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Der neue Landdoktor 10 – Arztroman: Fiona lügt!

Der neue Landdoktor 10 – Arztroman: Fiona lügt!

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Der neue Landdoktor 10 – Arztroman: Fiona lügt!

Länge:
123 Seiten
1 Stunde
Herausgeber:
Freigegeben:
Feb 9, 2016
ISBN:
9783740900113
Format:
Buch

Beschreibung

"Der neue Landdoktor" zeichnet sich gegenüber dem Vorgänger durch ein völlig neues Konzept aus. Es wird noch größerer Wert auf Romantik, Spannung und sich weiterdichtende, zum Leben erwachende Romanfiguren, Charaktere und Typen gelegt. Eines darf verraten werden: Betörend schöne Frauen machen dem attraktiven Landdoktor schon bald den Hof. Und eine wirkliche Romanze beginnt...


"Heute ist der Tag, heute kommt sie!", verkündete Gertrud Fechner mit Grabesstimme. Die rundliche ältere Frau starrte düster in ihre Kaffeetasse. Ihre hellblauen Augen, die sonst einen fröhlichen oder auch energischen Ausdruck hatten, guckten finster. "Gerti, jetzt reiß dich zusammen!", antwortete ihre Schwester streng. Sieglinde war vier Jahre älter als ihre Schwester Gertrud, frisch pensionierte Oberstudienrätin, und hatte keine Geduld mit unbegründeten Ängsten und Jammerei. "Du verstehst mich nicht!" Gerti schaute ihre Schwester anklagend an. Konnte sie nicht ein wenig Mitgefühl erwarten?
Herausgeber:
Freigegeben:
Feb 9, 2016
ISBN:
9783740900113
Format:
Buch

Über den Autor


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Buchvorschau

Der neue Landdoktor 10 – Arztroman - Tessa Hofreiter

Der neue Landdoktor –10–

Fiona lügt!

Emilia steht allein mit ihrer Überzeugung

Roman von Tessa Hofreiter

»Heute ist der Tag, heute kommt sie!«, verkündete Gertrud Fechner mit Grabesstimme. Die rundliche ältere Frau starrte düster in ihre Kaffeetasse. Ihre hellblauen Augen, die sonst einen fröhlichen oder auch energischen Ausdruck hatten, guckten finster.

»Gerti, jetzt reiß dich zusammen!«, antwortete ihre Schwester streng. Sieglinde war vier Jahre älter als ihre Schwester Gertrud, frisch pensionierte Oberstudienrätin, und hatte keine Geduld mit unbegründeten Ängsten und Jammerei.

»Du verstehst mich nicht!« Gerti schaute ihre Schwester anklagend an. Konnte sie nicht ein wenig Mitgefühl erwarten?

»Nein, tue ich auch nicht!« Sieglinde setzte sich, falls das überhaupt möglich sein sollte, noch ein wenig aufrechter hin. »Du tust, als sei heute der Tag deiner Hinrichtung. Dabei bekommst du nur eine neue Kollegin zu Seite.«

»Nur!« Gerti schnaubte empört durch die Nase. »Du hast ja keine Ahnung! So ein junges Ding, noch keine dreißig Jahre, mit gefärbten Haaren und einem Tattoo! Wird alles besser wissen und anders machen wollen, als es in den vergangenen Jahrzehnten bestens funktioniert hat, erst beim alten Doktor und jetzt bei seinem Sohn. Denk doch nur an den Umgang mit dem Computer! Immer neue Programme, immer ist alles anders. Ich hasse das! Früher hatten wir unsere Karteikästen und Kalender und Stifte, das funktionierte problemlos.«

»Früher hatten wir auch einen Kaiser«, schnitt ihre Schwester ihr das Wort ab. »Der Computer ist kein Hexenwerk, und du kannst ganz gut mit ihm umgehen. Hör auf mit dieser Schwarzseherei! Denk mal an deine neue Kollegin, wie sie sich jetzt wohl fühlen mag, das arme Ding. Muss sich neben einer gestandenen Frau behaupten, der guten Seele der Praxis Seefeld. Jahrzehnte der Erfahrung! Das ist doch auch nicht ganz einfach für diese junge Frau.«

»Na, wenn du meinst …«, grummelte Gerti.

Sie war zwar noch nicht ganz überzeugt, aber die geschickten Worte ihrer Schwester hatten doch einige ihrer Ängste beschwichtigt. Ihr Appetit erwachte, und sie gönnte sich noch eine Tasse Kaffee und eine Semmel. Schließlich wollte sie gut gerüstet in diesen Tag gehen, der sie vor ganz neue Herausforderungen stellte.

Und vor Herausforderungen war Gerti Fechner, die zuverlässige rechte Hand Doktor Sebastian Seefelds, noch nie zurückgeschreckt!

Der junge Landdoktor, Nachfolger seines Vaters Benedikt Seefeld, saß an seinem Schreibtisch, neben sich einen starken Kaffee, und unterdrückte ein gewaltiges Gähnen. Er war heute Nacht zu einem asthmakranken Kind auf ein abgelegenes Gehöft gerufen worden, und ihm fehlte Schlaf. Aber das war er gewohnt, dafür würde er heute Abend etwas früher ins Bett gehen und auf einen ununterbrochenen Nachtschlaf hoffen.

Heute war also der erste Arbeitstag seiner neuen Angestellten. Doktor Seefeld blätterte noch einmal durch die Unterlagen der jungen Frau. Caroline Böttcher stammte aus Bergmoosbach und hatte in Kempten ihre Ausbildung in einer Kinderärztlichen Gemeinschaftspraxis absolviert, wo sie anschließend ein paar Jahre gearbeitet hatte. Im Anschluss daran war sie in der Notaufnahme der Uniklinik München tätig gewesen. Die junge Frau verfügte über vielfältige Erfahrung, hatte erstklassige Zeugnisse, und immer wurde ihr freundliches Wesen im Umgang mit Patienten lobend erwähnt.

Sebastian Seefeld nickte zufrieden und schloss den Ordner mit ihren Unterlagen. Ja, er hatte eine gute Entscheidung getroffen. Ein leises Lächeln glitt über sein markantes Gesicht, als er an die Skepsis seiner Praxisperle Gerti dachte. Er war sicher, dass auch sie sich bald an ihre junge Kollegin gewöhnt haben würde.

Der Arzt ging zum Annahmetresen hinüber, der wie immer weit vor Beginn der offiziellen Sprechstunde mit der zuverlässigen Gerti besetzt war. Er nickte ihr freundlich zu und bat die erste Patientin des Tages, die einen eingeschobenen Termin hatte, ins Sprechzimmer.

»Grüß Gott, Frau Sonnleitner. Wie geht es Ihnen heute Morgen?«

»Ja, mei, schlecht, Herr Doktor, sonst wär ich doch nicht gekommen, bei der vielen Arbeit, die ich hab!«, klagte die Frau und drückte die Hand auf ihren schmerzenden Bauch.

Der Landdoktor musterte sie genau. »Wieder Beschwerden wegen der Galle?«, fragte er ernst.

Die rundliche Frau nickte bekümmert.

»Frau Sonnleitner, wie oft sollen wir uns denn noch über immer dasselbe unterhalten?« Sebastian Seefeld klang nicht unfreundlich, aber sehr streng. »Wenn Sie sich nicht umgehend die Gallenblase entfernen lassen, wird sich Ihr Zustand immer weiter verschlechtern. Ich kann das nicht mehr verantworten! Ich weiß, dass wir Hauptsaison haben und Ihr Hotel voll belegt ist, aber Ihre Gesundheit sollte doch wohl vorgehen!«

Die Besitzerin des Hotels und sehr guten Restaurants Sonnenhof wirkte zerknirscht. »Ich weiß doch, Herr Doktor, aber heut …«

»Kein aber, Frau Sonnleitner!« Sebastian Seefeld, der ein einfühlsamer und geduldiger Arzt war, beschloss, dass nun Zeit für harte Worte war. »Im schlimmsten Fall perforiert die Gallenblase, Gallenflüssigkeit tritt in die Bauchhöhle und führt zu einer Bauchfellentzündung. Das wiederum kann zu einer Sepsis führen, und die könnte tödlich enden. Die heutige Medizin kann sehr viel heilen, aber wenn es zu spät ist, sind die Ärzte machtlos. Und bei Ihnen ist es bereits fast zu spät, Frau Sonnleitner!«

»Jesses!« Zenzi Sonnleiter schnappte nach Luft. »Das bedeutet …?«

Doktor Seefeld griff zum Telefon. »Ich werde Sie sofort ins Krankenhaus einweisen und einen OP-Termin für Sie vereinbaren. Und Sie werden mit dem Krankenwagen fahren, damit Sie unter ständiger medizinischer Aufsicht sind. Sie legen sich jetzt auf die Liege und rufen Ihren Mann an, der Krankenwagen ist gleich hier.«

Zenzi Sonnleiter war sehr blass geworden und ließ sich ohne ein weiteres Wort vom Arzt in den Nebenraum führen. Dort half Sebastian Seefeld der Kranken auf eine Liege und schob ihr ein Kissen unter den Kopf. »Das wird schon«, sagte er und drückte seiner Patientin beruhigend die Hand. »Sie sind eine starke Frau, die jetzt nur ein bisschen übers Ziel hinaus geschossen ist. Mit einer sofortigen OP und anschließender Schonung sind Sie bald wieder auf den Beinen. Organisieren Sie jetzt Ihre persönlichen Sachen, ich kümmere mich um alles andere.«

In diesem Moment öffnete sich die Tür, und eine junge Frau trat ein, die eine leichte Wolldecke über dem Arm trug. »Grüß Gott, Doktor Seefeld. Ich wollte mich eigentlich erst bei Ihnen melden, aber ich glaube, Sie brauchen mich jetzt hier?«, sagte sie mit einem fragenden Blick auf die Patientin, die zitternd auf der Liege lag.

»Caroline! Gut, dass Sie hier sind, wir klären alles andere später. Betreuen Sie bitte Frau Sonnleitner, ich telefoniere mit dem Krankenhaus.« Er ging rasch in das andere Zimmer hinüber und ließ die Tür halboffen stehen. So konnte er aus den Augenwinkeln verfolgen, wie sich seine neue Praxishelferin in dieser Krisensituation verhalten würde.

»Guten Tag, Frau Sonnleitner«, sagte die junge Frau mit ruhiger, freundlicher Stimme. »Ich bin Caroline Böttcher, die neue Sprechstundenhilfe, man nennt mich Caro. Ich werde mich um Sie kümmern, bis der Krankenwagen kommt. Wenn Sie möchten, kann ich es Ihnen ein bisschen bequemer machen.« Ganz beiläufig fühlte sie Zenzis Puls, hielt kurz die eiskalten Hände der anderen Frau in ihren eigenen warmen, zog ihr die Schuhe aus und wickelte sie in eine weiche Wolldecke. Dabei plauderte sie ruhig von alltäglichen Kleinigkeiten und ließ sich von Frau Sonnleitner einige Dinge nennen, die ihr ins Krankenhaus gebracht werden sollten. »Ich kümmere mich darum, dass Ihr Mann die Liste bekommt«, versprach sie.

»Mei, woran Sie alles denken! Bei mir ist grad alles konfus im Kopf«, sagte Frau Sonnleitner. »Da tut es gut, wenn sich mal ein anderer kümmert.«

»Dafür sind wir da«, antwortete Caro schlicht.

»Ich musste doch so lang warten, bis die Agentur einen Ersatz für unseren Koch schickt, der fällt wegen seines Bandscheibenvorfalls aus. Jetzt kommt einer aus München, Felix Messner heißt er. Der hat in großen Häusern gearbeitet und sehr gute Zeugnisse, er wird es hoffentlich richten.«

»Felix Messner?« Caro horchte auf. »Der Koch Felix Messner aus München?« Ein kleines, sehr privates Lächeln umspielte ihre Mundwinkel. »Ja, der wird’s bestimmt richten!«

»Ach, kennen Sie ihn?«

»Ja. Die Küche Ihres Sonnenhofs ist bei ihm in guten Händen!«

»Dann werde ich wohl darauf vertrauen müssen«, seufzte die geplagte Hotelbesitzerin.

Caro drückte ihr noch einmal beruhigend die Hand und begleitete die Frau zum Krankenwagen hinaus, der inzwischen eingetroffen war. »Alles Gute, Frau Sonnleitner! Wir hören von einander.«

Nachdem Doktor Seefeld seine Patientin an die Kollegen übergeben hatte, sagte er zu seiner neuen Mitarbeiterin: »Ich hoffe, ich habe Frau Sonnleitner mit meinen klaren Worten nicht zu sehr erschreckt. Alle Vorgespräche hatten nichts bewirkt, da musste ich es so versuchen.«

»Sie hat’s schon richtig verstanden, und ihr langes Zögern tut ihr leid, das soll ich Ihnen extra ausrichten. Frau Sonnleitner wollte nur noch die Nachricht­ der Agentur abwarten, die den Ersatzmann für ihren

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