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Psychologie: Wie wir aus Fehlern lernen (GEO eBook Single)
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eBook32 Seiten35 Minuten

Psychologie: Wie wir aus Fehlern lernen (GEO eBook Single)

Von GEO

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Über dieses E-Book

Wir wären gern perfekt; doch der Perfektion wohnt ein totalitärer Impuls inne: Wer Fehlerlosigkeit fordert, wähnt sich im Besitz der absoluten Wahrheit. Dabei bergen gerade Fehler die Chance auf kreative Gedankensprünge. Ein Plädoyer für Gelassenheit im Umgang mit der Fehlbarkeit.

Die großen Themen der Zeit sind manchmal kompliziert. Aber oft genügt schon eine ausführliche und gut recherchierte GEO-Reportage, um sich wieder auf die Höhe der Diskussion zu bringen. Für die Reihe der GEO eBook-Singles hat die Redaktion solche Einzeltexte als pure Lesestücke ausgewählt. Sie waren vormals Titelgeschichten oder große Reportagen in GEO.
SpracheDeutsch
HerausgeberGEO
Erscheinungsdatum24. Okt. 2012
ISBN9783652001724
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    Buchvorschau

    Psychologie - GEO

    Fehler? Falsch!

    Warum auch Irrtümer uns im Leben vorranbringen

    Wir wären gern perfekt; doch der Perfektion wohnt ein totalitärer Impuls inne: Wer Fehlerlosigkeit fordert, wähnt sich im Besitz der absoluten Wahrheit. Dabei bergen gerade Fehler die Chance auf kreative Gedankensprünge. Ein Plädoyer für Gelassenheit im Umgang mit der Fehlbarkeit

    von Jürgen Schaefer

    Ein Wettkampf mit ungleichen Startchancen; auf der einen Seite: Rattus norvegicus, die gemeine Wanderratte, ein Dutzendexemplar aus dem Labor, graues Fell, kleine Augen, nackter Schwanz. Auf der anderen Seite Homo sapiens und nicht irgendeiner: eine Auswahl der Besten, Studenten der amerikanischen Eliteuniversität Yale. Die Aufgabe ist einfach; doch nicht jeder kommt damit gut zurecht.

    Ein T-förmiges Labyrinth; die Ratte sitzt am Fuß des T, an den beiden Armen befindet sich jeweils eine Futterluke. Mal öffnet sich die linke, mal die rechte Seite. Mensch und Ratte sollen vorhersagen, wo die nächste Ration zu haben ist, doch die Verteilung ist nicht gleich: Links gibt es in 60 Prozent der Fälle Futter, rechts nur in 40 Prozent. Die Ratte begreift schnell, geht konsequent immer zur linken Seite. Am Ende schafft sie damit eine Erfolgsquote von fast 60 Prozent.

    Das ist den Yale-Studenten nicht gut genug: Die Strategie der Ratte nimmt 40 Prozent Verlust in Kauf, und wir Menschen hassen es, zu verlieren. Die Studenten versuchen stattdessen, der Futtermaschine auf die Schliche zu kommen: Wie war der Rhythmus gleich? Links, rechts, links, links? Was ist also als Nächstes dran? Sie suchen eine göttliche Ordnung im Algorithmus des Zufallsgenerators. Und landen am Ende bei einer Erfolgsquote von 52 Prozent.

    Dieses Experiment an der Yale-Universität liegt mehr als 30 Jahre zurück, und es beeindruckte den jungen Psychologen Philip Tetlock nachhaltig. Warum waren die Studenten nicht in der Lage, den Versuchsaufbau zu durchschauen? Warum sahen sie nicht ein, dass menschliche Intuition gegen Zufall machtlos ist? Und dass es

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