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Catriona: Die Abenteuer des David Balfour II

Catriona: Die Abenteuer des David Balfour II

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Catriona: Die Abenteuer des David Balfour II

Bewertungen:
4/5 (37 Bewertungen)
Länge:
419 Seiten
6 Stunden
Herausgeber:
Freigegeben:
Dec 6, 2012
ISBN:
9783355500074
Format:
Buch

Beschreibung

David Belfour, ein junger schottischer Adliger, ist Zeuge des Mordes an einem Landvogt des englischen Königs. Doch auf seine Zeugenaussage legen die Beamten seiner Majestät keinen Wert, er wird sogar der Mittäterschaft bezichtigt. David kämpft um Gerechtigkeit und verliebt sich in Catriona Drummond, die Tochter eines Clanhäuptlings.

In den beiden Balfour-Romanen - "Entführt" und "Catriona" - erzählt Stevenson eine spannende Geschichte aus dem Schottland des 18. Jahrhunderts.
Herausgeber:
Freigegeben:
Dec 6, 2012
ISBN:
9783355500074
Format:
Buch

Über den Autor

Robert Lewis Balfour Stevenson was born on 13 November 1850, changing his second name to ‘Louis’ at the age of eighteen. He has always been loved and admired by countless readers and critics for ‘the excitement, the fierce joy, the delight in strangeness, the pleasure in deep and dark adventures’ found in his classic stories and, without doubt, he created some of the most horribly unforgettable characters in literature and, above all, Mr. Edward Hyde.


Buchvorschau

Catriona - Robert Louis Stevenson

Impressum

ISBN eBook 978-3-355-50007-4

ISBN Print 978-3-355-01719-0

Titel der englischen Originalausgabe: Catriona

Ins Deutsche übertragen von Ruth Gerull-Kardas

© 2006 Neues Leben Verlags GmbH & Co. KG

Neue Grünstr. 18, 10179 Berlin

Umschlagentwurf: Verlag

Die Bücher des Verlags Neues Leben

erscheinen in der Eulenspiegel Verlagsgruppe.

www.eulenspiegel-verlagsgruppe.de

Robert Louis Stevenson

Catriona

Die Abenteuer des David Balfour

Erster Teil

Der Lord-Staatsanwalt

I. Der Bettler hoch zu Roß

Am 25. August des Jahres 1751 – es mochte gegen zwei Uhr nachmittags sein – verließ ich, David Balfour, die Britische Leinen-Kompagnie in Edinburgh, gefolgt von einem Bankboten, der mir einen Beutel voll Gold nachtrug. Einige leitende Angestellte der Firma begleiteten mich ­katzbuckelnd zum Ausgang.

Noch vor kurzem, genauer: Am Morgen des gestrigen Tages – hatte ich dem Bettler am Straßenrand geglichen, die Kleider zerlumpt und nicht einmal mehr einen ganzen Shilling in der Tasche. Mein Begleiter war ein überführter und verurteilter Landesverräter gewesen, wenn er auch seine schottische Heimat und ihre Freiheit über alles geliebt hatte und für sie zum Rebellen geworden war. Auf meinen Kopf war ein Preis ausgesetzt worden für ein Verbrechen, das ich nicht begangen und an dem ich mich nicht beteiligt hatte, von dem aber im ganzen Lande getuschelt wurde. Ich spreche von dem Mord an dem Verweser des britischen Königs, Colin Campbell of Glenure. Zufällig war ich Zeuge geworden, als ich auf der Suche nach meinem Freund Alan Breck Schottland durchwandert hatte. Gleich darauf war ich mit ihm zusammengetroffen; auch ihn hatte ein unseliger Zufall in demselben Augenblick an den Schauplatz des Verbrechens, den Wald von Lettermore, geführt, in dem der tödliche Schuß gefallen war. Alan, der sein Angelgerät bei sich getragen, war unbewaffnet gewesen, und da ich beobachtet hatte, wie der mir unbekannte Mörder entflohen war, glaubte ich fest an Alans Unschuld.

Wir hatten fliehen müssen, Alan und ich, denn wir waren als Mittäter bezichtigt worden; unsere Flucht war gelungen, und nun, glücklich in Edinburgh angekommen und in Sicherheit, war ich endlich in den Besitz meines Vermögens gelangt, um das mein Oheim Ebenezer mich mit allen Mitteln zu betrügen versucht hatte – er hatte mich ermorden wollen; und als dieser Anschlag mißglückt war, hatte er meine gewaltsame Entführung auf der Brigg »Covenant of Dysart« verschuldet – es war ein Komplott zwischen ihm und Kapitän Hoseason gewesen. Dem zufälligen Auftauchen des schiffbrüchigen Alan Breck, seinem Eintreten für mich, seiner Freundschaft und nicht zuletzt aber dem Untergang der »Covenant« vor der Insel Mull hatte ich meine Rettung zu verdanken.

Heute nun erwies man mir die meinem Stande gebührenden Ehren – ich verfügte über Geld und Grundbesitz, war ein Laird, ein großer Herr. In meiner Tasche steckte ein Empfehlungsschreiben meines Advokaten, Mr. Rankeillors. Und damit stand mir die Welt offen.

Zwei Umstände aber hemmten dieses rasche Dahinschießen mit ge­schwellten Segeln. Da war erst einmal das schwierige, ja geradezu tödliche Unterfangen, das mir bevorstand – ich mußte Alan, der sich verborgen hielt, retten, und zudem hielt ich mich ausgerechnet in Edinburgh auf, dem Ort, an dem meine Gegner saßen und die Macht hatten.

Diese große düstere Stadt mit dem unablässig flutenden Menschenstrom und ihrem Lärm war mir überdies ungewohnt und neu. Nach der erhabenen Stille der Heide- und Moorlandschaft, wo ich so lange Zuflucht vor meinen Verfolgern gefunden hatte, nach dem Frieden auf der weiten Sandfläche des öden, verlassenen Meeresstrandes war ich hier verstört und fühlte mich unfrei. Besonders das Gedränge der vielen hastenden Menschen bedrückte mich. Dazu kam noch etwas anderes: Rankeillors Sohn, dessen Kleider ich trug, mußte klein und schmächtig von Gestalt sein, denn sein Rock wollte mir ganz und gar nicht passen. Es ging also nicht an, daß ich in diesem Aufzug wie ein vornehmer Herr einherstolzierte, und wenn ich es doch tat, würden die Leute wohl über mich lachen, oder – was in meinem Fall weit schlimmer gewesen wäre – sie hätten auf den Einfall kommen können, peinliche Fragen zu stellen. Ich mußte mir daher zuallererst eigene, gut sitzende Kleider beschaffen und, bis es soweit war, schön brav neben dem Bankboten hergehen und ihn freundschaftlich beim Arm nehmen.

Bei einem Kleiderhändler in der Luckenbooth-Straße staffierte ich mich aus – nicht zu elegant, denn ich wollte nicht auftreten wie der Bettler hoch zu Roß. Aber mein Anzug sollte adrett und gediegen aussehen, damit die Dienerschaft in den Häusern, die ich aufsuchen mußte, Respekt vor mir haben konnte. Vom Kleiderhändler ging’s zum Waffenschmied, bei dem ich einen meinem Stande entsprechenden schlichten Degen erstand. Der Besitz dieser Waffe hob mein Selbstbewußtsein, doch für jemand, der sich, wie ich, schlecht damit verteidigen konnte, bedeutet er auch eine gewisse Gefahr. Der Bankbote, der einige Erfahrung in solchen Dingen hatte, fand meine Ausrüstung durchaus angemessen.

»Eure Kleidung ist einfach und anständig«, sagte er, »und wirkt keineswegs auffallend. Der Degen, nun ja, der gehört nun einmal zum Edelmann. Ich an Eurer Stelle hätte allerdings mein Geld besser anzulegen gewußt.«

Dann schlug er mir vor, ich sollte bei einer Frau in einem Hinterhaus in Cowgate – seiner Base, sagte er – warmes Unterzeug kaufen, da sie gute und ungewöhnlich haltbare Ware feilböte.

Doch ich hatte anderes und Dringlicheres im Kopfe.

Die engen Straßen der alten Stadt erschienen mir wie das undurchdringliche Labyrinth in einem Kaninchenbau, nicht nur, weil sie von geschäftigen Leuten wimmelten, sondern mehr noch wegen der ineinandergeschachtelten, unübersichtlichen Gassen, Durchgänge, Schlupfwinkel und Höfe. Es mochte wahrhaftig nicht ganz leicht sein, hier als Fremder einen Freund aufzuspüren, geschweige denn einen mir Unbekannten wie Mr. Charles Stuart. Selbst wenn es mir zufällig gelänge, das richtige Gebäude zu finden, so hockten die Menschen in diesen hohen Häusern so dicht beieinander, daß ich wohl einen ganzen Tag suchen müßte, ehe ich vor der richtigen Tür stände. Es war daher allgemein üblich, sich einen jungen Burschen, Caddie genannt, zu dingen, der als Kundschafter oder Lotse seinen Auftraggeber an den gewünschten Ort zu führen und ihn dann wieder in sein Quartier zurückzugeleiten hatte, sobald dessen Geschäft beendet war. Aber diese Caddies, die immer ähnliche Aufträge ausführen mußten, kannten natürlich alle Häuser und ihre Bewohner genau und waren mit den Verhältnissen in der Stadt so gut vertraut, daß sie zu einer Art Bruderschaft von Spitzeln geworden waren. Aus Mr. Campbells Schilderungen wußte ich, daß sie ständig miteinander in Verbindung standen und voll brennender Neugier ihre Nasen in die Angelegenheiten ihrer Auftraggeber steckten – sie waren sozusagen Auge und Ohr der heiligen Hermandad¹ und konnten der Polizei wertvolle Fingerzeige geben. In meiner mißlichen Lage wäre es höchst unklug gewesen, mir ein solches Frettchen an die Fersen zu heften.

Ich hatte drei wichtige Besuche zu machen, und keiner ließ sich aufschieben. Mein Verwandter, Mr. Balfour of Pilrig, mußte aufgesucht werden, dann der Advokat Mr. Charles Stuart, und schließlich mußte ich mich zu dem britischen Lord-Staatsanwalt für Schottland, William Grant, Herrn auf Prestongrange, begeben. Der Besuch bei Mr. Balfour war mühelos und einfach zu bewerkstelligen, denn die Herrschaft Pilrig lag außerhalb der Stadt, und ich würde den Weg dorthin mit Hilfe meiner flinken Beine und meiner gewandten schottischen Zunge leicht selber finden. Mit den beiden anderen Besuchen war die Sache schon schwieriger. In Anbetracht der Gerüchte über den Appin-Mord war es nicht ganz ungefährlich, den Bevollmächtigten dieses Clans aufzusuchen, und außerdem ließ sich das mit meiner Absicht, zu Prestongrange zu gehen, keineswegs in Einklang bringen. Selbst im günstigsten Falle würde ich bei dem Lord-Staatsanwalt einen schweren Stand haben, aber stehenden Fußes vom Appin-Bevollmächtigten zu ihm zu eilen hätte bedeutet, meiner Sache Schaden zuzufügen und Alan erst recht ins Unglück zu stürzen. Die ganze Angelegenheit konnte mir überdies so ausgelegt werden, als liefe ich einerseits mit dem Hasen davon und schlösse mich andererseits der verfolgenden Meute an, was aber durchaus nicht nach meinem Geschmack war. Ich mußte daher zuerst zu Mr. Stuart gehen und gleich den ganzen jakobitischen Teil meines Vorhabens hinter mich bringen. Bei der Ausführung dieses Planes sollte mir der Bankbote behilflich sein.

Als ich ihm die Adresse genannt hatte, begann es zu regnen, zwar nicht sehr heftig, aber in Anbetracht meiner neuen Kleider suchten wir Schutz unter dem Dach über dem Durchgang zu einem geschlossenen Hof.

Da ich so etwas nicht kannte, trat ich neugierig etwas tiefer in den Hof hinein; die gepflasterte Straße fiel steil ab, und zu beiden Seiten ragten sehr hohe Häuser empor. Durch die vorspringenden Stockwerke verengte sich der Durchgang nach oben so sehr, daß nur ein schmaler Himmelsstreifen zu sehen war. Soweit sich durch die Fenster und an den heraus- und hereinströmenden Bewohnern erkennen ließ, mußten es Angehörige vornehmer Stände sein, die hier ihren Wohnsitz hatten. Für mich war das alles fremdartig und seltsam.

Ich spähte noch wißbegierig umher, als hinter mir Marschtritte und Waffengeklirr laut wurden, und als ich mich hastig umsah, entdeckte ich einen Trupp rotberockter Soldaten, die einen hochgewachsenen Mann in einem weiten Mantel in ihrer Mitte führten. Seine leicht vorgeneigte Haltung hatte etwas Unterwürfiges. Er gehörte zweifellos den besseren Ständen an und winkte den Passanten beim Gehen herablassend zu. Obwohl er gut aussah, machte er einen verschlagenen Eindruck. Es schien mir, als habe er mich angesehen, sei aber meinem Blick scheu ausgewichen.

Der Trupp marschierte an uns vorbei und machte vor einer Haustür halt, die von einem Lakaien in prächtiger Livree geöffnet wurde. Zwei der Wachsoldaten führten den Gefangenen in das Haus hinein, die anderen lungerten, ihre Musketen im Arm, vor dem Gebäude herum.

Was immer in einer Stadt vorgehen mag, sogleich finden sich schaulustige Müßiggänger und Kinder ein. Das geschah auch jetzt. Doch die meisten, die herbeigeströmt waren, verzogen sich rasch wieder, und nur vier Personen blieben zurück, darunter ein Mädchen, das wie eine adlige Dame gekleidet war und deren Kopfputz die Familienfarben der Drummonds zeigte. Ihre Begleiter oder, besser, die hinterdreinschlurfenden Gefolgsleute waren zerlumpte Knechte, wie ich sie auf meinen Wanderungen durch das Hochland zu Dutzenden gesehen hatte. Sie unterhielten sich eifrig in gälischer Mundart; Alans wegen waren mir diese Laute lieb und vertraut.

Obwohl der Regen jetzt nachließ und mein Bankbote mich am Ärmel zupfte und zum Weitergehen ermunterte, pirschte ich mich näher an die Gruppe heran, um zu lauschen, was gesprochen wurde. Die junge Dame schalt die Knechte, die sich dienstbeflissen zu entschuldigen suchten, streng und ärgerlich aus. Das bestärkte mich in meiner Vermutung, das Mädchen müsse vornehmen Standes sein. Alle drei Knechte kramten, während sie redeten und gestikulierten, in ihren Taschen; offenbar suchten sie nach Geldstücken, konnten aber, soweit sich feststellen ließ, nicht mehr als einen halben Farthing zusammenkratzen. Ich mußte ein wenig lächeln, weil sie, wie so viele Hochländer, mit leeren Taschen die feinen Herren spielen wollten.

Als sich die junge Dame überraschend umwandte, bekam ich zum erstenmal ihr Gesicht zu sehen. Gleicht es nicht dem größten Wunder, wenn ein junger Mann, dem das Aussehen eines Mädchens gefällt, es sich einprägt und doch nicht sagen kann, weshalb das so ist? Er weiß nur, daß er immer auf diesen Augenblick gewartet hat.

Das Mädchen hatte wunderschöne hellgraue Augen, die wie Sterne glänzten, und sicher waren diese Augen schuld daran, daß ich immerzu hinstarren mußte. Ich kann mich auch noch gut entsinnen, daß ihre Lippen, als sie mir das Gesicht zukehrte, halb geöffnet waren. Aber was auch immer der Grund für meine Verwirrung gewesen sein mochte, ich stand da wie ein Narr und verschlang sie mit den Blicken. Sie mußte wohl nicht gemerkt haben, daß jemand so dicht hinter ihr stand, denn sie sah mich in ihrer Überraschung länger und genauer an, als gemeinhin schicklich gewesen wäre.

In meinem einfältigen Sinn – schließlich war ich ja auf dem Lande groß geworden – bildete ich mir ein, sie bewundere meine neuen Kleider. Dieser Gedanke ließ mich bis in die Haarwurzeln erröten, was wiederum sie falsch auszulegen schien, denn sie trat zur Seite und winkte den Knechten, ihr zu folgen. Nun konnte ich nicht mehr hören, was gesprochen wurde.

Gewiß, sie war nicht das erste Mädchen, das mir gefiel, aber noch nie hatte mich bisher die heftige Bewunderung für eine Frau so plötzlich erfaßt. Im allgemeinen war ich eher zurückhaltend, alles andere als ein Draufgänger. Ja, ich fürchtete ständig, von den Frauenzimmern ausgelacht zu werden.

Der Leser wird meinen, ich hätte in diesem Fall allen Grund gehabt, mich recht unauffällig zu benehmen, da ich der jungen Dame auf der Straße begegnet war, zudem in Begleitung dreier zerlumpter und recht verdächtig aussehender Hochländer, alle zusammen offensichtlich einem Gefangenen folgend. Und noch etwas kam hinzu: Das Mädchen hatte zweifellos annehmen müssen, ich wolle meine Nase in seine Geheimnisse stecken. Und dieser Gedanke war mir hier, in meinen neuen Kleidern, den Degen an der Seite, auf dem Gipfel meines Glückes angelangt, ganz unerträglich. Der Bettler hoch zu Roß konnte die Vorstellung, ausgerechnet von diesem Mädchen mißachtet zu werden, nicht ertragen.

So folgte ich ihr, zog den Hut und redete sie höflich an. »Madam«, stammelte ich, »es ist nur recht und billig, wenn ich Euch sage, daß ich Gälisch nicht verstehe. Gewiß, ich habe Euch zugehört, aber laßt Euch erklären: Jenseits der Hochlandgrenze leben Freunde von mir, daher ist mir der Klang dieser Mundart lieb und vertraut. Was aber Eure persönlichen Angelegenheiten betrifft, so hättet Ihr ebensogut chinesisch oder griechisch sprechen können, wobei ich das letztere schon eher verstanden hätte.«

Sie hatte sich diese lange Rede ruhig angehört und bedankte sich mit einer knappen Neigung ihres hübschen Kopfes.

»Es ist ja nicht weiter schlimm«, rief sie auf englisch und fügte schalkhaft hinzu: »Sieht doch die Katz’ den Kaiser an!«

»Ich wollte Euch gewiß nicht kränken«, erwiderte ich. »Feine städtische Manieren sind mir fremd. Heute habe ich zum erstenmal den Fuß auf Edinburghs Pflaster gesetzt. Nehmt mich gütigerweise für das, was ich bin: einen ungehobelten Burschen vom Lande. Ich sage es Euch lieber gleich, damit Ihr es nicht zu meinem Schaden später selbst herausfindet.«

»Ist es nicht recht ungewöhnlich, daß wir als Fremde auf der Straße miteinander reden? Aber wenn Ihr vom Lande seid und Euch in den städtischen Sitten nicht auskennt, ist das ein ander Ding. Ich bin übrigens auch ein Landkind, stamme aus dem Hochland, und meine Heimat ist weit von hier.«

»Erst vor einer Woche bin ich über die Grenze gekommen. Noch vor wenigen Tagen habe ich das Bergland von Balquidder durchwandert.«

»Balquidder?« fragte sie. »Ihr kommt von Balquidder? Schon wenn ich diesen Namen höre, könnte ich laut aufjubeln. Wart Ihr lange dort? Seid Ihr wohl jemandem von meinen Freunden begegnet? Von meiner Familie?«

»Ich bin bei einem ehrlichen Mann untergekommen, bei Duncan Maclean.«

»Oh, ich kenne Duncan, er ist eine ehrliche Haut, es gibt keinen besseren auf der Welt, und seine Frau ist eine gute Seele.«

»Ja«, sagte ich, »es sind brave Leute, und es lebt sich gut bei ihnen. Das Land ist herrlich.«

»Auf der ganzen Welt gibt es kein schöneres! Ich bin glücklich, wenn ich nur an den Geruch der Erde und der Pflanzen denke.«

Ihr lebhaftes, offenesWesen entzückte mich.

»Ich wünschte, ich hätte Euch ein wenig Heidekraut von Balquidder mitgebracht«, entgegnete ich ihr, »und wenn es auch nicht ganz schicklich gewesen sein mag, daß ich Euch vorhin ansprach, so hat sich dabei doch herausgestellt, daß wir gemeinsame Freunde haben. Ihr dürft mich aber nicht gleich wieder vergessen. Ich heiße David Balfour, und heute ist ein Glückstag für mich. Nach tödlichen Gefahren hat man mir meine Güter und mein Vermögen zurückgegeben. Um Balquidders und Duncans willen wünschte ich, Ihr merktet Euch meinen Namen. Den Euren würde ich bestimmt nicht vergessen, wenn Ihr ihn mir sagen wolltet.«

»Mein Name darf nicht laut genannt werden«, erwiderte das Mädchen etwas hochmütig. »Seit mehr als hundert Jahren haben die Menschen ihn kaum je über die Lippen gebracht, höchstens manchmal und aus Versehen. Es geht mir wie den Feen und Zauberwesen, ich habe keinen richtigen Namen. Aber Ihr dürft mich Catriona Drummond nennen.«

Jetzt wußte ich genau, wer sie war und was es mit ihr und ihrer Familie auf sich hatte. Im ganzen großen Schottland gab es einen Namen, der nie genannt werden durfte, und das war der Name Macgregor. Statt aber dieser unerwünschten Bekanntschaft aus dem Wege zu gehen, geriet ich immer stärker in den Bann des schönen Mädchens.

»Ich habe einen Mann kennengelernt«, sagte ich, »der in der gleichen Lage war wie Ihr. Er wurde Robin Oig genannt.«

»Ist das möglich?« wandte sie sogleich ein. »Ihr seid Vetter Robin begegnet?«

»Wir sind eine ganze Nacht zusammen gewesen.«

»Ja, er ist ein Nachtvogel«, meinte sie lachend.

»Es war ein Dudelsack im Hause. Ihr könnt Euch denken, wie rasch uns die Zeit verflogen ist.«

»Dann seid Ihr auch kein Feind unserer Sippe«, stellte Catriona fest. »Der Mann, der eben hier von Rotröcken umgeben entlangging, ist sein Bruder – mein Vater.«

»Ist das wahr?« rief ich. »Ihr seid die Tochter von James More?«

»Seine einzige Tochter, die Tochter eines Gefangenen. Ach, daß ich es in einem Gespräch mit einem Fremden auch nur für kurze Zeit vergessen konnte.«

In diesem Augenblick richtete einer der Knechte in gebrochenem Englisch das Wort an sie; er wollte wissen, was »sie« – damit meinte er sich selber – wohl des Schnupftabaks wegen unternehmen sollten.

Ich sah mir den Mann etwas genauer an; er war untersetzt, krummbeinig, rothaarig und hatte einen breiten Schädel. Diesen Mann sollte ich später, sehr zu meinem Schaden, näher kennenlernen.

»Daraus wird heute nichts, Neil«, erwiderte Catriona. »Wie willst du Schnupftabak kaufen, wenn du kein Geld hast? Hoffentlich gibst du ein andermal besser acht. James More wird mit Neil of the Tom nicht sonderlich zufrieden sein.«

Da sie englisch miteinander gesprochen hatten, war mir der Sinn ihrer Worte klargeworden. Nun unterbrach ich Miss Drummond und wiederholte: »Ich sagte Euch doch, heute ist ein Glückstag für mich, dieser Mann« – ich wies auf meinen Begleiter – »ist ein Bankbote, der mein Geld trägt, und in Eurer Heimat in Balquidder hat man uns gastlich aufgenommen.«

»Der Euch aufgenommen hat, war keiner von meinen Freunden«, wandte sie ein.

»Schon recht, aber Eurem Robin Oig schulde ich Dank für Tänze, die er uns auf dem Dudelsack vorgespielt hat. Außerdem habe ich Euch vorhin schon meine Dienste angeboten, und Ihr habt sie nicht rechtzeitig abgelehnt.«

»Wenn es sich um eine größere Summe handelte, wäre Euer Anerbieten wohl ruhmvoller, aber laßt Euch sagen, worum es geht. James More liegt gefesselt im Kerker, wird aber seit einiger Zeit jeden Tag zum Lord-Staatsanwalt geführt ...«

»Zum Lord-Staatsanwalt?« rief ich. »Dann wohnt dort ...«

»... der Lord-Staatsanwalt Grant of Prestongrange«, vollendete das Mädchen. »Mein Vater wird zu den verschiedensten Zeiten hingebracht, bald zu dieser, bald zu jener Stunde. Ich ahne nicht, zu welchem Zweck. Es scheint aber, daß diese Besuche einen Hoffnungsschimmer für ihn bedeuten. Dennoch läßt Prestongrange es nicht zu, daß ich mit meinem Vater spreche oder an ihn schreibe. So lauern wir ihm hier auf der Straße auf, und wenn er vorüberkommt, stecken wir ihm Schnupftabak und sonst allerlei zu. Aber dieser Unglücksmensch Neil of the Tom, meines Vaters Diener, hat die vier Penny, mit denen er den Schnupftabak kaufen sollte, verloren, und James More muß heute leer ausgehen. Er wird denken, seine Tochter habe ihn vergessen.«

Ich zog eine Sechs-Penny-Münze aus der Tasche und reichte sie Neil, damit er den Auftrag seiner jungen Herrin ausführen könne. Zu Catriona sagte ich: »Dieses Geldstück stammt noch aus Balquidder; es hat mich bis hierher begleitet.«

»Ach«, rief sie, »ich sehe, Ihr seid ein Freund der Macgregors.«

»Ich möchte Euch nicht täuschen, Miss Drummond. Von Eurer Familie weiß ich nicht allzuviel und noch weniger von James More und seinen Angelegenheiten. Da ich aber, seit wir hier auf der Gasse miteinander bekannt sind, mehr über Euch selbst erfahren habe, dürfte es richtiger sein, wenn Ihr sagtet, ich wäre Catrionas Freund.«

»Das eine schließt doch das andere nicht aus«, meinte sie.

»Nun, das muß man abwarten, Miss Drummond«, erwiderte ich.

»Was müßt Ihr nur von mir denken, daß ich einem Fremden so mir nichts, dir nichts die Hand gereicht habe?«

»Ich denke mir, daß Ihr eine gute Tochter seid«, antwortete ich darauf schnell.

»Das Geld muß ich Euch aber zurückgeben«, versetzte sie. »Wo seid Ihr abgestiegen?«

»Ehrlich gesagt, ich habe bis jetzt in dieser Nacht noch keine Wohnung, doch wenn Ihr mir angeben wolltet, wo ich Euch finden kann, werde ich mir erlauben, meine Münze bei Euch abzuholen.«

»Wollt Ihr das auch wirklich tun?«

»Darauf könnt Ihr Euch verlassen.«

»James More würde es sonst als eine Kränkung empfinden, und ich könnte Eure Hilfe gar nicht annehmen«, sagte sie. »Ich wohne bei Mistress Ogilvy of Allardyce, meiner Tante und guten Freundin, nahe der Ortschaft, die an der Nordseite des Wassers liegt; sie wird Euch Dank wissen, daß Ihr mir geholfen habt.«

»Sobald es meine Angelegenheiten gestatten, werde ich mich einfinden, Miss Drummond.«

Ich hatte keine Ruhe mehr. Der Gedanke an Alan lag mir schwer auf der Seele, daher verabschiedete ich mich hastig von Catriona.

Verwundert dachte ich im Fortgehen daran, wie überraschend schnell wir doch miteinander bekannt geworden waren. Ein wirklich gesittetes Mädchen, überlegte ich, hätte sich gewiß zurückhaltender benommen. Der Bankbote riß mich aus diesen Gedanken.

»Ich hätte Euch für verständiger gehalten, Sir«, meinte er und schnitt dabei eine Grimasse. »Auf diesem Wege werdet Ihr es nicht weit bringen. Ein Narr wird sein Geld rasch los, und mir scheint, Ihr seid noch ein rechter Grünschnabel und reichlich leichtfertig, Euch mit solch einem Frauenzimmer einzulassen!«

»Wie könnt Ihr es wagen, so von der jungen Dame zu sprechen«, rief ich zornig, »und wenn Ihr ...«

Er ließ mich nicht ausreden.

»Junge Dame!« spottete er. »Gott bewahre uns, das und eine Dame! Laßt Euch gesagt sein, die Stadt wimmelt von solchen Frauenzimmern. Man merkt Euch an, daß Ihr in Edinburgh nicht Bescheid wißt.«

Ich wurde immer zorniger.

»Hört mal«, wies ich ihn zurecht, »haltet Euren losen Mund. Führt mich zu der angegebenen Adresse, und dann trollt Euch.«

Mein Führer verstummte zwar, gehorchte mir aber nur widerwillig. Er pfiff ein Liedchen vor sich hin, das etwa so ging:

»Mally kommt den Weg daher,

ihr Kleidchen fliegt im Wind.

Sie schaut zurück, sie schaut umher,

wer folgt dem schönen Kind?

Wir gehen nach Ost, wir gehn nach West,

und immer sehn wir sie.

Wir gehen nach Ost, wir gehn nach West,

wo bleibt Mally Lee?

1 im 13. Jahrhundert Bündnis spanischer Städte gegen die Übergriffe des Adels; seit 1476 politisch-militärische Organisation, später abfällige Bezeichnung für Polizei überhaupt

II. Der Hochlandadvokat

Der Advokat Charles Stuart wohnte im obersten Stockwerk eines Hauses mit der längsten Treppe, die je ein Maurer gebaut hat; es ging ungezählte Stufen hinauf, und ich war ganz außer Atem, als ich endlich vor seiner Tür stand. Ein Schreiber öffnete und erwiderte auf meine Frage, sein Herr sei anwesend. Ich entlohnte meinen Begleiter und wünschte ihn zum Teufel. Laut aber sagte ich zu ihm: »Packt Euch nach Ost oder nach West!«

Dann nahm ich ihm den Geldbeutel ab und folgte dem Schreiber, der im ersten Raum vor einem mit Gerichtsakten hochbeladenen Schreibtisch seinen Platz hatte. An die Kanzlei schloß sich ein zweites Zimmer an, in dem ein kleiner, lebhaft wirkender Herr saß, der offenbar in ein Aktenstück vertieft war. Bei meinem Eintritt blickte er kaum auf, ja, er ließ sogar den Finger an der Stelle ruhen, die er gerade gelesen hatte, wohl in der Absicht, den lästigen Besucher rasch abzufertigen und dann sogleich zu seiner begonnenen Lektüre zurückzukehren. Ein solches Betragen wollte mir nicht gefallen, noch weniger aber die Tatsache, daß der Schreiber von seinem Platz aus jedes Wort hören konnte, das hier drinnen gesprochen wurde.

Ich fragte den kleinen Herrn, ob er Mr. Charles Stuart sei.

»Der bin ich«, erwiderte er, »und wenn die Gegenfrage erlaubt ist, wer seid Ihr selber?«

»Ihr kennt vermutlich weder meinen Namen, noch habt Ihr je etwas von mir gehört«, versicherte ich, »doch ich werde Euch das Andenken eines Freundes zeigen, eines Mannes, den auch Ihr gut kennen dürftet.« Mit gedämpfter Stimme fuhr ich fort: »Es wird Euch vermutlich gar nicht besonders angenehm sein, etwas von ihm zu hören, und das Geschäft, das ich mit Euch zu bereden hätte, ist übrigens streng vertraulich. Kurz gesagt, es wäre mir lieber, wenn ich Euch unter vier Augen sprechen könnte.«

Er stand wortlos auf, schloß, wie mir schien, ein wenig ärgerlich, die Akte, die er noch immer in der Hand hielt, ging in den Nebenraum, und ich hörte, wie er seinen Schreiber mit irgendeinem Auftrag fortschickte. Sobald sich die Wohnungstür hinter dem Manne geschlossen hatte, kam Charles Stuart zu mir zurück. Etwas freundlicher sagte er: »So, Sir, jetzt sind wir ungestört, nun redet frisch von der Leber weg. Doch ehe Ihr zu sprechen beginnt, laßt Euch sagen, falls meine Ahnung mich nicht trügt, seid Ihr entweder ein Stuart, oder ein Stuart hat Euch zu mir geschickt. Versteht mich recht, es ist ein Name von gutem Klang, aber meines Vaters Sohn hütet sich wohl, ihn ohne Not auszusprechen. Ich gestehe Euch offen, jedesmal, wenn ich ihn höre, erfaßt mich leises Grauen.«

»Dazu liegt jetzt wohl kein Grund vor«, erwiderte ich, David Balfour, David Balfour of Shaws. Was aber den Mann anbelangt, der mich zu Euch geschickt hat, nun, für ihn mag dieses Geschenk sprechen.«

Mit diesen Worten zog ich Alans silbernen Mantelknopf hervor und zeigte ihn dem Advokaten.

»Steckt das Ding schnell wieder in die Tasche, Sir«, rief Charles Stuart. »Ihr braucht keinen Namen zu nennen. Der Knopf gehört einem Teufelskerl. Mich wundert nur, daß ihn der Satan nicht längst geholt hat«, fuhr Charles Stuart mit grimmigem Humor fort.

Der Wahrheit entsprechend sagte ich dem Advokaten, daß mir Alans gegenwärtiger Aufenthalt nicht genau bekannt sei. Er befinde sich in einem, wie er selbst glaube, sicheren Versteck, irgendwo außerhalb der Stadt, und zwar in nördlicher Richtung. Dort wolle er warten, bis sich ein Schiff gefunden habe, ihn nach Frankreich zu bringen. Dann berichtete ich noch, wann und wo Alan zu sprechen sei.

»Ich habe mir schon immer gedacht«, rief Mr. Stuart, »daß ich wegen meiner Familie noch eines Tages an den Galgen kommen werde, und mir will scheinen, der Tag ist nicht mehr fern. Ein Schiff, das ihn nach Frankreich bringen soll ... Das ist leicht gesagt, Sir. Und wer wird für die Kosten aufkommen? Der Mann muß übergeschnappt sein.«

»Für die Bezahlung laßt mich sorgen, Mr. Stuart. Hier in diesem Beutel ist Geld genug«, erwiderte ich, »und wenn mehr gebraucht wird, wendet Euch an die gleiche Quelle.«

»Nun, nach dieser Erklärung muß ich Euch wohl nicht nach Eurer politischen Meinung fragen«, sagte Mr. Stuart.

Ich lächelte.

»Nein, das braucht Ihr nicht«, erwiderte ich, »denn ich bin ein überzeugter Whig-Anhänger.«

»Halt, halt« rief der Advokat, »was soll das heißen? Ein Whig-Anhänger? Wenn es so ist, was wollt Ihr dann hier mit Alans Knopf? Mit was für einer finsteren Sache befaßt Ihr Euch da, Mr. Whig? Hier geht es um einen vogelfreien Rebellen, um einen Mann, der des Mordes verdächtig ist, der steckbrieflich verfolgt wird und auf dessen Kopf eine Belohnung von zweihundert Pfund ausgesetzt wurde. Ihr aber kommt zu mir, bittet mich um meinen Beistand und erzählt mir gleichzeitig, Ihr hieltet es mit der Whigpartei. So ein Whig ist mir bis heute noch nicht vorgekommen, und ich kenne nicht wenige von der Farbe.«

»Gewiß, er ist vogelfrei, er ist ein Rebell, schlimm genug. Das alles gebe ich zu, aber außerdem ist er mein Freund. Ich wünschte freilich, er wäre besser beraten gewesen. Auch wird er zu seinem Unglück des Mordes verdächtigt, aber diese Anschuldigung ist falsch.«

»Das sagt Ihr mir!«

»Andere werden von mir bald das gleiche zu hören bekommen. Alan Breck ist unschuldig. James Stuart ebenfalls.«

»Oh«, sagte der Advokat, »das eine läßt sich von dem anderen nicht trennen; wenn Alan nichts mit dem Mord zu tun hat, gilt das unbedingt auch für James.«

Da der Advokat mich fragend anblickte, erzählte ich ihm so kurz wie möglich von meiner Bekanntschaft mit Alan, von der zufälligen Begegnung im Walde von Lettermore, die mich mit dem Appin-Mord in Verbindung gebracht hatte, und dann von den verschiedenen Etappen unserer Flucht durch Heide und Moor. Zum Schluß berichtete ich, wie es mir glücklich gelungen war, mich in den Besitz der mir widerrechtlich vorenthaltenen Güter sowie meines Vermögens zu setzen. »Und damit, Sir«, schloß ich, »wißt Ihr, wie alles gekommen ist, und könnt Euch nun selber ein Bild machen, wieso ich in die Angelegenheiten Eurer Familie und Eurer Freunde so tief verstrickt wurde. Es wäre besser für uns alle, wenn diese Verbindung weniger umständlich und mit weniger Blutvergießen zustande gekommen wäre. Jetzt werdet Ihr auch begreifen, daß bestimmte Einzelheiten in dieser Sache nicht irgendeinem Advokaten anvertraut werden durften. Und nun bleibt mir nur noch die Frage, ob Ihr bereit wäret, mir behilflich zu sein. Das erste und wichtigste: Alan muß aus dem Lande geschmuggelt und in Sicherheit gebracht werden! Doch das brauche ich wohl nicht eigens zu betonen!«

»Dieser Punkt wird sich schwerlich umgehen lassen«, sagte der Advokat zustimmend.

»Als zweites bitte ich Euch, eine kleine Summe, die ich Cluny Macpherson schulde, an ihn zurückzuzahlen«, fuhr ich fort. »Mir dürfte es schwerfallen, einen Boten dafür aufzutreiben, aber Euch macht so etwas wohl keine Mühe. Ich schulde Cluny zwei Pfund, fünf Schilling, drei halbe Penny und einen Farthing.«

Der Advokat schrieb sich die Summe auf.

»Ach«, rief ich, »und dann ist da noch ein Mr. Henderland, ein wandernder Prediger und Missionar in Argdour. Dem würde ich gern ein wenig Schnupftabak zukommen lassen. Sicherlich steht Ihr mir Euren Freunden im Appin-Gebiet in ständiger Fühlung, und von da bis Argdour ist es ja nicht weit. Vielleicht läßt es sich mit etwas anderem verbinden.«

»Wieviel Schnupftabak soll er bekommen?« fragte der Advokat.

»Nun, ich denke, etwa zwei Pfund«, erwiderte ich.

»Zwei Pfund?« fragte er erstaunt.

Ich lächelte und nickte.

»Dann ist da noch ein junges Mädchen, Alison Hastie« fuhr ich fort, »das mir und Alan einen großen Dienst erwiesen hat. Ohne ihre Hilfe wären wir nicht über den Forth gekommen. Ich habe mir gedacht, man könnte Alison ein hübsches Sonntagskleid besorgen – eines, das ihrem Stand angemessen ist. Diese Sache belastet mein Gewissen, denn – genaugenommen – hat sie uns das Leben gerettet.«

»Ich freue mich, daß Ihr ein dankbares Gemüt habt und ein vernünftiger Rechner seid, Mr. Balfour.« Während der Advokat das sagte, machte er sich wieder eine Notiz.

»Wenn es schon an meinem ersten Glückstag anders wäre, müßte ich mich schämen« erwiderte ich. »Wollt Ihr die Güte haben, diese Auslagen sowie Eure eigenen Gebühren zu berechnen. Ich wüßte gern, ob noch etwas von dem Geld übrigbleibt. Gewiß, ich wäre bereit, für Alans Sicherheit die ganze Summe und noch mehr hinzugeben, auch kann ich jederzeit weitere Beträge abheben, aber nachdem ich heute schon soviel entnommen habe, könnte es auffallen, wenn ich nach so kurzer Zeit bereits mehr verlangte. Und ich muß vorsichtig sein. Stellt Eure Rechnung aber bitte so auf, daß Ihr mit dem Geld auskommt, denn ich möchte es möglichst vermeiden, Euch ein zweites Mal aufzusuchen.«

»Nun, ich freue mich, daß Ihr alles so wohl bedenkt, Mr. Balfour«, sagte der Advokat, »aber haltet Ihr es nicht für unvorsichtig,

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Rezensionen

Was die anderen über Catriona denken

3.8
37 Bewertungen / 47 Rezensionen
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Leser-Rezensionen

  • (4/5)
    No, this isn't as good at Kidnapped. I fully admit to being a sap in saying that I enjoyed it, for it isn't the high-flying adventure story that the first book is - at all. No, here we have Davie in loooooooove. I do think though that this book is still best for the connections it has to Kidnapped - whether it be David doing right by the people who helped him before, or the rare and wonderful appearances of Alan Breck. And yet, even in this somewhat strained circumstances, I still liked him - and her, as well.
  • (3/5)
    I must say that, for once, I found a book a bit difficult to follow. He has written the book very well. No doubt about this. There is lots of local flavour when it comes to the language. However, I did not follow the plot as well as I usually do, and was a bit happy when the book finally ended!
  • (4/5)
    St. Barts 2017 #7 - Famous Stevenson tale that i have heard about my entire life, and is usually the case, i cannot believe i have not ever read. So off on my vacation it came, and i read it at the same time as a friend. I certainly enjoyed the adventure, but the Scottish dialect language, even with the Stevenson-installed footnotes, and the very confusing political climate at the time of this story left me spinning more than i wanted. Scottish clan battles and English Kings obviously dominated daily lives at the time of this story, and having absolutely zero knowledge of the players and the motives, it was just a lot of distracting clutter to me. Our hero David Balfour does struggle mightily with many things not going his way, and tells this story with a certain charm and self-deprecating style that saves this for me. Lots of swashbuckling sea-faring excitement, some time spent on an island, & a healthy dose of eclectic characters challenge David as he struggles to survive his ordeal. I always thought of this as a children's book, but i think i was either wrong, or I am just way in over my head. Very glad that it is now on the pile of books i have read!
  • (4/5)
    A young man is dispossessed by his 'evil' uncle and has many challenges on his way back to reclaiming his inheritance. Despite the unrealistic story line the hardships of young David Balfour are portrayed realistically.
  • (3/5)
    I found it simplistic and believe it's description as a boy's adventure novel fitting. It gives some good lessons for "coming of age" young people. I liked the Scottish dialogue, learning a bit of history and the description of the countryside to be an enjoyable part of the book.
  • (4/5)
    It's always fun to revisit childhood favorites. Robert Louis Stevenson's classic adventure story Kidnapped held two distinct memories for me?David's terrible climb in the dark up the stairs (which somehow seemed much longer and more tortuous to my younger self), and the hideout on the top of the rock, right above the heads of a whole troop of soldiers (so clever!). To get a start in life, recently orphaned David Balfour must make his way to his uncle Ebenezer, but miserly Ebenezer Balfour has a secret to guard. He arranges for David to be kidnapped aboard the Covenant, where the young man has little hope of rescue until a rich stranger is picked up from a shipwreck. Overhearing the captain's plans to ambush and rob Alan Breck, David assists the little Highlander in defending the ship's cabin and winning free. Then follows a wild adventure through the heather, as David must flee or be caught up in a Highland feud. And behind it all is the mystery of why Uncle Ebenezer would go to such lengths to rid himself of an unwelcome nephew.Stevenson's gift for writing believable characters never shows to better advantage than in his depiction of Alan Breck. Despite his diminutive stature, Alan towers large in both vanity and open-hearted friendship. Generous and brave but possessing a quick temper and a weakness for gambling, Alan becomes David's constant companion and guide through the physically and politically treacherous Highlands. I appreciated the realism of their friendship, quarrels and all. It was fascinating to read this directly after finishing Rob Roy, which was apparently Stevenson's favorite of Sir Walter Scott's historical novels. I can see the influence. Stevenson dials the Scots back a bit (thank heavens) but still manages to give his dialogue a little Highland flavor. It was also interesting to note the passing mention of the estate Rest-and-Be-Thankful, which is the setting of Elizabeth Marie Pope's novel The Sherwood Ring. Actually, reading Kidnapped and Rob Roy so close together gave me several insights on Pope's story, which takes elements of both novels (notably the villainous uncle and the Robin Hood-like outlaw characters) and reworks them into a fully satisfying tale in its own right. Young readers can't do much better than to read Stevenson, and I look forward to reading his novels to my son when he's old enough. Recommended!
  • (4/5)
    A young man is dispossessed by his 'evil' uncle and has many challenges on his way back to reclaiming his inheritance. Despite the unrealistic story line the hardships of young David Balfour are portrayed realistically.
  • (4/5)
    Coming late to this adventure, I enjoyed reading it, even with the use of the Scots language (the free Kindle version has frequent footnotes translating the more unguessable words). The story is set in the year 1751, five years after the battle of Culloden which finally ended the Jacobite uprisings. Scotland is a divided nation and the old clan system is under threat. Highlanders are forbidden to carry arms and wearing the tartan is proscribed. The divisions between the clans are deep, particularly between those that have accepted Hanoverian rule and the Jacobite sympathisers.The book's hero, David Balfour, is a Lowland Scot. His parents both dead, he sets out to find his extended family. The book starts and ends with his search for his rightful inheritance but the bulk of the book is the story of an epic journey, first in an ill-fated brig around Scotland and then across the country on foot as a fugitive with a colourful Jacobite companion, Alan Breck Stewart. Stevenson takes a true event, the Appin murder, as the start of this. Colin Roy Campbell, the King's factor in the Western Highlands was shot and killed by an unknown sniper. Alan Stewart (an historical character) was blamed by many, probably wrongly, but never apprehended. In a major miscarriage of justice, James Stewart, a clan chief, was hanged as an aider and abetter. Kidnapped has David Balfour joining up with a fictionalised Alan Stewart and sharing his flight to safety.The first part of the book with the kidnap and the time at sea is exciting although, to be honest, the flight across the heather in the second part is fairly uneventful, focussing more on the variable relationship between David and Alan than any derring-do. The descriptions of the changing Highland weather and landscape are worth reading for the sense of atmosphere.This was regarded, like Treasure Island, as the equivalent of a YA book in my youth and it is interesting to read in Stevenson's dedication that he doesn't necessarily expect the dedicatee to enjoy it but he thinks his son might. I am glad I caught up with it.
  • (4/5)
    It's always fun to revisit childhood favorites. Robert Louis Stevenson's classic adventure story Kidnapped held two distinct memories for me—David's terrible climb in the dark up the stairs (which somehow seemed much longer and more tortuous to my younger self), and the hideout on the top of the rock, right above the heads of a whole troop of soldiers (so clever!). To get a start in life, recently orphaned David Balfour must make his way to his uncle Ebenezer, but miserly Ebenezer Balfour has a secret to guard. He arranges for David to be kidnapped aboard the Covenant, where the young man has little hope of rescue until a rich stranger is picked up from a shipwreck. Overhearing the captain's plans to ambush and rob Alan Breck, David assists the little Highlander in defending the ship's cabin and winning free. Then follows a wild adventure through the heather, as David must flee or be caught up in a Highland feud. And behind it all is the mystery of why Uncle Ebenezer would go to such lengths to rid himself of an unwelcome nephew.Stevenson's gift for writing believable characters never shows to better advantage than in his depiction of Alan Breck. Despite his diminutive stature, Alan towers large in both vanity and open-hearted friendship. Generous and brave but possessing a quick temper and a weakness for gambling, Alan becomes David's constant companion and guide through the physically and politically treacherous Highlands. I appreciated the realism of their friendship, quarrels and all. It was fascinating to read this directly after finishing Rob Roy, which was apparently Stevenson's favorite of Sir Walter Scott's historical novels. I can see the influence. Stevenson dials the Scots back a bit (thank heavens) but still manages to give his dialogue a little Highland flavor. It was also interesting to note the passing mention of the estate Rest-and-Be-Thankful, which is the setting of Elizabeth Marie Pope's novel The Sherwood Ring. Actually, reading Kidnapped and Rob Roy so close together gave me several insights on Pope's story, which takes elements of both novels (notably the villainous uncle and the Robin Hood-like outlaw characters) and reworks them into a fully satisfying tale in its own right. Young readers can't do much better than to read Stevenson, and I look forward to reading his novels to my son when he's old enough. Recommended!
  • (3/5)
    Well, even though this is supposed to be a kids' book, it was pretty engaging even for this Mom. I loved the fact that in my 1948 edition anyway, that even though the author sometimes writes in dialect, he takes the time to do footnotes of unfamiliar Scottish words that he uses in his writing. Most of it is fairly easy to figure out, but I appreciated it.The story itself is of a young man of 17 who's father passes away & leaves him an orphan, since the mother passed years before. David gets instructions from Mr. Campbell, his father's laird, to go seek his uncle Ebenezer, since he is the last of the Balfour family. Uncle Ebenezer, like the other famous character by that name, is not a nice guy. He arranges to have his nephew shanghai'd by a boat crew, to be sold as a white slave in the Carolinas. Well, all manner of mishaps occur, & the boat never makes it because it's wrecked off the coast. David makes his way across Scotland with Alan, who's a bit of a bad guy himself, but, he takes care of David, & that's how that odd friendship develops. Eventually, David makes his way back...I won't give away the ending, you'll just have to read it for yourself
  • (3/5)
    Written for teens. Has much more character development than Treasure Island and covers quite a bit of Jacobite history. Good stuff.Read in Samoa June 2004
  • (4/5)
    Two hundred page buildup for a four page payoff. Reminds me of a much shorter "Count of Monte Cristo". All setup for revenge. But with both writers, what a sweet payoff as we see Balfour's uncle get his due. Fantastic. I can read it fairly easily, but the dialect is beyond children now.
  • (4/5)
    A great story with a good narrative drive involving the betrayal and kidnapping of the central character, David Balfour, his flight across the Scottish landscape and his eventual rescue and restoration to his fortune. There are a number of other colourful and intriguing characters especially David's uncle Ebenezer (similar to his Dickensian namesake) and Alan Breck Stewart. Good stuff, though there are an awful lot of Scots words not recognised in the OED and only a few of which are explained in footnotes in the Delphi Collected Works edition.
  • (2/5)
    The overall story for this book was good, but the strong Scottish dialect made it difficult to follow. Once I gave up on trying to figure out exactly what was going on, the book was more enjoyable.
  • (3/5)
    Forty plus years after reading "Treasure Island", I have finally completed my second book by Robert Louis Stevenson, "Kidnapped".Protagonist David Balfour is the heir to his uncle's estate, but his uncle doesn't want to share, so he arranges for his nephew to be taken to the Carolinas as a slave. Sometimes plans just don't follow through as we'd like, and David finds himself on the run, trying to survive long enough to get home and enact revenge.Good story, should be interesting and/or readable for youth and up.Note: I gave this book three stars: the story moved along nicely, although the Scottish words used throughout the text had me skipping to the glossary in the back of the book, a lot.
  • (3/5)
    Swashbuckling adventure set in Scotland, the author of Treasure Island revels in this wild story. It didn't really come alive for me until the shipwreck. Even then, it's not one that sucked me in with every page. An entertaining adventure story. I can see loving this one if I read it when I was young, but as an adult it didn't hold my attention as much.It fell into the same category as The Swiss Family Robinson, Treasure Island, A Journey to the Center of the Earth, all excellent stories. But I think I would've loved them more if I had read them when I was younger."To be feared of a thing and yet do it is what makes the prettiest kind of a man."
  • (5/5)
    This story grabs the reader's attention through an action packed adventure around Scotland. We follow David Balfour through his travels to find who he is and claim his true inheritance. This story would be suitable for readers in grades 6 and up.
  • (3/5)
    A surprisingly well done sequel/continuation of a very famous story. I never knew it existed until I saw it at the Huntington gift shop. Having just finish Kidnapped, I figured I'd give it a shot and was pleasantly surprised. Well worth a read.
  • (3/5)
    KidnappedBy Robert Louis StevensonNarrated by Kieron Elliott? 2015, Recorded Books9 hrs and 7 minsCLASSIC / ADVENTURESet in the seventeenth century, newly orphaned seventeen-year old David Balfour, discovers that he is of the wealthy House of Shaws and heads to Edinburgh to meet his relatives. Once in the city, however, he finds that his only extant relative is a squirrelly uncle who is clearly a threat to David?s own life. After a particularly close brush with death, David is tricked onboard a ship and whisked away on to a life of hardship and adventure including ship battles, ship wreck, mutiny, and running with outlaws. The story is everything you would want and expect for a tale of swashbuckling heroism, clever ruses, and breath taking scenes of danger! The only thing missing is a damsel in distress; but as a ?boy?s tale? the lack of a romance isn?t surprising.Kieron Elliot is a ?Scottish actor, host, voice over artist and comedian? who narrated this classic tale, slowly and carefully; and with a full-on Scottish brogue. There is the temptation to speed up the recording; but the special (nautical), archaic, and idiomatic language of the novel demands a more considered approach, especially to American listeners? ears. However, as much of a sucker for a Scottish accent that you may be [Ahem, me], his deliberate pace and lack of narrative flow mark him as a novice audiobook narrator. Indeed, it appears that he has only narrated one other audiobook, a romance for Harper Audio under the name Kieran Elliott, 'To Marry A Scottish Laird' (by Lyndsey Sands). Still, I would have liked to have heard more from this narrator. There is the sense that once he ?gets? narration as an admixture of voice over and performance, he would be a top tier narrator.OTHER: I received a CD Library edition of Kidnapped (by Robert Louis Stevenson; narrated by Kieron Elliott) from Recorded Books in exchange for review. I receive no monies, goods (beyond the audiobook) or services in exchange for reviewing the product and/or mentioning any of the persons or companies that are or may be implied in this post.
  • (3/5)
    thoughts and comments to come
  • (4/5)
    The immediate sequel to Kidnapped. This is not an adventure or travel tale, but a tale of politics, love, propriety, and misunderstanding. David must think through his position constantly, and ultimately accomplishes very little, though he works at it very hard. James Mor MacGregor-Drummond is so exasperating as to be quite entertaining. David has a very refreshing hard-headedness or cold-bloodedness when those whom he has truly disliked die, but his affection for his friends is unaffected and very strong.
  • (4/5)
    Book Description Spirited, romantic, and full of danger, Kidnapped is Robert Louis Stevenson's classic of high adventure. Beloved by generations, it is the saga of David Balfour, a young heir whose greedy uncle connives to do him out of his inherited fortune and plots to have him seized and sold into slavery. But honor, loyalty, and courage are rewarded; the orphan and castaway survives kidnapping and shipwreck, is rescued by a daredevil of a rogue, and makes a thrilling escape to freedom.

    My Review I love Robert Louis Stevenson's writing and Kidnapped, I believe, is his best book. He gives us the character of David Balfour who you can't help but wish that things would go his way and he would come into his inheritance. It is set in the 18th century Scottish highlands and I would recommend this book to anyone who loves historical fiction.
  • (5/5)
    This book is appropriate for the upper elementary school grade levels. It is an exciting book of a boy who is kidnapped onto a pirate ship. It is a classic that children will enjoy reading for years to come.
  • (5/5)
    This adventurous story follows a seventeen year old boy who is told to find his long lost uncle after his parents die. His travels take a dangerous turn and he ends up being in way more than he had bargained for. If you are looking for an adventure that is steeped in Scottish history and culture, this book is for you. Appropriate for ages 5th grade and up.
  • (4/5)
    At first sight, this work seems disquietingly similar to Stevenson's better known Treasure Island: around the middle of the 18th Century (not Stevenson's own 19th Century), an impoverished, inexperienced, but self-respecting teenage hero is set to sea by circumstance. Here he faces a crew of thugs whom, supported by strong role-models, he valiantly defeats. Then follows a long voyage of wandering & discovery until at last he comes to spiritual & material independence under the wise & watchful eye of his mentors, portrayed as very pillars of a romanticized British Empire.But there the similarity does stop. Kidnapped is exclusively about 18th Century Scotland & its entirely unforgettable inhabitants. Its sea voyage is a circumnavigation of Scotland, no more, no less. The perilous return to the home town takes place across hills & heather. Finally & most important, every character in the novel is as Scottish as its teenage hero - or as Stevenson was himself.You might say that Kidnapped offers all the assets of Treasure Island, plus one: the tense but warm atmosphere of an independence-loving nation during the waning years of its armed rebellion against the English. Stevenson, in loving mastery of his subject yet never as uncritical as he seems, ignores neither politics, intrigues, & clan quarrels, nor the (predictable) homage to bagpipe & tartans. The book is therefore flavoursome in a manner that even Treasure Island, for all its power, never attains. The historical & cultural depth here is simply greater - & the book perhaps as entertaining.
  • (4/5)
    When 16-year-old David Balfour meets his estranged uncle for the first time, he is shocked by the man's cruelty. Soon, Balfour has been kidnapped and he must rescue himself and travel back to the town of his uncle to claim his inheritance. This is an exciting little book...not quite up to scratch with Treasure Island, but still has quite an adventure. It would probably be a fun book for teenagers to read, if they like classics (or if you want to thrust classics upon them).
  • (4/5)
    Previously I have ranked Robert Louis Stevenson among my favorite authors simply on the basis of Treasure Island, Dr. Jekyll and Mr. Hyde, and selections from A Child?s Garden of Verses. Now I?m pleased to add Kidnapped to that list.In my review of Treasure Island, I called Stevenson a master of atmosphere, and that?s true here as well. He has a most miraculous ability to make me feel like I?ve stepped into a new world and am experiencing it for the first time, side by side with our hero, David Balfour: On the forenoon of the second day, coming to the top of a hill, I saw all the country fall away before me down to the sea; and in the midst of this descent, on a long ridge, the city of Edinburgh smoking like a kiln. There was a flag upon the castle, and ships moving or lying anchored in the firth; both of which, for as far away as they were, I could distinguish clearly; and both brought my country heart into my mouth.But while every page of Treasure Island seems to be bathed in salty air, and Dr. Jekyll and Mr. Hyde in grimy fog, in Kidnapped the atmosphere varies from setting to setting, from scene to scene. There?s a Gothic air pervading the encounters with Uncle Ebenezer (truly one of the lowest and most despicable of Stevenson?s characters, and not at all similar to his usual Devil-as-Gentleman villain), followed by a nautical section that invokes all of the danger and little of the lightness of Treasure Island. The majority of the tale, however, centers on the romance and mystique of the highlands.The character who best embodies Stevenson?s idea of highland honor is Alan Breck Stewart; all the complexity that Stevenson spared in creating Uncle Ebenezer he seems to have kept in reserve for the portrait of this adventurous outlaw, who was a real historical personage. Stevenson?s Alan is alternately heroic and petty, friendly and shortsighted. At times he almost seems younger than his juvenile companion, although he?s never less than sympathetic.By my calculations, David himself ought to be roughly the same age as Jim in Treasure Island, but David is the more complicated character, and thus Kidnapped reads as an ?older? story. Unfortunately, it?s also more episodic than Treasure Island, with a weaker plot and an open ending. Still, I enjoyed it, and look forward to reading more Stevenson?including the sequel, Catriona!
  • (2/5)
    It took 2 weeks of struggle and 3 formats to get through this book. I found it a slog, whereas I enjoyed "Dr. Jekyl and Mr. Hyde." I liked the e-reader format because of the built-in dictionary (though quite a few of the words are not in a modern e-dictionary), but ultimately I had to finish it on audiobook. I am interested in the author's use of the name Ebanezer for a Scrooge-like character.
  • (4/5)
    A 1001 CBYMRBYGU.Young David Balfour discovers after his father?s death that his family has unexpected wealth and power. David ventures off to meet up with his father?s only brother and finds a man who deceives him and sells him off into slavery, sending David off on a ship bound for America. On the ship, David meets lots more bad guys and there is a lot of shooting and fighting. He falls overboard, survives to live for a while on an isolated island, and then gets thrown into a Scottish struggle for power, with more shooting and scavenging. I loved the action in this book. With books like these available, you can see why so many boys read books a hundred years ago. I also loved all the new-to-me words in this book. I could write a whole post on all the new words I discovered while reading this book. Ay, faith, I ken Scotland be a braw place, no sae bad as ye would think, in this bonny tale of a man and a halfling boy, who werenae feared of being laid by the heels, hoot-toot, hoot-toot.
  • (3/5)
    If you looking for a glimpse into Scottish Highlander hijinks - and don't mind wading through text that's heavy with brogue - then you'll enjoy this classic by Stevenson.