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ICH³ - Innerlich einfach gut aufgestellt!: Die Arbeit mit intrapersonellen Systemen (ICH-Systemen)

ICH³ - Innerlich einfach gut aufgestellt!: Die Arbeit mit intrapersonellen Systemen (ICH-Systemen)

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ICH³ - Innerlich einfach gut aufgestellt!: Die Arbeit mit intrapersonellen Systemen (ICH-Systemen)

Länge:
549 Seiten
6 Stunden
Herausgeber:
Freigegeben:
Oct 29, 2014
ISBN:
9783990385968
Format:
Buch

Beschreibung

Wer möchte nicht innerlich gut aufgestellt sein, um die Hürden und Herausforderungen des Alltags souverän zu meistern? Nur wie erreichen und erhalten wir diesen schönen Zustand langfristig?

Die in diesem Buch vorgestellten Methoden kommen vor allem in beratenden bzw. therapeutischen Berufsanwendungen zu tragen, lassen aber auch den reflexionsfreudigen Laien tiefe Einblicke in die meist verborgenen Dynamiken der menschlichen Seele gewinnen. Man versteht, wie das Leben in der Tiefe funktioniert, wirkt und "agiert"!

Profis wie beispielsweise Psychotherapeuten, Lebensberater, Psychologen, Coaches, Pädagogen oder Unternehmensberater lernen drei innovative und leicht anwendbare Methoden kennen, und der interessierte Privatmensch lernt zweifelsohne sich selbst besser kennen. Die Allthementauglichkeit macht diese Methoden so praktisch und effizient. Ob Paarprobleme, mangelnder Selbstwert, Erfolglosigkeit, sich wiederholende Schmerz-Muster oder andersgeartete Alltagsprobleme, der professionelle Blick ins eigene Innere ist eine machtvolle und oft heilsame Erfahrung.
Herausgeber:
Freigegeben:
Oct 29, 2014
ISBN:
9783990385968
Format:
Buch

Über den Autor


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Buchvorschau

ICH³ - Innerlich einfach gut aufgestellt! - Claudia S. Lang

Danksagungen

Impressum

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek:

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie­.

Detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://www.d-nb.de abrufbar.

Alle Rechte der Verbreitung, auch durch Film, Funk und Fern­sehen, fotomechanische Wiedergabe, Tonträger, elektronische Datenträger und ­auszugsweisen Nachdruck, sind vorbehalten.

© 2014 novum publishing gmbh

ISBN Printausgabe: 978-3-99038-595-1

ISBN e-book: 978-3-99038-596-8

Lektorat: Mag. Barbara Büchel

Umschlagfoto: Heinz Bruckschwaiger

Umschlaggestaltung, Layout & Satz: novum publishing gmbh

Innenabbildungen: Heinz Bruckschwaiger (Bild 1); Claudia S. Lang

www.novumverlag.com

Widmung

Für Martin – das Lachen meiner Seele!

Vorwort

Dr. Christian Kern, Psychotherapeut

Liebe Leserin, lieber Leser!

In diesem Buch wird nicht nur eine, sondern es werden vier verschiedene und doch zusammenhängende Methoden für den therapeutischen bzw. beraterischen Kontext vorgestellt; nämlich die ITTA-Methode®, die ITTASYS-Methode®, die ICH³-Aufstellung® und die InTeam-Aufstellung®.

Es lohnt sich, den Darlegungen aufmerksam zu folgen. Denn sie beschreiben den Entdeckungs- und Forschungsprozess eines kreativen Geistes, der mit ganzem Herzen und Engagement im Dienst des Wachstums und Wohlergehens der Menschen steht.

Auch dieses Werk ist in seiner Gesamtheit ein System, dessen Teile nicht Wegmarken eines linearen Erkenntnisprozesses darstellen, sondern interaktiv miteinander kommunizieren, sich gegenseitig befruchten und schließlich das hervorbringen, was hier als die klar voneinander unterscheidbaren Methoden vorgestellt wird.

Wie die Autorin im Werdegang der Methoden darlegt, ging alles von einer ihrer Intuitionen aus, was zur vorläufigen ITTA-Methode führte. Dann, frühzeitig in dieser Gesamtentwicklungsgeschichte, wird die ITTA-Methode befruchtet mit dem systemischen Denken, wie es die Aufstellungsarbeit kennt, was zur ITTASYS-Methode führt. Aufgrund der ganz eigenen Erkenntnisse der dialogischen Arbeit in der ITTASYS-Methode wird die eigentliche ICH³-Auf­stellung geboren und in der Folge im Grunde zum Ausgangspunkt der Arbeit mit dem Inneren Team zurückgekehrt, aber bereichert mit all der Erfahrung des bereits zurückgelegten Weges: Daraus folgt die InTeam-Aufstellung.

Für mich als therapeutischer Aufstellungsleiter sind diese Aufstellungsvarianten absolut bewundernswert. Denn sie genügen einer wichtigen wissenschaftlichen Forderung: der ästhetischen Einfachheit. Diese aber wird immer erlangt über ein profundes und komplexes Wissen, dem der Anwender Rechnung tragen muss.

Als mich die Autorin in den Anfängen ihrer Ideen über die ICH³-Aufstellung aufforderte, diese bei einem Aufstellungsseminar anzuwenden, verstand ich diese Aufstellungsmethode nur vor dem Hintergrund meiner bisherigen Aufstellungsarbeit. Was dann Jahre später aus der ICH³-Aufstellung in den Händen von Claudia Lang geworden ist, lässt sich mit dem Ursprünglichen nicht mehr vergleichen. Zu Recht kann man sagen, dass die ICH³-Aufstellung eine ungemein verdichtete und essentielle Arbeit darstellt. Nur der Aufstellungsleiter, der das Anliegen verstanden hat, das dieser Aufstellungsart zugrunde liegt, kann deren reiche Früchte ernten.

Und Gleiches gilt gegenüber der InTeam-Aufstellung. Ich denke, dass die Aufstellung des Inneren Teams, wie es die Autorin vorschlägt, eine wahre Fundgrube an ungeahnten Möglichkeiten ist. Und dies nicht nur im Hinblick auf die Entwicklungshilfe für den Reifungsprozess des Klienten, z. B. um innere Konflikte zu lösen oder um geheimen Sabotageprogrammen auf die Spur zu kommen, die eigene Einheit zu stärken usw. Die Möglichkeiten gehen weit darüber hinaus. Man denke nur an die Harmonisierung der inneren Anteile mithilfe des individuell bedeutsamen Wertesystems, das sich vorzugsweise in einem Werte-„Schwerpunkt" verdichtet. Und damit wandelt sich erstaunlich leichtgängig im Klienten eine bislang defizitär ausgerichtete Haltung zu einer positiv-schöpferischen Haltung.

Um all das entwickeln zu können, brauchte es eine gute Portion Querdenkertum, fachlichen Wissens und Intuition. Auch Ihnen, geschätzte Leserin, geschätzter Leser, wünsche ich diese Zutaten, um das Besondere in der vorliegenden Arbeit zu erfassen. Lassen Sie sich entführen in diese innerpsychische Welt – nicht allein auf der Ebene des Verstandes – und erlauben Sie Ihrem Herzen, falls Sie auch selbst einmal diese Art der Arbeit an sich erfahren wollen, auf den Flügeln der Intuition und der Weisheit in Ihren inneren Wahrheiten ausgiebig zu reisen.

Mut, Kraft und Entschlossenheit sind Tugenden desjenigen, der es mit sich selbst aufzunehmen vermag. Wer Claudia Lang kennt, der weiß um ihre kompromisslose Bereitschaft, den eigenen Schatten zu begegnen und die Winkel der Seele auszuleuchten, um zu einer größeren Lebensfülle zu gelangen. Dieselbe Kompromisslosigkeit zeigt sie auch im Dienst an ihren Klienten bzw. Schülern und bringt so wahrlich erstaunliche Ergebnisse für all jene, die es ernst mit sich und ihrer Seele meinen.

Ich wünsche Ihnen, liebe Leserin, lieber Leser, dass Sie dieses Buch mit viel Gewinn lesen und dir, liebe Claudia, dass es – wie du es dir gewünscht hast – vielen Menschen dabei helfen wird, zu sich zu finden und sich von fremdem Ballast, Fremdbestimmung und innere Blockaden erfolgreich zu befreien.

Du ermöglichst durch die Unmittelbarkeit deiner Ausführungen dem interessierten Leser, dass er sich gerade mit jenen Fallstricken auseinandersetzen kann, die jedem von uns zu schaffen machen: Du nennst es die Verwechslung der Selbstliebe mit der Ego-Liebe. Und deine Aufstellungsarbeit, die Erklärungen und die Fallbeispiele dazu ermöglichen es, sich einmal selbst im stillen Kämmerchen hinter die Kulissen zu schauen.

Nochmals Gratulation für diesen schöpferischen Prozess, der das weite Feld der Aufstellungsarbeit auf unerwartete Weise bereichert.

Christian Kern

Mag. Dr., Psychotherapeut,

Dipl. Psychologe, Klinischer und

Gesundheitspsychologe, Augsburg

Besondere Hinweise

Zur sicheren und verantwortungsbewussten Anwendung: Ich möchte zu bedenken geben, dass man bald einmal ein Buch über eine neue Methode lesen, verstehen und anwenden kann; jedoch empfiehlt sich bei allen tiefgängigen Coaching-, Beratungs- bzw. Therapiemethoden, neben der fachlich soliden Ausbildung eine gewisse Zeit an supervidierter Praxis zu beziehen. Denn auf vieles kann selbst die umfangsreichste Beschreibung nicht Bezug nehmen, und genau dort sind die Räume für fahrlässige Fehlerquellen, die dann letztlich dem Klienten am meisten und auch dem Ruf des jeweiligen Anwenders schaden!

Zum besseren Verständnis und zum maximalen Lesegewinn in diesem Buch werden auch ganz bewusst „heiße Eisen angefasst, Themen und Begriffe, die in der Gesellschaft umstritten oder verpönt sind. Ich möchte weder provozieren noch polarisieren, aber ein Wunsch begleitet besonders jene Zeilen, die umstritten sind: Wenn ein Leser meint, dass er sich über etwas in diesem Buch echauffieren oder empören müsste, dann möchte ich ihn hiermit einladen, einmal tief durchzuatmen und dann dasselbe noch einmal zu lesen, allerdings mit der Haltung, das gänzlich Andere in dem Geschriebenen zu entdecken, das Tiefere, das sehr wahrscheinlich damit gemeint ist, und nicht das Erstbeste, womit ein Teil im Leser gleich in Resonanz gegangen ist. Zum einen habe ich diesen Wunsch, weil mein Buch ein Geschenk und eine Bereicherung für jeden Leser sein soll, und zum anderen, weil ich weiß, wie schwer es ist – im Übrigen für alle Autoren –, das, was man tief drinnen meint, mit dem oft so unzulänglichen Wort-Material ausdrücken zu müssen. Nehmen Sie dieses Buch bitte gerade an den Stellen, wo Sie den Eindruck haben, „die Lang spinnt, als Einladung, noch einmal hinzuspüren, was Anderes hinter dem Geschriebenen verborgen sein könnte, als man dachte.

Davon abgesehen ist ein Fachbuch über praktisch anwendbare Methoden immer von Natur aus im Nachteil, weil natürlich kein geschriebenes Wort an die erlebte bzw. erfahrbare Wirklichkeit herankommt.

Ich darf sagen, dass ich die systemische Literatur wirklich gut kenne und stelle nun, wo ich dieses Buch geschrieben habe, fest, dass viele Meta-Ebenen, auf denen solche Prozesse immer auch ein Stück weit parallel stattfinden, mit Wort und Schrift nur bedingt erfasst und mitgeliefert werden können. Wahrscheinlich ist deshalb das „Selber erfahren haben einfach unersetzbar durch das „Darüber gelesen haben. Verstehen Sie dies durchaus als Empfehlung mit diesen methodischen Anwendungen in die Selbsterfahrung zu gehen –

es wird Ihr Verständnis darüber maßgeblich vertiefen.

Wenn ich in diesem Buch an verschiedenen Stellen von der Eigenverantwortung der Opfer spreche, wo man meinen könnte, es sei doch alles klar und offensichtlich, weil Täter = schuldig und Opfer = unschuldig, dann nicht, weil ich die faktische und rechtliche Schuld eines Täters damit aufweichen oder gar aufheben möchte, sondern vielmehr, weil ich auch die zweite Seite der Medaille aufzeigen will, auf der die Erlösung und wirkliche Erleichterung des Opfers zu finden ist. Die faktische und rechtliche Schuld zu bemessen oder auch nur irgendwie zu dokumentieren ist nicht meine Aufgabe – Gott sei Dank!

Der Erkenntnisgewinn des eigenen Schicksals erhöht sich erheblich, wenn man bei der Betrachtung nicht mit der Schuldverteilungsbrille schaut, sondern mit der Frage: „Was in mir hat eine Resonanz für das Geschehene und welche genau ist das?"

Zum Formalen und zu den Zielgruppen:

Dieses Buch verzichtet auf geschlechtsneutrale Bezeichnungen. Es sind selbstverständlich immer beide Geschlechter gleichwertig gemeint und angesprochen!

Die in diesem Buch verwendeten Fachbegriffe wie z.B.: ITTASYS-Methode, ICH³-Aufstellung oder InTeam-Aufstellung sind patentrechtlich und urheberrechtlich geschützte Begriffe und ihre Verwendung ist ausschließlich unter der Nennung der Methodenbegründerin gestattet.

Wann immer vom Leiter / Berater oder Coach gesprochen wird, können sich alle künftigen Anwender einer oder aller in diesem Buch vorgestellten Methoden und Arbeitsweisen angesprochen fühlen, vorausgesetzt es liegen die erforderlichen Kompetenzen und Ausbildungen vor.

Hilfreich und interessant ist dies Buch für Personen, die in beraterischer oder sozialkompetent führender Position arbeiten (Psychotherapeuten, Psychologen, Psychiater, Psychoanalytiker, Pädagogen, Coaches, Lebens- und Sozialberater, Unternehmensberater, Mediatoren, Lehrer, Sozialarbeiter, Pädagogen, Kindergärtner, …), aber auch für Führungskräfte und leitende Angestellte der Wirtschaft sowie des Rechtssystems (Richter, Staatsanwälte, Rechtsanwälte, Eheberater, uvm.).

Geschrieben ist es aber für JEDEN, der sich besser kennenlernen und erfahren möchte. Also für jeden Menschen, der sein eigenes Seelenheil und seine innere Ausgeglichenheit sowie Liebes- und Erfolgsfähigkeit erschließen möchte.

Ziel dieser inneren Arbeit ist es, zur echten Selbstliebe in sich zu finden, Selbstfindung und Unabhängigkeit (jedweder Art) zu erhöhen und innerlich einfach gut aufgestellt und kraftvoll durchs Leben zu kommen. All das führt automatisch zu einer größeren Lebensfülle und Tiefe.

Einleitung

Ich stelle Ihnen in diesem Buch zum einen die „ITTA-Methode vor (eine ursprünglich im Coachingbereich entwickelte Methode zur effektiven Problemlösung und Persönlichkeitsentwicklung), des Weiteren die „ITTASYS-Methode, die sich im Laufe meiner systemischen Einzelarbeit der Lebensberatung herauskristallisierte (quasi eine weiterentwickelte Form der ITTA-Methode) und schließlich die aus der ITTASYS-Methode erwachsene „ICH³-Aufstellung. Im weiteren Verlauf stelle ich meine persönliche Konzeption der „InTeam-Aufstellung (Inneres Team-Aufstellung) vor und befasse mich mit Begriffen wie Demut, Würde, Selbstliebe, Egoliebe und Hingabe bzw. Selbstaufgabe.

Alle vier Methoden sind ihrem Wesen nach Arbeits-Formate, die sich in den entsprechend fähigen Händen zu äußerst heilsamen therapeutischen Interventionen auswirken können, und – sofern richtig angewendet – auch im Führungs- und Managementbereich überaus erfolgreich zur Anwendung kommen. Dem Laien mögen sie darüber hinaus Einblicke in die innerpersönliche Selbstführung von Menschen geben und die gesunden und befreienden Möglichkeiten der eigenen Lebensgestaltung schmackhafter machen.

Wir kennen diese Allthementauglichkeit bzw. Allbereichseinsetzbarkeit bereits aus dem systemischen Kontext, aber auch aus der Transaktionsanalyse, dem NLP oder ähnlichen Anwendungen. Sie alle haben sich ursprünglich zwar aus der therapeutischen Ecke entwickelt, danach aber sehr erfolgreich Einzug gehalten in die Berater-Szene und die Führungskräfte-Entwicklung. Und obwohl in der Geschäftswelt solchen Zugängen und Anwendungen immer noch ein gewisses Maß an „Phobie" gegenübersteht, sind die Erfolge, die damit erreicht wurden, auch aus der Geschäftswelt nicht mehr wegzudenken! Überall, wo es um Menschen geht, wo Menschen vorkommen, wird zeitlebens deren Entwicklungsfähigkeit und Innenschau so notwendig wie sinnvoll für die ersehnten Erfolge sein. Dies gilt für den privaten Lebensbereich ebenso wie für den gesundheitlichen oder den beruflichen.

So wie wir beständig Teil eines oder mehrerer Systeme sind, so sind wir permanent mit ICHs konfrontiert. Im Außen wie im Inneren – also mit den ICHs anderer und den eigenen ICHs. Spätestens seit Friedemann Schulz v.Thuns Arbeit mit dem „Inneren Team oder Virgina Satirs „Parts-Party wissen wir, dass keiner von uns Menschen an multipler Persönlichkeitsspaltung leidet, aber jeder von uns aus mehreren und je nach situativem Bedarf auch wechselweisen inneren Teilen besteht und entsprechend agiert und reagiert. Die Transaktionsanalyse (TA) nach E. Berne zeigt uns die jedem Menschen innewohnenden Ursprungs-Anteile und arbeitet meiner Ansicht nach mit den grundlegendsten Anteilen, den drei ICH-Zuständen: Eltern-Ich, Kind-Ich und Erwachsenen-Ich.

Dieser drei ICHs bedienen sich drei meiner hier vorgestellten Methoden (die ITTA-Methode, die ITTASYS-Methode und die ICH³-Aufstellung). In der ITTASYS könnte man sagen, das Innere Team (IT) trifft auf die Transaktionsanalyse (TA) und die beiden verbünden sich mit systemischer Aufstellungsarbeit (SYS). Soviel zur Herleitung der Methoden-Bezeichnungen. Bei der InTeam-Aufstellung trifft das Innere Team (IT) auf die Prinzipien der systemischen Aufstellungsform und bringt damit völlig neue und eigene Funktionsweisen, Wirkungsgrade und Regeln hervor.

Während sich die ITTA-Methode auch in nicht-therapeutischen Bereichen und von Nicht-Systemikern gut nützen lässt, sind die Weiterentwicklungen davon (wie oben angeführt) bereits eine Anwendung, die auch innerpersönliche und systemische Heilung hervorbringen können und daher entsprechende Kenntnisse bzw. Ausbildung erfordern. Ich schreibe dies nicht, um die ITTASYS-Methode, die ICH³-Aufstellung und die InTeam-Aufstellung ausschließlich den Berufsgruppen des psychosozialen Feldes (also Therapeuten, Psychologen, Psychiater, Lebens- und Sozialberater, Systemiker, Supervisoren, Aufsteller, Ärzte, etc.) vorzubehalten – ganz im Gegenteil, sondern um auch jenen Anwendern, die aus anderweitigen Kontexten kommen und ebenfalls mit und für Menschen arbeiten (also allen beratenden Dienstleistern wie beispielsweise Coaches, Unternehmensberater, Mediatoren, Rechtsanwälte, Eheberater, Führungskräfte, Manager, Pädagogen, Lehrer, Erzieher, Trainer, etc.) verantwortungsbewusste Anwendung möglich zu machen. Jede Berufsgruppe muss sich je nach landesüblichen gesetzlichen Bestimmungen selber positionieren und auch ihre Möglichkeiten und Grenzen kennen. Eigenverantwortung ist hier – wie so oft im Leben – das Gebot der Stunde.

Die Anwendung aller in diesem Buch beschriebenen Methoden ist für jeden Nutzer (selbstverständlich nach erfolgter fundierter Ausbildung in intrapersoneller Systemtechnik) gemäß der ihm vorgegebenen gesetzlichen Bedingungen möglich.

Ich persönlich denke, dass die Anwendung der ITTASYS-Methode und der ICH-Aufstellung von jedem genutzt werden kann, der sie sich fachlich in praktischer Ausbildung angeeignet hat, über ausreichend geschulte Wahrnehmungsfähigkeit verfügt, ebenso über das nötige Maß an Eigenverantwortlichkeit und Sozialkompetenz, und der umfassend ausgebildet ist in systemischer Aufstellungsarbeit, die mit verpflichtender und ausgiebiger Selbsterfahrung einhergeht. Darüber hinaus sollte man sich die Fachliteratur zur Transaktionsanalyse und zum Innerem Team angeeignet haben (siehe Literaturempfehlung) und Verantwortungsbewussterweise auch die Diplom-Ausbildung zu dem Fachbereich der intrapersonellen Systemtechnik absolviert haben. Dieser Diplom-Lehrgang findet einmal pro Jahr in meinem Seminarzentrum in Wien statt.

Ich selbst wende diese Arbeitsweisen bereits seit vielen Jahren sowohl in meinen Beratungen im Wirtschaftsbereich als auch in meiner Praxis für psychologische und systemische Lebensberatung mit Privatpersonen erfolgreich an. Einige von mir inzwischen ausgebildete Psychologen, Therapeuten, Coaches und Führungskräfte profitieren in ihrer Arbeit ebenfalls davon. Ob in der Gruppe oder im Einzelsetting, die Anwendung ist lebendig, kreativ, intensiv und immer gewinnträchtig.

Ich empfinde es als Geschenk und als Gnade, dass es mir erlaubt war, diese Zugänge (Methoden) zu entwickeln und sie in den guten Dienst am Menschen stellen zu dürfen.

Meine Schüler (Therapeuten, Führungskräfte, Berater, Coaches, Psychologen und andere bildungsbewusste Menschen), Absolventen meines systemischen Lerngangs ebenso wie meine Teilnehmer der Fach- und Diplom-Ausbildung zur Arbeit mit intrapersonellen Systemen senden mir immer wieder zahlreiche Erfolgsmeldungen über die gelungene Anwendung bei deren Klienten, was mich nun veranlasst hat, dieses Buch zu schreiben.

Ich möchte damit für alle obig angeführten Berufsgruppen nicht nur die vier Methoden fachlich erschließen, sondern dieses Buch soll auch für entwicklungsfreudige Laien und Privatpersonen eine Bereicherung für ihren ganz persönlichen Alltag und ihre erfolgreiche Lebensführung im Sinne einer bewussten Selbstführung sein.

Wenn der Mensch ein Problem empfindet, hat er auch einen gewissen Leidensdruck. Um diesen Leidensdruck best- und schnellstmöglich aus eigener Kraft und Verantwortung in Lösungen und Handlungsfähigkeit zu wandeln, habe ich die hierin vorgestellte Arbeit überhaupt konzipiert.

Große Begriffe wie Würde, Anmaßung und Demut finden Sie hierin ebenso wie Glück und Schicksal oder Eigenverantwortlichkeit. Begriffe, die manch einem verstaubt vorkommen mögen, doch hoffentlich nur so lange, bis Sie sich genauer eingelesen haben. Denn wir leiden alle darunter, wenn sie uns in unserem Leben abhanden kommen, und wir wachsen mit diesen Begriffen, wenn wir uns ihnen wieder zuwenden und aussetzen. Ich hoffe, mit den nachstehenden Zeilen eine erweiterte Sehfähigkeit, eine verbesserte Selbstreflexion und vor allem eine urteilsfreiere und demütigere Haltung in meinen Lesern anstoßen zu können.

Ich sehe mich als psychologische Lebensberaterin und Systemikerin, als eine Art „Taschenlampe, mit deren Hilfe der Klient das Licht der Erkenntnis in all jene Winkel seines „Inneren streuen kann, die zum Zeitpunkt seines Anliegens noch im unbewussten Dunkel schlummern.

Mein ganz persönlicher Leitsatz:

„Mutig ist, wer es mit sich selbst aufnehmen kann!"

Mein eigenes Leben und alles, was ich vom Leben lernen darf, steht ebenso wie das, was mich meine Klienten täglich lehren, im Dienst des Wachstums des Menschen. Das allein hat mir die Erlaubnis gegeben, dieses Buch zu schreiben, in der Hoffnung, dass Sie alle ihren ganz persönlichen Gewinn daraus ziehen können.

Viel Freude und jede Menge Selbsterkenntnis sowie methodische Zugewinne beim Lesen wünscht Ihnen

Ihre Claudia S. Lang

I. Allgemeines

Nur mal so schwarz auf weiß dahingedacht…

wenn die Seele ein Wort mitredet!

Warum sollte man sich überhaupt mit sich und seinen ICHs oder anderen inneren Anteilen auseinandersetzen?

Auf jeden Fall kostet es Zeit, natürlich auch Geld und wer weiß, was es dann schließlich bringt!?

Wer will schon die schlafenden Geister aufwecken? … Nachher muss man sich auch noch mit denen rumschlagen und man hat eh schon so kaum Zeit fürs wirklich Schöne im Leben …!

Und außerdem: Hat nicht jeder einen an der Klatsche, wenn er zum Seelenklempner läuft!? – Was denken sich dann die anderen über mich? … Bestimmt, dass ich mein Leben nicht mehr unter Kontrolle habe, und dass ich es alleine nicht mehr auf die Reihe kriege oder mich von meinem Selbstwertmangel leiten lasse …!

Es geht doch auch so ganz gut – irgendwie halt – also nicht immer wunderbar, aber doch … naja, vielleicht könnte sich schon das eine oder andere zum Besseren wenden, so ganz zufrieden bin ich ja nicht immer mit meinem Leben und dem, was sich darin so abspielt … – Erst letzte Woche musste ich feststellen, dass ich eine Ehe zu dritt führe, und gestern ist mir im Job auch noch alles gehörig auf die Nerven gegangen; wenn ich nicht alles immer selber mache … Ich verdiene echt zu wenig für das, was ich leiste … – Aber das passiert ja jedem mal – oder nicht? Wenn dann nicht auch noch meine Mutter angerufen hätte und sich schon wieder überall eingemischt hätte, als ob ich noch ein Baby wäre, am besten ich heb gar nicht mehr ab … Wann habe ich eigentlich das letzte Mal gelacht? … Wann hatte ich das letzte Mal Spaß an meinem Leben? – Was ist denn eigentlich MEIN Leben? … Oh Mann! Wo und wann bin ich mir eigentlich abhandengekommen???

Schuld an allem ist bestimmt meine verkorkste Kindheit! Das verzeih ich meiner Mutter sowieso nie … So wie sie will ich nie werden. – Und warum komm ich mir irgendwie doch so ähnlich vor!? Ein Therapeut würde mir wahrscheinlich weismachen, dass ich eigentlich meinen Vater hasse und das nur auf meine Mutter projiziere – ach, was weiß der schon, das sind doch sowieso alles nur Theoretiker, die wissen ja nicht, wie das alles wirklich war …! Mich versteht sowieso keiner, nicht mal ich.

Gestern saß ich in der Straßenbahn und dachte mir: „Es muss doch noch was anderes geben als das, was ich da lebe!" Das hat sich irgendwie gut und richtig angefühlt, fast so, als ob es da irgendwo doch einen Ausweg aus all dem, was mir so auf der Seele liegt, geben könnte. Was liegt mir eigentlich auf der Seele? Vielleicht sollte ich einfach mal entrümpeln, wie auf unserem alten Dachboden. Es sammelt sich halt so einiges an im Laufe eines Lebens … Wie lang wohl mein Leben dauern wird!? Hoffentlich geht sich noch alles aus, was ich noch machen will, was war das noch gleich …?? Ich hatte doch mal so großartige Träume, Wünsche, Visionen … Wo sind die alle geblieben? Wann genau ist mein Leben eigentlich mit mir in eine andere Richtung abgebogen?

Ich starrte so in die Welt hinaus und bemerkte auf einmal die Haltestelle „Zentralfriedhof – während ich so auf den vorüberziehenden Friedhof schaue, hält sich mein Blick an einem Grabstein fest, den Namen konnte ich nicht mehr erkennen, aber den Spruch darunter: „Zu gut für diese Welt!

Dem armen Schwein erging’s wie mir, ich bin auch zu gut für diese Welt! – Warum bin ich das eigentlich?? Mir fehlt das Ego in mir. Die Ego-Schweine kommen immer ans Ziel. Aber Moment mal, ich bin doch noch gar nicht tot! – Was heißt hier, „dem ging’s wie mir" – ich LEBE ja noch!

Okay, ich kann vielleicht nicht mehr jeden meiner zahllosen Fehler korrigieren, aber ich könnte doch ab jetzt, also vielleicht ab morgen, zumindest was ändern!!! … Aber was? Ich bin auf einmal so müde, ich hab nicht die Kraft, was zu verändern, es ist einfach alles zu viel und zu groß – wie machen das eigentlich die anderen, die, die immer Kraft zu haben scheinen? Mein Nachbar ist so einer, ein ewiger Strahlemann, bei dem stimmt einfach immer alles. – Widerlich ist das schon fast … Nein, eigentlich ist es widerlich. Aber dennoch, irgendwas in ihm ist anders als in mir. – Hmmm! Ich glaube, ich muss warten, bis ich mehr Kraft habe, dann geh ich’s an, dann nehm ich mein Leben noch mal neu in die Hand. – Genau das mach ich!

… (drei Stationen weiter) Aber wann genau wird das sein? Und wodurch werde ich die Kraft bekommen? Das ist ja fast so, als ob ich zuerst im Fernsehsessel sitze und auf die Muskeln warte, damit ich den Weg zum Fitnessstudio schaffe. Muss man eigentlich zuerst was tun, damit die Kraft daraus erwächst, oder soll man zuerst auf die Kraft warten, bis sie einem begegnet und dann was tun und ändern? Ich glaub, ich hab grad einen Knoten im Hirn.

(Ein verliebtes Pärchen steigt ein.) Die wissen noch nicht, was auf sie wartet. Die werden noch schön schauen – zuerst Schmetterlinge im Bauch, dann rosa Brille und dann, rums, die nackte Wahrheit empfängt dich in ihren von Realität verrunzelten Armen. Gerade war man noch der Mensch für eine bestimmte Person, und im nächsten Moment ist man abgemeldet, nicht mehr ausreichend. Liebe! … Was für ein Hohn. Ein echt schlechter Witz, über den der liebe Gott wohl jeden Abend immer wieder gerne lacht. Ein Therapeut würde jetzt wohl sagen, dass ich gerade in Selbstmitleid bade – vielleicht sogar ertrinke. Na und! Ich schwimm gern mal ein paar Runden in der Scheiße, das ist gut für den Teint und macht anziehend. (Eine Fliege summt an mir vorbei, ich muss grinsen – ein kleines Mädchen lächelt mich an).

Die Kleine sieht aus wie die Tochter von meinem Nachbar, dem Müller. Dessen Kinder schlafen noch immer im elterlichen Ehebett, und das mit elf und neun Jahren. Das kann nicht gesund sein …! Und dennoch, Kind müsste man noch mal sein, da war ich noch lebendig, da hatte ich noch große Träume und kein Baum war mir zu hoch und kein Weg zu weit. Mein Stück Torte hab ich da noch verteidigt – wenn’s sein musste, sogar mit Spucke! Heute bestimmt irgendwas anderes immer in mir, eine innere Stimme, die mir befiehlt: „Lass immer schön den anderen den Vortritt, das ist höflich! … Das macht man so!" Wer sagt das eigentlich in mir, dass man das so macht? – Woher hab ich das überhaupt!?

Wahrscheinlich hab ich deshalb die Beförderung nicht gekriegt, weil ich wiedermal einen Schritt zurück statt nach vor gemacht hab. – Na sehr super!

Ich sag’s ja, mir fehlt das Ego-Schwein. Der Mayer, der hat den Killerinstinkt, der hat nicht lang gefackelt, der hat „Hier!" geschrien, als man gefragt hat. Na und, hab ich’s halt vergeigt, dafür überzieh ich morgen mein Konto und gönn mir mal so richtig was. Ich hab’s schließlich verdient, auch mal etwas Schönes zu haben. Aber der Mayer, der kriegt auch immer, was er will – der nimmt sich das einfach vom Leben! Der hat Geld, Erfolg, Macht, gutes Aussehen … und, und, und. Aber irgendwie wirkt er auch manchmal ganz schön einsam. Im Büro munkelt man, er sitzt deswegen so lange an seinem Schreibtisch, weil er kein Privatleben hat. Seine Kinder reden angeblich nicht mehr mit ihm und seine Beziehungen halten nie lange.

(Ein Mann läuft auf die Straßenbahn zu und erwischt sie nicht mehr, die Tür geht vor seiner Nase zu.) … Tja!, wer zu spät kommt, den straft das Leben!

Woher hab ich das jetzt wieder? Vielleicht ist er ja nicht zu spät, vielleicht fuhr der Straßenbahner zu früh ab? Alles eine Frage des Blickwinkels! … Na ja, für den draußen wohl nicht mehr.

(vorbei an einer Kirche, auf einem Plakat ist zu lesen): „Jesus liebt dich!"

Warum hab ich jetzt das Gefühl, dass mich niemand mehr liebt. Vielleicht, weil mich niemand mehr liebt – nicht mal ich. Kein Wunder, ich muss es ja schon am längsten mit mir aushalten. „Ich habe dich betrogen, weil mir was in unserer Beziehung gefehlt hat … – so erklärt man heute den Seitensprung von gestern. Was soll denn gefehlt haben, ich war doch immer da, hab doch immer alles gemacht, was gewünscht und erwartet wurde, hab mich um alles gekümmert … das Einzige, was ich immer mehr vergessen habe, war ich selbst! … An mich denken … das hätte ja als Dankeschön für meine Selbstaufopferung mal die anderen machen können – wär das nicht schön gewesen? Ganz offensichtlich nicht. „Sich selber lieben – hab ich das eigentlich je getan? Kenn ich jemanden, der das kann? …

Und „Treue! … „Sich selbst treu sein … Schöne Worte; aber wie soll das gehen, im Alltag einer Paarbeziehung und gegenüber der Familie? Dieses ganze Gedankenkarussel nervt, ich nerv mich selber …! Also ehrlich, das Programm im Fernsehen ist wesentlich unterhaltsamer als die Programme in mir. Vielleicht schauen deshalb so viele Menschen fern. Weg von sich und hin zu irgendeinem Leben von wem anderen – das ist jedenfalls leichter, viel leichter. Da muss man nix tun, da kann man bequem im Sessel sitzen und sich gescheit vorkommen. Es sollen ja schon Menschen im Fernsehsessel gestorben sein.

„Sterben! … Da fällt mir der Grabstein von vorhin wieder ein. Was wird auf meinem Grabstein wohl stehen? – „Ein erfülltes Leben? … Wohl kaum, wenn ich so weitermache. Wenn ich mir vorstelle, dass ich auf meinem Totenbett liege und das Leben noch mal Revue passieren lasse, kann ich dann sagen, so war es gut? Habe ich mein Leben bestmöglich gelebt? Kannte ich Leidenschaft? Habe ich auf dieser Welt was von Wert hinterlassen? Was nehme ich mit?

Lethargie, Resignation, Hoffnungslosigkeit, Frust, Enttäuschung, Mut- und Kraftlosigkeit, Richtungslosigkeit, Selbstzweifel …

Kennen Sie das? Haben Sie sich auch schon einmal so oder so ähnlich gefühlt?

So geht es vielen Menschen irgendwann in ihrem Leben!

In meiner ICH-Arbeit hat sich folgende Frage tatsächlich als sehr hilfreich erwiesen: „Stellen Sie sich vor, Sie sind am Ende Ihres Lebens angekommen und alles zieht noch einmal an Ihnen vorbei; welches Resümee machen Sie aufgrund dessen, was Sie da sehen?"

Es ist immer wieder erstaunlich, wie viel Bodenkontakt die Menschen mit dieser Frage bekommen, wenn ich den Tod als zwischenzeitliche Vogelperspektive über die eigene Lebensführung anwende.

Dieser vorzeitige Blick aufs eigene Tun und auch Nicht-Tun hat etwas Klärendes, Nüchternes und auch etwas Kräftigendes. Es ist fast so, als ob man sich des Wertes des momentanen Augenblicks gewahr wird und darüber, dass dieser das Einzige ist, was wir wirklich gestalten können. Hier spüren viele Klienten zum ersten Mal nach Langem und manche sogar zum ersten Mal überhaupt die Verpflichtung sich selbst gegenüber und was sie sich bislang selber schuldig geblieben sind.

Wer würde schon alles noch einmal genau so machen, wie er es gemacht hat? Das eine oder andere würde man trotz aller Nostalgie und Wehmut nicht mehr wiederholen wollen, und dennoch behaupte ich, viel wichtiger ist: WAS HABE ICH AUS ALL DEM GELERNT? Und: WAR ICH ES, DER ODER DIE MEIN LEBEN GELEBT HAT?

Sicher manche mögen sich innerlich wie „tot gemacht" haben durch irgendwelche äußeren Ersatz-Konsumationen und spüren sich inzwischen genauso wenig, wie das, was ihnen einst seelische Schmerzen verursacht hat – Verdrängung als modernes und scheinbar tapferes Heilmittel.

Es gibt aber auch jene, die gerne und mutig aussteigen wollen aus dieser Tretmühle, nur wissen sie noch nicht wie. Es fehlen oft die wesentlichen Orientierungspunkte und Antworten – nicht im Sinne von General-Rezept oder Lebensratgeber, sondern im Sinne von Information über das Leben und seine Funktionsweisen, die dann jeweils eigenverantwortlich und individuell angewandt werden können.

Wir Menschen haben uns von Begriffen wie Demut, Selbstliebe, Würde, Anmaßung, Ego, Eigenverantwortung mehr denn je entfernt, weil uns auch mehr denn je Ablenkungsmöglichkeiten von uns selbst zur Verfügung stehen.

In meiner Arbeit sehe ich aber tagtäglich, wie gut diese Werte und Begrifflichkeiten dem Menschen in seiner Entwicklung helfen. Ich setze sie als fachliche Strategien und Qualitäten ein, die spürbar ihre Wirkung entfalten, wenn man sich ihnen aussetzt und sie für sich einsetzen lernt. Es sind quasi Instrumente im Dienst am Entwicklungsprozess des Menschen. Keine allselig machende Heilsversprechung, aber das engagierte Zutun für die Herstellung einer erfüllenden Lebensqualität. Probleme werden wir alle immer wieder haben, es geht nicht darum, sie auszurotten. Aber Probleme, egal welcher Art, als Wachstums-Chance zu nutzen, ist doch der einzig sinnvolle Umgang damit – oder!?

Das Leben ist zu einem guten Teil Entscheidung und zu einem guten Teil vorgegebene Aufgabenstellung, an der wir nicht rütteln können. Und seltsamerweise gehen wir Menschen just mit dem Teil in den Kampf und versuchen, das zu heben und zu stemmen, was wir nicht in der Hand haben. Wir reiben uns oft an dem, was größer ist als wir, anstatt sich dem Größeren in Demut und Weisheit anzuvertrauen. Das Leben muss uns nicht beweisen, dass wir ihm trauen können und in ihm aufgehoben sind, denn es hat uns aus sich hervorgebracht – mehr Beweis gibt und braucht es nicht. Und andererseits lassen wir das, was wir sehr wohl in der Hand hätten, oft liegen. Da treffen wir dann unsere Entscheidungen nicht, obwohl doch vieles in unserer Macht stünde und wir selbst über unsere Lebensführung entscheiden könnten/sollten. Und diesen Erkenntnissen und den daraus ableitbaren Entscheidungen in Form von lebensbejahenden Handlungen die Treue zu halten, ist bereits das „Sich selber treu sein" … und das kann man immer und überall. Und wer nun meint, man könne es nicht, weil man Frau oder Mann oder Kinder hat, der delegiert hier klar die Verantwortung, das Leben anzunehmen, mit all dem, was es einem im guten Dienst an uns abverlangt. So funktioniert der Mensch leider, weil er sich oft von seinem Ego dominieren lässt, in der irrigen Annahme, es würde sich um ihn scheren – was es de facto nicht tut.

Ich denke an eine von vielen Klientinnen, die, als ich ihr sagte, dass ihre Ängste, die sie beschrieben hatte, längst Strategie geworden sind, um nicht in die Handlung und Veränderung gehen zu müssen, ganz klar bestätigte und meinte: „Ja genau, das stimmt, das fühle ich auch so in mir, und ich weiß, ich schade damit meinem Mann ebenso wie meinen Kindern, aber ich will es irgendwie noch nicht abstellen."

Wo, wenn nicht bei dieser Klientin selbst, soll die Macht liegen, diese Strategie zu verändern, zu unterlassen und die Angst als solches zu entlassen? Da kann keine verstorbene Oma oder ein Elternteil dieser mittlerweile längst erwachsenen Frau etwas bewirken und den Zauberstab für sie schwingen – jetzt muss sie selber die Chefrolle in ihrem Leben und die Verantwortung für ihr Tun bzw. Nicht-Tun übernehmen.

Es wäre leicht, sich über eine solche Person zu erheben und mit dem moralischen Zeigefinger zu wedeln, doch wenig sinnvoll und hilfreich, ganz bestimmt aber anmaßend.

Menschen, die wie diese Klientin Derartiges zulassen, haben sich eine Art inneres Gefängnis gebaut und sie leiden darin wie jeder andere auch – und sie tun dies nicht aus purer Bösartigkeit, sondern meist aus Mangel an Alternativen, aus Mangel an gesunder Selbstliebe und Selbstachtung, aber auch aus Mangel an Demut und Selbstführungsfähigkeit bzw. Selbstwahrnehmung, jedenfalls aber mit der gesamten Grausamkeit ihrer Ego-Dominanzen! Deshalb tut jeder Mensch gut daran, sein Ego-Programm weitgehend aufzulösen, damit die gesunde Selbstliebe und Selbstentfaltung gedeihen kann.

All das kann man lernen und für sich erwerben, also habe ich mit den vorgestellten Methoden die Möglichkeit zum inneren Vollzug und zuvor zur inneren Selbstbegegnung geschaffen.

Was in einem Gespräch noch heftig abgestritten werden kann, kann in der ICH³-Aufstellung beispielsweise nicht mehr debattiert werden, weil die drei Ichs (Kind-Ich, Eltern-Ich und Erwachsenen-Ich) eines Menschen ihr Eigenleben klar und unbestechlich zum Vorschein bringen.

Das Ego eines Menschen freut sich freilich wenig, wenn es abgebaut wird, doch genau dieses Ego hat sich bislang ja auch nicht um den Menschen, dem es innewohnt, gekümmert; also wieso sollte man es jetzt, wo es um einen wichtigen Selbstbefreiungsprozess für diese Person geht, schonen!? Den Egos zaubert ihr Machtverlust naturgemäß kein Lächeln ins Gesicht, aber dem Menschen geht es nach dieser Arbeit sehr viel besser – und im Dienst am Menschen arbeiten wir schließlich.

Das Orakel von Delphi hat uns allen unsere Grundlebensaufgabe mit auf den Weg gegeben: „Erkenne dich selbst". Und solange wir das verweigern, begegnen wir uns selbst im Außen in Form von unliebsamen oder schmerzhaften Ereignissen.

Der Schmerz, die Einsamkeit, der Dauermisserfolg, die Krankheit, die Scheidung … Sie alle sind meine Co-Therapeuten des Lebens und am Ende einer gelungenen ICH-Arbeit ist wieder

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