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Harte Typen räumen auf: Drei Krimis

Harte Typen räumen auf: Drei Krimis

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Harte Typen räumen auf: Drei Krimis

Länge:
619 Seiten
6 Stunden
Herausgeber:
Freigegeben:
15. Juni 2019
ISBN:
9781516310326
Format:
Buch

Beschreibung

Harte Typen räumen auf: Drei Krimis

von Alfred Bekker & A. F. Morland

Der Umfang dieses Buchs entspricht 407 Taschenbuchseiten.

Dieses Buch enthält folgende drei Romane:

A. F. Morland: FBI 2: Judas

A. F. Morland: FBI 3: Kopfschuss

Alfred Bekker: Killer ohne Skrupel

Der Ausweis, den er bei sich trug, war falsch. Er hieß nicht Milton Coogan und war auch kein Privatdetektiv, sondern ein professioneller Mörder, der sein Geschäft bestens beherrschte. Deshalb war er auch sehr gefragt und brauchte nicht jeden Job anzunehmen.

Er konnte es sich durchaus leisten, zwischendurch mal einen nicht besonders attraktiven Auftrag sausen zu lassen. Wie zum Beispiel den von Charlie Bones. Bones hatte ihn vor einer halben Stunde zu Hause angerufen und ungeduldig gefragt: "Was ist nun? Ich warte noch immer auf deine Antwort. Machst du's oder machst du's nicht?"

Der gute Charlie Bones war von seinem fiesen Geschäftsfreund hemmungslos übers Ohr gehauen worden und wollte diesen dafür tot sehen.

Herausgeber:
Freigegeben:
15. Juni 2019
ISBN:
9781516310326
Format:
Buch

Über den Autor

Alfred Bekker wurde am 27.9.1964 in Borghorst (heute Steinfurt) geboren und wuchs in den münsterländischen Gemeinden Ladbergen und Lengerich auf. 1984 machte er Abitur, leistete danach Zivildienst auf der Pflegestation eines Altenheims und studierte an der Universität Osnabrück für das Lehramt an Grund- und Hauptschulen. Insgesamt 13 Jahre war er danach im Schuldienst tätig, bevor er sich ausschließlich der Schriftstellerei widmete. Schon als Student veröffentlichte Bekker zahlreiche Romane und Kurzgeschichten. Er war Mitautor zugkräftiger Romanserien wie Kommissar X, Jerry Cotton, Rhen Dhark, Bad Earth und Sternenfaust und schrieb eine Reihe von Kriminalromanen. Angeregt durch seine Tätigkeit als Lehrer wandte er sich schließlich auch dem Kinder- und Jugendbuch zu, wo er Buchserien wie 'Tatort Mittelalter', 'Da Vincis Fälle', 'Elbenkinder' und 'Die wilden Orks' entwickelte. Seine Fantasy-Romane um 'Das Reich der Elben', die 'DrachenErde-Saga' und die 'Gorian'-Trilogie machten ihn einem großen Publikum bekannt. Darüber hinaus schreibt er weiterhin Krimis und gemeinsam mit seiner Frau unter dem Pseudonym Conny Walden historische Romane. Einige Gruselromane für Teenager verfasste er unter dem Namen John Devlin. Für Krimis verwendete er auch das Pseudonym Neal Chadwick. Seine Romane erschienen u.a. bei Blanvalet, BVK, Goldmann, Lyx, Schneiderbuch, Arena, dtv, Ueberreuter und Bastei Lübbe und wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt.


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Buchvorschau

Harte Typen räumen auf - Alfred Bekker

Harte Typen räumen auf: Drei Krimis

Alfred Bekker and A. F. Morland

Published by BEKKERpublishing, 2019.

Inhaltsverzeichnis

Title Page

Harte Typen räumen auf: Drei Krimis

Copyright

FBI 2: Judas

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FBI 3: Kopfschuss

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KILLER OHNE SKRUPEL

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Further Reading: 10 Mörder im August - Zehn Krimis auf 1200 Seiten

Also By Alfred Bekker

Also By A. F. Morland

About the Author

About the Publisher

Harte Typen räumen auf: Drei Krimis

von Alfred Bekker & A. F. Morland

Der Umfang dieses Buchs entspricht 407 Taschenbuchseiten.

Dieses Buch enthält folgende drei Romane:

A. F. Morland: FBI 2: Judas

A. F. Morland: FBI 3: Kopfschuss

Alfred Bekker: Killer ohne Skrupel

Copyright

Ein CassiopeiaPress Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books und BEKKERpublishing sind Imprints von Alfred Bekker

© by Authors, Titelbild: Firuz Askin

© dieser Ausgabe 2015 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen

www.AlfredBekker.de

postmaster@alfredbekker.de

FBI 2: Judas

von A. F. Morland

Assistant Director Abe C. Hall, unser Chef, hatte uns auf einen blutrünstigen Hurensohn angesetzt, der seinen weiblichen Opfern schreckliche Dinge antat. Bringen Sie den Mistkerl so bald wie möglich zur Strecke, damit die Frauen in New York wieder ruhig schlafen beziehungsweise sich ohne Angst auf die Straße wagen können, hatte er mit grimmiger Miene gesagt. Seitdem waren wir auf der Suche nach dem kranken Unbekannten. Aber es sah nicht so aus, als ob wir ihn jemals finden würden...

1

Es war finster wie in einem unbeleuchteten U-Bahntunnel, als ich aus der Bar trat. Das Lokal hieß Pussy, und eines der heißen Girls, die hier für Stimmung und Umsatz zu sorgen hatten, hatte mir ihre preiswert offeriert. Ich hatte ihr großzügiges Angebot dennoch abgelehnt und damit ihr bislang intaktes Selbstwertgefühl gemein torpediert.

Nein?, hatte sie irritiert gefragt. Hast du wirklich Nein gesagt?

Hat es etwa wie Ja geklungen?

Nein, hat es nicht.

Dann werde ich wohl tatsächlich Nein gesagt haben.

Sie warf ihr volles, langes, seidig glänzendes schwarzes Haar in den Nacken, blies ihren Brustkorb auf, damit die herrlich prallen Möpse voll zur Geltung kamen, schob ihr gebärfreudiges Becken herausfordernd vor und fragte: Was gefällt dir nicht an mir?

Mir gefällt alles an dir. Sie war hübsch. Sie war wirklich sehr hübsch. Sie brachte mit ihrem heißen Sexappeal die Luft zum Knistern.

Warum willst du dann nicht Liebe mit mir machen?, fragte sie verständnislos.

Weil es nichts mit Liebe zu tun hätte, gab ich nüchtern und der Wahrheit entsprechend zur Antwort.

Ist das denn so wichtig?

Für mich schon.

Mann, ich hab dir einen Sonderpreis gemacht. Solche Konditionen räume ich nicht jedem ein.

Ich lächelte. Das weiß ich zu schätzen.

Ihr Blick huschte an mir auf und ab. Du gefällst mir, siehst großartig aus, bist irgendwie mein Typ, aber noch tiefer kann ich nicht gehen.

Brauchst du auch nicht, sagte ich. Ich würde nicht einmal dann mit dir ins Bett gehen, wenn du es gratis machen würdest.

Sie kniff die dunklen Glutaugen zusammen. Hast du Angst, dir bei mir was zu holen? Das brauchst du nicht. Ich war heute beim Doc, und der hat mir bescheinigt, dass ich total gesund bin. Sie wackelte verlockend mit dem hübschen Hintern. Ich bin für alles zu haben, auch für griechisch.

Gib dir keine Mühe, Baby, sagte ich und legte das Geld für meinen Drink auf den Tisch. Es bleibt beim Nein.

Sie war wohl noch nie von einem Mann abgewiesen worden. Vor allem dann nicht, wenn sie zu einem echten Dumpingpreis zu haben gewesen war. Weil du schwul bist?, wollte sie wissen.

Bin ich nicht.

Impotent?

Auch nicht.

Inkontinent.

Ciao, Bella, pass auf dich auf, sagte ich und ging. Ich hatte das nicht bloß so daher gesagt, sondern aus einem ganz besonderen Grund, denn in letzter Zeit trieb in der Stadt ein perverser Frauenmörder sein Unwesen, und es war meine Aufgabe und die meines Freundes und Kollegen Luke Webber, der grausamen Bestie das Handwerk zu legen.

Assistant Director Abe C. Hall, unser Chef, hatte uns auf den blutrünstigen Hurensohn angesetzt und mit grimmiger Miene gesagt: Bringen Sie den Mistkerl so bald wie möglich zur Strecke, damit die Frauen in New York wieder ruhig schlafen beziehungsweise sich ohne Angst auf die Straße wagen können. Seitdem waren wir auf der Jagd nach dem kranken Unbekannten, der seinen Opfern schreckliche Dinge antat.

Nie hätte ich gedacht, dass nicht wir ihn finden würden, sondern er mich, aber genau das passierte, und zwar in dieser rabenschwarzen Nacht, als ich aus dem Pussy trat und zu meinem Wagen ging.

2

Die Brimlays, Vater und Sohn, waren rührige Unternehmer, denen kein Geschäft zu schmutzig war. Sie hatten ihre Finger überall da drin, wo für sie genügend Kohle herausschaute, importierten gut gefälschte Luxusware, die von echter nur von Experten zu unterscheiden war, organisierten profitversprechende Einbrüche und hielten ihre schützende Hand über einige rasiermesserscharfe Bordsteinschwalben - natürlich nicht gratis, sondern gegen eine entsprechende Gebühr.

Seit kurzem war Otis, der Junior, leidenschaftlich in eine langbeinige Blondine namens Zoe Molina verliebt. Sie konnte alles von ihm haben. Er betete sie an, war Wachs in ihren Händen und rasend eifersüchtig und hätte am liebsten jeden Kerl, der sie begehrlich ansah, umgebracht. Nicht auszudenken, was er getan hätte, wenn Zoe mal fremdgegangen wäre. Er wäre in so einem Fall imstande gewesen, ohne Rücksicht auf Verluste die Welt untergehen zu lassen.

Zach Brimlay legte die Hände auf seinen nicht sehr großen, aber doch vorhandenen Bauch und rülpste verhalten. Ich habe mich mal wieder überfressen, stöhnte er. Das kann ich mir einfach nicht abgewöhnen. Wenn es mir schmeckt, lange ich zu, ohne einen Gedanken an die Waage zu verschwenden. Die Reue kommt immer erst am nächsten Morgen. Dabei weiß ich genau, was zu tun ist, damit man nicht zu sehr aus dem Leim geht. Bewegung machen. Kalorien zählen. Süßes meiden. Keinen Alkohol, sondern Wasser trinken. Nichts mehr nach siebzehn Uhr essen... Ich weiß das alles, aber halte ich mich daran? Nein. Ich bin ein unverbesserlicher Genussmensch, der sich weder beim Sex noch beim Essen, noch sonst wo beherrschen kann. Wahrscheinlich wird mich mein exzessiver Lebenswandel bei der Endabrechnung zehn Jahre kosten, aber ich lebe lieber neunzig ausschweifende Jahre als hundert enthaltsame.

Die beiden gut gekleideten Männer saßen in einem Restaurant nahe dem Times Square. Man hätte Zach und Otis Brimlay für erfolgreiche Wallstreet-Broker halten können. Wie Gangster sahen sie nicht aus.

Otis hob sein Rotweinglas. Es lebe die Völlerei.

In deinem Alter hatte ich auch noch keine Gewichtsprobleme, brummte Zach Brimlay. Zwanzig Jahre. Meine Güte. Da konnte ich noch einwerfen, was ich wollte, ohne auch nur ein einziges Gramm zuzunehmen. Ich habe wie ein Scheunendrescher gefuttert und alles gevögelt, was nicht schnell genug auf dem Baum war. Ob du's glaubst oder nicht, ich hatte in deinem Alter einen Dauerständer. Der war einfach nicht kleinzukriegen.

Otis trank einen Schluck. Und wie ist das heute?

Zach grinste. Na ja, mit vierzig lässt die Spannkraft ein wenig nach, ist aber immer noch ganz okay. Er beugte sich vor. Mir ist da etwas zu Ohren gekommen, worüber ich mit dir reden möchte.

Ich höre, sagte Otis. Er war die jüngere Ausgabe seines Vaters, sah diesem sehr ähnlich. Harte Züge, hohe Stirn, dunkles Haar, Glubschaugen. Fast genau so hatte Zach mit zwanzig Jahren ausgesehen. Es gab Fotos, die das bewiesen.

Schon mal von 'Platin Impact' gehört?, fragte Zach Brimlay seinen Sohn.

Nein. Otis leckte sich die Lippen.

Das ist eine Firma, die kürzlich von drei betuchten Juwelieren gegründet wurde, erklärte Zach Brimlay. 'Platin Impact' bunkert ein Vermögen im Tresor.

Otis lachte leise. Du hast doch nicht etwa vor, dich daran zu vergreifen.

Zach Brimlay nickte ernst. Doch, das habe ich, aber das können wir beide nicht allein stemmen, deshalb solltest du dich mal nach drei, vier geeigneten Männern umsehen, die bereit wären, mitzumachen.

Otis feixte. Soll ich ein Ganoven-Casting veranstalten?

So etwas in der Art, antwortete Zach Brimlay, aber unter Ausschluss der Öffentlichkeit, und die Besten der Besten dürfen dann an unserem Coup teilnehmen.

3

Er war auf einmal da . Ein Phantom. Ein Mann ohne Gesicht. Er kam aus dem Nichts, trat mir entgegen, trug ein dunkles Kapuzen-Shirt und knurrte: Perry Ryker?

Ich nickte. Yepp.

Special Agent Perry Ryker vom FBI? Er wollte es ganz genau wissen.

Der bin ich, bestätigte ich.

Und ich bin der, den ihr sucht, sagte der Typ ohne Visage. Der, vor dem sich alle Weiber fürchten.

Ich zeigte auf meinen Wagen und bot ihm an, ihn ins Field Office zu bringen, doch das wollte er nicht, also fragte ich ihn, was er wollte.

Dich umlegen, G-man, sagte er eisig, zog eine riesige Kanone und richtete sie auf mich.

Damit konnte man Löcher, groß wie Tomaten ballern. Es war so dunkel, dass ich die Waffe kaum sehen konnte. Ein leichter Schimmer lag auf ihrem Lauf. Ich spürte kalten Schweiß auf meiner Stirn und dachte an meine SIG Sauer, die im Schulterhalfter steckte. Konnte ich sie ziehen und auf den Frauenmörder abfeuern? Kann man schneller sein als ein Finger, der bereits am Abzug liegt und sich nur noch zu krümmen braucht? Ganz bestimmt nicht. Aber... Der Killer rechnete bestimmt nicht damit, dass ich so etwas Verrücktes tun würde, und das war vielleicht ein Vorteil, den ich nützen sollte. Besser, diesen Versuch zu wagen, als einfach nur da zu stehen und auf die tödliche Kugel zu warten, sagte ich mir.

Um ihn abzulenken, versuchte ich ihn in ein Gespräch zu verwickeln und ihm gleichzeitig klar zu machen, dass ich nur meinen Job tat.

Du bist lästiger als eine Filzlaus, Ryker, fauchte er feindselig.

Ich fragte ihn, warum er diese grausamen Morde begangen hatte.

Weil Weiber nichts wert sind, stieß er hasserfüllt hervor. Sie sind der größte Irrtum der Evolution, die Wurzel allen Übels, deshalb gehören sie ausgerottet, und du hast nicht das Recht, mich daran zu hindern. Niemand hat das. Ihr solltet froh sein, dass sich endlich einer gefunden hat, der diese wichtige Mission übernimmt. Ich führe diesen Kreuzzug gegen das Böse, um die Welt zu retten. Frauen haben keine Daseinsberechtigung. Sie sind abgrundtief schlecht, lügen, betrügen, verführen und bringen mit List und Tücke größtes Unheil über uns. Wir haben durch eine von ihnen das Paradies verloren. Grausame Kriege wurden ihretwegen geführt. Sie sind eine fürchterliche Plage, eine Seuche, bringen Leid, Not und Tod über die Welt, deshalb müssen sie weg.

Mann, was bist du krank, dachte ich. Er verstieg sich sogar zu der irren Behauptung, Gott hätte ihm aufgetragen, den größten Fehler, den er jemals gemacht habe, zu tilgen und diese wertlosen schwanzlosen Wesen auszuradieren.

Mir reichte es. Ich wollte nichts mehr hören, griff gedankenschnell zur Waffe und es kam, wie es kommen musste. Ehe ich meine SIG Sauer aus dem Leder bekam, zog der Killer den Stecher durch. Sein Schießeisen brüllte mich an, der grelle Mündungsblitz blendete mich, ein harter Schlag traf meine Stirn, ich fiel auf den Rücken und war...

...tot!

4

W ie viel Zeit habe ich?, erkundigte sich Otis Brimlay.

Fürs Casting?

Otis nickte.

Die Sache eilt nicht, gab sein Vater zur Antwort. Wann immer wir bei 'Platin Impact' zuschlagen – die Klunker werden da sein. Er winkte der leicht geschürzten Kellnerin und verlangte die Rechnung. Als sie sich entfernte, grinste er breit. Die Kleine gefällt mir. Ich hab schon wieder einen Harten. Vielleicht sollte ich ihr ein Angebot machen, das sie nicht ablehnen kann. Was meinst du?

Wenn du's nötig hast, nur zu, gab Otis gleichgültig zur Antwort.

Zach Brimlay zog die Augenbrauen hoch. Soll ich die Muschi gleich für uns beide klarmachen?

Otis hob abwehrend die Hände. Vielen Dank, kein Interesse.

Die Mieze könnte dir sehr viel Gutes tun.

Ich hole mir bei Zoe, was ich brauche.

Zach Brimlay schüttelte verständnislos den Kopf. Es gibt so viele geile Weiber, Junge, wie kann man da nur so sehr auf eine einzige Frau fixiert sein?

Das kannst du nicht verstehen, wie?

Nein, kann ich nicht, stimmte Zach Brimlay zu. Wir Männer haben gegenüber dem weiblichen Geschlecht eine Verpflichtung, mein Sohn. Es ist unsere Aufgabe, so viele wie möglich mit unserem Zauberstab glücklich zu machen. Dafür hat ihn uns Mutter Natur schließlich geschenkt.

Otis' stummgeschaltetes Smartphone begann zu vibrieren, und Zoes apartes Gesicht erschien auf dem Display. Er nahm den Anruf hastig entgegen. Zoe-Baby, sagte er verliebt.

Wo bist du, Otis?

Er sagte es ihr.

Hast du ein bisschen Zeit für mich? Ihre Stimme klang lasziv.

Klar doch, Süße, immer.

Ich hab was genommen, hauchte sie verführerisch.

Er griente. Und jetzt bist du high.

Und fürchterlich geil, gestand sie ihm. Ich sehne mich nach dir, Otis. Ich brauche dich. Ich hab mir's schon mit dem Vibrator besorgt, aber das reicht nicht. Ich brauche etwas Echtes, Lebendiges in meinem heißen Döschen. Wenn du nicht gleich zu mir kommst, weiß ich nicht, was ich tue.

Ich bin gleich da, sagte Otis mit belegter Stimme, beendete das erregende Gespräch und stand hastig auf. Ich muss gehen.

Zach Brimlay feixte. Schieb 'nen Gruß von mir mit rein.

Otis flitzte davon.

Die Kellnerin kam mit der Rechnung, und Zach Brimlay gab ihr so viel Trinkgeld, dass ihr sofort klar war, was er dafür haben wollte, und sie hatte nichts dagegen, es ihm nach Dienstschluss zu geben.

Zoe Molina empfing Otis nackt und so zugedröhnt, wie er es noch nie bei ihr erlebt hatte. Er machte sich ein wenig Sorgen um sie und wollte wissen, was sie alles genommen hatte.

Sie zuckte mit den Achseln, und ihre prächtig geformten Titten hüpften dabei. Kann ich nicht sagen, gab sie mit schwerer Zunge zur Antwort. Ich habe mich einsam gefühlt, ein bisschen herumexperimentiert und mir einen coolen Cocktail gegen die Langeweile gemixt – und das kommt dir nun zugute. Sie kicherte, griff ihm verlangend zwischen die Beine, schaukelte seine Eier und keuchte gierig: Komm mit ins Schlafzimmer und erlöse mich von meiner entsetzlichen Geilheit.

5

Ich schreckte schweißgebadet hoch, war nicht tot, hatte die Begegnung mit dem Frauenmörder zum Glück nur geträumt. Verdammt, dachte ich, der Fall beschäftigt dich so sehr, dass er dich bis in deine Träume verfolgt. Mein Herz klopfte wie verrückt, mein Puls raste. Ich warf einen Blick auf die Digitalanzeige meines Radioweckers. Ein Uhr elf. Ich schob die Bettdecke zur Seite, stand auf, ging in die Küche, öffnete den Kühlschrank, löste eine Bierdose aus dem Sixpack, öffnete sie und löschte gierig meinen Durst.

Sobald die Dose leer war, drückte ich sie flach, warf sie in den Mistkübel und ging ins Bad, um zu duschen. Anschließend hockte ich mich im Frotteemantel vor die Glotze und sah mir einen schwachsinnigen Schwarzweiß-C-Western an, in dem die Indianer immer um denselben Pappmaschee-Felsen ritten und wie junge Hunde bellten, denen man soeben die Rute kupiert hat. Aber der blöde Film hatte dennoch etwas Gutes: Er bewahrte mich vor der Fortsetzung des schrecklichen Albtraums.

Am nächsten Morgen erschien ich blass wie ein Zombie im Büro. Luke Webber, mein Partner, war noch nicht da, und obwohl ich mich bis in die Haarspitzen mit Koffein vollpumpte, sah ich weiterhin ziemlich scheiße aus.

Bist du letzte Nacht gestorben?, fragte Luke, als er zur Tür hereinkam.

Ja, gab ich zu. Wer hat es dir gesteckt?

Luke setzte sich an seinen Schreibtisch. Du siehst aus wie eine wandelnde Leiche.

So fühle ich mich auch, gab ich zur Antwort.

Was ist passiert?, wollte mein Kollege wissen.

Ich erzählte es ihm.

Luke raufte sich die Haare. Heilige Scheiße, was bin ich froh, dass ich das nicht geträumt habe. Ich glaube, ich wäre heute Morgen nicht zum Dienst erschienen.

Da siehst du mal wieder, wie überdurchschnittlich stark mein Pflichtbewusstsein ausgeprägt ist, sagte ich.

O ja, von dir kann man in Punkto Selbstdisziplin echt was lernen.

Ewan Wood streckte seinen kahlrasierten Eierkopf zur Tür herein. Hallo, Leute.

Was geht ab, Mann?, fragte Luke aufgekratzt. Seine Nacht war ja gut gewesen.

Meine Güte, Perry, wie siehst du denn aus?, fragte mich unser Kollege.

Wie geht es deiner Frau?, fragte ich zurück.

Ist das Baby endlich da?, erkundigte sich Luke.

Ewan Wood seufzte gequält. Leider nein.

Noch immer nicht?, sagte Luke. Er sah mich grinsend an. Der kleine Racker ist so lahmarschig wie sein Vater.

Vielleicht will er nicht heraus, weil er weiß, welcher Name ihn erwartet, sagte ich.

Luke verzog das Gesicht, als hätte er Gülle getrunken. Wotan.

Dreimal war Ewan Wood mit seiner Frau schon im Krankenhaus gewesen, und ebenso oft hatte man die beiden wieder nach Hause geschickt, weil es noch nicht so weit war. Gestern Abend waren wir zum vierten Mal in der Klinik, sagte der Kahlkopf.

Und?, fragte ich.

Ewan ließ die Schultern hängen. Wieder nichts.

Ist euer Nachwuchs nicht schon überfällig?, fragte Luke.

Ewan nickte. Das ist er.

Warum leiten sie dann die Wehen nicht künstlich ein?, wollte mein Partner wissen.

Wenn der Kleine bis morgen nicht freiwillig herauskommt, werden sie das tun, sagte Ewan, und dann fiel ihm ein, weshalb er eigentlich bei uns hereingeschaut hatte. Oh. Äh. Der Chef will euch sehen.

6

Er nannte sich Mortimer Brewster, weil Cary Grant in dem Film Arsen und Spitzenhäubchen so geheißen hatte und er diesen Streifen, den er schon mehr als hundertmal gesehen hatte, über alles liebte. Er hätte gern so gut ausgesehen wie Cary Grant, doch das war ihm leider nicht gegönnt. Seine Mutter sagte zwar immer: Junge, du hast nichts außer deiner Schönheit, also mach etwas daraus. Aber die Alte war ja bescheuert, hatte nicht allen Streusel am Kuchen, tickte nicht richtig und war deshalb auch in der Klapse. Was für ein Glück, dass er ihre Wunderlichkeit nicht geerbt hatte, sonst müsste er sich die Gummizelle mit ihr teilen.

Er war normal.

Fand er.

Dass er keine Frauen mochte, dass er sie sogar hasste, war ja nicht abnormal. Seiner Ansicht nach hätte jeder vernünftige Mann sie hassen müssen, und vielleicht taten das sogar viele, ohne dass es ihnen bewusst war. Diese Luder hatten sich über ihn lustig gemacht, hatten ihn ausgelacht, verspottet, beleidigt und gekränkt und er hatte es viele Jahre fügsam hingenommen, obwohl ihm das nicht immer leicht gefallen war, doch nun hatte er endlich ein Ventil gefunden, durch das er den Überdruck, der sich in ihm aufgebaut hatte, ablassen konnte, und seitdem fühlte er sich richtig gut. Diese verhassten Weiber sterben zu sehen, befriedigte ihn so sehr, dass ihm dabei jedes Mal einer abging. Das war herrlich, einfach fantastisch.

Letztens hatte er seine bekloppte Mutter mit einem verräterischen Fleck in der Hose in der Irrenanstalt besucht, und ihr war das sofort aufgefallen.

Junge, was ist das?, hatte sie gefragt.

Was, Mom?

Das. Sie hatte auf den feuchten Fleck gezeigt.

Er hatte hinuntergesehen. Ach das. Hab mich mit Sahne bekleckert, Mom.

Sie hatte argwöhnisch die Augen zusammengekniffen. Du spielst doch nicht etwa an dir rum.

Aber nein, Mom, beteuerte er ihr. So etwas würde ich nie tun.

Sie hob mahnend den Finger. Das wäre eine Sünde.

Weiß ich doch, Mom.

Selbstbefleckung darf nicht sein.

Er nickte. Das hast du mir schon so oft gesagt, dass ich es nie mehr vergessen kann.

Braver Junge.

Hab dich lieb, Mom. Er strich ihr mit der Hand sanft übers Haar und musste sehr stark gegen die Versuchung ankämpfen, ihr die Finger um den dünnen Hals zu legen und so lange zuzudrücken, bis sie sich nicht mehr rührte. Schließlich war ja auch sie eine Frau.

Zu schade, dass du Tante Erna verpasst hast, sagte sie. Sie war bis vor wenigen Minuten hier, hätte sich bestimmt riesig gefreut, dich mal wieder zu sehen.

Die fette Tante Erna war seit sieben Jahren tot, aber nicht für seine dusselige Mutter. Für die lebte die gefräßige Erna, die den Löffel – was für eine Ironie - während des Essens abgegeben hatte, wohl ewig, und sie kam auch regelmäßig hierher. Seltsam, dass er sie jedes Mal, wenn er in die Anstalt kam, knapp verpasste. Meine Güte, Mom, was bist du blöd, sagte er im Geist, während er sie zum Abschied auf die faltige Stirn küsste.

7

S ie sehen elend aus , Perry, sagte Mr. Hall, kaum dass wir sein Büro betreten hatten. Was für ein aufmunterndes Kompliment.

Ich bin bloß schlecht geschminkt, Sir, gab ich schief lächelnd zurück.

Der Assistant Director musterte mich ernst. Sind Sie krank?

Ich schüttelte den Kopf. Hab bloß schlecht geschlafen, Sir.

Abe C. Hall forderte uns auf, Platz zu nehmen. Wir setzten uns, und Mr. Hall erkundigte sich, wie weit wir in unserem aktuellen Fall mit den Ermittlungen waren. Unser Bericht fiel leider nicht besonders zufriedenstellend aus. Als wir geendet hatten, rümpfte der AD die Nase, als hätte er den strengen Duft überreifen Weichkäses eingeatmet.

Er zeigte mit kummervoller Miene auf das Telefon. Ich hatte heute schon ganz früh am Morgen einen höchst unerfreulichen Anruf. Möchten Sie raten, von wem? Sein Blick pendelte zwischen uns hin und her.

Wir rieten nicht.

Vom Bürgermeister, sagte Mr. Hall. Er nickte bedeutungsvoll. Er macht sich Sorgen. Ich kann ihn verstehen. Und er macht Druck. Auch das kann ich verstehen. Solange da draußen dieser gefährliche geisteskranke Frauenmörder herumläuft, müssen wir jeden Tag mit einem weiteren entsetzlich zugerichteten Opfer rechnen, deshalb muss ich den Druck an Sie weitergeben. Schalten Sie den Turbo ein. Geben Sie Vollgas. Sorgen Sie für Ergebnisse, mit denen wir der lästigen Presse den vorlauten Mund stopfen können. Beweisen Sie, dass ich die fähigsten G-men, die mir zur Verfügung stehen, auf den Fall angesetzt habe. Bringen Sie diesen grausamen Killer zur Strecke, ehe er abermals zuschlägt.

Ich sah den Assistant Director an und sagte: Wir tun unser Bestes, Sir.

Er ließ die Hand auf seinen großen Schreibtisch fallen. Verdammt, Perry, das ist nicht genug, sagte er heftig. Diesmal müsst ihr zweihundert Prozent geben.

Er verlangte ein Wunder von uns, aber ich war nicht Jesus – und Luke auch nicht.

8

Mortimer Brewster schlich durch die Regalstraßen einer großen Baumarkt- und Heimwerkerkette und gab sich den Anschein, als wäre er total überfordert und würde sich überhaupt nicht zurechtfinden. Einer jungen Verkäuferin fiel das auf. Sie ging auf ihn zu und fragte freundlich lächelnd: Kann ich Ihnen helfen, Sir?

Er sah sie verwirrt an. Das hoffe ich, das hoffe ich wirklich sehr, sagte er verlegen. Miss... Er beugte sich vor und las ihr Namensschild. Miss Amanda Valentine. Er nickte angetan. Sie haben einen sehr schönen Namen.

Vielen Dank, Sir.

Er gefällt mir. Er blickte verklärt nach oben. Amanda Valentine. Er bewegte die Arme wie ein Dirigent. Das klingt sehr melodiös. Er legte die Hand auf seine Brust. Ich heiße Mortimer Brewster. Wie Cary Grant in dem Film 'Arsen und Spitzenhäubchen'. Welch verrückter Zufall. Er lachte. Haben Sie den Film gesehen, Miss Valentine?

Die Verkäuferin schüttelte den Kopf.

Nein?, wunderte er sich. Das gibt's doch nicht. Den Streifen kennt jeder. Er wurde 1941 gedreht, kam aber erst 1944 in die Kinos, weil sich die Produzenten vertraglich verpflichtet hatten, mit dessen Auswertung bis nach Absetzung des gleichnamigen Theaterstückes am Broadway zu warten.

Interessant, sagte Amanda Valentine, obwohl es ihr eigentlich egal war. Sie wollte bloß freundlich sein, weil das in diesem Laden oberstes Gebot war. Wer sich nicht daran hielt, war seinen Job ganz schnell los. Amanda trug eine knallgelbe Jacke mit rotem Saum und rotem Firmenlogo über der linken Brust. Sie war dunkelhaarig, durchschnittlich hübsch und trug ein wenig Hüftgold mit sich herum.

Ich habe den Film auf DVD, sagte der Killer.

Aha.

Wenn Sie möchten, leihe ich ihn Ihnen.

Sie ging nicht darauf ein.

Mortimer Brewster lächelte und wechselte das Thema. Ich habe einen Onkel. Er lachte leise. Ist ein ziemlich komischer Kauz, mein Onkel Eric, aber ich mag ihn trotzdem. Ich habe ihm kürzlich beim Renovieren seiner Wohnung geholfen und dabei seinen alten Hammer ruiniert. Er seufzte. Meine Güte, gab das ein Gezeter. 'Vierzig Jahre habe ich diesen Hammer schon', äffte Brewster seinen Onkel, den es in Wahrheit nicht gab, nach. 'Vierzig Jahre hat er mir beste Dienste geleistet. Du Unglücksrabe nimmst ihn einmal in die Hand, und schon ist er kaputt.' Er sah die Verkäuferin an. Ich habe dem undankbaren alten Mann einen neuen Hammer versprochen, weiß aber nicht, welchen ich nehmen soll.

Amanda Valentine drehte sich zu der Wand um, an der eine Vielzahl von Hämmern hing – von groß bis klein, von schwer bis leicht, mit Holz- oder Metallgriff, nackt oder mit Gummi ummantelt. Wie sah der alte Hammer denn aus?, erkundigte sie sich.

Mortimer Brewster machte eine wegwerfende Handbewegung. So etwas Vorsintflutliches gibt es heute nicht mehr.

War er schwer oder leicht?

Nicht sehr schwer, aber auch nicht sehr leicht, gab Brewster zur Antwort, und er dachte dabei zynisch: Baby, du ahnst nicht, was hier läuft. Ich lasse dich den Hammer aussuchen, mit dem ich dich erschlagen werde. Er lag gut in der Hand, sagte er.

Amanda suchte das Werkzeug aus, das den Angaben des Kunden am nächsten kam. Schließlich waren drei Hämmer in der engeren Wahl, und er entschied sich für den, mit dem es ihm am meisten Spaß machen würde, sie zu töten.

Danke, Amanda, sagte er erleichtert. Sie waren mir eine große Hilfe. Mein Onkel Eric bekommt ein wahres Prachtstück als Ersatz. Das Ding ist bestens ausbalanciert und recht vielversprechend stabil. Es wird den alten Nörgler mit Sicherheit um viele Jahre überleben.

Freut mich, dass ich Ihnen helfen konnte, Mr. Brewster.

Ja, Amanda, das freut mich auch, gab er honigsüß zurück. Wir werden einander bald wiedersehen, Kleines, dachte er. Unter sehr erfreulichen Umständen für mich und unter etwas weniger angenehmen Voraussetzungen für dich.

9

Vier Frauen hatte der Täter schon auf dem Gewissen, und wir lebten mit der ständigen Befürchtung, dass er sich schon bald das nächste Opfer holen würde. Ein bestimmtes Verhaltensmuster hatte sich noch nicht herauskristallisiert. Er hatte in Richmond, Manhattan, Queens und in der Bronx zugeschlagen, und es schien ihm egal zu sein, wie die Frauen, die er ermordete, aussahen - hübsch, hässlich, dick, dünn, groß, klein, jung, alt, weiß, schwarz, gemischt, blond, brünett, rot, teuer oder billig gekleidet... Sein erstes Opfer war eine fünfundfünfzigjährige Raumpflegerin gewesen, das zweite eine neunundzwanzigjährige Sekretärin, das dritte eine einundvierzigjährige Pizzabotin und das vierte eine neunzehnjährige Konzertpianistin, und damit von Anfang an klar war, dass all diese widerwärtigen Gräueltaten auf sein Konto gingen, hatte er seinen Opfern den kleinen Finger der linken Hand abgeschnitten. Das war gewissermaßen die Signatur, die er unter seine grausamen Kunstwerke setzte.

Wir hatten mit Freunden, Nachbarn und Verwandten der Toten gesprochen, Verdächtige in die Mangel genommen und wieder laufen lassen müssen. Uns lagen die Bulletins der jeweils zuständigen Mordkommissionen vor – Tatortfotos, Obduktionsberichte, Bescheide der Spurensicherungskollegen... Doch trotz aller Mühe, die wir uns schon gemacht hatten und weiter machten, gähnte uns noch immer eine deprimierende Leere an. War der Täter so gerissen oder hatte er einfach nur Glück?

Der nächste Verdächtige auf unserer Liste war Costas Cheadle – Mutter Griechin, Vater Amerikaner. Er hatte im Drogenrausch gefährliche Dinge von sich gegeben, im Internet gewaltverherrlichende Posts verfasst, blutige Amokläufe gutgeheißen und Anders Behring Breivik, diesem geisteskranken rechtsextremistischen norwegischen Massenmörder, der siebenundsiebzig Menschen ermordet hatte, in diversen radikalen Foren Beifall gespendet, weshalb der Verdacht nahe lag, dass er dazu übergegangen war, Gewalt nicht mehr nur zu idealisieren, sondern selbst auch auszuüben. Auslöser konnte seine kürzlich erfolgte Scheidung gewesen sein. Er hatte seine Frau wiederholt so schwer misshandelt, dass sie beim letzten Mal sogar reanimiert werden musste.

Hatte er die Kontrolle über sich jetzt ganz verloren?

Mal sehen.

Wir klingelten bei ihm. Er machte die Tür einen Spaltbreit auf und musterte uns argwöhnisch. Seid ihr von der Heilsarmee?

Nein, antwortete Luke.

Zeugen Jehovas?

FBI, sagte ich frostig.

Scheiße, sagte der halbe Grieche wenig begeistert und wollte die Tür zuknallen, doch das ließ ich nicht zu. Mein Fuß schnellte vor, die Tür flog dagegen, ich wuchtete mich vorwärts und verschaffte uns mit einem wuchtigen Rammstoß freien Eintritt. Costas Cheadle fluchte und verwünschte uns, doch damit nicht genug, verlor er auch noch komplett Beherrschung und Verstand und wurde handgreiflich.

Er drosch auf uns ein, traf meinen Partner mit einem Lucky Punch und schickte ihn zu Boden. Das schrie nach Vergeltung. Als Cheadle mit mir ähnlich verfahren wollte, gab ich ihm tüchtig Saures und brachte ihn mit einem kraftvollen Schwinger ins Wanken, während sich mein Kollege benommen wieder auf die Beine quälte. Cheadles ebenso brutale wie unkontrollierte Entlastungsschläge blieben an meiner perfekten Deckung hängen.

Ich hingegen kam mit fast all meinen Kontern hervorragend ins Ziel, und als ich erkannte, dass der Bursche bereits stehend k. o. war, gab ich ihm mit einem letzten Heumacher den Rest. Er flog mit dem Kreuz auf einen großen Tisch, räumte das darauf stehende Geschirr ab, rollte auf einen Stuhl und von diesem auf den dreckigen Teppich.

Du gottverfluchter Hurensohn!, brüllte er außer sich vor Wut unter dem Tisch hervor.

Du hast angefangen.

Ich werde mich über euch beschweren.

Ich geb dir nachher die Nummer, sagte ich gleichmütig. Aufstehen!

Leck mich.

Ich packte ihn, riss ihn hoch und stieß ihn mit dem Gesicht gegen die Wand.

Du hast kein Recht, mich so zu behandeln, schrie er.

Verglichen damit, wie du deine Ex-Frau behandelt hast, fasse ich dich mit Samthandschuhen an, erwiderte ich. Hinsetzen!

Er gehorchte nicht. Also packte ich ihn wieder und stieß ihn auf den Stuhl, von dem er sich nicht mehr zu erheben wagte. Blut glänzte auf seinen unregelmäßigen Zähnen. Ich machte ihm klar, dass unser Besuch auch ganz anders hätte verlaufen können – schön harmonisch und friedlich, doch er glaubte mir nicht, nannte uns gottverfluchte Knochenbrecher, die im Schutz einer lächerlichen Dienstmarke aus billigem Blech ungestraft ihren perversen Hang zur Brutalität auslebten.

Das sagst ausgerechnet du?, knurrte mein Partner.

Ich musterte ihn kurz. Bist du okay, Luke?

Luke Webber starrte Costas Cheadle feindselig an. Ich würde mich besser fühlen, wenn ich diesen Dreckskerl durch den Wolf drehen dürfte.

Das heben wir uns für später auf, sagte ich und wandte mich an Cheadle. Damit du weißt, mit wem du es zu tun hast, Schmeißfliege. Ich bin Special Agent Perry Ryker vom FBI. Ich zeigte auf Luke. Das ist mein Kollege Luke Webber.

Das interessiert mich einen Scheißdreck.

Lass mich ihm die Fresse polieren, Perry, verlangte mein Kollege zornig.

Wir spielten guter Bulle, böser Bulle. Ein altbewährtes Spiel. Mir gefällt es zwar nicht besonders, aber es kommt allgemein gut an, und deshalb lassen wir es auch weiter auf unserem Spielplan. Luke ballte die Hand zur Faust. Ich setzte mich für Costas Cheadle ein und spielte dessen Schutzengel, obwohl er es nicht verdiente.

Lass Dampf ab, Luke, forderte ich meinen Partner auf.

Das Arschloch hat keinen Respekt vor uns. Willst du dir das bieten lassen?

Wir sind hier, um ihm ein paar Fragen zu stellen, Luke, sagte ich eindringlich. Also halt erst mal den Ball flach, okay? Wenn wir alle dafür sorgen, dass keine idiotischen Emotionen hochgehen, wenn wir ruhig und friedlich bleiben und nicht wegen jeder Kleinigkeit gleich explodieren, können wir die Angelegenheit problemlos abwickeln, hoffentlich so rasch wie möglich zu aller Zufriedenheit zum Abschluss bringen und zur nächsten Tagesordnung übergehen. Ich finde, das sollte in unser aller Interesse sein. Ich

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