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With Love, Mary Sue - Das Phänomen Fanfiction: Fandom-Ratgeber mit exklusiven Meinungen von Game of Thrones-Stars, The BossHoss, Bestseller-Autoren, der Perry Rhodan-Redaktion und vielen mehr!
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eBook302 Seiten3 Stunden

With Love, Mary Sue - Das Phänomen Fanfiction: Fandom-Ratgeber mit exklusiven Meinungen von Game of Thrones-Stars, The BossHoss, Bestseller-Autoren, der Perry Rhodan-Redaktion und vielen mehr!

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Über dieses E-Book

Es gibt eine Welt, da lebt Professor Snape glücklich verheiratet mit Lily Potter, Thorin Eichenschild ist nie gestorben, und Anakin Skywalker hat sich nie auf die böse Seite der Macht geschlagen. Eine Welt, wo Sherlock Holmes zusammen mit einem geheimnisvollen Timelord merkwürdige Fälle untersucht, Dean Winchester mit der Crew der Serenity fliegt und Loki und Thor mehr als nur Brüder sind.

Fanfiction, argumentieren manche, gab es schon immer. Schließlich bedienten sich nicht wenige große Autoren an populären Stoffen und verpassten ihnen ein neues Gewand. Andere hingegen sehen Fanfiction kritisch und werfen den Autoren vor, die Ideen anderer zu verfremden.

Und es soll vorkommen, dass das Schreiben von Fanfiction zum Durchbruch verhilft, wie u.a. "Shades of Grey" zuletzt bewies.

Aber was ist Fanfiction wirklich? Aus welchem Bedürfnis entsteht sie, und wie weit zurück geht das Phänomen? Welche Genres gibt es, und was sollte man als Fanfiction-Neuling auf jeden Fall wissen, bevor man sich in die zahllosen Archive stürzt?

Bettina Petrik und Stefanie Zurek nehmen Sie mit auf eine turbulente, augenöffnende, manchmal aufwühlende, aber immer emotionale Reise durch die großartige Welt der Fanfiction.

Sie werden Ihren Augen nicht trauen.


Aus dem Inhalt:

»Und wenn ich groß bin …«
»… werde ich Autorin.«
Kategorie: Fanfiction
Kategorie: Historie
Kategorie: Legalität und Popularität
Kategorie: Zuordnung
Der Slash und die Frau - wenn ein Sub-Genre Grenzen durchbricht
Kategorie: Archiv
Das eigene Fanfiction-Archiv
Kategorie: Archivare
Kategorie: Struktur und Ordnung
Kategorie: Sammler
Kategorie: Rückmeldung
Kategorie: Nützlichkeit
Kategorie: Berufsautoren
Kategorie: Prosa
Epilog
SpracheDeutsch
Erscheinungsdatum1. Dez. 2015
ISBN9783941864245
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    Buchvorschau

    With Love, Mary Sue - Das Phänomen Fanfiction - Bettina Petrik

    DAS BUCH

    Es gibt eine Welt, da lebt Professor Snape glücklich verheiratet mit Lily Potter, Thorin Eichenschild ist nie gestorben, und Anakin Skywalker hat sich nie auf die böse Seite der Macht geschlagen. Eine Welt, wo Sherlock Holmes zusammen mit einem geheimnisvollen Timelord merkwürdige Fälle untersucht, Dean Winchester mit der Crew der Serenity fliegt und Loki und Thor mehr als nur Brüder sind.

    Fanfiction, argumentieren manche, gab es schon immer. Schließlich bedienten sich nicht wenige große Autoren an populären Stoffen und verpassten ihnen ein neues Gewand. Andere hingegen sehen Fanfiction kritisch und werfen den Autoren vor, die Ideen anderer zu verfremden.

    Und es soll vorkommen, dass das Schreiben von Fanfiction zum Durchbruch verhilft, wie u.a. Shades of Grey zuletzt bewies.

    Aber was ist Fanfiction wirklich? Aus welchem Bedürfnis entsteht sie, und wie weit zurück geht das Phänomen? Welche Genres gibt es, und was sollte man als Fanfiction-Neuling auf jeden Fall wissen, bevor man sich in die zahllosen Archive stürzt?

    Bettina Petrik und Stefanie Zurek nehmen Sie mit auf eine turbulente, augenöffnende, manchmal aufwühlende, aber immer emotionale Reise durch die großartige Welt der Fanfiction.

    Sie werden Ihren Augen nicht trauen.

    DIE AUTORINNEN

    Kein Schreibblock und keine Schreibmaschine war vor Bettina Petrik sicher, seit die 1982 in Innsbruck geborene Redakteurin eines Kleinverlags Buchstaben in eine sinnvolle Reihenfolge bringen konnte. Schon mit 9 Jahren kritzelte sie erste Fanfics zur TV-Serie Die knallharten Fünf. Seitdem hat sie neben eigenen Büchern auch Millionen von Fanfiction-Wörtern zu Franchises wie Star Wars, Marvel und Der Herr der Ringe verfasst. Die Liebhaberin dramatischer Romanzen und phantastischer Action ist Stammgast bei der San Diego Comic-Con und verfasst seit vielen Jahren Artikel und Kolumnen für einschlägige Genre-Magazine.

    Stefanie Zurek war 9, als sie für die Klassenzeitung eine Fanfiction zum Zeichentrickfilm In einem Land vor unserer Zeit beisteuerte. Unzählige Fanfictions für verschiedenste Franchises sollten im Laufe der Zeit folgen. Mittlerweile schreibt und veröffentlicht Stefanie Zurek unter Pseudonym eigene Romane, doch die Liebe zur Fanfiction ist geblieben - nach wie vor verfasst die Autorin und Redakteurin eines Kleinverlags gelegentlich Fanfiction. Außerdem ist sie für das Corona Magazine tätig.

    Bettina Petrik | Stefanie Zurek

    WITH LOVE, MARY SUE

    Das Phänomen Fanfiction

    Originalveröffentlichung

    © 2015 Verlag in Farbe und Bunt

    Dieses Werk ist urheberrechtlich geschützt. Alle Rechte, auch die der Übersetzung, des Nachdrucks und der Veröffentlichung des Buches, oder Teilen daraus, sind vorbehalten.

    Kein Teil des Werkes darf ohne schriftliche Genehmigung des Verlags und des Autors in irgendeiner Form (Fotokopie, Mikrofilm oder ein anderes Verfahren) reproduziert oder unter Verwendung elektronischer Systeme verarbeitet, vervielfältigt oder verbreitet werden.

    Alle Rechte liegen beim Verlag.

    Die Verwendung sämtlicher Bilder, Screenshots und Logos, speziell von FanFiktion.de, Archive of Our Own, Organization For Transformative Works und National Novel Writing Month, erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Urheber. Alle Rechte verbleiben bei den Inhabern.

    Cover-Gestaltung: Stefanie Zurek

    E-Book-Satz: Winfried Brand

    verantwortlicher Redakteur: Bettina Petrik

    Übersetzung OTW-Interview: Cornelia Röser

    Fanart-Illustration: Stefanie Kurt

    Lektorat: Bettina Petrik, Stefanie Zurek, Hestia van Roest

    Korrektorat: Bettina Petrik

    Herstellung und Verlag:

    in Farbe und Bunt Verlags-UG (haftungsbeschränkt)

    Kruppstraße 82 - 100

    45145 Essen

    www.ifub-verlag.de

    ISBN Taschenbuch: 978-3-941864-23-8

    ISBN E-Book: 978-3-941864-24-5

    ISBN Audiobuch: 978-3-941864-75-7

    WIDMUNG

    Für Kati, weil die Underdogs die Besten sind.

    Für Lumi, weil wir nie die Einzigen sind.

    INHALTSVERZEICHNIS

    Widmung

    Inhaltsverzeichnis

    »Und wenn ich gross bin …«

    »… werde ich Autorin.«

    Kategorie: Fanfiction

    Kategorie: Historie

    Kategorie: Legalität und Popularität

    Kategorie: Zuordnung

    Der Slash und die Frau – wenn ein Sub-Genre Grenzen durchbricht

    Kategorie: Archiv

    Das eigene Fanfiction-Archiv

    Kategorie: Archivare

    Kategorie: Struktur und Ordnung

    Kategorie: Sammler

    Kategorie: Rückmeldung

    Kategorie: Nützlichkeit

    Kategorie: Berufsautoren

    Kategorie: Prosa

    Epilog

    Anhang 1:

    Glossar

    Anhang 2:

    Benutzerregeln Fanfiction-Archiv am Beispiel von FanFiktion.de

    Anhang 3:

    Beispiel einer Liste mit Fiktionen, zu denen auch das unkommerzielle Veröffentlichen von Fanfiction verboten ist, am Beispiel von FanFiktion.de

    Anhang 4:

    Richtlinien für die Alterskennzeichnung am Beispiel von FanFiktion.de

    Anhang 5:

    Bücher des Verlags in Farbe und Bunt, die einst auf FanFiktion.de veröffentlicht waren

    »UND WENN ICH GROSS BIN …«

    »Ich schreibe Fanfiction.«

    Seit ich neun Jahre alt war, ist das meine Antwort auf die Frage nach meinem liebsten Hobby. Und seit damals werde ich mit denselben Nachfragen konfrontiert.

    »Fan… was?«

    »Ach, Fan-Zeug. In deinem Alter? Fan warst du doch auch mal von David Hasselhoff und Raumschiff Enterprise und der Kelly Family und so.«

    »Fanfikkk… Ist das was Unanständiges?« (Mit dem Englisch von manch einem meiner Mitmenschen ist es nicht weit her.)

    »Ach, davon hab ich schon mal gehört. Das schreiben doch nur kleine Mädchen, die in irgendwelche Popstars verliebt sind.«

    Schlussendlich ging ich dazu über, einfach zu sagen, dass ich gerne lese. Stimmt ja auch.

    Erst als ich um das Jahr 1998 das Internet für mich entdeckte, stellte ich fest, ich war beileibe nicht die Einzige, die eigene Geschichten zu bereits bestehenden Fiktionen verfasste. Und dass es sogar unzählige Leute gab, die so etwas lesen wollten. Etwa auch die kreativen Ergüsse aus meinen Schulheften?

    »… aus einer ursprünglichen kleinen Idee etwas Großes schaffen, es immer wieder verändern und immer vielfältigere Dinge ausprobieren, und es schlussendlich mit anderen teilen.«

    Link In The Park, Deutschland

    Nach einigem Zögern überwand ich meine Selbstzweifel, übersetzte ein paar meiner Geschichten zu der Zeichentrickserie She-Ra – Prinzessin der Macht ins Englische und veröffentlichte diese auf meiner allerersten Homepage – erstellt mit Hilfe von sage und schreibe drei HTML-Codes und einem farbigen Bild in Endlosschleife als Hintergrund. Die folgende positive Rückmeldung, die wenn überhaupt nur die wenig professionelle Übersetzung bemängelte, veränderte in vielerlei Hinsicht mein Leben.

    Von diesem Erlebnis angestachelt teilte ich weitere meiner Geschichten mit anderen, sogar solche jener Art, die viel später erst als Real Person-Fanfics einen Boom erleben sollte. Damals gab man so etwas hauptsächlich im Vertrauen weiter, denn wenn die damaligen Sportstars wie Andreas Goldberger jemals etwas von der Existenz solcher Fantasien über ihre eigene Person erfahren hätten, wäre man vor Scham selbst von der nächsten Schanze gesprungen – ganz ohne Ski.

    Schließlich begann ich einige Geschichten auf einer Fan-Page für She-Ra zu veröffentlichen, wo ich immer öfter Leser und Schreibpartner fand. Und immer mehr verinnerlichte ich, dass ich nicht die Einzige mit Interessen war, die nicht denen der Masse entsprachen. Nach he-man.de kam FanFiction.net, aus Foren-Threads wurden automatisierte Archive. Nach FanFiction.net kam FanFiktion.de. Statt halbfertiger AU-Romanzen schrieb ich kanontreue Fanfiction-Serien. Aus E-Mails mit Verbesserungsvorschlägen wurden Stamm-Reviewer und Rückmeldungen im mehrstelligen Bereich.

    Und aus der Fanfiction wurden in diesem Jahr zwei in einem Verlag veröffentlichte Romane und das Buch, das Sie in Händen halten. Eins dieser 2015 erschienen Werke war ursprünglich einmal eine Fanfic.

    Viele Fanfiction-Schreiber werden ähnliche Erlebnisse beschreiben, wenn sie gefragt werden, warum sie »so etwas Komisches« schreiben, »mit dem man noch nicht mal Geld macht«. Hunderte solcher Erklärungen aus allen Ecken des Fandoms haben wir für Sie in diesem Buch eingebaut.

    »Autoren, Regisseure, YouTuber, Künstler jeder Art erzählen uns ihre Geschichten über ihre Welt – wir erzählen ihnen unsere Geschichten über ihre Welt.«

    rosa Kueken, Deutschland

    Ich – wir – schreibe nicht Fanfiction, um Geld zu verdienen. Ich schreibe, weil es mir in schweren Zeiten hilft. Weil ich viele Bücher, Filme und Serien so sehr liebe, dass ich ihr Universum erweitern möchte. Ich schreibe, weil ich Leute mit dem Ergebnis bewegen kann und es für mich kein schöneres Kompliment gibt.

    Ich schreibe, weil es mein Leben ist, und dabei mache ich keinen Unterschied, ob ich die Geschichte verkaufen darf oder nicht. Ich möchte sie erzählen, und sie erzählt etwas von mir.

    Und dieses Buch hier schreibe ich, damit hoffentlich ein paar Fanfiction-Autoren weniger zu hören bekommen: »Hast du denn nichts Besseres zu tun?«

    Oder zumindest das Selbstvertrauen haben, zu antworten: »Nö.«

    Denn Zeit, die wir mit Dingen verschwenden, die wir lieben, ist die beste verlorene Zeit unseres Lebens.

    (bp)

    »… WERDE ICH AUTORIN.«

    Bei meiner ersten Fanfiction war ich etwa acht Jahre alt und hatte gerade zum mindestens dreihundertsten Mal In einem Land vor unserer Zeit gesehen. Dinos waren das Größte für mich, und da ich mir schon immer gerne Geschichten ausgedacht hatte, schrieb ich irgendwann auch mein ganz eigenes Abenteuer von Cera, Littlefoot und Ducky auf, das es immerhin bis in die Klassenzeitung schaffte. Ich glaube, ein Jahr später stand für mich fest, dass ich Autorin werden wollte, und an dem Wunsch hat sich seitdem nichts geändert. Schreiben war, ist und bleibt das Schönste für mich.

    Meine gesamte Teenagerzeit verbrachte ich im Prinzip damit, Fanfiction-AUs und Crossover zu schreiben. Ich schrieb nicht zufriedenstellende Filmenden um, vertiefte mich viel zu sehr in ein Musikvideo der Kelly Family, aus dem ich eine komplette Welt erschuf, und probierte mich in Sci-Fi-Universen aus. (An dem Tag, als ich zufällig auf die Star Wars-Romane von Timothy Zahn stieß, eröffnete sich mir nochmal eine völlig neue Welt.)

    Lange Zeit glaubte ich, die Einzige mit diesem irgendwie schrägen Hobby zu sein. Dann bekam meine Familie einen Internetanschluss und der Stern veröffentlichte einen Artikel über Harry Potter-Fanfiction. Ungläubig begab ich mich auf die Suche und begriff plötzlich, dass ich gar nicht so allein war, wie ich immer dachte. Im Gegenteil!

    »… meine Gedanken und Ideen von der langen Leine lassen und sie wild übers Papier flitzen sehen – Entspannung, Kreativität und emotionales Austoben zugleich!«

    Karina N., Deutschland

    Das gab mir neuen Ansporn: Jahrelang hatte ich nur für die Schublade geschrieben, jetzt konnte ich Leute an meinen Werken teilhaben lassen! Ich schrieb und schrieb in vielen, vielen Fandoms, lernte andere Autoren kennen und beschäftigte mich durch das Feedback anderer zum ersten Mal tatsächlich aktiv mit dem Handwerk des Schreibens. Nie wieder habe ich so viel über das Schreiben gelernt und innerhalb so kurzer Zeit so große Sprünge gemacht wie damals. Der Austausch mit anderen Fans, die über dieselben Figuren schrieben wie ich und jede meiner Dialogzeilen kritisch beobachteten, war das Beste, was mir passieren konnte.

    Mittlerweile schreibe ich eigene Romane in meiner eigenen Welt, und für Fanfiction bleibt kaum noch Zeit. Doch hin und wieder lese ich ein Buch oder treffe auf ein Konsolenspiel, das mich so sehr berührt und mitnimmt, dass ich ein Word-Dokument öffne und loslege. Außerdem – das nur im Vertrauen an dieser Stelle – mache ich mir einen Spaß daraus, möglichst viele Anspielungen auf meine Fandoms in meinen Büchern zu verstecken.

    Der Mut, das Ergebnis meines Schreibens anderen zu zeigen und konstruktiv an mir zu arbeiten, war das schönste Geschenk, das mir das Fandom gemacht hat. Und ganz im Sinne der Fanfiction möchte ich zuletzt den Schlusssatz aus dem Vorwort meiner Kollegin aufgreifen: Die Zeit, die wir mit Dingen verschwenden, die wir lieben, ist die beste verlorene Zeit unseres Lebens.

    Ich habe sehr viel von dieser verlorenen Zeit, und ich freue mich über jede einzelne Minute davon.

    (sz)

    »Man kennt den Originalautor nicht, weiß nicht, was er sich bei den Charakteren gedacht hat, warum sie sind, wie sie sind. Man nimmt das, was man hat und arbeitet damit und hofft, dass man nah genug an das Original heranreicht. Eine Figur aus einer anderen Geschichte muss auch in der eigenen eine Persönlichkeit haben, und als AU-Autor ist es eine zusätzliche Herausforderung, da man die ganze Umgebung/den Plot auf die Charaktere zuschneiden und doch darauf achten muss, in character zu bleiben. Es ist eine Herausforderung, an der man wachsen kann.«

    Elenoire, Deutschland

    KATEGORIE: FANFICTION

    Verehrte Miss Mary Sue,

    mit großem Interesse habe ich Ihre Abhandlung über den Vampir Edward gelesen. Ihr Schreibstil ist Balsam für die Seele, und die Sympathien, die Sie für meine Art empfinden, vermögen das nicht schlagende Herz eines Unsterblichen zu erweichen. Zu oft werden wir missverstanden, es ist eine wahre Schande!

    Aber sind Sie sich ganz sicher, dass der junge Master Edward im Sonnenlicht glitzert? Zwar wandele ich nun schon eine ganze Weile über diese Erde, aber von so etwas habe ich noch nie gehört. Liegt das womöglich am amerikanischen Wetter? Man hört da ja so einiges. Vielleicht sollte der junge Herr sich einer ärztlichen Untersuchung unterziehen, nur um ganz sicher zu sein, dass es nicht doch am Blutmangel liegt.

    Gerne würde ich persönlich bei Ihnen für ein Tête-à-Tête vorbeischauen, um mich in weiteren Worten über Ihr Werk zu ergehen. Lassen Sie doch heute Nacht bitte das Fenster auf, entfernen Sie die Fliegengitter und alles, was einem Holzpflock ähnlich sieht (ich habe da so meine Erfahrungen).

    Hochachtungsvoll

    Vlad III. Drăculea

    (nennen Sie mich doch Dracula)

    Fanfiction? Was ist denn das schon wieder für ein unsinniger neuer Trend?

    Zweifellos müssen die Leser diverser Fan-Magazine ziemlich stutzig geworden sein, als die ersten von Fans verfassten Geschichten zu Raumschiff Enterprise/Star Trek veröffentlicht wurden. So geschehen erstmals im Spockanalia-Heft aus dem Jahr 1967. Und vermutlich wunderten sich ebenfalls so einige Menschen im 19. Jahrhundert, als eine Dame namens Charlotte Brontë frei erfundene Abenteuer niederschrieb, die niemand anderes als Napoleon-Bezwinger Arthur Wellesley, 1. Duke of Wellington, erlebte.

    »… mein Schritt ins Leben als Autorin. Ich habe meinen ersten großen Erfolg mit Fanfiction gehabt, und ich bin sehr stolz darauf, stolz auf mich. Fanfiction kann eine Karriere starten.«

    LeafpoolX15, Deutschland

    Fanfiction (auch bekannt unter dem Namen Fan-Fiction, Fanfic, FF, Fanfiktion oder Fangeschichten) ist kein neues Phänomen. Nicht einmal die von vielen Leuten so belächelte Fanfiction zu realen Personen kann als Modeerscheinung abgetan werden. Ob Parodien und Varianten von Lewis Carrolls Alice im Wunderland zu Beginn des 20. Jahrhunderts, oder Fabeln, die einst so manch Minnesänger auf Kriegshelden erdichtet haben mag: Der Aufschwung des Internets in den 1990er-Jahren rückte nur ins breite Licht der Öffentlichkeit, was vermutlich seit Beginn des geschriebenen Wortes begeisterte Anhänger eines bestimmten fiktiven Stoffes oder berühmter Personen betrieben haben.

    Besonders begeisterte Anhänger (seit Kurzem mit Vorliebe »Geeks« genannt) für ein bestimmtes Franchise finden sich grundsätzlich schnell, und es bildet sich auch rasch ein gewisses Gemeinschaftsgefühl. Der Begriff dafür, »Fandom« (Kombination aus den Worten »Fan« und »Kingdom« [Königreich] bzw. abgeleitet von dem Begriff »Fanatical Dominance«), geht bis ins Jahr 1903 zurück und beschrieb anfangs noch sehr leidenschaftliche Sport-Anhänger. Beileibe nicht jeder, der sich einem Fandom zugehörig fühlt, schreibt Fanfiction. Aber wo es Fandom gibt, gibt es auch Fanfiction. Und zwar schon seit ewigen Zeiten.

    Geändert haben sich lediglich zwei Dinge durch die wachsende Popularität dieses Phänomens: Die Verfasser solcher Werke bekommen weit mehr Aufmerksamkeit. Und der Ruf der Fanfiction ist in den Keller gerutscht.

    Wenn es Fanfiction schon so lange gibt, warum haben Sie noch nie welche in der Buchhandlung entdeckt?

    Fanfiction ist mit vielen Copyright-Problemen behaftet, von einigen Urhebergesetzen aber auch geschützt und fallweise von Vorgaben der jeweiligen Schöpfer der Ursprungsfiktion geregelt. Generell bewegt sie sich in einer juristischen Grauzone, da sie zwar in gewissem Umfang ein eigenes Urheberrecht begründet, aber geschützte Begriffe und Figuren aus einem bereits bestehenden Franchise, also eingetragene Marken verwendet. Mit diesen Marken darf naturgemäß nur der Rechteinhaber Umsatz erzielen. Daher darf Fanfiction nicht verkauft werden, wobei es in den letzten Jahren vereinzelt abweichende Entwicklungen gab, auf die wir die später noch eingehen werden. In klassisch gedruckter Buchform findet man Fangeschichten zumindest auf dem westlichen Markt jedoch nicht.

    »… viele Stunden vor einem flimmernden Bildschirm sitzen und dabei Lachtränen in den Augen haben, vom Hauptcharakter schwärmen oder Rotz und Wasser heulen – manchmal auch alles auf einmal.«

    MoonPaper, Deutschland

    In der kostenlosen Online-Welt sieht das ganz anders aus. Während der Inhalt und die Verbreitung von Fan-Magazinen – sogenannten »Fanzines« – früher wenig von offizieller Seite kontrolliert wurden und deren Beiträge selten Beachtung außerhalb des eingeschworenen Leserkreises fanden, bot die Erfindung des Internets Autoren eine völlig neuartige Plattform. Ein paar wenige Begriffe in die Suchmaschine seines Vertrauens getippt, und schon bekommt man unzählige Homepages zu einem bestimmten Thema aufgelistet. Bei einem Begriff wie Fanfiction, der nicht nur von Star Trek-Anhängern schon lange vor den Zeiten des Internets benutzt wurde, war es nur eine Frage der Zeit, bis die zahllosen Einträge zu diesem Phänomen diversen Rechteinhabern auffallen würden.

    Damit erst begannen die wirklichen Probleme, denn nicht alle waren glücklich über diese Entdeckung.

    Da eine Fanfiction zwar bereits existierende Elemente verwendet, diese jedoch in ein neues Werk einbaut, unterliegt sie dem Urheberrechtsgesetz in den meisten Ländern nicht, obwohl sie ihre Daseinsberechtigung hat. Diese Ansicht ist wie viele andere Internet-bezogenen Fragen allerdings noch sehr jung, deshalb wird der oft sehr hitzige Dialog zu diesem Thema wohl in absehbarer Zukunft nicht abreißen.

    »Fanfics sind mir in den letzten Jahren fast genauso wichtig geworden wie die Geschichten, auf denen sie basieren.«

    Kayleigh O Turman, Deutschland

    Aktuell hat sich die Handhabe so eingependelt, dass Fanfiction von den meisten Franchise-Verantwortlichen geduldet wird, diese haben allerdings jederzeit die Macht und Möglichkeit, die Entfernung der Geschichten von einem jedem Homepage-Betreiber zu verlangen. Im Gegenzug haben es sich fast alle Fanfiction-Archive auf die Fahne geschrieben, Fanfics sofort und ohne Widerspruch zu löschen, wenn der jeweilige Rechteinhaber dies verlangt.

    Zusammengefasst ist Fanfiction ein immer weiter an Größe gewinnendes Phänomen, an dem niemand etwas verdienen darf, mit dem aber auch niemand gegen irgendein Gesetz verstößt. Und es gibt keinen Grund anzunehmen, dass sich das in naher oder ferner Zukunft ändern wird.

    Wenn es Fanfiction nur im Internet gibt, könnte die ja von jedem geschrieben sein.

    Sehr richtig. Ihr fußballsüchtiger Nachbar? Hat sich vielleicht schon einmal romantische Dates zwischen den FC Bayern München-Spielern Thomas Müller und Manuel Neuer vorgestellt, während er sein Auto gewaschen hat. Ihre vierzehnjährige Tochter? Erfindet möglicherweise heiße Begegnungen zwischen dem Elben Legolas und dem Zwerg Thorin Eichenschild, die Sie in der Der Hobbit-Trilogie sicher nicht zu Gesicht bekommen

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