Genießen Sie von Millionen von eBooks, Hörbüchern, Zeitschriften und mehr - mit einer kostenlosen Testversion

Nur $11.99/Monat nach der Testversion. Jederzeit kündbar.

MasabiEll: Eine Waldgeschichte
MasabiEll: Eine Waldgeschichte
MasabiEll: Eine Waldgeschichte
eBook146 Seiten1 Stunde

MasabiEll: Eine Waldgeschichte

Bewertung: 0 von 5 Sternen

()

Vorschau lesen

Über dieses E-Book

Hast du schon mal bemerkt, wie gut Erde riecht? Schwere warme dunkelbraune Erde, auf der das Laub der Baeume liegt?
Hast du schon mal Waldboden gerochen, auf den Regen gefallen ist und der in der Sonne trocknet?
Dieser Duft macht mich gluecklich, so gluecklich dass ich nichts anderes brauche zum Gluecklichsein.

Die Katze Tati verlaesst ihr Zuhause und geraet in den Wald MasabiEll. Dort trifft sie auf das Drachenmaedchen Antula und drei weitere Waldbewohner, die ihre gemeinsame Freundin vermissen.
Tati begibt sich mit ihnen auf die Suche nach ihr.
Und so beginnt eine Reise, bei der die Katze Wissenswertes ueber den Wald erfaehrt und ihr bewusst wird, dass alles was da waechst und blueht tatsaechlich am Leben ist.
MASABIELL EINE WALDGESCHICHTE ist eine maerchenhafte, lehrreiche Begegnung mit der Natur und eine Geschichte ueber Freundschaft und Zusammenhalt. Es ist die Geschichte von Tati, fünf Waldbewohnern, einer Schnecke und den Nachtlichtmoffen.

Zum Vorlesen und Selberlesen, für Kinder ab 8 Jahren.
SpracheDeutsch
HerausgeberBooks on Demand
Erscheinungsdatum10. Nov. 2016
ISBN9783739262765
MasabiEll: Eine Waldgeschichte
Vorschau lesen
Autor

Jacqueline Conrad

Jacqueline Conrad, geboren 1969 in Quedlinburg/Sachsen-Anhalt ist gelernte Schriftenmalerin und arbeitet heute als Theatermalerin am Staatstheater Darmstadt. So oft es geht, ist sie in der Natur, liebt das Klettern und fährt in die Alpen zum Bergsteigen. "MasabiEll - Eine Waldgeschichte" ist ihr erstes Kinderbuch.

Rezensionen für MasabiEll

Bewertung: 0 von 5 Sternen
0 Bewertungen

0 Bewertungen0 Rezensionen

Wie hat es Ihnen gefallen?

Zum Bewerten, tippen

Die Rezension muss mindestens 10 Wörter umfassen

    Buchvorschau

    MasabiEll - Jacqueline Conrad

    Danke, geliebter Harz¹, dass ich meine Kindheit in deinen Wäldern und Wiesen, zwischen deinen Felsen, Bergen und Tälern verbringen durfte.


    ¹Der Harz ist ein Mittelgebirge. Sein höchster Berg ist der Brocken. Er ist 1141 Meter hoch.

    Inhalt

    Dunkelgrün

    Ein neuer Tag

    In der Weidenlaube

    Fräulein Niesenmoos

    Das Geheimnis in der Erde

    Im Vormittagswind

    Ein steiniger Weg

    Träume

    Vergissunsnicht

    Nachtgeschichten

    Träume

    Heimweh

    Keine Spur

    Moosweg 15

    Die richtige Antwort

    Du bist es

    Ein großes Erlebnis

    Das Schönste für mich

    Von Flügeln und Wurzeln

    Waldrausch

    Es war einmal Winter.

    Und es war einmal Sommer.

    Der Wind wehte manchmal.

    Und manchmal wehte er nicht.

    Dunkelgrün

    Am Ende des Sommers, als die Tage wieder kürzer und die Nächte kühler wurden, begann die Geschichte der Katze Tati, die aufstand und ihren Schlafkorb im Moosweg 15 verließ, um in den Wald zu gehen.

    Es hatte sich herausgestellt, dass Katzen von Zeit zu Zeit verschwinden.

    Warum sie das tun, weiß niemand genau.

    Vielleicht liegt es aber daran, dass sie mit ihren feinen Ohren das Flüstern weit entfernter Orte hören können.

    Dieses Flüstern muss so verlockend und so voll von Geheimnissen sein, dass ihm keine Katze widerstehen kann.

    Ob sie von diesen Orten zurückkehren, ist eine andere Frage.

    Tati bog an diesem Abend im September um die linke Ecke des Hauses, quetschte sich zwischen zwei Zaunlatten hindurch und nahm den Weg in nördlicher Richtung, durch einen jungen Tannenwald.

    Tati hinterließ dabei kaum Spuren, grad so, wie nur eine Katze es kann.

    Der Wald verbreitete einen schweren süßen Duft.

    Es roch nach feuchtem Holz und nach den letzten Sonnenstrahlen des frühen Abends. Warm lag das Laub der vorigen Jahre auf dem Waldboden, so dass es ein Vergnügen war, darüber zu laufen.

    Die Nadeln der jungen Tannen streiften Tatis Nase und golden wie Honig tropfte klebriges Harz die Baumstämme herab.

    Die Katze, die vom Geruch des Waldes verzaubert war, lief immer weiter.

    Langsam wurde es dunkel.

    Die Bäume, die ihre Äste schwarz in den Himmel reckten, verwandelten den Wald in ein Reich voller Schatten.

    Träge zog eine Hummel durch die Abendluft.

    Dicht vor der Nase der Katze flog sie ein paar Kurven und verschwand in der Dämmerung.

    Als bald der Mond am Himmel stand, dachte Tati daran, dass es einen Schlafkorb gab, der jetzt irgendwo, schon sehr weit weg, auf sie wartete.

    Doch um Umzukehren war sie zu müde.

    Tati fühlte wie sich das weiche Moos des Waldbodens an ihre Pfoten schmiegte. Sie legte sich darauf und war schon bald eingeschlafen.

    Als sie erwachte, war es noch immer Nacht.

    Wind war aufgekommen, wehte durch die Baumspitzen und machte den Wald finster und unheimlich.

    Die Katze lauschte.

    Der Wind, der immer mächtiger wehte, zerrte an Büschen und Bäumen. Blätter flüsterten und summten, und manchmal war es, als griffen die Zweige der Bäume in Tatis Fell.

    Wie ein Lied zu meiner Begrüßung hört es sich nicht an, dachte die Katze. Doch vorsichtig schlich sie weiter und immer weiter in das Unterholz.

    Spitze Dornen bohrten sich in ihre Pfoten und sie fühlte sich plötzlich sehr klein und einsam.

    Im ersten Licht des Tages wäre sie mutiger und lange konnte es nicht mehr dauern, dann würde die Sonne aufgehen.

    Aber noch war der Wald dunkelgrün.

    Beinahe schwarz.

    Da tauchte zwischen all den Bäumen eine Lichtung auf.

    Eine Lichtung auf die der Mond fiel und auf der eine Mauer stand.

    Eine Mauer aus Sandstein.

    Hier, mitten im Wald.

    Die Mauer war so alt, dass in den Fugen zwischen den großen Steinen Blumen und Gräser wuchsen. Sie zerfiel an manchen Stellen, denn der Sand, aus dem sie gebaut war, rieselte in feinen Rinnsalen auf den Waldboden.

    Tati dachte daran hinauf zu springen, um zu sehen was auf der anderen Seite war.

    Aber die Mauer war hoch.

    Was sollte sie tun?

    Was war das für eine Mauer?

    Sollte Tati an ihr entlanglaufen, nach Westen vielleicht oder nach Osten?

    Oder sollte sie ganz umkehren und dorthin gehen, woher sie gekommen war?

    Tati fühlte wie der Wald lebte, wie er atmete und im Wind ächzte.

    Es war, als würden sich die Bäume bewegen, sobald die Katze für einen Moment die Augen schloss.

    Es war so, als würden sie sich raschelnd drehen, sich an einen anderen Ort schieben und dann wieder still stehen.

    Der Wald flüsterte.

    „Geh durch die Tür in der Mauer… Lauf, lauf, lauf Richtung Westen…"

    Tati stand still.

    Was war das?

    War das der Wind?

    Tatis Herz begann laut zu klopfen. Sie lauschte und hielt die Nase in die Dunkelheit.

    Aber da war nichts. Gar nichts.

    „Wenn Du nicht weiterkommst, wenn Du nicht weißt in welche Richtung du gehen willst, dann entscheide Dich. Du musst dich entscheiden. Geh durch die Tür in der Mauer…"

    Da war es wieder.

    Tati täuschte sich nicht. Jemand sprach mit ihr.

    „Wenn man nach einem Sturm in den Wald geht, ist die Luft voll von einem Staub.

    Ein Staub der alles verzaubert.

    Ist es der Staub zerbrochener Äste?

    Oder sind wir es?"

    „Wer spricht mit mir, wer ist da im Dunkeln? Bist du es Wald, sprichst du mit mir?"

    Tatis Herz schlug ihr bis zum Hals.

    „Nein, nein, nein. Nicht der Wald. Oder doch der Wald? Wir sind ein Teil des Waldes. Wir sind die Nachtlichtmoffen. Wir leben im Wald MasabiEll. Sieh doch. Sieh doch über dir, Tati."

    Die Katze drängte sich erschrocken an die kühle Mauer und sah hinauf in den Nachthimmel.

    Da erkannte sie die Fremden.

    Direkt über ihr schwirrten vier, fünf… ein ganzer Schwarm federleichter Wesen.

    Sie sahen freundlich aus.

    Sie hatten Flügel, die viel zu groß für ihre kleinen Körper waren und die blau in der Dunkelheit schimmerten. Und sie hatten Beine, so lang und fein, dass eines der Wesen im Flug damit die Nase der Katze streifte.

    Tati musste niesen.

    „Gesundheit." sagten die Nachtlichtmoffen.

    „Danke. sagte Tati. Und „Wer seid ihr denn?, fragte sie noch.

    „Wir sind die, die dich bemerkt haben. Wir sind gekommen um dich abzuholen. Du musst Dich beeilen. Bald kommt der Morgen. Bald kommt die Sonne, von Osten wird sie kommen. Dann musst du durch die Tür gehen."

    „Ich muss durch die Tür gehen. Durch welche Tür denn? Und warum habt ihr mich bemerkt?

    Gefällt Ihnen die Vorschau?
    Seite 1 von 1