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Aktien und Rohstoffe erfolgreich traden: So nutzen Sie das Wissen der Insider!

Aktien und Rohstoffe erfolgreich traden: So nutzen Sie das Wissen der Insider!

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Aktien und Rohstoffe erfolgreich traden: So nutzen Sie das Wissen der Insider!

Bewertungen:
4/5 (4 Bewertungen)
Länge:
388 Seiten
4 Stunden
Herausgeber:
Freigegeben:
Mar 15, 2011
ISBN:
9783942888400
Format:
Buch

Beschreibung

Larry Williams ist Börsianern auf der ganzen Welt ein Begriff. In diesem Buch setzt er sich auf die Spur des "großen Geldes", der sogenannten "Commercials". Sie zeichnen sich durch zwei Faktoren aus - durch sehr viel Kapital und vor allem sehr viel Wissen über den Markt, an dem sie aktiv sind. In den meisten Fällen sind es Großunternehmen, die ihre Produktion durch gezielte Vorwärtsverkäufe absichern oder sich durch gezielte Käufe auf Termin den aktuellen Preis ihrer Rohmaterialien sichern. Einmal pro Woche müssen Marktteilnehmer, deren Ordergrößen bestimmte Limits überschreiten, ihre Aktivitäten der Commodity Futures Trading Commission mitteilen. Diese erstellt daraus den "Commitment of Traders"-Report (COT-Report), der für jedermann zugänglich ist. In seinem Buch zeigt Larry Williams den Lesern, wie sie mithilfe dieser Informationen die Aktivitäten der "Commercials" erkennen und in gewinnbringende Anlageentscheidungen umsetzen können. Nicht nur für Rohstoff-Fans ist dieses Buch Pflichtlektüre.
Herausgeber:
Freigegeben:
Mar 15, 2011
ISBN:
9783942888400
Format:
Buch

Über den Autor


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Buchvorschau

Aktien und Rohstoffe erfolgreich traden - Larry Williams

http://www.ireallytrade.com/commoditytiming.htm

KAPITEL 1

Lernen Sie Ihre neuen I nvestmentpartner und Anlageberater kennen

¹Commercials gibt‘s nicht nur im Fernsehen.

Der einzige Sinn und Zweck dieses Buches ist es, Sie auf eine Linie mit den erfolgreichen milliardenschweren Händlern und Pools zu bringen, die an den Märkten agieren. Sie werden dabei nicht nur zu Ihren Mentoren, sondern zu noch mehr; sie werden zu Ihren Investmentpartnern, denn auf ihre Weise verraten sie Ihnen jede Woche, wie sie ihr Geld platziert haben. Ich werde Ihnen erklären, wer diese Menschen sind und Ihnen mehrere Methoden beibringen, wie Sie ihnen nachfolgen und Ihr Verständnis für die Funktionsweise der Märkte verbessern können.

Die meisten Marktbeobachter befassen sich mit Charts, aber Sie befassen sich mit den konkreten Umständen, die die Preisveränderungen verursachen: mit den umfangreichen Käufen und Verkäufen sowie mit dem Angebots-/Nachfragedruck, den man jede Woche beobachten kann, wenn die erfolgreichen milliardenschweren Trader und Pools den Markt betreten. Da diese Menschen unsere Partner sind, sollten wir sie erst einmal kennen lernen. Wir wollen so viel wie möglich über diese Gruppe von Händlern herausfinden, die derart geachtet – und gefürchtet – ist, dass sie sich beim amerikanischen Staat registrieren lassen und ihm alle Schritte offenbaren müssen, die sie am Markt unternehmen. Das ist ungefähr so, als ob ein Karatekämpfer seine kampferprobten Hände bei der örtlichen Polizeidienststelle anmelden müsste.

Mit dem Staat ist in diesem Fall die Commodity Futures Trading Commission (CFTC) gemeint. Hier ein paar Informationen darüber, wer das ist und was sie tun soll: Aufgabe der CFTC ist der Schutz der Marktteilnehmer und der Öffentlichkeit vor Betrug, Manipulation und Missbrauch im Zusammenhang mit Rohstoff- und Finanzfutures sowie mit Optionen; sie soll dafür sorgen, dass die Futures-und Optionsmärkte offen und finanziell gesund bleiben und sie soll das freie Spiel des Wettbewerbs fördern. Futures-Kontrakte auf landwirtschaftliche Güter werden in den Vereinigten Staaten seit über 150 Jahren gehandelt, und seit den 1920er-Jahren sind sie durch Bundesgesetze reguliert. In den letzten Jahren wurde der Handel mit Futures-Kontrakten schnell über die traditionellen physischen und landwirtschaftlichen Rohstoffe hinaus auf ein enormes Sortiment von Finanzinstrumenten ausgeweitet, unter anderem auf ausländische Devisen, US-amerikanische und ausländische Staatsanleihen sowie amerikanische und ausländische Aktienindizes.

Auftrag und Verantwortlichkeiten

Der Kongress schuf die CFTC im Jahre 1974 als unabhängige Behörde mit dem Auftrag, die Rohstoff- und Optionsmärkte in den Vereinigten Staaten zu regulieren. Seither wurden die Aufgaben dieser Behörde mehrmals erneuert und erweitert, zum letzten Mal durch den Commodity Futures Modernization Act (CFMA) im Jahre 2000. Heute sichert die CFTC den ökonomischen Nutzen der Futures-Märkte, indem sie Wettbewerb und Effizienz fördert; sie sichert die Integrität; sie schützt die Marktteilnehmer vor Manipulationen, missbräuchlichen Handelspraktiken und Betrug; und sie überwacht die finanzielle Integrität des Clearing-Verfahrens. Durch wirksame Aufsicht macht es die CFTC möglich, dass die Futures-Märkte zwei wichtige Funktionen erfüllen, nämlich die Preisbildung und die Verminderung des Preisrisikos.

Die Organisation der CFTC

Die CFTC besteht aus fünf Kommissaren, die vom US-Präsidenten für gestaffelte fünfjährige Amtszeiten ernannt werden. Der Präsident bestimmt mit Zustimmung des Senats einen der Kommissare zum Vorsitzenden. Es dürfen maximal drei Kommissare gleichzeitig der gleichen politischen Partei angehören.

Der Mitarbeiterstab des Vorsitzenden ist unmittelbar dafür verantwortlich, die Öffentlichkeit über die Kommission zu informieren, für die Zusammenarbeit mit anderen Behörden und dem Kongress sowie für die Erstellung und Verteilung von Dokumenten. Der Mitarbeiterstab des Vorsitzenden ist außerdem für die Reaktion der CFTC auf Anfragen im Rahmen des Freedom of Information Act zuständig. Der Mitarbeiterstab des Vorsitzenden umfasst das Office of the Inspector General, das für die Überprüfung der CFTC-Programme und-Maßnahmen zuständig ist sowie das Office of International Affairs, das Zentrum der Bemühungen um die weltweite Koordination der Regulierungsvorschriften.

Des Weiteren ist der Mitarbeiterstab des Vorsitzenden für den Kontakt zur Öffentlichkeit, zum Kongress und zu den Medien verantwortlich. Das Office of External Affairs (OEA) ist die Verbindung der CFTC zu den in- und ausländischen Nachrichtenmedien, zu Hersteller- und Marktteilnehmerverbänden, zu Verbänden und Institutionen aus dem Bildungsbereich sowie zu der allgemeinen Öffentlichkeit. Das OEA stellt jederzeit aktuelle Informationen über den Regulierungsauftrag der Kommission, über die ökonomische Rolle der Futures-Märkte, über neue Marktinstrumente, über Regulierungsvorschriften, über die Umsetzung von Vorschriften, über Initiativen zum Schutz der Kunden, über Klagen und Probleme bereit. Das OEA bietet darüber hinaus Medienvertretern und der gesamten Öffentlichkeit Unterstützung, was die Internetseite der CFTC betrifft (www.cftc.gov). Zur besseren Überwachung der Märkte und der Marktteilnehmer unterhält die CFTC neben der Zentrale in Washington auch Zweigstellen in Städten, die Futures-Börsen beherbergen – New York, Chicago, Kansas City und Minneapolis.

Die Händler sind gesetzlich verpflichtet, ihre Aktivitäten anzumelden und regelmäßig darüber zu berichten. Die CFTC ist gesetzlich verpflichtet, Berichte herauszugeben, aus denen Sie erfahren, was Ihre baldigen Partner – die „Hedger – tun. Diese sind unter anderem dadurch gekennzeichnet, dass sie die Märkte nicht nur für Spekulationszwecke benutzen, sondern auch aus kommerziellen Gründen am Markt agieren. Das sind die wirklich großen Marktteilnehmer. Während Sie und ich und eine Gruppe von Tradern, die als „große Händler bezeichnet werden, nur eine bestimmte Menge eines Rohstoffs kaufen können, sind den Hedgern beziehungsweise Commercials (unseren Partnern) keine Grenzen gesetzt, wie viel sie kaufen oder verkaufen dürfen.

Das bedeutet, dass die Commercials Millionen Pfund, Bushel [35,24 Liter Getreide] oder Kontrakte eines Rohstoffs kaufen können, wenn sich die Gelegenheit bietet. Sie verfügen über das größte Kapital. Sie haben neben den dicksten Brieftaschen ein ureigenes Interesse an diesen Märkten: Sie verwenden oder erzeugen das betreffende Produkt. Es ist ihr Metier, zu kaufen und zu verkaufen. Sie kennen die Märkte besser als die Außenstehenden, besser als Sie und ich.

Hier ein Vergleich: Ich bin nicht gerade ein Autonarr und kenne mich in technischen Dingen nicht besonders gut aus. Wenn ich ein neues Auto kaufen will, kann ich mich durch Lesen informieren, dann kann ich mit einem Verkäufer sprechen und vielleicht eine Probefahrt machen (am Markt gibt es leider keine Probefahrten) – dann kann ich eine relativ gut informierte Entscheidung treffen.

Wenn ich aber zufällig Roy Stanley persönlich kenne, den Chef des örtlichen Chevy-Autohauses, kann ich es kurz machen und ihn ganz einfach fragen, was für mich am besten geeignet ist. Es ist sein Beruf, sich mit Autos auszukennen, sie zu kaufen und zu verkaufen. Er ist in der Welt der Autos ein Insider, und deshalb ist mir sein Rat heilig.

Die Mittel der Commercials scheinen unbegrenzt zu sein. Bill Meehan (siehe Einführung) erzählte mir, sie seien normalerweise für 60 Prozent des Marktvolumens verantwortlich; darum lohnt es sich, ihr Urteil zu respektieren, ihre Weisheit zu begehren und auf ihr Tun zu achten. Für sie sind die Märkte keine Spekulation, sondern ein Geschäft.

Die Quintessenz der Commercials besteht in der Tatsache, dass sie versuchen, ihre Verluste gering zu halten – im Gegensatz zu uns Spekulanten, die wir versuchen, Gewinne zu erzielen. Ich will Ihnen das erklären: Ein Commercial hat einen Vorrat des Produkts oder benötigt das Produkt. Seine Handelsaktivität dreht sich um das Produkt – um die Notwendigkeit, es zu kaufen oder zu verkaufen. Wenn beispielsweise ein Commercial im Zuckerbereich weiß, dass sein Unternehmen im kommenden Monat eine Million Pfund Zucker braucht und wenn er glaubt, dass der Preis steigen wird, dann ist er buchstäblich gezwungen zuzuschlagen und hier und heute zu kaufen. Im Gegenzug wird er auch dann eine gewisse Menge Zucker kaufen, wenn er meint, der Zuckerpreis würde bald sinken – denn er braucht ihn für die Herstellung von Zuckerwatte oder was auch immer. In diesem Fall wird er allerdings nicht so massiv kaufen, und das können wir aus dem wöchentlichen Bericht der CFTC herauslesen.

Das ist der Grund für das ungewöhnliche Verhalten, das viele Beobachter der Commercials so irritiert. Wenn die Preise über längere Zeit sinken, kaufen sie während des gesamten Niedergangs. Auf den ersten Blick könnte man sie daher für dumm halten, weil sie auch zu hohen Preisen gekauft haben. „Dumm wie ein Fuchs", würde ich sagen. Je preiswerter unser Freund seinen Zucker kaufen kann, desto mehr Gewinn erzielt er mit der Zuckerwatte, denn die Grundkosten des Produktes sinken dank der sinkenden Zuckerkosten. Was ich damit sagen will: Die Commercials sind anders als Sie und ich. Sie kaufen das Produkt, um es zu verwenden, um sich gegen abrupte Preisänderungen zu schützen und um als Hersteller des Produkts Gewinn zu machen. Sie und ich, lieber Leser, haben eine andere Funktion: Unsere Aufgabe ist es, niedrig zu kaufen und hoch zu verkaufen. Wir verdienen mit den Preisausschlägen des Marktes Geld, wohingegen unsere kommerziellen Mentoren die Märkte einsetzen, um in ihrem eigentlichen Geschäft Gewinn zu machen.

Bei unserem Spiel können wir uns auf diese Menschen todsicher verlassen. Wenn sie sich ungewöhnlich bullish oder bearish verhalten, dann steht der Markt höchstwahrscheinlich vor einer größeren Bewegung, die häufig ein Gewinnpotenzial von Millionen Dollar bietet. Ich weiß das – genau das habe ich nämlich den Commercials gleichgetan, genauso wie es uns Bill Meehan gezeigt hat.

Sie und ich haben gegenüber den Commercials einen großen Vorteil. Sie müssen jeden Tag Transaktionen durchführen. Für sie ist das ein ständiges Geschäft. Tagaus tagein müssen sie ihr Bestes geben, um ihre Positionen zu schützen. Für uns gilt das aber nicht! Wir können nach Belieben kommen und gehen. Wir können uns den Luxus leisten, mit großer Geduld auf den perfekten Zeitpunkt zu warten, nämlich auf einen Zeitpunkt, zu dem die Commercials einstimmig auf eine Seite neigen und im Vorgriff auf eine größere Marktbewegung zu massiven Käufern oder Verkäufern werden.

Lassen Sie mich noch eines hinzufügen: Wir leben in einer unvollkommenen Welt. Manchmal liegen die Commercials falsch oder scheinen zumindest kurzfristig auf der falschen Seite des Marktes zu stehen. Ich bin sicher, dass sie sich nicht absichtlich irren. Aber die Zukunft ist eine vage Sache und sehr sehr schwer korrekt vorauszusehen. Wenn sie immer Recht hätten, wären wir alle im Nu Millionäre. Würde das denn Spaß machen?

Da die Commercials zumindest vorübergehend falsch liegen können, brauchen wir Werkzeuge und Taktiken, mit denen wir unsere schwer verdienten Spekulationsdollars davor bewahren, dass sie uns wieder genommen werden. In den späteren Kapiteln gehe ich auf mehrere Methoden ein, mit denen ich sicherstelle, dass mich meine Einstiegs- und Ausstiegspunkte sowie meine Geldverwaltung vor dem Ruin bewahren.

In der Welt der Spekulation gibt es keine Gewissheit; manchmal kaufen die Commercials ein bisschen zu früh, aber dank ihrer dicken Brieftaschen juckt sie das nicht. Die meisten von uns haben jedoch eine dünnere oder gar keine Brieftasche. Deshalb brauchen wir präzisere Einstiegsniveaus und absolute Kontrolle über unsere Verluste.

Wir können jede Woche drei hauptsächliche Trading-Kategorien beobachten: die Hedger oder Commercials, die großen Händler (Großspekulanten) und die kleinen Händler (Kleinspekulanten). Alle drei Gruppen blicken auf den gleichen Markt, verhalten sich aber unterschiedlich, weil der Markt für jede einen anderen Zweck erfüllt.

Manche Trader sind Spekulanten, manche sind Hedger. Spekulanten rechnen mit steigenden Preisen, wenn sie einen Kontrakt kaufen, und mit sinkenden Preisen, wenn sie einen Kontrakt verkaufen. Spekulanten wollen niedrig kaufen und hoch verkaufen, weil ihnen die Differenz Gewinn bringt. Große Hedger-Verbraucher wollen preiswert kaufen, während Hedger-Erzeuger teuer verkaufen wollen. Hedger wollen einen Preis festschreiben, zu dem sie den Rohstoff, die Währung oder das Wertpapier bekommen oder loswerden, mit dem sie handeln.

Stellen Sie sich einmal vor, Sie wären Farmer und würden Weizen anbauen. Sie schätzen, dass Sie etwa 50.000 Bushel Weizen produzieren und dass es Sie etwa 3,25 Dollar kostet, ein Bushel Weizen zu ziehen und ihn zum Verkauf in ein Getreidelager zu bringen. Eines schönen Tages schlagen Sie die Lokalzeitung auf und lesen, dass Weizen, der im Dezember geliefert wird, für 4,10 US-Dollar gehandelt wird. Jetzt ist es Mai, und Ihr Weizen ist gesät. Das bedeutet, dass Sie 85 Cent pro Bushel verdienen können, wenn Sie die Menge, die Sie im Dezember liefern können, jetzt am Markt verkaufen. Ihr Gewinn würde sich auf 42.500 Dollar belaufen (0,85 Dollar mal 50.000 Bushel), aber dabei gibt es gewisse Probleme.

Zunächst einmal, was passiert, wenn aus Ihrer Ernte nichts wird? Vielleicht kommt eine Trockenheit, vielleicht fressen Heuschrecken die Ernte vom Halm oder sie wird Ihnen kurz vor der Ernte verhagelt. Dann können Sie die 50.000 Bushel vermutlich nicht liefern, und wenn Weizen zum Lieferzeitpunkt teurer ist als 4,10 Dollar, haben Sie ein Problem. Wenn Sie den Weizen nicht liefern können, müssen Sie die Differenz zwischen Ihrem Verkaufspreis und dem aktuellen Preis überbrücken.

Wenn dagegen der Weizenpreis fällt und zum Zeitpunkt der Lieferung unter 4,10 Dollar liegt, machen Sie Gewinn (den aktuellen Preis minus Ihren Verkaufspreis). Wenn Sie keinen Weizen liefern können, heißt das allerdings normalerweise, dass viele andere Farmen auch keinen liefern können. Im Prinzip führt eine knappe Ernte zu steigenden Preisen.

Aber was passiert, wenn der Preis auf 8,10 Dollar pro Bushel steigt und Sie Ihre Ernte zu diesem Preis hätten verkaufen können? Das heißt, Sie hätten 4,85 Dollar pro Bushel erzielen beziehungsweise mit 242.500 Dollar Gewinn verkaufen können? Jaja ... auch die Großstadtpflanzen merken jetzt, dass Landwirtschaft mehr bedeutet als Traktor fahren. Aus all diesen und aus anderen Gründen benutzen Produzenten – ob sie nun Weizen, Gold, Bohnen oder Speck produzieren – gerne die Futures-Märkte, allerdings mit der gebotenen Vorsicht.

Jetzt verstehen Sie sicher, dass es sinnvoll ist, bei steigenden Preisen die Ernte zu verschiedenen Preisen zu verkaufen. Vielleicht verkaufen Sie bei 4,10 Dollar pro Bushel ein Zehntel der Ernte und bei 5,00 Dollar ein Drittel; sobald Sie wissen, wie groß die Ernte tatsächlich ausfällt, verkaufen Sie dann einen Teil für 6,00 Dollar und den Rest für 7,00 Dollar pro Bushel.

Sie sind so glücklich wie die Made im Speck. Sie haben Ihre gesamte Ernte über Ihren Kosten verkauft. Wenn der Preis auf 20 Dollar steigt, macht Ihnen das im Prinzip nichts aus, auch wenn Sie vielleicht fluchen, weil Sie zu früh verkauft haben. Ihre Verkäufe stehen in den wöchentlichen Berichten der CFTC. Wenn viele Farmer ihren Weizen zu 5 Dollar verkaufen und der Preis dann auf 10 Dollar steigt, sieht das vielleicht nach ungeschicktem Verkauf aus, aber stimmt das wirklich? Die Farmer waren froh, dass sie zu diesem Preis verkaufen konnten. Sie haben Gewinne erzielt.

Ein wichtiges Merkmal der Futures-Märkte ist das Wechselspiel zwischen Spekulanten und Hedgern. Da die Spekulanten hinsichtlich der Preisentwicklung unterschiedlicher Ansicht sind, kann es passieren, dass sie einander gegenseitig Kontrakte verkaufen. Ein weiterer Grund liegt darin, dass Hedger, die Produzenten sind, den Preis sichern wollen, den sie für ihre Produkte bekommen, wohingegen Hedger aus dem verarbeitenden Gewerbe den Preis sichern wollen, den sie bezahlen müssen.

Da sowohl Erzeuger als auch Verarbeiter ihre Gewinne und somit den Preis sichern wollen, den sie bekommen oder bezahlen, kann es passieren, dass auch Hedger einander Kontrakte verkaufen. Trotzdem wechseln die meisten Kontrakte zwischen Spekulanten und Hedgern.

Wenn die Preise steigen, wollen die Spekulanten mehr Kontrakte kaufen und die Erzeuger wollen mehr Handelsgüter verkaufen. Versetzen Sie sich einmal in einen Spekulanten, der aus den momentan sinkenden Preisen Gewinn ziehen will; er oder sie setzt darauf, dass sich der Trend fortsetzt, also geht er oder sie in der Hoffnung short, dass die Preise sinken und der Profit wächst.

Der kommerzielle Hedger denkt aber vollkommen anders. Der Commercial versucht (meistens) nicht, aus dem Marktgeschehen Gewinn zu ziehen, sondern vielmehr aus dem aktuellen Preis des Marktes oder Rohstoffs. Wenn die Commercials sehen, dass der Preis niedriger als ihr Kaufpreis ist, sind sie geneigt zu kaufen, weil dadurch die Herstellungskosten für das Produkt, das sie aus dem Rohstoff herstellen, geringer ausfallen. Somit ist die Gewinnspanne größer als zu dem Zeitpunkt, als der Rohstoff teurer und die Herstellungskosten höher waren.

Interessiert es den Commercial, wenn der Trend anhält und der Preis weiter fällt? Eigentlich nicht; wenn der Preis fällt, hat der Commercial kein Geld verloren, denn er kauft ja in der Absicht, sich die Ware (in der einen oder anderen Form) liefern zu lassen. Der weiter sinkende Preis wirkt sich nicht auf den zusätzlichen Gewinn aus, den er aufgrund seines Kaufs erzielt, denn dieser stammt aus der Gewinnspanne des Produkts, das er aus dem betreffenden Rohstoff herstellt.

Wenn der Preis sinkt, kaufen die Commercials mehr. Am liebsten hätten alle kommerziellen Hersteller Produkte zum Nullatarif; dann bräuchten sie sich nur noch um die Produktionskosten im engeren Sinne zu kümmern – was es kostet, Mais in Cornflakes und Weizen in Brot zu verwandeln.

Die Mischung aus Spekulanten und Hedgern ist an jedem Futures-Markt anders. Die Finanzmärkte werden beispielsweise von Hedgern beherrscht, die einander gegenseitig Kontrakte verkaufen beziehungsweise sie einander abkaufen; an den meisten Rohstoffmärkten dagegen herrschen die Spekulanten vor, die mit anderen Spekulanten Geschäfte machen.

Trotzdem stehen an den meisten Märkten Spekulanten und Hedger auf unterschiedlichen Seiten der Kontrakte. Mit diesem wichtigen Punkt werden wir uns ausführlich befassen, wenn es um die Wahl des richtigen Zeitpunkts und um die Frage geht, an welchem Markt man sich positionieren sollte.

An den Futures-Märkten bezeichnet man die Hedger als commercial traders – kommerzielle Händer – und die Spekulanten als noncommercial traders – nicht kommerzielle Händler. Alle FuturesKontrakte werden bei der staatlichen Regulierungsbehörde CFTC registriert. Spekulanten müssen für die Registrierung ihrer Kontrakte mehr bezahlen als Hedger. Infolge dessen lassen sich diejenigen Händler, die große Mengen der gehandelten Güter erzeugen oder verarbeiten,

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