert, die wider Erwarten oder zufällig Unternehmer geworden waren und sich bewusst dafür entschieden hatten, klein zu bleiben. Viele der Fallstudien sind von Unternehmen, die ausschließlich von einer Person betrieben werden. Dies ist eng mit dem Ziel der persönlichen Freiheit verbunden, das so viele Befragte für sich erkannt haben.

Ich habe Unternehmen ausgeschlossen, die etwas mit Pornografie zu tun hatten oder sich auf halb legalem Terrain bewegten. In den meisten Fällen habe ich auch Unternehmen ausgeschlossen, die hoch technisiert waren oder deren Betrieb besondere Qualifikationen erforderte. Der grundlegende Test war: „Könnten Sie das, was Sie tun, Ihrer Großmutter erklären, und wären Sie bereit, das zu tun?"

Als Nächstes wollte ich Unternehmen betrachten, die Leute in der ganzen Welt gegründet hatten. Etwa die eine Hälfte unserer Geschichten kommt aus den Vereinigten Staaten und etwa die andere Hälfte kommt aus dem Rest der Welt. Von Silicon Valley bis nach Atlanta sind die USA ein Knotenpunkt für das Unternehmertum, sowohl im Hinblick auf die Werte als auch die Leichtigkeit, mit der ein Unternehmen gegründet werden kann. Aber wie wir sehen werden, schaffen Leute aus der ganzen Welt ihre eigenen Mikrounternehmen, indem sie manchmal dem US-Modell folgen und es manchmal auch auf ihre eigene Art machen.

Schließlich hatte ich bei der Schlussauswahl der hier präsentierten Studien eine Vorliebe für „interessante" Geschichten. Nicht jedes Unternehmen muss sexy oder trendgerecht sein – tatsächlich trifft dies auf viele hier gar nicht zu –, aber ich mochte Geschichten, die Originalität und Kreativität hervorhoben. Vor zwei Jahren erweckte Lisa Sellman in Minneapolis meine Aufmerksamkeit, als sie mir über ihr Hundebetreuungsunternehmen berichtete. Zuerst hielt ich nicht viel davon. Wie profitabel konnte schon ein Hundebetreuungsunternehmen sein? Doch dann erzählte Lisa mir, wie viel Geld sie verdiente: 88.000 Dollar im Vorjahr, und sie war gerade auf dem Weg dahin, im nächsten Jahr eine sechsstellige Summe abzuräumen. Urplötzlich war ich interessiert. Wie machte Lisa das – und welche Lektionen könnten wir von ihr lernen?

Jeder Teilnehmer und jede Teilnehmerin an der Fallstudie füllte mehrere detaillierte Fragebögen über sein beziehungsweise ihr Unternehmen aus, darunter auch Finanzdaten und demografiebezogene Fragen neben einem Dutzend ergebnisoffener Fragen. Den Gruppenbefragungen folgten weitere individuelle Fragen in Hunderten von E-Mails, Telefongesprächen, Skype-Videogesprächen und persönlichen Treffen in 15 Städten auf der ganzen Welt. Mein Ziel war es, eine Erzählung zu schaffen, indem ich gemeinsame Themen in einer bunt gemischten Gruppe fand. Allein die gesammelten Daten würden für mehrere dicke Bücher ausreichen, aber ich habe versucht, hier nur die wichtigsten Informationen zu präsentieren. Auf der Website 100startup.com können Sie mehr über die Methodik der Studie erfahren. Dort finden Sie auch Befragungsdaten und spezielle Interviews.

In anderen Studien und Büchern sowie in der Medienberichterstattung erhalten zwei Arten von Geschäftsmodellen die größte Aufmerksamkeit. Geschäftsmodell Nummer eins ist althergebracht: Eine Erfinderin hat eine Idee und überzeugt eine Bank davon, ihr Geld für einen wachsenden Betrieb zu leihen, oder ein Unternehmen gliedert eine Abteilung aus, um ein anderes Unternehmen zu schaffen. Die meisten an der Börse gehandelten Unternehmen passen in diese Kategorie. Geschäftsmodell Nummer zwei ist das investmentgetriebene Start-up, das normalerweise auf Risikokapital, Buy-outs, Werbung und Marktanteile fokussiert ist. Das Unternehmen wird von einem Gründer oder einer kleineren Gruppe von Gesellschaftern initiiert, aber oft von einem Managementteam geführt, das einem Vorstand untersteht. Dieser versucht, die Unternehmensbewertung zu erhöhen mit dem Ziel, an die Börse zu gehen oder von einem anderen Unternehmen übernommen zu werden.

Jedes der älteren Modelle hat Stärken, Schwächen und verschiedene andere Charakteristiken. In beiden gibt es ausreichend Erfolgsgeschichten und Versagensgeschichten. Aber um diese Modelle und die damit zusammenhängenden Geschichten geht es hier nicht. Während die Geschäftsmodelle eins und zwei alle Aufmerksamkeit erhalten haben, ist etwas anderes ganz leise geschehen – etwas ganz anderes.

Unsere Geschichte handelt von Leuten, die ihr eigenes Mikrounternehmen ohne Investitionen, ohne Angestellte und oft sogar ohne eine Idee beginnen, was sie eigentlich tun. Sie haben fast nie einen formellen Businessplan und oft haben sie gar keinen Plan, außer dass sie sich sagen: „Versuchen wir es mal und schauen, was passiert. In den allermeisten Fällen erfolgt die Unternehmensgründung schnell, ohne dass die Genehmigung eines Vorstandes oder eines Managers abgewartet wird. Die Marktforschung erfolgt in Eile. „Kaufen die Kunden? Wenn die Antwort Ja lautet, dann ist es gut. Wenn nicht, was können wir verändern?

Wie bei Michaels Entwicklung vom Angestellten zum Matratzenlieferanten per Fahrrad war es in vielen unserer Fallstudien so, dass die Unternehmen zufällig gegründet wurden, nachdem die Leute eine Notlage wie einen Arbeitsplatzverlust erlitten hatten. In Massachusetts rief Jessica Reagan Salzmans Ehemann von der Arbeit aus an, um zu sagen, dass er früher nach Hause käme – und dass er am nächsten Tag nicht ins Büro zurückgehen würde. Die unerwartete Entlassung ließ Jessica, die vor drei Wochen ein Kind bekommen hatte, sofort in Aktion treten. Ihr in Teilzeit ausgeübtes Buchhalter-„Hobby" wurde zum Vollzeiteinkommen der Familie. In Pennsylvania gründete Tara Gentile ihr Unternehmen mit dem Ziel, von zu Hause aus arbeiten zu können, während sie sich um ihre Kinder kümmerte. Das Unternehmen wuchs so schnell, dass schließlich auch ihr Mann zu Hause blieb.

Auf der anderen Seite des Atlantiks war David Henzell Leiter der größten Werbeagentur außerhalb Londons. Er kündigte zum einen, weil ihn die Arbeit langweilte, und zum anderen, weil bei ihm ein chronisches Müdigkeitssyndrom diagnostiziert wurde, das dazu führte, dass er mit seiner „chronischen Verantwortung als Inhaber zu kämpfen hatte. In seinem neuen Unternehmen Lightbulb Design legt er nun selbst die Regeln fest. „Eine Zeit lang hat mich die Krankheit gemanagt, aber jetzt manage ich sie. Lightbulb wurde für mich ein Weg, Geld zu meinen Konditionen zu verdienen. Es läuft immer noch zu meinen Bedingungen, aber nun läuft es super!

Die Leute, denen wir begegnen werden, unterscheiden sich wesentlich im Hinblick darauf, wie sie ihre Projekte strukturiert haben. Einige entschieden sich schließlich für Expansion, indem sie Teams von externen Bürokräften entweder einstellten oder aufbauten. Erica Cominsky vergrößerte ihr Transkriptionsteam zu einem bestimmten Zeitpunkt auf 17 Leute, aber indem sie mit selbstständigen Auftragnehmern zusammenarbeitete, anstatt Leute fest anzustellen, bewahrte sie die Freiheit, das Ganze einfach zu gestalten. Die Tom-Bihn-Taschenfabrik in Seattle wuchs zu einem Betrieb mit siebenstelligem Umsatz, blieb dabei jedoch völlig unabhängig und lehnte Angebote ab, ihre Produkte an Einzelhandelsketten zu verkaufen.

Andere verfolgten Partnerschaften, die es jeder Person erlaubten, sich auf das zu konzentrieren, worin sie am besten war. Jen Adrion und Omar Noory hatten gerade ihren Abschluss an der Designschule gemacht und waren von ihren Einstiegsjobs frustriert. Daher fingen sie an, von einer Wohnung in Columbus, Ohio, aus kundenspezifisch erstellte Landkarten zu verkaufen. Patrick McCrann und Rich Strauss waren Konkurrenten, die sich zusammentaten, um eine Community für Ausdauersportler zu schaffen. Einige unserer Geschichten handeln von Ehepaaren und Partnern, die zusammen ein Geschäft aufbauen.

Viele andere jedoch entschieden sich, ihren Weg allein zu gehen, in der Überzeugung, dass sie Freiheit finden würden, indem sie vorwiegend allein arbeiten. Charlie Pabst war ein erfolgreicher Architekt mit einem „Traumjob als Ladendesigner für Starbucks. Doch sein Autonomiestreben war stärker als die Bequemlichkeit eines Traumjobs und die kostenlosen Lattes: „Eines Tages fuhr ich zur Arbeit und erkannte, dass ich so nicht mehr weitermachen konnte. Ich meldete mich krank, schrieb meine Kündigung mit einer 2-Wochen-Frist, und der Rest ist bekannt. Charlie arbeitet immer noch als Designer, aber nun von zu Hause aus für Kunden, die er selbst auswählt.

Wir werden diese Geschichten als Gesamtheit betrachten: eine Gruppe von Einzelstimmen, die bei gemeinsamer Betrachtung eine originelle Komposition bilden. Wenn wir darüber reden, wie verschiedene Leute sich selbst aus dem Elend des Angestelltendaseins befreit haben, besteht die Herausforderung darin, ihren Mut anzuerkennen, ohne ihr Können zu übertreiben. Die meisten von ihnen sind keine Genies oder geborene Unternehmer. Es sind gewöhnliche Leute, die ein paar wesentliche, ihr Leben verändernde Entscheidungen getroffen haben. Sehr wenige Teilnehmer unserer Fallstudien haben eine Business School besucht und über die Hälfte hatte keinerlei unternehmerische Vorerfahrungen. Einige hatten das College abgebrochen und andere wiederum hatten es gar nie besucht.¹

Mein Ziel ist es, Ihnen mit diesen Geschichten einen Wegweiser zur Freiheit zu geben, eine Anleitung, die Sie nutzen können, um die aus den Geschichten gewonnenen Lektionen auf Ihren eigenen Fluchtplan anzuwenden. Aus all diesen Fallstudien ergeben sich drei Lektionen für das Mikrounternehmertum. Wir werden uns in diesem Buch in verschiedener Hinsicht auf diese Lektionen konzentrieren.

Lektion 1: Konvergenz

Konvergenz, wie wir sie verstehen, repräsentiert die Überschneidung zwischen etwas, was Sie besonders gern tun oder

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Rezensionen

Was die anderen über Start-up! denken

3.8
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Leser-Rezensionen

  • (3/5)
    Ehhhh....for someone with a business idea and no business experience or clue how to start, this book is worth considering.For anyone with actual work or business experience who's contemplating taking the plunge to start his/her own thing, this probably isn't the book for you.Guillebeau has a direct and accessible writing style. He's not pretentious and his book isn't full of get-rich-quick / maximum money for minimum work kind of advice. He does say that starting a business takes lots of time, work and hustle before it pays off. Also, there are a range of startup types portrayed with an idea of revenue they make. Some are six-figure businesses and some more modest. There are a lot of anecdotes and some advice on how to put together a marketing plan, develop a mission statement, and how not to waste time or money on things you don't need. That's all good, but in totality it's 101, entreneur-lite kind of stuff. If that's what you need and want, this does it as well as any; otherwise, keep looking.
  • (2/5)
    While this book contains some inspirational stories, it doesn't go far enough in providing a strategy for entrepreneurs. It's big on fluff and small on how-to.
  • (5/5)
    Very inspiring book. Doesn't exactly "show" you how to do it, but the inspiration you take away from this book makes up for it.
  • (2/5)
    Had some great practical information that I'd like to copy (39 steps timeline for launching a business etc), but there were other parts that just seemed reductive (this person made 10 times as much on kickstarter as she planned because she made a video! No, sorry, it's not that easy). Also, much of this will be out of date very quickly, I'm sure. But I took some notes that were useful, definitely.

    Also, sometimes it's hard for me to want to read something from an expert when I don't quite grasp what it is they do. Stop referring to your vague "product" and just tell me what it is, already. Are you a drug dealer?
  • (4/5)
    It took me a ridiculously long time to read this book, mostly because I read it in tiny little chunks in the morning as a way to get my brain revved up for the day. This book is good for that. It's not an exhaustive entrepreneurial textbook and that's okay. In fact, it's great. Because what this book boils down to is someone saying, "Well, maybe you should just TRY your idea" and then showing lots and lots of examples of people who did just that. It shows you how to try, how to fail, how to tweak, and why all of this is much, much, much less scary than you might think.
  • (3/5)
    Another Ferriss-style "how I got rich by starting a business" book. I don't hate these, and I almost find something useful in them, even if it's just motivation (which is the only explanation I have for why I keep reading them). Don't expect much in the way of novel ideas, but if you're like me, the case-studies and the reminders of Good Ideas for business make the read worthwhile.
  • (4/5)
    Interesting, useful, and an enjoyable read. Though I do wish not so many of his examples were on service-based businesses.
  • (4/5)
    This was an inspiring read about entrepreneurs who fairly recently started small businesses on a shoestring. It's more of a motivational type book than a thorough analysis; a glimpse of the businesses and the author provides an outline -a sketch, really - of basic steps for starting a business. The author's from Portland and he features a few Oregon busineses among the rest. I enjoyed it, not that I really have a yen to start a business.
  • (4/5)
    This audio delivers on its title and is inspirational. He defines who this book is targeted at then gives many examples. Having had a successful business in the past that would have fallen into his study I found many things he advises to have worked for me in the past.
  • (4/5)
    The most useful element of this book is a listing of things to consider when weighing business ideas. The second most useful element is the checklist of steps when launching a project. Some commonsense, but full of enthusiastic encouragement towards self-employment.
  • (5/5)
    Chris Guillebeau is well-known for his desire to go to every country on the planet before his 35th birthday (on track to do so), and his website, The Art of Non-Conformity. At the website, he offers up travel wisdom and products to help his readers make the jump from corporate slave to entrepreneur. His latest book is an expansion on this idea.The book is well-written and easily understood; more conversation than how-to. He makes the idea of starting your own business - any type of business - not only palatable but eminently do-able. Chris gives not only the example of his own life, but many case studies and anecdotes from real-life entrepreneurs such as the well-known Grammar Girl. He offers up a framework of how to get started, for very little money, how to keep the business going and growing, and even what happens if you (should) fail. The illustrations, done by artist Mike Rohde, are well-done and fit the flavor of the book to a T.All in all, if you are a follower of Pam Slim, or are thinking of striking out on your own, this book is for you. If you just want to flirt with the idea of going into business for yourself, this book is worth reading, if only to fire you up. And if you are a fan of Chris Guillebeau, this book is a must-read.
  • (5/5)
    This book is full of helpful stories that show people, young and old, who have been able to live their dreams. It's not for the faint of heart, but assuming that you have the courage to take the first step the author provides tools to help you along the way. Reminds me of "Action Trumps Everything: Creating What You Want in an Uncertain World" in that you don't have to have everything perfectly planned out in advance. Get started today and adjust as you go along!What I liked about this book was how everything is laid out as a possibility to be explored. There is no one size fits all. He even shows how some people became fabulously successful doing the exact opposite of someone else. And success is measured with your own yardstick, not based on who makes the most money or does the biggest volume. The book gives you a lot to think about but most of all it encourages you to take action.