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Der unerhörte Erzähler

Der unerhörte Erzähler

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Der unerhörte Erzähler

Länge:
628 Seiten
8 Stunden
Herausgeber:
Freigegeben:
2. Okt. 2015
ISBN:
9783739295893
Format:
Buch

Beschreibung

WORAUS BESTEHT DIE WELT?
AUS GESCHICHTEN!

Betreten Sie die vielfältigen Welten dieses Romans! Lassen Sie sich leiten im Spiel der Erzählungen und erleben Sie hautnah Aufstieg und Untergang des wohl größten Despoten unserer Zeit!
Erschaffen Sie ihn und vernichten Sie ihn! Lernen Sie ihn lieben, lernen Sie ihn hassen! Werden Sie Verschwörer und Mitwisser, Richter und Henker!
Lauschen Sie seinen Erzählungen und gehen Sie mit diesem sonderbaren Erzähler auf eine Entdeckungsreise durch ein zeitgenössisches Panorama, an dessen Ende nur einer stehen kann...
...der eigentliche Protagonist dieses Romans...
...Sie!

Sind Sie bereit?


DER UNERHÖRTE ERZÄHLER - ein moderner Schelmenroman über den Arabischen Frühling und seine Folgen, zugleich ein Spiel mit dem Leser sowie mit herkömmlichen Erzählkonventionen. Ironie und Sarkasmus lassen eine tragikomische Mischung entstehen, die auf schonungslose Art und Weise unsere Gegenwart offenbart.
Herausgeber:
Freigegeben:
2. Okt. 2015
ISBN:
9783739295893
Format:
Buch

Über den Autor

Yannick Dreßen, geboren 1982 in Düsseldorf, lebte lange Zeit in Köln und studierte dort Germanistik, Mittlere und Neuere Geschichte sowie Romanistik. Er begann eine Promotion in Literaturwissenschaft über "Narrative Strukturen und Erzähltechniken in den Romanen von Leo Perutz". Mittlerweile wohnt er in Freiburg und arbeitet als DaF/DaZ-Lehrer und Dozent. Er hat bereits mehrere Werke in Selbstverlagen veröffentlicht. Seit 2017 betreibt er zudem einen Literaturblog unter eigenem Namen. Sein Romanprojekt "Verdichtet" stand auf der Longlist des Blogbuster Preises 2020.


Buchvorschau

Der unerhörte Erzähler - Yannick Dreßen

Das Buch

DER UNERHÖRTE ERZÄHLER behandelt ein aktuelles und brisantes Thema. Es geht um ein diktatorisch geführtes Land, dessen Volk sich gegen den jahrzehntelangen Despoten erhebt. Dabei dienen insbesondere der Arabische Frühling und seine Folgen als Folie. Zugleich stellt der Roman aber auch ein Spiel mit dem Leser sowie mit herkömmlichen Erzählkonventionen dar. Es ist ein Schelmenroman, dessen ironische Schreibweise eine tragikomische Mischung entstehen lässt, die auf schonungslose Art und Weise unsere Gegenwart offenbart.

Der Autor

Yannick Dreßen, geboren 1982 in Düsseldorf, lebt und arbeitet in Köln. Seit Abschluss seines Studiums der Germanistik, Mittleren und Neueren Geschichte sowie Romanistik arbeitet er als DaF-Dozent an einer privaten Sprachschule. In den letzten Jahren sind durch seine Feder mehrere Kurzgeschichten, Dramen, Gedichte und ein erster Roman entstanden. Der Unerhörte Erzähler ist sein zweiter Roman.

www.yannickdressen.de

Meine Geburt beginnt mit einem lauten Aufschrei, der mein Leben schicksalhaft bestimmen wird:

Foul is fair, and fair is foul

CURRICULUM VITAE

PERSÖNLICHE DATEN

Der Vertrauensvertraginklusive Die Küche des Erzählens

BERUFLICHER WERDEGANG

Kapitel

Wie ich geworden, was ich bin, und zu demjenigen gelangt, dessen Begleiter ich werden sollte

Kapitel

Wie ich mich einlebte, wo mich das Schicksal hingeworfen, und mühsam Vertrauen festigte, wo ich auf zähen Widerstand traf

Kapitel

Wie ich meine Stellung im Ordnungsgefüge eingenommen und meinem Herrn das erste Mal mit Rat und Tat zur Seite gestanden

Kapitel

Wie ich mich gegen innere Feinde behauptet und den ersten Übergriff, wenn auch unter großem Opfer, überwunden – dazu eine Einführung in die Staatsgeschäfte

Kapitel

Wie ich der Verleihung des Internationalen Preises für Menschenrechte beigewohnt, bevor mich das Grauen heimgesucht und tückisch überfallen, so dass ich viel Stoff gelassen

Kapitel

Wie mich ungewisse Schuld heimgesucht und der Prozess beinah zugrunde gerichtet, woraufhin Scham als ewiger Makel zurückgeblieben

Kapitel

Wie ich gerettet und zu wahrer Größe aufgestiegen, wobei ich endgültig dem Blutrausch verfallen – nebst einem Nachtrag hinsichtlich der Person Marias, verbunden mit einem Zusatz über den Vorgang des Erzählens

Kapitel

Wie wir Konferenz über die Endlösung der Volkfrage abgehalten, bei der ich vor Ihren Augen vom Schriftführer zum Wortführer aufsteige, und uns danach im Freudentaumel die Revolution überrollt

Kapitel

Wie ich untergetaucht und die Flucht ins gelobte Landangetreten, wo mich und meine Begleiter Cherubim erwarteten, die uns mit loderndem Flammenschwert empfingen

10.Kapitel

Wie nun der Kulminationspunkt beider Ebenen in einem Ende erreicht wird, das auch als Ende dieser Geschichte angesehen werden darf

ERFAHRUNGEN UND QUALIFIKATIONEN

Aventiure

Kim, der ewige Präsidentoder Der Aufstieg eines Tyrannen

Aventiure

Jan Palachoder Der Tod der Gerechtigkeit

Aventiure

Der Platz des Himmlischen Friedensoder Die Hinrichtung des Volkes

Aventiure

Le déserteuroder Im Namen der Namenlosen

Aventiure

Roberto Savianooder Die Stimme der Freiheit

Aventiure

Guantanamooder Another brick in the wall

Aventiure

Ruandaoder Die Welt schaut zu

Aventiure

Fideloder Im Namen des Volkes

Aventiure

Die Konferenz von Évianoder Das Leben eines Schicksallosen

Aventiure

1929oder Die Vollendung des Kapitalismus

ANHANG

Nachwort

Ihre Aventiure

Letzte Anmerkung

(Es beginnt)

Der Vertrauensvertrag

Geneigter Leser – Hier bin ich!

Pellen Sie mich aus dem Ei! Gebären Sie mich! Schaffen Sie mich! Hauchen Sie mir Leben ein!

Lesen Sie!

Ich bin im Entstehen, gerade hier und jetzt – weil Sie mich lesen!

Ja, ich bin nur im Entstehen, weil Sie wünschen, dass ich Sie auf eine Reise mitnehmen soll, weil Sie hoffen, dass ich Sie auf ein Abenteuer schicken werde.

Ich erwache durch Sie zum Leben, weil Sie sich einen Erzähler wünschen, der Sie leitet, der Sie an die Hand nimmt und führt!

Nun gut, hier bin ich also! Lassen Sie mich Ihr Erzähler sein!

Zugegeben: Ich bin nicht das, was man gemeinhin unter einem zuverlässigen Erzähler versteht. Es gibt viele weitaus glaubwürdigere Sprachrohre, als meine Wenigkeit es eines ist.

Dies muss ich, geneigter Leser, bereits zu Beginn klarstellen. Ich muss Sie auf dieses unumgängliche Übel aufmerksam machen, da Sie im Augenblick nur eine Stimme vernehmen, die Ihnen diese Zeilen vorträgt. Dabei ist es unerheblich, ob es sich um Ihre eigene in Ihrem Kopf handelt, da Sie diese Sätze selbst zu lesen angehalten sind, oder ob eine andere, aus welchen Gründen auch immer, Ihnen ebendiese Zeilen vorliest.

Die Folge ist dabei dieselbe: Sie beginnen sich bereits ein Bild von mir zu machen, ein Bild, das sich aus dem Eindruck weniger Worte speist. Sie beginnen mich mit allerhand Kleinigkeiten auszuschmücken und sich eine passende Stimme vorzustellen, die hinter dem Verfasser dieser Seiten liegen könnte.

Wahrscheinlich beginnen Sie sich bereits auszumalen, wie meine Umgebung aussieht, in welcher Situation ich mich befinden könnte, während ich diese Zeilen verfasse. Ja, ob ich in einer engen Kammer mit spärlichem Licht sitze, das leere Blatt Papier vor mir, den Stift hinter dem Ohr, den Ellebogen auf dem Tisch und die Hand an der Wange, tiefgründig nachsinnend, wie ich diesen Prolog am besten beginnen könne, ganz so, wie es ein wahrhafter Dichter zu tun pflegt.

Oder aber Sie stellen sich vor, ich säße in der freien Natur, gegen einen Baum gelehnt, an einem kleinen Bach, so ganz frei von äußeren Umständen, und fabulierte vor mich hin.

Oder Sie denken gar daran, dass ich mich gar nicht im Schreibprozess befinde, dass ich diese Zeilen gar nicht mit eigener Hand verfasse, sondern ein Interview gebe, in einem Sessel sitzend, die Beine übereinander geschlagen und den Rauch einer Zigarre genießend.

Ja, stellen Sie sich das einmal vor, geneigter Leser! Stellen Sie sich das einmal wahrhaftig vor!

Ich bitte Sie darum! Tun Sie es! Konzentrieren Sie sich auf mich, auf meine Erscheinung!

Legen Sie am besten alles beiseite, was Sie stört. Denken Sie nicht an Ihre Probleme! Vergessen Sie einmal die Alltagssorgen! Machen Sie sich frei von aller weltlichen Last! Machen Sie es sich bequem und lassen Sie sich gehen!

Sind Sie so weit?

Gut – und nun fantasieren Sie! Lassen Sie Ihrer Einbildungskraft freien Lauf!

Machen Sie es?

Bestimmt haben Sie noch andere Ideen, noch buntere Bilder, wie ich sein könnte, wie ich aussehen, wie ich agieren möge.

Fantasieren Sie, spinnen Sie herum, malen Sie mich aus, wie es Ihnen gefällt!

Denn nur Sie allein erwecken mich ja zum Leben. Ein klares Bild, eine scharfe Kontur festigt sich lediglich in Ihrem Kopf, dem einzigen Ort, an dem ich wirklich bin.

Bereits mit dem ersten Satz haben Sie ja das Reich der Literatur betreten, das bunte Reich der grenzenlosen Möglichkeiten. Hier regiert keine Faktizität, sondern die reine Fiktionalität!

Ich ermuntere Sie deswegen zu grenzenloser Fantasie! Sie ist unabdingbar in dieser Welt! Sie ist gar Vorraussetzung dieser Lektüre!

Nichtsdestotrotz möchte ich Ihnen versichern, dass ich aufrichtig und zuverlässig erzählen werde, was sich in meinem Leben zugetragen hat, obwohl nichts davon wirklich, sondern nur wahrscheinlich, aber gerade deswegen doch wieder wirklich, vielleicht noch wirklicher als wirklich geschehen ist.

Bitte vertrauen Sie mir deswegen!

Ich möchte Sie in diesem Vorwort einzig und allein davon überzeugen, dass ich ein zuverlässiger Erzähler bin. Ich möchte Sie für mich gewinnen, für mein einzigartiges Leben, obwohl gerade Sie es sind, der mich just in diesem Moment erst aus einer Reihe von Buchstaben erschafft.

Falls Sie sich durchringen, mit mir paktieren zu wollen, werde ich Sie im weiteren Verlauf an die Hand packen und auf eine Reise mitnehmen, bei der Sie mir ein hohes Maß an Vertrauen entgegen bringen müssen, um wieder zu Ihrer geordneten Welt zurückzukehren.

Deswegen hören Sie mir bitte kurz zu!

Ich werde im Folgenden versuchen, jedweden Zweifel, den Sie berechtigterweise im Herzen tragen, im Keim zu ersticken, so dass Sie sich hoffentlich grundlegend von meiner Autorität als Erzähler überzeugen können. Aus diesem Grunde muss ich aber vorab mit ein paar Worten auf unsere kommunikative Situation eingehen, die sich nun bereits schon zwischen uns einzustellen beginnt.

Aus Rücksichtnahme auf Ihre Person beginne ich also noch nicht in medias res, schmeiße Sie nicht rücksichtslos in die so genannte Haupthandlung hinein, sondern stelle Ihnen zuerst meine epischen Referenzen unter Beweis. Entscheiden Sie danach selber, ob ich ein zuverlässiger Erzähler bin und mich im Handwerk des Erzählens auskenne oder nicht, ob Sie sich also folglich durchringen können, den Vertrag mit mir einzugehen oder ob Sie die aufkeimende Beziehung zwischen uns bereits zu Beginn auf sich beruhen lassen wollen.

Seien Sie aber unbesorgt!

Mit dem folgenden Vertrag möchte ich Ihnen nicht Ihre Seele abringen. Dessen können Sie versichert sein! Es ist kein faustischer Pakt, den ich hoffe, mit Ihnen einzugehen. Sie müssen auch nicht mit Blut unterschreiben, falls Sie die Modalitäten akzeptieren.

Ich fordere lediglich Ihr Vertrauen, indem Sie weiter lesen und mich als vertrauenswürdigen Erzähler respektieren. Sie im Gegenzug erhalten meine Geschichte, die das Schicksal – wie Sie bald erfahren werden, ist dies hier der Erzähler, wenn nicht sogar der Autor – beschieden hat. Ihr Verlust ist gleich Null; der Gewinn, den Sie einstreichen können, ist hingegen immens.

Das Hauptthema dieser Unternehmung ist nämlich überaus bedeutsam, wenn auch ziemlich simpel, und kann mit nur einem Begriff benannt werden. Denn hier geht es nicht um Nebensächlichkeiten, nicht um belanglose Kleinigkeiten, nicht um Banales oder Gewöhnliches.

Nein, nein!

Hier geht es um viel mehr! Hier geht es um das Größte auf Erden, dem Wichtigsten, das Ihnen zuteil wird, ja geradezu dem Heiligsten, das diese Welt ausmacht. Hier geht es um das, was die Welt im Innersten zusammenhält – denn hier geht es einzig und allein ums Erzählen!

Ja, Sie hören richtig, geneigter Leser, auch wenn Sie es vielleicht nicht glauben wollen!

Diese Welt ist nun mal aus Erzählungen gestrickt und Erzählungen bedingen Ihr Leben. Dabei liegt die einzige Aufgabe des Erzählens ja im immerwährenden Kampf mit dem Tod. Erzählungen werden nur beschworen, um vor dem Tod zu fliehen und in einem sinnentleerten Dasein Sinn zu stiften. Man erzählt einzig und allein gegen das Vergessen und gegen dieses schwarze Nichts, das uns alle eines Tages einholen wird.

Um Ihnen dies gleich zu Beginn zu gestehen: Auch ich erzähle nur aus diesem Grunde, oder besser: Auch ich werde nur dazu missbraucht. Es geht dabei sowohl um mein diegetisches Leben, das ich hier führe, als auch um das Leben in der außersprachlichen Wirklichkeit. Es handelt sich also um jenes, das ich hier im Roman führe, als auch um jenes, das ich bereits begonnen habe außerhalb dieser Zeilen zu leben – an jenem Ort, der sich Ihre Vorstellung nennt.

Bevor ich also nun diese Geschichte beginne und Sie in die Geschicke dieses Werkes entführe, die verworren und dunkel vor uns liegen, muss ich Ihnen kurz mitteilen, worauf Sie sich einlassen. Ich möchte Ihnen verdeutlichen, was es mit dem Ganzen hier auf sich hat.

Bitte haben Sie deshalb noch kurz Geduld, geneigter Leser! Ich verspreche Ihnen, dass unser aufregendes Abenteuer früh genug beginnen wird! Diese Formalitäten müssen jedoch vorher geklärt werden! Lassen Sie mich also vorab noch ein Wort zum Erzählen verlieren!

Erzählen, geneigter Leser, erzählen ist wie kochen!

Nun lachen Sie doch bitte nicht!

Ich versuche die Komplexität des Erzählens so einfach wie möglich darzustellen. Dieser Vergleich ist sicherlich ein wenig irritierend, aber bei beiden Vorgängen wählt man aus einer Vielzahl an Zutaten, mischt diese miteinander und erst durch die Zusammensetzung aller Komponenten ergibt sich das Produkt: in dem einen Fall das Gericht, das hoffentlich mundet und sättigt, in dem anderen die Erzählung, die unterhält und lehrt. Nun kann man dabei viele Bestandteile variieren, man kann seiner Kreativität freien Lauf lassen, Gewürze und Zutaten hinzugeben und dafür wiederum andere weglassen. Das einzigartige Gericht ergibt sich aus der Mischung verschiedener Komponenten, die wohlbedacht ausgewählt werden.

Natürlich greift der Erzähler bei seiner Tätigkeit auf andere Bestandteile und Methoden zurück als ein Koch. Eine Auflistung der wichtigsten Zutaten und Tipps des Erzählens erhalten Sie deswegen nun in einem Einschub. Machen Sie sich bitte kurz mit den Gegebenheiten vertraut.

Mit Freude präsentiere ich Ihnen deswegen nun…

Die Küche des Erzählens

(einige wichtige Zutaten und Tipps)

ZUTATEN

ZUBEREITUNG

KOCHZEIT

Haben Sie sich die Auflistung gewissenhaft angeschaut?

Dann werden Sie auch im Folgenden meine kleine Standortbestimmung verstehen, mit der ich versuche, Sie ein wenig zu bezirzen und zu umgarnen.

Bislang befinden wir uns nämlich in einem vorgeschalteten Exkurs. Es ist die erste Ebene dieser Geschichte, die Ihnen und mir die Möglichkeit bietet, einander kennen zu lernen und Vertrauen zu festigen. Bevor wir aber richtig beginnen, also in die zweite oder aber auch dritte Ebene der Handlung abtauchen, bedarf es noch ein paar erklärender Worte.

Meine Geschichte ist, wie bereits schon erwähnt, nicht wirklich, sondern wirklicher als wirklich, sie ist nicht wahr, sondern wahrer als wahr – sie ist wahrscheinlich!

Aus diesem Grunde sind alle Figuren, die in meiner Geschichte Eingang und Erwähnung finden, frei erfunden und besitzen keinen Bezug zur außerliterarischen Wirklichkeit, meine Wenigkeit eingeschlossen. Ich bin eine reine Erfindung des Autors, die sich nur in Ihrem Kopf manifestiert. Ebenso ergeht es der Handlung, die ich angehalten werde, aus meiner Sicht zu erzählen, gerade so, als hätte ich dies alles wirklich erlebt. – Welch Wahnwitz!

Ich bin, wie Sie vielleicht schon als erfahrener Leser festgestellt haben werden – und ich gehe bei Ihnen davon aus, geneigter Leser –, ich bin also der Erzähler, Sie hingegen der Leser. Aus diesen Rollen werden wir nicht schlüpfen können. Das ist Fakt! Ich werde ebenso wenig zum Leser, wie Sie zum Erzähler. Das wäre ja zu schön!

Ich verrate Ihnen nicht zu viel, wenn ich vorweg greife und Ihnen versichere, dass ich ein Teil des Erzählten bin, eine Figur der sogleich entstehenden Welt. Ich sehe mich selbst darin natürlich als Hauptfigur und hoffe inständig, Sie machen es mir gleich und weisen mir nicht den Platz als Nebenfigur zu.

Ich bitte Sie wirklich eindringlich, mich nicht derart zu demütigen! Wer will schon nebensächlich sein? – Ich jedenfalls nicht!

Das Wesen, das ich in dieser Geschichte darstellen soll, bereitet der ganzen Sache allerdings arge Probleme. Jenes Wesen, das der Autor mir vorschreibt zu sein, möchte ich Ihnen eigentlich gar nicht offenbaren, zu lächerlich erscheint es selbst mir. Sie wären nämlich nicht geneigt, mir Glauben zu schenken oder mich als einen zuverlässigen Erzähler anzuerkennen. Sie würden niemals glauben, dass ich ein Individuum sei, das subjektiv und aus einer starren Perspektive heraus kommentiert und erzählt.

Stünde ich nun in der vom Autor beabsichtigten Erscheinung vor Ihnen, wüssten Sie alsgleich, was ich meine, und pflichteten mir durchaus mit aller Strenge bei. Ja, sähen Sie mich – vorausgesetzt, Sie hätten noch Augen für die Kleinigkeiten des Lebens –, wären Sie mit Sicherheit nicht geneigt zu glauben, dass auch ich über eine Lebensgeschichte verfüge, ja dass ich überhaupt über eine Lebensgeschichte verfügen könnte; eine Geschichte, die sich nun rückblickend als sehr bewegend darstellt und die es wert ist, zu erzählen. Überhaupt sprächen Sie mir wahrscheinlich jegliche Kenntnis als auch Möglichkeit von Sprache ab, von Lautbildung und Schrifterzeugnis, und ebenso unvorstellbar wäre es Ihnen, mir ein eigenständiges Leben zu attestieren, geschweige denn einen Geist oder eine Seele, die mich am Leben hielten.

Und Sie täten Recht damit, geneigter Leser! Ja, ich muss gestehen, Sie täten wahrlich Recht damit – wenigstens mehr Recht als Unrecht!

Ich bin mir dieser traurigen Tatsache durchaus bewusst! Es ist eine missliche und beinahe schon paradoxe, vielleicht sogar schizophrene Lage, in der ich mich befinde, denn kann ich Ihre Vorwürfe auch nicht von der Hand weisen, strafe ich Sie im Folgenden doch Lügen.

Denn ich bin ja! Sie lesen mich, Sie hauchen mir Leben ein, mit jeder Zeile, mit jedem Wort ein bisschen mehr!

Ich bin also schon und werde auch sein, was der Autor von mir verlangt. Und ich darf Ihnen versichern, dass mich nach des Autors Willen alles ausmacht, was ein Erzähler von Format mitbringen muss, allem voran Beobachtungsgabe und Fabulierlust! Wahrscheinlich liegt dies in meiner anorganischen Existenz begründet.

Haben Sie sich denn nicht auch immer schon mal gewünscht, dass unbelebte Sachen sprechen könnten, dass sie von ihrer Zeit erzählen möchten?

Wünschte man sich nicht, dass man die Ruinen Pompejis zum Sprechen anhalten könnte, dass sie von ihrer Erbauung erzählten, von den Menschen, die damals lebten, von dem Alltag, der damals herrschte? Wünschte man sich nicht, dass sie vom Untergang berichteten, sozusagen als ein stiller Beobachter, und unser heutiges Wissen ergänzten, vervollständigten oder gar komplett modifizierten und umschrieben?

Oder wie wäre es mit den ägyptischen Pyramiden? Welche Faszination wäre es, könnten sie berichten, wie sie entstanden sind, wie sie gebaut wurden und was sich alles vor ihren majestätischen Steinen abgespielt hat?

Tja, leider ist dies alles nicht möglich. Leider sind sie stumme Zeugen, verdammt, ewig zu schweigen und ihr Wissen mit ins Grab zu nehmen – metaphorisch gesprochen natürlich.

Aber ich bin! Und ich werde sein! Denn Sie werden mich erschaffen!

Was erschaffen Sie?

Mich, den Erzähler dieser Geschichte!

Aber was soll ich darstellen in dieser Geschichte?

Diese Frage schwirrt Ihnen wahrscheinlich schon seit Anbeginn dieser Aufzeichnungen durch den Kopf und jeder Satz von mir lässt Sie wohl irritierter zurück! Ich sehe bereits in Ihrem Gesicht die pure Ahnungslosigkeit, die Sie ausfüllt. Ich kann mir geradezu vorstellen, wie Sie vor mir und meiner Geschichte wie vor einem Buch mit sieben Siegeln stehen.

Wenn ich also nicht in Ihren auserlesenen Kreis der Menschen gehören soll, wozu dann? Bin ich ein Wesen aus dem Reich der Tiere? Oder aus der Pflanzenwelt? Oder bin ich vielleicht – aber ach, lassen wir das! Bevor ich die Spekulationen noch weiter anheize, kann ich Ihnen versichern, ich soll ebenso wenig eine Pflanze wie ein Tier darstellen – zumindest kein lebendiges. Überhaupt gehöre ich nicht zu dem, was Sie schlechterdings als lebendig definieren würden. Und gerade daher kommen meine Talente.

Was soll ich also sein?

Ich bin andererseits – und nun verwirre ich Sie wohl noch mehr – trotzdem ein lebendiges Wesen, wenigstens für Kinder oder infantile Erwachsene. In mich werden Erwartungen und Sehnsüchte projiziert, ich bin zugleich Vertrauensperson und Beschützer, bin da, um die Welt, in der Sie leben, zu kompensieren, da Ihnen Ihre eigene Welt manchmal zu schrecklich erscheint.

Was soll ich denn nun sein?

Ich bin nach einem amerikanischen Präsidenten benannt und verfüge über Millionen und Abermillionen von Brüdern und Schwestern, in allen möglichen Formen und Farben, groß und klein, dick und dünn, flauschig und kratzig, beweglich und starr, weiß, braun und schwarz. Wir entstehen einzig und allein für Sie und Ihre Spezies, zum Trösten, Sammeln und Verstauben, als auch – und das ist wohl die wichtigste Eigenschaft – zum Kuscheln.

Ja, was soll ich denn nun verdammt nochmal sein?

Ich soll genau das sein, was Sie von mir denken!

Ja, nun schauen Sie doch nicht so verwirrt, geneigter Leser! Ich habe Sie auf alle Eventualitäten und Gefahren hingewiesen und Sie darüber hinaus noch gewarnt. Machen Sie mir also nun keinen Vorwurf! Ich habe Ihnen selbst versichert, dass man berechtigte Zweifel an der Zuverlässigkeit meiner Person hegen kann!

Oder schauen Sie so verunsichert, weil Sie immer noch keinen blassen Schimmer von meiner Person haben, weil Sie sich immer noch kein Bild von mir machen können?

Wenn dem so ist, tut es mir wahrlich leid, aber leider muss ich Sie gleichzeitig auch enttäuschen. An dieser Stelle werden Sie nichts Weiteres über mich erfahren. Diese Leerstelle müssen Sie selber füllen, wie so viele andere auch in dieser Geschichte.

Eine eindeutige Definition hielte Sie wahrscheinlich dazu an, den Vertrag nicht einzugehen! Und das möchte ich nicht riskieren.

Ich kann Ihnen nur raten, mein Wesen zu erlesen! Meine Geschichte wird mein Dasein sicherlich erhellen. Ein geübter und aufmerksamer Leser, wie Sie es sind, wird Hinweise zu meiner Existenz zu finden wissen.

Zum Abschluss könnte ich Sie nun noch mit meiner Begabung vertraut machen, dieses einzigartige Talent, das mir der Autor eingeschrieben hat und mir erlaubt, selbst als Koch des Geschehens aufzutreten und ganz nach meinem gusto Gerichte zu kreieren, die Ihnen den Atem rauben.

Aber genug der Verwirrung! Dies werde ich zu gegebener Stelle erklären! Der Einführung ist damit genüge getan.

Machen Sie sich bitte keine Sorgen, geneigter Leser! Es klingt nun undurchsichtiger, als es eigentlich ist. Auch deswegen reicht dieser kurze Prolog sicherlich. Das Verwirrspiel beende ich hiermit, sonst gehen Sie den Vertrag ja aus lauter Überforderung oder Langeweile nicht mehr ein.

Aber verstehen Sie bitte mein Problem: Wenn man so ist wie ich, oder besser: wenn man so sein soll, wie es der Autor von mir verlangt – und irgendwann werden Sie wohl noch darauf kommen –, muss man sich Vertrauen zunächst hart erarbeiten, indem man ein wenig … na ja – klugscheißt.

Möchte ich darum mit meiner Kenntnis prahlen?

Sicherlich nicht, und doch schmeichelt es mir, wenn Sie gestehen, dass ich ein ausgezeichneter Koch der literaturwissenschaftlichen Küche bin.

Sehen Sie selbst! Sie sind bis hierhin an meiner Seite geblieben und haben im Innern nun hoffentlich eine Bereitschaft gebildet, die es Ihnen erlaubt, mit mir in einen Vertrag zu treten. Ich garantiere Ihnen deshalb: den schwersten Teil haben Sie bereits erfolgreich bestanden! Sie sind am Ball geblieben, Sie haben sich durchgerungen, durchgekämpft!

Dennoch bedeutet für Sie nun dieser Moment – genau dieser Augenblick, hier und jetzt – die letzte Möglichkeit, das Buch noch wegzulegen und das Übereinkommen damit nicht einzugehen. Denn einmal paktiert, ist es nicht mehr auflösbar!

Habe ich Sie nun von meiner – und ich gestehe nochmals – zweifelhaften Zuverlässigkeit überzeugt?

Darf ich Sie nun auf eine Reise mitnehmen, indem ich raunend meine angebliche Vergangenheit vor Ihnen beschwöre?

Denken Sie noch einmal genau nach und überlegen Sie es sich noch exakt eine Seite lang! Nutzen Sie die Seite gewissenhaft und überlegen Sie gut!

(Seite zum Überlegen)

Haben Sie sich entschieden?

Reichen Sie mir also die Hand?

Gut – also abgemacht! Wir haben einen Kontrakt!

Ich bin froh, dass Sie einwilligen, denn nun können wir endlich beginnen. Meine Erinnerungen gehen nun eigene Wege, auf denen Sie als Begleiter wandeln dürfen und das große Welttheater bestaunen können. Dafür verlassen wir jetzt die erste Ebene und steigen die Stufen zu einer zweiten hinab. Aber seien Sie bitte unbesorgt – kein Vergil führt Sie in die Hölle hinunter, auch wenn wir uns ihrer neun Kreise immer mehr annähern. Es ist eher mit der Gemütlichkeit von Boccaccios bunter Gesellschaft vergleichbar.

Stellen Sie sich das Konstrukt einfach wie eine unterirdische Höhle vor. Ich werde dabei Ihren Führer mimen, Sie hingegen den Touristen. Mit dem Kauf dieses Buches haben Sie die Eintrittskarte erworben. Durch die Lektüre bis hierhin haben Sie die Grotte betreten. Nun führen die ersten Stufen hinab in die erste Halle. Es ist wahrlich ein Labyrinth, aus dem Sie nur wieder hinaus finden, wenn Sie mir blindlings folgen. Ich bin nicht nur der Führer, ich habe auch das einzige Licht, das die Räume zu erhellen weiß. Deswegen vertrauen Sie mir bitte!

Nun geht es also los, geneigter Leser! Machen Sie sich bereit! Hören Sie schon den Trommelwirbel? Hören Sie die leicht ansteigende Spannung im Crescendo? Diesen Nervenkitzel? Diese Aufregung?

– Nein? Sie hören es nicht?

Dann stellen Sie sich diese musikalische Begleitung bitte vor, geneigter Leser! Sie müssen hier vieles imaginieren! Erst diese von Ihnen zu erbringende Leistung macht das nun kommende Abenteuer zu der einzigartigen Besonderheit, die es für Sie sein wird!

Beginnen wir aber nun endlich diese Unternehmung! Der Trommelwirbel nähert sich bereits seinem Höhepunkt! Reichen Sie mir bitte rasch Ihre Hand!

Nun machen Sie schon!

Mit Pauken und Trompeten geht es nun hinab, wo ich Ihnen eine Geschichte ausbreiten werde, die absolut wahr ist, oder wenigstens im Sinne der Literaturkonvention als wahrscheinlich angenommen werden kann.

Dürfen Sie meiner Geschichte also trauen?

Keineswegs – und gerade deswegen doch!

(Nun beginnt es aber wirklich, geneigter Leser!)

1. Kapitel

Wie ich geworden, was ich bin, und zu demjenigen gelangt, dessen Begleiter ich werden sollte

Die Geburt seiner selbst ist ein vages Ereignis, unschlüssig und zweifelhaft, das man zwar anzunehmen gewillt ist, da berechtigte Hinweise, wenn nicht sogar Beweise seiner Wahrscheinlichkeit und Glaubhaftigkeit bestehen, das jedoch außerhalb unseres Erinnerungshorizontes fällt und somit nicht mehr subjektiv nachvollziehbar ist. Ob man darum wirklich einen Anfang hat oder nicht schon seit Anbeginn der Zeit, sozusagen seit Ewigkeiten existiert, ist fragwürdig und alleine nicht zu klären.

Ebenso verhält es sich mit dem Tode. Sieht man auch andere das Zeitliche segnen, zwingt die Tatsache nicht zu der Annahme, dass man selbst ebenfalls sterblich ist. Den eigenen Tod wird man sowieso niemals erfahren, das eigene Ende nicht über- und damit nicht er-leben. Der Prozess des Sterbens mag einen allenfalls auf das große Ende vorbereiten, dasselbige wird man jedoch niemals gewahr.

Wenn man aber weder Anfang noch Ende subjektiv und damit in unserer Vorstellung real erlebt, verleitet diese Überlegung zu dem Gedanken, ewig zu sein, schon immer und für alle Zeit zu existieren.

Mir geht es da ähnlich wie Ihnen, geneigter Leser. Wie ein jeder Mensch kann ich mich nicht an meine Geburt erinnern und gedenke während meines materiellen Daseins nicht des Todes, da er als großes Ende, als Nichts außerhalb meiner Vorstellungskraft liegt. Vielleicht haben wir deswegen doch mehr gemein, als uns trennt, auch wenn, unter uns gesagt, der Begriff der Geburt nicht den passenden Ausdruck für den Beginn meines Daseins darstellt. Vielleicht sollte man hinsichtlich meines Anfangs lieber von Erzeugung oder Produktion sprechen.

Eines habe ich Ihnen jedoch im progressiven Ablauf der Existenz voraus: Ich altere nicht – wenigstens nicht so, wie Sie es zu tun pflegen. Ich durchschreite keinen Prozess, der mich von einem hilflosen Individuum über ein pubertäres und aufbegehrendes, manchmal sogar rebellisches Subjekt hin zu voller Entfaltung und Selbständigkeit führt, bis das Rad der Zeit mich einholt und die zuvor mühsam erklommenen Stufen zu vollkommener Leibes- als auch Geisteskraft wieder hinab stößt.

Sie allerdings schon!

Wenn ich mich bezüglich Ihrer Lebensspanne eines Bildes bedienen darf, das mich seit jeher schmunzeln macht: Sie kommen sozusagen aus den Windeln und kehren wieder zu ihnen zurück, Sie entwachsen ihnen und wachsen doch wieder in sie hinein. Sie waren und werden…ein Scheißerchen!

Ich hingegen erblicke bereits vollständig und komplett das Licht der Welt, unterliege keinem Reife- und Verfallsprozess, der mich einen Berg hinauf stößt und wieder hinunter zerrt, ja der mich die Pyramide des Lebens erklimmen lässt und wieder hinab wirft. Ich stehe seit meinem Beginn auf diesem Berg, auf dieser Pyramide – natürlich wieder metaphorisch gesprochen.

Aber auch wenn ich nicht dem menschlichen Gesetz des Alterns unterworfen bin, so zeichnet meine Spanne auf Erden doch etwas Ähnliches aus. Ich unterliege einer Art von Abnutzung, die ich meinerseits als Altern bezeichnen könnte und die mich seit den ersten Tagen meines Daseins stets auf die Vergänglichkeit aller irdischen Dinge hinweist.

Ja, denn auch ich vergehe, genauso wie Sie – und wahrscheinlich schneller als Sie!

Letztendlich werde ich wohl der Feuerbrunst übergeben, wie bereits so unendlich viele meiner Vorfahren und Ahnen. Die Zeit, die mir hier auf Erden bleibt, ist ganz abhängig von meiner Umwelt. Wird meine Wenigkeit pfleglich behandelt, vermag ich durchaus ein langes Dasein zu fristen, wiederum ähnlich Ihrer Lebenslinie oder vielleicht noch gar darüber hinaus. Werde ich hingegen oft benutzt – sei es liebevoll und im eigentlichen Sinne: gekuschelt und gedrückt; sei es aus Wut, die ein Ventil sucht: geschlagen und getreten; oder sei es durch animalische Triebe: gebissen und gerissen –, ist meine Halbwertzeit rasch bei Null angelangt. Aus diesem Grunde sind die ärgsten Feinde unserer Spezies die von Ihnen domestizierten Tiere, die Sie zum Zeitvertreib oder zur Kompensation menschlicher Bedürfnisse halten. Unter ihnen sind besonders Hunde und Katzen als die schlimmsten Zerstörer unsereins hervorzuheben. Schon beim Gedanken an sie sträubt sich mir das Baumwollfell – nicht, dass es das könnte, aber der Gedanke an solch eine Reaktion reicht aus, dass ich es zu fühlen denke! Ich kann diese Haustiere nicht ausstehen, verwechseln sie uns doch nur allzu oft mit Spielzeug oder Schuhen und können dadurch unsere Existenz im Handumdrehen zerstören.

Aber lassen wir das! Solche Umstände werde ich Ihnen noch im weiteren Verlauf meiner Erzählung ausführlich zu beschreiben haben. Kehren wir lieber zu mir und meiner Geschichte zurück.

Wo war ich stehen geblieben? Ach, schon habe ich den Faden verloren. Ich muss noch einmal zurückblättern, entschuldigen Sie bitte…

Ach ja, ich war immer noch beim Beginn, beim Eintritt in diese, ja sozusagen in Ihre Welt. Dabei muss ich mich hinsichtlich meiner Geburt ebenso auf vermutliche Indizien stützen, wie Sie sich auf Erzählungen, Fotos und Videos zu verlassen haben. Es wird Sie vielleicht belustigen, aber meine Geburtsurkunde, auf der zugleich die Zusammensetzung meiner selbst verzeichnet ist, als auch die pflegliche und schonende Behandlung für eine lange Lebensdauer postuliert wird, ist mir netterweise am Allerwertesten angenäht. Dies ist in der Tat ein recht unangenehmer Ort, denn es würde mich zu ungemeinen Kratztiraden zwingen, wenn ich zu fühlen im Stande wäre.

Diesem Etikett nach zu urteilen stamme ich auf jeden Fall aus Bangladesch. Ob mich diese Tatsache allerdings zu einem Bangladescher macht, weiß ich nicht. Ich denke, diese Rechte sind dem Menschen vorbehalten. Leider wird allerdings weder ein Tag explizit aufgeführt, noch ein Monat oder gar ein Jahr, so dass ich über keine weiteren und genaueren Informationen meiner Entstehung verfüge. Das ist zwar nicht weiter schlimm, lässt mich aber wieder zu der konfusen Annahme führen, mit deren Hilfe ich dieses Kapitel eingeleitet habe!

Existiere ich also schon seit Anbeginn der Zeit?

Diese Frage ist, wie ich Ihnen nun vor Augen geführt habe, nicht einfach zu beantworten. Bevor ich mich jedoch in den philosophischen Abgründen meines Daseins verliere, reicht mir das Indiz, dass ich aus Bangladesch stamme, vollkommen aus – einen Staat dieses Namens mag es schwerlich seit Anbeginn der Zeit geben!

Entstanden bin ich wohl vor einigen Monaten, auf jeden Fall kann es noch nicht allzu lange her sein. Mein Zeitgefühl, wenn ich von so etwas Menschlichem in Bezug auf meine Wenigkeit überhaupt sprechen darf, ist dem Ihren sowieso verschieden und tickt dementsprechend anders. Sie würden mich wohl noch als recht jung befinden, ich empfinde mich hingegen schon als sehr alt und abgenutzt.

Führe ich den Gedanken an meine Herkunft weiter aus, gelange ich immer wieder an denselben Punkt, der zwar nicht gewiss, aber sehr wahrscheinlich am rückwärtsgewandten Horizont meiner Lebensspanne aufleuchtet. Mein Ursprung lässt nur eine Schlussfolgerung zu, die mich zunächst mit Scham erfüllte, sooft ich ihrer gedachte, der ich aber im Laufe der Zeit genauso wenig Aufmerksamkeit mehr schenkte, wie Sie dies zu tun pflegen – ich will ja nicht menschlicher sein als Sie, geneigter Leser!

Die Vermutung liegt nämlich nahe, dass auch ich in einer dieser baufälligen Massenfabriken gefertigt worden bin. Wahrscheinlich bin ich sogar von Kinderhänden genäht worden. Blut klebt vermutlich seit Anbeginn an mir, ich kann es nicht bestreiten!

Immerhin hätte sich das Leben dieser emsigen Arbeiter aber gelohnt, denn etwas Größeres als mich hätten sie selbst in einem freien Leben niemals erschaffen können. Ihr Leben wurde also bestens genutzt, die Produktion meiner Wenigkeit lässt daran keinen Zweifel! Sie werden es noch sehen, geneigter Leser!

Ich weiß jedoch nicht, ob ich wirklich dort gefertigt wurde, und ich würde lügen, wenn ich sagte, ich erinnere mich. Ich könnte ja nun eine Geschichte erfinden, doch das Talent des Erzählens erhielt ich erst zu einem späteren Zeitpunkt. Und so wollen wir doch bei der Wahrheit bleiben, oder wenigstens bei der Wahrscheinlichkeit.

Mit Gewissheit kann ich also nicht sagen, ob ich in dieser Sphäre entstanden bin. Ich habe weder Indizien für noch wider diese Annahme. Mir erscheint es jedoch wahrscheinlich. Leider setzt mein Bewusstsein erst zu einem späteren Zeitpunkt ein, so dass ich die Bedingungen meiner Geburt nicht überblicken kann.

In jedem Fall verdanke ich mein Leben der sozialen Unterschiede, denn ich wurde gefertigt von den Unteren Ihres menschlichen Gefüges für die Erheiterung und den Zeitvertreib der Oberen. Dadurch beschreite ich sozusagen einen Weg des sozialen Aufstiegs. Er liegt in meiner Natur. Ohne mein Zutun gehöre ich also gleich nach meiner Entstehung zu den Gewinnern dieser Welt.

Und ich sollte es noch nach ganz oben schaffen, geneigter Leser! Bevor Sie das Buch ausgelesen haben und damit mein Leben beenden, werden sie Zeuge meines kometenhaften Aufstiegs sein!

Aber zurück zum Anfang: Verweilt mein genauer Geburtsort also im Reich der Spekulationen und ist damit nicht mehr genau zu rekonstruieren, ist das erste, woran ich mich jedoch wahrhaftig erinnere, eine alles einnehmende und beklemmende Dunkelheit, eine Finsternis, die dem Auge die Möglichkeit des Sehens raubte. Ich erwachte, oder glaubte zu erwachen, und konnte nichts um mich herum erkennen. Eine unheimliche Stille umgab mich. Eine Enge, die kaum Platz zum Atmen ließ, löste ein schneidendes Gefühl der Beklemmung aus. Es war beinahe so, als kroch eine gewisse Art von Angst meine Kehle hoch und schnürte diese zu. Es war schrecklich, denn irgendwie fühlte ich mein beginnendes Bewusstsein, mein einsetzendes Ich, doch ich vermochte nichts zu vernehmen, dass mir einen Anhalt gab, dass ich tatsächlich existierte.

Geneigter Leser, ich versuche Ihnen das so anschaulich wie möglich zu beschreiben, einzig des Erzählvorgangs und Ihrer Einfühlung in meine Geschichte wegen. Ich muss natürlich nicht noch einmal darauf hinweisen, dass ich über die meisten menschlichen Fähigkeiten nicht verfüge oder Ihre Bedürfnisse, Triebe und Instinkte nicht teile. Ich verwahre mir im Weiteren darauf hinzuweisen, dass ich weder atmen noch überhaupt fühlen kann. Solche Äußerungen tragen, auch in der weiteren Darstellung, nur zur Anschaulichkeit bei und dienen Ihrem Einfühlungsvermögen, das ich auf diese Weise zu bezirzen versuche.

Nun, mich umgab also eine Schwärze, die ich zunächst nicht durchdringen konnte und die mir das Blut in den Adern gefrieren ließ. Allmählich jedoch gewöhnten sich meine Augen an die Dunkelheit und ich gewahrte schattenhafte Umrisse. Zuerst waren sie nur schemenhaft und ich erkannte nicht, worum es sich in ihrer wahrhaften Natur handelte, so dass ich mir beinahe schon wie ein Mensch in Platons Höhle vorkam. Mit der Zeit jedoch wurden die Schatten immer schärfer und vor meinem Gesicht – oder besser: vor meiner Schnauze entstanden riesige Container, Frachtcontainer, die mich umringten und die meine Beklemmung nur noch verstärkten. Ich war eingepfercht unter Riesen, aufgewacht an einem unwirtlichen Ort. Erst nach dieser Erkenntnis bemerkte ich das schwere Schaukeln, dem ich schutzlos ausgeliefert war und das nicht nur meine Furcht schürte, sondern auch Übelkeit heraufbeschwor.

Ich vermutete alsgleich, dass ich mich in einem Schiff befinden müsse, das mich wohl aus meinem Geburtsland Bangladesch hinaus in die Welt führe, um dort schließlich verschachert zu werden. Die Reise schien endlos. Immer mehr festigte sich derweil jedoch mein Bewusstsein, so dass ich mir viele Gedanken über Sinn und Unsinn meines Daseins machte – wie ich ja bereits erwähnte, stand ich sofort im Zenit meines Lebens.

Das ärgste Übel während der vermeintlichen Überfahrt waren allerdings diese kleinen nagenden Tiere mit ihren langen Schwänzen. In kleinen Gruppen huschten sie über die Kisten und hier und da vernahm ich ihre Nagegeräusche, die blankes Entsetzen in mir heraufbeschworen. Dieses Knirschen und Schmatzen – einfach widerlich! Mir war sofort bewusst: Wenn ich ihnen in die Hände fallen würde, oder eben in die Zähne, dann wäre es um mich geschehen, dann hätte ich das Zeitliche gesegnet, noch ehe es mit mir wirklich begonnen hätte. Viele meiner Verwandten verendeten dort in diesem Raum.

Es war das erste Mal, dass ich diese lebensbedrohende Angst spürte, die ich noch so oft spüren sollte.

Zum Glück überließ mich der Autor aber nicht dem Tode, ansonsten wäre die Geschichte nun vorbei und das ganze Unterfangen bis hierhin hätte wenig Sinn gemacht. Vielmehr hörte ich plötzlich Geräusche von draußen in den Frachtraum dringen, menschliche Rufe und Klänge beschäftigten Lärms. Die Frachttür wurde kurze Zeit später unter ohrenbetäubendem Krachen und Ächzen geöffnet und sofort traf es mich wie ein Schlag.

Gellendes Licht erfüllte vollkommen unerwartet den Raum und raubte mir schier die Augenkraft. Das Tageslicht, das ich zuvor noch niemals erblickt hatte, traf wie ein brennendes Feuer meine an die Dunkelheit gewöhnten Augen und malträtierte sie wie mit scharfen Messerstichen.

Hätte ich blinzeln können, ja besäße ich Augenlider, geneigter Leser, ich hätte sie zugekniffen und erst wieder geöffnet, wenn ich mich allmählich an diese schreckliche Helligkeit gewöhnt hätte. Doch leider fehlt mir dieser Vorzug des Menschen und so schlug mich das Sonnenlicht mit Blindheit.

Es war eine Qual! Ich vermochte nichts mehr zu sehen und befand mich mit einem Schlag gefährlich nahe der Ohnmacht. Bevor ich vollkommen das Bewusstsein verlor – das ich natürlich sowieso nicht besitze –, vernahm ich noch, wie Menschen den Raum bevölkerten und Maschinen die Fracht entluden. Dann wurde es für lange Zeit schwarz um mich.

Es war ein Schock, sozusagen meine persönliche Urszene, aufgrund derer ich mein Leben lang ungern dem gleißenden Licht der Sonne ausgesetzt wurde. Doch nichtsdestotrotz war ich erwacht. Ich war da. Ich war in die von Ihnen dominierte Welt eingetreten. Das sehe ich wenigstens als wahrscheinlich an – und Sie anscheinend auch, ansonsten wären Sie nicht den Vertrag mit mir eingegangen.

Während meiner Bewusstlosigkeit marterten mich viele Träume, viele schlimme Albträume. Als ich schließlich wieder zu mir kam und mich langsam an die Helligkeit gewöhnte, musste ich überrascht feststellen, dass ich in einem Regal saß. Ich wusste weder, wie ich hierhin gekommen, noch wo ich überhaupt war. Doch um mich herum gewahrte ich alsgleich viele meiner Brüder und Schwestern, alle hübsch aufgereiht und zurecht gemacht. Einige trugen Schleifchen am Ohr oder einen Schal um den Hals, andere Herzchen in den Pfoten oder einen Kochlöffel zwischen den Patschen, manche waren mit Sprüchen verziert wie Ich liebe dich oder Kuschel mich, viele gab es mit dunkelbraunem Fell, manche mit hellbraunem und einige mit weißem, viele trugen sogar über ihrem Fell eine Art Kleidung: T-Shirt, Latzhose oder Uniform. Manche präsentierten sich jedoch nackt, so wie eifrige, wahrscheinlich emsige Kinderhände sie erschaffen hatten. Alles in allem bot sich mir auf einmal ein buntes Bild lebendiger – eigentlich muss ich sagen: unlebendiger – Vielfältigkeit.

Rasch verstand ich, dass ich mich in einem Kaufhaus befinden musste, in dem ein ungeheures Angebot an nützlichen und sinnlosen Waren ausgestellt wurde. Soweit mein Auge reichte – beziehungsweise um bei der Wahrheit zu bleiben: Soweit meine angenähten Knöpfe reichten, erspähte ich Waren aller möglichen Herkünfte und Gebräuche. Und ich befand mich mittendrin. Schnell fand ich mich mit der neuen Situation ab, da ich vermutete, dass es zu meiner Daseinsspanne gehöre, wie bei Ihnen das Kleinkindstadium.

Schon bald hatte ich mich mit meiner neuen Bestimmung angefreundet und beobachtete, wie die Menschen jeden Tag durch die Gänge streiften, wie Tiere auf der Pirsch oder Jagd, beeinflusst von der unterschwelligen Musik und der durchdachten Anordnung der feilgebotenen Ware. Ich studierte Ihre Spezies und dabei fiel mir auf, dass viele Ihrer Mitmenschen, so schien es mir, wahrhafte Freude beim Kaufen empfanden. Sie freuten sich ungemein über die Dinge, die sie erwarben und verließen das Geschäft mit einem breiten und zufriedenen Grinsen. Sie schienen sich ein Stück des Himmels verschafft zu haben, so selig sahen sie aus. Es war ein Paradies nicht nur für Damen, sondern für jedermann.

Jedoch schien der glückliche Zustand nicht lange anzuhalten, denn schon bald sah ich sie wieder suchend durch die Gänge streunen. Missmutig liefen sie plötzlich umher und ihre Laune hob sich erst wieder, sobald sie etwas Neues kauften. Das wiederholte sich immer und immer wieder. Daraus lernte ich, dass der Erwerb von Besitz ihre Spezies glücklich zu machen scheint, doch wie bei einem Drogensüchtigen hält die Wirkung ihrer Endorphine nicht lange an. Schon bald brauchen Sie neuen Stoff.

Ich bin aus der Sphäre des Menschlichen ausgeschlossen, deswegen kann ich über Gründe etwaiger Triebe nur Mutmaßungen anstellen, aber Fakt ist, wenigstens wahrscheinlich ist, dass ich manch einen Ihrer Spezies beinahe täglich sah, die meisten jedoch einmal die Woche. Sucht ist eben ein schweres Laster!

Aber bitte verstehen Sie nicht falsch! Ich will Ihnen keine Vorwürfe hinsichtlich Ihres Verhaltens machen, geneigter Leser. Ansonsten müsste ich mir ja selbst ins Fleisch schneiden – entschuldigen Sie: in die Baumwolle. Ich bin ja nur ein Beobachter und ich bin ja nur wegen Ihrer Sucht! Aus diesem Grunde kann ich mich nur bedanken, dass Sie so sind, wie Sie sind, ja dass Sie süchtig sind. Ohne Ihre Sucht wäre ich ja gar nicht! Es sei Ihnen also vielmals gedankt!

Zurück zu meiner Geschichte!

Hin und wieder wurde eines meiner Geschwister vom Regal hinunter geholt und in die meist freudigen Arme eines Kindes gegeben, das jenes sofort voller Inbrunst herzte. Aus diesem sich immer wiederholenden Szenario wurde mir bald ersichtlich, dass der Aufenthalt auf diesem Regalboden nur ein vorübergehender war, was wiederum die Frage entzündete, die mich jeden Tag beschäftigen sollte und unter den dargelegten Prämissen nur logisch nachzuvollziehen ist:

In welche Hände würde ich fallen? Wie würde mein Herr aussehen? Mit wem hätte ich nun bis an das Ende meines Daseins zu kuscheln? Hoffentlich war er oder sie wenigstens gepflegt und sauber! Hoffentlich stank er nicht!

Die Fragen der Zukunft, die Ungewissheit, die sie bergen und auf die keine Antworten zu finden sind, vermögen selbst den Stärksten und Gefühllosesten zu quälen. Ich hoffte natürlich auf ein liebevolles Kind, das mich in Ehren halten würde, doch hätte genau so gut der Fall eintreten können, dass ich als Spielzeug eines Hundes hätte herhalten müssen. Und angestachelt durch solcherlei Gedankengänge packte mich erneut diese Art von schrecklicher Angst, wie ich sie bereits im Frachtraum gespürt hatte – ich weiß, ich weiß, es ist unmöglich, da ich zu fühlen nicht im Stande bin, aber lesen Sie bitte einfach weiter –, eine Angst, der ich mich nur durch einen waghalsigen und phantastischen Eskapismus zu entziehen vermochte:

Ich flüchtete mich in Geschichten.

Nun lachen Sie doch bitte nicht, geneigter Leser! Wahrscheinlich denken Sie, ich sei vollkommen übergeschnappt, machen sich vielleicht schon Vorwürfe, warum Sie den Vertrag überhaupt eingegangen sind. Aber es stimmt! Es ist die Wahrheit – oder wenigstens die Wahrscheinlichkeit! Schütteln Sie doch bitte nicht so verächtlich den Kopf! Geben Sie mir wenigstens die Möglichkeit, mich zu erklären.

Zunächst erspann ich einfache Parallelwelten, simpel strukturierte Gegenentwürfe Ihrer Welt, paradiesähnliche Zustände, in denen ich lebendig wäre und der Honig, den ich dann wohl liebte, niemals ausginge. Mit der Zeit bemerkte ich jedoch etwas an mir, das mich wohl von den anderen meiner Spezies unterschied und immer noch unterscheidet. Rasch erkannte ich die Gabe, die mir mitgegeben worden war und aufgrund derer ich nun diese Geschichte vor Ihnen überhaupt ausbreiten kann. Zu jedem einzelnen Gesicht, von denen unzählige tagtäglich an unserem Regal vorbei flogen, fiel mir eine Geschichte ein. Ich möchte hier nicht von Erleuchtung sprechen, erst recht nicht von Genie oder Musengesang, aber es wurden Geschichten, die sich allesamt durch meine Einbildungskraft höchst erzählenswert gestalteten. Zunächst waren es nur kurze episodenhafte Erzählungen, doch mit der Zeit wurden es immer längere und detailliertere Begebenheiten, die ich aus ihren Gesichtern zu lesen vermochte. Ich erfand nicht nur Geschichten zu jedem Menschen, sie erschienen mir zudem nach einer Weile so plausibel, dass sie für mich auch wahrscheinlich und damit wahr wurden. Nach einiger Zeit las ich nicht nur in ihren Gesichtern und in ihren Augen, sondern konnte sowohl ihre Haltung als auch ihr Verhalten deuten, so dass sich alles

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