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Das neue Werkbuch Elektronik: Das komplette Know-how der Elektronik aktuell erklärt

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5/5 (1 Bewertung)
Länge:
1,635 Seiten
11 Stunden
Herausgeber:
Freigegeben:
May 4, 2012
ISBN:
9783645270090
Format:
Buch

Beschreibung

Elektronik Schritt für Schritt - von den Grundlagen bis zum Expertenwissen. Sie interessieren sich für die Geheimnisse der Elektronik? Sie haben technisches Verständnis und möchten tiefer in die Materie einsteigen? Sie möchten professionelles Wissen erwerben, sei es für den beruflichen Einsatz oder für private Zwecke? Wenn Sie eine oder mehrere dieser Fragen mit "ja" beantworten können, ist dieses Werkbuch genau richtig für Sie. Hier bleiben keine Fragen offen: In 17 aufeinander aufbauenden Kapiteln werden Sie systematisch und umfassend an die technischen Zusammenhänge herangeführt.
Herausgeber:
Freigegeben:
May 4, 2012
ISBN:
9783645270090
Format:
Buch

Über den Autor


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Das neue Werkbuch Elektronik - Rüdiger Klein

Stichwortverzeichnis

1  Elektrotechnik Grundlagen

1.1  Grundbegriffe in der Elektrotechnik

Die Elektronik ist ein Teilgebiet der Elektrik. Diese bildet eine Untergruppe der Physik . Wir wollen hier nun einige wichtige Grundvoraussetzungen schaffen, indem die Grundbegriffe der Elektrik dargestellt werden.

Woher kommt der Name Elektrizität?

Schon im Altertum wurde eine elektrische Erscheinungsform, die elektrostatische Aufladung beobachtet. Bernstein kann, mit Wolle gerieben, leichte Körper (Papierschnitzel, Haare usw.) anziehen. Griechisch heißt Bernstein: Ελεκτρον (Elektron). Das abgeleitete Wort Elektrizität ist demnach ein Begriff für eine Naturerscheinung, eine Energieform, die mit unseren Sinnesorganen nicht erfassbar ist. Die Elektrizität ist nur an ihren Wirkungen zu erkennen.

Positiv und negativ

Durch Experimente wurden zweierlei elektrische Erscheinungsformen entdeckt: Ein Glasstab, mit Seide oder Papier gerieben, stößt einen ebenso behandelten Glasstab ab, zieht dagegen einen mit Wolle geriebenen Hartgummistab an. Es wurden daher zwei Ladungszustände unterschieden: positiv (+) und negativ (–). Aus den genannten Versuchen ergibt sich auch das Gesetz:

Gleichnamige Ladungen (– und – oder + und +) stoßen sich ab, ungleichnamige Ladungen (– und +) ziehen sich an.

Die Festlegung der Namen und Zeichen war völlig willkürlich. Die Elektrizität auf Glas wurde mit plus (+) und die auf Gummi mit minus (–) bezeichnet. Durch die Entdeckungen in der Neuzeit können die elektrischen Erscheinungsformen besser erklärt werden. Es besteht ein Zusammenhang zwischen der Materie und der Elektrizität als Naturerscheinung.

Atome, Moleküle, Elektronen, Ionen

Chemische Stoffe sind aus Molekülen aufgebaut. Das Molekül ist das kleinste Teilchen einer chemischen Verbindung. Zwei oder mehr Atome bilden diesen größeren Verband der Materie. Die Atome, die kleinsten mechanisch oder chemisch nicht mehr teilbaren Teile der Materie, der Elemente, bestehen aus dem schweren positiven Kern, um den herum sich Elektronen auf kreisförmigen und elliptischen Bahnen bewegen. Die Elektronen sind kleiner und leichter als der Kern und haben eine negative Ladung. Kernmasse, Elektronenzahl und ihr Abstand stehen in einem bestimmten Verhältnis zueinander. Positive und negative Ladungen halten sich im Atom die Waage. Verliert das Atom durch äußere Einwirkung ein oder mehrere Elektronen, so wird die positive Ladung des Kerns nicht mehr vollständig neutralisiert, der Atomrest erscheint nach außen positiv geladen und wird positives Ion genannt. Ein Elektronenüberschuss lässt die negative Ladung überwiegen, es entstehen negative Ionen.

Aggregatzustände

Stoffe kommen in der Natur in 4 sogenannten Aggregatzuständen vor: fest, flüssig, gasförmig und als Plasma . Plasma ist ein gasförmiger Stoff, dem durch Energiezufuhr alle Elektronen entzogen sind. Er ist deshalb elektrisch sehr gut leitend. Die Sonne beispielsweise besteht überwiegend aus Plasma.

Beispiele des Atomaufbaus

Lithium hat drei Elektronen, die sich auf verschiedenen Bahnen um den Kern bewegen. Die beiden Innenbahnen sind kreisförmig. Die Außenbahn hat Ellipsenform, wie in Abb. 1.1 zu erkennen ist. Der Durchmesser des Atoms beträgt 10–10 m.

Bild 1.1  Lithiumatom

Im Kupferatom kreisen um den schweren positiven Kern 29 Elektronen (Abb. 1.2). Sie verteilen sich auf 4 Schalen . Auf der äußeren Bahn ist ein Elektron, das nur leicht an das Atom gebunden ist.

Bild 1.2  Kupferatom

Leiter, Nichtleiter (Isolator) und Halbleiter

Alle Metalle (z. B. Kupfer) haben ihre Atome regelmäßig im Raum angeordnet. Die chemischen Kräfte halten die Atome in einer kristallinen Struktur im Raum fest. Die äußeren Hüllelektronen der Metallatome sind nicht an ein bestimmtes Atom, sondern nur an die Gesamtheit der Atome im Kristall gebunden, wie Abb. 1.3 zeigt. Sie werden im Gegensatz zu den Elektronen, die ständig im Verband desselben Atoms verbleiben, qua sifreie (gewissermaßen freie) Elektronen genannt.

Bild 1.3  Kristallgitter

Die Atomrümpfe sind in der Darstellung mit einem Pluszeichen versehen und die quasifreien Elektronen als kleine Kügelchen gezeichnet. Die quasifreien Elektronen bewegen sich im Kristall in allen Richtungen und mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten völlig willkürlich durcheinander. Diese quasifreien Elektronen verhalten sich also wie ein Gas und werden deshalb auch Elektronengas genannt. Eine einwirkende elektrische oder magnetische Energie kann diese Elektronen leicht beeinflussen bzw. bewegen und einen elektrischen Strom auslösen. Alle Metalle sind daher verhältnismäßig gute Leiter.

Beispiele für Leiter: Silber, Kupfer, Gold, Eisen, verschiedene Flüssigkeiten (Elektrolyte), verschiedene Gase.

Sind in einem Stoff jedoch fast alle Elektronen an das Atom fest gebunden, können die äußeren Elektronen auch nicht oder sehr schwer von einer einwirkenden Energie bewegt werden. Diese Stoffe eignen sich nicht zum Stromtransport, sie werden Nichtleiter oder Isolator genannt.

Beispiele für Nichtleiter: Keramik, verschiedene Kunststoffe, Glimmer, Seide, Glas, Papier, Öl, Luft.

Eine dritte Gruppe stellt in ihrem elektrischen Verhalten ein Zwischending der beiden Hauptgruppen dar. Daher rührt der Name Halbleiter . Bei den Halbleitern handelt es sich eigentlich um Nichtleiter. Sie wirken beim absoluten Nullpunkt [–273 °C oder 0 K(elvin)], wie diese, vollständig isolierend. In Halbleiterwerkstoffen können durch zusätzliche Energie, z. B. Wärmezufuhr, feste Atombindungen aufbrechen und so auch Elektronen als Ladungsträger für den Stromtransport freigesetzt werden. Dies ist bereits bei Raumtemperatur der Fall.

1.2  Erscheinungsformen der Elektrizität

Die Erscheinungsformen der Elektrizität sind vielfältig. Die bekannteste Naturerscheinung äußert sich im Gewitter, wo Spannungen von einigen Millionen Volt und Ströme von 20000 Ampere (André-Marie Ampère 1775-1836, französischer Physiker und Mathematiker) und mehr auftreten können. Wir wollen an dieser Stelle einige Versuche gedanklich durchspielen, bei denen Elektrizität erzeugt wird und nachgewiesen werden kann.

Elektroskop

Ein selbst gebautes Elektroskop zeigt elektrische Ladungen an. Die Anzeige erfolgt nach dem Gesetz:

Gleichnamige Ladungen stoßen sich ab.

Dazu wird ein Blechwinkel auf eine sehr gut isolierende Unterlage gestellt. Verschiedene Kunststoffe haben diese Eigenschaft. An einen Schenkel des Blechwinkels wird, elektrisch leitend mit dem Blechwinkel verbunden, ein Alu-Folie-Streifen gehängt.

Bild 1.4  Elektroskop – Elektronen werden verdrängt und stoßen sich gegenseitig ab

Nähern wir dem Elektroskop einen gut (fest) mit einem Baumwolltuch oder Papier geriebenen Kunststoff- oder Glasstab, so wird das Aluminiumblättchen von der festen Blechwand abgestoßen.

Erläuterung:

Der geriebene Stab wird durch die innige Verbindung der beiden Körper (Baumwolltuch und Stab) beim Reiben elektrisch geladen. Da der Stab gut isoliert, bleibt die Ladung auf ihm sitzen.

Wir nehmen in unserem Versuch an, dass die aufgebrachte Ladung negativ ist. Dass eine elektrische Kraft vom Stab ausgeht, kann durch das Anziehen von leichten Körpern (z. B. Papierschnitzeln) bewiesen werden. Die Ablenkung des Aluminiumstreifens erfolgt bei der Annäherung des geladenen Kunststoffstabes. Es genügt also schon die Annäherung einer elektrischen Ladung, um eine Ladungsverschiebung in Metallen zu erreichen. Diese Erscheinung wird Influenz (Einwirkung) genannt. Es entsteht auch eine Ladungsverschiebung im Blechmantel durch die Einwirkung der Influenzelektrizität . In Abb. 1.4 haben wir die Draufsicht auf das erregte Elektroskop dargestellt. Die Ladung verschiebt sich in Richtung Alustreifen, wo sich sowohl auf dem Schenkel des Blechwinkels als auch auf der Alufolie ein Elektronenüberschuss einstellt. Diese gleichnamigen Ladungen des Schenkels und des Alustreifens stoßen sich ab, weshalb der Alustreifen sich vom Blechwinkel fortbewegt.

Berühren wir in diesem Zustand mit dem Finger den linken Schenkel des Bleches, so geht der Ausschlag des Alustreifens schlagartig zurück, um sofort wieder anzusteigen, wenn wir Stab und Finger entfernen. Das Elektroskop muss sich nun aufgeladen haben, denn der Alustreifen bleibt in der abgespreizten Stellung, wenn die Kunststoffunterlage eine sehr gute Isolation gewährleistet.

Das elektrische Pendel

Zwei isoliert aufgestellte Metallplatten werden durch einen Gleichspannungsgenerator (5000 V Gleichspannung) elektrisch geladen. Ein Pendel, bestehend aus Pendelgalgen, isolierendem Faden und elektrisch leitend gemachtem Tischtennisball (Graphitüberzug oder Leitsilber), ist zwischen den geladenen Platten angeordnet. Wird der Ball von Hand in Pendelbewegung versetzt, so kann er beide Platten nacheinander berühren.

Bild 1.5  Elektrisches Pendel – ungleichnamige Ladungen ziehen sich an, gleichnamige stoßen sich ab

Erläuterung:

Wird das Pendel so angestoßen, dass eine Berührung mit einer der beiden Platten (Elektroden) stattfindet, so setzt sich die Pendelbewegung so lange fort, wie Spannung zwischen den Elektroden besteht. Eine Verkleinerung des Abstandes zwischen den Platten und eine Erhöhung der Spannung erhöhen die Geschwindigkeit der Pendelbewegung.

Berührt der Ball eine Elektrode, so wird er von ihr gleichnamig aufgeladen. Er wird mit einer bestimmten Kraft abgestoßen. Der Schwung des Balles reicht aus, um in den Anziehungsbereich der ungleichnamig geladenen Elektrode zu gelangen. Es folgt eine Berührung mit dieser Elektrode und somit eine Umladung des Balles. Der Ball wird nun wieder abgestoßen und das Spiel setzt sich fort.

Der Versuch bestätigt folgende Gesetzmäßigkeiten:

Gleichnamige Ladungen stoßen sich ab. Ungleichnamige Ladungen ziehen sich an. In Leitern erfolgt bei ungleichnamigen Ladungen ein Ladungsausgleich (Metallelektrode und Silberschicht des Balles). Elektrische Ladungen üben Kräfte aus. Diese sind ladungs- und spannungsabhängig.

Spannungsquellen

Die durch Reibung erzeugten Aufladungen stellen nur geringe Energiemengen dar. Spannungsquellen werden in der Elektrotechnik allgemein Spannungserzeuger genannt. In ihrer Wirkungsweise sind sie eigentlich Energiewandler . Sie setzen durch chemische, magnetische, Licht- oder Wärmeeinflüsse Elektronen in Bewegung, trennen auf diese Weise Ladungen, wandeln die genannten Energieformen in elektrische Energie um. Die Energiewandlung soll an einigen Beispielen gezeigt werden.

Spannungserzeugung durch chemische Einflüsse

Taucht man in ein mit Ammoniumchlorid-Lösung gefülltes Glasgefäß zwei Elektroden aus Kupfer und Zink, so entsteht eine elektrische Spannung von ca. 0,8 V, die man mit einem Voltmeter nachweisen kann. Die chemische Reaktion zwischen den Elektroden und der schwach sauren Lösung muss eine Ladungstrennung , eine Spannung hervorrufen. Die Zinkelektrode ist negativ, die Kupferelektrode positiv.

Bild 1.6  Galvanisches Element

Spannungserzeugung durch Licht

Wird ein Silizium-Fotoelement beleuchtet, so stellt sich eine elektrische Spannung ein, die von der Beleuchtungsstärke abhängig ist. Die Schnittdarstellung in Abb. 1.6 zeigt den Aufbau. In der Sperrschicht bewirkt das Licht eine Ladungstrennung. Die Elektronen wandern zu dem Kontaktring (Minuspol), und an der Grundplatte verbleiben die Atomrümpfe (Pluspol). Der Vorgang wird mit Sperrschicht-Fotoeffekt bezeichnet.

Bild 1.7  Fotoelement

Spannungserzeugung durch Wärme

Zwei Drähte aus Eisen und Konstantan (Handelsname für Widerstandsdraht, bestehend aus 60% Kupfer und 40% Nickel) werden nach Abb. 1.8 zusammengeschweißt oder hart gelötet. Wenn die Schweißstelle erhitzt wird, entsteht an den Enden der Drähte eine geringe elektrische Spannung. Konstantan bildet den Minuspol und Eisen den Pluspol.

Bild 1.8  Thermoelement

Durch Wärmeenergie wandern Elektronen durch die erhitzte Verbindungsstelle vom Eisen- in den Konstantandraht. Dadurch erscheint der Eisendraht positiv geladen. Jede erwärmte Kontaktstelle aus unterschiedlichen Leiterwerkstoffen erzeugt eine solche Thermospannung. Gebräuchliche Thermoelemente verwenden Leiterwerkstoffe, die zu verhältnismäßig großer Thermospannung führen. Das abgebildete Thermoelement liefert je Grad Temperaturunterschied 52 µV. Diese doch recht geringe Spannung lässt außer der Verwendung als Thermofühler keinen anderen Einsatz zu.

Piezo-Kristall als Spannungserzeuger

Kristalle sind von ihrer elektrischen Eigenschaft her in der Regel Nichtleiter. Sie besitzen jedoch eine Eigenschaft, bei mechanischer Beanspruchung, etwa Verbiegen, Zusammendrücken oder Auseinanderziehen, elektrische Spannungen abzugeben. Diese Erscheinung wird Piezoeffekt genannt.

Ausgenutzt wird dieser Einfluss bei Kristall-Mikrofonen, Schwingquarzen und in Zündmechanismen, so beispielsweise zum Entzünden von Gas-Feuerzeugen. Hierbei wird ein Piezokeramik-Block an zwei gegenüberliegenden Flächen durch aufgedampftes Metall kontaktiert. Über ein Hebelsystem wird ein Hammer betätigt, der mit einer gewissen Kraft auf den Keramikblock schlägt. Dadurch entsteht eine hohe elektrische Spannung, die das ausströmende Gas über einer Funkenstrecke entzündet.

Spannungserzeugung durch einwirkendes Magnetfeld

Eine Spule wird auf einen Hufeisenmagneten gesteckt und auf dem Schenkel hin- und herbewegt (Abb. 1.9). Die Anschlüsse der Spule sind dabei mit einem Zeiger-Voltmeter verbunden. Während der Bewegung der Spule und während ihrer Ruhe wird das Voltmeter beobachtet.

Bild 1.9  Magnetische Induktion

Erläuterung:

Das Voltmeter zeigt im Gleichspannungsbereich einen mehr oder weniger großen Ausschlag. Die Höhe der angezeigten Spannung (Weite des Zeigerausschlages) hängt von der Bewegungsgeschwindigkeit und natürlich von der Trägheit des Zeigers ab. Die Richtung der Spannung (positiver oder negativer Spannungsanstieg) ist von der Bewegungsrichtung abhängig. Wird das Voltmeter im Wechselspannungsbereich betrieben und die Spule ständig rasch hin- und herbewegt, so zeigt das Instrument einen mittleren Wechselspannungswert an. Wird die Spule nicht bewegt, kommt der Zeiger des Voltmeters zur Ruhe.

Da in der Spule nur eine Spannung entsteht, solange sie bewegt wird, muss die Ladungstrennung durch die Änderung des Magnetfeldes entstehen. Wie wir später noch erfahren werden, erzeugt die Bewegung entlang des Magnetfeldes eine Verschiebung der Elektronen im metallischen Leiter der Spule. Erst die Entdeckung der Induktion durch Michael Faraday (1791-1867, englischer Naturforscher) hat die Entstehung der modernen Generatoren und damit die Anwendung der Elektrizität im großen Rahmen ermöglicht.

1.3  Die elektrischen Wirkungen

Wie bereits erwähnt, kann der elektrische Strom mit unseren Sinnen nicht erfasst werden. Die elektrische Energie ist nur an ihren Auswirkungen erkennbar. Alle Möglichkeiten der elektrischen Spannungserzeugung, die wir kennen gelernt haben, sind auch umkehrbar, d. h. mit elektrischer Energie lassen sich auch entsprechende Wirkungen erzeugen. Nachstehend sollen diese Wirkungen des elektrischen Stromes aufgezeigt werden.

Wärmewirkung

Die wohl bekannteste Wirkung des elektrischen Stromes ist die Wärme- und die der Strahlungsart nach in dieselbe Kategorie gehörende Lichtstrahlung.

Versuch: Wärme- und Lichtwirkung des elektrischen Stromes

Es wird eine Glühlampe in einen Stromkreis geschaltet (Abb. 1.10). Sobald der Strom fließt, leuchtet die Lampe und gibt zudem noch Wärme ab.

Bild 1.10  Licht- und Wärmewirkung

Erläuterung:

Der elektrische Strom muss sich gewissermaßen durch die Wendel der Glühlampe hindurch zwängen, erfährt also eine Behinderung durch die auf seinem Wege befindlichen Atome. Durch diese im Einzelnen sehr komplizierten Vorgänge werden die Atome in Schwingungen versetzt, was sich als Wärme- und Lichtstrahlung äußert. Wie wir in einem späteren Kapitel sehen werden, ist oft, wie auch hierbei, die Wärme nicht erwünscht. Eine weitere Strahlung, die durch den elektrischen Strom hervorgerufen werden kann, ist die für unsere Berufsgruppe so wichtige Radiowelle, über deren Eigenschaft und Anwendung wir auch in einem späteren Kapitel erfahren werden.

Anwendung: Elektroherd, Bügeleisen, Föhn usw.

Chemische Wirkung des elektrischen Stromes

Versuch: Chemische Wirkung des elektrischen Stromes

In das Glasgefäß werden die beiden Elektroden Zink und Kupfer an eine Gleichspannung in der gezeichneten Polarität angeschlossen, wie Abb. 1.11 zeigt. Der Strom wird so lange gesteigert, bis eine chemische Reaktion in der Ammoniumchlorid-Lösung erkennbar wird. Nach kurzer Zeit ist die chemische Reaktion an einer Gasblasenbildung an der Kupferelektrode zu sehen. Gleichzeitig wird die Elektrode blank und die Lösung färbt sich leicht blau.

Bild 1.11  Chemische Wirkung

Erläuterung:

Der chemische Vorgang soll nicht näher untersucht werden. Die chemische Wirkung des elektrischen Stromes wird durch die aufsteigenden Gasblasen und die Blaufärbung des Elektrolyten (die elektrisch leitende Flüssigkeit) hinreichend deutlich. Höherer Strom hat eine stärkere chemische Reaktion zur Folge (mehr Blasen, schnellere Färbung).

Anwendung: Die chemische Wirkung des elektrischen Stromes wird z. B. in der Galvanik verwendet. Metallüberzüge werden auf elektrischem Wege hergestellt, z. B. Versilbern, Verkupfern, Vernickeln.

Magnetische Wirkung des elektrischen Stromes

Versuch: Magnetische Wirkung des elektrischen Stromes

In eine Spule taucht ein Weicheisenkern ein. Der Kern ist über ein Gummiband an einem Bügel über der Spule befestigt. Eine Gleichspannungsquelle (Batterie) ist an die Klemmen der Spule über einen Schalter angeschlossen. Der Stromkreis lässt sich ein- und ausschalten (Abb. 1.12).

Bild 1.12  Magnetische Wirkung

Erläuterung:

Wird der Strom in der Spule eingeschaltet, so wird der Eisenkern in die Spule gezogen. Verwenden wir eine Batterie größerer Spannung, wodurch ein größerer Strom fließt, so taucht der Kern bei eingeschaltetem Schalter tiefer in die Spule ein. Der elektrische Strom löst eine magnetische Wirkung in der Spule und auch um die Spule herum aus. Die magnetische Kraft ist stromabhängig, wie man an der Eintauchtiefe des Kerns erkennen kann.

Anwendung: Die magnetische Wirkung ist in vielen Anwendungen der Elektrotechnik und Elektronik zu finden, z. B. Motor, Generator, Relais, Lautsprecher, dynamische Mikrofone, Drehspulmesswerke, Fernsehbildröhre usw.

Wirkungen des elektrischen Stromes auf den menschlichen Körper

In diesem Abschnitt werden wir verschiedene Begriffe und Größen der Elektrotechnik ansprechen, die hier noch nicht ausreichend erklärt werden können. Wir kommen jedoch später darauf zurück.

Achtung

Der Umgang mit Elektrizität birgt eine Reihe von Gefahren in sich. Die erste wesentliche Voraussetzung, den Gefahren zu begegnen, ist, mit wachem Geist und Verantwortungsbewusstsein an elektrischen Anlagen zu arbeiten. Die andere Voraussetzung ist die Kenntnis über die möglichen Gefahren. Sind diese beiden Faktoren gegeben, so ist ein entscheidender Schritt zu Arbeitsschutz und Unfallverhütung getan!

Physiologische Wirkungen

Fließt ein zu großer elektrischer Strom durch den menschlichen (oder tierischen) Körper, so ruft er über die Nervenbahnen Schreckreaktionen und Muskelverkrampfungen hervor. Handelt es sich um Wechselstrom, so treten Unregelmäßigkeiten im Herzrhythmus auf. Die Atmung wird zunächst erheblich erschwert, wenn nicht ganz unmöglich. Sowohl bei Wechselstrom als auch bei Gleichstrom entstehen Verbrennungen. Schreckreaktionen führen häufig indirekt zu Unfällen, da die ausgelösten Bewegungen unkontrolliert sind (z. B. Sturzunfälle, Schürf-, Schnitt- und Stichverletzungen). Verbrennungen können direkt durch den Strom oder indirekt durch Lichtbögen auftreten. Art und Umfang der Schädigungen hängt von der Stromstärke, der Stromart, der Einwirkungsdauer und dem Weg ab, den der Strom durch den Körper nimmt. Erfahrungsgemäß können 50 mA bereits tödlich sein. Im Allgemeinen tritt schon bei 10 mA Verkrampfung der Atemmuskulatur und Unregelmäßigkeit des Herzrhythmus auf. Fließt der Strom länger als 30 Sekunden durch den Körper, so tritt Bewusstlosigkeit und Tod durch Atemlähmung ein.

Die lebensbedrohliche Stromstärke wird im menschlichen Körper bereits dann erreicht, wenn bei geringem Berührungswiderstand an den Berührungsstellen des Körpers eine Spannung von nur 65 V anliegt! In nassen Räumen mit leitenden Fußböden, im Freien und in der unmittelbaren Umgebung von Zentralheizungen, Gas- und Wasserrohren kann es zu einem guten Erdkontakt kommen. Die Übergangswiderstände sind dann oft erheblich reduziert, wodurch die Berührungsspannungen schnell unzulässige Werte erreichen können. In diesen Fällen ist besondere Vorsicht geboten!

Arbeiten an elektrischen Anlagen

Damit das Arbeiten an elektrischen Anlagen unfallsicher ist, müssen folgende Punkte beachtet werden:

Anlage spannungslos machen. Auszubildende dürfen niemals an elektrischen oder elektronischen Geräten unter Spannung arbeiten, wenn die möglichen Berührungsspannungen 42 V übersteigen können!

Spannungsfreiheit feststellen.

Gegen Wiedereinschalten seitens anderer Personen sichern.

Schutzmaßnahmen gegen zu hohe Berührungsspannungen

Begriffe aus VDE 0100

Die VDE-Bestimmungen gliedern sich in Vorschriften, Regeln und Leitsätze. Vorschriften sind unbedingt einzuhalten, von Regeln darf bei besonderen Gründen abgewichen werden und Leitsätze werden zur Beachtung empfohlen. Die VDE 0100 enthält die Bestimmungen über das Errichten von Starkstromanlagen mit Nennspannungen unter 1000 V.

Unter diesen Starkstromanlagen versteht man Anlagen zum Erzeugen, Umwandeln, Speichern, Fortleiten oder Verbrauchen von elektrischer Energie mit Betriebsmitteln wie Transformatoren, Leitungen, Schalter, Motoren, Lampen, Heizgeräte, Messgeräte usw. Leitungen, die Spannungserzeuger mit Verbrauchern verbinden, aber nicht vom Mittel- oder Sternpunkt ausgehen, nennt man Außenleiter . Der Mittelleiter geht vom Mittelpunkt eines Gleichstrom- oder eines Einphasen-Wechelstromnetzes oder vom Sternpunkt eines Drehstrom-Systems aus. Schutzleiter verbinden leitfähige Anlagenteile, die nicht zum Betriebsstromkreis gehören, untereinander und mit der Schutzeinrichtung. Auf diese Weise wird das Entstehen zu hoher Berührungsspannungen verhindert. Die Farbkennzeichnung des Schutzleiters ist grün/gelb. Tritt nun bei einem Verbraucher Körperschluss auf, dies ist ein Kurzschluss zwischen Betriebsstromkreis und Gehäuse, so wird die Sicherung ausgelöst. Unter bestimmten Voraussetzungen, die bei fehlerhaften Anlagen vorliegen, treten zu hohe Berührungsspannungen auf.

Hinweise

Unter Berührungsspannung versteht man die Spannung, die zwischen leitenden, nicht zum Betriebsstromkreis gehörenden, der Berührung zugänglichen Teilen untereinander oder zur Erde auftritt und vom menschlichen Körper bei der Berührung überbrückt wird.

Es gibt verschiedene Schutzmaßnahmen, die das Auftreten unzulässig hoher Berührungsspannungen verhindern: Schutzisolierung, Schutzkleinspannung, Schutztrennung, Schutzerdung, Fehlerspannungs-, Fehlerstrom-Schutzschaltung usw.

Schutzisolierung

Schutzisolierte Geräte sind durch zwei ineinander verschachtelte Quadrate gekennzeichnet. Die Anschlussleitung darf keinen Schutzleiter enthalten. Bei Steckeranschluss wird ein Konturenstecker ohne Schutzkontakt verwendet (Eurostecker). Die Schutzisolierung wird durch isolierende Gehäuse und Abdeckungen, durch isolierende Umpressungen von Kleinmaschinen oder durch Einbau von Isolierzwischenstücken in Getrieben, Wellen und Gehäusen erreicht.

Müssen von außen zugängliche Teile elektrisch leitend mit dem Betriebsstromkreis verbunden sein, beispielsweise zur Abschirmung eines Störfeldes oder zur Einspeisung von Signalgrößen, so darf dies nur über Berührungsschutz-Kondensatoren , gekennzeichnet durch ein »b« im Kreis, oder hochohmige Widerstände geschehen.

Schutzkleinspannung

Schutzkleinspannungen sind Spannungen bis 42 V. Diese müssen von Betriebsstromkreisen höherer elektrischer Spannungen elektrisch getrennt sein.

Schutztrennung

Bei der Schutztrennung wird der Verbraucherstromkreis über einen Trenntransformator elektrisch vom Netzstromkreis getrennt. Der Verbraucherstromkreis (sekundärseitig) darf in keinem Punkt mit der Erde leitend verbunden sein, da im Fehlerfall der Verbraucher Spannung gegen Erde annehmen würde und bei Messungen am eingeschalteten Verbraucher durch Erdverbindung der messenden Person eine unzulässig hohe Berührungsspannung auftreten könnte.

An einen Transformator zum Zwecke der Schutztrennung darf nur 1 Verbraucher angeschlossen werden. Die Steckdose am Ausgang dieses Transformators darf keinen Schutzkontakt besitzen. Höchstzulässige Primärspannung für Trenntransformatoren ist 500 V, sekundärseitig 230 V (2-polig) und 380 V (3-polig) bei einem maximalen Nennstrom von 16 A sekundär.

Anwendung: z. B. Messen an elektrischen und elektronischen Geräten unter Spannung, erdfreier Anschluss von Messgeräten, die nicht schutzisoliert sind, zur Verhinderung von Brummschleifen.

Erdung

Bis zur Anschlussstelle wird über steckbare Kabel vom Verbrauchergehäuse eine Schutzleitung geführt, die über den Schutzkontakt der Steckdose und des Steckers Erdverbindung erhält. Bei Schutzerdung wird diese separate Leitung jenseits der Steckdose weitergeführt bis zu einem zentralen Erder, der gesamten Anlage.

Fehlerstrom-Schutzschaltung (FI-Schutzschaltung)

Alle stromführenden Leiter des Netzes sind durch einen Wandler im FI-Schalter geführt. Bei fehlerhafter Anlage ist die Summe aller Ströme durch den Wandler (ab- und zufließende Ströme) nicht mehr 0. In der Ausgangswicklung des Wandlers wird eine Spannung induziert, die direkt bzw. mittels Relais eine Auslösespule speist, welche den Schalter innerhalb von 0,2 Sekunden abschaltet. Der Auslöse-Fehlerstrom kann z. B. 30 mA betragen.

1.4  Aufgabenkatalog

Ungebundene Aufgaben

Wie stellt man sich ein Atom vor? Erläutern Sie den vereinfachten Aufbau anhand des Kupferatoms!

Welche Kräfte werden zwischen den elektrischen Ladungsträgern wirksam? Erläutern Sie, wie die Kraftwirkungen gerichtet sind!

Welche wesentlichen Unterschiede hinsichtlich ihrer Kristallstruktur bestehen zwischen Leiter, Halbleiter und Isolator?

Was ist ein Molekül? Nennen Sie den Unterschied zum Atom!

Welche Erzeugungsarten für die elektrische Spannung gibt es? Erläutern Sie die Grundprinzipien der Spannungserzeugung!

Welche Wirkungen ruft der elektrische Strom hervor? Erläutern Sie die Vorgänge anhand von Beispielen!

Multiple-Choice-Aufgaben

Die VDE 0100 enthält die Bestimmungen über das Errichten von Starkstromanlagen mit Nennspannungen unter 1000 V. Welche Aussage hierzu ist falsch?

Leitungen, die Spannungserzeuger mit Verbrauchern verbinden, aber nicht vom Mittel- oder Sternpunkt ausgehen, nennt man Außenleiter.

Schutzleiter verbinden leitfähige Anlagenteile mit dem Betriebsstromkreis.

Unter diesen Starkstromanlagen versteht man Anlagen zum Erzeugen, Umwandeln, Speichern, Fortleiten oder Verbrauchen von elektrischer Energie mit Betriebsmitteln wie Transformatoren, Leitungen, Schalter, Motoren, Lampen, Heizgeräten, Messgeräten usw.

Die Farbkennzeichnung des Schutzleiters ist grün/gelb.

Unter Berührungsspannung versteht man die Spannung, die zwischen leitenden, nicht zum Betriebsstromkreis gehörenden, der Berührung zugänglichen Teilen untereinander oder zur Erde auftritt und vom menschlichen Körper bei der Berührung überbrückt wird.

Welche Aussage kann über Ionen gemacht werden?

Ionen sind frei bewegliche Elektronen, da sie negativ geladen sind.

Ein Molekül ist in seinem stabilen Zustand immer ein Ion.

Wenn Moleküle sich miteinander verbinden, wird die Verbindung Ion genannt.

Ionen sind Atome, bzw. Molekülteile, die nach außen elektrisch nicht neutral sind.

Ionen entstehen nur in Flüssigkeiten.

Welche Aussage kann über Moleküle nicht gemacht werden?

Ein Molekül ist das kleinste Teilchen einer chemischen Verbindung.

Die Ansammlung der Materie in den Aggregatzuständen »fest, flüssig bzw. gasförmig« ist meist durch Moleküle gebildet.

Moleküle können 4 Aggregatzustände »fest, flüssig, gasförmig und Plasma« annehmen.

Ein Molekül besteht aus einer Anzahl von Atomen, die elektrochemisch aneinander gebunden sind.

Wenn ein Atom von einem Molekül abgetrennt wird, verliert das Molekül seinen stofflichen Charakter.

Lösungen zu den Multiple-Choice-Aufgaben:

2  Elektrotechnik Grundgesetze

2.1  Der elektrische Strom

Der elektrische Strom ist in den SI-Einheiten (Système International d'Unités) 1960 als Basiseinheit festgelegt worden. Die dort festgelegte Definition ist jedoch so schwer zu verstehen, dass wir hier auf eine veraltete, aber verständlichere zurückgreifen wollen. Man kann sich den elektrischen Strom als gerichtete Bewegung einer bestimmten Anzahl von Ladungsträgern in der Zeiteinheit vorstellen:

Der Strom I wird in A(mpére) gemessen. 1 A liegt vor, wenn die Menge von 6,3 ∙ 10¹⁸ Elektronen gerichtet den Leiterquerschnitt in 1 Sekunde passiert.

Diese Elektronenmenge wurde in der Vergangenheit als Ladungseinheit 1 C(oulomb) (Charles Augustin de Coulomb 1736-1806, französischer Physiker) festgelegt. Heute jedoch ist die Ladungseinheit von der Basiseinheit Ampere abzuleiten. So wird die Ladungsmenge Q in As (Ampere-Sekunden) gemessen und ist definiert:

(2.1).

Bild 2.1  Elektrischer Gleichstromkreis

Metallische Leiter führen bei geschlossenem Schalter den Strom der Ladungsträger (im Leiter sind dies die Elektronen) vom Minuspol der Spannungsquelle ausgehend, über den geschlossenen Schalter und den Verbraucher-Widerstand zurück zum Pluspol der Spannungsquelle. Diese Stromrichtung wird physikalische oder Elektronen-Stromrichtung genannt. Der Elektronenstrom ist der Ladungsausgleich, der über den äußeren Teil des Stromkreises erfolgt. Dieser Ladungsausgleich geschieht nur so lange, wie elektrische Spannung vorhanden und der Stromkreis geschlossen ist. Neben der physikalischen Stromrichtung, die außerhalb der Spannungsquelle von – nach + weist, ist die technische Stromrichtung festgelegt:

Hinweis

Außerhalb der Spannungsquelle fließt der Strom (technische Stromrichtung) von + nach –. Bei allen elektrotechnischen Schaltungen wird die technische Stromrichtung angenommen, wenn nicht ausdrücklich die physikalische erwähnt wird!

Erläuterung der verwendeten Formelzeichen

Q = Ladungsmenge in As (Ampere-Sekunden)

I = elektrischer Strom in A (Ampere)

t = Zeit in s (Sekunden)

Stromdichte

Der elektrische Strom passiert den Leiterquerschnitt. Dabei ist es von Bedeutung, wie groß dieser Leiterquerschnitt im Hinblick auf die Stromstärke ist. Es wurde deshalb der Begriff Stromdichte S eingeführt. Diese ist definiert:

(2.2).

Erläuterung der verwendeten Formelzeichen

S = Stromdichte in A/mm²

I = Strom in A

A = Leiterquerschnitt in mm²

2.2  Die elektrische Spannung

Die elektrische Spannung wollen wir zunächst als die Potentialdifferenz (Ladungsunterschied) zwischen zwei Punkten definieren. Am einen Pol der Spannungsquelle herrscht Elektronenmangel, am anderen Elektronenüberschuss. Die ungleichnamigen Ladungen suchen nach einem Ausgleich, was sich als Strom im äußeren Teil des Stromkreises auswirkt.

Hinweis

Die Richtung der in einem Stromkreis eingetragenen Spannungspfeile wird durch die technische Stromrichtung bestimmt, die außerhalb der Spannungsquelle gilt.

Bild 2.2  Spannungspfeil

Neben dieser einfachen Beschreibung der elektrischen Spannung als der Potentialdifferenz zwischen zwei Punkten können wir in Kenntnis des Begriffes Arbeit W (siehe auch Abschnitt: »2.5 Arbeit und Leistung in der Mechanik«) etwas tiefer in die Definition der elektrischen Spannung einsteigen:

Im Spannungserzeuger, einer Taschenlampen-Batterie beispielsweise, wird durch Energiezufuhr – dies ist Arbeit – eine Ladungstrennung vollzogen, d. h. es wird Arbeit verrichtet, die pro zu trennender Ladung aufzubringen ist. Die ungleichnamigen Ladungen entfernen sich also um eine bestimmte Wegstrecke s voneinander durch die Einwirkung einer Kraft F. Damit ist die mathematische Definition der elektrischen Spannung möglich:

(2.3)

(2.4).

Bild 2.3  Spannungserzeugung durch chemische Wirkung

Beispiel Galvanisches (Luigi Galvani 1737-1798, italienischer Arzt und Biophysiker) Element :

Taucht man in eine Ammoniumchlorid-Lösung zwei Elektroden aus Kupfer und Zink, so entsteht eine elektrische Spannung von ca. 0,8 V. Die chemische Reaktion zwischen den Elektroden und der sauren Lösung verrichtet eine Ladungstrennarbeit, Spannung entsteht.

Erläuterung der verwendeten Formelzeichen

F = Kraft in N

Q = Ladungsmenge in As

s = Wegstrecke in m

U = elektrische Spannung in V(olt), nach Alessandro Giuseppe Antonio Anastasio Graf von Volta (1745-1827), dem Erfinder der Batterie

W = Arbeit in Nm (siehe auch Abschnitt: »2.5 Arbeit und Leistung in der Mechanik«)

2.3  Der elektrische Widerstand

Jeder Leiter, der von einem elektrischen Strom durchflossen wird, setzt dem Strom einen mehr oder weniger großen Widerstand entgegen. Die Maßeinheit des elektrischen Widerstandes ist das Ohm (Kurzzeichen: Ω; Georg Simon Ohm 1789-1854, deutscher Physiker). Um Widerstände messen zu können, werden Messgeräte, z. B. Ohmmeter oder Multimeter mit Ohm-Messbereichen, und Widerstands-Messbrücken verwendet. Der elektrische Widerstand wird auch ohmscher Widerstand genannt, wenn es sich um den Gleichstromwiderstand eines Leiters oder Verbrauchers handelt. Wir werden noch andere Arten von Widerständen kennenlernen, die nicht mit dem ohmschen Widerstand verwechselt werden dürfen!

Bild 2.4  Schaltsymbol des ohmschen Widerstandes

Leiterwiderstand

Um den Widerstand von Leitern zu berechnen, wurde der Begriff des spezifischen Widerstandes ρ (kleiner griechischer Buchstabe »rho«) eingeführt.

Danach ergibt sich der Widerstand eines Leiters:

(2.5).

Die Umkehrung des Begriffes Widerstand ist der Leitwert G in S(iemens) (Ernst Werner von Siemens 1816-1892, deutscher Erfinder):

(2.6).

Zur Berechnung des Leiterwiderstandes kann man auch den Kehrwert des spezifischen Widerstandes heranziehen. Es ist die spezifische Leitfähigkeit κ (kleiner griechischer Buchstabe »kappa«).

Hinweise

Definition des spezifischen Widerstandes: Der spezifische Widerstand ρ ist der Widerstandswert eines Leiterwerkstoff-Drahtes bei Raumtemperatur (20° C) mit den Abmessungen: Querschnitt A = 1 mm² und Länge l = 1 m.

Definition der spezifischen Leitfähigkeit: Die spezifische Leitfähigkeit κ ist der Leitwert eines Leiterwerkstoff-Drahtes bei Raumtemperatur mit den Abmessungen: Querschnitt A = 1 mm² und Länge l = 1 m.

Dann errechnet sich der Widerstand eines Leiters nach der Definition:

(2.7).

Erläuterung der verwendeten Formelzeichen

κ = spezifische Leitfähigkeit, griechischer Buchstabe »kappa«, in m/(Ω∙mm²)

ρ = spezifischer Widerstand, griechischer Buchstabe »rho«, in Ω∙mm²/m

Ω = Maßeinheit »Ohm«, griechischer Buchstabe »Omega«

G = Leitwert in S(iemens), Kehrwert des Widerstandes R

l = Länge des Leiters

R = ohmscher Widerstand in Ohm (Ω)

Der Temperaturkoeffizient

Zu vielen anderen Parametern (Parameter = Formvariable, die für einen gerade betrachteten Fall einen festen Wert behält) der Widerstände gehört auch der Temperaturkoeffizient k T (Temperaturbeiwert). Da er eine allgemeine, wichtige Größe auch für die übrigen Bauteile der Elektronik darstellt, wollen wir hier zunächst die allgemeine Form des Temperaturkoeffizienten betrachten und danach die für die Widerstände wichtige übliche Definition formulieren.

Jedes Bauteil einer elektronischen Schaltung unterliegt u. a. auch dem Temperatureinfluss. Dadurch ändert sich sein Wert, er wird größer oder kleiner, je nach Art und Beschaffenheit seines Aufbaues und seiner Zusammensetzung. Um die durch eine solche Temperaturänderung hervorgerufene Wertänderung erfassen zu können, wurde folgende allgemeine Gleichung entwickelt:

(2.8).

Das Kelvin (William Thomson, später Lord Kelvin, 1824-1907, britischer Physiker) gehört zu den Basiseinheiten, bestimmt die absolute Temperaturskala und wird auch als Maßeinheit für die Temperaturdifferenz eingesetzt. Der absolute Nullpunkt: 0 K = −273,15 °C. Speziell für die Widerstände wurde aus dieser allgemeinen Gleichung:

(2.9).

Da es meist erforderlich ist, den Warmwiderstand zu berechnen, stellt man diese Gleichung auf RW um:

(2.10).

Für Kohleschichtwiderstände gilt ein Temperaturkoeffizient von α = –1 ∙ 10–4/K.

Rechnen wir hierzu ein Beispiel:

Ein Kohleschichtwiderstand hat einen Kaltwiderstand R 20 = 100 kΩ. Die Temperatur steigt im Betrieb auf T = 30 °C an. Wie groß ist der Warmwiderstand?

Es gibt positive und negative Temperaturkoeffizienten. Die meisten metallischen Leiter haben einen positiven TK. Sie sind Kaltleiter, sie leiten im kalten Zustand gut. In der Tabelle sind einige Beispiele für TK-Werte bei Metallen und Legierungen aufgelistet:

Es handelt sich hier um Mittelwerte, die ab der Raumtemperatur gelten. Der positive Temperaturkoeffizient ist so zu erklären: Metalle haben viele quasifreie Elektronen für den Ladungstransport. Mit zunehmender Erwärmung geraten die Atome mit ihren Elektronen in immer heftigere Schwirrbewegungen. Die quasifreien Elektronen, welche unter dem Einfluss eines äußeren elektrischen Feldes auf ihrem Weg zum positiven Pol sind, werden bei Erwärmung immer stärker gehemmt, denn es ergeben sich Kollisionen der wandernden Elektronen mit den in Schwirrbewegung befindlichen Atomrümpfen.

Erläuterung der verwendeten Formelzeichen

α = Temperaturkoeffizient in 1/K

A T = Allgemeine physikalische Größe bei einer bestimmten Temperatur T in der Maßeinheit der einzusetzenden Größe

A T0 = Allgemeine physikalische Größe bei einer Bezugstemperatur T 0 in der Maßeinheit der einzusetzenden Größe

k TA = allgemeiner Temperaturkoeffizient in 1/K

R K = Kaltwiderstand (auch R 20 bezeichnet, bei 20°C) in Ω

R W = Warmwiderstand in Ω

Δ T = Temperaturdifferenz in K

2.4  Das ohmsche Gesetz

Der Zusammenhang zwischen elektrischer Spannung, elektrischem Strom und elektrischem Widerstand ist im ohmschen Gesetz gefasst. Dieses Gesetzt zählt zu den wichtigsten Grundgesetzen der Elektrotechnik. Wir wollen der Wichtigkeit halber gedanklich eine spezielle Messreihe zur Ermittlung der Wirkungszusammenhänge durchführen und daraus die mathematischen Beziehungen ableiten.

Versuch: ohmsches Gesetz

Es wird ein einfacher, unverzweigter Stromkreis (Abb. 2.5) aufgebaut. Zunächst wird ein Widerstand R1 = 47 Ω eingesetzt und die Spannung am Widerstand in den Schritten U = 1,5 V; 3 V; 4,5 V; 6 V; 7,5 V und 9 V geändert. Dabei wird jeweils der Strom gemessen, der durch den Widerstand fließt. Anschließend werden die gleichen Messungen mit den Widerständen R2 = 100 Ω und R3 = 180 Ω wiederholt. Alle gemessenen Spannungs- und Stromwerte werden in eine Tabelle eingetragen. Spannungs- und Strommesser sind wie in der Messschaltung dargestellt zu schalten, damit Messfehler ausgeschlossen werden können!

Bild 2.5  Messschaltung zur Ermittlung des ohmschen Gesetzes

Wertetabelle zu Abb. 2.5

Durch Verbindung der einzelnen Messpunkte der jeweiligen Messreihe entstehen drei Funktionsdiagramme:

I = f(U) für R1 = 47 Ω konstant

I = f(U) für R2 = 100 Ω konstant

I = f(U) für R3 = 180 Ω konstant.

Das Funktionsdiagramm ist eine übliche Darstellungsart, um Beziehungen zwischen physikalischen Größen auf einen Blick erfassen zu können. Man stellt die Größen meist im 1. Quadranten des Koordinatensystems dar. Hier sind die Koordinaten durch die Funktionsgleichung I = f(U) beschrieben. Diese Gleichung wird gelesen: »I als Funktion von U« und bedeutet, dass die Spannung U, die ja in der Messung geändert wird, auf der x-Achse und der sich beim jeweiligen Spannungswert ergebende Strom I auf der y-Achse aufgetragen werden.

Bild 2.6  Darstellung der Widerstandsgeraden

Im Koordinatensystem zeigen drei Geraden die Abhängigkeit des Stromes von der Spannung und dem jeweiligen Widerstand. Der Widerstand, der für eine Messreihe jeweils konstant gehalten wird, muss als Parameter an die betreffende Gerade geschrieben werden. Von oben nach unten ergeben sich dann 47 Ω, 100 Ω und 180 Ω.

Legen wir bei einem Spannungseintrag der x-Achse z. B. bei 4,5 V eine Senkrechte nach oben durch die gemessenen und gezeichneten Kennlinien, so ist ein steigender Strom bei konstanter Spannung und sinkendem Widerstand zu erkennen.

Das von Georg Ohm gefundene Gesetz lautet:

(2.11).

Hinweise

Weiter zeigt das Ergebnis im Koordinatensystem: Steigende Spannung löst bei konstantem Widerstand steigenden Strom aus.

In einem einfachen Stromkreis ist der Strom der Spannung direkt und dem Widerstand indirekt proportional.

Umgestellt lautet das ohmsche Gesetz:

(2.12)

(2.13).

Erläuterung der verwendeten Formelzeichen

I = (elektrischer) Strom in A

R = (elektrischer) Widerstand in Ω

U = (elektrische) Spannung in V

2.5  Arbeit und Leistung in der Mechanik

Die physikalischen Begriffe Arbeit und Leistung gelten sowohl in der Mechanik als auch in der Elektrotechnik. Wir wollen die Festlegungen und Gesetzmäßigkeiten zunächst in der Mechanik betrachten:

Die Arbeit W

Die Arbeit (englisch: work) wird in der Mechanik als die Wirkung einer Kraft längs eines Weges aufgefasst:

Wird eine Masse m mit der Kraft F über eine Wegstrecke s transportiert, so wird Arbeit verrichtet.

Bild 2.7  Mechanische Arbeit

(2.14).

Die Masse eines Körpers hat zwar eine wesentliche Bedeutung, da diese über die Wegstrecke gebracht werden muss. Entscheidend ist jedoch der Kraftaufwand, der aufzubringen ist. Dieser ist erforderlich, da die Masse eines Körpers ein bestimmtes Beharrungsvermögen besitzt, welches durch eine Kraft überwunden werden muss, um sie zu bewegen. Auch üben Massen Anziehungskräfte aufeinander aus, was sich besonders augenfällig bei der Erdanziehungskraft zeigt. Die Maßeinheit für die Masse ist das Kilogramm (kg). Es ist als Basiseinheit festgelegt.

Erläuterung der verwendeten Formelzeichen

F = Kraft in N(ewton, Sir Isaac Newton 1642-1726, englischer Naturwissenschaftler)

s = Wegstrecke in m(eter)

W = Arbeit in N(ewton)m(eter)

Die Leistung P

Wenn die Arbeit in einer bestimmten Zeit verrichtet wird, spricht man von der Leistung (englisch: power).

Bild 2.8  Mechanische Leistung

Wenn hohe Leistung erreicht wird, muss die Arbeit in kurzer Zeit geschehen. Die Leistung ist festgelegt als eine Arbeit, die in der Zeiteinheit verrichtet wird:

(2.15).

Erläuterung der verwendeten Formelzeichen

F = Kraft in N

P = Leistung in W(att, James Watt 1736-1819, schottischer Erfinder) oder in (Nm/s → mech.)

s = Wegstrecke in m

t = Zeit in s(ekunden)

2.6  Arbeit und Leistung in der Elektrotechnik

Im elektrischen Stromkreis werden die Begriffe aus der Mechanik ebenfalls verwendet. Es lassen sich allerdings die Größen nicht wie in der Mechanik messen. Wir müssen deshalb noch einmal auf die Vorgänge im elektrischen Stromkreis etwas genauer eingehen, um die dortigen Zusammenhänge herauszuarbeiten.

Kommt im elektrischen Stromkreis ein Stromfluss zustande, so kann dieser ebenfalls eine Arbeit verrichten, es wird die elektrische Energie in andere Energieformen umgesetzt, z. B. in Licht oder Wärme.

In einem gedanklich durchgeführten Versuch soll nun festgestellt werden, welche Größen für die elektrische Leistung maßgeblich sind. Wir werden dabei in drei Schritten vorgehen.

Versuch: Ermittlung der Gesetzmäßigkeiten für die elektrische Leistung.

Wir können die Helligkeit einer Glühlampe als ein Maß ihrer Lichtleistung ansehen. Zunächst bauen wir einen einfachen Stromkreis mit Spannungsquelle, Glühlampe und Zuleitungen auf (Abb. 2.9). Wir messen die Spannung an der Glühlampe und den Strom, der durch sie hindurch fließt.

Bild 2.9  Messschaltung 1

Nun wollen wir die doppelte Lichtleistung erreichen. Dies soll aber nicht mit einer einzigen Glühlampe erfolgen, wir verwenden vielmehr eine zweite, die genau dieselben Daten hat wie die erste: Strom und Spannung für gleiche Helligkeit sollen identisch sein.

Es gibt zwei Möglichkeiten, nach denen die beiden Lampen geschaltet werden können:

Parallelschaltung oder Reihenschaltung.

Wählen wir zuerst die Parallelschaltung (Abb. 2.10). Es wird die Spannung von Messschaltung 1 eingespeist. Jede einzelne Lampe gibt die gleiche Lichtleistung ab, wie die einzige in Messschaltung 1. Wir messen nun den Gesamtstrom, den die Stromversorgung zu liefern hat, und stellen fest, dass er doppelt so groß ist wie der Strom in Messschaltung 1. Der Strom der Spannungsquelle teilt sich nämlich zu gleichen Teilen auf die beiden Glühlampen auf, da ihre Daten ja gleich sind. Beide Lampen zusammen geben demnach die doppelte Lichtleistung einer Einzellampe ab.

Bild 2.10  Messschaltung 2

Die doppelte Leistung wurde also hierbei durch den doppelten Strom bei konstanter Spannung erreicht. Die Leistung wächst demnach proportional der Stromstärke.

In Messschaltung 3 wählen wir den anderen Weg, um zu der doppelten Lichtleistung zu kommen: die Reihenschaltung (Abb. 2.11).

Bild 2.11  Messschaltung 3

Hier wird die doppelte Spannung bei gleich bleibendem Strom für die doppelte Lichtleistung benötigt. Die Leistung wächst also auch proportional der Spannung.

Dieser Versuch zeigt: Werden Strom und Spannung geändert, so haben beide Faktoren Einfluss auf die abgegebene Lichtleistung. Die elektrische Leistung muss demnach proportional zum Produkt aus Strom und Spannung sein.

Wenn wir die jetzt bekannten mathematischen Definitionen für Spannung und Strom zugrunde legen, so erhalten wir für das Produkt aus Spannung und Strom:

(2.16)

(2.17).

Das Produkt aus Spannung und Strom ist also Leistung, wie hier aus der mechanischen Definition zu erkennen ist. Damit steht fest, dass die elektrische Leistung so berechnet wird:

(2.18).

Es ist nun auch auf einfache Art möglich, die elektrische Arbeit zu bestimmen. Um die Zeit t aus Gleichung 2.18 zu eliminieren, da sie nicht Bestandteil der Arbeit ist, müssen wir nur mit t multiplizieren und erhalten dann die elektrische Arbeit. Dies wird deutlich, wenn man Gleichung 2.16 betrachtet, in der ja der Strom als Ladung pro Zeit enthalten ist. Durch die Multiplikation mit t kürzt sich also t weg und die Zeit ist nicht mehr vorhanden:

(2.19).

Das bekannteste Messgerät für die elektrische Arbeit ist der Elektrizitätszähler in jedem Haushalt.

Wenn von der Leistungsaufnahme eines Gerätes gesprochen wird, ist damit die Leistung gemeint, die in dem betreffenden Gerät tatsächlich umgesetzt wird. Dies äußert sich z. B. durch Licht und Wärme einer Glühlampe. Bei Widerständen wird die Belastbarkeit in W angegeben. Hier ist die mögliche Leistung gemeint, die ein Widerstand bei normaler Umgebungstemperatur (20° C) dauernd umsetzen kann, ohne Schaden zu nehmen (z. B. ¼W, ½W, 1W Dauerlast).

Leistungsformel und Ohmsches Gesetz können folgendermaßen kombiniert werden:

(2.18)

(2.13)

(2.20)

(2.21)

(2.22)

(2.23).

Erläuterung der verwendeten Formelzeichen

F = Kraft in N

I = Strom in A

P = Leistung in W

Q = Ladungsmenge in As

R = Widerstand in Ω

s = Wegstrecke in m

t = Zeit in s

U = Spannung in V

W = Arbeit in W(att)s(ekunden, größere Arbeitsmengen in kWh → Kilowattstunden)

2.7  Der Wirkungsgrad

Das Gesetz der Energieerhaltung besagt, dass bei der Wandlung keine Energie verloren geht. Sie findet sich nach diesem Prozess jedoch in vielfältiger Form wieder. Es muss deshalb bei einem Wandlungsvorgang gefragt werden: »Welche Energieform soll als Ergebnis verwendet werden?«

Betrachtet man das Resultat der Umsetzung, so kann man erkennen, dass die tatsächlich benötigte Energieform – die Nutzenergie – nur einen Teil der gesamten in den Vorgang hineingesteckten Energie ausmacht.

Wie wir bereits wissen, ist Energie pro Zeiteinheit = Leistung. Um ein Maß für die Wirksamkeit einer Energiewandlung zu erhalten, bildet man das Verhältnis aus der verfügbaren, der abgegebenen Nutzleistung, und der dem Wandler zugeführten Leistung und verwendet den Begriff »Wirkungsgrad«:

(2.24).

Bei der Glühlampe beispielsweise beträgt die Nutzleistung, nämlich das Licht, nur ca. 5%...20% der zugeführten Leistung; ca. 80%...95% wird in die nutzlose Wärme umgesetzt, wie Abb. 2.12 veranschaulicht. Dies ist auch der Grund, weshalb man dazu übergegangen ist, künftig Glühlampen vom Markt zu nehmen.

Bild 2.12  Wirkungsgrad bei der Glühlampe

Keineswegs alle Energiewandler haben einen so schlechten Wirkungsgrad. Es gibt Wandler in der Energietechnik, sogenannte Umspanner, das sind Transformatoren für große Leistungen, mit einem Wirkungsgrad von bis zu 98%.

Erläuterung der verwendeten Formelzeichen

η= Wirkungsgrad in %, griechischer Buchstabe »Eta«

P ab = abgegebene Nutzleistung in W

P zu = zugeführte Leistung in W

2.8  Aufgabenkatalog

Ungebundene Aufgaben

Welcher Zusammenhang besteht zwischen den Größen Ladungsmenge Q, Strom I und Zeit t im Hinblick auf den im Leiter fließenden Strom I?

Wie arbeitet der Gleichstromkreis mit einem Verbraucherwiderstand? Erläutern Sie die Vorgänge im geschlossenen Stromkreis!

Wie sind die Pfeilrichtungen zur Darstellung von Strom und Spannung im Gleichstromkreis festgelegt? Erläutern Sie die Richtungsangaben!

Wie ist die Stromrichtung im einfachen Gleichstromkreis festgelegt?

Wie ist ein einfacher Stromkreis beschaffen? Skizzieren Sie den Stromkreis mit angeschlossenem Strommesser und tragen Sie Strompfeil und Polarität der auftretenden Spannungen ein!

Welche Ladungsträger übernehmen in Flüssigkeiten und Gasen den Strom? Erläutern Sie den Unterschied zum Leitungsmechanismus in metallischen Leitern!

Was versteht man unter der Stromdichte? Erläutern Sie die mathematische Definition!

Wie ist die elektrische Spannung definiert? Erläutern Sie die Definition anhand der Ladungstrennarbeit, die bei der Spannungserzeugung verrichtet wird!

Von welchen physikalischen Größen hängt der spezifische Widerstand eines Leiters ab?

Von welchen physikalischen Größen hängt die spezifische Leitfähigkeit eines Leiters ab?

Warum nimmt in Leitern mit zunehmender Erwärmung der Widerstand zu und in Halbleitern ab? Erläutern Sie die diesbezüglichen Zusammenhänge!

Was versteht man unter dem Temperaturkoeffizienten (TK)? Erläutern Sie die Zusammenhänge zur Berechnung des TK in seiner allgemeingültigen Form!

Wie ist der positive Temperaturkoeffizient von Metallen zu erklären?

Wie ist das ohmsche Gesetz definiert? Erklären Sie die Zusammenhänge!

Wie ist in der Mechanik die Arbeit und wie die Leistung definiert?.

Was versteht man unter dem Begriff »Wirkungsgrad«? Erläutern Sie die Zusammenhänge im Hinblick auf den elektrischen Verbraucher!

Multiple-Choice-Aufgaben

Welche der folgenden Aussagen ist nicht richtig?

1. Der Name Elektrizität ist vom griechischen Begriff für Bernstein abgeleitet.

2. Die Elektrizität ist nur an ihren Wirkungen zu erkennen.

3. Gleichnamige Ladungen ziehen sich an.

4. Ungleichnamige Ladungen ziehen sich an.

5. Gleichnamige Ladungen stoßen sich ab.

Was kann über die Grundbegriffe der Materie nicht ausgesagt werden?

1. Ein Atom ist das kleinste Teilchen einer chemischen Verbindung.

2. Moleküle sind die kleinsten Teilchen chemischer Verbindungen.

3. Der Kern eines Atoms besteht meist aus Protonen und Neutronen.

4. Die Ladung des Atomkerns ist immer positiv.

5. Die Elektronen tragen die negative elektrische Ladung.

Was versteht man unter einem Ion?

1. Es ist ein Elektron, welches den Atomkern verlassen hat.

2. Es ist ein elektrisch geladenes Atom und kann positiv oder negativ sein.

3. Es ist ein einzelnes Elektron in einem Plasma.

4. Es ist immer ein Metallatom, welches eine Verbindung mit Sauerstoff eingeht (Oxydation).

5. Es ist immer ein Raumgitteratom in einem Halbleiter.

Welche Aussage kann über Moleküle nicht gemacht werden?

1. Ein Molekül ist das kleinste Teilchen einer chemischen Verbindung.

2. Die Ansammlung der Materie in den Aggregatzuständen »fest, flüssig bzw. gasförmig« ist meist durch Moleküle gebildet.

3. Moleküle können 4 Aggregatzustände »fest, flüssig, gasförmig und Plasma« annehmen.

4. Ein Molekül besteht aus einer Anzahl von Atomen, die elektrochemisch aneinander gebunden sind.

5. Wenn ein Atom von einem Molekül abgetrennt wird, verliert das Molekül seinen stofflichen Charakter.

Welche Aussage kann über Ionen gemacht werden?

1. Ionen sind frei bewegliche Elektronen, da sie negativ geladen sind.

2. Ein Molekül ist in seinem stabilen Zustand immer ein Ion.

3. Wenn Moleküle sich miteinander verbinden, wird die Verbindung Ion genannt.

4. Ionen sind Atome, bzw. Molekülteile, die nach außen elektrisch nicht neutral sind.

5. Ionen entstehen nur in Flüssigkeiten.

Was versteht man unter dem absoluten Nullpunkt? Es ist die Temperatur:

1. –273 K

2. 0 °C

3. 0 K

4. –3 K

5. 273 K

Was versteht man unter dem Begriff Influenz-Elektrizität?

1. Die Reibungselektrizität, die auf einem geriebenen Glasstab auftritt

2. Die Verschiebung elektrischer Ladungen durch Einwirkung eines elektrischen Feldes

3. Die Trennung der Elektronen von ihrem Atomkern

4. Die Entstehung einer elektrischen Spannung durch chemische Einflüsse

5. Die Entstehung eines elektrischen Stromes durch magnetische Kraftlinien

In welcher Aussage sind die Erscheinungsformen der Elektrizität richtig wiedergegeben? Elektrizität kann verursacht werden durch

1. Piezoeffekt, Kälte, ruhende Magnetfelder, Erwärmung von Isolatoren und chemische Verbindungen

2. isolierende Kristalle, Metalle, Isolatoren, Ionen und ruhende Leiter im Magnetfeld

3. Licht, Reibung, elektrostatische Felder, statische Magnetfelder und Piezoeffekt in Keramikwerkstoffen

4. Reibung, Piezoeffekt, bewegte Leiter im Magnetfeld, chemische Einwirkung, Licht und Wärme

5. Erwärmung von Metallen, ruhende Leiter im Magnetfeld, chemische Einwirkung, Licht und Wärme

In welcher Aussage über die möglichen Wirkungen, die der elektrische Strom in den praktischen Anwendungen der Elektrizität ausüben kann, ist ein Fehler vorhanden?

1. Magnetische Wirkung, chemische Wirkung, Wärmewirkung, Lichtwirkung, Elektrostriktion

2. Magnetische Wirkung, Wärmewirkung, chemische Wirkung, Lichtwirkung, Wirkungsgrad

3. Chemische Wirkung, Lichtwirkung, Elektrostriktion, Wärmewirkung, elektromagnetische Wirkung

4. Radioaktive Strahlungs-Wirkung, Lichtwirkung, Wärmewirkung, chemische Wirkung, magnetische Wirkung

5. Physiologische Wirkung, Lichtwirkung, Wärmewirkung, chemische Wirkung, magnetische Wirkung

Was versteht man unter »Physiologische Wirkung des elektrischen Stromes«?

1. Die chemische Reaktion auf den menschlichen Körper

2. Die schädliche Einwirkung von Magnetfeldern in den menschlichen Körper im Bereich von Hochspannungsleitungen

3. Die Verursachung von Muskelverkrampfungen und Verbrennungen, die der elektrische Strom im menschlichen (tierischen) Organismus hervorruft

4. Den Stromfluss bei einer Berührungsspannung am menschlichen Körper von 40 V

5. Die biochemische Reaktion im menschlichen Körper, die durch die elektromagnetischen Felder von Hand-Sprechfunk-Geräten hervorgerufen wird

Welche Mindest-Stromstärke, die bei einer Berührung mit einer elektrischen Spannung am menschlichen Körper auftreten kann, ist laut Festlegung der UVV bereits lebensbedrohlich?

1. 100 mA

2. 50 mA

3. 30 mA

4. 10 mA

5. 5 mA

Welche wichtigen Maßnahmen sind zur Verhinderung zu hoher Berührungsspannungen zulässig?

1. Schutzisolierung, Schutzkleinspannung, Schutztrennung, Erdung oder Nullung durch Schutzleiter, Fehlerstrom-Schutzschaltung

2. Schnellabschaltung durch Sicherungsautomat, Schutzisolierung, Schutzkleinspannung, Schutztrennung, Fehlerstrom-Schutzschaltung

3. Schutztrennung, Erdung oder Nullung durch Schutzleiter, Fehlerstrom-Schutzschaltung, Motor-Schutzschalter, Schutzisolierung, Schutzkleinspannung

4. Fehlerstrom-Schutzschaltung, Schmelzsicherung, Schutztrennung, Schutzkleinspannung, Erdung oder Nullung durch Schutzleiter, Schutzisolierung

5. Notausschaltung, Schutztrennung, Schutzkleinspannung, Erdung oder Nullung durch Schutzleiter, Schutzisolierung, Fehlerstrom-Schutzschaltung

Die VDE 0100 enthält die Bestimmungen über das Errichten von Starkstromanlagen mit Nennspannungen unter 1000 V. Welche Aussage hierzu ist falsch?

1. Leitungen, die Spannungserzeuger mit Verbrauchern verbinden, aber nicht vom Mittel- oder Sternpunkt ausgehen, nennt man Außenleiter.

2. Schutzleiter verbinden leitfähige Anlagenteile mit dem Betriebsstromkreis.

3. Unter diesen Starkstromanlagen versteht man Anlagen zum Erzeugen, Umwandeln, Speichern, Fortleiten oder Verbrauchen von elektrischer Energie mit Betriebsmitteln wie Transformatoren, Leitungen, Schalter, Motoren, Lampen, Heizgeräten, Messgeräten usw.

4. Die Farbkennzeichnung des Schutzleiters ist grün/gelb.

5. Unter Berührungsspannung versteht man die Spannung, die zwischen leitenden, nicht zum Betriebsstromkreis gehörenden, der Berührung zugänglichen Teilen untereinander oder zur Erde auftritt und vom menschlichen Körper bei der Berührung überbrückt wird.

Welche Aussage über die Stromrichtung in einem elektrischen Stromkreis trifft zu?

1. Die Stromrichtung ist von plus nach minus festgelegt.

2. Die physikalische Stromrichtung ist mit der technischen Stromrichtung identisch.

3. Außerhalb der Spannungsquelle (im äußeren Teil des Stromkreises) fließen die Elektronen von plus nach minus.

4. Die technische Stromrichtung ist außerhalb der Spannungsquelle (im äußeren Teil des Stromkreises) von minus nach plus.

5. Die physikalische Stromrichtung ist innerhalb der Spannungsquelle von plus nach minus und im äußeren Teil des Stromkreises von minus nach plus.

Welche drei Betriebsmittel werden für einen einfachen Stromkreis benötigt?

1. Spannungsquelle, Verbraucher, Verbindungsleiter

2. Spannungsquelle, Sicherung, Verbindungsleiter

3. Verbraucher, Schalter, Verbindungsleiter

4. Spannungsquelle, Sicherung, Schalter

5. Spannungsquelle, Schalter, Verbindungsleiter

Nennen Sie die Voraussetzung, die erfüllt sein muss, damit im Stromkreis ein Strom I fließen kann!

1. Es müssen eine Spannung und ein Widerstand vorhanden sein.

2. Der Anschluss des Verbrauchers muss mit dem Pluspol der Spannungsquelle verbunden sein.

3. Die Zuleitungen zum Verbraucher müssen 0 Ω haben.

4. Der eine Anschluss des Verbraucherwiderstandes muss mit dem Pluspol der Spannungsquelle, der andere mit ihrem Minuspol elektrisch leitend verbunden sein.

5. Die elektrische Spannung und ein Verbraucherwiderstand müssen vorhanden sein.

Was versteht man unter Stromdichte?

1. Die Anzahl der freien Elektronen in einem Leiter

2. Die Stromstärke pro Flächeneinheit

3. Die Leitfähigkeit eines Leiters

4. Die Abstände, in welchen Stromstöße durch einen Leiter fließen

5. Die Ionenkonzentration in einem Leiter

Welche Aussage über die elektrische Spannung U ist falsch?

1. Es ist die Potentialdifferenz (U = W / Q) zwischen zwei Punkten.

2. Die elektrische Spannung ist die Voraussetzung für den elektrischen Strom.

3. Um eine elektrische Spannung zu erzeugen, muss eine Kraft F aufgewendet werden, welche die Ladung Q über eine Strecke s bewegt.

4. Der elektrische Strom I wird umso größer, je höher die Spannung U an einem konstanten Verbraucherwiderstand gemacht wird.

5. Bei der Erzeugung der elektrischen Spannung werden die Elektronen am Pluspol der Spannungsquelle gesammelt.

Wie äußert sich die elektrische Spannung an den Klemmen einer Gleichspannungsquelle?

1. Am Pluspol sammeln sich die Elektronen und bilden einen Überschuss.

2. Der Minuspol behält die negative Ladung auch dann, wenn die Batterie leer ist.

3. Der Ladungsunterschied zwischen Plus- und Minuspol führt zu einem Strom durch den angeschlossenen Verbraucherwiderstand.

4. Wenn im Innern der Spannungsquelle die Ladungstrennarbeit unterbrochen wird, bleibt die Klemmenspannung erhalten.

5. Am Pluspol der Spannungsquelle herrscht Elektronenüberschuss und am Minuspol Elektronenmangel.

Welche Behauptung über die Leitfähigkeit κeines Werkstoffes ist richtig?

1. Die Leitfähigkeit ist der Kehrwert des Widerstandes (κ= 1/R).

2. Die Leitfähigkeit ergibt sich zu κ= 1 – R.

3. Die Leitfähigkeit ergibt sich zu κ= ρ – 1.

4. Die Leitfähigkeit ergibt sich zu κ= 1 – ρ.

5. Die Leitfähigkeit ist der Kehrwert des spezifischen Widerstandes (κ= 1/ρ).

Wie ist der spezifische Widerstand definiert?

1. Der Widerstandswert eines Leiterwerkstoff-Drahtes mit den Abmessungen: Querschnitt A = 1 mm² und Länge l = 1 m

2. Der Widerstandswert eines Leiterwerkstoff-Drahtes bei Raumtemperatur (20° C) mit der Länge l = 1 m

3. Der Widerstandswert eines Leiterwerkstoff-Drahtes der Länge l = 1 m

4. Der Widerstandswert eines Leiterwerkstoff-Drahtes bei Raumtemperatur (20° C)

5. Der Widerstandswert eines Leiterwerkstoff-Drahtes bei Raumtemperatur (20° C) mit den Abmessungen: Querschnitt A = 1 mm² und Länge l = 1 m

Welche der 5 Erläuterungen der in der Gleichung angegebenen Kurzzeichen ist falsch? RW = RK ( 1 + α ∙ ΔT) (RK oft auch mit R20 bezeichnet)

1. α = Temperaturkoeffizient in °C

2. RW = Warmwiderstand in Ω

3. RK = Kaltwiderstand bei 20°C in Ω

4. ΔT = Temperaturdifferenz in K(elvin)

5. R20 = identisch mit RK

Was versteht man unter dem Temperaturkoeffizienten allgemein?

1. Der Temperaturkoeffizient ist die Änderung einer bestehenden Größe unter Temperatureinfluss.

2. Der Temperaturkoeffizient ist das Verhältnis aus der Änderung einer Größe unter dem Einfluss einer Temperaturänderung zur Größe bei einer bestimmten Referenztemperatur (z. B. Raumtemperatur) pro K Temperaturdifferenz.

3. Der Temperaturkoeffizient hat immer die Maßeinheit der unter Temperatureinfluss betrachteten Größe.

4. Der Temperaturkoeffizient eines Werkstoffes ist umgekehrt proportional zur Temperaturänderung.

5. Der Temperaturkoeffizient ist ein Zahlenwert mit Maßeinheit, der angibt, um wie viel sich eine Größe bei einer bestimmten Temperaturänderung ausdehnt oder zusammenzieht.

Für welchen der aufgeführten Stoffe ist die Polarität seines Temperaturkoeffizienten richtig angegeben?

1. Kohle hat einen negativen Temperaturkoeffizienten.

2. Aluminium hat einen negativen Temperaturkoeffizienten.

3. Kupfer hat einen negativen Temperaturkoeffizienten.

4. Konstantan hat einen positiven Temperaturkoeffizienten.

5. Zinn hat einen negativen Temperaturkoeffizienten.

Welche Behauptung über einen Wirkwiderstand ist richtig?

1. Ein Wirkwiderstand ist frequenzabhängig.

2. Jeder Wirkwiderstand hat eine nichtlineare Kennlinie.

3. Die Kenngrößen eines Wirkwiderstandes sind der Widerstandswert, die Toleranz und die Belastbarkeit.

4. Ein Wirkwiderstand setzt nur bei Gleichstrom elektrische Leistung in Wärme um.

5. Fließt durch einen Wirkwiderstand der gleiche Strom in entgegengesetzte Richtung, so ist die in Wärme umgesetzte Leistung unterschiedlich.

In einem Stromkreis wird bei gleich bleibender Spannung der Widerstand auf ein Viertel seines ursprünglichen Wertes geändert. Welche Behauptung ist richtig?

1. Die Stromstärke bleibt gleich.

2. Die Stromstärke reduziert sich auf ein Viertel.

3. Die Stromstärke vervierfacht sich.

4. Die Stromstärke reduziert sich auf die Hälfte.

5. Die Stromstärke verdoppelt sich.

Wie lautet das Ohmsche Gesetz?

1. I = U/P

2. I = U/R

3. I = U²/P

4. I = P/U

5. I = P/U²

Wie ändert sich der Strom, wenn bei konstantem Widerstand R die Spannung verringert wird? Der Strom

1. steigt an.

2. verdoppelt sich.

3. wird nur unwesentlich größer.

4. bleibt konstant.

5. verringert sich.

Wie muss die Spannung geändert werden, wenn für einen konstant zu haltenden Strom der Widerstand vergrößert werden soll? Die Spannung

1. muss verkleinert werden.

2. muss vergrößert werden.

3. kann konstant bleiben.

4. muss geringfügig korrigiert werden.

5. muss verdoppelt werden.

Wie muss der Widerstandswert geändert werden, wenn sich Spannung und Strom verdoppeln sollen? Der Widerstandswert

1. muss halbiert werden.

2. muss verdoppelt werden.

3. muss konstant bleiben.

4. muss geringfügig erhöht werden.

5. muss erheblich gesenkt werden.

Welche der nachstehenden Aussagen ist falsch?

1. Im Spannungserzeuger, einer Taschenlampen-Batterie beispielsweise, wird durch Energiezufuhr – dies ist Arbeit – eine Ladungstrennung vollzogen.

2. Der Strom I wird in A(mpére) gemessen.

3. Jeder Leiter, der von einem elektrischen Strom durchflossen wird, setzt dem Strom einen Widerstand entgegen.

4. Die Arbeit (englisch: work) wird in der Mechanik als die Wirkung einer Kraft pro Fläche aufgefasst.

5. Steigende Spannung löst steigenden Strom an einem konstanten Widerstand aus.

Auf dem Leistungsschild eines Heizofens stehen folgende Angaben: U = 230 V, P = 2 kW. Mit welcher der genannten Gleichungen kann die Stromaufnahme des Heizofens berechnet werden?

1. I = U/P

2. I = U∙P

3. I = U²/P

4. I = P/U

5. I = P/U²

Welche Zuordnung von physikalischer Größe und Einheit ist falsch?

1. Elektrische Spannung → Volt

2. Elektrische Arbeit →Newton

3. Elektrischer Widerstand → Ω

4. Elektrischer Strom → Ampere

5. Elektrische Leistung → Watt

Über die physikalische Größe der Arbeit W kann ausgesagt werden:

1. Die elektrische Arbeit ist die Wirkleistung P, multipliziert mit der Zeit t, in der sie wirksam ist.

2. Die mechanische Arbeit wird in Newton (N) gemessen.

3. Arbeit ist die Kraft F, die pro Zeit t aufgewendet wird.

4. Die Arbeit W wird umso größer, je schneller sie verrichtet wird.

5. Die Arbeit errechnet sich W = P / t.

Wie muss die Spannung geändert werden, wenn für einen konstant zu haltenden Strom die Leistung verdoppelt werden soll? Die Spannung

1. muss halbiert werden.

2. muss verdoppelt werden.

3. muss konstant bleiben.

4. muss geringfügig erhöht werden.

5. muss erheblich gesenkt werden.

Wie muss der Strom geändert werden, wenn die Spannung konstant bleibt und die Leistung verdoppelt werden soll? Der Strom

1. muss verkleinert werden.

2. muss leicht vergrößert werden.

3. kann konstant bleiben.

4. muss geringfügig korrigiert werden.

5. muss verdoppelt werden.

Wie muss der Widerstandswert des Verbrauchers geändert werden, wenn die anliegende Spannung konstant bleibt und die Leistung verdoppelt werden soll? Der Widerstandswert

1. muss vervierfacht werden.

2. muss auf ein Viertel reduziert werden.

3. kann konstant bleiben.

4. muss halbiert werden.

5. muss verdoppelt werden.

Wie muss der Widerstandswert des Verbrauchers geändert werden, wenn die Leistung konstant bleibt und die anliegende Spannung verdoppelt werden soll? Der Widerstandswert

1. muss vervierfacht werden.

2. muss auf ein Viertel reduziert werden.

3. kann konstant bleiben.

4. muss halbiert werden.

5. muss verdoppelt werden.

Wie muss der Widerstandswert des Verbrauchers geändert werden, wenn die Leistung konstant bleibt und der Strom verdoppelt werden soll? Der Widerstandswert

1. muss vervierfacht werden.

2. muss auf ein Viertel reduziert werden.

3. kann konstant bleiben.

4. muss halbiert werden.

5. muss verdoppelt werden.

Was versteht man unter der Bezeichnung »Wirkungsgrad«?

1. Den Unterschied zwischen zugeführter und abgegebener Leistung

2. Das Verhältnis von zugeführter zu abgegebener Leistung

3. Das Verhältnis von Wirkleistung zur Scheinleistung

4. Das Verhältnis von abgegebener zu zugeführter Leistung

5. Das Verhältnis von Scheinleistung zur Wirkleistung

Welche der nachstehenden Aussagen ist falsch?

1. Der elektrische Strom ist in den SI-Einheiten (Système International d'Unités) 1960 als Basiseinheit festgelegt worden.

2. Der Wirkungsgrad ist das Verhältnis der zugeführten Leistung zu der abgegebenen Leistung (η = Pzu / Pab).

3. Neben dem ohmschen Widerstand gibt es noch andere Arten von Widerständen, die nicht mit dem ohmschen Widerstand verwechselt werden dürfen!

4. In einem einfachen Stromkreis ist der Strom der Spannung direkt und dem Widerstand indirekt proportional.

5. Das Produkt aus elektrischer Spannung und elektrischem Strom ist Leistung.

Wie groß kann der Wirkungsgrad höchstens werden?

1. 1

2. So groß wie die abgegebene Leistung

3. So groß wie das Verhältnis der zugeführten zur abgegebenen Leistung

4. So groß wie die zugeführte Leistung

5. So groß wie die zugeführte Arbeit

Lösungen zu den Multiple-Choice-Aufgaben:

3  Der Gleichstromkreis

3.1  Reihenschaltung ohmscher Widerstände

Allgemeines

In der Elektronik haben wir es häufig mit ohmschen Widerständen zu tun. Ein Stromkreis besteht meist nicht nur aus Spannungsquelle mit Zuleitungen und einem Verbraucher, sondern enthält auch eine Anzahl parallel und in Reihe geschalteter Widerstände in sogenannten gemischten Schaltungen. Diese Widerstände sind manchmal nicht auf Anhieb als solche erkennbar, müssen aber oft mit berücksichtigt werden, wenn die Funktion einer Schaltung betrachtet wird. Andererseits kann es notwendig sein, um zu verwertbaren Ergebnissen bei der Untersuchung von elektronischen Schaltungen zu kommen, dass der eine oder andere ohmsche Widerstand bei der Berechnung vernachlässigt wird.

So hat der Fachmann immer die fachlich richtige Entscheidung zu treffen, wenn er die Wirkungsweise einer elektronischen Schaltung messtechnisch oder mathematisch untersuchen will, ob ein solcher Widerstand vernachlässigbar ist oder nicht. Die folgenden Übungen sollen dabei helfen, die Sinne in dieser Hinsicht zu schärfen.

Wir werden uns in diesem Kapitel mit der Reihenschaltung von ohmschen Widerständen und deren Gesetzmäßigkeiten beschäftigen.

Reihenschaltung von 3 ohmschen Widerständen

Beispielhaft für die Reihenschaltung ohmscher Widerstände können 3 Widerstände R1 = 47 Ω, R2 = 100 Ω und R3 = 180 Ω sein, die nacheinander mit Hilfe der Schalter S1 und S2 in Reihe geschaltet und an eine Spannungsquelle U = 1,5 V angeschlossen werden (Abb. 3.1). Der jeweils fließende Strom lässt sich nach dem ohmschen Gesetz berechnen. Hierzu ist es erforderlich, die Spannung U am jeweiligen Widerstand und den Widerstand R selbst zu messen. Die rechnerische Ermittlung des Stromes wird auch indirekte Strommessung genannt.

Bild 3.1  Reihenschaltung von Widerständen

Erläuterungen und Erkenntnis:

Bei geschlossenen Schaltern S1 und S2 ist R1 alleine im äußeren Stromkreis. Wird S1 geöffnet, sinkt der Strom ab. Das Öffnen des Schalters S2 reduziert den Strom nochmals. Der Widerstand zwischen den Punkten A und D wird Gesamtwiderstand R ges oder R g genannt. Es berechnet sich der Gesamtwiderstand aus den Einzelwiderständen nach der Gesetzmäßigkeit:

(3.1),

allgemein geschrieben:

(3.2).

In einer Reihenschaltung addieren sich auch die Teilspannungen (auch Spannungsabfälle genannt) zur Gesamtspannung (hier an den Punkten A-D gemessen):

(3.3),

allgemein geschrieben:

(3.4).

Das Kirchhoff'sche (Gustav Robert Kirchhoff 1824-1887, deutscher Physiker) Gesetz Nr. 2 (Maschenregel ) hierzu lautet:

(3.5).

In einer Reihenschaltung sind auch die Teilspannungen den Teilwiderständen, an denen sie anliegen, direkt verhältnisgleich (proportional). Es gilt die Formel:

(3.6),

aber auch allgemein geschrieben:

(3.7).

Hinweise

Die Summe aller Teilspannungen entlang eines geschlossenen Stromweges ist gleich 0.

Die Teilspannungen verhalten sich zu den Teilwiderständen wie die Gesamtspannung zum Gesamtwiderstand.

Eine der häufigsten Anwendungen der Reihenschaltung von Widerständen ergibt sich, wenn wir eine Stromversorgung in Betrieb nehmen. Um die Stromversorgung eines elektronischen Gerätes zu realisieren, benötigen wir eine Spannungsquelle, eine Batterie z. B., oder ein spannungsstabilisiertes Stromversorgungsteil, welches wir aus dem Stromnetz speisen. Einerlei, wie eine solche Stromversorgung beschaffen ist, soll sie eine Versorgungsspannung für das Gerät liefern, die unabhängig von der Belastung seitens des Verbrauchers stabil bleibt. Diese Forderung ist allerdings nur annähernd erfüllbar, denn die Spannung der Klemmen (Klemmenspannung) der Spannungsquelle ändert sich bei Belastung mehr oder weniger. Der Grund hierfür liegt in dem Vorhandensein eines ohmschen Widerstandes im Innern der Spannungsquelle, dem sogenannten Innenwiderstand R

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