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Warum Kuba?: Aquarelle, Skizzen und Gedanken einer Kubareise

Warum Kuba?: Aquarelle, Skizzen und Gedanken einer Kubareise

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Warum Kuba?: Aquarelle, Skizzen und Gedanken einer Kubareise

Länge:
196 Seiten
2 Stunden
Herausgeber:
Freigegeben:
Mar 3, 2016
ISBN:
9783990484500
Format:
Buch

Beschreibung

Legen Sie die handelsüblichen Reiseberichte und Stadtführer bald gelangweilt zur Seite? Dann ist dieses Buch genau das Richtige für Sie. "Warum Kuba?" werden Sie erst wieder loslassen, wenn Sie die letzte Zeile gelesen haben. Spannend, lehrreich und amüsant führt es Sie durch die faszinierende Karibikinsel, lässt aber auch in die Seele ihrer Bewohner blicken. Durchleben Sie mit der Autorin alle Höhen und Tiefen ihres dreimonatigen Aufenthaltes in Kuba!

Sollten Sie eine Reise nach Kuba planen, so kann Sie dieses Tagebuch, reich illustriert mit Aquarellen, gut darauf einstimmen und vielleicht auch einige Vorsichtsmaßnahmen treffen lassen. Doch seien Sie gewarnt: Fernweh nach diesem einzigartigen Land ist garantiert!
Herausgeber:
Freigegeben:
Mar 3, 2016
ISBN:
9783990484500
Format:
Buch

Über den Autor


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Buchvorschau

Warum Kuba? - Patrizia Lörtscher

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Impressum

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek:

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie­.

Detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://www.d-nb.de abrufbar.

Alle Rechte der Verbreitung, auch durch Film, Funk und Fern­sehen, fotomechanische Wiedergabe, Tonträger, elektronische Datenträger und ­auszugsweisen Nachdruck, sind vorbehalten.

© 2016 novum Verlag

ISBN Printausgabe: 978-3-99048-449-4

ISBN e-book: 978-3-99048-450-0

Lektorat: Lucy Hase

Umschlagfoto: Patrizia Lörtscher

Umschlaggestaltung, Layout & Satz: novum publishing gmbh

Innenabbildungen: Patrizia Lörtscher (14)

www.novumverlag.com

Die Reise

November 2013

Varadero – Havanna – Cienfuegos – Havanna

Dezember 2013

Viñales – Havanna – Cienfuegos – Cayo Largo –

Cienfuegos – Trinidad – Playa Larga – Havanna – Viñales

Januar 2014

Cienfuegos – Santiago de Cuba – Baracoa –

Santiago de Cuba – Havanna – Varadero

„Alle Reisen haben eine heimliche Bestimmung,

die der Reisende nicht ahnt."

Martin Buber, Philosoph und Schriftsteller

Einleitung

Die Passagiere des Fluges LX8024 verstauen ihr Handgepäck und blicken etwas gelangweilt auf die Landebahn des Flughafens von Varadero. Der Urlaub auf Kuba gehört bald der Vergangenheit an.

„Ja, ja, das Hotel war ganz in Ordnung, das Buffet meist üppig. Nur an drei Tagen gab es keine Butter, aber das kennt man ja in Kuba. Doch, wir sind ganz zufrieden. Den Kindern hat der Strand wirklich gefallen."

Sehr großzügig. Meine Sitznachbarn aus Deutschland haben ihren Kubaaufenthalt in wenigen Worten zusammengefasst, viel mehr haben sie nicht zu berichten. Für ihr Schweigen bin ich ihnen dankbar, denn beim Abheben mit der Edelweiß-Maschine wirbeln in meinem Innern so viele Erinnerungen und Emotionen durcheinander, dass ich gegen aufsteigende Tränen kämpfen muss.

Unter mir verschwindet Kuba, jetzt ist auch mein Urlaub nach elf Wochen zu Ende.

Was soll ich denn berichten, wenn mich Freunde und Kollegen nach der üblichen Zusammenfassung fragen? Auch vier bis fünf Standardsätze? „Super, toll, wunderschön – oder eher „kompliziert, mühsam und verwirrend?

Ich weiß, wie unmöglich das sein wird, es würde nicht funktionieren. So viel ist geschehen, was meine Sicht der Dinge neu geprägt hat.

Wenn ich später daheim vereinzelte Episoden erzähle, so wächst das Interesse und Erstaunen über dieses einzigartige Land im Gesicht meiner Zuhörer mit jedem Satz. Wenn dann aus Zeitmangel, einer typisch schweizerischen Eigenschaft, mein Bericht unterbrochen wird, bekomme ich Bemerkungen wie etwa: „Aber das ist ein unglaubliches Land, dieses Kuba, das ist wirklich spannend! Du musst mir unbedingt ein anderes Mal mehr darüber erzählen!"

„Schreib es auf, illustriere es mit deinen Aquarellen und Skizzen, überarbeite dein Tagebuch und mach was draus!" Mit diesen Worten entlässt mich meine Freundin Gabriela, mit der ich einige Kubawochen teilen durfte, nach zwei Stunden am Telefon.

Warum Kuba?

Warum Kuba? Por qué¹?

1 Warum/Wieso?

Wie oft ich mich das in diesen drei Monaten wohl schon gefragt habe? Warum tust du dir das an?

Gibt’s denn nicht einfachere Orte auf dieser Welt, um deinen einzigen längeren Urlaub zu verbringen? Alles ist hier ungleich komplizierter als in der modernen Welt. Der Alltag im sozialistischen Kuba ist für seine Bewohner und bald auch für mich immer öfter geprägt von Mühsal und lucha².

2 Kampf

Als Touristin, hatte ich mich der Illusion hingegeben, hätte ich eine bevorzugte Rolle, so wie ich sie bei meinen drei vorgängigen Kubareisen genossen hatte.

„Warum Kuba?, fragen Nachbarn und Bekannte erstaunt. „Was machst du denn drei Monate lang in Kuba? Und du gehst ganz allein dahin, kannst du denn Spanisch? Oder wie spricht man denn da? und „Das ist doch gefährlich?! Bist du aber mutig! Und meine Tochter meinte trocken: „Du spinnst.

Meine Idee, mein Traum, eine Auszeit vom stressigen Schulalltag zu nehmen, wuchs langsam, aber immer drängender in mir heran. Aber wie und wo soll denn der Ort sein, wo ich ausspannen und gleichzeitig meine stillgelegten Talente ohne Zeitdruck ausleben kann? Wann hat es begonnen, was entzündete das kleine Fünkchen Interesse für diese ferne Insel?

Wen wundert’s, dass es über die Musik geschah? Im Chor der Nationen sangen wir 2011 in unserem Konzert ein Lied aus Kuba: „Dulce embeleso³". Es ist ein bittersüßes Liebeslied, ein Klassiker von Miguel Matamoros.

3 Süßer Schwindel

Neben den Gesängen aus Afrika, China und allen möglichen Herkunftsländern meiner Mitsingenden war „Dulce embeleso" mein absolutes Lieblingslied. Jede Note ließ einen leisen Schauer über meinen Rücken rieseln. Wie kann man so berührende Worte und Melodien über das Mysterium der Liebe schreiben?

Meine Neugierde war geweckt. Aus dem Fünkchen war ein Flämmchen geworden. Als unser Dirigent Bernhard Furchner interkulturelle Musikwochen in Kuba ausschrieb, stand mein Entschluss definitiv fest:

Da bin ich dabei! Darauf habe ich gewartet!

Leider vergebens, denn mangels Interessenten fiel das Projekt ins Wasser.

Seit diesem ersten leisen Wunsch, dieses einzigartige Land kennenzulernen, ereigneten sich immer wieder erstaunliche „Zufälle". Jetzt, nach meiner Reise, betrachte ich sie schon als selbstverständlich. Das Schicksal führte mich schlussendlich am 6. November 2013 nach Kloten, wo meine dreimonatige Auszeit beginnen sollte.

Wie alles begann

Wie nennt man das wohl, wenn man in Italien in einem Malkurs eine Person kennenlernt, die vom exakt gleichen „Kuba-Virus" befallen ist und ebenfalls neugierig darauf, mit eigenen Augen und Ohren Fidel Castros Insel kennenzulernen? Zufall? Oder Schicksal?

Gabriela kommt aus Zürich, ist Finanzchefin, Malerin, Sportlerin und Tänzerin. Und sie ist wie ich, trotz reiferen Alters neugierig geblieben. So steht schon nach kürzester Bekanntschaft spontan fest:

Wir werden gemeinsam Kuba besuchen.

Zufälligerweise hatte ich in jenem Jahr 2012 mein Dienstaltersgeschenk zugute. Ich konnte also beliebig über die Reisedaten verfügen. Die Hauptprobe für unsere große Reise fand in Barcelona statt. Wir ließen uns dort von Kunst, Tanz und Architektur faszinieren und stellten dabei erfreut fest, wie kurzweilig und konfliktfrei unsere gemeinsame Probereise verlief.

Im November 2012 flog ich mit Gabriela via Frankfurt erstmals Richtung Kuba. Sehr spät nachts kamen wir in einem Luxushotel in Varadero an. Es sollte bis heute die einzige Nacht in einem Hotelbett bleiben, denn seither habe ich immer in einer casa particular, einem Privathaus bei einer Familie gewohnt.

Als particular bezeichnen Kubaner alles, was nicht dem Staat gehört und deshalb nicht von ihm betrieben wird, wie zum Beispiel Taxis oder kleinere private Restaurants, paladares genannt. Diese casas⁴ haben für mich sehr viele Vorteile: Sie sind sehr günstig (zwischen 20 und30 Schweizer Franken pro Nacht), man hat Einblick in die kubanische Familie, wird oft verwöhnt und liebevoll umsorgt und lernt gleichzeitig Spanisch. Die Einrichtung ist oft schrill und kitschig, darüber kann man großzügig hinwegsehen. Die Wände werden außen und innen regelmäßig und liebevoll gestrichen. Die Farben Weiß und Schwarz meiden die Kubaner. Jeder möchte das schönste Häuschen besitzen.

4 Wohnungen/Häuser

Besonders sonntags sieht man überall Männer und Frauen, die malen, streichen und pinseln. Schmirgeln gibt’s nicht, es wird immer nur übermalt, was bei Türen und Fenstern zwangsläufig irgendwann zu Problemen führt. Da man in Kuba aber prinzipiell nicht langfristig plant, interessiert das niemanden so wirklich.

Mit gleicher Begeisterung bekommen so auch die Autos Schicht um Schicht verpasst. Auf dem ohnehin schon stabilen Blech der Autos aus den Fünfzigerjahren kleben noch unzählige Farb-und Lackschichten.

Die Liebe zu diesem Überfluss an Farben bei Häusern, Autos und Kleidern unterscheidet Kuba schon sehr stark von unserer schweizerischen Zurückhaltung, die sich lediglich in allen Schattierungen von schwarz bis weiß äußert.

Bei der Abreise von meiner Lieblingsfamilie in Viñales waren die Männer gerade damit beschäftigt, die vielen Schichten, die sich auf Großvaters Auto mit Jahrgang 1949 angehäuft hatten, zu entfernen. Das nötige Werkzeug: ein Bunsenbrenner und ein Spachtel! Einem Schweizer Karosserie Spengler würde die Luft wegbleiben. Aber das Ungetüm sah so stabil aus, es würde auch diese Tortur überstehen. Strahlend wurde mir erklärt, dass in die gähnende Leere des Motorraumes ein chinesischer Motor eingebaut werde. „Und wenn du im Herbst wiederkommst, fahren wir damit spazieren", versprach mir Adalberto. Meinen skeptischen Blick wischte er beiseite.

Kuba ist das Land der Allrounder: Jeder ist Maler, Maurer, Gärtner, Metzger, Lackierer, Mechaniker, Lebenskünstler und Problemlöser in einer Person. Und wenn’s mal nicht klappt, dann hat man Nachbarn und Freunde mit ebenso vielen Talenten.

Verzeihung, ich schweife ab.

Zurück zu meiner ersten Begegnung mit Kuba im November 2012:

Varadero hat mit dem echten Kuba wenig zu tun, zu touristisch und angepasst ist diese schöne Halbinsel mit ihren Traumstränden und Luxushotels. Es ist für mich nur eine Art „Schwachstrom-Kuba" für die Leute, die sich einen wohlverdienten Traumurlaub gönnen und aus sicherer Distanz im Oberdeck des Touristenbusses einen Tagesausflug nach Havanna buchen. Nach einem Varadero-Urlaub gibt es sicher kein umfangreiches Tagebuch, dafür gebräunte Haut und entspannte Nerven.

Der erste Tag in Havanna hingegen wird mir immer in Erinnerung bleiben: Völlig überrumpelt von den Eindrücken, dem Lärm, den Abgasen der Oldtimer, dem Gewimmel von Menschen in allen Hautfarben schien ich nicht nur auf einen anderen Kontinent, sondern in eine andere Zeit katapultiert worden zu sein. Der malerische Zerfall von kolonialen Palästen und Bauwerken, die seit dem Sieg der Revolution 1959 leise vor sich hinbröckeln, faszinierte mich, wie die meisten Besucher Havannas, auf den ersten Blick.

Am ersten Abend machten Gabriela und ich uns auf die Suche nach der berühmten kubanischen Musik. In der calle Obispo⁵ vibrierte die Luft von der lauten Musik, die aus all den Lokalen schallte. Genau so hatte ich mir dieses Land vorgestellt, für diesen Moment war ich über den Atlantik geflogen! Ein besonders quirliger Sänger nutzte die Gunst des Augenblicks und sang sich direkt in mein Herz. Angel blieb so lange darin, es waren sechs Monate, bis seine Liebe zum kubanischen Nationalgetränk Rum uns wieder trennte.

5 Bischofsstraße (Flaniermeile in Havannas Altstadt)

Die Zeit mit ihm war so verrückt und für eine solide Luzerner Lehrerin so surreal, dass ich heute noch öfter das Gefühl habe, ich hätte all das nur geträumt.

Eigentlich wollte ich die drei Monate am Ende des Jahres mit ihm verbringen, in Havanna einen vernünftigen Spanischkurs belegen und einfach disfrutar la vida.

6 Das Leben genießen

Nach den missglückten Frühlingsferien war ich also wieder auf dem Boden der Realität gelandet. Kuba? Ohne Angel?

Natürlich ging das! Wer mich fragte, dem erklärte ich: „Kuba ist nicht Angel, er ist nicht Kuba!"

Doch so ganz überzeugt war ich selbst davon noch lange nicht. Was sollte ich denn so lange alleine in Kuba? Leise Zweifel hatte ich innerlich, aber nach außen gab ich mich selbstbewusst. „Claro, ohne den verrückten musico⁷ kann ich viel freier durch die ganze Insel fahren. Havanna ist sowieso nicht mein Lieblingsort, zu laut, zu schmutzig, zu hässlich", war meine Begründung. Doch meine Tochter kannte mich zu gut. Sie wusste sehr genau, dass ich überhaupt nicht so überzeugt von meinem Vorhaben war, wie ich mich gab. Aber sie schwieg und beobachtete den Verlauf der Dinge.

7 Der Musiker

Reisevorbereitungen

Unter völlig anderen Umständen als ursprünglich gedacht, begannen im Sommer meine Vorbereitungen für den großen Urlaub.

Wie ein Star auf Tournee würde ich also lange Zeit aus dem Koffer leben. Darum war die erste Anschaffung zweifellos mein Ersatz-Zuhause: ein superstabiler, jedoch leichter Koffer in meiner Lieblingsfarbe Orange. Schlussendlich ist er unbeschadet, nach zwanzig Mal umpacken und ohne je vermisst zu werden, am 23. Januar 2014 wieder in Kloten gelandet.

Schwieriger war es mit seinem Inhalt, der nicht schwerer als 23 Kilogramm sein durfte. Durch meine drei Kurzurlaube in Kuba wusste ich in etwa, was das Land bot, aber auch, was es definitiv nicht hatte …

No hay

8 Haben wir nicht (wichtiger Satz, den jeder Kubareisende kennen sollte)

kultureller Überfluss – aber keine Papiertaschentücher

Millionen Palmen – aber kein Deodorant

Korallenriffe – aber kein Surfbrett

Weltklasse Balletts – aber keine Halswehtabletten

Lebensfreude und Musik – aber keinen bezahlbaren guten Rotwein

Galerien voller Bilder – aber kein Aquarellpapier

Die Liste lässt sich beliebig verlängern …

volle Konzertsäle – aber keine gesetzliche Dezibelgrenze und keine Ohropax

Millionen Bücher über Che – aber nicht eines vom Schriftsteller Leonardo Padura

Rum, Mojito und Piña Colada – aber kaum einen Tee

subtropisches Klima – aber keine Sonnencreme

Was nehme ich also mit? Denn ich will ja malen, lesen, schreiben, baden, schnorcheln, segeln, tanzen, entdecken, fotografieren, Spanisch lernen, ja sogar reiten …

•und nicht krank werden

•nicht von einem Hai gebissen werden

•nicht in ein Loch fallen, weder moralischer noch baulicher Art

•keinen Sonnenbrand kriegen

•kein Heimweh haben

•mir keinen Rausch antrinken

•nicht bestohlen werden

•keine falschen Freunde um mich haben

aber auch nicht einsam in einer casa sitzen und von Salsa träumen.

Wie soll ich also meine drei Monate in meinem Paradies der Karibik planen? Nur schon eine Woche ausschließlich Strand und Hotel wäre mir ein Graus. Umgeben von saufenden Russen und Italienern, die sich für 20 CUC

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