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Krimi Doppelband #9: Die Haie der Commissione/ Die Waffe des Skorpions: Alfred Bekker präsentiert, #9

Krimi Doppelband #9: Die Haie der Commissione/ Die Waffe des Skorpions: Alfred Bekker präsentiert, #9

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Krimi Doppelband #9: Die Haie der Commissione/ Die Waffe des Skorpions: Alfred Bekker präsentiert, #9

Länge:
359 Seiten
3 Stunden
Herausgeber:
Freigegeben:
May 25, 2019
ISBN:
9781533761958
Format:
Buch

Beschreibung

Krimi Doppelband #9

von A. F. Morland & Alfred Bekker (Henry Rohmer)


 

Der Umfang dieses Buchs entspricht 270 Taschenbuchseiten.


 

Dieses Buch enthält folgende Krimis:

A.F. Morland: Die Haie der Commissione

Henry Rohmer (Alfred Bekker): Die Waffe des Skorpions


 

Zwei Kriminalromane der Sonderklasse: hart, überraschend und actionreich.


 

Henry Rohmer ist das Pseudonym des bekannten Fantasy- und Jugendbuchautors Alfred Bekker, der darüber hinaus an zahlreichen Spannungsserien wie Ren Dhark, Jerry Cotton, Cotton Reloaded, John Sinclair und Kommissar X mitschrieb.


 

Titelbild: Firuz Askin.

Herausgeber:
Freigegeben:
May 25, 2019
ISBN:
9781533761958
Format:
Buch

Über den Autor

Über Alfred Bekker: Wenn ein Junge den Namen „Der die Elben versteht“ (Alfred) erhält und in einem Jahr des Drachen (1964) an einem Sonntag geboren wird, ist sein Schicksal vorherbestimmt: Er muss Fantasy-Autor werden!  Dass er später ein bislang über 30 Bücher umfassendes Fantasy-Universum um  “Das Reich der Elben” schuf, erscheint da nur logisch. Alfred Bekker wurde am 27.9.1964 in Borghorst (heute Steinfurt) geboren und wuchs in den münsterländischen Gemeinden Ladbergen und Lengerich auf. Schon als Student veröffentlichte Bekker zahlreiche Romane und Kurzgeschichten und wurde Mitautor zugkräftiger Romanserien wie Kommissar X, Jerry Cotton, Rhen Dhark, Bad Earth und Sternenfaust und schrieb eine Reihe von Kriminalromanen.   Angeregt durch seine Tätigkeit als Lehrer wandte er sich schließlich auch dem Kinder- und Jugendbuch zu, wo er Buchserien wie 'Tatort Mittelalter', ‘Ragnar der Wikinger’,  'Da Vincis Fälle - die mysteriösen Abenteuer des jungen Leonardo’', 'Elbenkinder', 'Die wilden Orks', ‘Zwergenkinder’, ‘Elvany’, ‘Fußball-Internat’, ‘Mein Freund Tutenchamun’, ‘Drachenkinder’ und andere mehr  entwickelte. Seine Fantasy-Zyklen um 'Das Reich der Elben', die 'DrachenErde-Saga' ,die 'Gorian'-Trilogie, und die Halblinge-Trilogie machten ihn einem großen Publikum bekannt.  Alfred Bekker benutzte auch die Pseudonyme Neal Chadwick,  Henry Rohmer, Adrian Leschek, Brian Carisi, Leslie Garber, Robert Gruber, Chris Heller und Jack Raymond. Als Janet Farell verfasste er die meisten Romane der romantischen Gruselserie Jessica Bannister. Historische Romane schrieb er unter den Namen Jonas Herlin und Conny Walden.  Einige Gruselromane für Teenager verfasste er als John Devlin. Seine Romane erschienen u.a. bei Lyx, Blanvalet, BVK, Goldmann,, Schneiderbuch, Arena, dtv, Ueberreuter und Bastei Lübbe und wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt., darunter Englisch, Niederländisch, Dänisch, Türkisch, Indonesisch, Polnisch, Vietnamesisch, Finnisch, Bulgarisch und Polnisch.


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Krimi Doppelband #9 - Alfred Bekker

Krimi Doppelband #9: Die Haie der Commissione/ Die Waffe des Skorpions

Alfred Bekker präsentiert, Volume 9

Alfred Bekker and A. F. Morland

Published by BEKKERpublishing, 2019.

Inhaltsverzeichnis

Title Page

Copyright Page

Also By Alfred Bekker

Also By A. F. Morland

Dedication

Krimi Doppelband #9 | von A. F. Morland & Henry Rohmer

Die Haie der Commissione

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About the Author

About the Publisher

Ich begann mit sieben Jahren, Geschichten zu schreiben. Eine meine ersten Geschichten handelte von Bankraub. Gleich im allerersten Satz fliegt jemand durch eine zerberstende Scheibe. Der Vorliebe für Spannung und Action bin ich dann auch später Mitautor von Kommissar X und Jerry Cotton treu gelieben. Manches ändert sich eben nicht.

ALFRED BEKKER

Krimi Doppelband #9

von A. F. Morland & Henry Rohmer

Der Umfang dieses Buchs entspricht 270 Taschenbuchseiten.

Dieses Buch enthält folgende Krimis:

A.F. Morland: Die Haie der Commissione

Henry Rohmer (Alfred Bekker): Die Waffe des Skorpions

Zwei Kriminalromane der Sonderklasse: hart, überraschend und actionreich.

Henry Rohmer ist das Pseudonym des bekannten Fantasy- und Jugendbuchautors Alfred Bekker, der darüber hinaus an zahlreichen Spannungsserien wie Ren Dhark, Jerry Cotton, Cotton Reloaded, John Sinclair und Kommissar X mitschrieb.

Titelbild: Firuz Askin.

Die Haie der Commissione

von A. F. Morland

ROBERTO TARDELLI, AGENT bei COUNTER CRIME, ist der Mafia auf der Spur. Diese plant in New York einen großen Coup. Dabei schreckt der Kopf der Bande auch vor Morden in den eigenen Reihen nicht zurück. Und die Handlanger sitzen dem Agenten bereits im Nacken.

Copyright

Ein CassiopeiaPress Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books und BEKKERpublishing sind Imprints von Alfred Bekker

© by Author

© dieser Ausgabe 2016 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen

www.AlfredBekker.de

postmaster@alfredbekker.de

1

Die Lehrerin Valentina Lupo dachte sich nichts Böses, als die beiden Mafia-Soldati auf sie zukamen.

Der eine, Bruno Bozzetto, ein mittelgroßer, bulliger Bursche, versuchte, sich seinen Job nicht anmerken zu lassen.

Der andere, Adolfo Cortese, sah aus wie ein eleganter Top-Manager mit messerscharfen Bügelfalten und dezenter Krawatte. Das Gesicht sonnengebräunt, mit dunklen, wachsamen Augen.

Auf dem sonnenüberfluteten Schulhof herrschte der übliche Wirbel. Die Kinder neckten einander, spielten sich gegenseitig Streiche oder unterhielten sich gestenreich über den letzten Film von John Travolta.

Die Soldati erreichten die Lehrerin.

„Miss Valentina Lupo?", fragte Bozzetto.

„Ja." Die Lehrerin musterte die beiden Männer mit fragendem Blick.

Bruno Bozzetto wies auf seine breite Brust und sagte: „Ich bin Captain Moreno. Sein Finger zeigte anschließend auf Adolfo Cortese. „Und das ist Leutnant Arling.

Bozzetto ließ das erst einmal wirken. Dann zog er seine Brieftasche, um sich auszuweisen. Das ging so schnell, dass die Lehrerin keine Möglichkeit hatte, etwas Genaues zu sehen.

„Worum geht es?", wollte Valentina Lupo wissen.

„Um Ihren Bruder", erwiderte Bozzetto.

„Mario!, rief die Lehrerin erschrocken aus. „Was ist mit ihm? Ihr Blick pendelte beunruhigt zwischen den Soldati hin und her.

Bruno Bozzetto blickte auf seine Schuhspitzen. Seine schwarzen Brauen zogen sich zusammen. „Bitte, erschrecken Sie nicht, Miss Lupo. Ihr Bruder hatte einen Unfall."

„Oh, mein Gott. Ist es schlimm?"

„Er wird es überleben. Wir möchten Sie zu ihm bringen."

„Ja. Ja, natürlich. Einen Augenblick. Ich muss mich nur bei meiner Kollegin abmelden." Valentina Lupo eilte davon.

„Klappt doch prima", sagte Bozzetto zufrieden.

Ohne zu lächeln meinte Cortese: „Die Puppe wird sich noch wundern."

Valentina kehrte zurück. Die Soldati verließen mit ihr den Schulhof. Eine schwarze DeSoto Limousine stand bereit.

Bruno Bozzetto setzte sich ans Steuer. Valentina Lupo nahm neben ihm auf dem Beifahrersitz Platz. Adolfo Cortese setzte sich hinter die Lehrerin. Blitzschnell traf er seine Vorbereitungen.

Während Bozzetto den DeSoto anrollen ließ, beugte sich Cortese vor.

In seiner Rechten befand sich ein mit Chloroform getränkter Wattebausch. Valentina Lupo roch den süßlichen Geruch vorzeitig.

Verwirrt wollte sie sich umdrehen.

Aber da packte Adolfo Cortese schon zu. Er drückte ihren Kopf gegen seinen Oberkörper und presste ihr die Watte auf Mund und Nase.

Valentina Lupo riss entsetzt die Augen auf. Sie bäumte sich auf und schlug um sich. Ihr linker Fuß traf Bozzettos Knie.

Der stieß einen unfeinen Fluch aus, den Valentina nur mehr verschwommen hörte.

Sie hielt die Luft an, wollte nicht atmen. Doch irgendwann musste sie dann doch den entscheidenden Atemzug tun, der sie in eine bodenlose Schwärze fallen ließ ...

2

Roberto Tardelli klingelte nun schon zum dritten Mal an Mario Lupos Tür. Der Mann machte nicht auf, obwohl Roberto mit ihm verabredet war.

Die Tür des Nachbarn öffnete sich. Ein schmuddeliger Kerl erschien. Roberto wusste nicht, weshalb er den Mann mit Zerberus, dem Höllenhund, verglich. Möglicherweise wegen des feindseligen Knurrens und des aggressiven Blickes.

„Sagen Sie mal, was soll das?, maulte der Nachbar. „Wie lange wollen Sie den Klingelknopf denn noch strapazieren? Möchten Sie nicht Rücksicht auf die Nachbarn nehmen, die vielleicht schlafen wollen?

„Am helllichten Tag?", fragte Roberto lächelnd.

„Schon mal was von Schichtarbeitern gehört?"

„Tut mir leid, wenn ich Sie geweckt habe, Mister."

„Ich hab’ eben erst versucht, einzuschlafen. Aber bei dem Lärm ist das ja nicht möglich. Mario ist nicht zu Hause."

„Können Sie mir sagen, wo er ist?"

„Kann ich nicht. Bin schließlich nicht seine Gouvernante."

„Ich bin mit ihm verabredet."

„Das wird er wohl verschwitzt haben."

„Ist normalerweise nicht seine Art", sagte Roberto Tardelli.

„Als ich vor ’ner Stunde nach Hause kam, sah ich Mario die Straße hinunterrennen, als wäre der Teufel hinter seiner armen Seele her."

Roberto stutzte. „Hatten Sie den Eindruck, dass er vor jemandem davonlief?"

Der Nachbar nickte. „So hat’s ausgesehen."

Roberto bedankte sich für die Information und ließ den Mann, der blaue Hosenträger über dem verschwitzten Unterhemd trug und dessen Haar zerzaust war, in der Tür stehen.

Der Mafiajäger eilte zu seinem weißen Maverick. Er glitt hinter das Steuer, startete den Motor und fuhr los.

Roberto war einer von vielen Agenten, die für COUNTER CRIME arbeiteten. Ein harter Job für harte Männer, die in geheimen Trainingscamps ausgebildet wurden, um ihre Widerstandskraft zu stählen. Denn nur die härtesten Männer hatten eine Chance, im gnadenlosen Kampf gegen das organisierte Verbrechen zu überleben.

Mario Lupo gehörte dem großen Heer der Spitzel und Zuträger an, die von COUNTER CRIME für gute Informationen bezahlt wurden. Lupo war ein Fuchs. Er riss immer wieder neue, interessante Tipps auf, die er sodann in klingende Münze umwandelte.

Diesmal hätte es wieder zu solch einem Geschäft kommen sollen. Deshalb hatte sich Mario Lupo mit dem COUNTER CRIME-Agenten verabredet.

Und nun war Mario Lupo nicht zu Hause. Geflohen war er, hatte der Nachbar gesagt. Das Leben der Spitzel war mitunter sehr gefährlich. Roberto vermutete, dass es irgendeine Panne gegeben hatte. Jemand von der Gegenseite musste spitz gekriegt haben, dass Mario Lupo etwas ausplaudern wollte, was nicht für jedermanns Ohren bestimmt war.

In solchen Fällen pflegte die Mafia eiskalt und mitleidlos durchzugreifen. Es bestand durchaus die Möglichkeit, dass Mario Lupo zu diesem Zeitpunkt schon nicht mehr lebte, sondern träge den East River hinuntertrieb oder in irgendeiner Betonsäule für alle Zeiten verschwunden war.

Roberto Tardelli durchfuhr Flatbush. Er fragte sich, was für eine Information ihm Mario hätte verkaufen wollen. Der Bursche hatte nicht die leiseste Andeutung gemacht. Er hatte am Telefon nur behauptet, dass die Sache ihr Geld wert wäre.

Wenn Mario Lupo noch lebte, wo hatte er sich dann vor den Bluthunden der Mafia verkrochen? Roberto Tardelli war klar, dass er den Mann schnellstens finden musste. Nicht allein wegen der Information, sondern vor allem, um ihn vor den Leuten zu beschützen, die ihm ans Leder wollten.

Roberto hielt an einer Ampel an. Fußgänger hasteten an seinem Wagen vorbei. Wenn Mario Lupo noch am Leben war, dann wusste am ehesten seine Schwester Valentina, wo er aufzutreiben war.

Mario liebte seine Schwester. Und Valentina liebte ihn. Roberto konnte sich nicht vorstellen, dass der Spitzel untertauchen würde, ohne seiner Schwester zu verraten, wo er sich versteckt hielt.

Roberto Tardelli war bekannt, dass Valentina Lupo an einer Schule nahe dem Prospect Park unterrichtete.

Sein Entschluss stand fest. Er wollte sich mit Valentina kurz unterhalten.

Als die Ampel grün zeigte, fuhr Roberto Tardelli weiter. Wenig später bog er rechts in den Empire Boulevard ein und erreichte gleich darauf die Schule. Er stoppte den weißen Maverick und schickte sich an, auszusteigen.

Plötzlich rieselte es ihm wie dicke Hagelschloßen über die Wirbelsäule.

Er sah Valentina Lupo.

Sie war nicht allein, sondern in Begleitung zweier Männer. Und diese Männer kannte Roberto Tardelli.

Das waren die Soldati Bruno Bozzetto und Adolfo Cortese!

Die Mafiosi hatten also die gleiche Idee gehabt wie Roberto Tardelli. Mario Lupo war untergetaucht. Deshalb hielten sich diese Gangster nun an Marios Schwester.

Soeben setzte sich die rassige, schwarzhaarige Lehrerin, die eine Augenweide für ihre Schüler war, in die DeSoto Limousine der Soldati.

Die Kerle schienen Valentina belogen zu haben, denn sie war ohne Argwohn. Bruno Bozzetto trachtete, so schnell wie möglich fortzukommen.

Roberto startete sofort wieder und als sich der DeSoto in Bewegung setzte, folgte er ihnen.

Durch die Heckscheibe des schwarzen Wagens beobachtete Roberto Tardelli, wie Valentina Lupo von Adolfo Cortese eingeschläfert wurde. Er sah, wie sich die Lehrerin erschrocken aufbäumte, wie ihre Arme hochfuhren, wie ihr Widerstand rasch schwächer wurde und wie sie sich gleich darauf entspannte.

Roberto kannte die Rechnung der Soldati nicht genau.

Aber eines stand für ihn fest: Er würde ihnen einen dicken Strich durch diese Rechnung machen.

3

Mario Lupo war indessen krank vor Angst. Er war ein unscheinbarer Mann mit wenigen Haaren auf dem schmalen Kopf. Seine Miene war eine Maske der Melancholie. Kalter Schweiß glänzte auf seiner hohen Stirn. Seine Handflächen waren feucht, obwohl er sie in jeder Minute mindestens einmal an den Schenkeln trockenwischte.

Er befand sich in einem kleinen, billigen Hotelzimmer nahe dem Brooklyn Terminal Market. Die Long Island Railroad führte daran vorbei. Immer wenn ein Zug kam, wurde das gesamte Gebäude geschüttelt und die Fensterscheiben klirrten besorgniserregend.

Mario leckte sich die Lippen.

Er war so voller Furcht, dass er nicht sitzen konnte. Deshalb lief er in dem kleinen Zimmer ständig hin und her, hin und her, hin und her ...

Er hatte die Jalousien an den Fenstern heruntergezogen, damit niemand ihn sehen konnte.

Nervös nagte er an seiner Unterlippe. Ihm war immer noch nicht klar, was er falsch gemacht hatte. Er wusste nur, dass es besser gewesen wäre, sich nicht mit Roberto Tardelli in Verbindung zu setzen.

Diesmal wäre es besser gewesen, Augen, Ohren und Mund zu verschließen. Wie die drei Affen, die bei ihm zu Hause auf dem Bücherbord hockten.

Mochte der Teufel wissen, wie sie herausgekriegt hatten, dass er mit Roberto Tardelli über das reden wollte, was er durch Zufall aufgeschnappt hatte. Jedenfalls hatte die Ehrenwerte Gesellschaft sofort reagiert.

Zwei Kerle hatten versucht, ihn für immer aus dem Verkehr zu ziehen. Mario hatte Glück gehabt. Es war ihm gelungen, Reißaus zu nehmen. Doch deshalb fühlte er sich noch nicht sicher.

Wenn es sein musste, ließ die Cosa Nostra ganz New York umdrehen, damit er, Mario Lupo, wieder zum Vorschein kam. Nein, bei Gott, er konnte sich in dieser Stadt nirgendwo mehr sicher fühlen.

Hinter jedem fremden Gesicht konnte sich sein Todfeind verbergen. Von der Mafia bezahlte Mädchen konnten ihn in eine Falle locken. Er durfte niemandem mehr trauen. Ein Hundeleben war das. Schlimmer noch. Immer auf der Flucht.

Mario Lupo fuhr sich mit einer fahrigen Handbewegung über die schweißnasse Stirn.

Er hoffte, dass sein Schutzengel von nun an Überstunden machen würde. Anders würde er wohl kaum über die Runden kommen.

Jemand klopfte an die Tür.

Mit schreckgeweiteten Augen wirbelte Mario Lupo herum. Beinahe wäre seiner zugeschnürten Kehle ein Schrei entschlüpft.

Seine Angst vervielfachte sich. Ungestüm trommelte sein Herz gegen die Rippen.

Wer stand vor der Tür?

Mario Lupo hatte nicht den Mut zu fragen.

Auf Zehenspitzen, mit bis zum Zerreißen angespannten Nerven, schlich er zur Tür. Hatten sie ihn gefunden? Standen sie mit schussbereiten Kanonen draußen?

Mario trat zur Seite. Hin und wieder ballerten sie gleich durch das Holz der Tür. Er wollte nicht getroffen werden.

„Ja, bitte?", krächzte er.

„Ihr Menü, Mr. Moro."

Mario Lupo, er nannte sich hier Moro, stieß die Luft erleichtert aus. Das Menü! Er hatte es vollkommen vergessen. Er hatte den Clerk gebeten, ihm etwas zu besorgen. Rasch schloss er auf. Der magere Clerk trug ein orangefarbenes Kunststofftablett, das mit kitschigen Blumen dekoriert war, ins Zimmer.

Er stellte das Essen auf den kleinen Rauchtisch. Mario gab dem Clerk sein Trinkgeld. Er wies auf das Menü und sagte: „Setzen Sie’s mir auf die Rechnung, okay?"

„In Ordnung, erwiderte der Magere. „Guten Appetit.

„Vielen Dank. Ich bin hungrig wie ein Wolf."

Der Clerk stelzte aus dem Zimmer. Bevor sich Mario Lupo über das Essen hermachte, schloss er sich wieder sorgfältig ein. In seiner Situation durfte er sich nicht die kleinste Unvorsichtigkeit leisten.

4

Bruno Bozzetto und Adolfo Cortese fuhren mit der Lehrerin zu einem Frachtbahnhof im Süden von Brooklyn. Sie trugen das bewusstlose Mädchen über das Gewirr von Gleisen und schafften sie in einen leeren Güterwaggon. Danach schlossen sie die Schiebetür, um mit Valentina Lupo allein zu sein.

Cortese schlug die Lehrerin mehrmals auf die Wangen.

Sie seufzte. Langsam erwachte sie. Sie hatte einen pelzigen Geschmack auf der Zunge und war noch eine Weile benebelt.

Sie sprach mit schwerer Zunge, als hätte sie ein paar Gläser über den Durst getrunken. „Wo bin ich?"

Bozzetto und Cortese schwiegen. Sie warteten, bis das Mädchen die Zusammenhänge von selbst kapierte.

Plötzlich ging ein heftiger Ruck durch ihren Körper. Und dann erinnerte sie sich. Die beiden Kerle, die vor ihr standen, hatten sich als Polizeibeamte ausgegeben. Sie hatten sie von der Schule fortgeholt. Mario sollte einen Unfall gehabt haben.

Und dann....

Der süßliche Chloroformgeschmack war noch in Valentinas Mund. Sie erhob sich. Angst und Empörung schimmerten in ihren nachtschwarzen Augen.

„Sie beide sind keine Polizisten! Bozzetto griente. „Kluges Mädchen.

„Was wollen Sie von mir? Warum haben Sie mich entführt? Wohin haben Sie mich gebracht?"

„Wir stellen hier die Fragen, Baby", meinte Adolfo Cortese.

„Mario hatte keinen Unfall, nicht wahr?"

„Mario geht es noch unverschämt gut, sagte Bozzetto. „Das muss sich ändern. Und du wirst uns dabei behilflich sein!

„Wie meinen Sie das?"

„Wir wollten uns mit Mario unterhalten. Er ist für eine Schweinerei verantwortlich, verstehst du? Man hat uns gebeten, Mario auf die Finger zu klopfen, damit er so etwas in Zukunft nicht mehr tut. Aber Mario ist uns entwischt. Wir können ihn nicht mehr finden. Deshalb halten wir uns nun an dich ..."

Obwohl ihre Lage kritisch war, warf Valentina Lupo trotzig den Kopf zurück und sagte kalt: „Was auch immer Sie von mir wissen wollen, ich werde es Ihnen nicht sagen. Ich liebe meinen Bruder, und ich lasse niemals zu, dass ihm jemand ein Leid zufügt."

„Dann werden wir das Leid, das deinem Bruder zusteht, eben dir zufügen!, knurrte Bruno Bozzetto. „Die Laus ist uns entkommen. Wir möchten von dir hören, wo er sich zu verkriechen pflegt.

„Nicht eine Silbe sage ich!"

Bruno Bozzetto fasste sie hart an den Schultern.

Jetzt schluchzte die Lehrerin auf. „Sie gemeiner Kerl!"

„Halt die Luft an, Baby. Glaube nicht, dass ich Hemmungen habe, dich wie einen Mann zusammenzuschlagen. Wo kann sich dein verdammter Bruder versteckt haben?"

„Ich weiß es doch nicht."

„Denk gefälligst nach!, schrie Bozzetto die Lehrerin an. Er ballte die Rechte zur Faust. Mit drohendem Unterton sagte er: „Ich warne dich, Mädchen. Ich hab’ noch nie viel Geduld besessen. Du solltest uns nicht zu lange hinhalten, sondern reden. Wo müssen wir nach Mario suchen? Er hat bestimmt ein Versteck, das er bevorzugt und das du kennst!

Die Lehrerin presste die Lippen fest aufeinander. Ihre Miene drückte Entschlossenheit aus. Sie war nicht bereit, zu reden. Mit Tränen in den Augen starrte sie Bruno Bozzetto an. „Nun?", brummte Bozzetto. Valentina Lupo blieb stumm. Egal, was diese Verbrecher mit ihr tun würden, sie würde es hinnehmen. Für Mario. Nie im Leben würde sie ihn verraten.

„Okay!, sagte Bozzetto wütend. „Du hattest die Möglichkeit, dir eine Menge Schmerzen zu ersparen, Baby. Aber du ziehst den steinigen Weg vor. Mir soll’s recht sein.

Bruno Bozzetto trat einen Schritt zur Seite.

Valentinas tränenverhangener Blick richtete sich auf Adolfo Cortese.

Bozzetto nickte seinem Komplizen zu. „Jetzt gehört sie dir."

Adolfo Corteses schlanke Hand glitt in die Hosentasche. Er holte ein Springmesser hervor.

Als die lange schmale Klinge aufschnappte, zuckte Valentina Lupo heftig zusammen.

Bruno Bozzetto verzog sein Gesicht zu einem bösen, hämischen Grinsen. „Fang an, Junge. Ich bin neugierig, wie viel Schmerz unser Trotzkopf vertragen kann."

Valentina Lupo wurde bleich bis in die Lippen. Entsetzt starrte sie auf die blitzende Klinge, die sich ihr langsam näherte.

5

Roberto Tardelli stoppte den weißen Maverick. Er beobachtete die Gangster aus sicherer Entfernung. Die Soldati trugen die ohnmächtige Lehrerin über das Gewirr von Schienen zu einem Güterwaggon und verschwanden mit ihr darin.

Roberto hastete über Schwellen, Granitsteine und Schienen. Er war bestrebt, nicht das geringste Geräusch zu verursachen. Je näher er dem Waggon kam, in den die Mafiosi mit dem Mädchen geklettert waren, desto vorsichtiger wurde er.

Die Sonne stand hoch am diesigen Himmel. Robertos kurzer Schatten schob sich Yard um Yard näher an den Waggon heran.

Er wusste, weshalb Bozzetto und Cortese die Lehrerin hierher gebracht hatten. Die Kerle wollten über sie an Mario herankommen. Auch Roberto wollte das. Aber sein Motiv war für Mario Lupo gesünder als das der beiden Soldati.

Roberto Tardelli erreichte die mächtigen Metallpuffer des Güterwaggons. Er blieb stehen und lauschte. Jetzt hörte der Mafiajäger auch Valentina sprechen. Sie war also wieder auf den Beinen.

Roberto hörte es klatschen und dann polterte jemand gegen die Wand des Waggons, Valentina.

Roberto holte seine Luger aus dem Schulterholster.

Er hasste Männer,

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