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Seewölfe - Piraten der Weltmeere 7: Küstenhaie

Seewölfe - Piraten der Weltmeere 7: Küstenhaie

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Seewölfe - Piraten der Weltmeere 7: Küstenhaie

Länge:
147 Seiten
1 Stunde
Herausgeber:
Freigegeben:
Dec 28, 2012
ISBN:
9783954391455
Format:
Buch

Beschreibung

Philip Hasard Killigrew hatte das Geheimnis der spanischen Seekarten keinem Mann seiner Crew erzählt. Doch die beiden spanischen Agenten, die den Seewolf nicht mehr aus den Augen ließen, folgten ihm auf seiner Irrfahrt mit der "Isabella" und ihrer Silberladung. Und dann gelang es ihnen, Dan O'Flynn in ihre Gewalt zu bringen. Unter der Folter sollte er sein Wissen ausplaudern. O'Flynn wußte nichts, und für den Seewolf aus Arwenack ließ er sich notfalls in Stücke reißen. Als Hasard erfuhr, was da geschah, lief er Amok...
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Freigegeben:
Dec 28, 2012
ISBN:
9783954391455
Format:
Buch

Über den Autor


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Buchvorschau

Seewölfe - Piraten der Weltmeere 7 - John Curtis

info@vpm.de

1.

„Ho, Jungs, klar bei Brassen! Beeilt euch, ihr verdammten Hundesöhne – ja, so ist’s recht!"

Die mächtige Stimme Ben Brightons dröhnte über das Hauptdeck der „Isabella von Kastilien". Aus schmalen Augen beobachtete er, wie die Rahen der Galeone nach Steuerbord herumschwangen.

„Ruder Backbord, Pete!" rief er gleich darauf Pete Ballie zu, der achtern am Kolderstock stand.

Der Rudergänger stemmte sich gegen den Kolderstock. Er spürte, wie Druck auf das Ruder der Galeone kam.

„Weiter, Pete, noch weiter – in Ordnung, recht so!" Die mächtige Stimme Ben Brightons durchdrang mühelos das Heulen des Windes, das Klatschen der anlaufenden Seen, die die Galeone immer wieder weit nach Steuerbord überholen ließen.

Das schwere Schiff nahm wieder Fahrt auf. Der aus West wehende Wind füllte die Segel.

Philip Hasard Killigrew stand breitbeinig auf dem Achterkastell und beobachtete seinen Bootsmann, der an Bord der „Isabella" die Funktion des Ersten Offiziers erfüllte. Gleichzeitig verfolgte der Seewolf – wie Philip Hasard Killigrew von seinen Leuten insgeheim voller Respekt genannt wurde – die Manöver und die Schnelligkeit, mit der sie von seiner Crew ausgeführt wurden. Und der Seewolf war zufrieden. Seine Blicke wanderten nach Steuerbord, wo eben die schmale Landzunge, auf der die Stadt Exmouth lag, achteraus wanderte.

Die „Isabella von Kastilien" hatte die schwierige Einfahrt in die Mündung des Exe geschafft und lief nun unter Vollzeug den Piers von Topsham entgegen.

Der Wind hatte in den letzten Stunden ständig aufgebrist, dem Seewolf war das gerade recht gewesen, so würden sie Topsham schneller erreichen.

„Ben!"

Der Bootsmann drehte sich um und sah den Seewolf fragend an.

„Wir haben zwar günstigen Wind und könnten leicht durch den Kanal bis Exeter segeln, aber es bleibt dabei, wir machen in Topsham fest. Vorn an der Außenpier."

Ben Brighton nickte, sah den Kapitän der „Isabella" aber weiterhin fragend an, denn er wußte, daß noch etwas folgen würde, daß der Seewolf sich etwas überlegt haben mußte.

„Wenn wir festgemacht haben, bricht Dan sofort nach Exeter auf und verständigt Kapitän John Thomas von unserer Ankunft. Dan bringt den Kapitän mit an Bord der ‚Isabella‘. Holt euch die Adresse von Kapitän Thomas beim Hafenmeister, der kennt ihn bestimmt und weiß also auch, wo Dan ihn findet."

Ben Brighton nickte.

„Geht Dan allein?" fragte er.

Hasard nickte.

„Er geht allein. Ich möchte nach all den Anschlägen, die inzwischen auf unser Schiff und auf unsere Ladung unternommen worden sind, jeden Mann an Bord haben. Für Topsham gilt das gleiche wie in Plymouth. Kein Fremder wird ohne meine ausdrückliche Erlaubnis an Bord gelassen. Für die Liegezeit verstärkte Wachen, bewaffnet."

Abermals nickte Ben Brighton. Und dabei dachte er an mehrere Dinge zugleich: an die dreißig Tonnen Silberbarren, die noch immer im Bauch der Galeone sorgfältig gestaut und festgelascht lagerten, und an jene geheimnisvolle Kassette, die sie in buchstäblich allerletzter Sekunde dem spanischen Kapitän der „Isabella von Kastilien" abgejagt hatten. Und nicht einmal er, Ben Brighton, wußte, was diese geheimnisvolle Kassette wirklich barg.

Flüchtig schossen Ben Brighton die Bilder durch den Kopf, die sich in sein Bewußtsein unauslöschlich eingebrannt hatten: der sich rasendschnell nähernde Brander im Hafen von Plymouth, durch den das Schicksal ihres Schiffes längst besiegelt worden wäre, wenn Ferris Tucker das nicht durch seinen todesmutigen Einsatz verhindert hätte. Er sah den riesigen Schiffszimmermann wieder inmitten der lodernden prasselnden Flammen stehen, die drei Pulverfässer losschlagen und über Bord werfen, sah ihn, wie er anschließend mit gewaltigen Streichen seiner Axt den Schiffsboden des Branders zertrümmerte und ihn so zum Sinken brachte, noch bevor er die „Isabella und die neben ihr liegende „Santa Cruz erreichte.

Ben Brighton dachte in diesem Moment auch an den Versuch jener beiden gefährlichen Kerle, Hasard Killigrew zu entführen, an den wüsten Kampf, der daraufhin in der Mill Bay entbrannte. Er dachte an den heimtückischen Überfall auf die „Isabella", der nur wenig später passierte, an den Mordversuch, der im Queen’s Hotel auf den Seewolf von zwei gedungenen Mördern verübt wurde und der damit endete, daß der Seewolf die beiden Strolche im Laufe eines heftigen Handgemenges durch das Fenster jener Suite, in die man ihn gelockt hatte, in die Tiefe warf.

Und dann tauchte in Ben Brightons Erinnerung wieder das Gesicht des aalglatten Sir. Thomas Doughty auf, eines Höflings, der Ben Brightons Meinung nach von allen Beteiligten der weitaus gefährlichste Mann war und vor allem derjenige, der die Ladung der „Isabella" unter allen Umständen in seine Gewalt bringen wollte. Schließlich sprach ihr letztes Abenteuer, das sie bei ihrer Fahrt nach Falmouth erlebt hatten, in dieser Hinsicht Bände.

Ben Brighton riß sich gewaltsam aus seinen Erinnerungen.

„Aye, Hasard. Ich werde Dan verständigen. ZumHafenmeister gehe ich mit, ich will sicher sein, daß nicht wieder irgend etwas schiefläuft."

Der Seewolf nickte ihm zu.

„Ich werde froh sein, Ben, wenn wir endlich diese Teufelsladung von Bord haben, sagte er. „Ich habe jetzt noch einiges zu tun. Wenn irgend etwas sein sollte, ich bin in meiner Kammer.

Hasard drehte sich um und turnte gleich darauf den Niedergang zum Hauptdeck hinunter, von wo aus eine dicke Bohlentür ins Innere des Achterkastells führte.

Hätte der Seewolf gewußt, daß bereits um diese Zeit zwei Augenpaare ständig Ausschau nach der „Isabella" hielten und sie auch sofort entdeckten, als sich ihre Mastspitzen schließlich über die Kimm schoben – Hasard hätte seine Pläne bestimmt noch geändert.

So aber segelte die „Isabella" bei westlichem Wind mit schäumender Bugwelle Topsham entgegen – jener kleinen Stadt, die an der Mündung des Exe liegt, vier Kilometer von Exeter entfernt.

Die „Isabella von Kastilien" lag mit zum Teil aufgetuchten Segeln an der Außenpier des Hafens. Vom Hauptdeck schallte die laute Stimme des Decksältesten, unter dessen Kommando die Crew die letzten Segel barg und festzurrte.

Der Seewolf stand auf dem Achterkastell, vor ihm Ben Brighton und Donegal Daniel O’Flynn, ganze sechzehn Jahre alt, schlaksig, frech und zitternd vor Ungeduld.

Der Seewolf sah das Bürschchen aus seinen eisblauen Augen an, sein schwarzes Haar flatterte im Wind. Er mußte sich beherrschen, um nicht zu grinsen.

„Also, was ist denn nun? Wollen wir hier anwachsen? fragte Dan, und seine Hände ballten sich unwillkürlich zu Fäusten. „Und überhaupt, ich gehe allein zum Hafenmeister. Was soll denn Ben dabei? Bin ich etwa ein Säugling? Ich kriege schon raus, wo Kapitän Thomas wohnt, ich …

„Schluß jetzt, Dan. Ben geht mit, und damit basta. Ich will nämlich ebenfalls wissen, wo John Thomas wohnt – für alle Fälle. Du gehst dann sofort weiter."

Er sah Dan abermals an.

„Und noch etwas, Dan, sagte er dann. „Du richtest meine Botschaft nur dem Kapitän persönlich aus, zu niemand anderem ein Wort. Ist der Kapitän nicht zu Hause, dann wartest du. Sollte er verreist sein, kehrst du sofort wieder zum Schiff zurück. So, ab jetzt mit euch!

Ben Brighton und Dan verschwanden. Dan maulte noch etwas vor sich hin, doch dann siegte sein Tatendrang. Außerdem hatte Hasard ja irgendwie recht: So brauchte er nicht extra zum Schiff zurück, sondern konnte sich sofort auf den Weg nach Exeter machen.

Der Hafenmeister bewohnte ein kleines, schmales Haus unweit der Außenpier. Er war ein schwerer, fast zwei Meter großer Mann, der lange Jahre mit den anderen Fischern Topshams zusammen auf Fischfang gefahren war. Er kannte sich aus mit Schiffen und ihren Besatzungen und sah schon an der Art, wie ein Schiff in den Hafen einlief, was mit dessen Kapitän los war.

Das Anlegemanöver der „Isabella" hatte er anfangs mit Stirnrunzeln, dann aber mit größtem Respekt verfolgt. Der Mann, der dieses Schiff befehligte, verstand sein Handwerk.

John Fowler hatte natürlich ebenfalls beobachtet, wie Dan und Ben Brighton von Bord gingen. Er wußte auch sofort, daß sie zu ihm wollten, denn jedes einlaufende Schiff hatte sich beim Hafenmeister zu melden und mitzuteilen, wie lange es voraussichtlich an der Pier oder auch auf Reede liegenzubleiben gedachte. Daher sah er den beiden mit einigem Interesse entgegen, denn über dieses Schiff und seinen Kapitän wollte er mehr in Erfahrung bringen.

Er sah, wie die beiden sich bei Straßenpassanten nach ihm erkundigten, und wie ein älterer Mann schließlich auf sein Haus wies und ihn dann auch selber entdeckte.

John Fowler setzte sich in Bewegung und ging den beiden entgegen. Er wollte ohnehin zur Pier hinüber und sich die „Isabella" aus der Nähe ansehen.

Minuten später stand er Ben Brighton und Dan gegenüber. Er musterte den Bootsmann der „Isabella" und nickte unmerklich. So sahen Männer aus, die auf solchen Schiffen und unter solchen Kapitänen fuhren.

„Sie wollen zu mir. Ich sah, wie Ihr Schiff einlief und festmachte. Meinen Respekt, Mister, das war eine hervorragende seemännische Leistung, so was sieht man hier nicht alle Tage!"

Dan grinste den Hafenmeister an.

„Hat auch nicht jedes Schiff einen Philip Hasard Killigrew als Kapitän", sagte er respektlos.

John Fowler kniff unwillkürlich die Augen zusammen.

„Killigrew? fragte er. „Hat dieser Killigrew etwas mit dem alten John Killigrew aus Falmouth zu tun? Mit der Sippe, die in der Feste Arwenack haust?

Dan schlug sich vor Vergnügen auf die Schenkel.

„Ha, dieser alte Klabautermann ist sein Vater, Mister. Und ob er mit dieser Sippe was zu tun hat! Aber fragen Sie den Seewolf besser nicht danach, oder er hängt Sie genauso an den Haken wie damals seinen Alten auf Arwenack."

„An den Haken? Den alten John Killigrew? He, junger Mann, ich bin ein wenig zu alt, um mich von einem solchen Bürschchen wie dir auf den Arm nehmen zu lassen."

Ben Brighton schaltete sich ein, während Dan von einem Ohr zum anderen grinste.

„Was der Junge sagt, stimmt, Mister. Es ist wirklich nicht allzugut für Fremde, in Gegenwart unseres Kapitäns von dieser Sippe auf Arwenack zu sprechen. Aber nun zu dem Grund, warum wir in Topsham festgemacht haben. Kapitän Killigrew hat eine Botschaft für Kapitän John Thomas. Er soll in Exeter wohnen. Wir brauchen die genaue Adresse von Mister Thomas. Können Sie uns weiterhelfen?"

John Fowler nickte, aber man sah ihm an, daß er immer noch an dem herumkaute, was er soeben vernommen hatte.

„John Thomas wohnt in St.-Thomas-The-Apostle. Das ist eine Vorstadt von Exeter. Es ist nicht schwer, ihn zu finden. Er lebt dort mit seiner Familie in einem Landhaus am rechten Ufer des Exe. Sie erkennen das Haus sofort an seinem blauen Anstrich – ein anderes Haus dieser Art gibt es weit und breit nicht.

Ben Brighton wandte sich an Dan.

„Du weißt jetzt Bescheid, Dan. Setz dich in Marsch und beeil dich, Junge."

Das letzte Wort war Ben Brighton so herausgerutscht. Zu spät fiel ihm ein, daß Dan sich wütend aufplusterte, wenn ihn jemand mit Junge anredete.

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