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Conny Cöll - Die "sanfte" Miss

Conny Cöll - Die "sanfte" Miss

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Conny Cöll - Die "sanfte" Miss

Länge:
230 Seiten
3 Stunden
Freigegeben:
Oct 20, 2015
ISBN:
9783874116015
Format:
Buch

Beschreibung

Sally Wood, das seltsame Mädchen, das an der Seite Bunny Neys dem großen Boxkampf um den Meistergürtel in Chicago beiwohnte, kehrte wieder in ihre Heimat zu ihren Freunden zurück, die sie nur die "Sanfte Miss" nannten.
Aber die Erinnerung an Conny Cöll, der so großen Eindruck auf sie machte, konnte sie nicht mehr verwischen - sie blieb unauslöschlich in ihr haften ...
... und nun geschah etwas, was niemand erwartet hatte - ihre Freunde nicht, die einmal voll Verehrung zu ihr aufgeschaut hatten, die zahlreichen Sheriffe nicht, die sie wie ein gehetztes Wild jagten und in die Enge trieben - und wahrscheinlich sie selber nicht ...
Eigentlich sollte dieser Band die erste Liebesgeschichte werden, die im Leben Conny Cölls eine Rolle spielte - aber das Schicksal war stark dagegen ...
Es wurde nur eine Tragödie daraus! -
Freigegeben:
Oct 20, 2015
ISBN:
9783874116015
Format:
Buch

Über den Autor


Ähnlich wie Conny Cöll - Die "sanfte" Miss

Buchvorschau

Conny Cöll - Die "sanfte" Miss - Konrad Kölbl

Conny Cöll – Die „Sanfte Miss"

Von Konrad Kölbl

Inhalt

Die „Sanfte Miss"

Lee

Die Rache

Die „Sanfte Miss"

Als der „Lange Cowboy, der Inhaber des Meisterschaftsgürtels und höchsten Titels im Schwergewichtsboxen, mit einem lauten Aufschlag auf seinem breiten Rücken landete und bei „Acht noch keine Anstalten machte, wieder aufzuspringen, da war in der bis auf den letzten Stehplatz überfüllten Sportarena der Teufel los …

Die Begeisterungsrufe nahmen Ausmaße an, wie sie dieser alte, ruhmreiche Boxtempel noch nie erlebt hatte; sie verdichteten sich zu Sprach- und Schreichören, und als schließlich der lächelnde Sieger den großen Lorbeerkranz und anschließend den wiedererlangten Meisterschaftsgürtel in Empfang nahm, da glich das Gebäude einem Tollhaus.

„Hast du das gesehen, Bunny? Habe ich zu viel gesagt? War ein einziges Wort übertrieben?", rief Sally Wood begeistert, indem sie genau wie die übrigen Zehntausende, die dem großen Match mit Spannung gefolgt waren, heftig applaudierte.

„Ich verstehe dich nicht, Sally! Du warst doch sonst nicht so?, wunderte sich Bunny Ney mit einem leichten Lächeln, obwohl ihr gar nicht nach einem solchen zumute war, denn mit der Niederlage des „Langen Cowboys musste sie eine langgehegte Hoffnung zu Grabe tragen. Das unerbittliche Wort „aus", das über ihn gesprochen wurde, war so etwas Ähnliches wie ein harter Schlusspunkt, den sie nun hinter ihr bisheriges Leben setzen musste. Aber davon hatte ihre Freundin, die vollkommen außer Rand und Band war, keine Ahnung. Sie wusste nicht um die große Tragik, zu der dieses kleine Wörtchen Bunnys Leben verdammte.

„Ich verstehe dich wirklich nicht, Sally!, wiederholte sie und unterdrückte mit Gewalt die aufkommende Bitternis. Bunny Ney war eine Frau ohne Illusionen, und eigentlich kam ihr die Niederlage des „Langen Cowboy nicht überraschend. Sie musste versuchen, sich damit abzufinden. Es hatte keinen Zweck, über etwas zu trauern, was verloren war – endgültig und unwiederbringlich! Der ununterbrochen auf- und abwogende Jubel der Massen tat ihrer Seele weh. Aber sie war viel zu klug, um aus dieser großen Lehre, die ihr das Schicksal erteilte, nicht ihre Konsequenzen zu ziehen! Sie zog sie kurz und bündig! Ihre Hand zitterte leicht, als sie über die fieberheiße Stirn fuhr und sich eine Locke ihres pechschwarzen Haares zurückstrich. Sie hatte ein großes, verwegenes Spiel gewagt und sie hatte alle Trümpfe in der Hand gehabt – alle! Sie hatte es auch verstanden, diese auszuwerfen! Aber einer nach dem andern war ihr aus den Fingern genommen worden, auch ihr höchster, und der war sie selbst! Und wer war ihr Gegenspieler …?

Es war der gleiche, dem jetzt die über alle Maßen begeisterten Menschen zujubelten, jener großgewachsene, blonde Mann, der mit einem freundlichen, sanften Lächeln dicht hinter den Seilen stand und für den orkanartig angeschwollenen Applaus dankte. Bunny Ney wusste nicht, was sie an ihm mehr hasste – oder liebte, je nach dem – seine bescheidene, unsagbar zurückhaltende Art, hinter der aber in Minuten der Gefahr eine Dynamik steckte, die von vernichtender Wirkung war, oder dieses freundliche, sanfte Lächeln, das meistens seine Züge umspielte. Auch in Sekunden, die über Leben und Tod entschieden! In jenen Sekunden nahm dieses Lächeln einen geradezu glücklichen Ausdruck an. Noch nie, so lange sie denken konnte, hatte sie einen Mann gekannt, den sie so hasste – oder liebte, sie wusste das nicht genau, und hätte jemand eine klare Antwort von ihr verlangt, sie hätte diese nicht geben können! Aber wahrscheinlich war es Hass, was sie empfand, denn dieser Mann war es ja, der ihre Pläne zerschlug, einen nach dem andern, bis von ihrem ganzen Wollen nichts mehr übrig blieb!

Ihre Augen suchten Sally Wood, die sich immer noch nicht beruhigen konnte. Es waren verschiedene, doch im Grunde gleiche Interessen, die Bunny Ney mit ihrer kleinen, rothaarigen Freundin verbanden, Interessen, die in dem Bestreben gipfelten, nach ihrer Fasson glücklich zu werden und zu sein! Ob die dabei gewählten Wege die richtigen seien, danach fragten sie nicht, das war ihnen gleichgültig. Sie trafen sich nicht allzu oft, die beiden im Kern eigentlich ganz verschiedenen Mädchen. Aber wenn sie zusammenkamen, dann waren es außergewöhnliche Veranlassungen.

„Bunny, rief Sally Wood und ihr sommersprossenübersätes Gesicht glühte vor Aufregung, „gibt es einen Kerl, den man mit ihm vergleichen kann? Sag’’ es selber, Bunny – gibt es einen solchen?

„Ich glaube nicht, Sally!", antwortete Bunny Ney, während ihre Blicke mit einem merkwürdigen Ausdruck auf dem neuen Meisterboxer ruhten, der sich vor den allem Anschein nach verrückt gewordenen Menschen nicht mehr retten konnte und im Strudel des Enthusiasmus buchstäblich zerdrückt und zerquetscht zu werden drohte.

„Es gibt keinen, Bunny, bestimmt keinen! Du kennst ihn nicht und weißt auch nicht, was ich weiß …"

„Ich staune …"

„Er ist der tollste und verwegenste Boy, der je über eine Prärie geritten ist, Bunny! Das darfst du mir ruhig glauben! Was ich sage, ist nicht übertrieben! Du kennst ihn nicht …"

Und wieder zeigte Bunny Ney ihr merkwürdiges Lächeln. Wenn Sally Wood der Meinung war, dass sie Conny Cöll nicht kannte, dann wollte sie ihr diesen Glauben nicht nehmen. Und ob sie ihn kannte! Aber sie mochte jetzt in diesen Augenblicken nicht mehr zurückdenken an das, was hinter ihr lag[1], und so fand sie es auch überflüssig, ihre Freundin darüber zu unterrichten. Es war hart genug für sie, allein mit dem zu sein, was sie wusste.

„Wenn du wissen würdest, was ich weiß, fuhr Sally Wood mit lauten Worten fort, damit sie bei dem lärmenden Jubel von ihrer Freundin verstanden werden konnte, „würdest du ihn genau betrachten! Ganz genau, Bunny! Dieses Gesicht muss man sich einprägen, denn mit diesem Mann muss unsereiner rechnen …

„Ich weiß, was du sagen willst, Sally …"

„Nein, das weißt du nicht, sonst könntest du nicht so ruhig sitzen bleiben …"

„Ich weiß es aber doch!"

„Das ist ganz und gar unmöglich, Bunny! Du siehst nur den Boxer Conny Cöll und sonst nichts! Ich aber sehe mehr, weil ich ihn kenne! Weißt du denn überhaupt, wer dieser weißbärtige Mann dort drüben in der Ehrenloge ist?"

Dabei deutete Sally Wood in jene Richtung im Inneren der Sportarena, in der sich die reservierten Plätze für die Großen des Landes befanden. Bunny Ney kam dieser Aufforderung nach, und dann musste sie abermals lächeln.

„Natürlich kenne ich diesen Mann, antwortete sie, „das ist Oberst Sinclar, der Führer der G-Mannschaft der nordamerikanischen Bundespolizei!

„Und daneben, dieser große, wuchtige Kerl, der mit dem Stuhl wie verrückt auf die Brüstung schlägt?"

„Das ist Ben Tennessy – genannt der ‘Kleine Benjamin’’, und gleich zu seiner Linken steht Neff Cilimm, ein außerordentlich gefährlicher Bursche …"

Sally Wood wandte sich verblüfft ihrer Freundin zu. Aus ihren Augen sprach das hellste Erstaunen: „Du kennst diese G-Männer, Bunny?"

„Nicht alle, aber einige schon!"

„Und du hast mir nie davon erzählt?"

„Machte erst vor kurzer Zeit ihre Bekanntschaft! Du hast vorhin sehr richtig geäußert, dass man sich ihre Gesichter einprägen müsse, denn sie sind eine Gefahr für unseresgleichen! Siehst du zum Beispiel diesen finsteren Gesellen dort mit den buschigen Augenbrauen, der sich soeben durch die Menge zwängt, um in die Nähe Conny Cölls zu gelangen? Wahrscheinlich will er ihm helfen, heil und gesund aus diesem Wirrwarr herauszukommen!"

„Den kenne ich ebenfalls, Sally! Das ist Sam Brash! Und der großgewachsene Mann mit den rötlichen Haaren, der ihm nachfolgt, nennt sich Fred Lokh. Kannst du mitten in den Kerlen, die sich wie verrückt gebärden, den Dunkelbraunen sehen?"

„Nicht nur sehen, bestätigte Sally Wood, „auch erkennen! Das ist Hal Steve, die Nummer Zwei, und gleich neben ihm steht Springs, der jüngste der Gruppe …

Nun war es Bunny Ney, die erstaunt zur Seite blickte: „Diese beiden Namen kannte ich noch nicht! Dann ist ja die ganze Teufelskolonne Sinclars auf einem Haufen beisammen, fehlt nur noch einer … der Schlimmste …"

Sally Wood sah nicht das feine Lächeln, das bei diesen Worten um die Lippen des schwarzhaarigen Mädchens huschte, sie sah nicht das leichte Aufblitzen in den schönen Augen, denn ihre forschenden Blicke ruhten auf Conny Cöll, dem es nun langsam gelang, sich Bewegungsfreiheit zu verschaffen.

„Der Schlimmste …!", nickte sie bloß.

„Die Nummer Eins!", fügte Bunny Ney mit seltsamer Betonung hinzu, und als Sally Wood sie fast erschrocken anschaute, legte sie impulsiv ihren Arm um die Schulter der Freundin.

„Bunny, entgegnete diese rasch und ihre Stimme hatte einen gedämpften Klang angenommen, „wo hast du denn deine Augen? Muss ich denn noch deutlicher werden? Dieser Schlimmste steht doch groß und weithin sichtbar vor dir! Siehst du ihn denn nicht?

„Nein, ich sehe ihn nicht!"

Da deutete Sally Wood auf Conny Cöll, der sich soeben angeregt mit dem Trainer Solliver unterhielt, dem es nun endlich gelungen war, einen dicken, wärmenden Mantel über seinen Schützling zu werfen.

„Dort steht er, Bunny! Ich will dir ein großes Geheimnis verraten, um welches nur wenige wissen, und das ist auch der Grund, warum ich nach Chicago gekommen bin! Conny Cöll ist …"

„Still!, unterbrach Bunny Ney fast heftig, „sei still, Sally, und sprich dieses Wort nicht aus! Es bringt nur Unheil! Ist mir noch keiner begegnet, dem es Glück gebracht hätte! Noch keiner! Ich kannte eine Menge Boys, Sally, die auf dieser Welt weder Tod noch Teufel fürchteten. Sie standen mit diesen sogar auf du und du! Wenn ich dir die Namen nenne, wirst du mich verstehen! Hast du schon jemals davon gehört, Sally, dass ein Kerl wie zum Beispiel der ‘Schieler’’, dem man nachsagte, dass er so etwas wie ein fühlendes Herz nicht habe, von dem ich mit Sicherheit wusste, dass er ein Kerl ohne Hemmungen und ohne Nerven war, blass wurde, als er nur diesen Namen hörte …

„Ich glaube es …"

„Wenn ich nicht selber in seiner Nähe gestanden wäre, Sally, ich würde das nie geglaubt haben! Hätte jeden ausgelacht, der es unternommen hätte, mir etwas einzureden! Jeden! Und dann habe ich gesehen, wie seine Hände zitterten! Was sagst du dazu, Sally?"

„Nichts! Darauf sage ich gar nichts, denn ich glaube alles, was man sich von ihm erzählt …"

„Dann bist du mir ein ordentliches Stück voraus, Sally! Es wäre besser gewesen, wenn ich diese Geschichten auch etwas ernster genommen hätte! Würde mir sehr, sehr viel erspart haben, und vielleicht sähe es jetzt in meinem Herzen etwas anders aus …"

„Du machst mich neugierig, Bunny! Erzähle mir Näheres davon! Du warst mit ihm zusammen?"

„Das war ich, Sally! Sogar ein paar Wochen, und es war die schlimmste Zeit meines Lebens!"

„Du musst mir davon erzählen! Hörst du, ich will alles ganz genau wissen!"

Bunny Ney winkte etwas müde ab: „Jetzt nicht, Sally! Vielleicht ein anderes Mal! Dann wirst du vielleicht verstehen, warum ich diesen verdammten Namen nicht hören will! Nie wieder in meinem Leben!"

„Du warst in seiner Nähe, Bunny? Und er hat dich nicht durchschaut?"

Abermals schüttelte das schwarzhaarige Mädchen den Kopf: „Ich will davon nicht erzählen, Sally, und ich bitte dich, mich nicht mehr daran zu erinnern …"

„Nur eines musst du mir sagen, drängte Sally Wood in die Freundin, „ist er dieser Satan, als welcher er geschildert wird …?

„Mehr noch!"

„Er ist also ein wahrer Teufel?"

„Mehr noch, Sally, er ist der oberste Satan selber, wenigstens für unsereins! Er nennt drei Eigenschaften sein eigen, die in dieser vereinigten Kraft bei einem Mann selten sind: Er hat die sicherste Hand, die je einen Colt hielt, er hat einen klugen Kopf mit durchdringenden Augen, die bis auf den Grund der Seele sehen können, und er hat ein Herz, das unbestechlich ist! Glaube es mir, Sally! Wenn dieser Mann irgendwo in deiner Nähe auftaucht, dann ist es höchste Zeit, so weit fortzurennen, als es nur möglich ist! Habe eine Menge brave Boys gekannt, die das für überflüssig hielten, und dann sah ich sie eine Weile später nebeneinander liegen und jeder hatte ein feines, haargenau sitzendes Loch an jener Stelle, die sich zwischen den Augen befindet …"

„Ich glaube es …"

„Er ist eine Geißel für uns, und das Traurige bei der ganzen Sache ist, dass er auf der Seite des Gesetzes steht! Wir und unsere Freunde, Sally, halten nicht viel davon! Ich habe da nämlich lange mit Nie Pyrson überlegt, ob es nicht besser wäre, wieder auf den geraden Weg des Lebens zurückzukehren. Nie wurde Cowboy auf einer großen Ranch. Das ist er noch heute, und wenn er nicht wieder zu uns zurückkehrt, wird er das wohl zeit seines Lebens bleiben! Dieser Weg, Sally, zu Glück und Reichtum zu kommen, dauert zu lange, und wir haben alle nicht viel Talent dazu. Wenn du nun wieder heim kommst, zu deinem Vater, Sally, dann warne ihn …"

„Vater wird nicht auf mich hören …"

„Die Jungens hören aber auf dich, lächelte Bunny Ney, „bin überzeugt, dass sie sich deine Worte sehr zu Herzen nehmen werden! Eine Frau leistet hier Erstaunliches! Ich weiß das aus Erfahrung, Sally, denn ich habe dies wohl hundertmal persönlich ausprobiert. Lass dir den wirklich gutgemeinten Rat geben, diesen Mann nicht zu unterschätzen …

„Er findet unser Versteck nie und nimmer …"

„Er nicht – aber sein Kamerad!", lächelte Bunny Ney, und hätte sie nicht mit ihrer besten Freundin gesprochen, wäre dieses Lächeln verletzend mitleidig oder überheblich ausgefallen.

„Sein Kamerad?, fragte Sally Wood neugierig, „Hal Steve?

„Der nicht!"

„Neff Cilimm?"

„Nein, Sally, der ist es auch nicht! Der Kamerad, von dem ich spreche, hat vier Läufe und ein Raubtiergebiss, wie du ein solches in deinem Leben noch keines gesehen hast!" –

„Schwarzwolf!"

Bunny Ney nickte: „Jetzt bist du auf der richtigen Fährte, Sally! Diese Bestie ist genauso gefährlich wie der Mann. Vielleicht sogar noch eine Kleinigkeit gefährlicher …"

„Ich weiß, Bunny! Gerade für den Wolf habe ich mich immer brennend interessiert! Man erzählt sich von ihm, dass er noch jedes Banditennest aufgestöbert habe!"

„Das ist nicht übertrieben! Das ist das wenigste, was er zuwege bringt! Habe dieses Untier studiert und muss ehrlich bekennen, dass … dass …"

Bunny Ney stockte und ihr Gesicht nahm einen Ausdruck an, als ob es ihr Qualen verursachen würde, in der Vergangenheit zu wühlen.

„Was war dann, Bunny?"

Fast energisch schüttelte das schwarzhaarige Mädchen den Kopf: „Ich will nicht mehr daran erinnert werden, Sally! Nie wieder. Es sind keine angenehmen Dinge, die da wach werden würden! Es ist dein eigener Schaden, wenn du nicht auf mich hörst! Fred Hunter wollte auch nichts davon wissen …"

„Der ‘Pantherʻ’?"

„Er starb an einer seltsamen Krankheit, Sally! Er fühlte plötzlich zwei Reihen Wolfszähne in seinem Nacken, und von diesem Leiden ist er nicht mehr genesen!"

„Der ‘Pantherʻ’ ist tot?"

Bunny Ney nickte ernst: „Er ist tot, und Schwarzwolf war es, der sein Ende herbeiführte! Daran magst du sehen, dass meine Warnung kein leeres Gerede ist. Die Lightning-Bande ist so ziemlich noch die einzige, die bis heute unbehelligt blieb, und das kommt daher, weil ihr Gebiet im Staate Kentucky liegt, und der ist ein gutes Stück von Texas entfernt! Eure Boys sind außerordentlich tüchtig …"

„Das sind sie, Bunny!, bestätigte Sally Wood nicht ohne Stolz, „wir haben die fixesten Burschen aus ganz Kentucky zusammengebracht …

„Ich weiß, Sally, ich weiß! Aber gerade deswegen müsst ihr besonders vorsichtig sein! Fred Hunter und auch der ‘Schielerʻ’ hatten Kerle um sich, die nicht aus Pappe waren, Texaner vom richtigen Schlag, die mit den Colts großgezogen wurden und täglich einige Kilo Blei verschossen, um ihre Hände in Übung zu halten! Da waren Boys darunter, die das Eisen so schnell im Anschlag hatten, dass man mit dem bloßen Auge gar nicht folgen konnte …"

„Das ist kein Kunststück, Bunny, das beherrschen meine Jungs genauso! Und ich selber bin auch nicht die Ungeschickteste …"

„Ich weiß, Sally, ich weiß! Du sollst es ja in der Handhabung des Colts mit jedem Revolvermann aufnehmen! Du bist eine Frau und als solche besonders für blitzschnelle Bewegungen begabt. Ich kenne auch deinen sicheren Schuss und werde nie das Gesicht Henry Woods, deines Vaters, vergessen, als du ihn als blutjunge Göre zum ersten Mal überschossen hast! Und das soll in der Zwischenzeit schon öfters vorgekommen sein. Ich kenne alle guten Schießer des Mittelwestens, Sally, und zu diesen gehörst auch du!"

„Glaubst du, dass ich gegen ihn eine Chance habe?"

Bunny Ney machte ein fast erschrockenes Gesicht: „Bist du wahnsinnig geworden, Sally? Du hast gegen ihn nicht die geringste Chance! Nicht die allergeringste! Weißt du, wer der beste Schütze auf unserer Seite war, Sally? Ich sage war, denn er lebt nicht mehr …"

„Ken Lister!"

Bunny Ney machte eine wegwerfende Handbewegung:

„Ach der! Da gab es noch ganz andere …"

„Mac Garden!"

„Noch lange nicht der beste!"

„Blitz-Sunny!"

„Der war schon fixer! Nein, Sally, da war schon noch einer, der galt als unbesiegbar, und ihm räumte man reelle Chancen ein, den Colt noch eher in der Hand zu haben

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