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Das Neue Leben
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eBook102 Seiten1 Stunde

Das Neue Leben

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Über dieses E-Book

In diesem Meisterwerk der Literatur, Dante beschreibt seine tragische Liebe für Beatrice.
SpracheDeutsch
HerausgeberFV Éditions
Erscheinungsdatum1. Dez. 2015
ISBN9791029901157
Das Neue Leben
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Autor

Dante Alighieri

Dante Alighieri was an Italian poet of the Middle Ages, best known for his masterpiece, the epic Divine Comedy, considered to be one of the greatest poetic works in literature. A native of Florence, Dante was deeply involved in his city-state’s politics and had political, as well as poetic, ambitions. He was exiled from Florence in 1301 for backing the losing faction in a dispute over the pope’s influence, and never saw Florence again. While in exile, Dante wrote the Comedy, the tale of the poet’s pilgrimage through Hell, Purgatory, and Paradise. To reach the largest possible audience for the work, Dante devised a version of Italian based largely on his own Tuscan dialect and incorporating Latin and parts of other regional dialects. In so doing, he demonstrated the vernacular’s fitness for artistic expression, and earned the title “Father of the Italian language.” Dante died in Ravenna in 1321, and his body remains there despite the fact that Florence erected a tomb for him in 1829.

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    Buchvorschau

    Das Neue Leben - Dante Alighieri

    XLII.

    copyright

    Copyright © 2015 - FV Éditions

    Übersetzt von Richard Zoozmann

    Bild : A. Bronzino (source)

    ISBN 979-10-299-0115-7

    Alle Rechte Vorbehalten

    Dante Alighieri

    A. Bronzino (source)

    Das neue Leben

    Vita nuova

    I.

    In jenem Teile des Buches meiner Erinnerung, vor welchem nur wenig zu lesen ist, findet sich eine Überschrift, die da lautet: Hier beginnt das neue Leben. Und unter dieser Überschrift finde ich Worte, welche ich in diesem Büchlein nachzuzeichnen gedenke, und wenn nicht alle Worte, so doch wenigstens ihren Sinn und Inhalt.

    II.

    Schon zum neunten Mal war seit meiner Geburt der Himmel des Lichtes beinahe zu demselben Punkte wiedergekehrt, und zwar in seinem eigenen Kreislauf, als mir zum ersten Mal die verklärte Herrin meines Geistes erschien, die von vielen, die nicht wußten, wie sie sie nennen sollten, Beatrice genannt wurde. Sie war damals schon so lange in diesem Leben gewesen, daß während ihrer Zeit der Sternenhimmel sich um den zwölften Teil eines Grades gen Osten bewegt hatte, so daß sie ungefähr im Beginn ihres neunten Lebensjahres mir erschien und ich sie ungefähr zu Ende meines neunten Jahres sah. Sie erschien mir, in ein Gewand von der edelsten Farbe gekleidet, blutrot, bescheiden und ehrbar, gegürtet und geschmückt nach der Weise, die ihrem allerjugendlichsten Alter geziemte. In diesem Augenblick, das kann ich wahrhaftig sagen, begann der Geist des Lebens, der in der geheimsten Kammer des Herzens wohnet, so heftig zu zittern, daß er mir in den leisesten Pulsen furchtbar erschien; und zitternd sagte er die folgenden Worte: Siehe, ein Gott, der stärker als ich ist und der daherkommt und mich beherrschen wird. In diesem Augenblick begann der animalische Geist, der in jener hohen Kammer wohnet, zu welcher alle Geister der Empfindung ihre Wahrnehmungen hinauftragen, sich sehr zu wundern, und indem er insbesondere zu den Geistern des Gesichtes sprach, sagte er diese Worte: Nun ist eure Seligkeit erschienen. In diesem Augenblick begann der natürliche Geist, der in jenem Teile wohnet, in welchem sich unsere Ernährung vollzieht, zu weinen, und weinend sprach er die Worte: Wehe mir Armen! denn nun werd ich häufig behindert sein. Von da an, sage ich, beherrschte die Liebe meine Seele, die ihr so rasch angetraut war, und sie begann eine solche Sicherheit und solche Herrschaft über mich zu gewinnen, durch die Kraft, welche meine Phantasie ihr gab, daß ich vollkommen nach ihrem Gefallen zu tun genötigt ward. Sie befahl mir zu vielen Malen, daß ich trachten sollte, jenes jugendliche Englein zu schauen, und daher ging ich in meiner Knabenzeit gar oftmals aus, um sie zu suchen; und ich sah sie auch und sah an ihr ein so edles und preiswürdiges Betragen, daß von ihr sicherlich jenes Wort des Poeten Homeros gesagt werden konnte: »Sie scheinet nicht die Tochter eines sterblichen Menschen, sondern die eines Gottes zu sein.« Und mag auch ihr Bild, das mich niemals verließ, nur ein Übermut der Liebe gewesen sein, um mich dadurch zu beherrschen, so war es doch von so edler Natur, daß es niemals zuließ, daß die Liebe mich leitete ohne den treuen Rat der Vernunft in allen jenen Dingen, in denen solchen Rat zu vernehmen nützlich sein mochte. Und da das Verweilen bei diesen Leidenschaften und Handlungen einer so frühen Jugend manchen als Fabelei erscheinen muß, so will ich davon ablassen, und indem ich viele Dinge übergehe, die ich aus derselben Quelle schöpfen könnte, aus welcher diese stammen, komme ich zu jenen Worten, die in meinem Gedächtnisse unter höheren Paragraphen verzeichnet stehen.

    III.

    Als so viele Tage vorübergegangen waren, daß gerade neun Jahre seit der oben beschriebenen Erscheinung jener Lieblichsten verflossen waren, da geschah es am letzten jener Tage, daß jenes wunderbare Mägdlein mir erschien, in das allerweißeste Kleid gehüllt und inmitten zweier edler Frauen von älteren Jahren. Und da sie durch eine Straße ging, wendete sie ihre Augen nach der Stelle, wo ich furchtsam und schüchtern stand, und in ihrer unaussprechlichen Holdseligkeit, die nun bereits in dem Reiche der Ewigkeit ihren Lohn gefunden hat, grüßte sie mich sehr tugendlich, daß ich das Endziel aller Seligkeit zu schauen meinte. Die Stunde, in welcher ihr süßer Gruß mich erreichte, war bestimmt die neunte jenes Tages, und da dieses das erste Mal war, daß ihre Worte sich bewegt hatten, um an mein Ohr zu dringen, fühlte ich solche Wonne, daß ich wie trunken aus der Menge eilte. Und in die Einsamkeit eines Zimmers entflohen, begann ich an jene Liebenswürdige zu denken, und wie ich so an sie dachte, überkam mich ein sanfter Schlummer. In diesem erschien mir ein wundersames Gesicht; denn es war mir, als sähe ich in meinem Zimmer einen feuerfarbenen Nebel, in welchem ich deutlich die Gestalt eines Gebieters von furchtbarem Anblick für jeden, der ihn schaute, sah: und zwar schien er mir selbst von solcher Freude erfüllt, daß es ganz wunderbar war, und in seinen Worten sagte er vieles, was ich nicht verstand, außer gar wenigen Worten; und unter diesen verstand ich deutlich: Ich bin dein Herr! In seinen Armen aber schien mir ein nacktes Weib zu schlafen, das nur ganz leicht in ein blutrotes Tuch gehüllt war; und als ich diese mit vieler Aufmerksamkeit betrachtete, erkannte ich, daß es die Herrin des Grußes war, welche mich am anderen Tage ihres Grußes gewürdigt hatte. Und in der einen seiner Hände schien jener mir ein Ding zu halten, das völlig glühte, und es war mir, als spräche er die Worte: Sieh hier dein Herz! Und als er so einige Zeit verblieben war, schien es mir, daß er jene Schlafende aufweckte; und er gab sich viele Mühe, sie durch die Kraft seines Geistes dazu zu bewegen, daß sie jenes Ding, das in seinen Händen glühte, äße, und sie aß es zuletzt mit Zögern. Danach aber währte es nicht lange, und seine Fröhlichkeit verwandelte sich in das bitterste Weinen; und so weinend nahm er jenes Weib wieder in seine Arme, und mit ihr entschwebte er, wie es mir vorkam, gegen den Himmel. Davon aber empfand ich eine so heftige Angst und Beklemmung, daß der leise Schlaf, in dem ich befangen war, nicht anhalten konnte, sondern plötzlich verging, und ich erwachte. Und alsbald begann ich nachzudenken, und ich

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