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Schläft ein Lied: Gedichte

Schläft ein Lied: Gedichte

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Schläft ein Lied: Gedichte

Länge:
75 Seiten
23 Minuten
Herausgeber:
Freigegeben:
Jul 15, 2014
ISBN:
9783709935958
Format:
Buch

Beschreibung

Was bleibt von den Landschaften eines Lebens? Von den Bildern aus der Kindheit? Von den Eindrücken einer ursprünglichen Welt mit all ihren Schönheiten und Unbarmherzigkeiten?
Ein Bild nach dem anderen nimmt Sepp Mall in den Blick - ein langsames Gehen, in dem sich die Gedichte zu einem poetischen Panorama aneinanderreihen. Unaufgeregt, präzise und immer wieder überraschend spürt er dabei den Wörtern nach, ihrem Klang, ihrer Atmosphäre, ihrem Geschmack, ihren Andeutungen und Verweisen. In der Mischung aus längeren, erzählerischen Gedichten und kurzen, verknappten Versen folgt Sepp Mall einer Wellenbewegung zwischen Narration und Poesie. Sanft lässt er das Prinzip der Aufzählung zum Tragen kommen, wechselt mühelos die Tonlagen und zeigt, wie vielfältig die sprachlichen Felder sind, auf denen er sich bewegt.
Herausgeber:
Freigegeben:
Jul 15, 2014
ISBN:
9783709935958
Format:
Buch

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Buchvorschau

Schläft ein Lied - Sepp Mall

Sepp Mall

Schläft ein Lied

Gedichte

für H.

Landschaftn Vergangenheitshaufen

Wiederbelebung der Tiere

Unsre Väter / hinterm Haus warn jung

Und ein kurzer Schlag hinter die Ohren

genügt

Sie lachtn laut / stießn den Rauch

durch die Nase

und spannten die blutnassn Felle

auf Rahmen aus Holz

Zusammen pfiffn wir Melodien unverschämt

(Marina Marina Ramona)

Mama kam / in den Garten

Und schrie / als Sterne in ihren Körper schlugn

Und sie braustn davon / himmel-

wärts auf ihren Lambrettas

Wir legtn unsre Wangen an flauschiges Fell

(Hasenherz spürst du das Pulsen)

und trockneten die Tränen

: auf Kissen / blütenweiß

Frühe Landschaften

Gemeinsam stapften wir weit

durch Stubnkammern

(über dankbare Teppichbödn)

und im Halbdunkel der Kleiderschränke / immer noch

das eingemottete Begehrn

Auf fernen Hügeln stehn

versprechen uns die Nazarener-

szenen

Sorglos im frischen Sonntagsgewand

Und diese Frau dreht sich um

zwischen Bügelbrett und Blätterwald

Und prostet uns zu

(tröstender Eierlikör in zittriger Hand)

: Mutter / sagst du

Du bist doch lange kalt

Disperato erotico stomp

(remember Lucio D.)

I.

Mein erstes Bett sei ein Strohsack gewesn

Ich lag da kaum der Mutter entwöhnt

Mein letztes / wer weiß

Vielleicht wirds ein Seesack sein

Oder ein Brett aus weichem Fichtnholz / Föhrn

Das einen leichter trägt

Ein Strohsack aus knisterndem Hafer / von den Äckern

hoch überm Meer

Und wenn ich mich umdrehte nachts

Klangs wie das Rauschen des Sensenblatts

(ein lichtes / windiges Rascheln)

das durch das Dickicht der Halme fährt

: Im Traumbild siehst du den Schnitter vorwärts-

ziehn / spürst wie

jeder Stängel sich wehrt und trotzdem

fällt / so als wär die Vergeblichkeit

: ihm eingeschriebn

Mein erstes Bett kam aus den Dreschmaschinen

im staubigen Stadel

Kroch unter Hustn und Spuckn zur Welt

Und Goldgelb hat mit Gold nichts gemein

: außer ein paar Buch-

stabn und einer Ahnung von Farbe vielleicht

Aus diesem Stroh wuchs ich

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