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Legend (Band 1) – Fallender Himmel: Spannende Trilogie über Rache, Verrat und eine legendäre Liebe ab 13 Jahre

Legend (Band 1) – Fallender Himmel: Spannende Trilogie über Rache, Verrat und eine legendäre Liebe ab 13 Jahre

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Legend (Band 1) – Fallender Himmel: Spannende Trilogie über Rache, Verrat und eine legendäre Liebe ab 13 Jahre

Bewertungen:
4/5 (124 Bewertungen)
Länge:
388 Seiten
4 Stunden
Herausgeber:
Freigegeben:
Jun 1, 2013
ISBN:
9783732000098
Format:
Buch

Beschreibung

Eine Welt der Unterdrückung. Rachegefühle, die durch falsche Anschuldigungen genährt werden. Und Hass, dem eine grenzenlose Liebe entgegentritt. Dies ist die Geschichte von Day und June. Getrennt sind sie erbitterte Gegner, aber zusammen sind sie eine Legende!
Der unbändige Wunsch nach Rache führt June auf Days Spur. Sie, ausgebildet zum Aufspüren und Töten von Regimegegnern, erschleicht sich sein Vertrauen.
Doch Day, der meistgesuchte Verbrecher der Republik, erweist sich als loyal und selbstlos – angetrieben von einem unerschütterlichen Gerechtigkeitssinn. June beginnt, die Welt durch seine Augen zu sehen. Ist Day tatsächlich der Mörder ihres Bruders?
Fast zu spät erkennt June, dass sie nur eine Spielfigur in einem perfiden, verräterischen Plan ist.
"Fallender Himmel" ist der erste Band der Legend-Trilogie.
Mehr Infos rund ums Buch unter:
www.LegendFans.de
Herausgeber:
Freigegeben:
Jun 1, 2013
ISBN:
9783732000098
Format:
Buch

Über den Autor

Marie Lu is the #1 New York Times–bestselling author of the Legend series, The Young Elites trilogy, the Warcross series. the Skyhunter series, Batman: Nightwalker, and The Kingdom of Back. She graduated from the University of Southern California and jumped into the video game industry, where she worked as an artist. A full-time writer, she spends her spare hours reading, drawing, playing games, and getting stuck in traffic. She lives in the traffic-jam capital, Los Angeles, with her illustrator/author husband, Primo Gallanosa, and their son.


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Buchvorschau

Legend (Band 1) – Fallender Himmel - Marie Lu

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Wir wünschen dir eine spannende Lektüre.

Für meine Mutter

LOS ANGELES, KALIFORNIEN

REPUBLIK AMERIKA

EINWOHNER: 20 174 282

TEIL EINS

DER JUNGE,

DER IM LICHT WANDELT

DAY

Meine Mutter glaubt, dass ich tot bin.

Wie man sieht, bin ich nicht tot, aber es ist sicherer, sie in dem Glauben zu lassen.

Mindestens einmal pro Monat sehe ich mein Fahndungsfoto auf einem der JumboTrons, die über die ganze Innenstadt von Los Angeles verteilt sind. Es wirkt da oben immer völlig fehl am Platz. Meistens zeigen die riesigen Monitore fröhliche Bilder: lachende Kinder unter einem leuchtend blauen Himmel, Touristen, die vor den Ruinen der Golden Gate Bridge posieren, Republik-Werbespots in Neonfarben. Manchmal wird auch Propaganda gegen die Kolonien gesendet. Die Kolonien wollen uns unser Land wegnehmen, verkünden die Schlagzeilen. Sie neiden euch das, was ihr habt. Lasst nicht zu, dass sie euch eure Heimat rauben! Wehrt euch!

Und mittendrin meine Fahndungsanzeige. Sie lässt die JumboTrons in all ihrer bunten Pracht erstrahlen:

GESUCHT IM NAMEN DER REPUBLIK

Akten-Nr. 462178-3233 »DAY«

GESUCHT WEGEN KÖRPERVERLETZUNG, BRANDSTIFTUNG, DIEBSTAHLS, BESCHÄDIGUNG STAATLICHEN EIGENTUMS UND BEHINDERUNG MILITÄRISCHER EINSÄTZE

200 000 REPUBLIKNOTEN BELOHNUNG FÜR HINWEISE, DIE ZUR FESTNAHME FÜHREN

Die Meldung wird jedes Mal von einem anderen Foto begleitet. Einmal zeigt es einen Jungen mit Brille und einem wirren roten Lockenschopf. Ein anderes Mal einen Jungen mit schwarzen Augen und Glatze. Manchmal bin ich schwarz, manchmal weiß, dann wieder milchkaffeebraun oder gelb oder rot oder was ihnen sonst gerade in den Sinn kommt.

Mit anderen Worten: Die Republik hat keine Ahnung, wie ich aussehe. Sie scheinen insgesamt nicht besonders viel über mich zu wissen, außer dass ich jung bin und dass sie meine Fingerabdrücke so oft durch ihre Datenbanken jagen können, wie sie wollen – sie bekommen keinen Treffer. Darum hassen sie mich so, darum bin ich vielleicht nicht der gefährlichste Verbrecher des ganzen Landes, aber der meistgesuchte. Denn ich lasse sie ziemlich dumm aussehen.

Es ist erst früher Abend, aber draußen ist es schon stockdunkel und das Licht der JumboTrons spiegelt sich in den Pfützen auf der Straße. Ich setze mich auf ein bröckelndes Fensterbrett im dritten Stock, verborgen hinter rostigen Stahlträgern. Das hier war ursprünglich mal ein Wohngebäude, heute aber ist es total verfallen. Der Boden in diesem Zimmer ist mit kaputten Lampen und Glassplittern übersät und von den Wänden blättert die Farbe. In einer Ecke liegt ein altes Porträt unseres Elektors auf dem Boden. Ich frage mich, wer hier wohl gelebt hat – niemand wäre dumm genug, das Bild unseres Staatsoberhauptes so achtlos im Dreck liegen zu lassen.

Meine Haare habe ich wie immer unter eine alte Ballonmütze gestopft. Mein Blick ruht auf dem kleinen eingeschossigen Haus auf der anderen Straßenseite. Meine Finger spielen mit dem Anhänger, der an einer Schnur um meinen Hals hängt.

Tess lehnt an dem anderen Fenster im Zimmer und beobachtet mich. Ich bin unruhig an diesem Abend und wie immer kann sie es spüren.

Die Seuche hat den Lake-Sektor schwer erwischt. Im Schein der JumboTrons können Tess und ich die Soldaten am anderen Ende der Straße sehen. Sie inspizieren Haus für Haus und tragen ihre glänzend schwarzen Umhänge der Hitze wegen offen. Sie haben alle Gasmasken auf. Manchmal, wenn sie ein Haus wieder verlassen, markieren sie die Tür mit einem großen roten X. Danach betritt oder verlässt niemand mehr dieses Haus – zumindest nicht so, dass es jemand mitbekommt.

»Siehst du sie immer noch nicht?«, flüstert Tess. Ihr Gesichtsausdruck ist durch die Schatten verborgen.

Um mich ein bisschen abzulenken, bastele ich eine kleine Schleuder aus alten PVC-Schläuchen. »Sie haben überhaupt nicht zu Abend gegessen. Sie haben schon seit Stunden nicht mehr am Tisch gesessen.« Ich verlagere mein Gewicht und strecke mein schmerzendes Knie.

»Vielleicht sind sie gar nicht zu Hause?«

Ich werfe Tess einen verdrossenen Blick zu. Sie versucht nur, mich zu trösten, aber danach ist mir jetzt nicht zumute. »Es brennt Licht. Guck doch mal, die Kerzen. Mom würde nie Kerzen verschwenden, wenn keiner zu Hause wäre.«

Tess tritt neben mich. »Wir sollten die Stadt für ein paar Wochen verlassen, okay?« Sie versucht, ihre Stimme ruhig klingen zu lassen, aber die Angst sickert trotzdem durch. »Die Seuche ebbt bestimmt bald wieder ab, dann kannst du zurück und sie besuchen. Wir haben mehr als genug Geld für zwei Zugtickets.«

Ich schüttele den Kopf. »Einen Abend pro Woche, weißt du nicht mehr? Lass mich einen Abend pro Woche nach ihnen sehen.«

»Klar. Aber diese Woche bist du jeden Abend hergekommen.«

»Ich will nur sehen, ob es ihnen gut geht.«

»Was ist, wenn du krank wirst?«

»Das Risiko gehe ich ein. Und du hättest ja auch nicht mitkommen müssen. Du hättest genauso gut in Alta auf mich warten können.«

Tess zuckt mit den Schultern. »Irgendwer muss ja ein Auge auf dich haben.« Zwei Jahre jünger als ich – und manchmal klingt sie trotzdem, als wäre sie mein Kindermädchen.

Wir sehen eine Weile schweigend zu, wie sich die Soldaten immer weiter auf das Haus meiner Familie zubewegen. Jedes Mal, wenn sie vor einem Haus stehen bleiben, hämmert einer von ihnen laut an die Tür, während ein zweiter mit der Waffe im Anschlag daneben steht. Wenn innerhalb von zehn Sekunden niemand öffnet, tritt der erste Soldat die Tür ein. Sobald sie drinnen sind, kann ich sie nicht mehr sehen, aber ich kenne das Prozedere: Ein Soldat nimmt von jedem Familienmitglied eine Blutprobe, schiebt sie in ein tragbares Analysegerät und testet sie auf die Seuche. In zehn Minuten ist das Ganze vorbei.

Ich zähle die Häuser, die noch zwischen dem meiner Familie und den Soldaten liegen. Ich werde noch etwa eine Stunde warten müssen, bis ich ihr Schicksal erfahre.

Ein Schrei gellt vom anderen Ende der Straße durch die Dunkelheit. Mein Blick huscht in die Richtung, aus der er gekommen ist, und meine Hand schnellt zu dem Messer an meinem Gürtel. Tess atmet scharf ein.

Es ist ein Seuchenopfer. Die Frau muss schon seit Monaten dahinsiechen, denn ihre Haut ist überall aufgesprungen und blutig, und ich frage mich, wie die Soldaten sie bei ihren früheren Kontrollen übersehen konnten. Eine Weile taumelt sie orientierungslos umher, dann fängt sie plötzlich an zu rennen, nur um zu stolpern und auf die Knie zu fallen.

Ich blicke wieder zu den Soldaten. Jetzt sehen sie sie auch. Der mit der gezogenen Waffe nähert sich ihr, die übrigen elf bleiben zurück und sehen zu. Ein Seuchenopfer stellt keine große Bedrohung dar. Der Soldat hebt sein Gewehr und zielt. Funken stieben um die infizierte Frau auf.

Sie bricht zusammen und bleibt reglos liegen. Der Soldat gesellt sich wieder zu seinen Kameraden.

Ich wünschte, wir könnten irgendwie an eins von diesen Gewehren kommen. So eine nette, kleine Waffe kostet auf dem Schwarzmarkt nicht viel – 480 Noten, weniger als ein Herd. Wie alle Schusswaffen ist sie hochpräzise und nutzt magnetische und elektrische Felder, sodass man ein Ziel auf drei Häuserblocks Entfernung sicher trifft. Dad hat mal gesagt, dass sie diese Technologie bei den Kolonien geklaut haben, aber das würde die Republik natürlich nie zugeben. Wenn wir wollten, könnten Tess und ich uns fünf Stück davon kaufen … Über die Jahre haben wir uns angewöhnt, einen Teil des Geldes, das wir stehlen, zu horten und für Notfälle zu sparen. Aber das eigentliche Problem bei diesen Waffen sind nicht die Kosten. Man ist damit einfach zu leicht aufzuspüren. Jede von ihnen ist mit einem Sensor versehen, der Informationen über die Handform des Benutzers, seine Fingerabdrücke und seinen Aufenthaltsort speichert. Wenn sie mich auf diese Weise nicht schnappen würden, dann weiß ich auch nicht. Also bleibe ich lieber bei meinen selbst gebauten Waffen, Schleudern aus PVC und anderem Kinderspielzeug.

»Sie haben noch eins gefunden«, sagt Tess. Sie kneift die Augen zusammen, um besser sehen zu können.

Ich blicke nach unten und beobachte, wie die Soldaten aus einem weiteren Haus strömen. Einer von ihnen schüttelt eine Spraydose und sprüht ein riesiges rotes X an die Tür. Ich kenne dieses Haus. Zu der Familie, die dort wohnt, gehörte mal eine Tochter in meinem Alter. Als meine Brüder und ich noch klein waren, haben wir mit ihr gespielt – Blindekuh oder Straßenhockey mit alten Eisenstangen und Bällen aus zusammengeknülltem Papier.

Tess versucht mich abzulenken und deutet mit dem Kinn auf das Stoffbündel, das zu meinen Füßen liegt. »Was hast du ihnen mitgebracht?«

Ich lächele, dann bücke ich mich und knote das Päckchen auf. »Ein paar von den Sachen, die wir diese Woche zusammengetragen haben. Damit können sie ein bisschen feiern, wenn sie die Kontrolle überstanden haben.« Ich wühle in dem Sammelsurium von Mitbringseln und halte schließlich eine Schutzbrille hoch. Ich untersuche sie abermals, um sicherzugehen, dass das Glas nirgends gesprungen ist. »Für John. Ein verfrühtes Geburtstagsgeschenk.« Mein älterer Bruder wird diese Woche neunzehn. Er schiebt Vierzehnstundenschichten am Dampfkessel in einem nahe gelegenen Kraftwerk, und wenn er nach Hause kommt, tränen ihm immer die Augen von dem ganzen Dampf. Die Brille war ein richtiger Glücksfund, den wir in einer Lieferung von Militärausrüstung aufgestöbert haben.

Ich lege sie zurück und krame in den restlichen Sachen. Hauptsächlich Konserven mit Eintopf, die ich in der Cafeteria eines Luftschiffs geklaut habe, und ein altes Paar Schuhe mit völlig intakten Sohlen. Ich wünschte, ich könnte dabei sein, wenn sie die Sachen bekommen. Aber John ist der Einzige, der weiß, dass ich am Leben bin, und er hat versprochen, Mom und Eden nichts zu verraten.

Eden wird in zwei Monaten zehn, was bedeutet, dass er in zwei Monaten den Großen Test machen muss. Ich habe den Test nicht bestanden, als ich zehn war. Darum mache ich mir Sorgen um Eden, denn auch wenn er der Cleverste von uns drei Brüdern ist, denkt er in vielen Dingen genauso wie ich. Als ich mit meinem Test fertig war, war ich mir meiner Antworten so sicher, dass ich noch nicht mal dabei zusah, wie sie sie bewerteten. Dann aber scheuchten mich die Betreuer zusammen mit einem Grüppchen anderer Kinder in eine Ecke des Großen Stadions. Sie stempelten meinen Testbogen ab und steckten mich in einen Zug Richtung Innenstadt. Ich konnte nichts mitnehmen bis auf den Anhänger, den ich um den Hals trug. Ich konnte mich noch nicht einmal verabschieden.

Nach dem Großen Test kann dein Leben in ganz unterschiedlichen Bahnen verlaufen.

Du erreichst die volle Punktzahl: 1500. Das hat noch nie jemand geschafft – na ja, bis auf irgendein Kind vor ein paar Jahren, wegen dem das Militär einen Riesenwirbel veranstaltet hat. Aber wer weiß schon, was das Schicksal für jemanden mit so einem Ergebnis bereithält? Wahrscheinlich haufenweise Geld und Macht.

Du erreichst eine Punktzahl zwischen 1450 und 1499. In dem Fall klopf dir selbst auf die Schulter, denn du darfst die nächsten Klassen überspringen und wirst direkt für sechs Jahre auf die Highschool und anschließend für vier Jahre auf eine der besten Universitäten der Republik geschickt: Drake, Stanford oder Brenan. Danach hast du eine Stelle im Kongress sicher und scheffelst richtig viel Geld – Glück und Zufriedenheit inklusive. Zumindest nach Ansicht der Republik.

Du erreichst eine gute Punktzahl irgendwo zwischen 1250 und 1449. In diesem Fall machst du ganz normal weiter bis zur Highschool und wirst danach einem College zugeteilt. Auch nicht übel.

Du bestehst mit Ach und Krach und einer Punktzahl zwischen 1000 und 1249. Der Kongress verwehrt dir den Zugang zur Highschool. Ab jetzt bist du arm, so wie meine Familie. In dem Fall ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass du entweder bei der Arbeit an den Wasserturbinen ertrinkst oder der Dampf in den Kraftwerken dich langsam dahinrafft.

Du fällst durch.

Die Kinder, die durchfallen, stammen fast immer aus den Slumsektoren. Wenn du zu dieser unglückseligen Gruppe zählst, schickt die Republik einen Beamten zu deiner Familie nach Hause. Deine Eltern werden gezwungen, ein Dokument zu unterschreiben, mit dem sie der Regierung das alleinige Sorgerecht für dich übertragen. Sie erzählen deiner Familie, dass du in ein Arbeitslager der Republik geschickt wurdest und sie dich nie wiedersehen werden. Deine Eltern müssen nicken und einwilligen. Manchmal feiern sie sogar, denn immerhin zahlt ihnen die Republik eintausend Noten als Entschädigung. Geld und ein Maul weniger zu stopfen? Wie aufmerksam von unserer Regierung.

Abgesehen davon, dass das alles eine Lüge ist. Ein minderwertiges Kind mit schlechten Genen ist für das Land nicht von Nutzen. Wenn du Glück hast, lässt der Kongress dich einfach sterben, ohne dich vorher in die Labore zu schicken, wo du auf deine Unzulänglichkeiten hin untersucht wirst.

Noch fünf Häuser.

Tess sieht die Sorge in meinen Augen und legt mir die Hand auf die Stirn. »Bekommst du wieder deine Kopfschmerzen?«

»Nein. Alles okay.« Ich spähe in das geöffnete Fenster am Haus meiner Familie und erhasche zum ersten Mal einen Blick auf ein vertrautes Gesicht. Eden geht daran vorbei, lugt nach draußen zu den näher kommenden Soldaten und richtet irgendeinen selbst gebastelten Apparat aus Metall auf sie. Dann zieht er den Kopf wieder ein und verschwindet im Inneren des Hauses. Seine Locken schimmern weißblond im flackernden Licht der Lampe. So wie ich ihn kenne, hat er das Gerät wahrscheinlich gebaut, um zu messen, wie weit jemand von ihm entfernt ist oder so ähnlich.

»Er ist dünner geworden«, murmele ich.

»Er ist lebendig und wohlauf«, entgegnet Tess. »Ich würde sagen, das ist eine gute Nachricht.«

Ein paar Minuten später gehen John und meine Mutter an dem Fenster vorbei, vertieft in ein Gespräch. John und ich sehen uns ziemlich ähnlich, nur dass er durch seine langen Schichten im Kraftwerk etwas muskulöser geworden ist. Sein Haar reicht ihm, wie den meisten in unserem Sektor, bis über die Schultern und ist zu einem einfachen Pferdeschwanz gebunden. Sein Hemd hat rote Lehmflecken. Ich kann erkennen, dass Mom ihn wegen irgendwas ausschimpft, wahrscheinlich, weil er zugelassen hat, dass Eden aus dem Fenster guckt. Sie schlägt Johns Hand weg, als einer ihrer chronischen Hustenanfälle sie zu schütteln beginnt.

Ich atme aus. Gut. Wenigstens sind sie alle drei gesund genug, um auf den Beinen zu sein. Das heißt, selbst wenn sich einer von ihnen infiziert haben sollte, bestünde noch die Chance, dass sie wieder genesen.

Ich kann nicht aufhören, daran zu denken, was passieren würde, wenn die Soldaten unsere Haustür markieren. Meine Familie würde eine Weile wie versteinert in unserem Wohnzimmer stehen, nachdem die Soldaten gegangen wären. Irgendwann würde Mom ihr gewohnt tapferes Gesicht aufsetzen, um dann die ganze Nacht wach zu liegen und sich lautlos die Tränen wegzuwischen. Ab dem nächsten Morgen würden sie mit kleinen Essens- und Wasserrationen versorgt werden und nichts tun als abzuwarten, bis sie wieder gesund wurden. Oder starben.

Meine Gedanken wandern zu dem Geheimvorrat an gestohlenem Geld, den Tess und ich angelegt haben. Zweitausendfünfhundert Noten. Genug, um uns ein paar Monate über Wasser zu halten … aber nicht genug, um meiner Familie ein paar Fläschchen Seuchenmedizin zu kaufen.

Die Minuten ziehen sich hin. Ich stecke meine Schleuder weg und spiele ein paar Runden Schere-Stein-Papier mit Tess. (Ich weiß nicht, wie sie das macht, aber sie ist so gut wie unschlagbar in diesem Spiel.) Hin und wieder werfe ich einen Blick zum Fenster unseres Hauses hinüber, aber ich kann niemanden sehen. Sie müssen sich nahe der Tür versammelt haben, bereit, sie zu öffnen, sobald sie eine Faust an das Holz hämmern hören.

Und dann ist der Zeitpunkt gekommen.

Ich lehne mich so weit über das Fensterbrett, dass Tess mich beim Arm packt, damit ich nicht kopfüber auf die Straße plumpse.

Die Soldaten klopfen an die Tür. Meine Mutter macht sofort auf, lässt sie herein und schließt die Tür wieder. Ich lausche angestrengt auf Stimmen oder Schritte, irgendwas, das aus meinem Zuhause zu mir heraufdringt. Je schneller das alles vorüber ist, desto früher kann ich John meine Geschenke zustecken.

Die Stille nimmt kein Ende.

Tess flüstert: »Keine Nachrichten sind gute Nachrichten, nicht?«

»Sehr witzig.«

Im Kopf zähle ich die Sekunden. Eine Minute vergeht. Dann zwei, dann vier, und schließlich sind es zehn.

Fünfzehn Minuten. Zwanzig.

Ich sehe Tess an. Sie zuckt mit den Schultern. »Vielleicht ist ja ihr Analysegerät kaputt«, meint sie.

Dreißig Minuten vergehen.

Ich wage nicht, mich von meinem Beobachtungsposten wegzubewegen. Ich traue mich kaum zu blinzeln, aus Angst, dass ausgerechnet dann irgendwas Wichtiges passiert. Meine Finger trommeln einen Rhythmus auf den Griff meines Messers.

Vierzig Minuten. Fünfzig Minuten. Eine Stunde.

»Da stimmt was nicht«, flüstere ich.

Tess schürzt die Lippen. »Das kannst du nicht wissen.«

»Doch, ich weiß es. Was soll denn da so lange dauern?«

Tess öffnet den Mund, um zu antworten, doch bevor sie etwas sagen kann, kommen die Soldaten aus unserem Haus, einer nach dem anderen, die Gesichter ausdruckslos. Der letzte Soldat schließt die Tür hinter sich und greift nach etwas, das an seinem Gürtel befestigt ist. Mir wird schwindelig. Ich weiß, was jetzt kommt.

Der Soldat hebt den Arm und sprüht eine lange rote Linie diagonal über unsere Tür. Dann eine zweite, sodass ein X entsteht.

Ich fluche leise und will mich schon abwenden – doch dann tut der Soldat etwas Unerwartetes, etwas, das ich noch nie zuvor gesehen habe.

Er sprüht eine dritte, vertikale Linie auf unsere Haustür und teilt das X damit in zwei Hälften.

JUNE

13:47 UHR

DRAKE-UNIVERSITÄT, SEKTOR BATALLA

INNENTEMPERATUR: 22 °C

Ich sitze im Vorzimmer des Dekans. Mal wieder. Auf der anderen Seite der Milchglastür lungern ein paar meiner Kommilitonen herum (alle kurz vor dem Abschluss und mindestens vier Jahre älter als ich), die aufzuschnappen versuchen, was los ist. Einige von ihnen haben mitbekommen, wie ich während des Nachmittagstrainings (heutiger Schwerpunkt: das Laden und Entladen eines XM-621-Gewehrs) von zwei bedrohlich aussehenden Wachen davongezerrt wurde. Und jedes Mal, wenn so was passiert, breitet sich die Neuigkeit rasend schnell über den ganzen Campus aus. Das Wunderkind der Republik hat mal wieder was ausgefressen.

Im Büro ist es ruhig bis auf das leise Summen des Computers auf dem Schreibtisch der Sekretärin. Ich habe mir jedes einzelne Detail dieses Raums eingeprägt (handgeschliffene Bodenfliesen aus Marmor – Dakota-Import –, 324 quadratische Deckenplatten aus Kunststoff, sechseinhalb Meter grauer Vorhang zu beiden Seiten des Porträts unseres ehrwürdigen Elektors an der Rückwand des Büros, ein stumm geschalteter 30-Zoll-Bildschirm an der Seitenwand, der soeben die Schlagzeile Gruppe rebellischer Patrioten zündet Bombe in örtlichem Militärstützpunkt, fünf Tote zeigt, gefolgt von der nächsten: Republik schlägt Kolonien in Schlacht um Hillsboro). Arisna Whitaker, die Dekanatssekretärin höchstpersönlich, sitzt an ihrem Schreibtisch und tippt mit den Fingern auf die Glasplatte ein – wahrscheinlich schreibt sie an meinem Verweis. Meinem achten in diesem Quartal. Ich möchte wetten, dass ich die einzige Studentin an der Drake bin, die es jemals geschafft hat, acht Verweise in einem Quartal zu bekommen, ohne von der Uni zu fliegen.

»Haben Sie sich an der Hand verletzt, Ms Whitaker?«, frage ich nach einer Weile.

Sie hört auf zu tippen und wirft mir einen finsteren Blick zu. »Wie kommen Sie darauf, Ms Iparis?«

»Ihr Tippen ist unregelmäßig. Sie versuchen, Ihre rechte Hand zu schonen.«

Ms Whitaker seufzt und lehnt sich in ihrem Stuhl zurück. »Ja, June. Ich habe mir gestern beim Kivaballspielen das Handgelenk verstaucht.«

»Das tut mir leid. Sie sollten versuchen, den Schwung mehr aus dem Arm zu holen statt aus dem Handgelenk.« Es ist als neutrale Bemerkung gemeint, doch es klingt eher spöttisch und trägt nicht dazu bei, dass ihre Laune sich bessert.

»Damit das ein für alle Mal geklärt ist, Ms Iparis«, sagt sie. »Sie mögen sich ja für sehr schlau halten. Sie mögen der Ansicht sein, dass Ihnen aufgrund Ihrer exzellenten Zensuren eine Sonderbehandlung zusteht. Vielleicht meinen Sie sogar, dass Sie aufgrund dieses Unsinns so etwas wie eine Fangemeinde an dieser Universität haben.« Sie deutet in Richtung der Studenten, die sich vor der Tür versammelt haben. »Aber mir hängen unsere kleinen Zusammenkünfte in meinem Büro zum Hals heraus. Und lassen Sie sich eins gesagt sein: Wenn Sie nach Ihrem Abschluss die Stelle antreten, die die Regierung für Sie vorgesehen hat – welche auch immer das sein mag –, werden Sie Ihre Vorgesetzten dort mit solchen Eskapaden nicht mehr beeindrucken können. Haben wir uns verstanden?«

Ich nicke, weil sie das von mir erwartet. Doch sie hat unrecht. Ich halte mich nicht bloß für schlau. Ich bin die Einzige in der ganzen Republik, die den Großen Test mit vollen 1500 Punkten abgeschlossen hat. Ich wurde mit zwölf Jahren hierhergeschickt, an die renommierteste Uni des ganzen Landes, dem normalen Zeitplan um vier Jahre voraus. Das zweite Jahr habe ich übersprungen. Während meiner drei Jahre an dieser Uni habe ich nur die allerbesten Noten bekommen. Ich bin schlau. Ich habe das, was die Republik als gute Gene bezeichnet – und je besser die Gene, desto besser die Soldaten und desto besser die Siegeschancen im Krieg gegen die Kolonien, sagen meine Professoren. Und wenn ich das Gefühl habe, dass man mir beim Nachmittagstraining nicht gründlich genug beibringt, wie man bewaffnet eine Wand hochklettert … tja, dann kann man es wohl kaum mir vorwerfen, wenn ich mit einer XM-621 auf dem Rücken ein neunzehnstöckiges Gebäude erklimme. Diese Aktion diente ausschließlich der Weiterbildung zum Wohle meines Vaterlandes.

Gerüchten zufolge soll Day einmal fünf Stockwerke in weniger als acht Sekunden geschafft haben. Wie sollen wir den meistgesuchten Verbrecher der Republik jemals schnappen, wenn wir nicht genauso schnell sind? Und wenn wir noch nicht mal in der Lage sind, ihn zu schnappen, wie sollen wir dann erst den Krieg gewinnen?

Ms Whitakers Schreibtisch gibt einen dreifachen Piepton von sich. Sie drückt eine Taste. »Ja?«

»Captain Metias Iparis ist am Tor«, antwortet eine Stimme. »Er möchte seine Schwester abholen.«

»Gut. Schicken Sie ihn rein.« Sie lässt die Taste los und hebt warnend den Zeigefinger. »Ich hoffe, Ihr Bruder passt in Zukunft etwas besser auf Sie auf, denn wenn ich Sie dieses Quartal noch ein Mal in meinem Büro sehe –«

»Metias passt besser auf mich auf als unsere toten Eltern«, entgegne ich, vielleicht etwas schärfer als beabsichtigt.

Ein unbehagliches Schweigen breitet sich zwischen uns aus.

Schließlich, nach einer gefühlten Ewigkeit, bricht draußen auf dem Gang Unruhe aus. Die Studenten, die sich an die Glastür gepresst haben, stieben hastig auseinander und ihre Umrisse machen Platz für eine hochgewachsene Silhouette. Mein Bruder.

Als Metias die Tür öffnet und hereinkommt, sehe ich, wie ein paar Mädchen im Flur verlegen kichern. Doch Metias’ Aufmerksamkeit gilt allein mir. Wir haben die gleichen Augen, schwarz mit einem leichten Goldschimmer, die gleichen langen Wimpern und dunkle Haare. Die langen Wimpern wirken besonders bei Metias sehr eindrucksvoll. Selbst als sich die Tür hinter ihm geschlossen hat, kann ich das Getuschel und Gekicher von draußen noch hören. Wie es aussieht, kommt er direkt von seinem Streifendienst, denn er trägt volle Uniform: schwarze Offiziersjacke mit einer doppelten Reihe goldener Knöpfe, glänzende Epauletten auf den Schultern, Handschuhe (Neopren mit Spectra-Einlage und dem Rangabzeichen eines Captains), schwarze Hose, blank geputzte Schuhe und passende Mütze. Unsere Blicke treffen sich.

Er ist stinksauer.

Ms Whitaker schenkt Metias ein strahlendes Lächeln. »Ah, Captain!«, ruft sie. »Wie schön, Sie zu sehen.«

Metias tippt sich zum formellen Gruß an die Kante seiner Mütze. »Ein Jammer allerdings, dass es erneut unter diesen unglücklichen Umständen sein muss«, erwidert er. »Bitte entschuldigen Sie vielmals.«

»Keine Ursache, Captain.« Die Sekretärin macht eine wegwerfende Geste. Was für eine Arschkriecherin – besonders nach dem, was sie eben noch über Metias gesagt hat. »Das ist ja nicht Ihr Fehler. Ihre Schwester wurde dabei beobachtet, wie sie während des Nachmittagstrainings an einem Hochhaus hochgeklettert ist. Sie hat sich dafür unerlaubt zwei Blocks weit vom Campus entfernt. Wie Sie sicher wissen, dürfen unsere Studenten nur die Kletterwände auf dem Universitätsgelände zu Übungszwecken nutzen, und den Campus mitten am Tag zu verlassen ist verboten –«

»Ja, das ist mir bewusst«, unterbricht Metias ihre Ausführungen und wirft mir aus dem Augenwinkel einen Blick zu. »Ich habe heute Mittag die Helikopter über der Universität gesehen und hatte schon den … Verdacht, dass June etwas damit zu tun haben könnte.«

Es waren drei Helikopter. Niemand konnte schnell genug klettern, um mich auf diese Weise von der Gebäudewand zu holen, also nahmen sie schließlich ein Netz zu Hilfe.

»Vielen Dank«, sagt Metias zu der Sekretärin. Dann schnippt er mit den Fingern, mein Zeichen aufzustehen. »Wenn June wieder zur Uni kommt, wird sie sich vorbildlich verhalten, das verspreche ich Ihnen.«

Ich ignoriere Ms Whitakers künstliches Lächeln und folge meinem Bruder aus dem Büro in den Flur. Sofort sind wir umringt von Studenten.

»June«, sagt ein Junge namens Dorian und trottet neben uns her. Er hat zwei Jahre in Folge (vergeblich) versucht, mich zum Ball der Universität einzuladen. »Ist das wahr? Wie hoch bist du gekommen?«

Metias schneidet ihm mit einem strengen Blick das Wort ab. »June geht jetzt nach Hause.« Dann legt er mir fest die Hand auf die Schulter und führt mich von meinen Mitstudenten weg. Ich werfe noch einen Blick über die Schulter und ringe mir ein Lächeln ab.

»Vierzehnter Stock!«, rufe ich ihnen zu. Sofort geht das aufgeregte Geraune wieder los. So sieht mein Verhältnis zu den anderen Studenten aus. Sie respektieren mich, diskutieren und tratschen über mich – aber selten mit mir.

Aber so ist es wohl, das Leben einer Fünfzehnjährigen im Abschlussjahrgang an einer Uni, an der man eigentlich erst mit sechzehn zu studieren beginnt.

Metias sagt kein Wort, während wir durch die Flure gehen, vorbei an der peinlich genau gestutzten Rasenfläche im Innenhof und der Statue des ehrwürdigen Elektors und schließlich durch eine der Trainingshallen. Dort findet gerade der Nachmittagskurs statt, an dem ich eigentlich hätte teilnehmen sollen. Ich sehe zu, wie meine Kameraden über eine gigantische Bahn rennen, die von einem 360-Grad-Bildschirm umgeben ist, auf dem eine Szene mit einer zerbombten Straße irgendwo an der Front zu sehen ist. Sie halten ihre Gewehre vor sich und versuchen, sie im Laufen zu laden und zu entladen, so schnell sie können. An den meisten anderen Unis gibt es gar nicht so viele Soldatenanwärter, aber wir von der Drake sind fast alle für eine Karriere beim Militär vorgesehen. Ein paar haben Aussicht auf eine Stelle in der Politik oder beim Kongress, während andere hierbleiben und Dozentenpositionen übernehmen werden. Die Drake ist die beste Uni der ganzen Republik, und da die Besten von uns nun mal zum Militär geschickt werden, ist die Trainingshalle ziemlich gut gefüllt.

Als ich schließlich auf den Rücksitz des wartenden Militärjeeps klettere, kann Metias seinen Ärger kaum noch im Zaum halten. »Eine Woche suspendiert? Kannst du mir das bitte mal erklären?«, verlangt er. »Da komme ich vom Dienst, nachdem ich mich den ganzen Morgen mit diesen Patriotenrebellen herumgeschlagen habe, und was höre ich als Erstes? Helikoptereinsatz zwei Blocks von der

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Rezensionen

Was die anderen über Legend (Band 1) – Fallender Himmel denken

3.9
124 Bewertungen / 204 Rezensionen
Wie hat es Ihnen gefallen?
Bewertung: 0 von 5 Sternen

Leser-Rezensionen

  • (3/5)
    The other 2 books in the series have gotten stronger reviews and ratings, so I may continue the series!
  • (3/5)
    A friend loaned me this book to read. It's set in the Southern California area in a time when the US has been divided into regions. June Iparis is training to be a soldier and is a member of a high ranking family. Day was once a member of a low rank family who has turned to a cross between a street urchin and a gang member to survive and to help his family. Day's devotion to his family causes him to go in search of a plague cure. He supposedly kills June's brother at this time. June helps her superiors locate and capture Day. But the events of that capture cause her to really start questioning her allegiance to the government she is supposed to serve.
  • (4/5)
    A little predictable in some places but I still really enjoyed it. I am a sucker for a fun YA dystopian novel. Looking forward to the next book.
  • (4/5)
    Really liked this book! What a review!
  • (3/5)
    Likely, had I not read The Hunger Games or Divergent or any other YA dystopia in the past 10 years, I might have enjoyed Legend more. Unfortunately, there were no surprises to be had; no twists I didn't see coming a mile away.The only burning question I want answered is whether or not they're gonna rescue Ollie. Though I don't want to know bad enough to read the rest of the trilogy. Sorry, Ollie.Recommended only to those who don't read much in the YA dystopia genre.2.5 stars
  • (4/5)
    Legend is the first book in a three part trilogy that I have recently finished. I wanted to finish all three right away and I was hoping to get permission from the author to use and image of her book here next to my review, still have not heard back from her. I thought that I might as well right the review. Because I finished the book before reviewing it I had to make a choice. Review it as a series or as an individual book. I chose to do this review as an individual review because when you group a series together, yes you get the thoughts on the series as a whole, but you also risk ruining something for those who have yet to read the series. I decided to read Legend on a whim. I had heard a lot about it in a lot of different places and what not. Some people liked it and others not so much. I must say that I did indeed enjoy the story. I had been looking at the series off and on for some time and I really do like dystopian series. At first I thought it was a little odd, to be honest, but I may have been judging it unfairly since I was in the middle of another series and unable to get my hands on the next book, therefore I was frustrated. I really liked the action and the way that the main characters set themselves apart from the other characters in the series with both their skills and their intelligence. I was a little set off by the fact that the two main characters both tested the highest in the history of the government. Something about knowing that through me off, though in some ways it made sense that they would be on the same level. It seems highly unlikely that they would have found each other. I really really liked this book though and feel that anyone who likde Hunger Games by Suzanne Collins and The Darkest Minds by Alexandra Bracken to read this book. It is a wonderful new dystopian novel. stephanetiner.weebly.com
  • (3/5)
    In all fairness, I am not the target market for this book and I know it is much loved by the YA crowd, but I thought the writing was quite poor. Especially the dialogue which was corny and stilted.
  • (3/5)
    It was good, but predictable.
  • (3/5)
    I wish I could give 1/2 stars. I'd really give this 3.5. It is another in the YA Dystopian genre. I like this genre quite a bit. I also like that so many of them have strong female characters as this one does. It was enjoyable, and I will likely read the next two. But, it was fairly predictable. If you don't mind that, then it is a quick, enjoyable read.
  • (4/5)
    A very good YA dystopian romance, a fairly original story with plenty of intriguing reveals and promise for the sequel. I liked the main characters, though (as always) was not a fan of the switching-1st-person-PoV (especially since it actually switches fonts as well -- quite the eyesore). But it's always important to me that a character described as intelligent actually BE intelligent, and I got that from these protagonists, so a definite plus. The writing could use some polishing and development, and I got the feeling it was rushed through that process because the house wanted to get it out ASAP during the genre's boom period, but I think it deserves these four stars.
  • (4/5)
    Read the first half of this book pretty quickly, hit a lull and then did not come back to it for several months. I really need to stop doing that. After I came back from the break, I had a hard time remembering character names and plot details which made the second half harder to read than it should have been. Now I am writing the review months after finishing it. Procrastination... ugh.Anyway, from what I remember, it was enjoyable for the most part. It was a standard YA dystopian novel with *just enough* differences in the plot to keep me interested. I liked the alternating view points and enjoyed watching the girl's beliefs on how the lower half lives change. Unsure whether or not I will try to read the sequel.
  • (5/5)
    Similar to the Hunger Games or Divergent. I can't wait for the next one.
  • (5/5)
    This book should come with a warning! Once you start reading it you can't put it down. It is full of action and contains some violence. It is about a future America where the government control is very strong. "The Republic," as it is called has plenty of soldiers to enforce the rules. The main story in the book is between Day, a boy fighting against the Republic, and June, the Republic's most gifted soldier and prodigy. June is given the mission to track down Day after he kills her brother. It is a fascinating and fast read.
  • (4/5)
    Mom review

    This was avoid book. The story kept me interested although it want one I couldn't put down. It was clean which I greatly appreciated. I would let my teens read it. It did have death in it but at least the main characters wanted to avoid killing. Quick read! I was surprised when it was over.
  • (4/5)
    I enjoyed this dystopian YA novel. The society was well designed and the characters likeable. It is, however, a YA novel with the obligatory romance that's geared for teens. 4 stars for readability and entertainment.
  • (4/5)
    I probably would have rated this book lower than three-and-a-half if it hadn't been for a discussion on the Read YA Lit group, where another reader suggested that the difficulty may be that it's being marketed as a YA novel when it's really more for a younger audience. My problem is that this is too much a Super Boy meets Wonder Girl story, although it does pick up a bit in the second half of the book. It's a decent enough read, but I found it a bit immature for a YA novel and I don't think I'll bother with new books as they come out in the trilogy.
  • (3/5)
    So. If I look at this book as a novel for young readers rather than young adults, I like it more than I did in my initial reading. Because I guess there are only so many ways to tell the same story, and this particular version of it is better than 90% of the other published attempts made at it last year, but it just lacks the richness I crave in a dystopian world. There are some serious holes in the world building, and I don't know why the decision was made to push that all back to the sequel. I guess that in theory the suspense of what has actually happened to America and what is going on in the rest of the country is cool, but it doesn't work for me in practice.

    I like the characters, though. Everyone was reasonably nuanced, and the (URGHHHHH) two person first-person narration didn't kill me. I believe the love story because it's about two fifteen year olds, and "love" happens differently at that age--Romeo and Juliet were written as teenagers because the actions of those characters would be dumb and annoying if they were adults--and the way they become drawn to each other really is sweet.

    I'm interested enough in where this is heading to read the sequel (even with the obviously set-up love triangle), and (not to get all business-y, but) I think that this particular property would translate really well to the screen because of the simplicity--the things that frustrate me as a reader could turn this into an excellent film in the hands of the right creative team.
  • (4/5)
    I predict lovers of the Hunger Games will be big fans of this futuristic retelling of the Les Miserables relationship between a just military officer and a merciful criminal. June Iparis is a child prodigy crushed when her beloved big brother and only family member is killed in the line of duty by the Republic's most notorious criminal, Day, and vows to use all her skill to hunt him down. I did most of this book on audiobook, and it was quite well-read. I'm not sure if I would have liked it as much without the influence of the actors, emphasizing details I might have missed. Hmm. Still making up my mind on that one. *SPOILERS*I do wish Lu had held out the struggle between justice and mercy a little longer. It makes a much more complex novel if Day actually killed the guy, even accidentally. Also, the idea of a white-blonde good-looking Mongolian family is either very creative or really bizarre. I can't decide which. Really hoping that there's some struggle with the characters left behind as they escape, and complex moral situations. That would make for an interesting read. Keep me uncertain, Marie Lu! I want to be puzzling hard over the sequel next week.
  • (4/5)
    Exciting and wholly original dystopian tale. I can't wait to get into the sequel, Prodigy.
  • (4/5)
    Another(!) dystopian YA book. Not entirely sure the flooding bit all held together for me with the desciptions of the buildings and city, but then again, I did speed read through it. Nicely developed characters with gradually revealed backstory. Commander Jameson is probably a little too one dimension for my liking but the five to seven other main characters are better.
  • (4/5)
    Young adult dystopian novels is a genre that is getting pretty crowded, which means that there are lots of bad ones and only an occasional gem. Well, this one is a gem. Not perfect or polished, but solid and definitely intriguing enough for me to want to pick up the sequel. Set in Southern California in a future where society is strongly divided by wealth, the government oppresses the poor through the usual methods of starvation, lack of education and lack of opportunity, but there is something much more devious going on. Definitely not predictable and very exciting!
  • (5/5)
    What can I say. I loved it. Its a dual point of view which in some books I find irritating but it really works in Legend. First we meet Day. He is a fugitive on the run from the Republic. He lives on the streets with Tess an orphan who Day found and looks after. Day is such a likable character, strong but soft hearted. Then we meet June. She is a child prodigy and an up and coming member of the Republic. She has everything going for her until her brother is killed. There is only one person to blame and thats Day. She sets out to avenge her brother, what follows is a book filled with heartache, action, tragedy and so unpredictable that its gripping. Its a must read. I cant wait till the next installment!!


  • (4/5)
    3Q, 4P (my VOYA codes)Suspenseful, engaging, intriguing and interlaced with romance and true to life emotions and human bonds, I couldn't help but thoroughly enjoy this young adult novel. It is quite predictable but, I was not disappointed or any less engaged in the story. Written from the alternating narration of June and Day, both young elite athletes and intellects who live in opposing realities - his life is one of survival in the slums, hers is a militaristic and privileged world of opportunity - they find their worlds and hearts colliding together as the truth of what the government is really doing is unveiled.
  • (4/5)
    Hmmmm, not sure on this one. It was definitely a page turner. I didn't get the romance though. I felt it was forced and not real somehow. Day and June could be the same person. They think the same and talk the same and act the same. Towards the end I was getting confused who was supposed to be narrating. I have ordered the next book so wasn't completely turned off by it.
  • (4/5)
    Another dystopian YA novel recommended by daughter, after Delirium, The Hunger Games, Matched and Divergent...

    Like all other YA dystopian novels written by the young and hip set, the story is told in the present sense. The chapters alternate between the voices of June (an elite, top-of-the-line military officer of the Republic) and Day (the most notorious criminal from the poor district). The story takes place in the near future in LA, where US has become a communist-like "Republic", and plague outbreaks are everywhere. The Republic is also fighting its neighboring states, "The Colonies", although very little is said about the colonies in this book. All children are giving a physical, oral and written trial/exam at 10. The passing ones will be sent to high school, college, then work in the government. The failed ones are supposedly sent to labor camp, but...

    It's hard to write reviews for YA dystopias, since there are so many similar stories out with the same formula and format, but I think this one has one of the well-developed plots of all. I was captivated from the very beginning, and had to stay up late to finish it. The author was quite good in building suspense and grabbing attention with twists, turns, actions and revelations. The story is very well-constructed.

    Now...the weaknesses: I think the romance is quite predictable and it also progresses a bit too quickly in the story, which lessens the intenseness that we see between lovers in other similar YA dystopias. June and Day are also a bit alike in a way - smart, tough, lonely, fast, strong, observant and quick in decision-making. I sometimes had a hard time telling them apart reading each new chapter, since they also narrated alike. Luckily the books used different fonts for each of them, maybe for a reason?

    All in all, I think this book is worth reading, especially for fans of Divergent and The Hunger Games. It's a wonderful thrill-ride. I'll be waiting for the second book.
  • (5/5)
    A New York Times bestseller! What was once the western United States is now home to the Republic, a nation perpetually at war with its neighbors. Born into an elite family in one of the Republic's wealthiest districts, fifteen-year-old June is a prodigy being groomed for success in the Republic's highest military circles. Born into the slums, fifteen-year-old Day is the country's most wanted criminal. But his motives may not be as malicious as they seem. From very different worlds, June and Day have no reason to cross paths - until the day June's brother, Metias, is murdered and Day becomes the prime suspect. Caught in the ultimate game of cat and mouse, Day is in a race for his family's survival, while June seeks to avenge Metias's death. But in a shocking turn of events, the two uncover the truth of what has really brought them together, and the sinister lengths their country will go to keep its secrets. Full of nonstop action, suspense, and romance, this novel is sure to move readers as much as it thrills.
  • (2/5)
    It started off well, but it just fell apart by the end. I can't really believe June and Day managed to fall in love so quickly in a manner of a few days. The writing just seems so immature at times, even for a young adult book.
  • (4/5)
    In this dystopian world, the United States as we know it no longer exists. There are two countries now...the Pacific Coast area is known as the Republic and the enemy territory, the middle and East Coast of the continent, is known as the Colonies. Much of the Pacific coastal area has been destroyed or washed away, presumably by natural disasters. The citizens of the Republic fall into two categories: the elite, which includes the military, and the poor underclass. All children go to school until their 10th birthday. At that point they go through extensive physical and mental testing. Those who pass go on to advanced education and probably a placement in the privileged class. Those who fail are sent to labor camps or low paying jobs with no possibility of upward mobility.Day is a 15 year old criminal who, though he apparently fails the Trials, which the aptitude tests are called, has managed to rob a bank, destroy some military equipment and get away before being apprehended by the military. The elite leaders would really like to put an end to his forays because of the bad example he sets for the masses, but they don't know exactly what he looks like or what his true identity is.But Day is not "just" a thief; he is trying to get money to pay for the expensive vaccines his younger brother must have to survive the virus he has contracted, and his family arely has enough to eat.June is a 15 year old girl who is a prodigy among the elite class. She made a perfect score at the Trials and is placed in a prestigious college at a young age, making her a college senior at age 15. She is destined to a leadership role in the military unit where her older brother already serves. But she is thrust into leadership in a sudden and shocking manner. A soldier is murdered; Day is the accused murderer, and June is given the assignment of tracking him down. She is eager to take on the assignment so that she can avenge the unfair death of someone she loves.Their paths do cross; they are attracted to one another without knowing who the other is at first. By the time they realize that they should be enemies, objects of hate, they already admire the outstanding good qualities of the other. But what will happen when June must choose where her loyalties lie? Is there a chance that what she "knows," is not the truth at all? Legend is the first of three in this series by Marie Lu, and you will definitely want to read them all...
  • (4/5)
    I liked it...I don't really know how it happened but it did. And I enjoyed every minute.15 year old Day is out on the streets of a country ruled by the good ol Republic of America. That's right folks, the government we know as 'Merika is no longer existing on November 30th (a few days into the story) in some very very distant future with no exact year. His mother thinks he's dead, the government has placed his old identity in the files as deceased so he's free to roam the streets stealing stuff to get back to his family with his trusty sidekick Tess a street urchin he took in as his cousin. This bad a$$ has the ability to sneak in and sneak out of some of the most heavily guarded government controlled buildings even within as little as ten seconds without being identified for at least 5 years, they have his fingerprints but no face to the name. 'Why hasn't he been caught?' you might ask, well because this kid is smart...yet he failed his super important test that the government issues out to ten year olds to find out if they're smart enough to make it into good jobs serving the Republic with a big fat 674/1500...hmmm more on that later.The whole country has been battling the rebellious Patriots who refuse to acknowledge that the Republic is the right government to lead the people as well as a plague that keeps popping up sporadically around California, especially the slums which is to be expected right? Well unfortunately for Day, it's where his old family lives and he just happens to be there when his old house is marked with the dreaded red X that means someone in the house has the plague...but it's no ordinary X but that's not important.Being the bad a$$ that he is, he thinks he can sneak into a hospital and steal some cures for whomever is stuck with the plague in his house and seemingly fails, he barely escapes with his life and thinks he'll try it again some other time.This is where June becomes more relevant. 15 year old June is a military prodigy. Unlike Day, she passed her "Trials" with a whopping perfect 1500/1500 yet she's not really the best at taking command from her military officers. This is the girl who likes to rebel here and there but nothing too serious that makes her a traitor or anything like that, just climbing up high walls of government buildings and testing out her skills outside of a college classroom. Her parents are long dead and the only family she has is her brother Captain Metias Iparis to look out for her. But on the same night Day attempts to steal the meds for his family, Metias is stabbed fatally in the heart and all clues point to Day as the culprit. If you read the secondish page from the book June is puzzled by this fact. All the other crimes committed by Day never ended up in fatalities. So she naturally she questions why would he start now? Which leads her to being graduated early from school and officially joining the military with her first mission being to capture her brother's murderer...who everyone thinks is Day.Little did she know that she once she discovered Day's true identity it would also lead her to discover more than she bargained for about the Republic she had once swore to serve, and if Day didn't kill Metias then who did?I liked the fact that Marie Lu was able to handle two main characters without unknowingly neglecting either one. Sometimes new authors tend to bite off more than they could chew and immediately begin a novel with two differing points of views in first person instead of having a third party observing. Lu gave both Day and June a different voice and mood whenever it was their turn to tell the story and I thought it was clever to have the switch even more obvious with the change in font. Normally I'd call it something negative that shouldn't be necessary if she was good enough to give them a distinct prose but it worked for me. I also liked the pace of the book. Let's cut to the chase here and just admit we all know immediately that June and Day were going to fall in love. The whole falling in love within days thing is what docked a star but...it's not that bad. Even though it was a little too quick to my liking Day is absolutely attractive. I mean, long hair isn't even my thing but I was just drawn to his eyes and of course his badassery. Other than that it's the discoveries that June makes in the novel were well paced and everything felt well thought out for the most part.I can't wait to continue reading the next two installments of the trilogy.
  • (3/5)
    I'm more impressed than I thought I would be, considering the first time I picked up the book I got bored after the first couple pages.