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Das Beaglebuch: Beagles von gestern bis morgen

Das Beaglebuch: Beagles von gestern bis morgen

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Das Beaglebuch: Beagles von gestern bis morgen

Länge:
301 Seiten
2 Stunden
Herausgeber:
Freigegeben:
Feb 18, 2016
ISBN:
9783990484234
Format:
Buch

Beschreibung

Wie konnte ein kleiner Hund alle Katastrophen der Zeit überleben? Ganz einfach: Weil er ein Beagle ist!

Das Beaglebuch ist eine Zeitreise. Es führt durch die spannende Geschichte und Entwicklung dieser faszinierenden Hunderasse, von ihren Wurzeln bis heute.
In den letzten Jahrhunderten mussten die Beagles einige Hürden überwinden, denn bei Mensch, Tier und Umwelt veränderte die Industrialisierung alles. Man war nun nicht mehr auf Hunde zur Jagd angewiesen und wollte seine Freizeit anders nutzen. Hunde wurden zum Prestigeobjekt. Es folgten Hungersnöte und Kriege, Krankheiten und Auswanderungswellen, und der Beagle überstand sie alle.
Obwohl er auch heute noch ein ernst zu nehmender Jäger wäre, hat die Zweckentfremdung ihren Lauf genommen, Hasenjagden in großen Rudeln gibt es kaum noch. Aber er hat seine Nische gefunden, denn seine schnelle Auffassungsgabe hat ihm den Weg in den Freizeitsport geebnet. Ganz sicher wird der Beagle auch den Weg ins nächste Jahrhundert finden!
Herausgeber:
Freigegeben:
Feb 18, 2016
ISBN:
9783990484234
Format:
Buch

Über den Autor


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Buchvorschau

Das Beaglebuch - Silvia Weber-Martegani

Abbildungsnachweis

Impressum

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek:

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie­.

Detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://www.d-nb.de abrufbar.

Alle Rechte der Verbreitung, auch durch Film, Funk und Fern­sehen, fotomechanische Wiedergabe, Tonträger, elektronische Datenträger und ­auszugsweisen Nachdruck, sind vorbehalten.

© 2016 novum Verlag

ISBN Printausgabe: 978-3-99048-422-7

ISBN e-book: 978-3-99048-423-4

Lektorat: Volker Wieckhorst

Umschlagfoto: Silvia Weber-Martegani

Umschlaggestaltung, Layout & Satz: novum publishing gmbh

Innenabbildungen: siehe Abbildungsnachweis

www.novumverlag.com

Einführung

Für wen ist dieses Buch ein absolutes „must have"? Für Beagleliebhaber, die ein Buch suchen, welches ihnen die Wahrheit über Beagles und deren Geschichte erzählt. Darüber wie es war, wie es ist und wie es sein könnte!

Beaglefreunde und -Liebhaber werden einige interessante Dinge erfahren, die sie vielleicht längst wussten, aber so nie erfahren haben. Es soll Richtern und -anwärtern dienen, mehr über die Rasse zu erfahren, um ihr Amt als Richter verantwortungsbewusst zu tätigen. Es soll Start-up-Züchtern helfen, mehr über die Rasse zu erfahren, denn viele gute alte Bücher sind nur in englischer Sprache erhältlich und längst vergriffen. Jeder, der einen Beagle besitzt, wird sich über dieses Buch freuen, denn er wird das Tun seines eigenen Hundes viel besser verstehen.

Alle in diesem Buch erwähnten Züchter züchten unter dem Dachverband der FCI, dem British Kennel Club oder dem AKC (American Kennel Club), Dachverbände, welche anerkannt sind. Natürlich unterstehen die Zwinger dem jeweiligen Landesverband, sei es nun u. a. dem VDH für Deutschland, der SKG in der Schweiz oder dem ÖKV in Österreich. ENCI in Italien usw. Alle diese Züchter wiederum sind in einem von den Verbänden anerkannten Club assoziiert, der die jeweiligen Zuchten, deren Hundehaltung und den Umgang kontrolliert.

Ich züchtete seit vielen Jahren Beagles, bekannt unter dem Zuchtnamen „Royal Touch", zusammen mit meiner Schwester Margrit. Mein Leben besteht zum großen Teil aus Kynologie. Die aktive Hundezucht ist momentan zweitrangig. Es gibt genügend junge, motivierte Menschen, die diese wunderbare Arbeit motiviert weiterführen. Mein heutiger Fokus besteht vor allem darin, das über so viele Jahre gesammelte Wissen auch zielstrebig weiterzugeben. Ich selbst hatte diese Hilfeleistungen kaum. Das meiste Wissen musste hart erarbeitet und recherchiert werden. Es ist mir ein Anliegen, der nächsten Generation eine kleine Gebrauchsanweisung für gesunde Hunde weitergeben zu können.

Vorwort – Danksagung

Über das Thema Hund wurden viele Bücher geschrieben, es werden deren viele folgen, trotzdem ist es mir ein Bedürfnis, über die Rasse, welche mich über Jahrzehnte lang begleitete, ein Werk zu schreiben, welches die Historie, die Gegenwart, die Fehler und die Highlights der Rasse beschreibt. Dass im Buch einige Anekdoten und persönliche Erlebnisse enthalten sind, ist gewollt und unumgänglich. 25 Jahre Hundezucht sollten nicht ohne eigene Fingerprints verschwinden, sonst hat man etwas falsch gemacht. Meine langjährige Richtertätigkeit hat mir Einblick in verschiedene Rassen und Kulturen vermittelt. So entsteht über die Erfahrung ein Weitblick, der für die Rassenpopulation von Nutzen sein kann.

Die Rasse Beagle ist zu schade, als dass sie in ihrem Erscheinungsbild, in ihrem eigentlichen und ursprünglichen Wesen verlorengeht. Wenn wir nicht bemüht sind, die Rasse gesund zu erhalten, wird aus dem Beagle leider eine Karikatur werden, die niemals gewollt war. Schon A. Courtney Williams befasste sich in seinem Buch „The Beagle – Their History and Breeding 1959 mit den Fehlinterpretationen der Züchter, mahnte die Liebhaber der Rasse, den Ursprung und die Funktion des Beagles nicht zu vernachlässigen. Von der Erscheinung seines Buches bis zu diesem Werk sind mittlerweile über 60 Jahre vergangen. Trotz seiner Ermahnungen existiert der Beagle immer noch munter weiter. Aber wohin sind wir mit der gut gemeinten Hundezucht gegangen? Was war Nutzen, was Ironie? Dieses Buch will versuchen, positive und negative Aspekte in der Veränderung der Population Beagle darzustellen, zu filtrieren, was besser war, was besser ist und was besser werden muss. Wie einer meiner Arbeitgeber immer zu sagen pflegte: „Wir sind gut, wir müssen besser werden.

Dieses Buch widme ich all jenen Menschen, die mich in meiner kynologischen Laufbahn begleitet haben – und vor allem dem Hund, der für mich persönlich wie kein anderer war. Royal Touch Jerry Lee Lewis. Nicht der allerschönste Beagle, aber der Hund, der für mich durchs Feuer gegangen wäre …

Abb. 1: Royal Touch Jerry Lee Lewis

(Z Eig. S+M. Martegani-Weber, Schweiz)

Internationaler, Schweizer, VDH-BCD, Oesterreichischer Champion,

Clubsieger 1989, 1990, 1991, 1993, Oest. Clubsieger 1991, Europapokalsieger, Vizeweltmeister 1991, Schweissprüfung

Folgenden Menschen möchte ich meinen besonderen Dank aussprechen, denn sie haben mir, sei es in der kynolgischen Laufbahn, geholfen oder mich während meines Scripts und bei den Recherchen zu dieser Arbeit ausgehalten:

), Korwin Beagles. Vielen Dank den unzähligen Freunden und Bekannten, die mir ihre Fotos zur Verfügung stellten und all diejenigen, die zu erwähnen vergessen wurde. Natürlich auch meinen

2 tierischen Begleitern Pipo und Moretta, die während des Schreibens manchmal auf ihre Spaziergänge warten mussten und mir trotzdem immer verziehen haben!

Ursprung und Geschichte

Vor dem Einfluss der Bracken in Britannien gab es Hunde, welche es mit Bären, Hirschen und großem Wild aufnahmen. Damit man sich ein Bild machen kann, was vorher war und sich durch den Einfluss der Einwanderung von fremden Völkern verändert hat, ist der folgende Stich sehr aussagekräftig:

Abb. 2: Dogs of Early Britain; A. Coutney Williams

Lassen wir die Geschichte des Beagles nicht beim Urahn aller Hunde, des Wolfes, beginnen. Bei den Schriften der alten Griechen (Xenophon 350 v.Chr.) werden kleine Bracken erwähnt, die den Hasen jagten, ebenso aus der Zeit der Römer werden solche Hunde zitiert. Auch diese Ära lassen wir außer Acht, denn es wurde so viel darüber geschrieben und behauptet, aber im Endeffekt ist die Nähe zu unserem geliebten Beagle sehr weit entfernt. Man weiß jedoch bestimmt, dass der Einfluss der Kriege ebenso einen Verlauf auf die Hundepopulation mit sich brachte, denn die Invasoren brachten auch ihre tierischen Jagdgefährten mit. Die Jagd mit einem Hund ist wesentlich erfolgreicher als ohne vierbeinigen Begleiter. Er hilft dem Jäger mit seiner vortrefflicher Nase und angeborenem Spürsinn im Aufstöbern des Wildes. Auf dem Stich erkennbar sind Züge, welche wir später in den Mastiffs, den Deerhounds und Greyhounds, aber auch in den Foxhounds erkennen.

Im Jahre 1066 eroberten die Normannen England unter der Herrschaft des Herzogs Wilhelm II der Normandie. Diese Herrschaft sollte großen Einfluss auf England, deren Sprache sowie deren Kultur nehmen. Sie brachten Hunde mit. Vermutlich Abkömmlinge des Chien de St. Hubert, der seit jeher in Klöstern der Ardennen gezüchtet wurde. Der Talbot, wie er nun im frühen Britannien genannt wurde, war größer und mächtiger als der heutige Bloodhound. Er wird als weiß oder hell beschrieben. Ob dieser Hund mit dem weißen Alano, der Urahn der Deutschen Dogge, verwandt ist, kann aus den Schriften nicht ausgeschlossen, aber auch nicht bestätigt werden. Die einzige klare Gemeinsamkeit ist die weiße Farbe. Aus alten Quellen wird die Rasse „Chien blanc du Roi" als möglicher Urahn des Talbots genannt. Auf der Jagd war er noch nicht sonderlich agil wie seine Nachfolger, die gute Nase jedoch gewährleistete sein langes Überleben als Rasse. Genau diese Eigenschaft hat der Talbot auch weitergegeben. Für großes Wild war er sicherlich brauchbar, auch wenn er eher plump und langsam war. Dafür hatten solche Rassen eine große Ausdauer, und dichtes Gehölz oder Dornen waren kein Hindernis für sie. Die Größe des Talbot wird mit 27 Inch beschrieben, was eine Größe von

ca. 68 cm entspricht.

Was in der Hundegeschichte normalerweise nicht erwähnt wird, aber auf die Rassen großen Einfluss hatte, ist die Tatsache, dass von 1100 bis 1400 reger Handelsverkehr herrschte, zwischen Frankreich und Britannien. Das brachte es wiederum mit sich, dass auch Hunde eingeführt wurden, Jagdhunde, welche aus der Provence abstammen, man nannte sie Gasçon Hounds. Bald entstand in England daraus der Name Southern Hounds. Es sind die Hunde, die maßgeblich an der Entstehung der Rasse Beagle beteiligt waren. Die Farbgebung des Southern Hound entspricht der des heutigen Blood Hounds, welche seit dem 13. Jahrhundert in Britannien rein gezüchtet werden. Sie wurden nur in Adelshäusern gezüchtet und behielten dadurch ihre genetische Identität.

Abb. 3: The Talbot, Bogen om Beagle, I.C. Christensen

Abb. 4: The Southern Hound, Der Beagle. Jochen Eberhard

Die Ahnen des Southern Hounds, die genannten Gasçon Hounds, prägten mit ihren Farben das Aussehen der Beagles mit. Die ganzen Hunde der Gasçogne waren berühmt für ihre bläulichen Abzeichen im weißen Untergrund des Fells, in Teilen Europas nennt man das „Russ", in englischer Sprache werden diese Farbtupfen mottles genannt. Die Vererbung dieser Farbtupfer war dermaßen nachhaltig, dass sie teilweise bis zum heutigen Tag anzutreffen sind. Gemäß den Schriften von AC Courtney war der Gasçon Hound sehr groß, ca. 68–70 cm Schulterhöhe, hatte die typischen tan-farbenen Abzeichen über den Augen und auf der Brust. Er wurde für großes Wild eingesetzt. Um den Southern Hound zu veredeln, kreuzte man den Gascon Saitongenois ein. Dieser war weniger wuchtig, wendiger und rundum ein leichterer, wendigerer Jagdhund. All das geschah – zwischen 1100 n. Ch. bis 1200 n. Ch. –, behauptete sich der Southern Hound unangefochten, später auch Southern Harrier genannt, bis zum

17. Jahrhundert. Er wurde zur Hasenjagd eingesetzt, sein sensibles Gespür half ihm, feinste Gerüche wahrzunehmen. Durch seine enorme Schulterhöhe und seine langen Läufe konnte er durch Gestrüpp und unwegsames Gelände hetzen. Dieser Hund wird jedoch als plump, mit einem paddeligen Gangwerk, beschrieben. Durch seine Größe und die Plumpheit kann man annehmen, dass die Verletzungsgefahr eher groß war. Seine feine Nase nutzte dem Besitzer zum Aufstöbern des Wildes. Ihm selbst wurde dann oft seine unbändige Jagdpassion zum Verhängnis. Man kann sich das gut vorstellen, dass diese Hunde nach der Jagd völlig ausgepowert und deshalb tagelang nicht mehr zu gebrauchen waren. Sicherlich gingen viele von diesen schweren Hunden auf der Jagd verloren. Man stelle sich die Zeit vor; unwegsames Gelände, Jäger wartend auf den hetzenden Hund. Der Hund musste seinen Menschen finden, sonst war er verloren. Der Besitzer selbst wartete zwar, aber irgendwann gab er den Hund auf. Verletzte Hunde hatten keine Daseinsberechtigung, entweder sie starben im Wald, an gebrochenen Läufen, oder sie wurden umgebracht, wenn sie untauglich waren. Eine grausame, aber selektive Auswahl. Es wird behauptet, dass die Charaktereigenschaften der Southern Hounds genau deren des Beagles entsprachen. In einigen Zitaten von William Shakespeare wird sowohl der Talbot als auch der Southern Hound sehr blumig und poetisch erwähnt. Es gibt ein Zitat von „Sommerville", der den Southern Hound wie folgt beschrieb: Zitat aus A. Courney Williams, Beagles, their History and Breed.

„… the deep-flewed hound. Breed up with care, strong, heavy, slow, but sure. Whose ears, down-hanging from his thick round head. Shall sweep the morning dew; whose clanging voice. Awake the mountain echo in her cell. And shake the forests: The bold Talbot kind."

Freie, sinngemäße Übersetzung des alten britischen Textes:

Der Hound mit der dunklen tiefen Bewegung. (Eher Stimmlage gemeint). Mit Bedachtsamkeit gezüchtet ist sie stark, schwer, langsam, aber mit sicherem Wesen. Dessen Behänge hängen von seinem dicken runden Kopf herab. Seine klingende Stimme erschallt im Morgengrauen, erweckt die Berge mit seinem Geläut und schüttelt die Wälder. Er ist die kühne Art des Talbot.

Wird nun der Talbot auch als Northern Hound beschrieben? Geht man von vielen Geschichtsbüchern aus, wird als Ahn des Beagles der Northern und der Southern Hound beschrieben. Der Talbot, eben auch Northern Hound genannt, kann eigentlich nicht der gleiche Hund gewesen sein. Vielmehr scheint es, dass es die Kombination der beiden Rassen war, die dann zur Entstehung der Beagles geführt hat. Man hat die Meinung vertreten, dass der Beagle einfach diese Hunde ersetzte. Das ist nicht wirklich so, denn noch im 18. Jahrhundert wird der Northern Hound als Rassebestand erwähnt. Diese Rasse starb nicht einfach aus, sondern hatte ein Dasein neben neu entstandenen Rassen. Der Northern Hound wird ebenfalls mit den Eigenschaften, die den Beagle so populär machen, beschrieben; „Marktham" beschreibt ihn als wesentlich kleiner als den Southern Hound, mit etwas längerem Fang, dazu sportlicher und liebenswert, ohne Beißlust, mit ausgezeichneter Jagdpassion. Auch hier wird eine tiefe und wohlklingende Stimme erwähnt.

Neben dem Entstehen des eigentlichen Beagles gingen auch sehr viele Arten von Beagles, respektive von Harriers verloren. Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts gab es Meuten von Southern Beagles, die eine Einkreuzung des West Country Harriers waren. Die Evolution der Rasse ist sehr komplex. Schade ist dabei, dass sehr viele dieser sicherlich wertvollen Arten verlorengingen. Der Northern Hound überlebte lange in Lancashire und Cheshire, Worcestershire, Berkshire und Yorkshire. In vielen Schriften wird auch behauptet, dass der Foxhound denselben Urstamm aufweist wie der Beagle, denn die Farbgebung ist sehr ähnlich. Hier wiederum trennen sich die Meinungen, denn

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