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Krimi Doppelband #8: Die letzte Zeugin schweigt/ Chinatown-Juwelen: Alfred Bekker präsentiert, #8

Krimi Doppelband #8: Die letzte Zeugin schweigt/ Chinatown-Juwelen: Alfred Bekker präsentiert, #8

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Krimi Doppelband #8: Die letzte Zeugin schweigt/ Chinatown-Juwelen: Alfred Bekker präsentiert, #8

Länge:
413 Seiten
4 Stunden
Herausgeber:
Freigegeben:
May 8, 2019
ISBN:
9781533749727
Format:
Buch

Beschreibung

Krimi Doppelband #8

von A. F. Morland & Henry Rohmer (Alfred Bekker)


 

Der Umfang dieses Buchs entspricht 270 Taschenbuchseiten.


 

Dieses Buch enthält folgende Krimis:

A.F. Morland: Die letzte Zeugin schweigt

Henry Rohmer (Alfred Bekker): Chinatown-Juwelen


 

Zwei Kriminalromane der Sonderklasse: hart, überraschend und actionreich.


 

Henry Rohmer ist das Pseudonym des bekannten Fantasy- und Jugendbuchautors Alfred Bekker, der darüber hinaus an zahlreichen Spannungsserien wie Ren Dhark, Jerry Cotton, Cotton Reloaded, John Sinclair und Kommissar X mitschrieb.


 

Titelbild: Firuz Askin.

Herausgeber:
Freigegeben:
May 8, 2019
ISBN:
9781533749727
Format:
Buch

Über den Autor

Über Alfred Bekker: Wenn ein Junge den Namen „Der die Elben versteht“ (Alfred) erhält und in einem Jahr des Drachen (1964) an einem Sonntag geboren wird, ist sein Schicksal vorherbestimmt: Er muss Fantasy-Autor werden!  Dass er später ein bislang über 30 Bücher umfassendes Fantasy-Universum um  “Das Reich der Elben” schuf, erscheint da nur logisch. Alfred Bekker wurde am 27.9.1964 in Borghorst (heute Steinfurt) geboren und wuchs in den münsterländischen Gemeinden Ladbergen und Lengerich auf. Schon als Student veröffentlichte Bekker zahlreiche Romane und Kurzgeschichten und wurde Mitautor zugkräftiger Romanserien wie Kommissar X, Jerry Cotton, Rhen Dhark, Bad Earth und Sternenfaust und schrieb eine Reihe von Kriminalromanen.   Angeregt durch seine Tätigkeit als Lehrer wandte er sich schließlich auch dem Kinder- und Jugendbuch zu, wo er Buchserien wie 'Tatort Mittelalter', ‘Ragnar der Wikinger’,  'Da Vincis Fälle - die mysteriösen Abenteuer des jungen Leonardo’', 'Elbenkinder', 'Die wilden Orks', ‘Zwergenkinder’, ‘Elvany’, ‘Fußball-Internat’, ‘Mein Freund Tutenchamun’, ‘Drachenkinder’ und andere mehr  entwickelte. Seine Fantasy-Zyklen um 'Das Reich der Elben', die 'DrachenErde-Saga' ,die 'Gorian'-Trilogie, und die Halblinge-Trilogie machten ihn einem großen Publikum bekannt.  Alfred Bekker benutzte auch die Pseudonyme Neal Chadwick,  Henry Rohmer, Adrian Leschek, Brian Carisi, Leslie Garber, Robert Gruber, Chris Heller und Jack Raymond. Als Janet Farell verfasste er die meisten Romane der romantischen Gruselserie Jessica Bannister. Historische Romane schrieb er unter den Namen Jonas Herlin und Conny Walden.  Einige Gruselromane für Teenager verfasste er als John Devlin. Seine Romane erschienen u.a. bei Lyx, Blanvalet, BVK, Goldmann,, Schneiderbuch, Arena, dtv, Ueberreuter und Bastei Lübbe und wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt., darunter Englisch, Niederländisch, Dänisch, Türkisch, Indonesisch, Polnisch, Vietnamesisch, Finnisch, Bulgarisch und Polnisch.


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Krimi Doppelband #8 - Alfred Bekker

Krimi Doppelband #8: Die letzte Zeugin schweigt/ Chinatown-Juwelen

Alfred Bekker präsentiert, Volume 8

Alfred Bekker et al.

Published by BEKKERpublishing, 2019.

This is a work of fiction. Similarities to real people, places, or events are entirely coincidental.

KRIMI DOPPELBAND #8: DIE LETZTE ZEUGIN SCHWEIGT/ CHINATOWN-JUWELEN

First edition. May 8, 2019.

Copyright © 2019 Alfred Bekker et al..

ISBN: 978-1533749727

Written by Alfred Bekker et al..

Inhaltsverzeichnis

Title Page

Copyright Page

Krimi Doppelband #8 | von A. F. Morland & Henry Rohmer

DIE LETZTE ZEUGIN SCHWEIGT

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Further Reading: 34 Alfred Bekker Kurz-Krimis: Sammelband

Also By Alfred Bekker

Also By A. F. Morland

Also By Henry Rohmer

About the Publisher

Krimi Doppelband #8

von A. F. Morland & Henry Rohmer

DER UMFANG DIESES BUCHS entspricht 270 Taschenbuchseiten.

Dieses Buch enthält folgende Krimis:

A.F. Morland: Die letzte Zeugin schweigt

Henry Rohmer (Alfred Bekker): Chinatown-Juwelen

Zwei Kriminalromane der Sonderklasse: hart, überraschend und actionreich.

Henry Rohmer ist das Pseudonym des bekannten Fantasy- und Jugendbuchautors Alfred Bekker, der darüber hinaus an zahlreichen Spannungsserien wie Ren Dhark, Jerry Cotton, Cotton Reloaded, John Sinclair und Kommissar X mitschrieb.

Titelbild: Firuz Askin.

DIE LETZTE ZEUGIN SCHWEIGT

INSPECTOR FERGUSON ermittelt

von A. F. Morland

Der Umfang dieses Buchs entspricht 129 Taschenbuchseiten.

Ein Rasiermesser-Mörder, der es auf blonde Mädchen abgesehen hat, indem er ihnen die Kehle aufschlitzt, treibt in London sein Unwesen. Vier Opfer gibt es bereits – und es sollen noch mehr werden! Detective Inspector Rod Ferguson und sein Sergeant Bill McKay, das »Dreamteam« des Sonderdezernats IV von Scotland Yard, tappen im Dunkeln und ihr Vorgesetzter macht Druck. Kann ein blonder Lockvogel helfen, den Täter dingfest zu machen ...?

Copyright

EIN CASSIOPEIAPRESS Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books und BEKKERpublishing sind Imprints von Alfred Bekker.

© by Author

© dieser Ausgabe 2016 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

Alle Rechte vorbehalten.

www.AlfredBekker.de

postmaster@alfredbekker.de

1

»NICHT, KEN!«, FLÜSTERTE Dawn McCormick. Sie war hübsch, blond und jung. Gerade erst achtzehn geworden. Und immer noch Jungfrau. »Das ist nicht fair von dir«, fügte sie hinzu, während sie Kens Hände im Zaum zu halten versuchte.

Sie war betrunken. Er hatte ihr auf der Party viel Whisky eingeflößt. Nun waren sie hier, irgendwo außerhalb Londons, waren beide beschwipst und befanden sich in der Ruine eines uralten Hauses, das kein Dach mehr hatte und aus dessen Mauerritzen das Gras wuchs.

»Du hast mir versprochen ...«, keuchte Dawn und entwand sich Ken Russels festem Griff.

»Was ist denn schon dabei, Dawn?«, knurrte der Junge unwirsch. »Ich liebe dich. Ich bin verrückt nach dir. Warum sträubst du dich so gegen die natürlichste Sache der Welt?«

»Es ist das erste Mal, Ken!«

»Jedes Mädchen hat einmal damit angefangen.«

»Aber nicht in einer Ruine, mitten in der Nacht. Es ist unheimlich hier. Bitte, lass uns gehen!«

»Ich möchte erst noch ...«

»Ken, bitte! Hörst du? Ich bitte dich, es nicht zu tun. Ich möchte nüchtern sein, wenn es geschieht. Das ist doch sicher nicht zu viel verlangt. Ich will später einmal sagen können, dass ich es mit vollem Bewusstsein getan habe. Gib mir noch einen Tag, Ken. Morgen ...«

Ken Russel schüttelte unwillig den Kopf. »Morgen! Morgen! Immer sagst du morgen! So hältst du mich schon eine ganze Weile hin. Verdammt noch mal, soll’s denn so ewig weitergehen.«

»Ken!«

»Ich habe doch wirklich lange genug mit dir Geduld gehabt, Dawn.«

»Ist es denn so furchtbar wichtig für dich, Ken?«

»Es gehört einfach dazu, wenn man sich wirklich liebt.«

Dawn verzog das Gesicht. Am tintigen Nachthimmel hing eine bleiche Mondsichel. Und genauso bleich war Dawn McCormicks Gesicht.

»Mir ist schlecht«, stöhnte sie und stemmte sich von der bröckeligen Mauer ab.

»Eine neue Ausrede, was?«, murrte Ken Russel verärgert.

»Nein, Ken. Mir ist wirklich schlecht.«

Dawn drückte ihn zur Seite. Sie streifte den Pulli glatt, brachte den Rock in Ordnung und ging mit unsicherem Schritt die Mauer entlang.

Gleich darauf war sie um die Ecke verschwunden.

Ken atmete mehrmals kräftig durch. Die Nachtluft war kalt. Es begann ihn zu frieren, obwohl er eine Menge Whisky im Blut hatte.

Er tastete seine Taschen ab und brachte die Zigaretten zum Vorschein. Er brannte sich umständlich ein Stäbchen an und kämpfte gegen die Flamme des Streichholzes einen wilden Kampf, weil sie nicht verlöschen wollte.

Er hörte, wie Dawn sich gleich um die Ecke würgend übergab. Er schüttelte den Kopf. Wahrscheinlich hatte er des Guten doch zu viel getan. Er hätte ihr nicht so viel Whisky zu trinken geben sollen.

Sie lehnte vornübergebeugt an der Mauer. Sie hatte die Beine gegrätscht, damit sie sich nicht auf die neuen Schuhe spie.

Endlich ließ die Übelkeit ein wenig nach. Sie tupfte sich den Speichel von den Lippen.

Mit einem Mal hatte sie das untrügliche Gefühl, dass sie von jemandem beobachtet wurde. Nicht von Ken. Von einem Fremden.

Sie richtete sich auf. Da sah sie die Gestalt.

Sie war ein blondes Mädchen, trug einen roten Lackmantel und ein weißes Kleid und stand mitten in der Ruine wie eine geisterhafte Erscheinung.

Ihre Augen verhießen den Tod. Ebenso das scharfe blitzende Rasiermesser in ihrer rechten Hand.

Dawn war schlagartig nüchtern. Das fremde Mädchen mit den gefährlich funkelnden Augen kam langsam auf sie zu.

Dawn wollte vor ihr zurückweichen, doch sie schien im Boden Wurzeln geschlagen zu haben. Sie wollte schreien, doch eine eiskalte Faust umschloss ihren schlanken Hals und drückte ihn so fest zu, dass sie keinen Ton hervorbrachte.

Schon war das unheimliche Mädchen da.

Sie hob blitzschnell die Hand mit dem Rasiermesser. Es sauste im gleichen Moment nieder. Dawn spürte einen kräftigen Schlag an der Kehle.

Sie wusste, dass ihr das fremde Mädchen soeben das Messer über die Kehle geritzt hatte, doch sie spürte keinen Schmerz.

Sie fiel um.

Wenige Sekunden später war sie tot.

2

KEN RUSSEL HOLTE DIE schmale Brustflasche heraus, die er sich vor dem Verlassen der Party noch mit Bourbon angefüllt hatte.

Er setzte sie an die Lippen, nachdem er den Drehverschluss abgeschraubt hatte, und trank mehrere gurgelnde Schlucke. Dann schraubte er den Verschluss wieder auf die Flasche und ließ sie in die Innentasche seines Jacketts rutschen.

Er rauchte wieder.

Dawn hatte zu brechen aufgehört. Er nickte sich selbst zu. Sicher brachte sie ihr Gesicht nun wieder einigermaßen in Ordnung.

Er rauchte die Zigarette zu Ende und schnippte die Kippe dann in die Dunkelheit. Die Glut überschlug sich in hohem Bogen mehrmals, fiel auf einige Steine, Funken stoben auseinander, dann verschwand die Kippe in irgendeiner Ritze.

Ken holte wieder die Flasche hervor. Noch einen kleinen Schluck. Dann wollte er mal nach Dawn sehen. Sie war nun schon ein wenig zu lange weg.

Wieder verschwand die Brustflasche. Ken wischte sich über den feuchten Mund.

»Dawn!«, rief er. Doch er bekam keine Antwort. »Dawn!« Wieder nichts.

Das machte ihn stutzig. Vielleicht ist sie einfach abgehauen, dachte er. Ich hätte mich besser beherrschen müssen.

Mürrisch stapfte er los. »Verrückte Weiber!«, brummte er. »Was wäre denn schon dabei gewesen? Wir lieben uns doch ... Dawn? Dawn! Geht’s dir nicht gut, Dawn? Komm her! Wir wollen vergessen, was ich gesagt habe. Komm! Wir setzen uns in den Wagen und fahren schön brav nach Hause. Ist das ein Vorschlag von einem richtigen Gentleman, hm?«

Dawn schwieg.

Ken erreichte die Ecke.

»Dawn!«, rief er noch einmal. Diesmal halb zornig, weil sie nicht antwortete.

Da sah er, warum sie ihm nicht antwortete. Sie lag verkrümmt wie eine Krüppelfichte auf dem steinigen Boden. Blut glitzerte unter ihrem Kopf.

Ihr Anblick war so grauenvoll, so entsetzlich, dass es nun auch Ken den Magen umdrehte.

3

DIE BLONDE MÖRDERIN lief wieselflink durch das kleine dunkle Wäldchen, das sich an die Ruine anschloss.

Ab und zu ließ sie ein irres Kichern hören. Sie sprang über Wurzeln und über Gräben. Sie durchlief mit schnellen Schritten das Unterholz und erreichte eine schmale Straße.

Ringsherum lastete eine geisterhafte Stille. Der Wind strich mit unheimlichem Geheul über die urigen Baumwipfel. Dunkelgraue Wolken jagten über den rabenschwarzen Himmel, verdeckten ab und zu die Sichel des Mondes, um sie jedoch schon bald wieder erscheinen zu lassen.

Ein leises Brummen war zu hören.

Die Mörderin blieb stehen und wandte sich in die Richtung, aus der das Geräusch kam. Ein Scheinwerferpaar wippte leicht auf und ab.

Die gleißenden Milchfinger bohrten sich erfolgreich in die Dunkelheit.

Das Mädchen zögerte einen Augenblick lang. Dann trat es schnell auf die Fahrbahn. Der Wagen kam näher. Das Mädchen hob beide Hände, um den Wagen anzuhalten.

Der Fahrer reagierte sofort. Er bremste und brachte das blaue Fahrzeug noch vor dem Mädchen zum Stehen.

Er drehte das Seitenfenster herunter und rief: »Na, so allein, schönes Kind?«

Das Mädchen trachtete, so schnell wie möglich aus der Lichtflut der Scheinwerfer zu kommen.

»Wo um alles in der Welt kommen Sie ‘denn mitten in der Nacht her?«, fragte der Mann lächelnd.

»Ich hatte Streit mit meinem Freund«, erwiderte das Mädchen mit gepresster Stimme. »Könnten Sie mich ein Stück mitnehmen? Nur ein kleines Stück.«

Der Mann lachte. »Na, selbstverständlich tu’ ich das. Für Sie fahre ich bis nach Liverpool, wenn Sie wollen.«

Er stieß die Tür auf der Beifahrerseite auf. Das Mädchen kam und setzte sich schnell in den Wagen.

Durch das öffnen der Tür war die Innenraumbeleuchtung des Wagens aufgeflammt. Der Mann sah das Kleid, als der rote Lackmantel aufklaffte.

Er riss die Augen auf. »Himmel, Ihr Kleid!«, stieß er entsetzt hervor. »Es ist voll Blut!«

Das Mädchen blickte schnell nach dem Kleid und versuchte den Lackmantel hastig darüberzuziehen.

»Und Ihre Hände!«, stöhnte der Mann bestürzt. »Ebenfalls voll Blut!«

Das Mädchen versuchte die Hände vor den Blicken des Mannes rasch zu verbergen.

Der Fahrer wurde blass.

»Um Gottes willen! Sie haben Ihren Freund doch nicht etwa ... Das ist ja ...«

Die Mörderin wusste, dass sie nun handeln musste. Blitzschnell streifte sie das Kleid hoch. Sie riss das Rasiermesser aus dem Strumpfband, mit dem sie zuvor Dawn McCormick getötet hatte.

»Der Himmel steh mir bei!«, schrie der Mann entsetzt.

Er riss die Arme hoch. Das scharfe Rasiermesser flog auf seine Kehle zu. Den ersten Hieb konnte er mit Mühe abwehren. Er begann gellend um Hilfe zu schreien. Er konnte auch noch den zweiten Hieb abwehren. Zwei tiefe Schnittwunden klafften an seinem Unterarm.

Der dritte Hieb traf dann sein Ziel.

Ein anderer Wagen kam die nächtliche Straße entlang gefahren. Die Scheinwerfer erfassten den blauen Wagen, in dem sich eine grauenvolle Szene abgespielt hatte.

Das Mädchen warf sich augenblicklich auf den Toten und wartete, bis das andere Fahrzeug vorüber war. Dann richtete es sich hastig auf.

Die Mörderin zerrte den schweren Leichnam aus dem Wagen und warf ihn einfach in den Straßengraben. Dann setzte sie sich in das Fahrzeug, legte seelenruhig den ersten Gang ein und fuhr in Richtung London davon.

4

DIE AKTE DURCHLIEF mehrere Instanzen und landete schließlich beim Sonderdezernat IV.

Dawn McCormiek war nun schon das dritte Opfer irgendeines wahnsinnigen Mädchenmörders, der seit geraumer Zeit in London sein Unwesen trieb.

Der »Firma« Ferguson & McKay wurde die heikle Aufgabe übertragen, diese geheimnisvolle Mädchenmordserie aufzuklären.

Ein Job wie jeder andere, dachten Rod Ferguson und Bill McKay am Anfang. Doch es sollte die bisher schwierigste Aufgabe ihrer kriminalistischen Laufbahn werden.

Detective Inspector Fergusons Büro trug die Nummer 111. Im Augenblick hatte Rod einen »Gast«: Ken Russel. Der Junge saß mit bleichen Wangen und rot geränderten Augen auf dem Verhörstuhl.

Sergeant Bill McKay umschlich ihn wie die Katze den heißen Brei. Er kaute an einem zähen Sandwich, während er den jungen Mann mit seinen furchterregend wasserhellen Augen aufmerksam musterte.

»Also, noch mal von vorn«, sagte Inspector Ferguson freundlich. Er zündete sich seine Pfeife an und paffte einige Male lustlos. »Ihr wart auf einer Party ...«

Ken Russel verzog sein müdes Jungengesicht zu einer weinerlichen Miene.

»Das habe ich doch alles schon weiß der Teufel wie oft gesagt, Inspector Ferguson. Ja, Dawn und ich waren auf der Party von Terry Previn. Es war seine Geburtstagsparty. Er gibt sie jedes Jahr. Und er lädt dazu immer dieselben Leute ein. Stinklangweilig. Man hält es nur aus, wenn man kräftig genug an der Flasche lutscht.«

Bill McKay stopfte den letzten Bissen in seinen riesigen Mund, der so aufnahmefähig wie ein Müllschlucker war.

Er schluckte nicht hinunter, sondern muffelte mit voller Ladung: »Es waren also lauter alte Bekannte da.«

»Ja.«

»Kein neues Gesicht?«

»Wie bitte?«

Bill schluckte einen Teil des zerkauten Sandwiches hinunter und wiederholte die Frage: »Kein neues Gesicht?«

Ken schüttelte den Kopf.

»Nein. Nicht ein einziges.«

Ken Russel war zwanzig. Er hatte schwarzes Haar, ein knabenhaftes Gesicht mit klugen Augen und einen Bartwuchs, der nicht zu übersehen war.

Rod Ferguson schob ihm Kugelschreiber und Papier zu. »Schreiben Sie die Namen der Gäste auf, Ken!«

»Ihre Anschriften auch?«

»Wenn Sie sie kennen ja.«

Russel notierte kurz. Dann sagte er: »Ich habe sie geschlechtlich getrennt.«

Ferguson nickte.

»Vielen Dank.«

Sergeant McKay tippte dem Jungen auf die Schulter, um sich bemerkbar zu machen. Ken Russel sah ihn fragend an.

Bill bleckte sein Pferdegebiss und zauberte ein gewinnendes Lächeln auf sein hohlwangiges Gesicht.

»Sie und Dawn verließen also als Erste die Party.«

»Wir wollten noch ein bisschen allein sein«, sagte Ken verlegen.

»Es war nicht gerade ein idyllisches Plätzchen, das Sie sich dafür ausgesucht hatten.«

Ken Russel zuckte die Achseln. »Es hat sich so ergeben. Dawn bat mich anzuhalten, sie wollte sich die Beine ein wenig vertreten. Ich ging mit ihr. Wir kamen zu dieser Ruine ... Na ja ...«

»Ist Ihnen jemand aufgefallen, der Ihnen gefolgt ist?«, fragte Inspector Ferguson.

»Ich habe niemanden bemerkt«, erwiderte Ken Russel. » Außerdem hatte ich einige Drinks intus.«

»Sie hätten sich in diesem Zustand nicht in den Wagen setzen dürfen«, tadelte der baumlange Sergeant.

»Dafür bin ich ja jetzt meinen Führerschein los«, erwiderte Russel grimmig. Er stieß ein heiseres Lachen aus, ganz kurz.

»Ich kann den Verlust verschmerzen bei den Benzinpreisen! Aber Dawns Tod, den werde ich solange ich lebe, nicht verwinden können.«

»Ist Ihnen niemand aufgefallen, als Sie bei der Ruine waren?«, fragte Sergeant McKay und zog seine Ziehharmonikahosen nach oben. Doch schon nach dem nächsten Schritt waren sie wieder da, wo sie bei ihm hingehörten.

»Ich war mit Dawn beschäftigt«, antwortete Russel zögernd. Es war ihm sichtlich unangenehm, darüber zu sprechen.

»Verstehe«, sagte McKay.

»Sie sind Student, nicht wahr?«, fragte Ferguson.

»Ja.« Russel nickte.

»Was wollen Sie mal werden?«

»Rechtsanwalt.«

In Zimmer Nummer 112 läutete das Telefon. Es war Bill McKays Büro, das nicht nur an das von Rod Ferguson angrenzte, sondern auch durch eine Tür damit verbunden war.

Das dürre Knochengestell mit den langen Armen setzte sich augenblicklich in Trab. Bill verschwand in seiner Klause.

Ferguson und Russel hörten den Sergeant seinen Namen in die Muschel plärren, dass sämtliche Fenster von New Scotland Yard zu klirren schienen.

Der Inspector fuhr mit der Einvernahme fort.

Drei Minuten später schob Bill seinen Stangenkaktuskörper wieder in Rods Office.

»Darf man das traute Beisammensein für einen Augenblick stören?«

»Was gibt’s?«, fragte Rod.

»Der Postreiter aus Laramie hat mir da eben eine interessante Nachricht übermittelt.«

»Lass hören, Bill.«

»Unser Arzt hat einwandfrei festgestellt, dass Dawn McCormick und dieser Melvyn Bowen, den man unweit der Ruine im Straßengraben gefunden hat, vom selben Messer gemeuchelt worden sind.« Bill blies seinen Brustkorb auf und tönte: »Ich gehe in meiner Verwegenheit noch einen Schritt weiter und behaupte, es war nicht nur dasselbe Messer, es war auch derselbe Killer.«

5

SIE ENTLIEßEN KEN RUSSEL nach vielen Fragen und sagten ihm, dass er sich für weitere Fragen zu ihrer Verfügung halten sollte.

Ken war damit einverstanden und zog davon. Und die »Firma« Ferguson & McKay machte sich auf die Strümpfe, um Terry Previn aufzusuchen.

Previn wohnte in einem Haus, das jeder Beschreibung spottete. Das Einzige, was noch halbwegs in Ordnung war, war der eiserne Pfahlzaun, der es umgab. Doch auch der hatte schon so viel Rost angesetzt, dass er wohl nicht mehr allzu lange mit seiner Gegenwart protzen konnte.

Bill klingelte. Das heißt, er drückte auf den Klingelknopf. Er hätte sich gleich denken können, dass ein solches Haus über keine intakte Anlage verfügte.

Als sich drinnen nichts rührte, klopfte McKay. Zuerst so, wie man es macht: mit dem Knöchel des Zeigefingers. Als das aber immer noch nichts nützte, trommelte er mit den Fäusten gegen das Holz. Der Rhythmus klang nach Samba.

Mit diesem Samba hatte Bill schließlich Erfolg.

Die Tür schwang auf. Ein blondes betrunkenes Mädchen trat ihnen entgegen. Es roch zu zwei Teilen nach Whisky und zu einem Teil nach Maiglöckchenparfüm. Ihr Busen war üppig, das Kleid war nicht ganz korrekt geschlossen und ließ viel Verlockendes sehen.

Bill begann sofort der Magen zu knurren.

»Seid ihr die beiden Dachdecker?«, fragte das Mädchen und mühte sich redlich, nicht zu lallen und die Augen weiter aufzumachen.

Wieso?« McKay grinste. »Ist bei Terry etwa ein Ziegel locker?«

Rod Ferguson stellte sich und seinen Kollegen vor. Er wies sich auch aus. Dann fragte er: »Dürfen wir eintreten?«

»Aber natürlich.« Das Mädchen kicherte und trat zur Seite. »Wundern Sie sich aber nicht, wenn es in allen Räumen aussieht, als hätte ein Atomtest stattgefunden. Wir hatten gestern eine nervenaufpeitschende Party. Ich und mein Rausch, wir beide sind die letzten Überbleibsel von gestern.«

McKay musterte das Mädchen amüsiert. »Ihr seid alle beide beachtlich«, bemerkte er.

Das Girl kicherte.

»Wenn mir niemand dazwischenfunkt, schaffe ich bis heute Abend vielleicht noch das Delirium tremens. Ich möchte mal gern einen kleinen grünen Zwerg sehen, der mich mit ’ner Gartenschere verfolgt.

»Darf's kein großer kräftiger Sergeant sein?«, feixte McKay. »Ich könnte ja zu Beginn mit einer Nagelfeile hinter Ihnen herrennen.«

Das Mädchen warf den Kopf zurück und lachte herzlich.

Eine Tür wurde aufgerissen.

»Ottavia!«, rief jemand.

»Jetzt wissen Sie, wie ich heiße«, sagte das Mädchen. »Ottavia May.«

Terry Previn kam. Er sah aus wie Einstein nach der Bohnenkur: etwas dicklich, Schnurrbartflaum, buschige Augenbrauen.

Sein Gesicht wies noch deutliche Partyspuren auf. Er trug einen weißen Kittel mit vielen Farbklecksen darauf.

»Darf ich dir meine neuen Freunde vorstellen, Terry?«, sagte Ottavia lächelnd und lehnte sich an die Wand, damit es nicht so auffiel, dass sie wankte. »Inspector Ferguson und Sergeant McKay. Nette Leute.«

»Polizei?«, fragte Terry Previn ein wenig irritiert. »Wieso? Ist irgendetwas nicht in Ordnung?«

Er bat die Detectives ins Wohnzimmer.

Der Boden war dick ausgelegt. Die Decke war mit geräuschschluckendem Material gepolstert, und die Wände waren mit Kiefernholzfolie behaglich gemacht. Die Anbau-Bücherschränke waren nur ein Holzstapel in der Ecke, und aus der Decke ragten die elektrischen Drähte, die statt Lampen nur eine notdürftige Isolierung bekommen hatten.

Auf dem Boden lagen Gläser, Flaschen, Sandwiches. Ein T-Shirt, ein Mädchenschuh, Partyflitter, Heimsiphonflaschen.

Previn fegte Kleidungsstücke von den Stühlen und bat die Detectives, Platz zu nehmen.

»Dawn McCormick ist tot«, erklärte Inspector Ferguson ernst.

Previn erschrak. »Tot?«, echote er mit schriller Stimme. Beinahe wie ein Eunuch, den man kitzelt. Er wies auf die Umgebung. »Bitte entschuldigen Sie, das sieht ...«

»Das macht nichts«, erwiderte Sergeant McKay. »Wir schlafen ab und zu auf ’nem Müllabladeplatz, um die Probleme der Umweltverschmutzung an Ort und Stelle zu studieren.«

»Dawn tot? Tot.« Previn schüttelte den Kopf. Er war geistig weggetreten, mit seinen Gedanken außer Haus.

»Tot?«, fragte auch Ottavia und setzte sich auf ein Whiskyglas, ohne es zu merken.

»Ein Unfall?«, fragte Terry Previn. Es klang beinahe wie eine Hoffnung.

Ferguson schüttelte den Kopf.

»Sie ist ermordet worden, Mr. Previn.«

Das warf Terry Previn vollkommen aus

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