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Stellaris Paket 5: Perry Rhodan Stellaris Geschichten 41-50

Stellaris Paket 5: Perry Rhodan Stellaris Geschichten 41-50

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Stellaris Paket 5: Perry Rhodan Stellaris Geschichten 41-50

Länge:
282 Seiten
3 Stunden
Freigegeben:
Nov 20, 2015
ISBN:
9783845349268
Format:
Buch

Beschreibung

Das Raumschiff STELLARIS lädt ein zu einer besonderen Reise in das Perryversum

Die STELLARIS ist ein besonderes Raumschiff: Seit vielen Jahren reist sie durch das Universum der PERRY RHODAN-Serie, bemannt von einer wechselnden Besatzung, unter wechselnder Leitung und mit wechselnden Zielen. Die Abenteuer, die ihre Besatzung und Passagiere erleben, sind Thema zahlreicher Geschichten ...

Unterschiedliche Autoren verfassten die Kurzgeschichten rings um das Raumschiff STELLARIS. Sie werden seit Jahren regelmäßig im Mittelteil der PERRY RHODAN-Hefte veröffentlicht - hier präsentieren wir die Folgen 41 bis 50 in einer Sammlung.

Mit dabei sind Kurzgeschichten von Roman Schleifer, Susan Schwartz, Michael G. Rosenberg, Wim Vandemaan, Kai Hirdt, Dietmar Schmidt und Sophie Kasper. Zu lesen gibt es humoristische Geschichten, Krimis und phantasievolle Reisen durch die unbekannten Gebiete der heimatlichen Milchstraße.

Das STELLARIS-Paket 5 umfasst folgende Geschichten:
Folge 41: "Verspielt" von Roman Schleifer
Folge 42: "Fracht für die Aarus" von Susan Schwartz
Folge 43: "Kakteen für Medusa City" von Michael G. Rosenberg
Folge 44: "Ein liebreizender Passagier" von Roman Schleifer
Folge 45: "Der falsche Mehandor" von Michael G. Rosenberg
Folge 46: "Die Fülle unserer Unwissenheit" von Wim Vandemaan (nach Motiven von H.G. Ewers)
Folge 47: "Fackeln und Mistgabeln" von Kai Hirdt
Folge 48: "Mit eigenen Waffen" von Dietmar Schmidt
Folge 49: "Der Wurm" von Wim Vandemaan
Folge 50: "Im Schacht" von Sophie Kasper und Wim Vandemaan
Freigegeben:
Nov 20, 2015
ISBN:
9783845349268
Format:
Buch

Über den Autor


Ähnlich wie Stellaris Paket 5

Buchvorschau

Stellaris Paket 5 - Roman Schleifer

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Das Raumschiff STELLARIS lädt ein zu einer besonderen Reise in das Perryversum

Die STELLARIS ist ein besonderes Raumschiff: Seit vielen Jahren reist sie durch das Universum der PERRY RHODAN-Serie, bemannt von einer wechselnden Besatzung, unter wechselnder Leitung und mit wechselnden Zielen. Die Abenteuer, die ihre Besatzung und Passagiere erleben, sind Thema zahlreicher Geschichten ...

Unterschiedliche Autoren verfassten die Kurzgeschichten rings um das Raumschiff STELLARIS. Sie werden seit Jahren regelmäßig im Mittelteil der PERRY RHODAN-Hefte veröffentlicht – hier präsentieren wir die Folgen 41 bis 50 in einer Sammlung.

Mit dabei sind Kurzgeschichten von Roman Schleifer, Susan Schwartz, Michael G. Rosenberg, Wim Vandemaan, Kai Hirdt, Dietmar Schmidt und Sophie Kasper. Zu lesen gibt es humoristische Geschichten, Krimis und phantasievolle Reisen durch die unbekannten Gebiete der heimatlichen Milchstraße.

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Folge 41: »Verspielt« von Roman Schleifer

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Titelillustration: Michael Vogt von der Alligator Farm,

Herausgeber des PERRY RHODAN-Comics

Willkommen an Bord der

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Liebe Leserinnen und Leser,

die STELLARIS ist ein Frachter der Minerva-Klasse, eines von vielen Millionen Raumschiffen, die zwischen den Welten der Milchstraße verkehren. Mit ihrem Rumpfdurchmesser von 200 Metern und einem Volumen von annähernd fünf Millionen Kubikmetern ist die STELLARIS eine Welt für sich. Sie befördert Passagiere ebenso wie Handelsgüter.

Ihre inzwischen lang gediente Kapitänin heißt Sourou Gashi. Deren Stellvertreterin: Bifonia Glaud.

Meist bewegt sich das Schiff auf den eingespielten Handels- und Reiserouten der Galaxis.

Meist – aber nicht immer.

Etwas mehr als 200 Besatzungsmitglieder bevölkern derzeit die STELLARIS, um in drei Schichten den sicheren Betrieb des Schiffes jederzeit und unter allen Umständen zu gewährleisten. Denn wenn die unter- wie überlichtschnelle Raumfahrt im 16. Jahrhundert Neuer Galaktischer Zeitrechnung auch längst zum Alltag gehört, weiß doch jeder Raumfahrer: Das Weltall ist und bleibt ein wunderbarer Ort.

Die folgende Story ist der zehnte Beitrag von Roman Schleifer – wir gratulieren herzlich!

Viel Vergnügen mit seiner Geschichte »Verspielt« wünscht mit einem herzlichen ad astra

euer

Hartmut Kasper

Folge 41

Verspielt

von Roman Schleifer

»Abdul! Hör endlich auf zu spielen!«

»Schatz, in fünf Minuten bin ich ...«

Samalis Hand schob sich über das oberste der drei holografischen Spielfelder und senkte sich auf die angreifende Dame.

»Warte! Mir fehlen drei Züge!«, rief Abdul.

Mit der Hand schlug Samali gegen die semistoffliche Spielfigur. Die Dame kippte und krachte auf das Spielbrett. Der Kopf brach weg, loderte auf und rollte einem feuerspeienden Dämon gleich über vier Felder. Bauern, Läufer, Türme und Könige entzündeten sich. Abduls Hände zuckten von den Sessellehnen hoch.

Zu spät.

Ein Blitz raste durch Finger, Arme, Hals und fuhr ihm ins Gehirn. »Okrillfurz!« Er sprang aus dem Sessel. Rauch von den olfaktorischen Düsen der Spielkonsole ließ seine Augen tränen. »Hast du das Holo nicht gesehen?« Mit dem Kopf deutete er auf den verblassenden Achtung! Stimulus-Modus!-Hinweis, während er mit den Händen wedelte, um den Qualm und den heftigen Schmerz zu vertreiben.

»Servo, speichere das Spiel vor meinem Eingriff ab.« Samalis Stirn und Wangen glänzten von einer ihrer Feuchtigkeitscremes. »Zieh dir endlich was über!«, motzte sie und verschwand im Schlafraum.

Abdul riss sich die Sensoren vom Hals. Vielleicht hatte er die synaptische Verbindung doch zu hoch über die empfohlene Maximalintensität eingestellt. Am liebsten hätte er Samali in den Konsolensessel gezwungen und ihr gezeigt, wie schmerzhaft diese Elektroschocks waren. Danach hätte sie kein weiteres seiner Spiele im Stimulus-Modus unterbrochen.

Warum wollte sie, dass er sie zu Praccos Abschiedsfeier begleitete? Den Ara kannte er nur von seiner Antrittsuntersuchung und aus der Kantine. Mehr als ein Nicken oder Grußworte hatten sie nie gewechselt.

Abdul blickte zur Spielkonsole und fühlte es. Heute würde er den Milchstraßenrekord brechen. Warum sollte er seinen Lauf für den von Bord gehenden Mediker unterbrechen?

»Abdul, mach endlich!«

Er seufzte. Blieb er bei seinem Spiel, nervte ihn Samali bis zur Landung auf Terra. Wenn er auf zwei, drei Getränke mitkam, sparte er sich ihr Gekeife.

Abdul trottete in den leeren Schlafraum. Aus der Hygienekabine hörte er, wie Samalis Parfümfläschchen schepperten. Nie würde er verstehen, wozu eine Frau siebzehn Feuchtigkeitscremes und achtundzwanzig Parfüms benötigte.

Achselzuckend schob er die hellbraune Schranktür beiseite und stutzte. Er sah sich die schlichte, graue Bordkombination wählen.

»Worauf wartest du jetzt wieder?« Samalis ungeduldige Stimme riss ihn aus seiner Starre.

»Ich ... äh ... ich hatte ...«

Sie zog die Mundwinkel nach oben. Dadurch hoben sich ihre Wangen, und es wirkte, als rückten ihre Sommersprossen zusammen. »Selbst nach zwei Jahren hast du nicht begriffen, wie wichtig mir Pünktlichkeit ist.«

Wortlos griff Abdul in den Kasten.

»Du nimmst sicher nicht die langweilige Bordkombination für die Feier!« Sie drängte ihn ab, zog ein Polo-Shirt mit modifizierbarem Holokragen heraus und wählte die einzige dunkelblaue Hose, die mit ihren grünen Längsstreifen dem aktuellen Sommermodetrend auf Terra entsprach.

»Versuch erst gar nicht, mit mir darüber zu diskutieren!«, rief sie, drückte ihm beide an die Brust und ließ sie los. Die Teile fielen zu Boden. »Mann, gehst du mir heute auf die Nerven!«

Abdul blickte auf die Kleidungsstücke, während Samali verschwand.

Was war das?, dachte er und schüttelte den Kopf. Seit wann kann ich in die Zukunft blicken?

Er schlüpfte in Hose und Shirt und entschied sich als Kragen für einen simplen lila Schriftzug: »Auf einen guten Neuanfang, Pracco.«

»Schnucki?« Er steckte den Kopf in die Hygienekabine. »Warum bin ich fertig und du nicht?«

»Weil ich auf mein Äußeres achte!« Sie schnupperte an einem Fläschchen mit violettem Etikett, stellte es zurück und roch an einem mit orangefarbenem. Sie tippte sich damit gegen den Hals. Der Geruch von dunkler Minze kitzelte in seiner Nase. Sie drehte sich zu ihm. »Wie sehe ich aus?«

»Passt.«

Samali kniff die Augen zusammen. Wieder rückten ihre leicht gelblich schimmernden roten Sommersprossen auf den Wangen zusammen. »Übertreib es nicht!«

Sie ging an ihm vorbei – und Abdul hatte eine weitere Vorahnung. Er sah sich hinter Samali den Korridor betreten. Ashna und Tamo bogen um die Ecke und rückten auseinander. Ashna hob die rechte Hand, in der sie eine kleine Dose hielt.

Samali tippte gegen den Öffnungssensor, und das Schott glitt beiseite. Abdul spähte nach außen. Würde sich diese Vorahnung ebenfalls verwirklichen?

Ashna Buccelli und Tamo Vallone bogen um die Korridorecke – und wichen abrupt einen Schritt auseinander.

Verdammt!

»Hey, Zweitpilot!«, rief Tamo.

Du mich auch!, dachte Abdul. Er konnte dieses selbstverliebte, arrogante Arschloch nicht leiden. Männer wie Tamo waren charakterlich das Gegenteil von ihm: laut, extrovertiert, oberflächlich und herablassend, als gehörte ihnen der Kosmos.

»Samali!« Ashna reichte ihr eine runde, durchsichtige Dose.

»So schnell?« Samali roch an der weißen Creme. »Akonische Pfingstrose! Sensationell!« Sie lächelte. »Ich bringe sie in die Kabine.«

»Was ist dir über die Leber gelaufen?«, fragte ihn Ashna Buccelli.

»Ich ...«, Abdul stockte. Sollte er ihr erklären, dass er gewusst hatte, was passieren würde?

Samali kehrte zurück. »Was ich dich fragen wollte ...« Sie hängte sich bei Ashna ein und zog sie den Korridor entlang.

Nach den ersten Worten – sie sprachen über Ashnas neue, lockige Frisur – hörte Abdul nicht mehr zu und dachte darüber nach, was die zwei Vorahnungen ausgelöst haben könnte. War die Dreifachschicht, die er für Miharu Watanabe geschoben hatte, der Grund, dass er schon Gespenster sah? Er horchte in sich hinein. Das Aufputschmittel, das er vor der zweiten Zusatzschicht eingeworfen hatte, wirkte nach. Er war weder müde noch erschöpft, fühlte sich fit.

Der Bariton von Brano Melvin holte ihn aus seinen Gedanken. Nach der Stimme des Ertrusers, die aus der Kantine in den Korridor rollte, schwappte eine heitere, ausgelassene Geräuschwolke zu ihnen.

Abdul blieb im Eingang zum Speisesaal stehen. In knapp drei Metern Höhe reihten sich violette, rote, weiße, orangefarbene, schwarze Orchideen aneinander und schmückten durchgehend alle vier Wände. Der Duft ... Abdul verzog die Lippen, als er sich daran erinnerte, wie Samali ihn durch Praccos epsalische Orchideenzucht im Hydroponium geschleift hatte.

Unterhalb der Decke erzeugte die Bordpositronik einen Fächer aus Licht, der in allen Farben des Regenbogens leuchtete und strahlte. Das Licht rauschte auf und ab, drehte sich in sich selbst und stob auseinander. In dieser Kaskade blitzte das Holo von Praccos Gesicht auf und hüpfte oben durch den Raum.

Er verkniff sich die Frage, was dieser Wasserfall sollte. Samali hätte sicher nur schnippisch geantwortet und etwas über seine Unsensibilität gesagt.

Abdul sah sich nach einem freien Platz um. Die Vierer- und Sechser-Esstische waren Stehtischen gewichen, die mit weißen Tischtüchern behängt waren. Rund um sie tranken, aßen und unterhielten sich Blues, Ertruser, ein Unither und unzählige Terraner. Nichts ließ darauf schließen, dass sie in einer Terkonit-Kugel durch den Linearraum in Richtung Terra rasten.

»Samali!« Ein ihm fremder, braunhaariger Terraner winkte seiner Freundin zu.

Samali verabschiedete sich von Ashna und Tamo und hielt auf den Mann zu. Abdul folgte ihr. Ein Servoroboter, der ein Tablett mit langstieligen, aber leider leeren Sekt-, Wein- und Schnapsgläsern über sich in einem Antigravfeld balancierte, sauste auf sie zu, um über sie hinwegzufliegen.

»Gormlan Panurge. Abdul Ghonim.«

Sie reichten sich durch den Dampf, der aus der Tasse vor Gormlan aufstieg und nach bittersüßem Porcelana-Kakao roch, die Hände.

»Gormlan ist der Chefingenieur der Mondwerft, auf der die STELLARIS gebaut wurde.«

Abdul deutete einem Servoroboter und entschied sich für einen arkonidischen Malsar-Whiskey. Sinnlosen Small Talk überstand er nur mit ausreichend Alkohol.

»Was darf ich dir anbieten?«, fragte Gormlan in Richtung Samali.

Sie lächelte. »Wähle du.«

»Einen Arkon-Sunrise«, bestellte er beim nächsten Servoroboter.

Abdul leerte das Whiskey-Glas in einem Zug. Woher kannte dieser Typ Samalis Lieblingsgetränk?

Samali und Gormlan begannen über die Unterschiede zwischen arkonidischen und akonischen Transmitter-Transmissions-Schockdämpfern zu fachsimpeln. Sie wollten ihn also loswerden. Nach dem vierten technischen Spezialbegriff klinkte er sich aus.

»Bis später«, sagte er und schlenderte in den hinteren Bereich der Kantine, der in rotem Licht erstrahlte.

Sourou Gashi hatte tatsächlich Spieltische gestattet. Das war endlich ein Grund für den Verbleib auf der Abschiedsfeier. Er trat an einen der Roulettetische. Ein-Stellar-Münzen bedeckten ein Drittel der Ziffernfelder.

Abdul staunte. Gashi ließ sogar um echtes Geld spielen.

»Rien ne va plus!«, sagte der holografisch von STELLATRICE generierte Croupier.

Selbstverständlich setzten die meisten Spieler nun ihre Münzen. Rüde drängte sich ein Oxtorner zwischen zwei Arkoniden und verteilte an die zwanzig Stellar über den grünen Bezug des Spieltisches.

Abdul ging zum Rekon-Tisch, an dem drei Terraner und ein Plophoser saßen.

»Na, Alter, Lust auf ein Spielchen?« Terdi Byhn deutete mit dem Kopf auf den freien Sitz.

»Damit du mich ausnimmst?«, fragte Abdul seinen einzigen Freund an Bord.

»Bei einem Stellar Einsatz wirst du es verschmerzen.« Der Techniker lachte und drehte sich ganz zu ihm. Wie immer trug er einen Pullover über der Bordkombination, weil die Temperatur an Bord für ihn zu niedrig war. »Ich verrate dich auch nicht an Samali.«

»Als ob sie mit dir redet«, antwortete Abdul und konzentrierte sich auf die Vorderseite von Terdis Holo-Pullover, auf der Bilder namhafter Hyperkünstler in sich selbst zerrannen. Abdul glaubte, Der Raum schreit am Black Hole zu erkennen, das in Der Tod einer kreischenden Superintelligenz einsickerte, es überlagerte und von einem Farbklecks verdrängt wurde.

Nach dem Ende der Runde setzte sich Abdul an den Spieltisch. Er hielt den Handrücken an den Servoroboter, der von seinem implantierten ID-Chip einen Galax abbuchte. Einhundert Stellar schwebten zu ihm, die er zu Haufen von je zehn Münzen stapelte.

»Schönes Spiel!«, sagte er zu seinen Mitspielern.

Zwanzig Runden später waren seine Kameraden um achtzig Stellar ärmer.

»Was hat du denn für einen Lauf?«, fragte Terdi und knuffte ihn in die Seite.

»Fortuna ist mir hold!«, antwortete Abdul mit einem Zwinkern und schichtete seine Münzen um.

»Macht Platz für den Meister!«, dröhnte eine Stimme von rechts.

Abdul kannte sie, ohne hinzusehen. Verfolgte ihn Tamo?

»Ein Stellar, wie niedlich«, kommentierte Tamo Vallone. »Los, erhöhen wir das Limit auf einen Galax.«

»Dafür musst du STELLATRICE umprogrammieren«, sagte Terdi.

»Spielverderber.« Tamo schob einen Stellar in das Einsatzfeld. Die anderen Spieler folgten. Der holografische Dealer riffelte und teilte die semimanifesten Karten aus.

Abdul bog eine nach der anderen an der Ecke auf. Ein Seitenarm fehlte ihm zu einer Milchstraße, also erhöhte er. Terdi passte. Die zwei verbliebenen Terraner, Gebhart und Horatio, warfen ebenfalls ihre Karten ins »Black-Hole«-Feld, während der Plophoser mitging.

»Mutig, mutig«, sagte Tamo Vallone und setzte nach.

Abdul grinste innerlich. Er erhielt die gewünschte Karte für die Milchstraße.

Der Plophoser stieg aus. Tamo legte einen Stellar zu seinen zwei Münzen. Abdul zog nach. »Deal?«

»Bei diesen Minisummen?« Tamo lachte und legte eine weitere Stellar-Münze hinzu. »Runp«, sagte er den Regeln entsprechend.

Siegessicher deckte Abdul seine Karten auf.

»Staune und lerne.« Tamo drehte eine Karte nach der anderen um. Bevor Abdul die vierte Karte sah, wurde er wütend. Dieser Mistkerl hatte eine Mächtigkeitsballung!

Tamo lachte und sackte den Gewinn ein. Runde um Runde verging, und Abduls Münzstöße schmolzen. Egal, welches Blatt Abdul erhielt, Tamo hatte ein Besseres. Als nur noch zehn Stellar vor Abdul standen, erhob sich Tamo. »Leckt eure Wunden.«

Abdul spürte eine Hand auf seiner Schulter, die ihn nach unten drückte. »Er ist es nicht wert«, raunte Terdi. »Spielen wir zu zweit eine Runde zum Abschluss?«

Gebhart, Horatio und der Plophoser hatten längst das Weite gesucht. Wortlos setzte Abdul einen Stellar und verfluchte Tamo Vallone in Gedanken. Nein, er würde sich von diesem aufgeblasenem Idioten nicht den Tag verderben lassen. Lieber würde er noch den Milchstraßenrekord auf der Spielkonsole knacken, um seinen Triumph sofort nach Linearraumaustritt in die galaktischen Spielforen einzuspeisen.

Er hob seine Karten hoch.

Klar, nun erhielt er eine Mächtigkeitsballung. Noch dazu mit dem im ganzen Spiel nur einmal vorkommenden Cyrat. Er fackelte nicht lange und strich den Gewinn ein.

»Das war's«, sagte er und erhob sich.

Terdi antwortete nicht.

Das Rotweinglas berührte seine Lippen. Der Wein, der in seinen Mund hätte fließen sollen, war wie eingefroren.

»Terdi?«

Der Triebwerkstechniker schwieg. Auch alle anderen Geräusche fehlten. Irritiert blickte sich Abdul um. Vor ihm, hinter ihm, neben ihm – niemand bewegte sich. Alle verharrten in unterschiedlichsten Posen und warteten Statuen gleich auf das Ende der Ewigkeit.

War das wieder eine seiner Vorahnung?

»Leute?«, rief Abdul.

Niemand lachte, hustete, klatschte oder sagte etwas.

»STELLATRICE?«

Die Bordpositronik schwieg.

Abdul bekam ein mieses Gefühl. »Hört mit dem Mist auf!«

Stille.

Panik erfasste ihn, dann wurde es dunkel.

*

»Abdul! Hör endlich zu spielen auf!«

Abdul sprang so heftig hoch, dass der Sessel nach hinten wippte, bevor ihn die automatische Schwebekorrektur stabilisierte. In seine lauten Gedanken – Was ist in der Kantine mit mir passiert? Wieso erlebe ich dieselbe Szene erneut? – mischte sich Samalis Aufschrei.

»Abdul, übertreib nicht!«

Er keuchte. Die Szenerie wiederholte sich. Offenbar bemerkte nur er den zeitlichen Rückstieg. Er schlug die Hände vors Gesicht, taumelte, stieß mit der Hüfte gegen etwas Hartes und torkelte weiter durch den Raum.

»Krieg dich ein und zieh dir endlich was über!«, motzte Samali.

Er öffnete die Augen und sah sie im Schlafraum verschwinden. Der Schmerz brannte immer noch in seinen Fingern. Wütend riss er die Sensoren vom Hals. So hoch würde er die synaptische Verbindung nie wieder einstellen.

Es ist wie zuvor und doch anders. Verdammt, was ist hier los?, dachte er.

Abdul zwang sich zur Ruhe und betrachtete die Fakten. Zum zweiten Mal erlebte er dasselbe Szenario. Die Vorahnungen fielen ihm ein, und er korrigierte sich. Er musste zum dritten Mal von Samali unterbrochen worden sein. Die Vorahnungen waren kein Blick in die Zukunft, sondern in die Vergangenheit gewesen. Bereits zuvor hatte er alles zum zweiten Mal erlebt, aber das Aufblitzen nicht als Teil seiner Erinnerungen eingeordnet.

Wieso bemerkte Samali nichts von dieser ... Zeitschleife? Oder Terdi? Oder Tamo? Oder überhaupt jemand?

»STELLATRICE!«

»Abdul?«

»Ich ...« Er rang nach Worten. Der Bordrechner hätte diese Zeitsprünge zuerst feststellen müssen. Warum unternahm er nichts dagegen? Nahm er im Auftrag von Gashi irgendein krankes Experiment vor?

»Abdul?«

»Kann es sein, dass wir in einer Zeitschleife gefangen sind?«, platzte er

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