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Modernes Partnertraining im Shotokan-Karate: Traditionelle und moderne Formen des Kumite-Trainings

Modernes Partnertraining im Shotokan-Karate: Traditionelle und moderne Formen des Kumite-Trainings

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Modernes Partnertraining im Shotokan-Karate: Traditionelle und moderne Formen des Kumite-Trainings

Länge:
998 Seiten
2 Stunden
Herausgeber:
Freigegeben:
Nov 5, 2018
ISBN:
9783741206696
Format:
Buch

Beschreibung

Das Buch richtet sich an Trainer und fortgeschrittene Karatekas. Im ersten Teil werden die traditionellen Formen des Partnertrainings beschrieben, im zweiten Teil werden moderne Arten des Kampftrainings erläutert und Ideen zur Entwicklung eigener Übungsbeispiele geliefert.
Herausgeber:
Freigegeben:
Nov 5, 2018
ISBN:
9783741206696
Format:
Buch

Über den Autor

Karate seit 1962, 7. Dan, A-Trainer und Karatelehrer, Studiendirektor Mathematik, Physik a.D.


Buchvorschau

Modernes Partnertraining im Shotokan-Karate - Alfred Heubeck

Die Autoren:

Alfred Heubeck

Geb. 1947, Studiendirektor Mathematik, Physik, Informatik,

Karate seit 1962, Schwarzgurt seit 1968

7.Dan Karate 1.Dan Kyusho,

A-Trainer seit 1978, Karatelehrer seit 1999

Josef Möges

Geb. 1968, Dipl.-Kfm. (FH)

Karate seit 1989

4.Dan Karate, 2.Dan Kyusho

B-Trainer Selbstverteidigung seit 2011, Dojoleiter seit 1997

Traditionelle …

(1963)

…und moderne Formen des Kumite-Trainings

(2016)

Inhaltsverzeichnis

Einleitung und Vorüberlegungen

Traditionelle Formen aus der Prüfungsordnung

Gohon-Kumite

Sanbon-Kumite

Kihon-Ippon-Kumite

Kaeshi-Kumite

Jiyu-Ippon–Kumite

Weitere traditionelle Formen

Okuri–Kumite (Okuri–Ippon-Kumite)

Happo-Kumite

Angreifen aus der Reihe

Moderne Varianten des Partnertrainings

Methodische und didaktische Gründe für neue Varianten

Beispiele für methodische Übungen

Verändertes Verständnis der Uke Techniken

Gedan-Barai (Gedan-Uke):

Shuto-Uke (Uchi)

Zweihandtechniken:

Drills

Kyusho-Training

Selbstverteidigung

Kampfspiele

Schlussbemerkung

Danksagung

Übersicht über die Formen des Partnertrainings im Shotokan

Glossar

Literaturverzeichnis

Weitere Bücher des gleichen Autors:

Einleitung und Vorüberlegungen

Das Motto „Zukunft braucht Tradition"¹ ist der Leitgedanke der folgenden Darstellung. Karate in Deutschland ist im Umbruch, seine Entwicklung ist phantastisch, viele neue, moderne Einflüsse tragen zur Weiterentwicklung bei, aber sie enthalten auch die Gefahr überlieferte Werte des „traditionellen Karate" zu verlieren.

Der Begriff „traditionelles Karate", der zurzeit in der Karatewelt häufig auftaucht, ist jedoch höchst problematisch, undefiniert und wird sehr unterschiedlich verstanden. Deshalb hier, um Missverständnisse zu vermeiden, eine sehr stark komprimierte Darstellung der Karate-Historie.

Durch chinesische Besucher kamen „Kung-Fu –Formen nach Okinawa und wurden dort mit dem einheimischen „Te vermischt. Innerhalb von Kleingruppen und vorwiegend innerhalb von Keimochi-Familien² wurde der Kampfstil meist geheim gelehrt, entsprechend der Kenntnisse in anderen Kampfkünsten weiterentwickelt und überliefert. Dabei ist anzunehmen, dass die Inhalte an die Bedürfnisse angepasst wurden, die Polizisten in den Hafenstädten hatten sicher andere Schwerpunkte als die Leibwächter des Königs in Shuri. Die veränderte politische Situation in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zwang Karatelehrer Schulen aufzumachen und so Geld zu verdienen. Dabei musste natürlich die Art des Trainings an die jetzt größeren Gruppen angepasst werden. Dabei wurde oft militärisches Training – preußischer Drill – als Vorbild genommen.

Extrem wurden die Veränderungen im Karate am Anfang des 20. Jahrhunderts beim Transfer nach Japan. Aus Rücksicht auf die Kampfkünste Japans wurden Hebel, Würfe und Bodenkampf aus dem Repertoire entfernt. Um den „japanischen Feinden" nicht die letzten Geheimnisse zu verraten, wurden Anwendungen und Kyusho-Inhalte verschwiegen. Im Rahmen der kriegerischen Aufrüstung Japans, wurde das Karate zusätzlich stark an militärische Bedürfnisse angepasst. Nach dem 2. Weltkrieg wurde unter dem Einfluss der Amerikaner³ Kobudo⁴ völlig aus dem Karate entfernt und aus der jetzt fast militärischen Kampfkunst der Wettkampfsport entwickelt.

Die besten und erfolgreichsten Wettkämpfer dieser neuen Sportart wurden von Japan ab 1960 in die ganze Welt geschickt, um Karate zu verbreiten. In Deutschland trafen diese Trainer vorwiegend auf sehr belastungsfähige Jugendliche, Schüler und Studenten in der Altersgruppe von 15 bis 25 Jahren, die dazu durch das Image einer harten Kampfkunst motiviert waren. Die natürliche Folge war, dass in nahezu militärischer Form hartes Wettkampfkarate trainiert wurde.

Logischerweise ergibt sich daraus, dass die Taktik dazu aus dem Shorin-Ryu stammt. Das bedeutet in Kurzfassung:

Gegriffen werden vermeiden, Verletzungen vermeiden

Nur beim Angriff kurzen Abstand, sonst Distanz halten

Technischer Variantenreichtum bei hoher Beweglichkeit

Ausweichmanöver, Taktieren, Aktionen planen

Gegner ist Kampfkünstler

Die Einschränkung auf Schlagen und Treten ergab sich durch die gewollte Unterscheidung zu den anderen japanischen Kampfsportarten. Das Wettkampfsystem Shobu-Ippon ergab sich aus der Zielvorstellung mit einer Technik den Kampf zu beenden (Ikken-Hissatsu⁵), das KO-System war der Idee geschuldet, dass ein in der Realität schwer verletzter Verlierer nicht, auch nicht in einer Trostrunde, weiterkämpfen könnte.

Die Shotokan-Prüfungsordnung mit ihren „traditionellen Kumite-Formen" und der in ihr latent verborgenen Methodik und Didaktik war dementsprechend auf diese Zielgruppe von Sportlern und der entsprechenden Wettkampfform ausgerichtet. Trotz der daraus resultierenden Einschränkungen stellen sie einen wertvollen Schatz von Übungen dar, der auch unter kritischer Beobachtung nicht vernachlässigt werden sollte

Die Kumite-Formen des 1. Teils des Buches beziehen sich vorwiegend auf diese oben angedeutete Ausführung des Karate. Weitere mögliche Aspekte, notwendig geworden durch eine Anpassung des Partnertrainings an die aktuellen Bedürfnisse, und ihre Unterscheidungsmerkmale werden dann im zweiten Teil als „Moderne Varianten des Partnertrainings" behandelt.

In einigen Übungsformen wird aus Gedan-Barai gestartet. Das deutet prinzipiell darauf hin, dass hier der Schwerpunkt auf der grundschulmäßigen Ausführung liegt. Stehen beide Partner in Kamae, so soll der Kampfaspekt betont werden. Für den Angreifer folgt, aus Gedan-Barai heraus wird dem Verteidiger ein sauberes Üben erleichtert, aus Kamae wird er gefordert.

Eine Übersicht über die Formen des Partnertrainings findet sich am Ende des Buches.


¹ Motto des Melanchthon-Gymnasium-Nürnberg

² Bezeichnung der Samurai in Okinawa

³ Ohne den Satz Nakayamas „Im Karate gibt es keine Waffen" wäre der Sport von den amerikanischen Besetzern nicht erlaubt worden.

⁴ Waffenkunst Okinawas, die stark mit Karate verknüpft war

⁵ Dieser Begriff des Siegens mit einem Treffer stammt aus der Schwertkunst

Traditionelle Formen aus der Prüfungsordnung

Gohon-Kumite

In diesem Kapitel werden, die verschiedenen Formen des Partnertrainings, auch auf die Gefahr einer gewissen Monotonie, nach einem festen Schema beschrieben. Zuerst kommt die tabellarische Kurzbeschreibung der Standardausführung mit einfachen Hinweisen, teilweise durch Fotos dargestellt, dann die Bewegungscharakteristik, die Art der Bewegung im Raum, Hinweise zum Distanzverhalten, zu Timing, Reaktionstraining und zur enthaltenen Taktik.

Die Kenntnis dieser Aspekte ist wichtig und sollte punktuell auch durch den Trainer der Übungsgruppe vermittelt werden. Wenn man dies beachtet, können Aussagen wie „diese Übungsform ist schlecht (falsch) relativiert werden. Eine Übungsform ist richtig, gegebenenfalls sehr gut, wenn die gewünschten Übungsziele durch sie optimal geübt und erreicht werden können. Dabei muss jedoch beachtet werden, dass keine „falschen Bewegungen einstudiert werden, die einer positiven Weiterentwicklung im Wege stehen.

Auch sollte auf Einschränkungen hingewiesen werden, z.B. sind manche Übungsformen für die Selbstverteidigung ungeeignet, sind taktisch nicht optimal usw.

Bewegungsbeschreibung: (Standardausführung)

Typisch sind 5 gleiche Angriffe

Beispiele:

1. Beispiel:

Shizentai Musubi-Dachi Rei

Musubi-Dachi Shizentai Tori (Angreifer) rechts zurück Gedan-Barai

Oi-Zuki Jodan (rechts vor beginnen) + Age-Uke (links zurück beginnen) / Oi-Zuki-Jodan+ Age-Uke / Oi-Zuki-Jodan + Age-Uke

Oi-Zuki-Jodan + Age-Uke Oi-Zuki-Jodan + Age-Uke Gyaku-Zuki Chudan

Shizentai Musubi-Dachi Rei

Musubi-Dachi Shizentai

2.Beispiel:

Shizentai Musubi-Dachi Rei

Musubi-Dachi Shizentai Tori (Angreifer) rechts zurück: Gedan-Barai

Oi-Zuki Chudan (rechts vor beginnen) + Soto-Ude-Uke (links zurück beginnen) / Oi-Zuki Chudan + Soto-Ude-Uke / Oi-Zuki Chudan + Soto-Ude-Uke

Oi-Zuki Chudan + Soto-Ude-Uke Oi-Zuki Chudan + Soto-Ude-Uke Gyaku-Zuki Chudan

Shizentai Musubi-Dachi Rei

Musubi-Dachi Shizentai

3. Beispiel:

Shizentai Musubi-Dachi Rei

Musubi-Dachi Shizentai Tori (Angreifer) rechts zurück: Gedan-Barai

Oi-Zuki-Jodan (rechts vor beginnen) + Age-Uke (rechts zurück beginnen) / Oi-Zuki-Jodan + Age-Uke / Oi-Zuki-Jodan + Age-Uke

Oi-Zuki-Jodan + Age-Uke

Oi-Zuki-Jodan + Age-Uke Gyaku-Zuki Chudan

Shizentai Musubi-Dachi Rei

Musubi-Dachi Shizentai

4. Beispiel:

Shizentai Musubi-Dachi Rei

Musubi-Dachi Shizentai Tori (Angreifer) rechts zurück: Gedan-Barai

Oi-Zuki Chudan (rechts vor beginnen) Soto-Ude-Uke (rechts zurück beginnen) / Oi-Zuki-Chudan + Soto-Ude-Uke / Oi-Zuki-Chudan + Soto-Ude-Uke

Oi-Zuki Chudan + Soto-Ude-Uke Oi-Zuki Chudan + Soto-Ude-Uke Gyaku-Zuki Chudan

Shizentai Musubi-Dachi Rei

Musubi-Dachi Shizentai

Die Beispiele oben sind der Shotokan-Prüfungsordnung entnommen. Für die in der Tabelle angeführten weiteren Angriff- und Abwehrmöglichkeiten sollen hier ein paar Hilfen gegeben werden, auf die bildliche Darstellung kann wohl verzichtet werden:

Uchi-Ude-Uke:

Die Abwehr mit der linken Hand zur rechten des Angreifers mit Oi-Zuki – die Partner stehen spiegelbildlich – führt zu einer unzureichenden Abwehr: der Angreifer triff meist den Bizeps. Das Beispiel sollte so nicht geübt werden. (Bei Fortgeschrittenen könnte ein leichtes seitliches Ausweichen die Technik retten.)

Die Abwehr mit der rechten Hand zur linken des Angreifers mit Oi-Zuki – punktsymmetrische Aufstellung – zwingt dazu den Arm des Angreifers über eine sehr weite Strecke zu bewegen. Man kann auch auf dieses Beispiel verzichten.

Prinzipiell geht Uchi-Ude-Uke etwas besser, wenn beim Angriff nicht auf den Solar-Plexus, sondern etwas höher gezielt wird.

Mae-Geri:

Die Abwehr von Mae-Geri mit Gedan-Barai wurde in den Anfangszeiten des Karate immer geübt, führt aber bereits bei kleinen Fehlern zu Verletzungen und fast immer zu blauen Flecken. Gegebenenfalls ist die Form, bei der mit der linken Hand das rechte Bein abgewehrt wird (und umgekehrt), vorzuziehen.

Besser wehrt man mit Nagashi-Uke mit der rechten Hand das rechte Bein ab. Fortgeschrittenen ist dabei Kokutsu-Dachi zu empfehlen, da hier Unterbauch und Unterleib besser geschützt sind.

Mawashi-Geri:

Man wehrt am besten mit Soto-Ude-Uke rechts das rechte Bein ab. Dabei spielt es keine Rolle ob der Angriff Jodan oder Chudan erfolgt.

Kann der Angreifer aus körperlichen Gründen nicht über dem Gürtel angreifen, so sollte auf die Übung verzichtet werden.

Yoko-Geri-Ke-Komi

Den Yoko-Geri-Ke-Komi sollte man immer in Richtung auf die Wade abwehren und nicht zum Schienbein, also

bei höheren Yoko-Geri das rechte Bein mit Soto-Ude-Uke mit der linken Hand

Das rechte

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