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Krimi Doppelband #4: Nun rate mal, wer zum Killen kommt/ Im Zeichen der Fliege: Alfred Bekker präsentiert, #4

Krimi Doppelband #4: Nun rate mal, wer zum Killen kommt/ Im Zeichen der Fliege: Alfred Bekker präsentiert, #4

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Krimi Doppelband #4: Nun rate mal, wer zum Killen kommt/ Im Zeichen der Fliege: Alfred Bekker präsentiert, #4

Länge:
391 Seiten
3 Stunden
Freigegeben:
Apr 30, 2019
ISBN:
9781533792068
Format:
Buch

Beschreibung

Krimi Doppelband #4

von A. F. Morland & Henry Rohmer (ALFRED BEKKER)

Der Umfang dieses Buchs entspricht 247 Taschenbuchseiten.

Dieses Buch enthält folgende Krimis:

A.F. Morland: Nun rate mal, wer zum Killen kommt

Henry Rohmer (Alfred Bekker): Im Zeichen der Fliege

Zwei Kriminalromane der Sonderklasse: hart, überraschend und actionreich.

Als der Privatdetektiv Bount Reiniger seinen neuen Auftraggeber, den erfolgreichen Architekten Leslie Priestley, aufsucht, findet er diesen erschossen vor. Da Reiniger die Tat nicht verhindern konnte, fühlt er sich verpflichtet, wenigstens den Mörder zu finden. Alles weist auf einen Auftragskiller hin. Scheinbar hatte der millionenschwere Architekt keine Feinde, allerdings findet der clevere Schnüffler schnell heraus, dass in der Baubranche Korruption an der Tagesordnung ist und vor Erpressung und Mord nicht zurückgeschreckt wird. So nimmt Reiniger die Geschäftspartner Priesleys näher unter die Lupe. Das erweist sich als lebensgefährliches Unterfangen …

Henry Rohmer ist das Pseudonym des bekannten Fantasy- und Jugendbuchautors Alfred Bekker, der darüber hinaus an zahlreichen Spannungsserien wie Ren Dhark, Jerry Cotton, Cotton Reloaded, John Sinclair und Kommissar X mitschrieb.

Titelbild: Firuz Askin.

Freigegeben:
Apr 30, 2019
ISBN:
9781533792068
Format:
Buch

Über den Autor

Über Alfred Bekker: Wenn ein Junge den Namen „Der die Elben versteht“ (Alfred) erhält und in einem Jahr des Drachen (1964) an einem Sonntag geboren wird, ist sein Schicksal vorherbestimmt: Er muss Fantasy-Autor werden!  Dass er später ein bislang über 30 Bücher umfassendes Fantasy-Universum um  “Das Reich der Elben” schuf, erscheint da nur logisch. Alfred Bekker wurde am 27.9.1964 in Borghorst (heute Steinfurt) geboren und wuchs in den münsterländischen Gemeinden Ladbergen und Lengerich auf. Schon als Student veröffentlichte Bekker zahlreiche Romane und Kurzgeschichten und wurde Mitautor zugkräftiger Romanserien wie Kommissar X, Jerry Cotton, Rhen Dhark, Bad Earth und Sternenfaust und schrieb eine Reihe von Kriminalromanen.   Angeregt durch seine Tätigkeit als Lehrer wandte er sich schließlich auch dem Kinder- und Jugendbuch zu, wo er Buchserien wie 'Tatort Mittelalter', ‘Ragnar der Wikinger’,  'Da Vincis Fälle - die mysteriösen Abenteuer des jungen Leonardo’', 'Elbenkinder', 'Die wilden Orks', ‘Zwergenkinder’, ‘Elvany’, ‘Fußball-Internat’, ‘Mein Freund Tutenchamun’, ‘Drachenkinder’ und andere mehr  entwickelte. Seine Fantasy-Zyklen um 'Das Reich der Elben', die 'DrachenErde-Saga' ,die 'Gorian'-Trilogie, und die Halblinge-Trilogie machten ihn einem großen Publikum bekannt.  Alfred Bekker benutzte auch die Pseudonyme Neal Chadwick,  Henry Rohmer, Adrian Leschek, Brian Carisi, Leslie Garber, Robert Gruber, Chris Heller und Jack Raymond. Als Janet Farell verfasste er die meisten Romane der romantischen Gruselserie Jessica Bannister. Historische Romane schrieb er unter den Namen Jonas Herlin und Conny Walden.  Einige Gruselromane für Teenager verfasste er als John Devlin. Seine Romane erschienen u.a. bei Lyx, Blanvalet, BVK, Goldmann,, Schneiderbuch, Arena, dtv, Ueberreuter und Bastei Lübbe und wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt., darunter Englisch, Niederländisch, Dänisch, Türkisch, Indonesisch, Polnisch, Vietnamesisch, Finnisch, Bulgarisch und Polnisch.


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Krimi Doppelband #4 - Alfred Bekker

Krimi Doppelband #4: Nun rate mal, wer zum Killen kommt/ Im Zeichen der Fliege

Alfred Bekker präsentiert, Volume 4

Alfred Bekker and A. F. Morland

Published by Alfred Bekker präsentiert, 2019.

This is a work of fiction. Similarities to real people, places, or events are entirely coincidental.

KRIMI DOPPELBAND #4: NUN RATE MAL, WER ZUM KILLEN KOMMT/ IM ZEICHEN DER FLIEGE

First edition. April 30, 2019.

Copyright © 2019 Alfred Bekker and A. F. Morland.

ISBN: 978-1533792068

Written by Alfred Bekker and A. F. Morland.

Inhaltsverzeichnis

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Krimi Doppelband #4

Nun rate mal, wer zum Killen kommt

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Further Reading: 34 Alfred Bekker Kurz-Krimis: Sammelband

Also By Alfred Bekker

Also By A. F. Morland

About the Author

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Krimi Doppelband #4

von A. F. Morland & Henry Rohmer

Der Umfang dieses Buchs entspricht 247 Taschenbuchseiten.

Dieses Buch enthält folgende Krimis:

A.F. Morland: Nun rate mal, wer zum Killen kommt

Henry Rohmer (Alfred Bekker): Im Zeichen der Fliege

Zwei Kriminalromane der Sonderklasse: hart, überraschend und actionreich.

Henry Rohmer ist das Pseudonym des bekannten Fantasy- und Jugendbuchautors Alfred Bekker, der darüber hinaus an zahlreichen Spannungsserien wie Ren Dhark, Jerry Cotton, Cotton Reloaded, John Sinclair und Kommissar X mitschrieb.

Titelbild: Firuz Askin.

Nun rate mal, wer zum Killen kommt

von A. F. Morland

ALS DER PRIVATDETEKTIV Bount Reiniger seinen neuen Auftraggeber, den erfolgreichen Architekten Leslie Priestley, aufsucht, findet er diesen erschossen vor. Da Reiniger die Tat nicht verhindern konnte, fühlt er sich verpflichtet, wenigstens den Mörder zu finden. Alles weist auf einen Auftragskiller hin. Scheinbar hatte der millionenschwere Architekt keine Feinde, allerdings findet der clevere Schnüffler schnell heraus, dass in der Baubranche Korruption an der Tagesordnung ist und vor Erpressung und Mord nicht zurückgeschreckt wird. So nimmt Reiniger die Geschäftspartner Priesleys näher unter die Lupe. Das erweist sich als lebensgefährliches Unterfangen ...

Copyright

Ein CassiopeiaPress Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books und BEKKERpublishing sind Imprints von Alfred Bekker.

© by Author

© dieser Ausgabe 2016 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

Alle Rechte vorbehalten.

www.AlfredBekker.de

postmaster@alfredbekker.de

1

Der alte Portier mit den starken Brillengläsern vor den schwachen Augen erhob sich, um eine Runde zu machen. Das vielgeschossige Bürohaus war so gut wie leer. Die Angestellten waren zu ihren Familien nach Hause gefahren. Der Abend brach an. Als der Portier sich aus seiner Loge quetschte und einen breiten Korridor entlangtappte, versuchte ein Mann, der einen schwarzen Aktenkoffer trug, sich hinter ihm vorbeizustehlen. Sein Ziel war einer der Lifts. Es war purer Zufall, dass sich der Alte ausgerechnet in diesem Moment umwandte. Er sah den Mann, hob den Arm, ohne drohen zu wollen, und rief: „He! Sie da! Hier ist Feierabend. Wohin wollen Sie?" Der Ertappte blieb wie angewurzelt stehen. Dann wandte er sich langsam um und fixierte den Portier mit einem feindseligen Blick. Er setzte sich in Bewegung und kam mit schnellen Schritten auf den Alten zu.

Als er den Alten erreicht hatte, huschte ein Lächeln über sein Gesicht. Es sollte den Alten in Sicherheit wiegen.

„Schon Feierabend?", fragte der Mann mit belegter Stimme.

Dem Portier fiel das nicht auf. Er nickte und trat einen Schritt näher an den Mann heran, um ihn genauer mustern zu können.

In diesem Moment riss der Fremde den Aktenkoffer hoch und schlug ihn dem bestürzt die Arme hochreißenden Alten gegen die Schläfe. Der Portier verlor das Gleichgewicht und das Bewusstsein. Er stürzte nach hinten und fiel auf den blanken Kunststoffbelag.

Der Fremde sah sich hastig um. Auf dem Korridor war keine Menschenseele zu sehen. Der Mann packte die Beine des Bewusstlosen und schleppte ihn zu einer Treppe. Er zerrte den Alten nach unten, holte eine dünne Nylonschnur aus der Hosentasche und fesselte den Portier damit. Dann schob er ihm ein schmutziges Taschentuch zwischen die Zähne und band den Knebel mit der Krawatte des Alten fest.

Dann trat er an eine Tür mit der Aufschrift: UNBEFUGTEN IST DER ZUTRITT UNTERSAGT. Er holte einen Dietrich aus der Tasche, befasste sich eine halbe Minute mit dem Schloss, zog die Tür auf und schob den Bewusstlosen in den öligen Liftschacht hinein.

Wenige Augenblicke später schloss der Fremde die Tür wieder.

2

„Möchten Sie noch irgendetwas , Mr. Priestley?", fragte Eve Jorring zur halb geöffneten Tür herein.

Leslie Priestley, der Inhaber eines renommierten Architektenbüros, hob müde den Kopf.

„Ja, ich möchte etwas."

„Was, Mr. Priestley?"

„Dass Sie endlich nach Hause gehen, Eve. Ihr Freund schickt mir morgen einen Sprengstoffbrief, wenn Sie noch länger bleiben."

Eve Jorring trat ein. Sie zuckte die Achseln. „Mein Freund kann warten."

Priestleys Augen hellten sich um zwei Nuancen auf.

„Höre ich richtig, Eve? Hat es irgendetwas gegeben?"

Eve war eines jener netten Mädchen, die man nicht nur in New York mit der Lupe suchen musste. Sie war ein junges modernes Ding, das ihren Job ernst nahm, ohne darüber zu vergessen, dass es auch noch andere Dinge gab, die Spaß machten. Sie kleidete sich gern farbenfroh und hatte langes blondes Haar, das ihr hübsches Gesicht wie ein gelber Schal umrahmte. Ihre himmelblauen Augen waren ausdrucksvoll und ließen auf ein freundliches Wesen schließen.

Sie war jedoch ausschließlich dank ihrer Fähigkeiten und nicht dank ihrer Schönheit Priestleys Sekretärin geworden.

Sie trat zwei Schritte näher. Sie blickte auf den Schreibtisch und nicht in die Augen ihres Chefs, als sie sagte: „Er hat sich etwas geleistet ... Sie brach ab und schüttelte unwillig den Kopf. „Ich möchte nicht darüber reden, Mr. Priestley. Jedenfalls kann er heute warten.

„Bis er schwarz wird." Leslie Priestley lächelte.

„Wie bitte?"

„Er kann warten, bis er schwarz wird. So sagt man doch."

„Ja." Eve nickte grimmig. Ihre dunklen Augenbrauen zogen sich zusammen. Eine Falte kerbte sich über der Nasenwurzel in die Stirn.

Doch dann schüttelte sie den Kopf und sah Priestley besorgt an.

„Sie sehen müde aus, Mr. Priestley."

„Bin ich auch." Eves Chef nickte.

Er war fünfundfünfzig. Sein Gesicht war hager. Die Backenknochen versuchten, die glattrasierte Haut zu durchbohren. Seine Schläfen waren grau, ebenso der dezente Oberlippenbart. Bei seinem Einkommen konnte er es sich selbstverständlich leisten, beim ersten Schneider der Stadt arbeiten zu lassen.

„Soll ich Ihnen starken Kaffee machen, Mr. Priestley?", fragte Eve mit einem freundlichen Lächeln.

Priestley gab dieses Lächeln zurück.

„Ehrlich gesagt, ein ordentlicher Whisky wäre mir jetzt lieber."

Eve nickte und begab sich zur Bar, die in die holzgetäfelte Wand eingelassen war.

Sie nahm ein Glas heraus und stellte es auf das breite Pult.

„Sie trinken einen mit, Eve!", befahl Priestley.

„Aber ..."

„Keine Widerrede. Und anschließend gehen Sie nach Hause. Gehen Sie sofort ins Bett oder stellen Sie noch irgendetwas Verrücktes an. Auf jeden Fall möchte ich Sie morgen wieder ohne Sorgenfalten sehen."

„Ja, Mr. Priestley."

Eve stellte ein zweites Glas dazu und goss viel Whisky ein.

„Eis dazu?", fragte sie.

Priestley schüttelte den Kopf. „Davon wird der Whisky doch nur wässrig."

Eve brachte die Drinks zum Schreibtisch ihres Chefs. Sie stießen auf den nächsten Tag an. Priestley schüttete den Whisky so schnell hinunter, dass Eve ihn mit offenem Mund staunend ansah.

Priestley lachte.

„Runter mit dem Zeug, Eve."

Sie schloss die Augen und schluckte mehrmals, ehe sie das Quantum geschafft hatte.

„So ist es brav. Der Chef nickte wohlwollend. „Also dann - bis morgen, Eve.

Das Mädchen spürte, dass der Whisky ihren Magen wärmte und dass die Wärme sich über ihren ganzen Körper ausbreitete.

„Bis morgen, Mr. Priestley."

„Und immer fröhlich bleiben, sagte Leslie Priestley grinsend. „Das sagt mein kleiner Neffe immer. Hat er von Schweinchen Dick.

Eve lachte. Der Bann war gebrochen.

„Ich habe noch zwei Termine, sagte ihr Chef und unterdrückte nur mühsam ein herzhaftes Gähnen. „Dann ist auch für mich Feierabend. Eve verließ das Büro ihres Chefs. Sie griff nach ihrer Handtasche, die so lange Riemen hatte, dass man sich damit aufhängen konnte, und durchquerte den großen Zeichensaal, in dem tagsüber Priestleys Architekten an den großen Reißbrettern arbeiteten.

Sie verließ den Saal, holte einen Lift und trat in die Kabine.

Als sich ihre Aufzugtür schloss, öffnete sich die des Lifts daneben.

Ein Mann trat auf den Korridor. Er trug einen schwarzen Aktenkoffer.

3

Es klopfte an Priestleys Bürotür. „Herein!"

Die Tür öffnete sich. Ein lächelnder Mann trat ein.

„Da bin ich, Mr. Priestley."

Leslie Priestley musterte den Eintretenden kurz.

„Sie sind Ben Paddy, nicht wahr?"

„Der Mann nickte.

„Ganz recht, Sir."

Priestley machte eine einladende Geste mit der Hand und wies auf den Besuchersessel.

,„Kommen Sie näher, Mr. Paddy. Setzen Sie sich."

„Vielen Dank, Sir."

Priestley musterte den Mann. Er war fünfunddreißig. Vielleicht siebenunddreißig. Keinesfalls älter. Im Augenblick war er aufgeregt. Das hielt Priestley nicht für ein schlechtes Zeichen. Im Gegenteil. Paddy schien an einem guten Ausgang dieser Unterredung viel zu liegen. Deshalb die Nervosität.

Er setzte sich und stützte den schwarzen Aktenkoffer auf die Knie.

„Möchten Sie einen Drink?", fragte Priestley.

„Danke nein, Sir."

Leslie Priestley blickte seinem Gegenüber fest in die Augen.

„Trinken Sie niemals? Ich mag Leute nicht, die nichts trinken. Mit denen stimmt meistens irgendetwas nicht. Das soll jedoch nicht heißen, dass ich nur Alkoholiker beschäftige."

„In diesem Punkt kann ich Sie beruhigen, Mr. Priestley. Ich ..." Priestley winkte desinteressiert ab.

„Schön. Wir wollen uns damit nicht aufhalten, Mr. Paddy. Kommen wir gleich zur Sache."

„Wie Sie wünschen, Sir."

„Sie arbeiten zur Zeit bei Fidenco Spitz."

„Ja, Sir."

„Als technischer Zeichner?"

„Ja, Sir."

Priestley ließ seinen Blick über den schlanken Mann huschen. Ben Paddy hatte ein energisch vorgeschobenes Kinn und einen intelligenten Blick.

„Ich brauche einen tüchtigen Mann, den ich meinen Leuten vor die Nase setzen kann, sagte Priestley. „Ich bin Ihr Mann, Sir.

„Sie müssten den Leuten auf die Finger sehen und den Laden hier leiten, wenn ich nicht da bin. Selbstverständlich gilt das nur für die technischen Zeichner, die ich beschäftige. Meinen Architekten haben Sie keine Vorschriften zu machen."

„Ist mir vollkommen klar, Sir."

„Kein leichter Job, Mr. Paddy. Trauen Sie sich das zu?"

Ben Paddy strotzte vor Selbstvertrauen und Zuversicht.

„Natürlich, Mr. Priestley", sagte er im Brustton der Überzeugung.

„Gut. Priestley nickte zufrieden. „Ich zahle zwanzig Prozent mehr als Fidenco Spitz. Wir machen übermorgen einen Vertrag. Ein Monat Probezeit. Wenn Sie nichts taugen, fliegen Sie wieder raus.

„In Ordnung, sagte Ben Paddy. „Möchten Sie jetzt einen Drink?

„Das ist sehr freundlich von Ihnen, Mr. Priestley. Jetzt nehme ich gern einen."

„Dort ist die Bar. Ich nehme einen doppelten Bourbon ohne Eis."

Ben Paddy stellte seinen Aktenkoffer so vorsichtig ab, als bewahrte er darin eine kleine Kostbarkeit auf. Dann ging er zur Bar und machte die Drinks nach Priestleys Wunsch.

„Recht ungewöhnliche Zeit für eine Stellenbewerbung, wie?" Leslie Priestley lächelte.

„Will ich nicht unbedingt sagen, Sir. Man braucht sich nicht freizunehmen."

„Am Tag habe ich keine Zeit für diese Dinge, brummte Priestley und rieb sich die müden Augen. Dann strich er sich fast liebevoll über den gepflegten Oberlippenbart. „Am Tag ist hier die Hölle los, sage ich Ihnen. Sie werden es erleben. Er wies auf die vier Apparate, die auf seinem Tisch standen. „Diese verdammten Telefone läuten nahezu pausenlos. Dass ich noch nicht übergeschnappt bin, grenzt an ein Wunder."

Paddy brachte die Drinks.

Sie tranken.

„Sind Sie verheiratet, Mr. Paddy?"

„Nein, Sir."

Priestley lachte.

„Seien Sie froh. Wenn Sie klug sind, tun Sie es auch in Zukunft nicht. Sehen Sie mich an. Ich bin fünfundfünfzig und immer noch Junggeselle. Und ich muss sagen, ich fühle mich pudelwohl in meiner Haut."

Dann wurde Priestley wieder dienstlich.

„Können Sie mir vielleicht ein paar Referenzen vorlegen, Mr. Paddy?"

Ben Paddy nickte eifrig.

„Selbstverständlich, Sir."

„Na, dann lassen Sie mal sehen."

Paddys Finger zitterten leicht, als er die Chromverschlüsse seines schwarzen Aktenkoffers aufschnappen ließ.

Er griff hinein und brachte eine Pistole zum Vorschein, auf deren Lauf ein klobiger Schalldämpfer aufgeschraubt war.

Leslie Priestley wurde weiß wie Käse. Seine Augen weiteten sich. Er starrte gebannt auf die pechschwarze Mündung, die genau auf seinen Kopf wies.

Ben Paddy erhob sich. Unter seiner Nase bildeten sich kleine Schweißtropfen. Er war ebenso aufgeregt wie Priestley.

„Was soll denn das heißen, Paddy?", presste Leslie Priestley hervor.

Ben Paddy krümmte den Finger. Der Schalldämpfer leistete gute Arbeit. Der Schuss war kaum zu hören.

Der hochschnellende Priestley wurde von der Kugel zurückgerissen. Seine Arme flogen nach hinten und baumelten dann zu beiden Seiten des Sessels schlaff herab.

4

Eve Jorring saß in ihrem kaffeebraunen Mini Cooper und drehte den Zündschlüssel um. Der Motor sprang an. Eve drückte das Gaspedal mehrmals energisch durch und legte gleichzeitig den ersten Gang ein.

Da fiel ihr ein, dass sie etwas Wichtiges vergessen hatte. In der Stadt wurden vom Gesundheitsamt Reihenuntersuchungen durchgeführt. Sie hatte sich angemeldet und für morgen früh einen Termin erhalten.

Sie hatte Priestley sagen wollen, dass sie morgen später kommen würde, hatte es aber dann vergessen.

Seufzend stellte sie den Motor ab.

Sie musste noch einmal zurück.

Sie schlug die Tür zu. Das blecherne Scheppern erinnerte sie daran, dass sie den Mini demnächst zur Werkstatt bringen musste.

Eve ging zu den Lifts. Die Kabine war noch da. Sie fuhr wieder nach oben.

Mit schnellen Schritten eilte sie durch den Zeichensaal. Sie klopfte an die Tür, wartete aber nicht darauf, dass Mr. Priestley sie zum Eintreten aufforderte, sondern öffnete gleich die Tür.

Ein erschreckender Anblick bot sich ihr.

Sie sah einen Mann, der eine Pistole in der Hand hielt. Und sie sah Mr. Priestley. Er lag schräg in seinem Sessel und hatte ein Loch in der Stirn.

Als Eve erkannte, dass ihr Chef tot war, wollte sie herumfahren und davonlaufen. Doch der Mann, der diesen furchtbaren Mord begangen hatte, reagierte schneller als sie.

Der Unbekannte schnellte auf sie zu. Sein starker Arm packte sie brutal und schob sie in Priestleys Büro.

Eve stieß einen gellenden Schrei aus. Dann flog die Tür, der der Killer einen kräftigen Tritt versetzt hatte, hinter ihr zu.

EVE JORRINGS SCHREI gellte durch den leeren Zeichensaal bis auf den Korridor. Direkt an Bount Reinigers Ohr, der in diesem Moment aus dem Lift trat.

Bounts Nackenhaare sträubten sich. Seine Hand fuhr mit einer Reflexbewegung ins Jackett. Als sie wieder zum Vorschein kam, umschlossen die Finger den dunklen Griff der Automatic.

Bount öffnete die gegenüberliegende Tür.

Vor ihm lag ein Saal, angefüllt mit Zeichenbrettern.

Er hörte ein Keuchen und Stöhnen und setzte sich sofort in Bewegung. Als er mitten im Saal war, wurde die Tür von Priestleys Büro aufgerissen. Bount duckte sich blitzschnell. Er sah ein Mädchen, das verzweifelt versuchte, sich aus der Umklammerung eines Mannes zu lösen.

Im selben Moment entdeckte der Killer Bount Reiniger. Paddy fackelte nicht lange. Er riss seine Pistole hoch und feuerte auf Bount.

Reiniger brachte sich mit einem Satz vor der Kugel in Sicherheit. Er stieß dabei mit der Hüfte gegen einen Zeichentisch.

Ein stechender Schmerz durchfuhr ihn.

Hartholz, dachte er. Dann erwiderte er das Feuer.

Eve schrie kreischend um Hilfe. Der Verbrecher hatte ihr seinen Unterarm um die Kehle gelegt und hielt sie als Kugelfang vor sich. Schritt um Schritt schleppte er sie mit sich zurück.

Wieder versetzte Paddy der Tür einen Tritt. Wieder fiel sie zu.

Jetzt begann Bount Reiniger zwischen den Zeichentischreihen hindurchzurennen.

An der Tür blieb er kurz stehen, um zu lauschen. Dann griff er nach der Klinke und warf die Tür blitzschnell zur Seite. Er selbst blieb neben dem Türstock stehen.

Er hörte, wie eine andere Tür aufgerissen wurde. Der Killer zog sich mit dem heulenden Mädchen zurück und sprang geduckt in den vor ihm liegenden Raum.

Er schoss sofort wieder.

Bount ließ sich fallen und suchte hinter Priestleys klobigem Schreibtisch Schutz.

Paddy hatte durch die andere Tür inzwischen den Korridor erreicht.

Bount kam vorsichtig auf die Beine.

Leslie Priestley war kein schöner Anblick. Bount erkannte sofort, dass dem Mann nicht mehr zu helfen war. Ihm blieb nur noch eines: Er konnte den Mann, der für diesen Mord verantwortlich war, zur Rechenschaft ziehen.

Mit weiten Sätzen lief Reiniger auf die offen stehende Tür zu. Der Killer schleppte das Mädchen durch den langen Korridor und hielt Bount mit gezielten Schüssen auf Distanz.

Paddy erreichte eine Treppe.

„Wir gehen da hinauf!", zischte er dem schlotternden Mädchen ins Ohr.

Er schleppte sie mit sich. Eve hatte schreckliche Angst. Wenn sie fiel, würde sie der Mann erschießen. Und es war nicht leicht, das zu verhindern, da sie rückwärts die Treppen hinaufsteigen musste.

„Komm schon!, knurrte Paddy nervös. „Mach schon!

Eve weinte vor Verzweiflung.

„Lass dich nicht so ziehen, verdammt noch mal!", zischte Paddy ungehalten.

Sie eilten die Treppe hinauf.

Bount schlich hinter ihnen her. Er hörte das Mädchen schluchzen, hörte die Schritte der beiden und sah auch ihre Schatten. Er fragte sich, was der Killer vorhatte.

Das Gebäude hatte dreißig Stockwerke. Der Mörder befand sich mit seiner Geisel im letzten Stock. Darüber war nur noch das Flachdach.

Das war Paddys Ziel.

Bount hörte die Eisentür in den Angeln quietschen. Dann verstummten die hallenden Schritte. Die beiden hatten also das Flachdach erreicht.

Bount Reiniger nahm zwei Stufen auf einmal, um schneller oben zu sein. Wenige Augenblicke später hatte er die Eisentür erreicht.

Vor ihm lag das Flachdach, auf dem ein Wald von Schornsteinen stand.

Hinter einem von ihnen verbarg sich der Killer. Hinter welchem?

Bount sprang geduckt nach draußen. Er rollte sich über die Schulter ab, kam wieder auf die Beine und ging hinter einem breiten Schornstein in Deckung.

Ein Schuss riss ein hässliches Loch in die Teerschicht, wo Bount eben noch gewesen war.

Auf dem breiten Dach herrschte Dunkelheit. Sie wurde von einer gegenüberliegenden zuckenden Lichtreklame in Abständen von zehn Sekunden unterbrochen.

Gleich nachdem der Killer auf Bount geschossen hatte, wechselte er seine Position.

In diesem Moment flammte drüben die Lichtreklame auf: „Knabbergebäck von Juppy Steeler ist das Beste."

Ben Paddy stand im taghellen Schein der Reklameschrift. Er wollte mit dem Mädchen blitzschnell hinter dem nächsten Schornstein verschwinden.

Da strauchelte Eve. Sie fiel zu Boden, ehe Paddy es verhindern konnte.

Bount nützte diese einmalige Gelegenheit. Seine Automatic und die Pistole des Killers spuckten ihre Feuerzungen gleichzeitig aus.

Während Paddys Kugel lediglich ein hässliches Loch in den dunklen Backstein riss, traf Bounts Kugel in die Brust des Killers.

Paddy stieß einen jaulenden Schrei aus. Seine Arme flogen hoch, als er nach hinten gerissen wurde. Seine Pistole entglitt seinen kraftlos gewordenen Fingern und fiel in die tiefe Straßenschlucht hinunter.

Paddy fiel mit der Schulter auf das Dach und blieb jammernd liegen.

Eve Jorring rappelte sich schluchzend auf. Mit so viel Glück hatte sie nicht gerechnet. Sie rannte auf Bount zu und warf sich weinend an seine Brust.

BOUNT VERSUCHTE, DAS zitternde Mädchen zu beruhigen. Er strich ihr mehrmals über das glatte Haar.

„Es ist ja vorbei, sagte er eindringlich. „Sie haben nichts mehr zu befürchten.

Eve wischte sich schluchzend über die rotgeweinten Augen.

„Entschuldigen Sie, keuchte sie und leckte sich über die blassen Lippen. „Ich dachte, er würde mich umbringen.

„Alles in Ordnung, Miss?"

Eve nickte.

„Ja. Es geht schon wieder."

„Ich bin Bount Reiniger. Privatdetektiv."

„Eve Jorring, sagte das zitternde Mädchen, während sie benommen nach dem Killer schielte. „Ich bin ... ich war Mr. Priestleys Sekretärin. Sie wies auf den stöhnenden Verbrecher. „Dieser Mann hat ihn erschossen,

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