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Bayerische Gschicht im Gedicht

Bayerische Gschicht im Gedicht

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Bayerische Gschicht im Gedicht

Länge:
95 Seiten
45 Minuten
Freigegeben:
Dec 9, 2015
ISBN:
9783475545450
Format:
Buch

Beschreibung

Wie unterhaltsam und kurzweilig Geschichte sein kann, zeigt der bekannte Autor Franz Freisleder in diesem Buch.
In originellen Mundartversen berichtet er mit einem Augenzwinkern, was sich seit der Entstehung des Bayernstammes bis zur Gegenwart innerhalb der weißblauen Grenzpfähle zugetragen hat. Wer etwas über den legendären Herzog Tassilo wissen will, über den "Märchenkönig" Ludwig II., über den unvergessenen Franz Josef Strauß oder die Regierungszeit Edmund Stoibers - der bekommt all das von Freisleder nicht nur historisch korrekt, sondern auch auf ungemein originelle Art erzählt. Ergänzt wird dieses Stück bayerischer Geschichte durch amüsante Zeichnungen aus der Feder von Sebastian Schrank. So ist der Leser, ehe er sich's recht versieht, auf ganz entspannte Weise zum Spezialisten für bayerische Geschichte geworden!
Freigegeben:
Dec 9, 2015
ISBN:
9783475545450
Format:
Buch

Über den Autor


Ähnlich wie Bayerische Gschicht im Gedicht

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Bayerische Gschicht im Gedicht - Franz Freisleder

Bayerische Geschichte

Die ersten Bayern, die mir kenna,

des warn gar koa – naa, des warn Menna,

die ham zur Eiszeit bei uns gjagt

und – wia da Jennerwein – koan gfragt.

Um Kelheim rum ham s’ Stoana gspitzlt

und dann damit die Höhln verkritzlt.

Ihr Leibspeis, des warn die bekannten

Mordstrümmer Mammut-Elefanten.

Wenn aa so Viecher nimmer lebn

– bei uns, da hat’s as damals gebn!

In Aibling und in Pocking druntn

ham s’ ihre Zähn und Knocha gfundn;

oa Exemplar von bsondrer Pracht

drin in am Münchner U-Bahn-Schacht.

As Eis is oiwei mehra gwicha.

Die Elefanten ham si gschlicha.

Wer jetz kummt, wui ned bloß da zelten

– naa, tausend Jahr lang bleibn s’: die Kelten.

Sie warn as erste Volk im Land,

a wuide Rass, doch mit Verstand.

Und vui von ihrer Eigenart

hat si bis heit bei uns bewahrt:

des Gmiatliche und Hockerte,

des Ranklerische, Bockerte.

Und keltisch san no heit ganz gwiss

die Nama von rund hundert Flüss’.

Lassts mi bloß Main und Donau nenna,

weil die zwoa doch gwiss alle kenna.

Die tausend Jahr, die warn kaum umma,

da san zu uns die Römer kumma,

natürlich ois Besatzungsmacht.

Die ham uns ihr Kultur mitbracht.

Des hat uns mächtig imponiert

– im Nu warn mir romanisiert!

As Land, des taufa d’ Römer um

in »Raetia« und »Noricum«.

Die zwoa Provinzen ziagn si boid

vom Bodensee zum Wienerwoid.

Im Norden werd die Donau Grenz.

Zu de Germanen hoaßt’s: »Ihr kennts

uns alle … bsuacha ab und zua,

doch sonst wolln mir von eich a Ruah.«

Fünfhundert Jahr lang is’ so bliebn,

dann wern die Römer doch vertriebn.

Und jetz passts auf, was i eich sag:

A Gschichtsschreiber aus dene Tag

nennt uns zum ersten Moi beim Nama:

»Baibarii« – jawoi, des samma!

Vergessts as ned, denkts oiwei dro:

Jordanes hoaßt der guade Mo.

Ois Jahr werd für sei Dokument

fünfhundertoanafuchzge gnennt.

Wer san denn die Baibarii?

Da gibt’s so manche Theorie.

Die Römer furt – andre san kumma,

ham unser Niemandsland eignumma.

Vielleicht aus Böhmen die Bojar’n,

die dann die ersten Bayern waarn;

vermischt natürlich, des is gwiss,

mit dem, was alles z’ruckbliebn is:

fuaßkranke Römer, zaache Kelten,

Germanen aa, a paar so Zelten …

Ma woaß nix Rechts aus dene Zeiten;

ma kann bloß ratn oder deitn.

Im Grund is des ja aa ganz gleich

– mir ghern hoid jetz zum Frankenreich.

Da Widerstand, der war recht gring.

Und Siedlunga, hint naus auf »ing«,

verzähln no heit aus dera Zeit.

As Herrschergschlecht von dene Leit,

des warn jetz die Agilolfinger.

(Heit hoaßt no so a Straß in Minga.)

Des erste Bayernvolk, sollts lesn,

des is scho demokratisch gwesn

und hat – da hat si nia nix gfehlt –

sein Herzog oiwei selber gwählt.

Vo vornherein war oans bloß klar:

dass er Agilolfinger war.

Der Brauch is im weißblauen Reich

so im Prinzip bis heit no gleich

Bloß hoaßt des Gschlecht, des woasst aa du,

zur Zeit bei uns hoid CSU.

Wann kummt a Wende? Wer dalebts no?

Da Seehofer denkt: „Mi dahebts no".

Am langa Zügl von de Franken

war Bayern damals feste Schrankn

gega de Slawen, drent im Osten.

Doch warn die Franken auf ’m Posten,

wenn Garibald und Theodo

und später dann da Odilo

und Tassilo ois letzter Spross

si gern verdruckt hä’n aus’m Tross.

Ja, leider is da gar nix ganga.

Und weil er ned so bei da Stanga

hat bleim wolln unterm Karl dem Großn,

ham s’ Tassilo – naa, ned daschossn

(des, waar’s scho ganga, hätts’ gwiss zwickt) –

sie ham an in a Kloster gschickt.

Verhandlung war wia auf am Gricht:

Tassilo hat auf ois verzicht,

für sich und leider aa ned minder

für seine ganzen Kindeskinder.

Siebnhundertachtadachzg ham

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