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Krimi Doppelband #2: Travers und das Dynamit-Komplott/ East Harlem Killer: Alfred Bekker präsentiert, #2

Krimi Doppelband #2: Travers und das Dynamit-Komplott/ East Harlem Killer: Alfred Bekker präsentiert, #2

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Krimi Doppelband #2: Travers und das Dynamit-Komplott/ East Harlem Killer: Alfred Bekker präsentiert, #2

Länge:
357 Seiten
4 Stunden
Freigegeben:
Apr 23, 2019
ISBN:
9781533716279
Format:
Buch

Beschreibung

Krimi Doppelband #2

von Uwe Erichsen & Henry Rohmer (ALFRED BEKKER)

Der Umfang dieses Buchs entspricht 247 Taschenbuchseiten.

Dieses Buch enthält folgende Krimis:

Uwe Erichsen: Travers und das Dynamit-Komplott

Henry Rohmer (Alfred Bekker): East Harlem Killer

Zwei Kriminalromane der Sonderklasse: hart, überraschend und actionreich.

Henry Rohmer ist das Pseudonym des bekannten Fantasy- und Jugendbuchautors Alfred Bekker, der darüber hinaus an zahlreichen Spannungsserien wie Ren Dhark, Jerry Cotton, Cotton Reloaded, John Sinclair und Kommissar X mitschrieb.

Titelbild: Firuz Askin.

Freigegeben:
Apr 23, 2019
ISBN:
9781533716279
Format:
Buch

Über den Autor

Über Alfred Bekker: Wenn ein Junge den Namen „Der die Elben versteht“ (Alfred) erhält und in einem Jahr des Drachen (1964) an einem Sonntag geboren wird, ist sein Schicksal vorherbestimmt: Er muss Fantasy-Autor werden!  Dass er später ein bislang über 30 Bücher umfassendes Fantasy-Universum um  “Das Reich der Elben” schuf, erscheint da nur logisch. Alfred Bekker wurde am 27.9.1964 in Borghorst (heute Steinfurt) geboren und wuchs in den münsterländischen Gemeinden Ladbergen und Lengerich auf. Schon als Student veröffentlichte Bekker zahlreiche Romane und Kurzgeschichten und wurde Mitautor zugkräftiger Romanserien wie Kommissar X, Jerry Cotton, Rhen Dhark, Bad Earth und Sternenfaust und schrieb eine Reihe von Kriminalromanen.   Angeregt durch seine Tätigkeit als Lehrer wandte er sich schließlich auch dem Kinder- und Jugendbuch zu, wo er Buchserien wie 'Tatort Mittelalter', ‘Ragnar der Wikinger’,  'Da Vincis Fälle - die mysteriösen Abenteuer des jungen Leonardo’', 'Elbenkinder', 'Die wilden Orks', ‘Zwergenkinder’, ‘Elvany’, ‘Fußball-Internat’, ‘Mein Freund Tutenchamun’, ‘Drachenkinder’ und andere mehr  entwickelte. Seine Fantasy-Zyklen um 'Das Reich der Elben', die 'DrachenErde-Saga' ,die 'Gorian'-Trilogie, und die Halblinge-Trilogie machten ihn einem großen Publikum bekannt.  Alfred Bekker benutzte auch die Pseudonyme Neal Chadwick,  Henry Rohmer, Adrian Leschek, Brian Carisi, Leslie Garber, Robert Gruber, Chris Heller und Jack Raymond. Als Janet Farell verfasste er die meisten Romane der romantischen Gruselserie Jessica Bannister. Historische Romane schrieb er unter den Namen Jonas Herlin und Conny Walden.  Einige Gruselromane für Teenager verfasste er als John Devlin. Seine Romane erschienen u.a. bei Lyx, Blanvalet, BVK, Goldmann,, Schneiderbuch, Arena, dtv, Ueberreuter und Bastei Lübbe und wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt., darunter Englisch, Niederländisch, Dänisch, Türkisch, Indonesisch, Polnisch, Vietnamesisch, Finnisch, Bulgarisch und Polnisch.


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Krimi Doppelband #2 - Alfred Bekker

Krimi Doppelband #2: Travers und das Dynamit-Komplott/ East Harlem Killer

Alfred Bekker präsentiert, Volume 2

Alfred Bekker and Uwe Erichsen

Published by Alfred Bekker präsentiert, 2019.

This is a work of fiction. Similarities to real people, places, or events are entirely coincidental.

KRIMI DOPPELBAND #2: TRAVERS UND DAS DYNAMIT-KOMPLOTT/ EAST HARLEM KILLER

First edition. April 23, 2019.

Copyright © 2019 Alfred Bekker and Uwe Erichsen.

ISBN: 978-1533716279

Written by Alfred Bekker and Uwe Erichsen.

Inhaltsverzeichnis

Title Page

Copyright Page

Krimi Doppelband #2

Copyright

Travers und das Dynamit-Komplott

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East Harlem Killer

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Krimi Doppelband #2

von Uwe Erichsen & Henry Rohmer

Der Umfang dieses Buchs entspricht 247 Taschenbuchseiten.

Dieses Buch enthält folgende Krimis:

Uwe Erichsen: Travers und das Dynamit-Komplott

Henry Rohmer (Alfred Bekker): East Harlem Killer

Zwei Kriminalromane der Sonderklasse: hart, überraschend und actionreich.

Henry Rohmer ist das Pseudonym des bekannten Fantasy- und Jugendbuchautors Alfred Bekker, der darüber hinaus an zahlreichen Spannungsserien wie Ren Dhark, Jerry Cotton, Cotton Reloaded, John Sinclair und Kommissar X mitschrieb.

Titelbild: Firuz Askin.

Copyright

Ein CassiopeiaPress Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books und BEKKERpublishing sind Imprints von Alfred Bekker

© by Authors

© dieser Ausgabe 2016 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

Alle Rechte vorbehalten.

www.AlfredBekker.de

postmaster@alfredbekker.de

Travers und das Dynamit-Komplott

Ein Roman aus der Serie : „Ihr Auftrag, Travers!"

von Uwe Erichsen

Calvin Travers, Spezialagent einer Sonderabteilung des US-Außenministeriums, erhält den Auftrag, von Valentin Kowalew, einem Ex-KGB-Agenten, geheime Unterlagen in Empfang zu nehmen, die Hinweise auf einen angeblichen neuen Krieg zwischen Israel und der arabischen Welt liefern sollen. Doch bevor Kowalew die Papiere übergeben kann, wird er ermordet und die Beweise gestohlen. Travers läuft die Zeit davon, denn niemand scheint zu wissen, wann und wo ein Angriff stattfinden soll noch wer ihn plant. Sind es die Israelis, Ägypten oder Terroristen? Wer ist Freund und wer ist Feind - das ist hier die Frage ...

1

Vorsichtig spähte Travers durch das Okular des Fernrohres, das auf die Brüstung der Besucherterrasse montiert war. Dreißig Sekunden dauerte es, bis er ein neues Zehn-Millimes-Stück einwerfen musste. Das Metall war glühend heiß, und er vermied es, die Einfassung des Okulars mit der Haut in Berührung zu bringen.

Er war allein hier oben, hoch über den Rollbahnen des Internationale de Carthage, dem Verkehrsflughafen von Tunis. Kein Windhauch bewegte die hitzeflimmernde Luft, und selbst das nahe Meer brachte um diese Tageszeit keine Kühlung.

Riesengroß sah Travers den blitzenden Rumpf der Caravelle durch das Glas. In der flimmernden Luft verschwammen die Konturen des Flugzeugs. Es schien seltsam träge zu schwanken, wie ein lahmer Vogel nach einem Flug über das Meer.

Mit leisem Schnappen fiel die Klappe über den Bildausschnitt. Travers richtete sich auf und wischte den Schweiß von seiner Stirn.

Eine ungewöhnliche Erregung hatte den sonst so kühlen Mann ergriffen ...

Die Maschine flog über Karthago und strich tief über den Lac de Tunis. Travers klimperte mit den Münzen in seiner Hand. Jetzt konnte er das Pfeifen der Düsen hören, als der Pilot die Drosselklappen ausstellte.

Weit draußen setzte der große Vogel auf. Wie ein kleiner Hund bewegte sich der schwarz-gelbe Follow-me-Wagen auf die Maschine zu, setzte sich vor sie und lotste sie zum Abfertigungsplatz in der Nähe des Empfangsgebäudes.

Travers richtete das Fernglas dorthin, wo bereits die Fluggasttreppe angefahren wurde. Er wollte das Gesicht sehen. Er wollte sich auf den Anblick des Mannes vorbereiten, dem er gleich gegenübertreten musste. Travers' Mund war trocken, und er spürte wieder dieses dumpfe Gefühl in der Magengegend.

Es war purer, nackter Hass. Er hasste den Mann, der einmal sein Todfeind gewesen war.

Valentin Kowalew. Einst Agent des KGB in Südostasien, jetzt leitender Beamter im Moskauer Ministerium für den Staatssicherheitsdienst.

Damals waren sie Todfeinde. Wie würde es heute sein?

Konnte Travers seine Gefühle bezwingen, wie man es von ihm erwartete? Er wusste es nicht. Er bezweifelte es sogar.

Er hielt ein Geldstück bereit. Die Maschine rollte auf dem Vorfeld aus, die Türen der Caravelle wurden geöffnet. Travers konnte mit bloßem Auge eine der dunkelhäutigen Stewardessen erkennen. Die Fluggasttreppe wurde angedockt.

Travers warf die Münze in den Schlitz des Fernglases und beugte sich hinab. Aufmerksam spähte er durch das Glas.

Kowalew war der dritte Fluggast, der die Maschine verließ. Travers erkannte ihn sofort wieder. Ein schlanker Mann mit seltsam breiten Händen. Deutlich sah Travers das flächige Gesicht des Russen, die hohen, breiten Wangenknochen, das gutmütige Grinsen, das so viele Menschen über die Gefährlichkeit und die Grausamkeit dieses Mannes hinweggetäuscht hatte.

Travers spürte, wie sein Herz hämmerte.

Er ist nicht mehr Ihr Feind, Travers, hatte Smith warnend gesagt. Wann? Gestern ... Aber die Feindschaft zwischen Travers und Kowalew war älter, sie bestand nicht erst seit gestern, und sie würde sich nicht innerhalb eines Tages in Wohlgefallen auflösen, nur weil das Barometer seit einiger Zeit auf Entspannung stand. Smith kannte die Geschichte der beiden Männer natürlich, wenn auch nur aus den Akten. Travers war damals noch bei dem CIA. Drei Wochen lang hatte Kowalew Travers gejagt, nachdem er ihn nach Laos gelockt hatte. Drei Wochen lang hatte Kowalew versucht, ihn, Travers, zu töten. Lange war es her, und keiner von ihnen war Sieger geblieben. Weil Travers in die Staaten zurückgerufen worden war ... Ihm selbst war es wie eine Flucht vorgekommen.

Kowalew hatte die unterste Stufe der Passagiertreppe erreicht. In der linken Hand trug er eine flache schwarze Aktentasche. Jetzt, als er seinen Fuß auf den rissigen Beton setzte, stolperte er.

Travers packte das Glas fester, presste sein Auge an den glühenden Metallring, der das Okular einfasste. Travers bemerkte die jähe Blässe in dem vorher geröteten Gesicht. Jetzt prallte einer der anderen Fluggäste gegen den Russen. Kowalew klammerte sich am Geländer fest. Mit der linken Hand presste er die schwarze Kuriertasche gegen seinen Leib. Travers erkannte die dünne Metallkette, mit der die Tasche an Kowalews Handgelenk gebunden war.

Travers zuckte zusammen, als die Klappe vor das Gesichtsfeld des Fernrohrs fiel. Er richtete sich auf. Er hatte genug gesehen. Jetzt, ohne das Fernglas, verfügte er über ein größeres Gesichtsfeld. Er sah einen der gelben Renaults, die von der Flughafengesellschaft eingesetzt wurden, über das Vorfeld rasen ... Der Wagen flitzte unter der hohen Bugnase der Caravelle hindurch und kam mit kreischenden Reifen neben der Fluggasttreppe zum Stehen. Ein Mann sprang heraus. Ein Mann, der einen braunen Turban trug. Er raste auf den Russen zu. Die anderen Passagiere traten zur Seite.

Travers wollte etwas tun. Er wollte schreien, den Araber aufhalten, aber er war viel zu weit weg vom Ort der Tragödie, die sich da unten abspielte. Der Aufzug von der Besucherterrasse war außer Betrieb; es war zu spät.

Der Araber umfasste den Russen, er stützte ihn und führte ihn zu dem gelben Wagen. Kowalews Kopf fiel in den Nacken und pendelte dann kraftlos hin und her. Travers konnte das Gesicht des Russen aus der Entfernung nicht mehr erkennen, aber er wusste, dass Kowalew jetzt sterben musste.

Der Renault raste davon. Travers warf eine neue Münze in die Mechanik des Fernrohres. Er schwenkte das Glas herum, weil er sehen wollte, wohin das Fahrzeug fuhr.

Es raste am Zaun entlang auf ein Maschendrahttor zu. Die Torflügel waren geschlossen, aber Travers war überzeugt, dass ein bestochener oder erpresster Arbeiter es geöffnet hatte. Für Kowalews Mörder.

Travers blickte kurz auf. In weiter Ferne rollte eine Lockheed in Startposition, eine DC8 setzte zur Landung an. Travers erkannte eine Bewegung an einem langgestreckten, niedrigen Gebäude, und er schwenkte das Glas herum.

Der Araber aus dem Renault konnte nicht geschossen haben, dafür war er zu schnell bei dem angeschossenen Russen gewesen.

TRAVERS STARRTE DURCH das Glas. Er richtete es auf ein breites, halb geöffnetes Rolltor aus. Hinter dem Tor erkannte er den glänzenden roten Lack eines Feuerlöschfahrzeugs. Und davor, im tiefen, fast schwarzen Schatten stehend, die Gestalt eines Mannes, dessen hastige Bewegungen etwas Verstohlenes, Heimliches hatten.

Travers kniff das linke Auge zu, presste sein anderes gegen das glühende Metall und stellte das Glas scharf ein.

Jetzt sah er den Mann deutlicher. Er trug einen bodenlangen Burnus und ein Beduinenkopftuch. Zu seinen Füßen stand ein länglicher Metallbehälter, in den der Mann etwas verpackte.

Die Einzelteile eines zerlegbaren Gewehrs.

Travers wirbelte herum und rannte auf den Abgang der Besucherterrasse zu. Ein schneller letzter Rundblick ließ ihn den gelben Renault erkennen, der außerhalb des langgestreckten Zauns dahinfegte, wobei er eine hohe Staubfahne hinter sich herzog. Die Straße führte nach Norden, zum Strand oder zum Sebkha er Riana, einem ausgetrockneten Salzsee.

Die Passagiere der Caravelle aus Istanbul gingen über das sonnendurchglühte Vorfeld. Sie sahen sich um. Drei, vier bewaffnete und uniformierte Sicherheitsbeamte rannten auf die Maschine zu. Eine der Stewardessen lief die Stufen hinab. Sie deutete mit ausgestrecktem Arm auf das Tor im Zaun, das jetzt offen stand.

Travers stürmte die steilen Betontreppen hinab. Er erreichte die Abfertigungshalle in einem Nebentrakt, in dem die Büros der Frachtfirmen und Charterer untergebracht waren. Im Laufschritt rannte Travers zum entgegengesetzten Ende der Halle.

Durch die Sperren würde er nicht auf das Feld hinauskommen. Es musste einen anderen Ausgang geben, eine Tür, die von den Angestellten der verschiedenen Firmen benutzt wurde, von den Monteuren, dem fliegenden Personal, von den Dispatchern und Luftlotsen.

Kein Zutritt!

Diese Schrift an einer grauen Metalltür zog Travers magisch an. Sie war nicht verschlossen. Er gelangte in einen kühlen fensterlosen Gang, der von mehreren Leuchtstoffröhren ausgeleuchtet wurde.

Die Tür am Ende dieses Ganges führte genau auf das Vorfeld. Travers schloss geblendet die Augen. Er sah zu dem langgestreckten Gebäude hinüber, in dem der Mörder seine Mordwaffe zerlegte.

Ein schneller Blick zurück ließ ihn innehalten. Die drei Sicherheitsbeamten sprangen in ein offenes olivfarbenes Fahrzeug. Das Rotlicht kreiste auf einem hohen Rohr. Der Wagen raste über die Piste auf das Tor zu, durch das der gelbe Renault mit dem sterbenden Kowalew verschwunden war.

Travers fletschte die Zähne. Sie würden den schnellen, wendigen Renault nicht einholen.

ALS DER OFFENE JEEP vorbei war, lief Travers los. Er beschrieb einen weiten Halbkreis, damit er durch das zurückgezogene Rolltor nicht zu früh gesehen werden konnte. Er musste vorsichtig sein. Er trug keine Waffe. Seine vertraute MK IV lag im Bodenfach seines Metallkoffers in seinem Apartment im Hilton Hotel.

Der Schweiß rann in Strömen über sein Gesicht. Der Beton schien die Sonnenhitze stärker zurückzustrahlen, als er sie aufgenommen hatte.

Travers erreichte die Südwestecke des Gebäudes. Auch hier fand er keinen Schatten. Mit dem Rücken an der weißen Lehmmauer schob er sich auf das Tor zu. Er hörte kein Geräusch, nur das Heulen von Düsentriebwerken in weiter Ferne, unwirklich, gedämpft.

Er fühlte sich allein. Allein mit einem Mann, der es geschafft hatte, Kowalew zu töten.

Travers blieb stehen. Er atmete ein paarmal tief durch. Die heiße Luft brannte in seinen Lungen. Sein Herz hämmerte schmerzhaft gegen die Rippen.

Er konnte die Anwesenheit des fremden Mannes spüren. Der stand jetzt im Schatten neben dem Tor, nachdem er den Metallkasten mit dem Gewehr zwischen Gerümpel versteckt hatte.

Hatte er noch eine Handfeuerwaffe?

Travers warf sich herum. Er flog durch den Spalt. Um ihn herum wurde es Nacht nach dem gleißenden Sonnenlicht draußen.

Er rollte über den Boden, sprang wieder auf. Er konnte nichts erkennen außer dem hellen Spalt des Tores.

Der Mörder sprang ihn aus dem tintigen Schatten heraus an und riss ihn wieder zu Boden.

Es roch nach Staub, Öl und Benzin. Und nach Hammelfleisch, Knoblauch und Zwiebeln.

Ein Knie wühlte sich in seinen Magen, ein Arm wurde über seinen Hals gelegt, und mit unwiderstehlicher Kraft drückte ein magerer muskulöser Arm seine Kehle zu.

Ein Krampf schüttelte Travers' Körper, eine jähe Übelkeit ließ ihn sich aufbäumen. Der Mörder klammerte sich an ihm fest. Travers spürte die scharfen Zähne, die sich durch den dünnen Stoff der Jacke in seine Schulter gruben.

Travers wollte aufschreien. Sollte auch er hier sterben? Sollte ihn das Schicksal eines überraschenden Todes zur gleichen Zeit ereilen wie Kowalew?

Travers spürte immer noch die Zähne in seiner Schulter. Er stieß seine ausgestreckten Finger gegen den Hals des fremden Angreifers, stieß sofort nach, als der Druck der Zähne nachließ, und dann bog er den Arm zurück, der auf seiner Kehle lag.

Mit einem mächtigen Schwung warf er den Araber ab. Der Kerl schrie schrill auf, als er mit dem Rücken gegen eine Öltonne krachte. Die Tonne war leer. Sie stürzte um. Es schepperte überlaut in der Halle.

Travers warf sich auf den Kerl, der davonkriechen wollte. Er konnte jetzt besser sehen. Der Mann wandte den Kopf, als er Travers kommen hörte. Travers sah ein Paar schwarze Nadelaugen und einen schwarzen spitzen Vollbart. Dann landete er auf dem Mann.

Der Araber schrie gellend auf und kippte zur Seite. Er stöhnte. Travers ließ von ihm ab. Er vermutete, dass er dem Mann einen Arm gebrochen hatte.

Travers fiel beinahe auf das Gejammere herein. In diesem Moment trat der Kerl mit beiden Füßen nach Travers' Gesicht. Travers zuckte zurück. Eine Fußsohle prallte gegen seine geschundene Schulter, und er stürzte jetzt gegen die Öltonne, die unter ihm wegrollte.

Der Araber sprang behende auf und rannte aus der Fahrzeughalle.

Travers rannte hinter dem Kerl her. Der Turban löste sich auf, der dreckige Burnus flatterte um die magere Gestalt.

Travers holte ihn schon nach knapp fünfzig Metern ein. Er sprang den Wüstensohn von hinten an und warf ihn zu Boden.

Diesmal schrammte der Mörder mit dem Gesicht über den Beton, und diesmal blieb er liegen, weil er wirklich bewusstlos geworden war. Travers zerrte ihn in die Höhe, und er schleppte ihn wie ein erbeutetes Wild zur Halle zurück. Nur einmal warf er einen Blick über seine Schulter zurück. Die Fenster an den Flughafengebäuden waren fast ausnahmslos von Jalousien verhängt, aber er wusste, dass er trotzdem nicht viel Zeit hatte, bis die Flughafenpolizei aufkreuzen würde.

Travers zerrte sein Opfer in die Halle und warf es dort auf den Boden. Der Kerl bewegte sich, dünne Lider flatterten. Travers bückte sich und stellte den Burschen auf die Füße. Bläuliche Lippen zuckten in einem braunen Gesicht, dann schlug der Araber die Augen auf.

Sofort machte sich wieder Panik in der mageren Gestalt breit.

Ein Fuß flog gegen Travers' Knie. Glücklicherweise trug der Bursche keine Schuhe, sondern nur dünne Sandalen. Travers nahm den Tritt und schlug den rechten Arm herab, mit dem der Mann Travers umklammern wollte. Travers rammte dem Mörder jetzt seine geballte Faust in den Leib und ließ die Gestalt gleichzeitig los.

Der Kerl riss den Mund auf. Lautlos japste er nach Luft. Er taumelte und lehnte sich dann mit dem Rücken gegen eins der Löschfahrzeuge. Die kleinen schwarzen Augen lagen angsterfüllt auf Travers.

Travers rieb die schmerzende Schulter. Kühl beobachtete er die Wirkung seines Schlages, er wartete, bis der Araber wieder Luft bekam.

Dann fragte er auf französisch: »Wo hast du das Gewehr versteckt?«

Der Bursche ließ einen Schwall arabischer Wörter los. Es war ein westarabischer Dialekt, den Travers nicht verstand.

»Sprich französisch!«, herrschte Travers den Kerl an. Er ballte erneut die Faust. »Wo ist das Gewehr?«

Der Bursche verstummte, sah Travers von unten herauf an. »Weiß nicht, was ...«

Travers ließ ihn nicht ausreden. Er schlug noch einmal zu. Er musste wissen, warum Kowalew sterben musste. Und vor allen Dingen brauchte er die Unterlagen, die sich in der schwarzen Kuriertasche befanden, die an Kowalews Handgelenk angeschlossen war.

Travers warf einen Blick zurück auf das sonnenüberflutete Vorfeld. Noch war kein Mensch zu sehen, der sich der Halle näherte. Doch das würde sich bald ändern.

Mit schmerzverzerrtem Gesicht richtete der Araber sich wieder auf. Travers ballte die Faust. Der Mann deutete auf eine Werkbank, wo mehrere Metallkästen lagen. Travers packte den Burschen am Oberarm und führte ihn zu dem Versteck.

Ohne ihn loszulassen, bedeutete er ihm, den Kasten herauszunehmen und zu öffnen.

Der Araber gehorchte. Er zitterte an allen Gliedern. Von ihm hatte Travers nichts mehr zu erwarten — außer vielleicht einen Messerstich zwischen den Rippen, wenn er nicht aufpasste.

Travers starrte auf die ölschimmernden Metallteile eines deutschen Präzisionsgewehrs mit Zielfernrohr. Auch der Schalldämpfer war vorhanden, ein stumpfschwarzer gedrungener Zylinder.

Travers zerrte den Meuchelmörder zurück. »Wer hat dich bezahlt?«, fragte er. »Los, antworte! Wer hat dich bezahlt?«

Der Mann winselte und wand sich unter Travers' Griff. Travers legte die Finger um den Hals des Burschen und grub die Spitzen tief in die Halsmuskeln.

»Wer hat dich bezahlt?», fragte er. Er hörte das Heulen einer Sirene in weiter Ferne. Der Jeep kehrte zurück, und mit ihm die Beamten, die wussten, dass sich hier irgendetwas abgespielt hatte. Sie würden alles absuchen. Er musste weg.

Er zwang den Mörder in die Knie. Er spürte, wie die Gestalt unter seiner Hand erschlaffte, aber er lockerte den quälenden Griff seiner Hand nicht. Er wusste genau, dass der Mann bei Bewusstsein bleiben würde.

Travers ließ nicht los. »Wo finde ich ihn?«

»Im Souk Sekkajine ... oh, Allah ...«

»Lass Allah aus dem Spiel!«, zischte Travers. Das Heulen der Sirene wurde lauter, schwoll an. Das waren mehr Fahrzeuge als nur der eine Jeep.

»Was ist das? Was ist der Souk Sekkajine?«

Der Kerl röchelte nur. Travers ließ den halb Bewusstlosen sinken.

Dann huschte er zum Tor. Der Jeep kam zurück. Die drei Sicherheitsbeamten saßen in dem Wagen. Niemand sonst. Nicht einmal Kowalews Leiche lag auf dem Ladebrett hinter der Rückbank. Am Verwaltungsgebäude fuhren zwei Polizeilimousinen auf. Sie blieben mit kreisenden Rotlichtern und heulenden Sirenen stehen. Der Jeep raste auf sie zu. Einer der Uniformierten sprang vom Jeep und nahm Haltung an.

Der Augenblick war günstig. Rapport, neue Befehle. Es musste immer noch Verwirrung herrschen, weil niemand wusste, was geschehen war.

Travers verließ den Schatten der Halle und ging über das Feld wie einer, der hierher gehörte.

Unbehelligt erreichte er die Vorderfront der Flughafenanlage, wo sein Mietwagen in der Sonne schmorte.

Travers steuerte den gemieteten Citroen durch den Parc du Belvedere, den flachen Hügel hinauf, auf dessen Kuppe sich das Hilton Hotel breitmachte. Travers übergab den Wagen einem Pagen, bedeutete dem Jungen, dass er ihn in wenigen Minuten wieder brauchen würde, und stürmte dann durch die Halle.

Er musste seine Waffe holen.

Und er musste wissen, wer oder was der Souk Sekkajine war.

Er musste Smith informieren. Smith musste mit den Russen sprechen. Etwas war schiefgelaufen, und er, Travers, hatte keine Ahnung, was überhaupt gespielt wurde. Es hatte etwas mit einem neuen arabisch-israelischen Krieg zu tun, das war alles, was Smith ihm angedeutet hatte. Kowalew hatte irgendwelche Beweise für irgendwelche finsteren Machenschaften bringen sollen. Niemand hatte an eine konkrete Gefahr geglaubt, schließlich befand sich der Außenminister wieder auf großer Tournee, der Präsident der Vereinigten Staaten traf sich in diesen Tagen mit dem ägyptischen Staatspräsidenten. Alles schien eitel Sonnenschein, der Frieden war doch zum Greifen nahe ...

Und doch wurde ein russischer Geheimdienstoffizier erschossen, als er irgendwelche Beweise einem Beauftragten der amerikanischen Regierung aushändigen sollte.

Travers brauchte seine Waffe.

Er sprang aus dem Aufzug und lief mit langen lautlosen Sätzen über den Flur. Den Schlüssel zu seinem Apartment hielt er bereits in der Hand. Er wollte ihn ins Schloss schieben, als er innehielt.

Sein Siegel war verletzt. Das Siegel, das er stets an einer Hotelzimmertür anbrachte, wenn er den Raum verließ. Entweder ein winziger Papierschnipsel, den er in den Spalt zwischen Tür und Rahmen klemmte und der herausfallen musste, wenn jemand das Zimmer betrat. Oder ein Haar, das er mit etwas Speichel über Tür und Rahmen klebte.

Diesmal war es ein Haar gewesen. Ein kurzes blondes Haar von seinem eigenen Schädel.

Lautlos schob Travers den Schlüssel ins Schloss. Ebenso lautlos drehte er ihn herum, und dann drückte er die Tür auf.

Da lag der Vorraum vor ihm. Die Tür zum Zimmer war angelehnt, so, wie er sie hinterlassen hatte. Natürlich konnte das Zimmermädchen da gewesen sein, das neue Handtücher gebracht oder nachgesehen hatte, ob der Zimmerkühlschrank noch gefüllt war.

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