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Zwei Grad Celsius: Wie zügellose Gier die Welt verändert

Zwei Grad Celsius: Wie zügellose Gier die Welt verändert

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Zwei Grad Celsius: Wie zügellose Gier die Welt verändert

Länge:
126 Seiten
1 Stunde
Herausgeber:
Freigegeben:
Dec 8, 2015
ISBN:
9783957800534
Format:
Buch

Beschreibung

Es sind zwei Grad Celsius, deren Überschreitung für die Menschheit Folgen katastrophalen Ausmaßes bedeuten. Zwei Grad Celsius, höher darf die globale Durchschnittstemperatur nicht steigen, um die unumkehrbare Zerstörung unseres Planeten zu verhindern. Michael Squar führt uns anschaulich Zahlen und Fakten vor Augen, die schonungslos die Dringlichkeit einer Veränderung zeigen. Die unersättliche Güterproduktion zur Aufrechterhaltung des Wirtschafts- und Wohlstandswachstums fordert hohe Preise. Klimawandel, Überbevölkerung, Nahrungsmittelversorgung sind die Themen, mit denen wir uns befassen müssen, und zwar jetzt! Squar deklamiert eine Welt, in der eine ganze Generation nach dem Motto »Nach uns die Sintflut« lebt - ganz wörtlich.
Herausgeber:
Freigegeben:
Dec 8, 2015
ISBN:
9783957800534
Format:
Buch

Über den Autor


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Zwei Grad Celsius - Michael Squar

Tabellenverzeichnis

Einleitung

Wandlungsprozesse, also Veränderungserscheinungen in Naturund anthropogenen Räumen unserer Erde, sind zunächst einmal keine »neuartig-sensationellen« Erscheinungen. Sie laufen auf naturräumlicher Ebene seit Beginn der Erdgeschichte, auf anthropogener Ebene seit dem Auftreten der ersten Menschen ab. Zwischen diesen beiden Ereignissen liegen allerdings einige Jahre, etwas genauer ausgedrückt eine einstellige Zahl im Milliardenbereich.

Ganz anders gestaltet sich die zeitliche Sichtweise vom schleichenden Beginn der Menschheitsgeschichte bis in unsere heutige, ach so hochkomplizierte, schnelllebige, pseudo-intelligenzgesteuerte, postmoderne Neuzeit. Dazwischen liegt lediglich eine einstellige Zahl im unteren Millionenbereich. So ganz genau kann das allerdings niemand sagen. Immerhin beglückt der Mensch seinen Planeten erst seit den letzten rund 0,03 % der gesamten Erdgeschichte. Das ist verblüffend, insbesondere bei Betrachtung der Veränderungen, die Homo sapiens erectus bewirkt hat. Inwiefern dies mit positiven oder negativen Auswirkungen verbunden ist, sei zunächst dahingestellt. Hierüber werden sich auch zukünftig die Geister streiten. Festzustehen scheint nach den bisherigen Erfahrungen lediglich, dass das eine wohl in fast allen Fällen an das andere gekoppelt ist.

Die Versuche des Menschen, Neuerungen zu seinem Wohle durchzusetzen, zeigen in aller Regel auch schädliche Aspekte, die unter dem Strich ein eher negatives Saldo ergeben.

Sein Umgang mit den ihm von der Natur geschenkten Ressourcen wie den dinglichen in Form von Wasser, Erde, Luft, Bodenschätzen sowie mit seinen gegebenen kognitiven Fähigkeiten ist oftmals eher zweifelhaft als verantwortungsvoll, mehr auf sein eigenes Ego gerichtet als global-gemeinschaftlich vorausschauend.

Vor diesem Hintergrund haben sich im Verlauf der letzten Jahrzehnte eine Vielzahl von Problemen ergeben, die zusammenwirken und in ihrem bedrohlichen Ausmaß erst jetzt von einigen Regierungen ernst genommen werden.

Es geht um Faktoren wie, mag es auch mittlerweile schon fast abgedroschen klingen, den Klimawandel mit all seinen Folgeerscheinungen, das Bevölkerungswachstum, die Nahrungsmittelversorgung, die Ungleichverteilung der Süßwasservorkommen, aber auch um Gewalt, Konflikte und Kriege.

Die Weltbank deutete beispielsweise 2014 in Hinsicht auf das Bevölkerungswachstum bereits eine zukünftige »globale Jobkrise« an. So müssten nach deren Schätzungen bis 2030 weltweit mindestens 600 Millionen neue Arbeitsplätze geschaffen werden, um mit dem prognostizierten Bevölkerungswachstum auf der Erde mithalten zu können. Allein diese gewaltige Aufgabe erfordert ein Umdenken hinsichtlich der damit verknüpften und zu erwartenden Umweltbelastungen.

Unser Lebensstil, damit sind wir in den entwickelten, konsumverwöhnten Ländern gemeint, trägt nicht bloß zum gegenwärtigen Temperaturanstieg auf der Erde bei, er ist der ausschlaggebende Faktor. Zwei Grad Celsius über der globalen Durchschnittstemperatur ist eine Grenze, ein sogenannter »tipping point«, dessen Überschreitung katastrophale Klimaveränderungen mit Dominoeffekten für weitere Kipppunkte bewirkt.

Welche Ursachen liegen diesem Entwicklungsgefüge zugrunde, in welcher Art und Weise korrelieren sie, wie bedingen sie sich? Schließlich stellt sich die entscheidende Frage, wie der bereits im

D-Zug-Tempo abgefahrene Zug gebremst oder gar zum Stehen gebracht werden kann …

Ist dies überhaupt noch möglich?

Klimawandel

Ein Paradebeispiel hierfür ist der vieldiskutierte Klimawandel, über den bis vor gar nicht langer Zeit noch gestritten wurde, ob er anthropogen, also vom Menschen bedingt sei oder naturgegebene Veränderungen wie beispielsweise erdgeschichtliche Wechselfolgen von Eis- und Warmzeiten hierfür den Ausschlag gegeben haben könnten. Insbesondere die US-amerikanische Regierung unter der Bush-Administration zog anthropogene Ursachen in Zweifel. Mittlerweile setzt sich zunehmend die Meinung durch, menschliche Einflüsse seien die ausschlaggebenden Faktoren, welche zum Begriff des Klimawandels geführt haben.

Erhebungen über dessen Ursachen, Ausmaß und Dynamik werden seit Ende der 1980er Jahre vom Klimarat IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Charge) mit Sitz in Genf durchgeführt, dessen Mitglieder sich aus Wissenschaftlern verschiedener Mitgliedstaaten der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) sowie des UN-Umweltprogramms UNEP zusammensetzen. Im Vordergrund stehen dabei objektive Forschungsergebnisse, die einzelstaatliche wirtschaftliche Interessen außer Acht lassen sollen.

Zum besseren Verständnis sind folgende Definitionen von Bedeutung:

Wetter – Klima

»Wetter« ist der kurzfristige (Stunden bis maximal wenige Tage), momentane atmosphärische Zustand (Sonne, Wolken, Regen, Schnee, Hagel, Temperatur, Luftdruck, Luftfeuchte, Wind) eines bestimmten Orts.

»Klima« hingegen ist das langfristige (Zeitraum mindestens ein Jahr) statistische Verhalten der Atmosphäre, gemessen in Form von Mittelwerten, Standardabweichungen, maximalen und minimalen Werten, Häufigkeitsverteilungen, durchschnittlichen Tages- und Jahreswerten.

Klimabeeinflussende Faktoren sind:

das Wasser (Hydrosphäre, in erster Linie die Weltmeere),

das Eis der Arktis und Antarktis sowie Gletscher (Kryosphäre),

sämtliche Lebewesen auf der Erde (Biosphäre). Hierzu zählt eben auch der Mensch als anthropogener Einflussfaktor.

Das globale Klima, also das langfristige statistische Verhalten der Erdatmosphäre, zeigt einen signifikanten Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur um rund 0,8° Celsius seit etwa 1900.

Das ist nicht viel? Ist es aber!

Bisher messbar festgestellt wurden aufgrund dieses Temperaturanstiegs u. a.:

ein durchschnittlicher globaler Anstieg der Meerestemperatur um etwa 0,15° Celsius in den Oberflächenschichten (bis knapp 1 km Tiefe) der Weltmeere seit Anfang der 1990er Jahre

ein durchschnittlicher Anstieg des globalen Meeresspiegels um rund 17 cm im Verlauf des 20. Jahrhunderts

ein Abschmelzen der Schneedecke auf der Nordhalbkugel um 8–10 % (entspricht einer Fläche von 3–4 Millionen Quadratkilometer)

Weitere Folge dieses Klimawandels ist die Beobachtung immer häufiger in Erscheinung tretender extremer Wetterereignisse auch in Gebieten, die hiervon sonst kaum betroffen waren. Unwetter mit Wirbelstürmen, Überschwemmungen, starken Gewittern oder fortschreitende Desertifikation nehmen in immer kürzeren Zeitabständen deutlich zu.

Beispiele:

die Anzahl der extremen Hochwasserereignisse auf dem asiatischen Kontinent stieg von rund 100 Anfang der 1970er Jahre auf über 600 bis zum Jahr 2010,

die Flächenbrände auf dem gesamten amerikanischen Kontinent erhöhten sich zwischen dem Ende der 1980er Jahre und dem Jahrtausendwechsel von 10 auf über 50.

Dies alles ist im Wesentlichen auf den globalen durchschnittlichen Temperaturanstieg von augenscheinlich geringen 0,8° Celsius zurückzuführen. Geht die Entwicklung weiter, dann würde bis zum Ende dieses Jahrhunderts ein Anstieg um mehr als 2° Celsius erfolgen, mit verheerenden Folgen, die nicht mehr umkehrbar wären:

weiterer Anstieg des Meeresspiegels mit Überflutungen großflächiger küstennaher Bereiche und ganzer Staaten wie beispielsweise die Malediven oder Bangladesch, letzterer mit 155 Millionen Einwohnern,

Freisetzung des Treibhausgases Methan (das den globalen Treibhauseffekt weitaus »effektiver« forciert als Kohlendioxid) durch das Auftauen von Permafrostböden,

Wanderungswellen von Klimaflüchtlingen, die aus ihrer überschwemmten Heimat im wahrsten Sinne des Wortes weggespült werden.

Wahrscheinlich werden weite Kreise der Menschen diesem Szenario keinen Glauben schenken, sie werden sich schmunzelnd zurücklehnen und sich denken: Was für ein Schwachsinn, alles wird so bleiben wie es

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