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Der Priester und die Sünderin: Heimat-Krimi
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Der Priester und die Sünderin: Heimat-Krimi
eBook173 Seiten2 Stunden

Der Priester und die Sünderin: Heimat-Krimi

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Über dieses E-Book

Kitty Lorenz, das bildhübsche Mädchen vom Land, das in der Stadt seinen jungen Körper verkaufte, hatte die bittere Erfahrung gemacht, dass ihr reicher Kunde Carsten Siebert immer besonders einfallsreich war, wenn er gekokst hatte. Da kamen ihm jedes Mal die widerlichsten und schmerzreichsten Ideen. Sie schluckte nervös. Mädchen, mach dich auf was gefasst, dachte sie. Nachdem er sein Glas zum zweiten Mal geleert hatte, stellte er es auf den Tisch und ging zielstrebig ins Schlafzimmer. Er kannte sich in ihrer Wohnung fast genauso gut aus wie sie. Kitty folgte ihm, obwohl sie lieber die Flucht ergriffen hätte. Aber das hätte ihr Siebert verdammt übel genommen. Und die Folgen... An die wollte sie gar nicht denken. Diesmal wird es ein böses Ende nehmen, ging es ihr durch den Sinn. Das spüre ich...

SpracheDeutsch
HerausgeberBEKKERpublishing
Erscheinungsdatum12. Juni 2019
ISBN9781533792532
Der Priester und die Sünderin: Heimat-Krimi
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Autor

A. F. Morland

A. F. Morland schrieb zahlreiche Romane und ist der Erfinder der Serie Tony Ballard.

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    Buchvorschau

    Der Priester und die Sünderin - A. F. Morland

    A.F.Morland

    Der Priester und die Sünderin

    Heimat-Krimi

    ––––––––

    IMPRESSUM

    Ein CassiopeiaPress Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books und BEKKERpublishing sind Imprints von Alfred Bekker

    © by Author/ Titelbild:jpeter2/pixabay, 2016

    © dieser Ausgabe 2016 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

    www.AlfredBekker.de

    postmaster@alfredbekker.de

    Klappe

    Kitty Lorenz, das bildhübsche Mädchen vom Land, das in der Stadt seinen jungen Körper verkaufte, hatte die bittere Erfahrung gemacht, dass ihr reicher Kunde Carsten Siebert immer besonders einfallsreich war, wenn er gekokst hatte. Da kamen ihm jedes Mal die widerlichsten und schmerzreichsten Ideen. Sie schluckte nervös. Mädchen, mach dich auf was gefasst, dachte sie. Nachdem er sein Glas zum zweiten Mal geleert hatte, stellte er es auf den Tisch und ging zielstrebig ins Schlafzimmer. Er kannte sich in ihrer Wohnung fast genauso gut aus wie sie. Kitty folgte ihm, obwohl sie lieber die Flucht ergriffen hätte. Aber das hätte ihr Siebert verdammt übel genommen. Und die Folgen... An die wollte sie gar nicht denken. Diesmal wird es ein böses Ende nehmen, ging es ihr durch den Sinn. Das spüre ich...

    Roman

    Kitty Lorenz hatte sich das Leben in der Stadt wesentlich schöner vorgestellt. Glamouröser. Luxuriöser. Aufregender. In Geld schwimmen würde sie – hatte sie gedacht. Und sie war auch bereit gewesen, dafür das eine oder andere Opfer zu bringen. Zum Beispiel mit Männern für Geld ins Bett zu gehen.

    Warum nicht? Sie war schließlich nicht prüde und hatte auch schon daheim, in St. Sebastian, diesem winzigen Fliegenschiss auf der Landkarte, mit den feschen Burschen eifrig rumgemacht. Hinterm Heuschober. Im Wald. In ihrer Kammer...

    Und es hatte ihr jedes Mal so viel Spaß gemacht, dass sie sich gesagt hatte: Warum solltest du damit nicht auch mal schön Geld verdienen? Ist doch nichts Verwerfliches. Du hast, was Männer wollen, stellst es ihnen für einen bestimmten Betrag zur Verfügung – und hast obendrein auch noch selbst deinen Spaß daran... Du gehst für eine Weile in die große Stadt, tauchst in deren Anonymität unter und wenn du genug Kohle beisammen hast, kehrst du als wohlhabende Frau in dein Dorf zurück. Da werden sie Augen machen, die weltfremden Alm-Deppen.

    Vielleicht wäre es tatsächlich so gekommen, wenn Kitty nicht Django in die Hände gefallen wäre. Er sah aus wie eine Mischung aus Elyas M'Barek und Matthias Schweighöfer. Nett, sympathisch, redegewandt. Ein Sonnenschein. Auf den ersten Blick. Aber auf den zweiten hielt er leider überhaupt nicht, was er versprach. Und er hieß auch nicht Django, sondern Gangolf Müller.

    Doch so wollte er nicht genannt werden. Weil sich nach seiner Meinung Gangolf idiotisch anhörte und Müller zu gewöhnlich war. Django hingegen gefiel ihm. Der Name passte zu ihm. Deshalb nannten ihn auch alle nur so.

    Er hatte versprochen, Kitty ganz groß rauszubringen, hatte einiges Geld in sie investiert, eine kleine Wohnung für sie gekauft und diese gemütlich eingerichtet, damit sie nicht auf der Straße anschaffen musste, sondern ihre betuchten Kunden zu Hause empfangen konnte. Halbe-halbe würden sie machen, hatte er gesagt, doch davon war inzwischen keine Rede mehr.

    Er nahm sich, was er brauchte, um bei seinen Freunden gut dazustehen, und den – manchmal ziemlich kläglichen - Rest überließ er ihr großzügig.

    Einmal hatte sie gewagt, von den üppigen Einnahmen heimlich etwas abzuzweigen. Er hatte es gemerkt und sie grün und blau geschlagen. Seitdem hatte sie nicht mehr den Mut, mal einen Hunderter an ihm vorbei zu schwindeln.

    Selbst das Geld, das ihr gönnerhaft zugesteckt wurde, wenn sie einen Freier mal besonders gut abgefertigt hatte, legte sie brav in die Nachttischlade, denn keiner durfte Django ärgern, weil das immer große Schmerzen zur Folge hatte.

    Es war ein kalter Aprilabend. Draußen tobte ein Wind mit einer Geschwindigkeit von mehr als 90 km/h. Er heulte, pfiff und rüttelte an den Fenstern.

    Kitty hatte sich hübsch zurechtgemacht, ihre lange blonde Mähne sorgfältig gebürstet, sich sorgfältig geschminkt und teure Reizwäsche angezogen.

    Kürzlich hatte sie ihren einundzwanzigsten Geburtstag gefeiert. Was sie von Django bekommen hatte? Hiebe. Weil sie ihm zu widersprechen gewagt hatte.

    Weiber hatten seiner Ansicht nach gefälligst zu kuschen. Taten sie es nicht, gab es Dresche. Damit hatte er sich noch jede renitente Schlampe (seine Worte) gefügig gemacht. Deshalb ging er von diesem bewährten Erfolgsrezept auch nicht ab.

    Kitty warf einen nervösen Blick auf die Wanduhr. Es gab angenehme und unangenehme Freier, und der, der in Kürze bei ihr Klingeln würde, gehörte zur zweiten Kategorie.

    Er stand auf dem Standpunkt, dass er mit ihr alles anstellen dürfe, weil er dafür ja bezahlt habe. Schalen Blümchensex könne er auch von seiner langweiligen Frau kriegen.

    Es waren immer die satten Reichen, die besonders über die Stränge schlugen. Und das war Herr Carsten Siebert – satt, reich, pervers und brutal...

    *

    Pfarrer Lackinger saß in seinem schwarzen Habit auf der Bank vor dem Pfarrhaus und rauchte seine geliebte Pfeife. Er genoss diese stillen, friedlichen Abende, während seine Haushälterin die letzten Handgriffe tat, bevor sie ihn zu Tisch rief. Diese Zeit der Ruhe und Entspannung war für ihn ein Geschenk des Himmels, das er dankbar und demütig annahm. Eine kleine Schwe¬befliege stand vor ihm in der Luft und sah ihn sich sehr genau an.

    Na, du, sagte der sechzigjährige Priester lächelnd. Bist du zufrieden mit dem, was du siehst?

    Er zog wieder an seiner Pfeife. Der Rauch vertrieb das sympa¬thische Insekt. Fünf Minuten später rief Walpurga Gartner den Pfarrer ins Haus. Florian Lackinger erhob sich. Er ächzte dabei leise. Ihm taten die Knie weh. Er würde sie vor dem Zu-Bett-Gehen mit der übelrie¬chenden Tinktur einreiben, die Walpurga für ihn nach einem altbewähr¬ten Rezept zusammengebraut hatte, und von der er lieber nicht wis¬sen wollte, was da alles drin war. Hauptsache das Zeug half. Wenn es einen so intensiven Gestank verströmte, dass die Fliegen von der Wand fielen, war das kein Problem. Pfarrer Lackinger hatte sein Schlafzimmer ja für sich allein und brauchte auf niemandes Nase Rücksicht zu nehmen.

    Was gibt's denn heute Gutes?, erkundigte sich der Pfarrer.

    Blumenkohlauflauf, antwortete Walpurga Gartner. Man sah ihr ihre achtundfünfzig Jahre nicht an. Ihr braunes Haar, das sie stets locker hochgesteckt trug, war nur von wenigen grauen Strähnen durchzogen. Verziehen Sie jetzt bloß nicht das Gesicht, Herr Pfarrer. Blumenkohl ist äußerst gesund.

    Ich habe nichts gesagt.

    Walpurga Gartner musterte ihn argwöhnisch. Da ist so ein Ausdruck in Ihren Au¬gen...

    Ich bitte um Vergebung, wenn er dir nicht gefällt.

    Ich weiß, was Sie denken, schließlich bin ich seit einer Ewigkeit bei Ihnen im Dienst. Da Walpurga seit Anbe¬ginn Florian Lackinger den Pfarrhaushalt führte, erlaubte sie sich ihm gegenüber schon mal ein offenes Wort. Man kann nicht immer nur Schnitzel essen.

    Habe ich gesagt, dass ich das möchte?

    Die Woche besteht auch nicht nur aus Sonntagen, erklärte Walpurga Gartner, als habe Pfarrer Lackinger nichts erwidert. Man muss gesundheitsbewusst leben.

    Ich bin ganz deiner Meinung.

    Wenn Walpurga Gartner erst mal in Fahrt war, ließ sie sich nicht so leicht abstellen, deshalb fuhr sie leidenschaftlich fort: Und wenn im eigenen Garten - völlig ungespritzt und ganz natürlich ge¬düngt - ein so prächtiger Blumenkohl wächst, wäre es eine Sünde, ihn nicht zu essen.

    Ich freue mich auf deinen Blumenkohlauflauf, behauptete Pfarrer Lackinger.

    Na - ich weiß nicht...

    Heiliger Dingsbums...!, rutschte es ihm heraus.

    Walpurga Gartner hob rügend den Zeigefinger. Herr Pfarrer, Herr Pfarrer!

    Entschuldige, aber du kannst einen manchmal ganz schön aus der Fassung bringen. Ich liebe alles, was du kochst, weil du die Speisen immer ganz hervorragend zubereitest - ob es sich nun um ein ganz einfaches Gericht oder um einen Festtagsbraten handelt. Bist du mit dieser Aussage zufrieden?

    Sie war es anscheinend, denn sie wechselte das Thema. Wo nur unser Kaplan bleibt. Er weiß doch, wann bei uns Essenszeit ist.

    Draußen näherte sich das Brummen eines Motorrades und verstummte.

    Da ist er schon, sagte der grauhaarige Pfarrer.

    Kaplan Amadeus Birkfeld stieg von seiner Maschine. Euro für Euro hatte er gespart, um sie sich kaufen zu können, und er war sehr stolz auf sein chromblitzendes Prachtstück. Allmählich ge¬wöhnte sich Florian Lackinger daran, dass viele den dreißigjährigen Kaplan in seiner schwarzen Lederkluft und mit dem Sturzhelm eher für einen Rocker denn für einen Pfarrer hielten. Amadeus Birkfeld unterstützte ihn hervorragend, und wenn es mal galt, Hochwürden ein paar Tage zu vertreten, machte der junge blonde Mann seine Sa-che wirklich nicht schlecht. Dass er mit seinen unkonventionellen Methoden bei Dienstherren und Kirchengemeinderäten oft aneckte, schrieb Florian Lackinger der Jugend des Kaplans zu. Pfarrer Lackinger war zuversichtlich, dass Amadeus Birkfeld sich im Laufe der Jahre abschleifen und ein wertvoller Nachfolger sein würde.

    Der Kaplan kam mit dem Sturzhelm unter dem Arm herein. Grüß Gott.

    Walpurga Gartner warf ihm einen strengen Blick zu.

    Ich weiß, ich bin ein bisschen spät dran, sagte er. Aber ich habe eine Entschuldigung, die Sie gelten lassen müs¬sen, schmunzelte der junge Kaplan, dem die Haushälterin nie ernstlich böse sein konnte. Ich wurde von Polizeihauptmeister Kaberl aufgehalten.

    Haben Sie eine Verkehrssünde begangen?, fragte Walpurga.

    Ich doch nicht. Ich fahre stets sehr diszipliniert. Wir haben uns über die Entschärfung einer gefährlichen Kurve zwischen St. Sebastian und Wacking unterhalten.

    Ich würde jetzt gern mal was in meinen leeren Magen kriegen, brummte Pfarrer Lackinger.

    Oh, Entschuldigung, sagte Kaplan Birkfeld. Ich ziehe mich nur ganz schnell um. Was gibt's denn?

    Blumenkohlauflauf, antwortete Florian Lackinger, und Walpurga duldet keinen scheelen Blick.

    *

    Hin und wieder dachte Kitty Lorenz mit Wehmut an ihr kleines, beschauliches, idyllisches Dorf in den Bergen, und sie fragte sich, was wohl aus ihr geworden wäre, wenn sie in St. Sebastian geblieben wäre. Wie wäre ihr Leben dann verlaufen? Junge Männer waren genug hinter ihr her gewesen.

    Sie hätte sich den hübschesten, stärksten und begehrtesten aussuchen können. Heirat. Kinder. Familie... Wie das halt so üblich ist. Aber sie hatte zu hoch hinaus wollen, und nun saß sie in der Falle, konnte weder vor noch zurück und musste sich mit reichen Sadisten wie Carsten Siebert abgeben.

    Kaplan Birkfeld kam ihr in den Sinn. Amadeus Birkfeld. Ein kleines Lächeln umspielte ihre vollen Lippen. Sie hatte ihn sehr gemocht. Er war ihr ungemein sympathisch gewesen. Manchmal hatte sie ihn wegen seines nicht gerade alltäglichen Vornamens gehänselt.

    Amadeus. Wolfgang Amadeus... Wie kann man so heißen und keinen blassen Dunst vom Komponieren haben? Aber das stimmte ja nicht. Den Wolfgang hatte sie ihm drangehängt. Der stand nicht in seinen Taufpapieren.

    Wenn er der Kirche nicht so sehr zugetan gewesen wäre..., ging es ihr durch den Kopf. Wer weiß – vielleicht wär das was mit uns geworden. Ich hätte ganz sicher nichts dagegen gehabt. Aber er – er konnte sich leider nicht entscheiden... Es läutete. Das Schrillen der Glocke riss Kitty aus ihren

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