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Rhetorik ist Silber: Grundlagen der überzeugenden Redekunst. Von den ersten Schritten zu einer perfekten Präsentation.

Rhetorik ist Silber: Grundlagen der überzeugenden Redekunst. Von den ersten Schritten zu einer perfekten Präsentation.

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Rhetorik ist Silber: Grundlagen der überzeugenden Redekunst. Von den ersten Schritten zu einer perfekten Präsentation.

Länge:
359 Seiten
2 Stunden
Herausgeber:
Freigegeben:
Apr 18, 2016
ISBN:
9783741203824
Format:
Buch

Beschreibung

Grundlagen der überzeugenden Redekunst.
"Eigentlich heißt eigentlich nicht."
Lassen Sie uns Tacheles reden. Sagen Sie frei, was Sie denken, ohne andere zu verletzen. Sprechen und überzeugen können. Reden zu und mit anderen. Aber richtig! Tauchen Sie ein in die Welt des gesprochenen Wortes.
Das vorliegende Buch zeigt der Leserin und dem Leser in zehn Kapiteln auf, was unter moderner Rhetorik zu verstehen ist, und wie verbal und nonverbal erfolgversprechend präsentiert werden kann. Der Inhalt umfasst u. a. folgende Themen:
• Von der Rhetorik zur Präsentation
• Lampenfieber und Anti-Stress
• Struktur der Präsentation
• Training und Übung
• Die Interaktion
• Basis der Körpersprache
• Aus Wörtern werden Sätze
• Die zwischenmenschliche Kommunikation
• Falls die Presse auftaucht
• Kleine Zitaten-Sammlung
Herausgeber:
Freigegeben:
Apr 18, 2016
ISBN:
9783741203824
Format:
Buch

Über den Autor

Horst Hanisch, Bonn, ist selbstständiger Fachbuchautor, Coach und Dozent. Seine Trainingstätigkeit erstreckt sich unter anderem auf die Bereiche Kommunikation, Persönlichkeits-Entfaltung, Soft Skills, Soziale Kompetenz und Knigge/Etikette/Umgangsformen. Seine Seminare finden im In- und Ausland statt. Er ist Autor zahlreicher Fachbücher, die in Deutschland und im Ausland erschienen sind. Horst Hanisch veranstaltet Seminare zu Themen wie Business-Etikette, Das wie ist man/frau was?-Lehrmenü, Rhetorik, Präsentation, Moderation, Outfit, Selbstbewusstes Auftreten, Smalltalk, Interkulturelle Kompetenz und andere.


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Rhetorik ist Silber - Horst Hanisch

NAMENSGEBER

Kapitel 1 – Von der Rhetorik zur Präsentation

Rhetorik von der Antike bis heute

Erkenne dich selbst.

Inschrift am Orakel zu Delphi

Protagoras und die Sophisten

Mit dem Ende der Perserkriege entwickelt sich in Griechenland ein größerer Wohlstand. Gleichzeit entsteht das Bedürfnis nach Bildung. Durch die demokratische Staatsform wird auch vom Bürger erwartet, dass er geschickt und frei reden kann. Somit entsteht der ‚Beruf‘ des Redetrainers.

Die Trainer – nämlich die Sophisten = Wanderer von einem Ort zum anderen –, die Interessierten Bildung und Beredsamkeit gegen Entgelt lehrten, werden mit dem Sammelbegriff Sophisten (Lehrer der Weisheit) bezeichnet. Eine eigene Verteidigung vor Gericht war in Athen ab ca. 450 v. Chr. nur selbst möglich, weshalb die Redekunst/Rhetorik sehr gefragt war.

Der Rhetor

Ursprünglich wird als Rhetor (Rhetoren, pl.) ein redegewandter Redner bezeichnet, der vor Publikum auftritt. Später dann, als ‚Lehrer der Beredsamkeit‘, wurde er zum ‚Rhetorik-Lehrer‘. Davor (siehe oben) wurde der Rhetorik-Lehrer als ‚Sophist‘ bezeichnet, jemand, der gegen Entgelt Rhetorik und begleitenden Themen unterrichtete. Dabei sind in der Rhetorik zwei Disziplinen (Formen) ausschlaggebend:

die sprachlichen Formen

klanglich-rhythmisch; Rhythmus

semantisch (die Lehre der Wörter betreffend); Semantik

syntaktisch (die Satzlehre betreffend); Syntax

die logischen Formen

so zum Beispiel überzeugende Argumentations-Technik (Strukturen, die die Wahrheit zu Tage fördern oder verschleiern). Wichtig hierbei: der Syllogismus, die Lehre vom Beweisverfahren. Der Syllogismus (die Verknüpfung zweier Urteile zu einem dritten) besteht aus zwei Vordersätzen (Prämissen) und einem Schlusssatz (Konklusion). Beispiel:

Erster Vordersatz (Prämisse): Menschen sind sterblich.

Zweiter Vordersatz (Prämisse): Herr Mertens ist ein Mensch.

Schlusssatz (Konklusion): Also ist Herr Mertens sterblich.

Nach Aristoteles ist ‚Mensch‘ in diesem Fall der Mittelbegriff.

Die Schule von Athen

Raffaello Santi (1483 – 1520) erhielt im Alter von 25 Jahren den Auftrag von Papst Julius II., im Vatikan vier Wände der Stanza della Segnatura zu bemalen. Eine davon erhielt das Fresko ‚Die Schule von Athen‘, auf dem die Denker der Antike dargestellt sind.

Die Mitte des Gemäldes zeigt Plato(n) mit dem Finger nach oben deutend (steht für die spekulative Philosophie) und Aristoteles (die empirische Philosophie vertretend).

Auf dem Bild sind u.a. zu sehen:

Sokrates (470 – 399 v. Chr.) („Ich weiß, dass ich nicht[s] weiß.").

Platon (427 – 347 v. Chr., Schüler Sokrates) begründete die Akademie (Akademos), die 529 durch Kaiser Justinian geschlossen wurde.

Aristoteles (384 – 322 v. Chr., Platons Schüler) eröffnete ein Gymnasium (Lykeion). Er gilt als Begründer der Logik. Aristoteles war der Lehrer von

Alexander der Große (356 – 323 v. Chr.) bis zu dessen Thronbesteigung im Jahre 336 v. Chr.

Weiterhin sind abgebildet:

Pythagoras (580 – 496 v. Chr.), der griechische Mathematiker.

Heraklit von Ephesos (ca. 500 v. Chr.), der der Meinung war, dass alles in der Welt in Bewegung ist.

Diogenes (403 – 324 v. Chr.), ein Kyniker (Zyniker), der jeden weltlichen Besitz von sich gab und (angeblich) in einer Tonne lebte.

Euklid (ca. 300 v. Chr.), der ein einflussreiches Lehrbuch der Geometrie schrieb.

Ptolemäus (um 90 – 160), der ein berühmtes astronomisches Handbuch verfasste.

Das elenktische Verfahren (Sokrates)

Sokrates (um 470 – 399 v. Chr.) erkannte bei den Gesprächen mit seinen Mitmenschen, dass diese glauben, viel Wissen zu haben, das sich aber oft als Scheinwissen herausstellt. Das Scheinwissen hält der Logik bei weiterer Befragung nicht stand. Sokrates entwickelte deshalb eine Methode, genannt das elenktische Verfahren, um dem Gesprächspartner zu zeigen, dass sein Wissen kein echtes Wissen, sondern lediglich ein Scheinwissen ist.

Scheinwissen

Die Vorgehensweise:

Überzeugende Darstellung

Die Herausforderung des Rhetorik-Lehrers ist, jeden x-beliebigen Sachverhalt absolut überzeugend vertreten zu können. Er muss fähig sein, Fakten logisch darzulegen und sogar eine Schwäche als Stärke zu zeigen. Allerdings kann ein Satz in einer Situation wahr, in einer anderen falsch sein. Zum Beispiel:

Erster Vordersatz (Prämisse): Menschen haben zwei Beine.

Zweiter Vordersatz (Prämisse): Herr Mertens hat zwei Beine.

Schlusssatz (Konklusion): Also ist Herr Mertens ein Mensch.

Oder:

Erster Vordersatz (Prämisse): Menschen haben zwei Beine

Zweiter Vordersatz (Prämisse): Ein Känguru hat zwei Beine.

Schlusssatz (Konklusion): Also ist ein Känguru ein Mensch.

Daraus folgt, dass es keinen objektiven Sachverhalt geben kann. Es resultiert der berühmte ‚Homo-mensura-Satz‘ des Protagoras:

„Der Mensch ist das Maß aller Dinge, des Seienden für sein Sein, des Nichtseienden für sein Nichtsein."

Der Homo-mensura-Satz gilt als Kernstück des sophistischen Denkens:

„Der Mensch bestimmt das Sein, alles darüber Hinausgehende wird abgelehnt (Skeptizismus) und alles Sein ist nicht objektiv, sondern subjektiv und wandelbar (Relativismus).

Die Bedeutung der Sophisten

Nachdem in der griechischen Naturphilosophie nicht der Mensch die wichtigste Rolle spielt, wird er beim Sophisten zum Mittelpunkt des philosophischen Denkens. Deshalb wird auch die verbale – zwischenmenschliche – Kommunikation, also die Sprache, immer wichtiger. Die gesprochene Sprache spielte bei den Sophisten eine überragende Rolle.

Den Antrieb, der den Menschen immer wieder in die Region des wahren Seins und des Guten führt, nennt Plato(n) ‚Eros‘. Er weckt im Menschen die Sehnsucht, sich der Schau der Ideen zu widmen. Im Symposion (gesellschaftlichen Zusammensein, später als wissenschaftliche Konferenz bezeichnet) wird er als das philosophische Streben nach der Schönheit der Erkenntnis beschrieben. Zwischen der Welt des Sinnlichen und der des Geistigen nimmt er eine vermittelnde Funktion ein. Im Verhältnis zum Mitmenschen zeigt sich sein pädagogischer Aspekt (epiméleia) darin, die anderen an der Erkenntnis teilnehmen zu lassen.

Plato(n) und der Dialog

Andere Menschen an einer Erkenntnis teilnehmen zu lassen, nennt Plato(n) einen Dialog. Denn, nach Plato(n)s Überzeugung, ist der Weg der Rückerinnerung im Dialog möglich. Damit wird mit Begriffen und Wörtern umgegangen, die die Ideen und Erinnerungen widerspiegeln.

Dialektisch, also ohne Zuhilfenahme der Anschaulichkeit und bildhaften Darstellung, sollen die Ideen im Dialog logisch dargestellt werden. Gleichzeitig soll uns ihr Verhältnis untereinander deutlich gemacht werden. Die Figuren der platonischen Dialoge nehmen also bewusst gegensätzliche Positionen ein (Dialektik = die Logik des Widerspruchs), um Thesen an ihren Antithesen zu prüfen.

Ziel: Kontroverse Themen durch Aussage und Gegenaussage (These und Antithese) schlüssig durch eine Konklusion bzw. Synthese darzustellen.

Aristoteles und die Logik

Aristoteles lebte von 384 bis 322 vor Christus. Er war über 20 Jahre Schüler des Plato(n). Im Jahre 342 wird er Lehrer Alexanders des Großen.

Der Syllogismus (s. o.) spielt eine wesentliche Rolle. Eine Kette von mehreren Schlüssen ist ein Beweis. Diese Methode nennt sich deduktiv, denn sie geht vom Allgemeinen zum Besonderen.

Nach Aristoteles Meinung soll es ein Ziel der Wissenschaft sein, zwingend das Bestehende aus seiner Ursache abzuleiten.

Das Gegenstück zur Deduktion ist die Induktion. Die Induktion sucht nach dem Gemeinsamen innerhalb einer Gattung.

Deduktion = Ableitung des Besondern aus dem Allgemeinen

Induktion = Schlussfolgerung vom Einzelnen auf das Allgemeine

Das System des Status

Speziell vor Gericht wurde mit dem System des Status constitutio (Streitstand), also dem Punkt, um den gestritten wird, gearbeitet. Nach Hermagoras baut sich das System so auf:

Genus rationale (Bereich der Argumentation)

1. Status (status coniecturalis)

ist die Mutmaßung (Frage nach dem Täter)

Beschuldigung durch den Ankläger

„Nein" – Ablehnung der Beschuldigung durch den Angeklagten

2. Status (status definitius)

ist die Definition (Frage nach dem Delikt)

Beschuldigung durch den Ankläger

„Ja, aber mildere Deliktskategorie." – Bejahung durch den Angeklagten. Aber aus Sicht des Beklagten liegt eine Beschuldigung vor, die nur zum Teil berechtigt ist.

3. Status (status qualitatis)

ist die Beschaffenheit (Frage nach der Rechtfertigung). Wir unterscheiden zwischen dem absoluten Rechtfertigungsstatus (constitutio iuridicialis absoluta) und dem relativen Rechtfertigungsstatus (constitutio iuridicialis assumptiva).

absoluter Rechtfertigungsstatus

Beschuldigung durch den Ankläger

„Ja, aber die Tat war gerechtfertigt." – Bejahung durch den Angeklagten. Aber aus Sicht des Beklagten ist er der Meinung, dass die Tat gerechtfertigt war.

relativer Rechtfertigungsstatus

Beschuldigung durch den Ankläger

„Ja, aber…." - Bejahung durch den Angeklagten.

Zugeständnis (concessio): Aus Sicht des Beklagten lag Rechtsunkenntnis oder höhere Gewalt vor, so dass er der Meinung ist, dass die Tat gerechtfertigt war.

Übertragung des Vorwurfs (translatio criminis): Aus Sicht des Beklagten ist er das Opfer. Er ist überzeugt, in Notwehr gehandelt zu haben, so dass er der Meinung ist, dass die Tat gerechtfertigt war.

Zurückweisung des Vorwurfs (remotio criminis): Aus Sicht des Beklagten handelte er auf Befehl, also der Anweisung einer dritten Person. Er konnte – und durfte – nicht anders handeln. Deshalb argumentiert er, unschuldig zu sein.

Vergleich (comparatio): Aus Sicht des Beklagten war die begangene Tat besser als eine nicht begangene Tat. Er musste also so handeln. Deshalb meint er, unschuldig zu sein.

4. Status (translatio)

ist die Übertragung (Ablehnung des Verfahrens)

Beschuldigung durch den Ankläger

„Du hast nicht das Recht, mich zu beschuldigen!" Der Angeklagte ist der Meinung, dass der Beschuldigende (zum Beispiel das handelnde Gericht) nicht zuständig sei.

Genus legale (Steuerung der Auslegung von juristischen Texten)

Vier Kategorien werden unterschieden:

1. Kategorie (scriptum sententia) Wortlaut und Sinn

der geschriebene Text entspricht nicht dem Sinn des Texts

2. Kategorie (leges contrariae) widersprüchliche Gesetze

Verschiedene Gesetze werden gegeneinander ausgespielt

3. Kategorie (ambiguitas) Doppeldeutigkeit

Verschiedene Interpretation des Gesetzestextes

4. Kategorie (ratiocinatio) Folgerung, Analogieschluss

Eine Gesetzeslücke liegt vor

Tropen, Redeschmuck und Wortfügungen

In der Antike wurde unter anderem unterschieden zwischen Tropen (Wendungen) und Redeschmuck zwischen rhetorischen Wortfiguren in dreierlei Kategorien (Hinzufügen von Wörtern, Auslassen von Wörtern oder Umstellung von Wörtern) und so fort.

In einer Trope wird ein Wort ausgetauscht bzw. in einem anderen Sinn benutzt. In einer Figur bleibt das Wort in seinem Sinn bestehen, aber mehrere Wörter ergeben in ihrer Verknüpfung eine Figur. Da aber auch schon damals die Unterscheidung recht schwierig zu ziehen war, bezeichnen wir der Einfachheit halber alle Möglichkeiten als Redefiguren.

Die unten aufgelisteten Wortfügungen waren in der antiken Rhetorik wichtig. Heute können Sie benutzt bzw. vermieden werden.

Anordnung (ordo)

Die ‚Kraft‘ der Rede soll im Verlauf der Präsentation zunehmen

„Die besprochenen Punkte sollen Sie zum Nachdenken anregen, ja zum Umsetzen auffordern."

„Ich sehe die Katastrophe vor mir, ja ich höre die Leidenden schon schreien."

Verbindung (iunctura)

Vermeidung von Kakofonie, also Missklängen in der Sprache. Das Gegenwort zu Kakofonie (auch Kakophonie) lautet Euphonie (nicht Euphorie!)

Rhythmus (numerus)

Ähnlich klingende Silben sollen nicht im selben Satz benutzt werden.

„Fischer fischt frische Fische."

Das Stilisieren (elocutio)

Es wird unterschieden zwischen Stilqualität und Stilart

Die vier Stilqualitäten

In der Antike wurden folgende vier Stilqualitäten unterschieden:

1. Kategorie = Hellenität (gr.), Latinität (röm.)

bedeutet die korrekte Verwendung der Sprache

2. Kategorie = Klarheit der Diktion (perspicutitas); Anschaulichkeit (evidentia)

Aufbauen (in Bildern reden)

eine stark subjektive Darstellungsweise – Steigerung (amplificatio)

sich sprachlich in eine Sache einsteigern, zum Beispiel als

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