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DrogenMischKonsum: Das Wichtigste in Kürze zu den gängigsten psychoaktiven Substanzen

DrogenMischKonsum: Das Wichtigste in Kürze zu den gängigsten psychoaktiven Substanzen

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DrogenMischKonsum: Das Wichtigste in Kürze zu den gängigsten psychoaktiven Substanzen

Länge:
361 Seiten
2 Stunden
Freigegeben:
1. Aug. 2003
ISBN:
9783037882320
Format:
Buch

Beschreibung

Viele nutzen Drogen zum geselligen Spaß, zur Abwechslung beim Ausgehen oder zur Luststeigerung beim Sex. Dennoch kann niemand eine gute Stimmung, ein super Tanzgefühl oder eine geile Party durch Drogen erzwingen. Trotzdem gibt es immer wieder Situationen, die zu der trügerischen Annahme verleiten, jemand könnte schlechte Stimmungen durch mehr Drogenkonsum weg manipulieren. Anscheinend haben zu viele immer noch nicht gelernt, mit solchen Situationen umzugehen.
Ecstasy, Speed, Crystal, Thaipillen, Kokain, LSD, Zauberpilze, GHB, Gras und Haschisch gehören heute - neben Alkohol, Kaffee, Cola und Tabak - zu den meist gebrauchten Partydrogen. Jede dieser Drogen löst ganz eigentümliche Reize aus, bewirkt ganz spezielle Wahrnehmungsmuster, birgt ganz besondere Gefahrenpotentiale in sich und kann ganz bestimmte Nebenwirkungen hervorrufen.
Diese Broschüre vermittelt objektive Erkenntnisse über die Wirkungsweisen und Nebenwirkungen verschiedener Drogen sowie ein fundiertes Fachwissen hinsichtlich der Gefahrenpotentiale bestimmter Dosierungen, Mixturen und Konsummuster. Die Art der Information ermöglicht all jenen Menschen, die gerne Drogen konsumieren, das Gefahrenpotential, dem sie sich aussetzen, objektiv einzuschätzen. Diese objektiven Erkenntnisse begünstigen wiederum die subjektive Risikoeinschätzung und somit ein realistisches, verantwortungsvolles und kompetentes Risikomanagement.
Das hier vermittelte Wissen soll zu einer vertieften Reflektion des eigenen Drogenkonsums anregen, einen Beitrag zum Erwerb eigenverantwortlicher Handlungskompetenz auf Basis autonom kontrollierter Entscheidungen leisten sowie die Entwicklung von Drogenmündigkeit fördern.
Und nicht zu vergessen: Erwerb und Besitz zahlreicher Drogen sind derzeit noch strafbar.
Freigegeben:
1. Aug. 2003
ISBN:
9783037882320
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Buch

Über den Autor


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DrogenMischKonsum - Hans Cousto

Drogen Misch Konsum

safer-use-info

Das Wichtigste in Kürze zu den gängigsten Partydrogen

Genussoptimierung

Wirkungen und Wechselwirkungen

Gefahrenpotenziale

Risikomanagement

Impressum

Verlegt durch:

Nachtschatten Verlag AG

Kronengasse 11

CH - 4502 Solothurn

Tel: +41 (0)32 621 89 49

Fax: +41 (0)32 621 89 47

E-Mail: info@nachtschatten.ch

www.nachtschatten.ch

Lektorat: Nina Seiler, Zürich

Editorialdesign: feinkost Designnetzwerk, Constantin Mawrodiew (in Anlehnung an die erste Auflage von Trigger.ch)

e-Book: mbassador GmbH, Luzern

2003 Erstausgabe

2012 Überarbeitete und stark erweiterte Neuauflage

2014 Überarbeitete und aktualisierte Neuauflage

© 2003, 2014 Nachtschatten Verlag

© 2003, 2014 Hans Cousto

ISBN 978-3-03788-232-0

Warnung:

Jeder, der (legale oder illegalisierte) Drogen konsumiert, ist selbst für sein Handeln verantwortlich. Der Autor und der Verlag können keinerlei Haftung für eventuelle Folgeschäden, die durch Drogenkonsum entstanden sind, übernehmen.

Weder wird beabsichtigt, jemanden zum Drogenkonsum aufzufordern, noch dessen Konsum zu verherrlichen. Da die Prohibition aber mehr Schaden verursacht, als sie vorgibt zu verhindern, ist Harmreduction (Schadensminderung), in Form des vorliegenden Buches, von großer Wichtigkeit.

Und nicht vergessen: Erwerb und Besitz zahlreicher Drogen sind derzeit noch strafbar. In der Schweiz, im Gegensatz zu Deutschland, ist derzeit auch der Konsum zahlreicher Drogen noch strafbar.

Die in diesem Buch enthaltenen Informationen wurden mit größter Sorgfalt und nach bestem Wissen und Gewissen recherchiert, geprüft und aufbereitet, dennoch sind Irrtümer oder Interpretationsfehler mröglich. Einige Inhalte dieses buches entsprechen aufgrund der raschen wissenschaftlichen Entwicklung mröglicherweise nicht mehr in vollem Umfang dem heutigen Wissensstand.

Nachdruck und sonstige Reproduktion nur mit schriftlicher Genehmigung des Verlags.

Inhalt

Impressum

Inhalt

Vorwort

1    Drug, Set und Setting

1.1    Drug – Wirkstoff(e) und Dosierung(en)

1.2    Set – Erwartungshaltung, aktuelle Stimmung und Grundbefindlichkeit

1.3    Setting – Rahmenbedingungen, Umfeld und äußere Umstände

1.4    Hinweise

2    Wirkungsprisma der Partydrogen

3    Die gängigsten Partydrogen

3.1    Ecstasy (Amphetaminderivate)

3.1.1     Substanz

3.1.2     Wirkung

3.1.3     Unterschied zwischen MDMA und MDE

3.1.4     Hinweise zur Dosierung

3.1.5     Sex auf Ecstasy

3.1.6     Risiken und Nebenwirkungen

3.1.7     Safer Use

3.2    Amphetamin und Methamphetamin (Speed, Crystal, Thaipille)

3.2.1    Substanzen

3.2.2    Vorsicht – Verwechslungsgefahr!

3.2.3    Wirkung

3.2.4    Unterschied zwischen Amphetamin und Methamphetamin

3.2.5    Hinweise zur Dosierung

3.2.6    Risiken und Nebenwirkungen

3.2.7    Speed und Medikamente

3.2.8    Konsum bei Schwangerschaft

3.2.9    Safer Use

3.3    Kokain (Koks, Schnee, Freebase, Crack)

3.3.1    Substanz

3.3.2    Wirkung

3.3.3    Unterschied zwischen Kokain-HCL und Kokain-Base

3.3.4    Hinweise zur Dosierung

3.3.5    Risiken und Nebenwirkungen

3.3.6    Kokain und Medikamente

3.3.7    Konsum bei Schwangerschaft

3.3.8    Vorsicht – Verunreinigungen!

3.3.9    Safer Use

3.4    Psychedelika (Trips und Zauberpilze)

3.4.1    Die Substanz LSD

3.4.2    Zauberpilze (Psilos, Magic Mushrooms)

3.4.3    Unterschied zwischen LSD-Trip und Zauberpilzreise

3.4.4    Wirkung (LSD und Zauberpilze)

3.4.5    Weitere Eigentümlichkeiten von LSD-Trips und Zauberpilzreisen im Vergleich

3.4.6    Hinweise zur Dosierung

3.4.7    Risiken und Nebenwirkungen

3.4.8    LSD, Zauberpilze und Medikamente

3.4.9    Safer Use

3.5    GHB (Liquid Ecstasy)

3.5.1    Substanz

3.5.2    Wirkung

3.5.3    Unterschiede zwischen GHB, GBL und BDO

3.5.4    Hinweise zur Dosierung

3.5.5    Risiken und Nebenwirkungen

3.5.6    Hinweise zu Risiken und Nebenwirkungen

3.5.7    Safer Use

3.6    Ketamin (Special K)

3.6.1    Substanz

3.6.2    Wirkung

3.6.3    Unterschied zwischen Ketamin und Phencyclidin

3.6.4    Hinweise bezüglich der Dosierung

3.6.5    Risiken und Nebenwirkungen

3.6.6    Safer Use

3.7    Methylon

3.7.1    Substanz

3.7.2    Wirkung

3.7.3    Unterschied zwischen Methylon, Mephedron und Butylon

3.7.4    Hinweise zur Dosierung

3.7.5    Risiken und Nebenwirkungen

3.7.6    Safer Use

3.8    Lachgas

3.8.1    Substanz

3.8.2    Wirkung

3.8.3    Risiken und Nebenwirkungen

3.9    PMA und PMMA

3.9.1    Substanzen

3.9.2    Todesfälle nach dem Konsum von PMA und PMMA

3.9.3    Vorkommen

3.9.4    Wirkung

3.9.5    Risiken und Nebenwirkungen

4    DrogenGenussKultur

4.1    Die Genussmittel der Drogenkultur und die Kunst des Genießens

4.2    Esskultur – Trinkkultur – Drogenkultur

5    Die Gefährlichkeit von Drogen im Vergleich

5.1    Männer sind stärker gefährdet als Frauen

5.2    Psychedelika am unteren Ende der Skala

5.3    Partygänger trinken seltener Alkohol

6    Mischkonsum

6.1    Ecstasy (MDMA) und Speed (Amphetamin)

6.2    MDMA, MDE und die Lust auf Speed (Amphetamin)

6.3    Ecstasy (MDMA) und Crystal (Methamphetamin)

6.4    Ecstasy (MDMA) und LSD

6.5    Ecstasy (MDMA) und Fluoxetin

6.6    Ecstasy (MDMA) und Ketamin

6.7    Ecstasy (MDMA) und GHB

6.8    LSD und Speed (Amphetamin)

6.9    LSD und Crystal (Methamphetamin)

6.10  LSD und Kokain

6.11  LSD und Ketamin

6.12  LSD und Zauberpilze

6.13  LSD und GHB

6.14  LSD und Maprotilin

6.15  Speed (Amphetamin) und Crystal (Methamphetamin)

6.16  Speed (Amphetamin) und Kokain

6.17  Speed (Amphetamin) und/oder Crystal (Methamphetamin) und Alkohol

6.18  GHB und (…) und Alkohol (auch in geringer Dosierung)

6.19  GHB und Ketamin

6.20  Kokain und Alkohol

7    Was geschieht im Gehirn?

7.1    Ecstasy

7.2    Speed

7.3    Kokain

7.4    LSD und Zauberpilze

7.5    GHB

7.6    Ketamin

7.7    Alkohol

7.8    Barbiturate

7.9    Benzodiazepine

7.10  MAO-Hemmer

7.11  Trizyklische Antidepressiva

7.12  Selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer

7.13  Mischkonsum

8    Drug-Checking

8.1    Drug-Checking fördert die Drogenkompetenz und mindert den Konsum

8.2    Drug-Checking in Europa

9    Was tun im Notfall?

Anhänge

Index

Anmerkungen und Quellenhinweise

Drogen

Viele nutzen Drogen zum geselligen Spaß, zur Abwechslung beim Ausgehen oder zur Luststeigerung beim Sex. Dennoch kann niemand eine gute Stimmung, ein super Tanzgefühl oder eine geile Party durch Drogen erzwingen. Trotzdem gibt es immer wieder Situationen, die zu der trügerischen Annahme verleiten, jemand könnte schlechte Stimmungen durch mehr Drogenkonsum wegmanipulieren. Anscheinend haben zu viele immer noch nicht gelernt, mit solchen Situationen umzugehen.

Ecstasy, Speed, Crystal, Thaipillen, Kokain, LSD, Zauberpilze, GHB, Gras und Haschisch gehören heute – neben Alkohol, Kaffee, Cola und Tabak – zu den meistgebrauchten Partydrogen. Jede dieser Drogen löst ganz eigentümliche Reize aus, bewirkt ganz spezielle Wahrnehmungsmuster, birgt ganz besondere Gefahrenpotenziale in sich und kann ganz bestimmte Nebenwirkungen hervorrufen.

Dieses Buch vermittelt objektive Erkenntnisse über die Wirkungsweisen und Nebenwirkungen verschiedener Drogen sowie ein fundiertes Fachwissen hinsichtlich der Gefahrenpotenziale bestimmter Dosierungen, Mixturen und Konsummuster. Die Art der Information ermöglicht all jenen Menschen, die gerne Drogen konsumieren, das Gefahrenpotenzial, dem sie sich aussetzen, objektiv einzuschätzen. Diese objektiven Erkenntnisse begünstigen wiederum die subjektive Risikoeinschätzung und somit ein realistisches, verantwortungsvolles und kompetentes Risikomanagement.

Das hier vermittelte Wissen soll zu einer vertieften Reflexion des eigenen Drogenkonsums anregen, einen Beitrag zum Erwerb eigenverantwortlicher Handlungskompetenz auf Basis autonom kontrollierter Entscheidungen leisten sowie die Entwicklung von Drogenmündigkeit fördern. Dabei ist es wichtig, sich immer wieder zu vergegenwärtigen, dass Drogenmündigkeit nicht nur die Kompetenz umfasst, Set und Setting richtig einschätzen und wählen zu können, die Drogen richtig dosieren und risikobewusst kombinieren zu können, sondern auch die Willenskraft zu haben, je nach Einschätzung des Risikofaktors, auch „Nein" sagen und auf den Konsum verzichten zu können.

Jeder, der (legale oder illegalisierte) Drogen konsumiert, ist selbst für sein Handeln verantwortlich. Der Autor und der Verlag können keinerlei Haftung für eventuelle Folgeschäden, die durch Drogenkonsum entstanden sind, übernehmen.

Und nicht vergessen: Erwerb und Besitz zahlreicher Drogen sind derzeit noch strafbar. In der Schweiz, im Gegensatz zu Deutschland, ist derzeit auch der Konsum zahlreicher Drogen noch strafbar!

Berlin, im Mai 2003

der Autor

Neue Drogen – neue Klassifikation

Seit dem Erscheinen der ersten Auflage dieses Buches im Jahr 2003 sind einige Substanzen neu im Sortiment der Lieferanten aufgetaucht. Besonders die Cathinon-Derivate Methylon, Butylon und Mephedron sind bei den Konsumenten psychotrop wirkender Stoffe begehrt und beliebt. Methylon und Butylon entfalten nach ihrer Einnahme Wirkungsprofile, die sowohl den Ansprüchen der Ärzte, die im Bereich der psycholytischen Therapie tätig sind, genügen, wie auch den Ansprüchen jener Menschen, die diese Substanzen aus hedonistischen Gründen als Freizeit- respektive als Partydroge nutzen. Und die Substanz Mephedron ist in den Jahren 2007 bis 2009 vor allem im Vereinigten Königreich (UK) zu einer der begehrtesten Modedrogen geworden und wird weltweit konsumiert. Diesen drei Substanzen ist in dieser erweiterten und überarbeiteten Auflage ein zusätzliches neues Kapitel gewidmet.

Der ehemalige oberste Drogenberater der britischen Regierung, David Nutt, hat mit Kollegen eine neue Klassifikation der gängigen Drogen bezüglich ihrer Gefährlichkeit vorgenommen. Dabei wurde sowohl die Schädlichkeit für die Konsumenten selbst wie auch jene für die Gesellschaft eruiert. Die Studie offenbart, dass der Alkoholkonsum ein mehr als dreimal so großes Schadenspotenzial in sich birgt wie der Konsum von psychotrop wirkenden Cannabisprodukten und ein mehr als zehnmal so großes Schadenspotenzial in sich birgt wie der Konsum von LSD oder von Zauberpilzen. Dieser neuen Klassifikation der Drogen ist in diesem Buch ebenfalls ein ganz neues Kapitel gewidmet.

In den Abschnitten zu den gängigsten Partydrogen sind in dieser überarbeiteten Auflage vor allem mehr Angaben zur Dosierung zu finden im Vergleich zur Erstausgabe von 2003. Auch im Bereich betreffend den Drogenmischkonsum sind neue Erfahrungswerte und Erkenntnisse eingeflossen. Mögen diese den interessierten Leserinnen und Leser helfen, ihren Drogengebrauch so zu gestalten, dass der erhoffte Genuss optimiert werden kann und allfällig befürchteter Schaden gemindert oder gänzlich ausgeschlossen werden kann.

Im September 2011 wurde der gesamte Text dieses Buches nach Kapiteln aufgegliedert im Drogenwiki von Eve & Rave Schweiz vorab veröffentlicht. Die Mitglieder des Forums von Eve & Rave Schweiz – derzeit gut 13 000 – waren in Form eines Wettbewerbes aufgefordert worden, Fehler zu suchen und Anregungen zu machen. Etwa ein Dutzend Leute machten sich ans Werk und fügten Korrekturen ein und machten zahlreiche Anregungen, die in den Text eingearbeitet wurden. Der Nachtschatten Verlag und der Autor bedanken sich an dieser Stelle beim Verein Eve & Rave Schweiz, dass das Forum und das Drogenwiki für diesen Zweck genutzt werden konnten.

Berlin, im November 2011

der Autor

1    Drug, Set und Setting

Es gibt kein Patentrezept, wie man am Wochenende gut draufkommt. Aber soviel ist klar: Wenn jemand sich nicht in guter Verfassung fühlt, helfen auch keine Drogen, da die meisten Drogen, die aus Lust oder zum Spaß eingenommen werden, vor allem die positiven und negativen Stimmungen, die jemand schon vor der Drogeneinnahme in sich hat, verstärken. Die Wirkung, die jemand nach dem Drogenkonsum wahrnimmt, und die Risikofaktoren, die dabei die Wahrscheinlichkeit von störenden Effekten erhöhen könnten, sind bei weitem nicht nur von der Dosierung und der Kombination (Mischung) der konsumierten Substanzen abhängig. Vor allem die individuelle Erwartungshaltung, die körperlichen Verfassung, die seelische Gemütslage und die allgemeine Stimmung sind maßgeblich für die Wahrnehmung der Drogenwirkung von Bedeutung. Auch die persönliche Vorbereitung auf die Drogeneinnahme wie auch die allgemeine Atmosphäre, von der man umgeben ist, sind von ausschlaggebender Bedeutung für den Verlauf der Drogenwirkung.

Die drei Begriffe Drug, Set und Setting zur Beschreibung therapeutischer und ritueller Drogensitzungen wurden in den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts von Timothy Leary, damals Psychologieprofessor an der Harvard University, eingeführt.¹ Der Begriff Set bezieht sich auf das, was jemand in die Situation einbringt: Erinnerungen, Lernfähigkeit, Temperament, emotionales, ethisches und rationales Wertesystem und vor allem die Erwartungshaltung an die Drogenerfahrung. Das Setting bezieht sich auf das soziale, räumliche und emotionelle Umfeld, von dem jemand vor, während und nach dem Drogengebrauch umgeben ist. Der wichtigste Aspekt des Settings ist jedoch das Verhalten, das Verständnis und das Einfühlungsvermögen der Person oder der Personen, welche die Drogen zu bestimmten Anlässen für andere mitbringen und anderen überreichen. Informationen zu den allgemeinen Eigenschaften der Drogen (Drug), das heißt die rein substanzbezogenen Informationen, können aus Büchern, Broschüren und diversen Internetpublikationen entnommen werden. Demgegenüber entziehen sich die interagierenden Faktoren der inneren Bereitschaft (Set) und der äußeren Umstände (Setting) einer normierten Betrachtungsweise.

Wer sich genügend Zeit für einzelne Drogenerfahrungen nimmt, sich zudem auch genügend Zeit für die Phase danach gönnt und insbesondere zwischen den einzelnen Drogenerfahrungen genügend Zeit verstreichen lässt, der hat mehr von seinem Drogengenuss!

1.1   Drug – Wirkstoff(e) und Dosierung(en)

Der Begriff Droge wird fälschlicherweise häufig mit dem Begriff Rauschgift gleichgesetzt, obwohl viele bekannte Drogen weder einen Rausch verursachen noch besonders giftig sind. Gemäß dem ursprünglichen Sinn des Wortes ist eine Droge eine als Heilmittel verwendete pflanzliche Substanz.

Eine Substanz ist etwas Stoffliches, woraus etwas besteht. Das heißt, dass man unter Substanz den chemischen Grundbestand versteht, also die naturwissenschaftlich begründete, zweckfreie Aussage über die chemische Zusammensetzung eines Stoffes. Ein Mittel ist etwas, was die Erreichung eines Zieles ermöglicht. Das bedeutet, dass ein Mittel etwas ist, was der Erreichung eines Zweckes dient. Substanz ist die zweckfreie Aussage über etwas (zum Beispiel einen Stoff), ein Mittel ist die soziale oder individuelle Interpretation des Zwecks der Substanz beziehungsweise des Zwecks der Einnahme der Substanz. Schreibt man also einer Substanz einen bestimmten Zweck zu, so wird die Substanz zum Mittel. [Siehe auch Kapitel 4 DrogenGenussKultur]

Ein ähnliches Verhältnis existiert in der Pharmakologie und in der Toxikologie zwischen den Begriffen Stoff und Arzneimittel. Gemäß dem deutschen Arzneimittelgesetz (§ 3 AMG) sind Stoffe: „1. Chemische Elemente und chemische Verbindungen sowie deren natürlich vorkommende Gemische und Lösungen, 2. Pflanzen, Pflanzenteile, Pflanzenbestandteile, Algen, Pilze und Flechten in bearbeitetem und unbearbeitetem Zustand, 3. Tierkörper, auch lebende Tiere, sowie Körperteile, -bestandteile und Stoffwechselprodukte von Mensch und Tier in bearbeitetem und unbearbeitetem Zustand, 4. Mikroorganismen einschließlich Viren sowie deren Bestandteile oder Stoffwechselprodukte." ²

Die nächste Kategorie ist sodann der immer noch neutral definierte Begriff des Wirkstoffes, der lediglich bestimmt, dass Stoffe nach der Aufnahme in den Organismus Wirkungen entfalten, wobei die Art der Wirkung und deren Bedeutung für die Gesundheit ohne Belang sind.

Mit dem Zusatz Arznei werden Stoffe zu Arzneistoffen, die dann „zur Anwendung im oder am menschlichen oder tierischen Körper bestimmt sind und als Mittel mit Eigenschaften zur Heilung oder Linderung oder zur Verhütung menschlicher oder tierischer Krankheiten oder krankhafter Beschwerden bestimmt sind." Arzneistoffe werden zu Arzneimitteln dadurch, dass sie „dazu bestimmt sind, Krankheiten bei Mensch und Tier zu heilen, zu lindern, zu erkennen oder zu verhindern." ³ Der Stoff wird durch seine konkrete Zweckbestimmung zum Mittel.

Nach diesen Definitionen sind Drogen in jedem Fall Stoffe und zugleich auch Wirkstoffe. Zudem sind viele Drogen Arzneistoffe, viele davon auch Arzneimittel (Medikamente). Zahlreiche Drogen werden auch als Genussmittel und/oder Rauschmittel genutzt. Gemäß Betäubungsmittelgesetz sind alle illegalen Drogen Betäubungsmittel. Der Fachbegriff für Betäubungsmittel, Anästhetikum, ist als Negation zum Begriff Ästhetik gebildet worden. Der Begriff Ästhetik kommt von griechisch aisthéstai „fühlen, empfinden und wahrnehmen", respektive von aisthétikós „zum Wahrnehmen fähig". Der Begriff Anästhetikum von griechisch anaisthétikós bedeutet nicht fühlbar, nicht empfindbar und nicht wahrnehmbar. LSD verstärkt beispielsweise die Empfindungsfähigkeit für das sinnlich wahrnehmbar Schöne (Ästhetische) und hat eine starke Wesensverwandtschaft mit der Eigenschaft zu erhöhter Feinfühligkeit und Empfindsamkeit, also etwas, das ein sensibles und gut funktionierendes Nervensystem voraussetzt. LSD bewirkt somit haargenau das Gegenteil von dem, was man von einem Betäubungsmittel (Anästhetikum) erwartet: Minderung oder Ausschaltung der sensorischen Feinfühligkeit. Es ist wahrlich absurd, eine Substanz wie LSD als Betäubungsmittel zu klassifizieren.

Bemerkenswert erscheint hier die Tatsache, dass einzig und allein die amtliche Zuordnung von LSD zu den Betäubungsmitteln als absurd bewertet werden kann, da alle anderen Zuordnungsmöglichkeiten Sinn machen: LSD ist eine Substanz gemäß Definition im Duden⁵, LSD ist ein Mittel gemäß Definition im Duden⁶, LSD ist ein Stoff gemäß § 3 AMG⁷, LSD ist ein Wirkstoff gemäß Definition im Medizinischen Wörterbuch Pschyrembel⁸, LSD ist ein Arzneistoff, da LSD lange Zeit als Arzneimittel zugelassen war und auch heute noch in speziellen Programmen wie beispielsweise in der psycholytischen Therapie eingesetzt wird.⁹

Die als Drogen bezeichneten Wirkstoffe verändern in sehr unterschiedlicher Art und Weise unsere Wahrnehmung, unsere Empfindung, unser Lustgefühl, unseren Wachheitsgrad, unsere Impulsivität, unser Konzentrationsvermögen und vieles andere mehr. Erwähnenswert zum näheren Verständnis sind die

Dass die Wirkung einer Substanz von ihrer Dosierung abhängt, ist eine ebenso simple Erkenntnis wie uralte Einsicht. Der Arzt und Philosoph Theophrastus Paracelsus gehörte zu den bedeutendsten Naturforschern des späten Mittelalters und verkündete bereits vor hunderten von Jahren:

„Allein die Dosis macht, dass ein Ding kein Gift ist."

Für die heutzutage gebräuchlichen Konsummuster muss dieser Satz in die folgende Grundregel abgeändert werden:

„Allein die Dosis und die Mischung macht, dass Dinge kein Gift sind."

Die Dosierung beeinflusst die Wahrnehmung, das Erleben und die Gefühlswelt für die Dauer der Drogenwirkung. Da die meisten Partydrogen derzeit illegal sind, weiß man meistens nicht, wie viel Wirkstoff in der Droge enthalten ist. Damit man sich vor Fehl- oder Überdosierungen schützen kann, lässt man seine Pillen und Pülverchen am besten bei www.checkyourdrugs.at in Wien, www.saferparty.ch in Zürich oder bei einem anderen Testangebot anonym analysieren. Testergebnisse von anderen Pillen, Warnungen vor gefährlichen Pillen und weitere Informationen erhält man auf den folgenden Homepages:

www.checkyourdrugs.at

www.eve-rave.ch

www.drugscouts.de

1.2  Set – Erwartungshaltung, aktuelle Stimmung und Grundbefindlichkeit

Set bezeichnet die innere Grundeinstellung des Konsumenten oder der Konsumentin sowie dessen oder deren persönliche Erwartung an die Drogenwirkung als auch dessen oder deren Stimmung bei der Einnahme der Droge. Das Set bestimmt die Drogenwirkung nicht weniger als die Drogenart und die

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