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Der Schiffbrüchige
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eBook124 Seiten1 Stunde

Der Schiffbrüchige

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Über dieses E-Book

Vor annähernd 200.000 Jahren wurde die Wüstenwelt Hushhin, heute Teil des yantihnischen Reiches, von einer fremden Kultur von Spinnenwesen bevölkert, die heute ausgestorben ist. Archäologen erforschen ihre Reste seit Jahrzehnten und machen nun eine packende, unerwartete Entdeckung... und just zu diesem Zeitpunkt stürzt auf Hushhin ein Raumschiff ab. An Bord: ein leibhaftiger Extrayantihni...
Mehr zu den dramatischen Geschehnissen auf Hushhin ist in der vierten Episode der OSM-Serie „Oki Stanwer und das Terrorimperium“ von Uwe Lammers nachzulesen.
SpracheDeutsch
HerausgeberXinXii
Erscheinungsdatum9. Dez. 2015
ISBN9783959266734
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    Buchvorschau

    Der Schiffbrüchige - Uwe Lammers

    1. Zyklus: „Oki Stanwer und das Terrorimperium"

    Band 4

    Der Schiffbrüchige

    [1]

    Die Yantihni auf Hushhin erhalten Besuch von den Sternen.


    Was bisher geschah: Das kleine Sternenreich des humanoiden Volkes der Yantihni am Rande der Kleingalaxis Twennar ist seit 440 Jahren auf der Suche nach weiteren Kontakten mit fremden Völkern. Bislang wurde aber lediglich eine ausgestorbene Zivilisation entdeckt.

    Als die hoch angesehene Sternenforscherin Sianlee hochbetagt stirbt[2] und eine Expedition deren einzige rätselhafte Reise nachvollzieht, entdecken die Yantihni der GHANTUURON, dass es offenkundig eine Macht zwischen den Sternen gibt, die imstande und willens ist, ganze Sonnensysteme ihrer Bodenschätze zu berauben.[3] Sie ahnen noch nicht, dass das, was sie gefunden haben, nur die Spitze des Eisberges ist und schreckliche Gefahr droht.

    99 Lichtjahre vom Heimatplaneten Rilecohr entfernt sind zur gleichen Zeit Yantihni dabei, die einzige extrayantihnische Zivilisation auszugraben, die einstmals auf dem Wüstenplaneten Hushhin existiert hat und vor rund 200.000 Jahren untergegangen ist. Hier erscheint unvermittelt der Schiffbrüchige …


    1. Teil

    Prolog:

    Der Weltraum war voll von Feuer und Tod.

    Die Artillerie der Cestai flammte, legte gleißende Feuerkaskaden in den Weltraum und deckte den Rückzug der angeschlagenen Verteidigungskräfte. Einen Rückzug, den Gwensh überhaupt nicht wollte. Jedes der großen Hologramme, das die verzweifelte Lage draußen zeigte, signalisierte, dass sie ihn nicht auf den Weg schicken konnten. Sie DURFTEN nicht!

    Ich will nicht gehen! Lass mich kämpfen wie die anderen! Wir brauchen jeden einzelnen Kämpfer, habt Ihr gesagt, hoher Yaansh! Ich kann kämpfen! Ich bin jung, ich bin reaktionsschnell, ich …"

    Steckt ihn in die Kapsel. Wir haben nicht mehr viel Zeit", sagte der Raumadmiral kalt, abweisend und resolut. Seine schuppigen Tentakel wedelten ungeduldig, glitzernd von Nervositätssekret. Das ganze Dock des Schiffs roch danach – der Geruch der Angst, und jeder Tassaier konnte das nun wirklich bestens verstehen.

    Sie kämpften um ihre Existenz, und ihr Leben konnte in wenigen Zeiteinheiten unwiderruflich vorbei sein. Und niemand würde mehr da sein, der ihrer gedachte, wenn sie versagten. Niemand!

    Der junge Raumfahrer Gwensh fühlte sich von den starken, älteren Ordonnanzen energisch gepackt und durch das bebende Dock geschleift. Auf der Außenhaut des Schiffes brannten offensichtlich schon die Energiefinger des Feindes, ein widerliches Knattern und schrilles Quietschen zeugte davon, dass in der Ferne bereits wesentliche Funktionen des Flaggschiffes dem Angriff des Feindes zum Opfer fielen. Umso mehr – fand der sträubende, junge Tassaier – war es doch deshalb von Bedeutung, dass er blieb. Dass er seine Kraft in den Dienst des Volkes stellte. Dass er …

    Er wehrte sich, sträubte die Schuppen, was aber nicht spürbar war, weil er bereits seinen Anzug trug. Allein das runde Sichtvisier für das Wahrnehmungszentrum war noch offen, und Gwensh brachte hilflose, wütende Laute hervor. Die anderen arbeiteten natürlich mit Tentakelverstärkern, es war zwecklos, sich gegen solche mechanisch verstärkten Kräfte zur Wehr zu setzen. Es war so gemein! So ungleich, unfair …!

    Soldat Gwensh!", schnarrte der Admiral schließlich mit letzter Geduld, als ihm das alles zu lange dauerte. „Hören Sie mir gut zu – Ihre Haltung ist ganz unsinnig. Von uns allen steht Ihnen die größte Aufgabe bevor. Auch, wenn Sie das jetzt nicht für möglich halten, von Ihnen hängt der Erhalt der Welt ab. Unsere Existenz!"

    Gwensh wurde starr, fassungslos. Er gab seinen Widerstand auf, aber die Ordonnanzen schleppten ihn noch nicht weiter in die Kapsel. Einen Moment lang schien die Welt selbst Atem zu schöpfen. Sogar der ungeheuerliche, unbegreifliche Feind, der dabei war, sie alle auszulöschen, schien diesem Gebot zu gehorchen. Natürlich war das nur eine Illusion, es handelte sich um reinen Zufall.

    Die Koordinaten sind einprogrammiert, fuhr Admiral Yaansh fort, und seine Stimme bebte dabei. Das tat sie sonst nie. Ein Zeichen, wie sehr bewegt er war. „Sie werden Ihrem Volk einen großen Gefallen tun, wenn Sie dies überleben. Sie müssen die Nachricht weitergeben, die Nachricht davon, was hier geschehen ist …

    Aber das macht … das macht keinen Sinn … die Cestai sind doch selbst hilfl…"

    SCHWEIGEN SIE, SOLDAT!", grazzte der Admiral mit seiner tiefen Baritonstimme, und sein ganzer schuppiger Körper zuckte. Er beruhigte sich aber sofort wieder. Ein beherrschter Tassaier hatte sich gut in der Gewalt, selbst in Extremsituationen. „Es gibt noch mehr in Schlangenhort als nur die Cestai, auch wenn diese das gerne dementieren … Wir haben mit unserem Geheimprogramm eine weitere Zivilisation geortet und schicken Sie dorthin. Holen Sie Hilfe. Und wenn diese Wesen dazu nicht imstande sein sollten, dann WARNEN Sie sie vor der Gefahr, die uns vernichtet.

    Nein, uns ist vermutlich nicht mehr zu helfen, dafür ist das Verhängnis zu weit fortgeschritten. Aber diese Scheusale sollen nicht die Genugtuung erhalten, noch mehr Völker ins Unglück zu stürzen …"

    Ein schweres Beben und ein furchtbares Knistern unterbrach die Rede. Der Strom fiel kurzfristig aus und tauchte das ganze Dock in grünes Notlicht. Niemand musste sagen, was das bedeutete – der Feind hatte die YAAL’NECC erfasst und begann sie zu zerlegen. Ein monströses Dröhnen nahm seinen Anfang. Es würde erst enden, wenn das Flaggschiff nicht mehr existierte.

    Gehen Sie! Bei allen Laichgöttern … GEHEN SIE ENDLICH! Bevor niemand von uns hier mehr herauskommt!"

    Und Gwensh fand sich in der Langstreckenkapsel wieder und wurde mit dem Katapult zu den Sternen geschossen. Um ihn herum explodierte der Kosmos in frenetischer Glut. Er entkam im letztmöglichen Augenblick in den Hyperraum …

    *

    1. Historie: Tush-Nebel, 99 Lichtjahre von Rilecohr entfernt

    8. Quindar 419 yantihnischer Zeitrechnung

    Das kleine, betagte yantihnische Kartierungsschiff HELMAARED fiel mit stotterndem Antrieb unmittelbar vor dem Ziel aus dem Hyperraum und begann sogleich mit seltsam bockenden Manövern. In der Zentrale flammten ganze Galerien roter Warnlichter auf, dünn quäkten verschiedene Alarmfunktionen durcheinander.

    „Ja, ja, ja, ja … weiß doch schon, dass ihr kaputt seid, meine Lieben! Nun stellt euch bloß nicht so an!", knurrte der weißbärtige Yantihni-Kommandant Whaitar wütend. Er schlug mit seinen klobigen Fäusten gegen die Konsolen, was viele Warnleuchten zum Erlöschen brachte. Das war natürlich auch keine Lösung, sondern bedeutete im Grunde genommen nur, dass er anschließend den Bordelektrikern Bescheid geben musste, damit sie diese verfluchten Anschlüsse wieder instand setzten … aber diese verdammten Leuchten gingen ihm einfach gehörig auf die Nerven und taten seinen Augen weh.

    Es waren nur acht Lichtjahre gewesen.

    Acht beschissene Lichtjahre!

    Diese Schrottkiste von HELMAARED hielt auch wirklich gar nichts mehr aus … na, das war wirklich mal wieder typisch für die ungesunden Auswüchse der Wissensdemokratie und ihrer aufgeblähten Verwaltung in der Heimat. Auf Rilecohr wurde groß herumgetönt, die Tiefenraumfahrt werde zugunsten besseren Ausbaus der Verkehrswege zu den näheren Welten des kleinen yantihnischen Sternenreichs aufgegeben.

    Ja, ja … aber die Herren und Damen Kolonialpolitiker im Glockendom zu Tarvidd führten diese hehren, hohlen Reden, ohne Bescheid zu wissen. Keiner von diesen Gockeln war jemals hier draußen im Kohlensack des Universums gewesen, im Tush-Nebel! Sie hätten vermutlich vor Schreck keinen Ton mehr herausbekommen, wenn sie einmal eine kleine Spritztour mit der HELMAARED gemacht hätten, darauf hätte Whaitar einen guten Teil seiner Monatsbezüge verwettet. Da hätten sie mal sehen können, wie geflickt und wartungsbedürftig diese Schrottmühlen waren, die hier zum Einsatz kamen.

    99 Lichtjahre waren eben doch eine verdammte Ecke weit weg von der Geburtsstätte ihres Volkes. Und wenn die Verwaltung schon auf Rilecohr nicht imstande war, die Steuergelder gescheit zwischen der Raumfahrtakademie und der Spiralakademie aufzuteilen – darüber gab es IMMER Streit, in jeder Veröffentlichung über Haushaltsausschusssitzungen bekam man das brühwarm mit –, wie sollte dann wohl der gescheite Transfer von Entwicklungsgeldern in Richtung des Tush-Nebels funktionieren? Oder zu irgendeiner anderen Yantihni-Kolonialwelt? Wenn da nicht gerade große Touristikkonzerne eifrige Lobbyarbeit verrichteten, versickerte das meiste an Geld einfach in der Verwaltung. Das Regierungsviertel in Tarvidd sollte wirklich sehr schmuck geworden sein, hatte Kapitän Whaitar gehört. Wo das Geld wohl hergekommen sein mochte … er wollte es eigentlich gar nicht so genau wissen. Und an den hiesigen Problemen hätte diese Kenntnis sicherlich auch nichts geändert.

    Hier draußen fern der Heimat verloren solche akademischen Diskussionen, wie man

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