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Stoffel lernt spuken/Stoffel läert spöken: Eine Gespenstergeschichte aus dem Münsterland. Mit einer plattdeutschen Übersetzung

Stoffel lernt spuken/Stoffel läert spöken: Eine Gespenstergeschichte aus dem Münsterland. Mit einer plattdeutschen Übersetzung

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Stoffel lernt spuken/Stoffel läert spöken: Eine Gespenstergeschichte aus dem Münsterland. Mit einer plattdeutschen Übersetzung

Länge:
132 Seiten
1 Stunde
Herausgeber:
Freigegeben:
Dec 1, 2015
ISBN:
9783932927980
Format:
Buch

Beschreibung

Eigentlich hat Stoffel, das kleine Gespenst der alten Burg Steinfurt, nicht die geringste Lust, spuken zu lernen. Als er aber in seiner Klasse andere münsterländische Gespensterkinder kennenlernt, Gregor von Gravenhorst z. B. und Vinzenz von Vischering, Walburga von Welbergen und Benny von Bentlage, da macht ihm die Spukschule soviel Spaß, dass er morgens sogar freiwillig zum Unterricht schwebt. Schon bald hat die Klasse auch ihren Spuklehrer, den großen alten Baldur, der seit Jahrhunderten auf der Burg Bentheim für Kettenrasseln und ähnlichen Spuk zuständig ist, ins Herz geschlossen. Und dass Spuken am Ende sogar richtig nützlich sein kann, wer hätte das gedacht?!

Usch Hollmann hat bereits in ihren "Lisbeth"-Büchern einen feinen Sinn für Humor und Hintersinn bewiesen, der auch in diesem, ihrem ersten Kinderbuch erkennbar ist. Da ihr zudem als gebürtiger Schweizerin das münsterländische Idiom sowie die plattdeutsche Spache ans Herz gewachsen sind, ließ sie die Geschichte der sechs kleinen Gespenster von der bekannten Lyrikerin Käthe Averwald ins Plattdeutsche übersetzen.
"Vielleicht gelingt es ja, das Aussterben dieser schönen alten Sprache etwas hinauszuzögern, solange es Eltern oder Großeltern gibt, die der Sprache ihrer Vorfahren noch mächtig sind und sie ihren Kindern und/oder Enkeln vorlesen und damit weitergeben können." hoffen die beiden Autorinnen.

Ein zweisprachiges Buch also, liebevoll illustriert von Dirk Hennig und das sich außer für den häuslichen Gebrauch auch für Schüler-Lesewettbewerbe in Hochdeutsch und Plattdeutsch anbietet. Dieses Buch macht zudem Lust, zu den Schlössern, Burgen und alten Klöstern des Münsterlandes, in denen die kleinen Gespenster jeweils wohnen, einen Familienausflug zu veranstalten.
Herausgeber:
Freigegeben:
Dec 1, 2015
ISBN:
9783932927980
Format:
Buch

Über den Autor


Buchvorschau

Stoffel lernt spuken/Stoffel läert spöken - Usch Hollmann

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Es war an einem richtig schönen Frühlingsmorgen.

Et was ‘n wunnerschönen Fröhjaohrsmuorn.

Im Park von Schloss Steinfurt zwitscherten und sangen die Vögel.

In’n Park van Sluot Stemmert süngen de Vüegel.

Die Sonne schien von einem knallblauen Himmel herab und zauberte glitzernde Kringel auf das Wasser des breiten Grabens, der das alte Gemäuer umgibt.

De Sunne scheen van den knallblaoen Hiëmel harunner un maolde glämmerige Kringe up dat Water van de Gräfte, de üm de ollen Müern flütt.

Die Enten auf der Uferböschung schnatterten laut, und der Schwan putzte ausgiebig sein Gefieder.

De Iärne an’t Öwer snaterden luut, un de Schwan möök met Utduer siene Fiädern rein.

Trotz der frühen Jahreszeit tanzte schon ein Schwarm Mücken in der milden Luft, und auf den ersten Seerosenblättern hockten Frösche und nahmen schweigend ein Sonnenbad.

Ofschonst et no fröh in de Jaohrestied was, danzten de Müggen all in de warme Lucht, un de Poggen satten up de iärsten Seerausenblaare un sunnden sick.

Ein dickes, goldenes Büschel Sonnenstrahlen fiel auch durch eine Dachluke des Torhauses, das seit vielen Hundert Jahren am Eingang des Schlosses steht.

De Sunne smeet en Fussen güldene Straohlen dör de Dackluke van dat Paortenhuus, dat all jaohrhunnertelank an den Ingank van’t Sluot steiht.

Hier oben auf dem Dachboden wohnte das kleine Schlossgespenst, Stoffel von Steinfurt.

Buoben up den Büen unner’t Dack wuehnt dat lütke Sluotgespenst, Stoffel von Steinfurt.

Er hatte sich einen der dicken Eichenbalken als Lieblingsschlafplatz ausgesucht.

De häff sick up eenen van de dicken Ekenbalken siene laifste Slaopstiär inricht.

Auf dem Balken gleich nebenan wohnte Erwin Eichhorn.

Up den Balken tiëgenan wuehnt Erwin Eichhorn.

Der war zwar kein Gespenst, sondern ein Eichhörnchen, aber trotzdem Stoffels allerbester Freund.

De is kien Gespenst, sünnern ‘n Eekkättken, aower is doch Stoffel sienen bestguetten Frönd.

Erwin kümmerte sich rührend um Stoffel, damit dessen Eltern sich keine Sorgen machen mussten, wenn sie ihren Pflichten als Gespenster nachgingen.

Erwin kümmert sick dagesdag üm Stoffel, dat siene Öllern sik kiene Suorgen üm em to maken bruukt. De müett faken iähre Upgawen äs geläerte Gespenster naogaohn.

Sie spukten in mehreren Wasserschlössern und Burgen im Münsterland.

Se spökt dann up mährere Waterslüöter un Buorgen in’t Mönsterland.

Auch in alten, leer stehenden Klöstern traten sie auf, besonders im Sommer, wenn viele Menschen auf ihren Fahrrädern durch das Münsterland radeln und sich alte Gebäude anschauen.

Auk in olle Klausters, de lierig staoht, triät’t se up, un dat besonners in’n Summer, wenn viële Lüe met iähre Draotiësels dör’t Mönsterland föhrt un sick olle Bauwiärke bekiekt.

Stoffel hieß eigentlich Stefan von Steinfurt, aber Erwin Eichhorn hatte gemeint, Stefan wäre ein viel zu feierlicher Name für einen kleinen Gespensterjungen, deshalb hatte er ihn einfach in Stoffel umgetauft.

Stoffel hett egentlick Stefan von Steinfurt, aower Erwin Eichhorn mennde, Stefan is viël to fierlick för‘nen lütken Gespensterjungen, un daorüm heff he em eenfack in Stoffel ümtauft.

Und so hieß er nun bei allen seinen Freunden.

So hett he nu bi alle siene Frönde.

An dem schönen Maimorgen, an dem diese Geschichte anfängt, wachte Erwin Eichhorn als Erster auf.

An den schönen Maimuorn, wao düt Vertellsel anfänk, wüör Erwin äs iärster wacker.

Durch eine Ritze zwischen zwei Dachpfannen sah er ein Stückchen blauen Himmel.

Dör‘ne Gliewe tüsken twee Dackpannen her söög he en Stücksken blaoen Hiëmel.

Sofort war er auf den Beinen.

Faorts was he up de Beene.

Er hoppelte von seinem Schlafplatz zu Stoffel hinüber, wischte ihm mit seinem buschigen Eichhörnchenschwanz ein paar Mal durchs Gesicht und rief: „Aufwachen, Stoffel, die Sonne scheint, und heute ist dein erster Schultag in der Spukschule."

He hoppelde van siene Slaopstiär nao Stoffel hen, wiskede em met sienen buskigen Eekkättkesstiärt iälke Maole dör’t Gesicht un raip: „Wacker wäern, Stoffel, de Sunne schinnt un vandage is dien iärste Schooldag in de Spökschole."

Stoffel öffnete nur das rechte Auge einen Spalt weit und blinzelte.

Stoffel mäck dat rächte Auge ‘n klein biëtken loss un knippaigelt.

Aber anstatt sich über die Sonne zu freuen und blitzschnell aufzustehen, kniff er das Auge wieder zu, drehte sich auf die andere Seite und wollte weiterdösen.

Aower statts sick üöwer de Sunne to fraien un gau uptostaohn, knipp he dat Auge wier to, drait sick up de annere Siete un will wiederdösen.

Aber Erwin Eichhorn ließ nicht locker und kitzelte ihn so lange, bis Stoffel das rechte Auge unwillig wieder aufmachte.

Aower Erwin giff nich up un kiëdelt em solange, bes Stoffel dat rächte Auge wierwillig wier lossmäck.

„Woher willst du denn wissen, dass heute mein erster Schultag ist?", nuschelte er.

„Waoher wiss du dat wiëten, dat vandage mien iärsten Schooldag is?", nüeselt he.

„Weil gestern Vollmond war, und am ersten Tag nach Vollmond ist Schule", belehrte ihn Erwin.

„Wieldat gistern Vullmaon was un an’n iärsten Dag nao Vullmaon is alltiets Schole", kläörde Erwin em up.

„Darüber haben wir doch oft genug gesprochen."

„Dao häb wi faken noog üöwer küert."

„Ich will nicht in die Schule", maulte Stoffel.

„Ick will nich nao de Schole", knuert Stoffel.

„Und spuken lernen will ich erst recht nicht."

„Un spöken läern will ick iärst rächt nich."

„Red kein dummes Zeug am frühen Morgen.

„Küer nich so‘nen Täöt an’n fröhen Muorn.

Gespenster müssen spuken können, sonst brauchte es euch ja gar nicht zu geben."

Gespenster müett spöken küennen, süss brukede et ju üöwerhaups nich to giëben."

„Aber ich bin noch müde, und spuken macht bei diesem Wetter gar keinen Spaß.

„Aower ick sin no so möde, un spöken mäck bi düt Wiär kien Plasseer.

Überhaupt bin ich noch viel zu klein für die Schule", maulte Stoffel weiter.

Un üöwerhaupt sin ick no viël to minn för de Schole", möppelde Stoffel.

Da baute Erwin sich in seiner ganzen Größe von zweiundzwanzig Zentimetern vor Stoffel auf und stemmte die Arme in die Seiten.

Dao baude Erwin sick in siene heele Grötte van tweeuntwintig Zentimeter vör Stoffel up un stemmde de Arms in de Sieten.

„So, mein lieber Stoffel von Steinfurt, nun hör mir mal gut zu! Zu klein für die Schule? Du bist inzwischen sechzig Jahre alt – oder

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