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Krimi Doppelband #7: Feierabend für Miss Peal/ Schweigen ist Silber, Rache ist Gold: Alfred Bekker präsentiert, #7

Krimi Doppelband #7: Feierabend für Miss Peal/ Schweigen ist Silber, Rache ist Gold: Alfred Bekker präsentiert, #7

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Krimi Doppelband #7: Feierabend für Miss Peal/ Schweigen ist Silber, Rache ist Gold: Alfred Bekker präsentiert, #7

Länge:
405 Seiten
4 Stunden
Freigegeben:
Jun 24, 2019
ISBN:
9781533755254
Format:
Buch

Beschreibung

Krimi Doppelband #7

von A. F. Morland & Alfred Bekker (Henry Rohmer)


 

Der Umfang dieses Buchs entspricht 270 Taschenbuchseiten.


 

Dieses Buch enthält folgende Krimis:

A.F. Morland: Feierabend für Miss Peal

Henry Rohmer (Alfred Bekker): Schweigen ist Silber, Rache ist Gold


 

Zwei Kriminalromane der Sonderklasse: hart, überraschend und actionreich.


 

Henry Rohmer ist das Pseudonym des bekannten Fantasy- und Jugendbuchautors Alfred Bekker, der darüber hinaus an zahlreichen Spannungsserien wie Ren Dhark, Jerry Cotton, Cotton Reloaded, John Sinclair und Kommissar X mitschrieb.


 

Titelbild: Firuz Askin.

Freigegeben:
Jun 24, 2019
ISBN:
9781533755254
Format:
Buch

Über den Autor

Über Alfred Bekker: Wenn ein Junge den Namen „Der die Elben versteht“ (Alfred) erhält und in einem Jahr des Drachen (1964) an einem Sonntag geboren wird, ist sein Schicksal vorherbestimmt: Er muss Fantasy-Autor werden!  Dass er später ein bislang über 30 Bücher umfassendes Fantasy-Universum um  “Das Reich der Elben” schuf, erscheint da nur logisch. Alfred Bekker wurde am 27.9.1964 in Borghorst (heute Steinfurt) geboren und wuchs in den münsterländischen Gemeinden Ladbergen und Lengerich auf. Schon als Student veröffentlichte Bekker zahlreiche Romane und Kurzgeschichten und wurde Mitautor zugkräftiger Romanserien wie Kommissar X, Jerry Cotton, Rhen Dhark, Bad Earth und Sternenfaust und schrieb eine Reihe von Kriminalromanen.   Angeregt durch seine Tätigkeit als Lehrer wandte er sich schließlich auch dem Kinder- und Jugendbuch zu, wo er Buchserien wie 'Tatort Mittelalter', ‘Ragnar der Wikinger’,  'Da Vincis Fälle - die mysteriösen Abenteuer des jungen Leonardo’', 'Elbenkinder', 'Die wilden Orks', ‘Zwergenkinder’, ‘Elvany’, ‘Fußball-Internat’, ‘Mein Freund Tutenchamun’, ‘Drachenkinder’ und andere mehr  entwickelte. Seine Fantasy-Zyklen um 'Das Reich der Elben', die 'DrachenErde-Saga' ,die 'Gorian'-Trilogie, und die Halblinge-Trilogie machten ihn einem großen Publikum bekannt.  Alfred Bekker benutzte auch die Pseudonyme Neal Chadwick,  Henry Rohmer, Adrian Leschek, Brian Carisi, Leslie Garber, Robert Gruber, Chris Heller und Jack Raymond. Als Janet Farell verfasste er die meisten Romane der romantischen Gruselserie Jessica Bannister. Historische Romane schrieb er unter den Namen Jonas Herlin und Conny Walden.  Einige Gruselromane für Teenager verfasste er als John Devlin. Seine Romane erschienen u.a. bei Lyx, Blanvalet, BVK, Goldmann,, Schneiderbuch, Arena, dtv, Ueberreuter und Bastei Lübbe und wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt., darunter Englisch, Niederländisch, Dänisch, Türkisch, Indonesisch, Polnisch, Vietnamesisch, Finnisch, Bulgarisch und Polnisch.


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Krimi Doppelband #7 - Alfred Bekker

Krimi Doppelband #7: Feierabend für Miss Peal/ Schweigen ist Silber, Rache ist Gold

Alfred Bekker präsentiert, Volume 7

Alfred Bekker et al.

Published by Alfred Bekker präsentiert, 2019.

This is a work of fiction. Similarities to real people, places, or events are entirely coincidental.

KRIMI DOPPELBAND #7: FEIERABEND FÜR MISS PEAL/ SCHWEIGEN IST SILBER, RACHE IST GOLD

First edition. June 24, 2019.

Copyright © 2019 Alfred Bekker et al..

ISBN: 978-1533755254

Written by Alfred Bekker et al..

Inhaltsverzeichnis

Title Page

Copyright Page

Krimi Doppelband #7 | von A. F. Morland & Henry Rohmer

FEIERABEND FÜR MISS PEAL

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Schweigen ist Silber, Rache ist Gold

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About the Author

About the Publisher

Krimi Doppelband #7

von A. F. Morland & Henry Rohmer

Der Umfang dieses Buchs entspricht 270 Taschenbuchseiten.

Dieses Buch enthält folgende Krimis:

A.F. Morland: Feierabend für Miss Peal

Henry Rohmer (Alfred Bekker): Schweigen ist Silber, Rache ist Gold

Zwei Kriminalromane der Sonderklasse: hart, überraschend und actionreich.

Henry Rohmer ist das Pseudonym des bekannten Fantasy- und Jugendbuchautors Alfred Bekker, der darüber hinaus an zahlreichen Spannungsserien wie Ren Dhark, Jerry Cotton, Cotton Reloaded, John Sinclair und Kommissar X mitschrieb.

Titelbild: Firuz Askin.

FEIERABEND FÜR MISS PEAL

Inspector Ferguson ermittelt - Fall 1

von A. F. Morland

Der Umfang dieses Buchs entspricht 131 Taschenbuchseiten.

Zwei israelische Agenten werden ermordet aufgefunden. Schnell ist klar, dass die Tat mit einem geplanten Terroranschlag in London zusammenhängt. Auch die Entführung eines Scotland Yard Beamten ist Teil eines ausgeklügelten Plans, die britische Regierung zu erpressen. Inspector  Ferguson vom Sonderdezernat IV und sein Team übernehmen den Fall. Können sie den Plan der Terroristen noch verhindern?

Copyright

Ein CassiopeiaPress Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books und BEKKERpublishing sind Imprints von Alfred Bekker.

© by Author

© dieser Ausgabe 2016 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

Alle Rechte vorbehalten.

www.AlfredBekker.de

postmaster@alfredbekker.de

1

Der anthrazitfarbene Rover hielt an der mannshohen Backsteinmauer, die das weitflächige Grundstück einfriedete.

Der Mann neben dem Fahrer, ein Kerl mit einem unendlich wehmütigen Blick, wandte sich um und schielte den Burschen im Fond an.

»Wir sind da.«

»Das sehe ich«, knurrte der Mann im Fond. Es war nicht gerade eine Leidenschaft von ihm, freundlich zu sein.

»Seid ihr bereit?«, fragte der Mann neben dem Fahrer.

Die beiden anderen nickten.

»Dann setzt mal schön eure Masken auf die Eierköpfe.« Der Beifahrer grinste und machte es seinen Komplicen mit einer raschen Bewegung vor.

Als sie alle drei maskiert waren, nickte der Mann zufrieden, schaute kurz die Straße hinauf und hinunter, öffnete dann den Wagenschlag und sagte: »Jetzt auf zum großen Happening! Man erwartet uns sicher schon mit einiger Sehnsucht.«

Die Männer überkletterten die Mauer, schlichen vorsichtig durch eine breite Buschreihe, wobei sie sich bemühten, so leise wie möglich zu sein, und erreichten, nachdem sie einen schmalen Rasenstreifen laufend überquert hatten, das im Tudor-Stil erbaute Haus, dem ihr Besuch galt.

Einer von ihnen verschaffte sich mit einem Dietrich Einlass. Die anderen folgten ihm, durchschlichen eine breite Halle und erreichten eine hohe Mahagonitür, hinter der das Geklapper einer Schreibmaschine zu hören war.

Der Anführer der Maskierten nickte den beiden Komplicen kurz zu. Dann trat er als Erster an die Tür, um sie zu öffnen. In diesem Moment schlug drinnen das Telefon mit einem schrillen Laut an. Die nach der Türklinke ausgestreckte Hand zuckte augenblicklich zurück. Die Maskierten warteten ab, während sie mit angehaltenem Atem lauschten.

»... tut mir leid«, sagte eine samtweiche Mädchenstimme hinter der Tür. »Mr. Neves ist nicht da.«

Die Maskierten sahen sich verdutzt an.

Einer murrte sauer: »Verdammt! Es kann aber auch gar nichts glattgehen.« Er wandte sich an ihren Anführer: »Du hast doch gesagt, dass sie alle beide da sein werden.«

Der Angesprochene schüttelte grimmig den Kopf und winkte wütend ab, während er zischte: »Ach, halt’s Maul! Soll ich Neves jetzt vielleicht aus dem Ärmel schütteln?«

„... Mr. Neves befindet sich im Augenblick in seinem Klub«, sagte die Sekretärin und verriet damit den Maskierten ungewollt, was sie wissen wollten. »Er wird Sie zurückrufen«, versprach das Mädchen.

Dann hörten die Männer, wie der Telefonhörer auf die Gabel klapperte.

Sie handelten.

Blitzschnell traten sie ein. Jeder hatte eine Pistole in der Faust. Mit wenigen Schritten waren sie bei dem Mädchen, das erschrocken und verdattert den Kopf gehoben hatte und die Eintretenden verwirrt anstarrte.

»Feierabend, Miss Peal!«, sagte der Chef der Maskierten.

Miss Peal reagierte instinktiv. Ihre Hand schnellte zur obersten, halb offenstehenden Schreibtischlade.

Sie griff nach dem kleinen Browning, der darin lag.

Doch die Banditen ließen ihr nicht die Zeit, die Waffe aus der Lade zu reißen.

Die drei Pistolen traten gleichzeitig in Aktion. Drei grelle Flammenzungen jagten Alice Peal sengend heiß entgegen ...

2

Peter Neves legte mit einem verlegenen Lächeln die Spielkarten weg.

»Tut mir leid, meine Herren«, sagte er in die Runde. »Ich bin heute in einer miserablen Verfassung. Es wäre wohl besser gewesen, an so einem Tag die Karten nicht anzurühren.«

Neves trug einen schlichten, eleganten Modellanzug. Er war hochgewachsen, hatte dunkles, gewelltes Haar und machte den Eindruck eines stets hungrigen Frauenfressers.

Die drei Männer, die mit ihm am Spieltisch im Klub saßen, entschuldigten seine Unpässlichkeit mit einem gütigen Lächeln.

Einer von ihnen sagte dann mit einem sehr breiten und sehr verständnisvollen Grinsen: »Sie sind mit Ihren Gedanken wahrscheinlich bei einem sehr hübschen, sehr willigen Mädchen, Mr. Neves.«

Die anderen lachten scheppernd.

Auch der Kiebitz lachte. Er stand schon eine Weile hinter Neves und war mit absolut gar nichts einverstanden, was Neves gemacht hatte.

»Mit einem solchen Mädchen können wir drei selbstverständlich nicht konkurrieren«, bemerkte der grauhaarige Mann, der Neves gegenübersaß.

»Wenn Sie wollen, springe ich gerne für Sie ein, Mr. Neves«, machte sich der Kiebitz erbötig.

Neves nahm dieses Angebot sofort an. »Gut. Das wäre wirklich sehr nett von Ihnen.«

Er erhob sich schnell.

Der andere nahm Platz und griff ausgehungert nach den Spielkarten. Seine entschlossene Miene vermittelte den Eindruck, als wollte er den Spielpartnern nun die Knöpfe von ihren Hosen abgewinnen.

»Es war mir trotz allem ein Vergnügen, Gentlemen«, sagte Peter Neves.

Die Runde nahm diese Versicherung wohlwollend zur Kenntnis.

Neves ging.

Er verließ den Spielraum und begab sich in die geräumige, getäfelte Halle, um zu telefonieren. Er rief zu Hause an.

Niemand meldete sich. Das beunruhigte ihn.

Er hängte ein, nahm den Hörer nach einer halben Minute noch einmal zur Hand und wählte erneut jene Nummer, die er sogar im tiefsten Schlaf hätte von hinten nach vorn abratschen können.

Wieder dasselbe. Alice Peal meldete sich nicht.

Peter Neves schöpfte sofort Verdacht. Er durchlief die Halle und strebte dem Ausgang zu. Er musste zu Hause unbedingt nach dem Rechten sehen.

»Sie wollen uns schon wieder verlassen, Mr. Neves?«, fragte ein dicker Mann, dessen Gesicht wie eine Speckschwarte glänzte. Er war der Sekretär dieses Klubs.

»Ja. Eine wichtige Verabredung«, erwiderte Neves hastig. »Ich hätte sie beinahe vergessen. An manchen Tagen habe ich ein Hirn wie ein Sieb.«

Der Dicke lachte so herzlich, dass ihm der schwere Bauch beinahe aus der Hose gesprungen wäre.

»So geht es uns doch irgendwann mal allen, Mr. Neves.«

Der murmelte einen flüchtigen Gruß und stürmte aus dem Haus.

Wenige Augenblicke später saß er in seinem Wagen und fuhr mit überhöhter Geschwindigkeit nach Hause. Er achtete weder auf Verkehrszeichen noch auf Geschwindigkeitsbeschränkungen.

Zu Hause war etwas schiefgelaufen.

Er spürte das. Es hatte sicherlich etwas Schlimmes zu bedeuten, dass Miss Peal, seine Sekretärin, nicht abgehoben hatte.

Sein Wagen fegte über die gewundene Auffahrt hinauf.

Gleich darauf knirschten die gebremsten Pneus. Neves sprang aus dem Fahrzeug, knallte den Wagenschlag kräftig zu und lief zum Hauseingang.

Zwei Sekunden danach eilte er schon durch die Halle.

»Alice!«, rief er.

Sein Ruf geisterte durch das Gebäude und kam als gespenstisch zitterndes Echo zu ihm zurück.

»Alice?«

Er lief zu jener Tür, hinter der Miss Peals Arbeitszimmer lag. Er stieß sie auf und stürmte in den Raum.

Plötzlich blieb er wie angewurzelt stehen.

Seine Stirn hatte sich mit einem glänzenden Schweißfilm überzogen. Seine Augen weiteten sich nun entsetzt.

»Alice!«, entfuhr es ihm ungläubig.

Miss Peal lag neben ihrem Schreibtisch auf dem Teppichboden. Sie lag auf dem Bauch, das bleiche Gesicht mit den gebrochenen Augen zur Seite gewandt. Unter ihrem jungen Körper glänzte eine dunkelrote Blutlache.

Peter Neves eilte zu dem Mädchen.

Er ging neben der Toten in die Hocke, fasste nach ihrem Handgelenk  und musste feststellen, dass er für dieses Mädchen nichts mehr tun konnte.

Erschüttert schüttelte er den Kopf.

Da gefror ihm plötzlich das Blut in den Adern, als jemand hinter ihm mit höhnischer Stimme sagte: »Ja ja, die arme Miss Peal. Als Verkäuferin in einem Eisgeschäft wäre ihr ein so tragisches Ende erspart geblieben.«

Peter Neves richtete sich steif wie eine Gliederpuppe auf. Sein Gesicht war bleich wie kaltes Hammelfett.

Wie eine Figur von der Fadenbühne wandte er sich um.

Er wusste, was jetzt kommen würde. Er sah die sechs Augen, die ihn aus den Masken fanatisch glühend anstarrten. Er sah die drei Pistolen, die schon Miss Peal zu einem schrecklichen Ende verholfen hatten.

Sie würden erneut losbellen. Und dann war die Reihe an ihm, das Zeitliche zu segnen.

Der Anführer der Maskierten lachte frostig.

»Spätestens jetzt müssten Sie erkennen, dass Sie auf der falschen Seite stehen, Neves.«

Die Lippen des Mannes bebten vor Aufregung. Eine grenzenlose Wut ließ seine Augen zu schmalen Schlitzen werden.

»Ihr werdet es nicht wagen, mich umzubringen!«, keuchte er mit gefletschten Zähnen.

Der Boss der Maskierten schüttelte langsam den Kopf.

»Das ist keine Frage des Mutes, sondern eine Frage der Notwendigkeit, Neves. Wir müssen es tun. Sie wissen, dass wir das nicht als Mord ansehen. Wir sind im Krieg. Im Krieg gibt es keinen Mord. Ich gebe zu, es ist ein schmutziger Krieg, trotzdem können wir nicht umhin, ihn zu führen. Wir haben keine andere Wahl. Die Welt muss auf uns aufmerksam werden, immer wieder. Wir müssen sie wachrütteln und wachhalten. Die Welt muss wissen, dass sie mit uns zu rechnen hat. Wir haben eine Menge Forderungen zu stellen. Und wir verlangen, dass man diese Forderungen akzeptiert. Aus diesem Grund ...«

Das Telefon schlug an.

Peter Neves zuckte nervös zusammen.

Blitzschnell kam ihm eine Idee. Er kreiselte herum und stürzte sich auf den Apparat. Mit beiden Händen wollte er nach dem Hörer fassen.

Da spuckten die Pistolen der Banditen Feuer. Neves stieß einen langgezogenen, gurgelnden Schrei aus. Die drei Kugeln warfen ihn am Schreibtisch vorbei und dahinter zu Boden.

Das Telefon klingelte weiter.

Peter Neves war jedoch nicht mehr in der Lage, abzuheben.

3

Bill McKay kam von Zimmer Nummer 112 in Zimmer Nummer 111 gestampft.

Einen Augenblick dachte Detective Inspector Rod Ferguson, ein schweres Erdbeben würde New Scotland Yard erschüttern. Ein Beben, dessen Epizentrum in Zimmer Nummer 112 lag und sich nun nach Nummer 111 verlagerte.

Doch sobald der Sergeant mit dem Stangenkaktuskörper zum Stillstand gekommen war, war auch das Beben verschwunden.

Bill zauberte eines von seinen besten Lächeln auf sein Pferdegesicht. Das bedeutete, dass er entweder etwas wollte oder irgendeinen Schelmenstreich im Schilde führte.

In der handkoffergroßen Rechten hielt er einen verschwindend kleinen weißen Zettel.

»Hättest du Zeit für einen armen Irren, Rod?«, fragte er beinahe flehend. Seine wasserhellen Augen waren in diesem Moment fähig, einen Stein zu Tränen zu rühren. »Nur zwei Minuten, ja?«

Rod Ferguson lehnte sich zurück, grinste den langen Sergeant freundlich an und fragte:

»Was liegt denn an, Bill - außer den Ohren?«

Bill kam zwei Schritte näher.

»Ich möchte dir rasch ein paar Zeilen vortragen. Sie sind mir so aus dem Blitzblauen zugeflogen. Und da du in deiner kärglichen Freizeit ab und zu Gedichte schreibst, die immerhin auch gedruckt werden und nicht bloß unbeachtet aufs stille Örtchen wandern, dachte ich mir, ich hole gleich mal das Urteil eines richtigen Fachmannes ein.«

Rod zeigte amüsiert die Zähne.

»Dein Vertrauen macht mich ganz verlegen, Bill. Wenn ich dich eben richtig verstanden habe, willst du mir auf dem Gebiete der Dichtkunst Konkurrenz machen.«

»Geschwollen ausgedrückt - ja.« Der Sergeant nickte. »Hör zu:

Ei, der Gesunde hüpft und lacht,

Dem Wunden ist’s vergällt.

Der eine schläft, der andre wacht,

Das ist der Lauf der Welt.

Na, wie findest du das, Rod?«

Ferguson ließ in seinen Zügen den Ausdruck des Fachmanns spiegeln. »Einmalig«, seufzte er.

»Nicht wahr?« Horseface Bill griente.

»Hervorragend!«

Bill McKay rieb sich geschmeichelt die mächtigen Pranken.

»Bei aller Bescheidenheit«, sagte er, »das ist auch meine Meinung.«

»Ausgezeichnet!«, lobte sein Freund und Kollege die vier Zeilen über den grünen Klee.

Bills Augen strahlten. »Ich weiß dein Urteil natürlich sehr zu schätzen, Rod.«

»Das Ganze hat nur einen einzigen Haken«, bekam Bill zur Antwort.

Der Lange mimte den Überraschten.

»Haken? Es hat einen Haken? Was für einen Haken denn?«

»Es ist nicht von dir, Bill.«

»Nicht von mir? Aber es ist mir doch eben erst zugeflogen.«

»Aus dem Blitzblauen - ich weiß. Wo warst du gestern Abend, Bill?«

Er zuckte die Achseln. »Im >Old Vic<. Warum?«

»Man hat »Hamlet« gespielt, nicht wahr?«

»Allerdings. Aber was hat das mit meinen vier Zeilen zu tun, Rod?«

»Vater Shakespeare lässt seinen Hamlet im dritten Aufzug, zweite Szene, sagen: >Ei, der Gesunde hüpft und lacht< ...«

Bills Augen wurden groß wie Tennisbälle.

»Ach, deshalb war mir irgendwie, als hätte ich diese Worte schon irgendwann mal gehört.«

Er grinste spitzbübisch.

Und Rod Ferguson wusste, dass der lange Schelm nichts anderes im Sinn gehabt hatte, als ihn mal wegen seines Steckenpferds gehörig auf den Arm zu nehmen.

Das Grinsen wich auch dann noch nicht aus McKays Gesicht, als das Telefon auf Fergusons Schreibtisch verrückt spielte.

Der Inspector meldete sich lustlos. Doch gleich darauf wurde seine Miene sachlich, ernst und hart.

Als er den Hörer auf die Gabel zurückgelegt hatte, erhob er sich und sagte:

»Auf lasst uns brechen!«

»Wo soll’s denn hingehen, edler Meister?«, erkundigte sich McKay neugierig.

»Chief Superintendent Sir Archibald Stonewell hat wieder mal Sehnsucht nach uns beiden.«

Bill lächelte milde. »Dem Manne kann geholfen werden.«

Daraufhin setzte sich die »Firma« Ferguson & McKay in Bewegung.

Sir Archibald Stonewell, der ranghöchste Beamte von New Scotland Yard, empfing die beiden Detectives mit besorgtem Gesicht.

Stonewell war ein älterer Herr, kahlhäuptig und mit gepflegtem Schnauzbart.

Als sich Ferguson und McKay ihm näherten, raunte Bill seinem Freund leise zu: »Ich weiß, was wir ihm dieses Jahr zu Weihnachten schenken können: Gallenpillen!«

Sir Archibald Stonewell begrüßte die Beamten mit sorgenvoller Miene und sagte dann:

»Bitte setzen Sie sich, meine Herren!«

Bill bemerkte nicht, dass er wieder einmal kräftig aus dem Rahmen kippte, als er sich auf den ledergepolsterten Sessel fallen ließ, die Beine leger übereinander schlug und mit der Stimme des Weltmannes tönte:

»Herrlicher Tag heute, Sir.«

»Es wird Regen geben«, knurrte Stonewell.

Der Lange nickte unbekümmert.

»Eben! Herrlicher Tag.«

Stonewell blickte seinen Sergeant irritiert an. Dann sagte er:

»Ich will Ihre kostbare Zeit nicht lange in Anspruch nehmen, meine Herren. Deshalb werde ich mich so kurz wie möglich fassen. Sie erinnern sich bestimmt noch daran, was 1972 bei den Olympischen Sommerspielen in München passiert ist.«

»Arabische Terroristen stürmten das Gebäude, in dem die israelischen Sportler untergebracht waren«, sagte Inspector Ferguson ernst.

»Das Drama endete in Fürstenfeldbruck«, setzte Bill McKay fort, um zu beweisen, dass er auch nicht auf dem Mond lebte.

Stonewell stellte den Sergeant mit einer knappen Handbewegung ab.

»Kurz vor Ausbruch des Nahostkrieges erzwangen arabische Terroristen in Wien durch Geiselnahme mehrerer Flüchtlinge die Schließung des jüdischen Sowjetflüchtlingslagers Schönau«, fuhr der Chief Superintendent fort. »Mittlerweile ist der Nahostkrieg beendet. Doch der Terror geht weiter. Diesmal soll in London irgendetwas Schreckliches passieren. Der Secret Service hat sich mit uns in Verbindung gesetzt. Ich habe den Leuten unsere Unterstützung zugesagt. Ich brauche wohl nicht hervorzuheben, dass diese Sache brandheiß ist. Und ich bin mir vollkommen bewusst, was ich Ihnen beiden da aufbürde. Wir wissen so gut wie nichts. Es ist zwar bekannt, dass etwas passieren soll, doch niemand weiß, wann es geschehen soll - und was geschehen soll. Es ist Ihre Aufgabe, das herauszufinden, meine Herren. Gestern Nachmittag wurden ein Mann namens Peter Neves und seine Sekretärin Alice Peal von unbekannten Tätern ermordet. Im offiziellen Bericht ist das lediglich ein Doppelmord, wie er leider nur zu häufig in dieser schrecklichen Stadt vorkommt. Doch Ihnen sei ein Blick hinter die Kulissen gewährt. Peter Neves und Alice Peal waren für den israelischen Geheimdienst tätig. Die beiden sollten den geplanten Terroranschlag vereiteln. Es ist ihnen nicht gelungen. Nun sind Sie beide am Ball. Ich kann nur hoffen, dass Sie dranbleiben und mir bestätigen, dass ich die richtigen Leute für diese schwierige und auch gefährliche Aufgabe ausgewählt habe.«

4

Das war’s in groben Zügen gewesen.

Den Rest erfuhren Ferguson & McKay direkt vom Secret Service.

Und dann ging’s ans Ballspielen.

Die den beiden Detectives übertragene Aufgabe war nicht sonderlich schwierig. Sie brauchten schließlich nichts weiter zu tun, als bloß dranzubleiben - am Ball. Wenn das schon ein ernst zu nehmendes Problem darstellen sollte ...

Der lange Bill weigerte sich, den ersten Schritt mit leerem Magen zu tun.

Also ging man essen.

Der Sergeant schaufelte so ziemlich alles in seinen Mund, was weich war und halbwegs essbar aussah.

Dann setzten sie sich in ihren Dienstwagen und machten sich auf die Reise.

Bill lenkte das Fahrzeug. Er schüttelte grimmig den Kopf und starrte verärgert durch die Windschutzscheibe.

»Wenn der Ho-Chi-Minh-Pfad jemals so verstopft gewesen wäre wie unsere Straßen, hätte der Krieg in Vietnam keine zwei Monate gedauert.«

Rod Ferguson war die Ruhe selbst. Er hatte die Arme vor der Brust verschränkt und nahm das enorme Verkehrsaufkommen mit stoischer Gelassenheit hin. Sobald sich die Möglichkeit dazu bot, trat Bill kräftig auf die Tube. Nach dem dritten riskanten Überholmanöver sah sich Rod zu der Bemerkung veranlasst:

»Es gibt Autofahrer, die das Vorfahren so lange nicht lassen, bis sie ihren Vorfahren nachfahren.«

Bill verstand den Wink mit dem Zaunpfahl und bezähmte seine Ungeduld ein wenig.

Was der Sergeant nicht für möglich gehalten hätte, traf schließlich doch noch ein: Sie erreichten Peter Neves’ Haus noch am selben Tag.

»Hübsches Eigenheim«, bemerkte Rod angetan.

Bill widmete sich kurz dem Türschloss. Dann traten sie ein.

Es war zwar nicht ganz korrekt, was sie im Augenblick machten, doch sie hatten die Möglichkeit, nötigenfalls einen Haussuchungsbefehl nachzureichen. Deshalb zeigten sie nicht die geringsten Gewissensbisse, als sie die Schwelle überschritten.

Bills Horseface Maske leuchtete beeindruckt. Er sah sich kurz um und sagte dann:

»Mit wenig Arbeit und ein bisschen Gesundheit müsste man hier drinnen mindestens hundertzwei Jahre alt werden können.«

Sie betraten Alice Peals Arbeitszimmer.

Die Yard Detectives hatten die Fotos gesehen, die die Mordkommission gemacht hatte, und wussten, wo die beiden Leichen gelegen hatten.

Außerdem waren die Stellen mit Kreidestrichen markiert.

Rod Ferguson blickte zu den beiden Kreidekonturen hinüber.

Laut Bericht hatte die Putzfrau die beiden Toten gefunden.

Ferguson und McKay durchschritten den Raum und gelangten an jene Tür, die in Peter Neves’ Arbeitszimmer führte.

Bill öffnete sie, trat ein und stöhnte:

»Da laust einen doch gleich der mit dem langen Zottelfell! Ich habe noch nie erlebt, dass bei geschlossenen Fenstern ein derart schlimmer Orkan gewütet hat.«

Das Arbeitszimmer war buchstäblich auf den Kopf gestellt worden.

Hier drinnen herrschte die Unordnung zur höchsten Potenz. Bücher waren von den Regalen gerissen worden. In den Schränken steckten keine Laden mehr. Sie lagen auf dem Boden. Ihr Inhalt war zu einem kleinen Gebirge aufgeschüttet worden.

Die Ölgemälde lagen auf dem Trümmerhaufen. Aus den Armsesseln ragten die Sprungfedern. Die Sitzflächen waren aufgeschlitzt.

Der Wandsafe wies zahlreiche Kratzspuren auf, doch daran hatten sich die Unholde, die hier gewütet hatten, die Zähne ausgebissen.

»Hier scheint einer die berühmte Stecknadel

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