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Seewölfe - Piraten der Weltmeere 166: Die Bruderschaft der Freibeuter

Seewölfe - Piraten der Weltmeere 166: Die Bruderschaft der Freibeuter

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Seewölfe - Piraten der Weltmeere 166: Die Bruderschaft der Freibeuter

Länge:
122 Seiten
1 Stunde
Herausgeber:
Freigegeben:
Jan 5, 2016
ISBN:
9783954395033
Format:
Buch

Beschreibung

Schon die erste Breitseite der "Isabella" lag voll im Ziel. Der Großmast der "Tobago" wurde über Bord gefegt, ein Teil des Vorderkastells zersplitterte unter den Einschlägen der Kugeln, die Blinde knickte ab. Dann halste die "Isabella", schwang herum und war bereits in Schußposition, bevor der Gegner seine erste Salve abgefeuert hatte. Edwin Carberry, der eiserne Profos, brach in ein höhnisches Gelächter aus. Das wollten Piraten sein - die Kerle auf der "Tobago"! Und schon feuerte die "Isabella" ihre zweite Breitseite auf den Gegner...
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Freigegeben:
Jan 5, 2016
ISBN:
9783954395033
Format:
Buch

Über den Autor


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Buchvorschau

Seewölfe - Piraten der Weltmeere 166 - John Curtis

8

1.

In der „Schildkröte" auf Tortuga ging es an diesem Spätnachmittag hoch her. Es war wie in den alten Zeiten, als noch Caligu, der gefürchtete Herrscher der Karibik, seine Gelage abgehalten hatte. Caligu lebte nicht mehr, in der Windwardpassage hatte er im Kampf gegen den Seewolf und seine Männer das Leben verloren, und auch Maria-Juanita, seine einstige Geliebte, war ihm längst ins Reich der Toten gefolgt.

Aber Tortuga, die Schildkröteninsel, hatte sich nach einer Weile der Ruhe wieder zu dem gemausert, was sie immer gewesen war: zur Pirateninsel. Ihr neuer Herrscher war Pongo. Schwärzer noch, als es Caligu einst gewesen war und vielleicht sogar noch stärker, noch größer und bestimmt ebenso verschlagen und gerissen wie der einstige Herrscher Tortugas. Man sagte ihm nach, daß er Eisenketten mit der bloßen Kraft seiner Muskeln zu sprengen vermochte und Eisenstangen mit bloßen Händen zur Acht zusammenbog.

Pongo hatte das oft bewiesen, aber immer wieder geschah es, daß seine Fähigkeiten von Neuankömmlingen bezweifelt wurden – ein Leichtsinn, den nur selten einer der Zweifler überlebte.

So auch an diesem späten Nachmittag. Dichter Rauch erfüllte die Schildkröte, jenes in die Felsen der Insel gehauene Gewölbe, daß zugleich Pongos Hauptquartier und Kneipe darstellte, in dem er seine wüsten Gelage abhielt. So wie Caligu und Maria-Juanita und andere lange vor ihm.

Pongo hatte den roh gezimmerten Stuhl, der schon fast einem Thronsessel ähnlich war, zurückgeschoben und starrte den Fremden an. Unter seiner ebenholzschwarzen Haut spielten die Muskeln, seine mächtigen Kiefer mahlten.

„Du nimmst das Maul verdammt voll, Fremdling", sagte Pongo. Dabei dröhnte seine Stimme durch das Gewölbe, so laut, daß die Stimmen der Männer und das Gekreische oder Gelächter der Piratenbräute schlagartig verstummte. Alle Blicke wandten sich Pongo und dem Fremden zu. Sogar der fette Wirt, ein wahres Gebirge aus Fleisch, Fett und Muskeln, der sich sonst um die Streitereien der Piraten nur kümmerte, wenn sie begannen, ihm seine Kneipe in alle Einzelteile zu zerlegen, beugte sich interessiert vor. Da stand wieder etwas bevor, das spürte der fette Diego sofort.

Der Fremde schwieg. Er stand hochaufgerichtet vor Pongo und starrte ihn aus seinen schwarzen Augen nur an. Schwarzes Haar floß über seine Schultern, sein athletischer brauner Oberkörper war nackt. Seine Hüfte umschlang ein breiter, schwerer Gürtel aus Leder, in dem ein breites Messer steckte. Der Gürtel hielt einen ledernen Lendenschurz. Auf Brust und Armen trug er Tätowierungen, die Schlangen und fremde Schriftzeichen zeigten.

Pongo spürte die Gefahr, die von diesem Fremden ausging. Das war kein gewöhnlicher Gegner, mit dem man im Handumdrehen fertig werden konnte. Pongo ließ seine Blicke über den Fremden wandern. Der Mann war nicht ganz so groß wie er, auch nicht so schwer. Aber sein Körper bestand aus Muskeln und Sehnen, kein Gramm Fett zuviel war da zu sehen. Seine Haltung war locker und irgendwie sprungbereit wie bei einer Raubkatze.

Der Herrscher über Tortuga verspürte Unwillen. Er warf der hübschen Kreolin an seiner Seite einen raschen Blick zu, auch ihre Augen signalisierten Pongo Gefahr.

Der Herrscher Tortugas griff nach seinem schweren Krug und nahm einen gewaltigen Schluck. Dann setzte er den Humpen ruckartig und so hart ab, daß die schwere Bohle, die die Tischplatte darstellte, erdröhnte. Anschließend wandte er sich dem Fremden wieder zu.

„Also – wer bist du, was willst du von mir?" Unüberhörbares Grollen kündete denen, die den hünenhaften Schwarzen kannten, den bevorstehenden Wutausbruch an. Aber der Fremde blieb auch weiterhin gelassen. Nur die Muskelstränge unter seiner Haut bewegten sich ein paarmal.

„Ich habe gehört, daß du der Beherrscher von Tortuga und stets bereit seist, mit jedem um die Herrschaft über diese Insel zu kämpfen, der mit dir um sie kämpfen will. Ist das so?"

Pongos Augen wurden schmal. Das also war es. Dieser Kerl wollte ihm die Herrschaft über Tortuga streitig machen!

Pongo griff abermals nach seinem Humpen, leerte ihn auf einen Zug und stellte ihn wiederum hart auf die Tischplatte. Dann lehnte er sich noch weiter zurück. Dabei fixierte er seinen Gegner noch schärfer, noch genauer.

„Ja, das stimmt, Fremder. Aber wenn du mit mir um Tortuga kämpfen willst, dann ist das ein Kampf auf Leben und Tod. Wer verliert, stirbt, Gnade wird nicht gegeben. Also, willst du immer noch um Tortuga kämpfen?"

Der Fremde starrte Pongo an.

„Nicht nur um Tortuga, Pongo. Um alles. Um sie, er deutete auf die bildhübsche Kreolin, „um dein Schiff, um deine Besatzung, um die Schätze, die du angesammelt hast, um deine ganze Flotte, die sich zur Zeit auf See befindet, um das Geleit der Spanier abzufangen, das Silber, Gold und Frauen in die alte Welt bringen soll.

Wieder warf Pongo der Kreolin einen raschen Blick zu. Er sah, wie sie erbleichte und ihre Hand sich um seinen Unterarm krallte.

Fast böse schüttelte Pongo ihre Hand wieder ab.

„Wer bist du, Fremder, woher kommst du? Wie gelangtest du auf diese Insel, es hat seit Tagen kein Schiff meinen Hafen angelaufen!"

Der Fremde wurde Pongo immer unheimlicher. Er spürte plötzlich, daß dies der schwerste Kampf seines Lebens werden würde. Er würde auch nicht so ablaufen wie sonst und nicht durch Sprengen von Ketten oder Verbiegen von Eisenstangen entschieden werden, nein, dieser Kerl wollte einen richtigen Kampf, einen, bei dem die Waffen entscheiden würden.

Ein spöttisches Lächeln zog sich um die Mundwinkel des Fremden.

„Nicht deinen Hafen, Pongo, wohl aber deine Insel. Wenn du Wachen aufstellst, dann sollten sie ihre Augen offenhalten und nicht betrunken in den Felsen Tortugas liegen, auf der anderen Seite der Insel. Man nennt mich auf Grand Caicos El Diablo, auf der Insel geschieht nichts, was ich nicht will."

Pongo hatte den Fremden angestarrt, dann war er aufgesprungen. So heftig, daß sein schwerer Stuhl polternd umstürzte.

„El Diablo? fragte er. „Das lügst du. Du kannst nicht so heißen. Es gab einmal einen Mann in der Karibik, der sich so nannte. Er lebte auf Little Kaiman und segelte ein pechschwarzes Schiff.

Die Hand des Fremden war unwillkürlich zum Messer gezuckt, als Pongo aufgesprungen war. Jetzt nahm er sie langsam wieder fort und starrte seinerseits den hünenhaften schwarzen Herrscher Tortugas an. In der Felsenkneipe herrschte atemlose Stille, keiner der Männer und keine der Frauen wagten auch nur, sich zu rühren.

„Du kennst El Diablo? fragte der Fremde. „Und du kennst jenes schwarze Schiff, von dem man noch heute in allen Gewässern der Karibik spricht? Ich bin El Diablo, aber nicht jener Mann, der dieses schwarze Schiff gesegelt hat, sondern aller Wahrscheinlichkeit nach einer seiner Söhne. So jedenfalls berichtete es die Frau, die mich geboren hat, und ich habe keinen Grund, an der Wahrheit ihrer Worte zu zweifeln!

Pongo starrte den Fremden an. Der Schwarze war nicht mehr der jüngste, aber seinem riesigen Körper schienen die Jahre nichts ausgemacht zu haben. Die Haut war straff, sein krauses Haar noch dunkel, die Augen noch scharf.

Er trat noch dichter an den Fremden heran. Lange musterte er ihn. Dann wandte er sich zu seinen Männern um, suchend glitten seine Blikke durch das Gewölbe.

„Tonga – her mit dir! forderte er einen Kreolen auf, der fast so groß und so stark war wie er selber. „Du hast Caligu gekannt. Du bist mit Caligu gesegelt. Ich weiß, daß Caligu jenen El Diablo gekannt hat. Hast du jenen El Diablo und sein schwarzes Schiff nicht auch gesehen?

Tonga erhob sich. Langsam ging er zu Pongo und dem Fremden hinüber. Dann starrte auch er den Fremden an.

„Ja, ich habe El Diablo noch gekannt, Pongo, auch sein Schiff, von dem behauptet wird, jener Nordmann, den sie hier den Wikinger nennen und der bei der Schlacht in der Windward Passage ums Leben gekommen sein soll, habe es mit Hilfe des Teufels aus der Todesbucht von Little Kaiman geholt und sei mit ihm in ein fernes Land gesegelt. Zusammen mit diesem dreimal verfluchten Seewolf. Laß sehen, Fremder, ob du mit El Diablo Ähnlichkeit hast."

Er trat auf dem Fremden zu, der immer noch hochaufgerichtet vor Pongo stand. Eine ganze Weile starrte er den Fremden an. Dann nickte er.

„Ja, es könnte stimmen, Pongo. Er gleicht El Diablo sehr. Ich weiß, daß El Diablo viele Frauen hatte." Ein Grinsen huschte über sein verwüstetes Gesicht. „Und bestimmt auch viele Söhne, vielleicht auch viele Töchter. El Diablo hat sich in der gesamten Karibik herumgetrieben, aber niemand weiß, woher er kam. Er war ein finsterer, schweigsamer Mann. So, wie er lebte, soll er auch gestorben sein. Noch lange nach seinem Tod lag jenes schwarze Schiff in der Todesbucht von Little Kaiman, ich habe es dort selber gesehen. Auch die Skelette, die Jahr um Jahr an Bord des schwarzen Schiffes in der Sonne bleichten. Aber weder Sonne, Regen noch Sturm vermochten dem Schiff etwas anzuhaben, sein Holz

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