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Was ist ein Fremder?: Anmerkungen einer energischen Pessimistin

Was ist ein Fremder?: Anmerkungen einer energischen Pessimistin

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Was ist ein Fremder?: Anmerkungen einer energischen Pessimistin

Länge:
31 Seiten
21 Minuten
Herausgeber:
Freigegeben:
Mar 1, 2016
ISBN:
9783946514046
Format:
Buch

Beschreibung

Überlegungen zum Fremden
Neben ihren persönlichen Eindrücken, wie sie selbst Fremdheit empfindet und (er)lebt, trägt Julia Kristeva einige allgemeinere Überlegungen vor - Überlegungen, die an die Philosophie der Aufklärung angelehnt sind, die ihrerseits aus einem Bruch mit der Tradition hervorgegangen ist. Sie macht darauf aufmerksam, welche konstitutive Differenz zwischen den Menschenrechten und den Bürgerrechten besteht - die ersteren universal und für alle gültig, die letzteren nur für die (politisch definierten) Eigenen.
Herausgeber:
Freigegeben:
Mar 1, 2016
ISBN:
9783946514046
Format:
Buch

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Was ist ein Fremder? - Julia Kristeva

Julia Kristeva

Was ist ein Fremder?

Anmerkungen einer energischen Pessimistin

Eine Fremde spricht zu Ihnen.¹ »Die Fremde«: So lautet in der Tat der Titel des Artikels, den Roland Barthes mir 1970 in der Quinzaine Littéraire widmete. Anlass war die Veröffentlichung meines ersten Buchs auf Französisch nach meiner Ankunft in Paris im Dezember 1965. Was ist ein Fremder, eine Fremde? Eine Tragödie? Eine Auserwähltheit? Ein in der unerbittlich sich vollziehenden Globalisierung nunmehr banal gewordener Zustand? Wie kann man Fremder sein?

Neben einigen persönlichen Eindrücken möchte ich einige allgemeinere Überlegungen vortragen – Überlegungen, die an die Philosophie der Aufklärung angelehnt sind, die ihrerseits aus einem Bruch mit der Tradition hervorgegangen ist (Alexis deTocqueville, Hannah Arendt).²

Zunächst also die Stimme des Herzens – wie ich selbst Fremdheit empfinde und (er)lebe.

I. Toccata und Fuge für den Fremden

Fremder: erstickte Wut tief unten in meiner Kehle, schwarzer Engel, der die Transparenz stört, dunkle, unergründliche Spur. Der Fremde, Figur des Hasses und des anderen, ist weder das romantische Opfer unserer heimischen Bequemlichkeit noch der Eindringling, der für alle Übel des Gemeinwesens die Verantwortung trägt. Er ist weder die kommende Offenbarung noch der unmittelbare Gegner, den es auszulöschen gilt, um die Gruppe zu befrieden. Auf befremdliche Weise ist der Fremde in uns selbst: Er ist die verborgene Seite unserer Identität, der Raum, der unsere Bleibe zunichtemacht, die Zeit, in der Einverständnis und Sympathie zugrunde gehen. Wenn wir ihn in uns erkennen, verhindern wir, dass wir selbst ihn verabscheuen. Als Symptom, das gerade das »Wir« problematisch, vielleicht sogar unmöglich macht, entsteht der Fremde, wenn in mir das Bewusstsein meiner Differenz auftaucht, und er hört auf zu bestehen, wenn wir uns alle als Fremde

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