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Sieben glorreiche Western #15

Sieben glorreiche Western #15

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Sieben glorreiche Western #15

Länge:
931 Seiten
11 Stunden
Herausgeber:
Freigegeben:
Oct 20, 2018
ISBN:
9781533762818
Format:
Buch

Beschreibung

Sieben glorreiche Western #15

von Alfred Bekker, Glenn Stirling & Uwe Erichsen

Der Umfang dieses Buchs entspricht 805 Taschenbuchseiten.

Dieses Buch enthält folgende sieben Romane:

Alfred Bekker: Zieh, Pistolero!

Glenn Stirling: Er ist unschuldig, Euer Ehren!

Glenn Stirling: Blutige Revanche

Glenn Stirling: Freundschaft in der Not

Uwe Erichsen: Gentry jagt den großen Boss

Uwe Erichsen: Der Sheriff zieht das Todes-Ass

Uwe Erichsen: Der Tod löscht alle Spuren

Herausgeber:
Freigegeben:
Oct 20, 2018
ISBN:
9781533762818
Format:
Buch

Über den Autor

Über Alfred Bekker: Wenn ein Junge den Namen „Der die Elben versteht“ (Alfred) erhält und in einem Jahr des Drachen (1964) an einem Sonntag geboren wird, ist sein Schicksal vorherbestimmt: Er muss Fantasy-Autor werden!  Dass er später ein bislang über 30 Bücher umfassendes Fantasy-Universum um  “Das Reich der Elben” schuf, erscheint da nur logisch. Alfred Bekker wurde am 27.9.1964 in Borghorst (heute Steinfurt) geboren und wuchs in den münsterländischen Gemeinden Ladbergen und Lengerich auf. Schon als Student veröffentlichte Bekker zahlreiche Romane und Kurzgeschichten und wurde Mitautor zugkräftiger Romanserien wie Kommissar X, Jerry Cotton, Rhen Dhark, Bad Earth und Sternenfaust und schrieb eine Reihe von Kriminalromanen.   Angeregt durch seine Tätigkeit als Lehrer wandte er sich schließlich auch dem Kinder- und Jugendbuch zu, wo er Buchserien wie 'Tatort Mittelalter', ‘Ragnar der Wikinger’,  'Da Vincis Fälle - die mysteriösen Abenteuer des jungen Leonardo’', 'Elbenkinder', 'Die wilden Orks', ‘Zwergenkinder’, ‘Elvany’, ‘Fußball-Internat’, ‘Mein Freund Tutenchamun’, ‘Drachenkinder’ und andere mehr  entwickelte. Seine Fantasy-Zyklen um 'Das Reich der Elben', die 'DrachenErde-Saga' ,die 'Gorian'-Trilogie, und die Halblinge-Trilogie machten ihn einem großen Publikum bekannt.  Alfred Bekker benutzte auch die Pseudonyme Neal Chadwick,  Henry Rohmer, Adrian Leschek, Brian Carisi, Leslie Garber, Robert Gruber, Chris Heller und Jack Raymond. Als Janet Farell verfasste er die meisten Romane der romantischen Gruselserie Jessica Bannister. Historische Romane schrieb er unter den Namen Jonas Herlin und Conny Walden.  Einige Gruselromane für Teenager verfasste er als John Devlin. Seine Romane erschienen u.a. bei Lyx, Blanvalet, BVK, Goldmann,, Schneiderbuch, Arena, dtv, Ueberreuter und Bastei Lübbe und wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt., darunter Englisch, Niederländisch, Dänisch, Türkisch, Indonesisch, Polnisch, Vietnamesisch, Finnisch, Bulgarisch und Polnisch.


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Buchvorschau

Sieben glorreiche Western #15 - Alfred Bekker

Publisher

Sieben glorreiche Western #15

von Alfred Bekker, Glenn Stirling & Uwe Erichsen

Der Umfang dieses Buchs entspricht 805 Taschenbuchseiten.

Dieses Buch enthält folgende sieben Romane:

Alfred Bekker: Zieh, Pistolero!

Glenn Stirling: Er ist unschuldig, Euer Ehren!

Glenn Stirling: Blutige Revanche

Glenn Stirling: Freundschaft in der Not

Uwe Erichsen: Gentry jagt den großen Boss

Uwe Erichsen: Der Sheriff zieht das Todes-Ass

Uwe Erichsen: Der Tod löscht alle Spuren

Copyright

Ein CassiopeiaPress Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books und BEKKERpublishing sind Imprints von Alfred Bekker

© by Authors

© dieser Ausgabe 2016 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

Alle Rechte vorbehalten.

www.AlfredBekker.de

postmaster@alfredbekker.de

Zieh, Pistolero!

Western-Roman von Alfred Bekker

1

Joe Hollister erhob sich von der Pokerrunde, die im Salonwagen stattfand. Das Rattern der Schienenschwellen war in diesem Moment das einzige Geräusch. Hollister schlug seine dunkle, lange Jacke zur Seite. Zwei tiefgeschnallte Colts mit Elfenbeingriffen wurden sichtbar.

Auch die Kerben, die sich daran befanden.

Du willst mich für dumm verkaufen, Lackaffe!, knurrte Hollister unter seinem dunklen Schnauzbart hervor, der die Lippen verdeckte. Er warf die Karten auf den Tisch. Sein Gegenüber war ein Mann mit dunklem Texas-Hut, den er in den Nacken geschoben hatte. Die Fliege war korrekt gebunden und die goldfarbene, glitzernde Weste ließ ihn wie einen Salon-Löwen erscheinen. Der Kerl war ein Profi-Spieler. Auch er erhob sich. Seine Linke wanderte zum Holster, berührte den Coltgriff. Die anderen Mitglieder der Spielrunde wirkten wie erstarrt.

Der Lackaffe legt es drauf an!, dachte Joe Hollister, während er den glimmenden Zigarillo aus dem Mundwinkel nahm und dem Linkshänder den Rauch entgegenblies. Selbst wenn sein Gegenüber eher zog, war Hollister schnell und sicher genug, um den Linkshänder zu töten. Wäre vielleicht keine schlechte Übung, bevor ich mir Jesse Branson vornehme!, ging es ihm durch den Kopf. Ein zynisches Grinsen umspielte seine Lippen.

2

Der Linkshänder wirkte nervös. In seinem bleichen Gesicht zuckte es. Der Blick war auf die Dollarbündel gerichtet, die auf dem Tisch lagen.

Können wir das nicht wie Gentlemen regeln?, fragte einer der beiden, die noch am Tisch saßen. Es handelte sich um einen dicken Mann mit einer grauen Melone auf dem Kopf.

Ein Betrüger ist kein Gentlemen!, zischte Joe Hollister zwischen den Zähnen hindurch. Der stahlharte Blick seiner habichtartigen Augen fixierte den Linkshänder, der gerade nach einem Dollarbündel greifen wollte.

Aber Joe Hollisters Stimme ließ den Linkshänder zur Salzsäule werden.

Keinen Cent nimmst du dir, du Bastard!

Du willst mich beleidigen! Die Stimme des Linkshänders vibrierte leicht. Seine Unsicherheit war deutlich zu spüren. Joe Hollister nahm den Hut vom Kopf.

Er warf ihn umgedreht auf den Tisch.

Pack mir alles dort hinein, Lackaffe! Aber schön langsam, sodass ich jede deiner Bewegungen sehen kann...

Ich muss schon sehr bitten!, ereiferte sich der der Mann mit der Melone. Sein Gesicht lief rot an. Der Vierte am Tisch war wie ein Cowboy gekleidet. Das weißblonde Haar fiel ihm lang über die Schultern. Er trug einen Vollbart mit rotblonden Einsprengseln, und über den Knien lag eine Satteltasche voller Dollars. Die ließ er nie aus den Augen. Es war der Erlös für eine Rinderherde, die er nach Kansas getrieben hatte.

Der Viehzüchter hielt sich raus, blickte gespannt von einem der Kontrahenten zum anderen.

Na los, wird's bald! Ich habe gewonnen und deshalb stehen mir die Dollars zu, murmelte Joe Hollister. Wir zählen dein Betrüger-Blatt wie nicht gespielt...

Du willst Streit, ja?

Ich weiche ihm jedenfalls nicht aus, Lackaffe... Einige Augenblicke lang herrschte Stille.

Nur das rhythmische Rappeln der Eisenbahnschwellen war zu hören.

Eine monotone Begleitmusik.

Es kam, wie es kommen musste.

Der Linkshänder verlor die Nerven.

Er griff zum Colt, riss die Waffe aus dem Holster heraus. Aber weiter kam er nicht.

Mit katzengleicher Eleganz und geradezu unglaublicher Schnelligkeit ließ Joe Hollister seine beiden Revolver hochgleiten. Innerhalb eines Sekundenbruchteils geschah das. Beide Waffen drückte Hollister ab, noch ehe sein Gegenüber den auf diese geringe Distanz mit Sicherheit tödlichen Schuss abgeben konnte.

Der Körper des Linkshänders zuckte, wurde durch die Wucht der beiden Geschosse zurückgerissen.

Aus dieser geringen Distanz abgefeuert durchdrangen die Projektile von Joe Hollisters 45er Colts den Körper des Linkshänders, traten aus dessen Rücken wieder heraus und fetzten auch noch durch die dünne Außenwand des Zugwaggons hindurch. Der Linkshänder prallte gegen die Waggonwand, rutschte an ihr zu Boden und zog eine blutige Schmierspur hinter sich her.

Der Melonenträger wirkte totenblass.

Und selbst der Viehzüchter hatte seine Coolness jetzt verloren. Ihm klappte der Kinnladen hinunter, und er vergaß

einige Augenblicke lang völlig, den Mund wieder zu schließen.

Joe Hollister drehte die Colts einmal elegant um die Zeigefinger herum und ließ sie dann zurück in die perfekt angepassten Holster gleiten.

Ihr habt es gesehen, Gents!, sagte er dann rau. Der Viehzüchter gewann als erster die Fassung wieder.

Was haben wir gesehen?

Dass der Lackaffe zuerst gezogen hat. Oder ist jemand anderer Meinung?

Jetzt war es der Melonenträger, der als erster antwortete. Klar haben wir das gesehen, keuchte er eilfertig. Notwehr, daran kann es keinen Zweifel geben! Joe Hollister lachte rau.

Schön, dass du das auch so siehst!, knurrte er und begann dann die Dollarbündel in seinen Hut zu legen. Es war mir ein Vergnügen, mit euch zu spielen, meinte er dann. Schließlich holte er eine Taschenuhr aus der Westentasche heraus.

Der Zug hatte Verspätung.

Eigentlich hätte er schon längst bei der kleinen Railway Junction in der Nähe von Lincoln, New Mexico, ankommen müssen.

Dort, wo er einen ganz besonderen Job vor sich hatte. Einen Town Marshal zu erledigen, war auch für einen Killer wie Joe Hollister keine alltägliche Sache. Schon gar nicht, wenn dieser Town Marshal Jesse Branson hieß und einen geradezu legendären Ruf als Revolverschütze besaß.

3

Zieh, Marshal!

Jesse Branson griff zum Revolvergurt, öffnete die Schnalle und ließ ihn zu Boden gleiten.

Neben dem großen Doppelbett stand Penny Atkinson, das blonde Hooker Ranch Girl, dass es sich mit Vorliebe von dem in jeder Hinsicht großgewachsenen Marshal besorgen ließ.

Ich nehme an, du meinst nicht meinen Colt, Penny!

Du kannst dein Ding nennen wie du willst, Jesse! Nur komm endlich in mich hinein damit!

Du fühlst dich leer!

Wie einfühlsam du dich in eine Frau hineinversetzen kannst!

Tja, ich hoffe du weißt, was du an mir hast, Baby!

Ich weiß vor allem, was für ein Ding du hast! Ein neckisches Grinsen erschien auf ihrem Gesicht. In ihren Augen blitzte es herausfordernd.

Welch eine Frau!, dachte Jesse.

Penny war vollkommen nackt.

Ihre Linke war in die geschwungene Hüfte gestemmt. Jesse Bransons Blick musterte sie von oben bis unten. Die prallen Brüste, die gerundeten Schenkel, das flaumige Haardreick dazwischen. Sie warf das lange Haar zurück. Ihre Brüste wogten dabei.

Jesse bemerkte, das ihre Brustwarzen inzwischen steil aufgerichtet waren.

Sie näherte sich mit eleganten, fast katzengleichen Bewegungen, Jesse war regelrecht hypnotisiert davon. Vor ihrem Job als Hooker Ranch Girl hatte sie einige Jahre als Cowgirl gearbeitet. Eine Tatsache, die dafür gesorgt hatte, dass ihr Unterkörper hervorragend trainiert war. Sie begann an seinem Hemd herumzunesteln, öffnete einen Knopf nach dem anderen. Schließlich streifte sie es ihm über die Schultern, so dass Jesses mächtiger, muskulöser Oberkörper sichtbar wurde.

Am linken Oberarm war die Narbe einer frisch verheilten Schusswunde zu sehen, die Jesse Branson erst vor kurzem verpasst worden war, als sich die Verbrechermeute von Roy O'Bannon, dem neuen Besitzer der Big-B-Ranch, auf ihn gestürzt hatte. Inzwischen lag O'Bannon auf dem Boothill und die Besitzverhältnisse auf der Big-B waren unklar.

Tut das noch weh?, fragte Penny.

Nein.

Gut zu wissen...

Sie schmiegte sich gegen ihn.

Er spürte, wie das Gewicht ihres Busens gegen ihn drückte. Ihren Atem und ihren Herzschlag spürte er auch. Letzterer beschleunigte sich merklich.

Er strich ihr über das Haar, über die Schultern. Seit Jesse Branson nach Lincoln gekommen war, um die größte Bordell Ranch der Umgebung als Erbe zu übernehmen, war die blonde Penny seine Geliebte. Und die Faszination, die dieses scharfe Girl auf ihn ausübte, hatte sich seitdem um keinen Deut gemindert. Ein einziger Blick auf ihren formvollendeten Körper, manchmal schon ein Blick ihrer liebeshungrigen Augen, ließen es in seiner Hose sehr eng werden.

Jesses Hände glitten tiefer, umfassten ihre festen Brüste, begannen mit den Nippel zu spielen. Penny drehte sich herum, wandte ihm den Rücken zu und schnurrte wie eine Katze. Ihre Augen waren geschlossen. Sie genoss es, was Jesse tat. Auch, als eine seiner Hände tiefer glitt und das Haardreieck zwischen ihren Schenkeln erreichte.

Feucht war es dort. Und warm.

Jesse, hör nicht auf! Nicht aufhören... Er drängte sich gegen sie. Sie spürte sein längst hartgewordenes Glied durch den Stoff seiner Hose hindurch und seinen Atem auf ihrer Schulter.

Dann drehte sie sich herum, begann mit geschickten, energischen Bewegungen seine Hose zu öffnen.

Jesse half ihr, streifte die letzten Klamotten ab. Vom Hut abgesehen.

Penny schmunzelte, als sie das sah. Aber ihr Blick machte deutlich, dass sie ihre Umgebung nur noch ganz beiläufig wahrnahm. Eine leichte Röte hatte die Haut ihres Gesichts überzogen. Ihre Brüste hoben und senkten sich bei jedem Atemzug, schienen sich Jesse geradezu entgegenzurecken. Wie von einem Fieber befallen wirkte sie. Einem Fieber purer Lust, dass auch Jesse längst in seinen Bann gezogen hatte. Sie zog ihn mit sich. Gemeinsam sanken sie auf das Bett. Die Federn ächzten. Jesse drehte sie herum, fasste von hinten ihren Po und zog ihn zu sich heran. Mit seinem zum Bersten geschwollenen Glied strich er zwischen ihren Schenkeln her, drang aber noch nicht in sie ein. Auch wenn sie sich ihm noch so sehr entgegenstreckte.

Jesse!, keuchte sie.

Genieß es, Darling!

Willst du mich wahn-sin-nig...ma...?

Yeah!

Sie begann heftiger zu keuchen, wollte ihn dabei mit ihrer feuchten Wärme regelrecht einfangen. Überspann den Bogen nicht, Jesse!

Keine Sorge Baby! Der hält 'ne Menge aus! Dann drehte Penny sich herum.

Das Kribbeln zwischen ihren Beinen wurde so intensiv, dass es beinahe unerträglich war. Dieser Brand brauchte jetzt dringend eine Löschung! Ehe Jesse sich versah, hatte sie ihre Beine um seine Hüften geschlungen und zog ihn damit zu sich heran. Jesse konnte gar nicht anders, als in sie hineinzugleiten. Penny stieß einen Laut aus, der wie das wohlige Schnurren einer Katze klang.

Jesses Kopf sank zu ihren Brüsten hinab, die sich selbst dann noch prächtig vorwölbten, wenn das Hooker Ranch Girl auf dem Rücken lag. Mit der Zunge begann Jesse ihren Busen zu liebkosen, leckte abwechselnd über die rosigen Vorhöfe. Noch vermied er es, die Brustwarzen selbst zu streifen.

Jesse... du Folterknecht, flüsterte sie. Dann begann er endlich ihre Nippel zu liebkosen, saugte an ihnen, strich mit seiner Zungenspitze an ihnen entlang. Penny stöhnte begeistert auf.

Schweiß glänzte auf ihrer Stirn, auf ihrem aufregenden Körper.

Sie nahm seinen Kopf in ihre Hände, lenkte ihn weiter nach oben.

Leidenschaftlich, voll verzehrender Lust, küssten sie sich.

Ihre Hände krallten sich an seinen Rücken, glitten dann tiefer. So tief es ging zu seinen Hüften, um die rhythmischen Bewegungen, die er vollführte, zu unterstützen. Immer wieder holte sie ihn zu sich heran, um ihn so tief wie möglich in sich zu fühlen.

Ja, weiter!, rief sie. Reite mich, Marshal!

Mit Vergnügen!

Immer heftiger wurden seine Stöße. Der Rhythmus beschleunigte sich. Auch auf seiner Stirn glänzte jetzt der Schweiß.

Gemeinsam strebten sie in einer Woge purer Lust dem Höhepunkt entgegen.

Jesse spürte die Intensität des kribbelnden Gefühls zwischen seinen Beinen sich immer mehr steigern. Bis zu einem Punkt, an dem es beinahe unerträglich wurde.

Dann endlich kam der Augenblick der Entladung. Sein Lebenssaft ergoss sich in sie.

Penny presste ihre Beine um seine Hüften, krallte sich an seinen Schultern fest. Sie atmete so heftig, dass es wie ein Schrei klang. Aber es war ihr vollkommen gleichgültig, wie weit man das hörte. Und wenn es bis zu den Gemächern der ehrwürdigen und in Unschuld ergrauten Jungfer Griffis drang, die in Lincoln den örtlichen Bible Circle leitete und dem Treiben auf der Hooker Ranch von je her mit besonderer Skepsis gegenübergestanden hatte! In diesem Augenblick war Penny das alles gleichgültig.

Sie rollten zur Seite, hielten sich fest.

Keiner von ihnen war für lange Augenblicke in der Lage, auch nur ein einziges Wort zu sagen.

Worte waren in diesem Moment auch überflüssig. Ihre Blicke begegneten sich.

Und die sagten alles.

Ein Schussgeräusch riss sie dann einen Augenblick später aus ihrer Glückseligkeit.

Das war unten in der Bar!

Bleib bei mir, Jesse!

Ich täusche mich nicht!

Jesse stand auf, begann damit, sich seine Sachen überzustreifen. Erst die Hose, dann den Revolvergurt. Auf Schuhe und Hemd verzichtete er.

Da hat nur irgend ein Kerl mal gezeigt, dass er einen Colt abdrücken kann!, seufzte Penny, die sich inzwischen im Bett aufgesetzt hatte. Sie fing damit an, ihr zerwühltes Haar wieder etwas zu ordnen. Mit Jesse Branson ging es eben immer ziemlich wild zu! Aber genau das mochte sie auch an ihm. Sie sah ihn mit einem zufriedenen Lächeln an. Glaub mir, das könnte bestimmt auch James erledigen!

Der ist gelernter Butler und kann zwar hervorragend Drinks mixen, aber...

...auch mit einem Spencer-Karabiner umgehen, Jesse! Komm zurück ins Bett! Glaub mir, du wirst es nicht bereuen. Jesse grinste, dann ging zu er zur Tür.

Bevor er hinaustrat, warf er Penny noch einen letzten Blick zu.

Nichts würde ich lieber tun, Penny! Dann ging er hinaus auf den Flur.

Er erreichte die Freitreppe, die hinunter in die Eingangshalle des großen Ranchhauses führte.

Mit jedem Schritt nahm er mehrere Stufen.

Links ging es ins Freie, rechts durch Schwingtüren in die Bar der Hooker Ranch.

Jesse ließ die Schwingtüren auseinanderfliegen. In der Bar war es totenstill.

Niemand rührte sich, niemand sagte ein Wort.

Auf dem Boden lag ein Toter. Der Mann hatte den Colt in der Hand und ein Loch mitten in der Stirn. Blut sickerte hinaus und tränkte das ungehobelte Holz der Fußbodenbohlen. In eigenartig verrenkter Stellung lag der Kerl da. Und jener Gunslinger, der ihn offensichtlich erschossen hatte, befand sich auf der anderen Seite des Raumes. Er stand an der Bar. Der dunkle Schnauzbart gab ihm etwas Düsteres. Unter der langen Jacke war ein Doppelholster sichtbar.

Nur einen seiner beiden Colts hatte der Kerl gezogen. In aller Seelenruhe lud der Zweicoltmann seine mit Elfenbeingriffen ausgestattete Waffe nach.

Jesse Branson bemerkte die Kerben am Griff.

Ein Pistolero, der sich offenbar eine Menge auf seine Revolverschnelligkeit einbildete.

Was war hier los?, fragte Jesse.

Er ließ den Blick schweifen.

Die dunkelhaarige Laura-Sue Jenkins und Jeanne Duvalier, eine rothaarige Französin waren im Moment die einzigen Girls im Raum. Außerdem waren noch ein gutes Dutzend Cowboys und Männer aus der Stadt anwesend.

Und natürlich James O'Leary, der auf der Hooker Ranch so etwas wie ein Mädchen für alles darstellte.

Vor allem war die Bar sein Aufgabenbereich.

Aber jetzt hatte der Ex-Butler sein Spencer-Gewehr unter dem Tresen hervorgeholt.

Der Lauf war auf den Zweicoltmann gerichtet.

Dieser grinste nur schief, als er das bemerkte.

Mach mir einen Drink, Mann!

James reagierte nicht.

Statt dessen meldete sich Jesse wieder zu Wort. Seine Stimme hatte jetzt einen schneidenden Unterton.

Ich hatte eine Frage gestellt, Mister! Der Zweicoltmann wischte sich mit dem Ärmel über den Mund und deutete dann auf den Toten.

Der Lumpenhund hat zuerst gezogen. Das können aller hier im Raum bestätigen!

Jesse wandte den Kopf.

Ist das wahr?

Zustimmendes Gemurmel war zu hören.

Er hat wirklich zuerst gezogen, stellte Laura-Sue fest. Die Quäkerstochter, die auf allerlei Umwegen den Weg auf die Hooker Ranch gefunden hatte, verschränkte die Arme unter den Brüsten. Sie trug ein Kleid mit sehr tiefem Ausschnitt, dass ihre Figur hervorragend zur Geltung brachte.

Mais il s'agit d'un assassinat!, entfuhr es Jeanne Duvalier entrüstet. Pardon - es war trotzdem ein Mord, Monsieur le Marshal! Dieser Cretin mit seinen zwei Colts hat den armen Garcon da auf dem Boden bis zur Weißglut provoziert.

Trotzdem hat der Bastard zuerst gezogen, stellte der Zweicoltmann fest. Er steckte sein Eisen weg, drehte es zuvor nochmal um den Zeigefinger. Der Bewegungsablauf war sehr geschmeidig. Kein Zweifel, dachte Jesse, das ist ein Mann, der mit seiner Waffe umzugehen versteht.

Ja, sagte Jesse. Wenn der Tote zuerst gezogen hat, dann...

Er zögerte, ehe er den Satz beendete.

Und so kam sein Gegenüber ihm zuvor.

...dann war es Notwehr. Ich denke, da sind wir uns doch einig, Mister!

Sind wir.

Na also! Er wandte sich an James. Nimm deine Bleispritze weg und mach mir lieber einen richtig guten Drink. Und dann werde ich mir mit der rothaarigen, chinesisch redenden Lady noch ein paar schöne Momente machen!

Ne jamais!, rief Jeanne.

Schön, dass du dich schon freust, Baby!

Das hieß 'niemals', Mister!

Ich denke, deine Meinung zählt hier nicht besonders viel, Girl!

Jesse mischte sich ein.

Da irren Sie sich, sagte er.

Ach, ja?

Hier entscheiden die Girls selber, ob sie mit jemandem mitgehen oder nicht. Tut mir leid, aber Sie scheinen sich durch Ihren Auftritt hier bei der Lady nicht gerade beliebt gemacht zu haben!

Was Sie nicht sagen.

Jesse machte James ein Zeichen und und wies ihn dann an:

Mach dem Mann einen Drink, bevor er geht. Das wird ihn etwas abkühlen.

Jawohl, Sir!, nickte der ehemalige Butler. Es war ihm anzusehen, wie sehr es ihm missfiel, den Lauf des Spencer-Gewehrs von dem Zweicoltmann zu nehmen. Aber nach kurzem Zögern tat er es schließlich doch.

Wer sind Sie?, fragte Jesse Branson dann an den Fremden gerichtet. Ich habe Sie hier noch nie gesehen.

Ich war auch noch nie hier, sagte er. "Und vermutlich werde ich auch nie wieder hier her kommen. Bin

gewissermaßen auf der Durchreise.... Mein Name ist Hollister. Joe Hollister."

Jesse näherte sich, stellte sich etwa zwei Meter entfernt neben dem Zweicoltmann an die Bar.

Ich habe von Ihnen gehört, Hollister.

"Ach, ja?

Ab und zu kommen hier auch alte Zeitungen aus Kansas oder Colorado hin.

Mit der Freight Line als Packpapier vermutlich!", lachte Joe Hollister.

Schon möglich.

Und Sie müssen Jesse Branson sein. Hollisters Blick musterte Jesse etwas verächtlich. Nicht gerade der offizielle Aufzug eines Marshals, wie ich sehe... Scheint, Sie waren beschäftigt!

War ich.

Es war nicht meine Absicht, Sie bei was wichtigem zu stören! Aber um ehrlich zu sein, bin ich hier her geritten, um Sie kennenzulernen, Branson. Bumsen kann kann schließlich überall, aber nicht jedes Bordell gehört einem Marshal... James stellte Hollister seinen Drink hin.

Trinken Sie das aus, und dann verschwinden Sie, sagte Jesse. Seine Stimme klirrte wie Eis. Noch immer sagte niemand im Raum etwas. Alle starrten wie gebannt auf Branson und Hollister. Die unbeschwerte Stimmung, die normalerweise in der Bar der Hooker Ranch herrschte, würde sich nicht wieder so schnell einstellen.

Ich hatte nicht vor, schon zu gehen.

Wie Sie schon sagten, bumsen kann man auch wo anders. Er trank sein Glas aus.

Sie haben 'ne seltsame Art, für Ihren Laden Werbung zu machen, Branson.

Er ging, zog sich den Hut ins Gesicht, ging an Jesse vorbei, stieg über den Toten drüber und hatte einen Augenblick später die Schwingtüren erreicht.

Dort blieb er stehen.

Hey, Branson!, rief er plötzlich, wirbelte herum, riss beide Colts aus dem Holster heraus und...

...starrte in den Revolverlauf des Marshals.

Geradezu blitzartig hatte Jesse die Waffe herausgerissen. Einen Augenblick lang standen sich die beiden Männer gegenüber.

Dann ließ Hollister seine Eisen wieder zurück in die Ledertaschen gleiten, die seinen Waffen geradezu perfekt angepasst waren.

Nichts für ungut, Branson! Ich wollte mal sehen, ob Sie wirklich so schnell sind, wie man sagt.

Jetzt haben Sie es gesehen, Hollister.

Ja, allerdings!

Machen Sie das nie wieder, wenn Sie die Absicht haben, alt zu werden, Hollister!

Hollister grinste. Ein heiseres Lachen kam über seine Lippen. Man sieht sich immer zweimal, Marshal! Er schnipste mit den Fingern und ging hinaus. Mit schnellen Schritten durchquerte er die Eingangshalle.

Joe!

Es war eine Frauenstimme, die seinen Namen rief. Joe Hollister blieb stehen, blickte die Freitreppe hinauf. Auf dem Absatz stand ein bildhübsches Girl, das gerade damit beschäftigt war, sein Mieder wieder zusammenzuschnüren. Der Cowboy, der hinter ihr stand, und offenbar mit ihr aus dem Zimmer gekommen war, schien sie hart rangenommen zu haben. Zumindest ihre Frisur war völlig zerwühlt. Er langte von hinten nach ihrem Busen, der sich aus dem Dekolletee herausdrängte.

Lass das, Gary!, zischte sie.

Wer wird denn so kleinlich sein!

Nimm die Pfoten weg!

Joe Hollisters Augen wurden schmal.

Cathleen!, murmelte er zwischen den Zähnen hindurch. Gary erstarrte, ließ dann von ihr ab. Termindruck, was? Cathleen schluckte, starrte Hollister wie entgeistert an. Dann kam sie die Treppe herunter.

So sieht man sich wieder, murmelte Hollister. Wer hätte das gedacht!

Joe! Was machst du hier?

Darüber können wir ein anderes Mal plaudern, Baby. Dein Boss mag mich nicht besonders...

Ach, Joe!

Die alten Zeiten sind vorbei, Baby!

Joe! Geh nicht so!

Sie fasste ihn am Oberarm.

Er atmete tief durch.

Ich bin in Martinsons Hotel, wenn du etwas von mir willst! Er warf einen anzüglichen Blick in Garys Richtung.

Mach's gut, Cathleen!

Damit ging er hinaus. Einen Augenblick später hörte sie, wie ein Pferd davongaloppierte.

4

Was war der Anlass für die Schießerei?, fragte Jesse Branson an James O'Leary gewandt, nachdem der ehemalige Butler ihm einen Drink auf den Schanktisch gestellt hatte.

Nun, Sir, wie soll ich mich da diskret ausdrücken?

Am besten Sie sagen es einfach so wie's ist - ohne Diskretion!

Sehr wohl!

Schießen Sie los!

"Sir, wie Sie sehen ist im Moment sehr viel Kundschaft in der Bar - und im Verhältnis dazu nur wenige Girls. Mr. Hollister hätte sich also etwas gedulden müssen, bis er an die Reihe gekommen wäre...

Laura-Sue stellte sich neben Jesse an die Bar und blickte auf den Toten. Er hieß McConnor und ich war mir mit ihm einig. Aber Hollister funkte dazwischen, wollte vorher drankommen und provozierte McConnor mit Beleidigungen. James nickte. Wenn Sie meine Meinung wissen wollen: Hollister hat es regelrecht darauf angelegt, McConnor abknallen zu können, ohne dass man ihm an den Kragen kann! Branson nickte.

Hollister war ein äußerst gefährlicher Schütze. Das riskante Experiment, zu dem der Mann mit dem Doppelholster sich hatte hinreißen lassen, bevor er den Raum verließ, sprach Bände. Hollister war unglaublich schnell. Jesse Branson hatte nie zuvor einen Schützen gesehen, der in der Lage war, seine Revoler mit derartiger Geschwindigkeit aus dem Holster zu reißen.

Und wie das Loch in McConnors Kopf bewies, war er auch ein treffsicherer Schütze.

Sie sollten ein Auge auf diesen Mann werfen, Sir - wenn ich mir diese Bemerkung erlauben darf, fügte James noch hinzu.

Jesse nippte an seinem Glas.

Sie dürfen, James!

"Sagen Sie Sir, ist dieser Joe Hollister nicht der sogenannte

'Killer von Kansas'? Ich habe da etwas in der Zeitung gelesen..."

Jesse Branson nickte.

Ja, das ist er.

Der Name Joe Hollister war auch dem Town Marshal von Lincoln ein Begriff. Hollister war in einige Schießereien verwickelt gewesen, deren Ablauf immer derselbe war.

Hollister ließ sein Gegenüber als ersten ziehen. Kein Gericht des Westens konnte ihn für Notwehr verurteilen.

Aber ein derart schneller Revolverschwinger konnte es sich leisten, dem Gegner den Vortritt zu lassen... James' Blick blieb einige Augenblick an Jesse Bransons unbekleidetem Oberkörper haften. Dürfte ich Sie vielleicht bitten, mir dabei zu helfen den Toten hinauszubringen, Sir? Natürlich nachdem Sie sich etwas standesgemäßer angezogen haben...

5

Joe Hollister lenkte sein Pferd die Main Street von Lincoln entlang. Er hatte den Braunen im Zug mit hier hergebracht. Einen wertvollen Hengst, den er einem Züchter in einer Pokerrunde in Dodge City abgenommen hatte.

Der Züchter war anschließend so wütend gewesen, dass er Hollister des Falschspiels bezichtigt und zum Revolver gegriffen hatte.

Es war sein letzter Griff zum Revolver gewesen. Die Gedanken des Gunslingers waren im Moment bei der jungen Frau, die er auf der Hooker Ranch wiedergetroffen hatte.

Cathleen.

Hollister ritt an Martinsons Hotel vorbei, passierte den Dolan Store und erreichte schließlich den HAPPY SINNER Saloon, dessen Besitzer Giles Davenport ihm telegraphiert hatte. Davenport hatte angeblich einen Job für ihn.

Einen sehr heiklen Job.

Die Beseitigung eines Town Marshals, der darüber hinaus als brillianter Revolverschütze bekannt war. Das war etwas anderes, als einen Pferdezüchter zu erledigen, dem die Wut ohnehin das Hirn vernebelt hatte und der darüber hinaus mit seinem Revolver so langsam war, dass man getrost abwarten konnte, bis er seinen Colt herausgerissen und den Hahn gespannt hatte.

Aber Branson war von anderem Kaliber.

Das hatte Hollister inzwischen erkannt.

Er war extra zuerst zur Hooker Ranch geritten, um sich ein Bild von dem zu machen, was auf ihn zukam. Ein Höllenjob, wie er noch keinen erledigt hatte. Das Risiko war groß und Hollister hatte keinerlei Neigung, sich eine Kugel einzufangen.

Jetzt ging er zu Davenport, um den Preis auszuhandeln. Er machte den Braunen vor dem Saloon fest und ließ einen Augenblick später die Schwingtüren auseinanderfliegen. Im HAPPY SINNER tobte bereits zur frühen Stunde das Leben. Kreischende Girls, das raue Gelächter der Cowboys... Dazu das Spiel des Piano Players, der versuchte, dem verstimmten Klavier ein paar gängige Melodien zu entlocken. Joe Hollister drängelte sich durch die Leute, stellte sich an den Schanktisch.

Er ließ die flache Hand auf den Tisch sausen, so dass es knallte und einige Gläser hochsprangen. Jemand protestierte lallend. Ein barbusiges Girl mit langen dunklen Haaren drängte sich an den Kerl heran. Sie trug nichts weiter als eine Stützcorsage um die Körpermitte, die dafür sorgte, dass den Männern ihr ausladender Busen im wortwörtlichen Sinn unter die Nase gehalten wurde.

Der Kerl, dessen Glas einen kleinen Satz gemacht hatte blinzelte ärgerlich, weil ihm der Bourbon in die Augen gespritzt war. Er trug eine Bärenfellmütze und einen langen Bart. Beides war ziemlich verfilzt und so konnte man nicht genau sagen, wo das eine begann und das andere aufhörte.

Welcher Schweinehund wagt es...

Das barbusige Girl legte ihm einen Finger auf den Mund.

Komm lass das, Ricky. Kümmer dich lieber um mich!

Ich erschieß den Kerl!

Ricky...

Plötzlich wurde es ruhig im näheren Umkreis. Die Blicke waren auf den Kerl mit der Fellmütze und Hollister gerichtet, der seelenruhig am Schanktisch stand.

Hey, Keeper, komm mal her!, knurrte Hollister zwischen den Zähnen hindurch. Ich möchte Mr. Davenport sprechen. Er erwartet mich.

Wen bitte darf ich...

Sag ihm, Joe Hollister ist hier!

Der Mann mit der Fellmütze meldete sich zu Wort. Ich bring dich um, du Hundesohn!

Am Gürtel trug er ein ausgeleiertes Army-Holster, an dem die Lasche abgeschnitten worden war. Außerdem ein ziemlich langes Bowie-Messer.

Der Coltgriff zeigte nach vorn.

Hollister wartete in aller Ruhe ab.

Er wusste, dass man mit so einem Holster unmöglich schneller sein konnte, als ein Joe Hollister.

Selbst wenn der erst einen Drink nimmt, bevor er zieht!, ging es Hollister ironisch durch den Kopf.

Der Fellmützenträger wollte schon zum Eisen greifen. Aber die Barbusige drängte dazwischen, umfasste sein Handgelenk und sorgte dafür, dass seine Waffe dort blieb wo sie war. Joe Hollister betrachtete dabei ihren wogenden Busen, genoss sichtlich diesen Anblick. Bei jeder Bewegung, die sie machte, schaukelten die Brüste hin und her. Ein lüsternes Grinsen spielte um Hollisters Mund.

Ich lass mich so nicht behandeln!, rief der Kerl mit der Fellmütze. Es gelang ihm, das Bowie-Messer herauszureißen. Er schleuderte es. Die Klinge zischte durch die Luft. Hollister wich zur Seite. Das Messer rasierte dicht an seiner Schläfe vorbei, fuhr dann in ein Ölgemälde an der Wand hinein, das eine nackte Dunkelhaarige zeigte. Genau in der Mitte des dunklen Haardreiecks zwischen den Schenkeln blieb es zitternd stecken.

Bravo! Volltreffer!, grölte jemand anderes. Aber dann war wieder Stille.

Denn alle im Raum spürten, dass die eigentliche Auseinandersetzung jetzt bevorstand.

Der Fellmützenträger war nicht bereit klein bei zu geben. Und Joe Hollister goss noch Öl ins Feuer...

Er fingerte einen Dollar aus seiner Westentasche hervor und ließ ihn über den Tresen rollen. Eine Handbreit vor dem Kerl mit der Fellmütze taumelte der Dollar hin und blieb scheppernd liegen.

Der ist für dich, Filzlocke!, knurrte Hollister zwischen den Zähnen hindurch.

Was - dafür, dass ich deine Beleidigung vergesse?

Nein.

Wofür dann?

Dafür, dass du mir das Girl an deiner Seite überlässt...

Was?

...und dich verziehst, Filzlocke!

Ganz ruhig bleiben!, mischte sich das Girl ein. Aber der Fellmützenträger bekam jetzt ein dunkelrotes Gesicht. Er stieß das Girl von sich, griff zum Revolver. Da der Griff nach vorn zeigte, musste er das Eisen erst einmal herumdrehen.

Zeit genug für Hollister.

Er erledigte den Fellmützenträger buchstäblich mit links. Mit einer geschmeidigen Bewegung riss er einen seiner zwei 45er heraus. Er sah kaum zu seinem Gegner hin, als er abdrückte. Um den Bruchteil einer Sekunde kam Hollister seinem Gegner zuvor. Der Schuss knallte, zwischen den Augen des Fellmützenträgers bildete ich eine klaffende Wunde. Er rutschte am Schanktisch zu Boden. Blut tropfte auf die Fußbodenbretter. Nicht einmal für einen Schrei hatte der Kerl noch Zeit gehabt.

Er hat zuerst gezogen!, meinte einer der umstehenden Männer und deutete dabei auf den Toten.

Ja, das tun sie alle!, murmelte Hollister halblaut vor sich hin. Er lud seinen Colt nach, steckte ihn anschließend wieder ins Holster zurück.

Bald kein Platz mehr auf dem Griff, was?, knurrte der Keeper gallig. Ich meine, was zusätzliche Kerben angeht!

Zieh endlich ab und hol deinen Boss!, versetzte Hollister kalt. Er wandte sich an das Girl. Eine Gänsehaut hatte sie überzogen. Sie zitterte leicht. Und die Tatsache, dass ihre Brustwarzen steil aufgerichtet waren, rührte in diesem Moment wohl kaum von einem Gefühl lustvoller Erwartung her. Hollister verzog das Gesicht zu einem dünnen Lächeln.

Sei froh, dass du mit mir bumsen darfst, Lady! Und nicht mit dem Sack Flöhe da unten auf dem Fußboden! Sie keuchte, schluckte anschließend.

Einen Moment lang war sie unfähig, auch nur einen einzigen Ton herauszubringen.

Du glaubst doch nicht...

Bleib warm, Baby! Bevor's mit uns beiden richtig rundgeht, habe ich noch was mit deinem Boss zu besprechen!

6

Amüsiert euch wieder, Leute!, rief der dunkel gekleidete Mann mit der Messernarbe, die sich quer über das Gesicht zog.

Giles Davenport kam die Freitreppe hinab, die hinauf zu den Separees führte.

In seinem Schlepptau befand sich ein Mann namens Killroy, gegen dessen Gefrierfleischgesicht selbst der Saloonbesitzer wie eine Schönheit wirkte. Killroy war sein Schatten und Leibwächter. Manche sagten, ab und zu auch sein Killer. Davenport ließ den Blick schweifen. Der Daumen seiner Rechten klemmte hinter dem Revolvergurt. Langsam und für Davenports Geschmack etwas zu zögernd kamen die Leute seiner Aufforderung nach.

Sollte nicht einer den Marshal rufen? fragte jemand.

Quatsch!, rief Davenport. Schließlich wollen wir hier keinen Ärger haben! Er schnipste mit den Fingern. Zwei seiner Leute kamen herbei. Gunslinger wie Killroy. Los, tragt das tote Zotteltier raus! Aber nicht einfach hinter dem Haus ablegen! Dann stinkt es nachher so erbärmlich! Davenport spuckte geräuschvoll aus. Bei der verdammten Hitze...

Seine Männer gehorchten, packten den Mann mit der Fellmütze an Armen und Beinen und trugen ihn hinaus. Davenport hatte inzwischen den Fuß der Treppe erreicht. Er schritt auf Hollister zu.

Sie müssen Joe Hollister sein!

Bin ich.

"Wie ich sehe, haben Sie sich gleich standesgemäß

eingeführt!"

Man tut, was man kann!

Ich schlage vor, wir besprechen alles weitere im Separee! Die Stadt hat gute Ohren!

Davor sollten Sie sich nicht mehr fürchten, Davenport. Davenport hob die Augenbrauen. Es besteht ja - zumindest theoretisch - die Möglichkeit, dass Sie es nicht schaffen, Jesse Branson umzulegen!

Ich befasse mich nicht mit theoretischen Dingen.

Was Sie nicht sagen...

Wenn wir fertig sind, will ich eine Frau! Er deutete auf das Girl in der Corsage. Die da!

Nichts dagegen. Geht auf Kosten des Hauses, Mr. Hollister.

Heißen Dank.

Davenport sah das verstört wirkende Girl kalt an:

Verschwinde auf dein Zimmer und heiz dich schonmal auf. Mr. Hollister dürfte seine Kräfte für etwas anderes brauchen! Davenport lachte rau. Folgen Sie mir, Hollister! Sie gingen die Freitreppe hinauf.

Killroy, der Mann mit dem Gefrierfleischgesicht, folgte ihnen dabei wie ein Schatten. Die Hand hatte Killroy ständig am tiefgeschnallten Revolver. Dein Misstrauen würde dir im Ernstfall nichts nützen!, ging es Hollister zynisch durch den Kopf. Mit einem Durchschnitts-Pistolero wie dem da würde ich in jedem Fall mit links fertig!

Davenport führte ihn in ein Separee.

Cole Desroy, ein Angestellter der Bank von Lincoln machte da gerade mit einer gertenschlanken Chinesin herum, die schon eine ganze Weile im HAPPY SINNER arbeitete. Davenport hatte sich ihren Namen allerdings noch immer nicht merken können. War einfach zu kompliziert. Und daran, dass die Chinesin Englisch lernte, hatte er auch keinerlei Interesse. Cole Desroy war ein schmächtiges, blasses Männchen mit dicker Brille. Die Chinesin saß auf seinem Schoß. Ihre Bluse war aufgeknöpft. Sie streckte ihm ihre Brüste entgegen, aber dabei musste sie schon seine Hände führen, damit er sich traute auch hinzulangen.

Verzieht euch!, sagte Davenport.

Hey...

Cole Desroys Gesicht wurde puterrot. Fast hatte es den Anschein, als ob er Atemnot bekommen würde. Nur gut, dass die Chinesin ihm vorher die obersten Hemdknöpfe und die Fliege gelöst hatte.

Na los!, knurrte Davenport ungehalten. Lasst das Vorspiel ausfallen und geh auf das Zimmer des gelben Girls! Aber ein bisschen Plötzlich! Ich brauch den Platz hier jetzt! Die Chinesin sagte etwas in ihrer Sprache, was natürlich keiner der Anwesenden verstand.

Aber die gertenschlanke junge Frau mit dem seidigen blauschwarzen Haar, das ihr über den Po hinabfiel, verstand die Lage offenbar viel schneller als Desroy. Trotz der Sprachbarriere. Sie zog den verunsicherten Bankangestellten nämlich einfach mit sich, raffte dabei ihre Kleidung notdürftig zusammen. Killroy kniff ihr in den Po, bevor sie das Separee verließ. Sie kreischte auf.

Beherrsch dich, Killroy!, knurrte Davenport. Du verschreckst die Kundschaft!

Killroy lachte dröhnend.

Dieser spezielle Kunde sah schon so verschreckt aus, da konnte ich nichts mehr verderben!

Auch wieder war.

"Muss an dem zu häufigen Besuch von Miss Griffis'

Bibelkursen liegen, Boss!"

Schon möglich! Hol unserem Gast 'nen Drink!

Ja, Boss!

Killroy zog ab.

Davenport bot Joe Hollister einen Platz an. Dieser nahm den angebotenen Stuhl, drehte ihn herum und setzte sich rittlings darauf.

Sie haben sich da unten im Saloon gleich so eingeführt, wie man es von einem Gunslinger erwartet!, meinte Davenport und grinste schief.

Ich fürchte, mein schlechter Ruf eilt mir voraus!

Im Zug sollen Sie auch einen umgelegt haben!

Notwehr!

Davenport zuckte die Achseln. Solange niemand etwas anderes behauptet!

Ich war bei Branson auf der Hooker Ranch!

Sie wollten abchecken, mit wem Sie's zu tun haben, was?

Ich kenne ganz gerne das Risiko, auf das ich mich einlasse.

Und?

Ich will zweitausend Dollar. Dann lege ich Branson für Sie um.

Was? Davenport war außer sich. Ein Viertel davon war abgemacht!

Gar nichts war abgemacht, widersprach Joe Hollister. Er fingerte ein Zigarillo aus einem Etui heraus, steckte es sich in den Mundwinkel und holte dann die Streichhölzer hervor. An der schlecht gehobelten Stuhlkante riss er eins davon an. Einen Augenblick später blies er Davenport triumphierend den Rauch entgegen.

Wissen Sie, dass ein Cowboy für eine vergleichbare Summe mehr als fünf Jahre arbeiten muss?

Ich bin ja auch kein Cowboy, Mr. Davenport, sondern ein Mann mit ganz speziellen Fähigkeiten, die Sie so schnell bei keinem zweiten finden werden!

Hollister!

Ich möchte die Hälfte des Betrages im Voraus. Es bleibt mir überlassen, den Zeitpunkt zu bestimmen, wann ich Branson erledige. Aber eins steht fest: Die Notwehr-Masche ist mir bei ihm zu riskant. Ich werde zuerst ziehen müssen, sonst habe ich keine Chance gegen ihn. Schließlich ist das nicht irgend so ein dahergelaufener Wald-und Wiesensheriff, der gerade mal weiß, wo das gefährliche Ende bei seiner Waffe ist!

Davenport atmete tief durch.

Dieser Bastard weiß genau, dass er am längeren Hebel sitzt!, ging es dem Salooner durch den Kopf.

Hollister erhob sich.

Meine Eier jucken!, grinste er. Kommt vom langen Sitzen im Zug! Außerdem wissen Sie ja, dass ich mit der scharfen Dunkelhaarigen verabredet bin... Sie müssen sich nicht sofort entscheiden. Aber warten Sie nicht zu lange. In zwei Tagen will ich in Dona Ana sein.

Wieso das?

Geschäfte, Mr. Davenport. Nichts, was Sie interessieren müsste. Also, überlegen Sie es sich...

Hollister wollte sich an Davenport vorbei aus dem Separee drängen.

Der Saloonbesitzer packte Hollister am Oberarm. Die Augen des Narbigen waren zu schmalen Schlitzen geworden.

Okay, Hollister. Ich gehe auf Ihre Bedingungen ein! Hollisters Lächeln blieb dünn. Dachte ich mir doch, dass die Girls des HAPPY SINNER Saloons genug anschaffen, um so etwas zu bezahlen!

Gnade Ihnen Gott, wenn Sie versagen, Hollister!

Werde ich nicht!

Sie können jetzt bumsen gehen. Ich werde das Geld bereitlegen!

Okay.

Die Dunkelhaarige hat Zimmer Nummer 13.

Na, wenn das kein gutes Zeichen ist. Davenport ließ den Gunslinger los. Aber dieser zögerte noch, ehe er das Separee verließ. Ihm schien plötzlich etwas eingefallen zu sein. Kennen Sie die Girls der Konkurrenz?

Sie meinen auf der Hooker Ranch?

Ja.

Die eine oder andere.

Da war eine gewisse Cathleen... Seit wann ist die hier?

Schon 'ne ganze Weile. Warum wollen Sie das wissen?

Ich bin ihr vor ein paar Jahren in einem Bordell in Dodge City begegnet. War noch blutjung. Und eine richtige Klette! Er zuckte die Achseln. War ja nur 'ne Frage! Damit ging er hinaus.

An Cathleens Klettenhaftigkeit hatte sich seit damals offenbar nichts geändert, ging es Davenport durch den Kopf. Oder doch?

Sie hatte sich schon eine ganze Weile nicht bei ihm gemeldet.

Immer wieder hatte das hübsche Girl damit gedroht, ihr geheimes Verhältnis mit Giles Davenport zu beenden. Der Besitzer des HAPPY SINNER hatte darüber nur gelacht. Er war sich vollkommen sicher, dass Cathleen ihm hörig war. Sie brauchte den groben Sex mit einem richtigen Kerl wie ihm. Und sie brauchte es auch, dass man sie ab und zu schlecht behandelte. Jedenfalls war Giles Davenport davon überzeugt. Nicht zum ersten Mal lief das Girl mit Peitschenstriemen herum.

Wahrscheinlich wunderten sich ihre Kolleginnen von der Hooker Ranch schon darüber.

Davenport grinste bei dem Gedanken, was für Ausreden Cathleen diesbezüglich wohl erfinden mochte.

Schließlich war es unmöglich, dass sie einfach mit der Wahrheit herausrückte. Jener schrecklichen Wahrheit, die darin bestand, dass sie nicht nur für Giles Davenport auf der Hooker Ranch spioniert, sondern auch Bonnie Ericson, die ehemalige Besitzerin der Bordell-Ranch vergiftet hatte. Dieser Mord kettet uns beide aneinander!, meldete sich eine Stimme in Davenports Hinterkopf. Vielleicht sogar mehr noch als der phänomenale Sex, den wir zusammen hatten. Sein Gesicht bekam einen düsteren Zug. Du warst der Auftraggeber dieses Mordes!, erinnerte ihn die Stimme. Die Konsequenzen dieser Überlegung waren Davenport im ersten Moment völlig klar.

Vielleicht werde ich mich eines Tages von dir trennen müssen, liebe Cathleen!, dachte er. Und zwar endgültig!

Jedenfalls dann, wenn du irgendwann einmal eine Gefahr für mich darstellen solltest!

In diesem Fall kannte Giles Davenport keine Gnade. Er ballte die Hände zu Fäusten.

Killroy kam mit dem Whisky herbei. Wortlos nahm der Besitzer des HAPPY SINNER ihm die Flasche aus der Hand und nahm einen kräftigen Schluck daraus.

Besser du sorgst für den Tag vor, an dem dir dieses Girl doch mal von der Fahne gehen sollte!

7

Die Hooker Ranch lag außerhalb der Stadt, auf der anderen Seite des Rio Bonito. Eine Brücke verband die beiden Ufer. Als Jesse Branson das Marshal Office von Lincoln erreichte, war davor ein Pferd am Hitchrack angebunden. Jesse erkannte den Gaul sofort. Er gehörte Dog Blane, seinem kauzigen Stellvertreter.

Jesse machte sein Pferd neben dem des Assistant Marshals fest und trat in das Office.

Hallo Jesse! Ich hab schon davon gehört, was bei euch auf der Ranch passiert ist!

Hat sich wohl wie ein Lauffeuer verbreitet, murmelte Jesse.

Kann man wohl sagen! Warum hast du ihn nicht gleich umgelegt, als er gegen dich gezogen hat?

Jesse lächelte mild.

Weil ich keiner wie Joe Hollister bin!

Kein Killer willst du damit sagen!

Yeah!

Der alte Benjamin schüttelte nachdenklich den Kopf. Dabei wurde offenbar, dass der Stetson, den er auf dem Kopf trug, viel zu groß war.

Die Leute erzählen eine ganze Menge über diesen Hollister, Jesse! Und nichts davon gefällt mir! Weißt du, dass er zum HAPPY SINNER Saloon geritten ist?

Würde mich nicht wundern, wenn Giles Davenport ihn bezahlt, antwortete Jesse nüchtern.

"Ein paar Minuten später war dort schon einer erschossen!

Sly Donaldson von der LD-Ranch hat es mir erzählt! Ich wäre ja hingeritten! Benjamin setzte ein grimmiges Gesicht auf. Vor meiner Schrotflinte haben sie schließlich Respekt. Aber ich dachte mir..."

...du wartest besser bis ich dazu komme?

Vielleicht nicht schlecht, wenn wir zu zweit sind! Jesse nickte.

Ich kann dir allerdings jetzt schon sagen, was dabei herauskommt! Ein Dutzend Mann wird Stein und Bein schwören, dass es nicht Joe Hollister war, der als erster gezogen hat!

Gekaufte Lügner, was? Ich kannte da mal einen in Wichita,der...

Nein, unterbrach Jesse seinen Assistant Marshal. Bei Hollister stimmt das sogar. Teufel, so einen schnellen Mann habe ich wohl noch nie gesehen!

Benjamin Blane hob die Augenbrauen.

Klingt da etwa so etwas wie Bewunderung mit, Jesse?

Nur für die Schnelligkeit, Benjamin. Ansonsten ist das ein übler Finger!

Du solltest ihn aus der Stadt werfen! Jesse nickte.

Vielleicht hast du recht!

Drei Männer sind innerhalb kürzester Zeit umgebracht worden. Einer schon im Zug, einer bei euch auf der Hooker Ranch und einer im HAPPY SINNER! Verflixt nochmal, der Typ ist noch keinen Tag in der Stadt und hat schon fast einen ganzen Revolvergriff voller Kerben gesammelt! Dem dürfen wir nicht länger zusehen, Jesse! Benjamin Blane nahm seine Schrotflinte aus dem Gewehrschrank, holte ein paar Patronen aus einer Schublade heraus und steckte zwei davon in die beiden Läufe der Waffe. Den Rest der Munition steckte er in die Taschen seiner Weste. Um mit einem Revolver umgehen zu können, war er zu ungeschickt. Angeblich war das früher mal anders gewesen. Jedenfalls wenn man von den fantastischen Stories ausging, die Benjamin Blane über seine wilde Vergangenheit in den ungezähmten Rinderstädten des Westens zu erzählen pflegte.

Der Wahrheitsgehalt dieser Stories war allerdings mehr als zweifelhaft.

Hast du eine Ahnung, was der Hund hier in Lincoln will?, fragte Benjamin. Ich meine, du hast ja schließlich mit ihm gesprochen...

Jesse Bransons Gesicht bekam jetzt einen düsteren Zug.

Er ist meinetwegen hier!, sagte Jesse. "Jedenfalls glaube ich das. Und mein Instinkt ist eigentlich recht

zuverlässig!"

Er will sich mit dir schießen?

Umlegen will er mich, Benjamin.

Nach der Begegnung auf der Hooker Ranch glaubte Jesse Branson nicht mehr daran, dass Joe Hollister das faire Revolverduell mit ihm suchte. Der fremde Gunslinger hatte den Marshal von Lincoln gewissermaßen getestet, hatte abgeschätzt mit wem er es zu tun hatte. Und jetzt war er gewarnt. Er wird nicht der Erste sein, der es von hinten versucht, Benjamin! Du weißt ja, dass immer wieder irgendwelche dahergelaufenen Killer ihr Glück versuchen, um endlich Giles Davenports Herzenswunsch zu erfüllen. Eine Stadt ohne Jesse Branson!

8

Ich heiße übrigens Christine!

Ich heiße übrigens Christine!, hauchte die Dunkelhaarige, die jetzt ganz langsam begann, sich die Corsage auszuziehen. Davon abgesehen war sie ja ohnehin nackt. Joe Hollister kickte die Tür mit dem Absatz zu, schnallte den Revolvergurt ab und legte ihn auf den Nachttisch. Dann schleuderte er den Hut so gekonnt von sich, dass er sich an den dafür vorgesehenen Haken hängte.

Dein Name ist mir egal, Schätzchen.

Ich dachte, du wolltest ihn gerne wissen!

Mich interessiert nur dein Arsch, Baby! Den Rest vergesse ich sowieso!

Na, dann wollen wir mal sehen, wie du blank ziehst, wenn du keine Revolver im Gurt hast!

Joe Hollister fand das nicht witzig.

Er verzog noch nicht einmal das Gesicht. Statt dessen schaute er Christine dabei zu, wie sie die Corsage öffnete. Die Brüste der Dunkelhaarigen, die dadurch bisher regelrecht hochgepresst worden waren, wurden nun der Macht der Schwerkraft ausgesetzt. Sie schaukelten hin und her, als Christine mit einer heftigen Bewegung die Corsage von sich warf. Vollkommen nackt stand sie vor ihm.

Vollkommen, wenn man von einem hauchdünnen goldenen Kettchen absah, das sie um den Bauch herum trug. Es betonte den aufregenden Schwung ihrer Hüften. Das Haar fiel ihr lang bis über die Schultern.

Joe Hollister sah sie ungerührt an, rauchte dabei seinen Zigarillo zu Ende und setzte sich auf das Bett.

Sie kam zu ihm, schwang sich auf seinen Schoß. Er warf den Zigarillo auf den Boden, trat dann die Glut aus.

Anderswo schien die Glut jetzt gerade zu erwachen. Jedenfalls spürte Christine etwas Hartes unter sich. Etwas pulsierte da recht vielversprechend.

Sie reckte ihm ihre formvollendeten Brüste entgegen. Groß und schwer wie Melonen waren sie. Joe Hollister vergrub sein Gesicht in ihnen, begann dann damit, sie mit den Händen zu umfassen. Er presste sie regelrecht zusammen, hob sie an, um die Brustwarzen mit den Lippen zu bearbeiten. Gott sei Dank!, durchfuhr es Christine. Dieser kalte Fisch namens Hollister ist auch nur ein ganz normaler Mann... Sie hatte schon befürchtet, mit ihren Tricks bei einem wie ihm nichts ausrichten zu können.

Aber ihre Sorgen waren ganz offensichtlich unbegründet gewesen.

Unter der eiskalten, furchteinflößenden Fassade dieses Mannes loderte offenbar ein heißer Vulkan.

Ein Vulkan, den Christine zum Ausbruch verhelfen wollte. Denn genau das war ihre Aufgabe in diesem Spiel. Und sie hatte Erfolg damit.

Er packte sie, stand auf und schob sie vor sich her. Das nackte Girl war sichtlich irritiert.

Heh, was hast du mit mir vor?

Ich mag Frauen mit großen Brüsten und solche mit kleinen. Aber ich mag keine, die ihren Mund nicht halten können.

Reg dich ab, Kleiner!

Das willst du nicht wirklich, Baby! Er schob sie gegen die Fensterbank. Sie stützte sich darauf ab. Er öffnete seine Hose. Sein bestes Stück war zum bersten angeschwollen. Da hatte sich während seiner langen Zugreise allerlei aufgestaut.

Christine stöhnte auf, als Joe Hollister sie von hinten nahm, zu sich heranzog und in sie hineinglitt.

Wild und unbeherrscht stieß er immer und immer wieder zu. Christines Brüste schaukelten dabei mit geringfügiger Verzögerung.

Schweiß glänzte auf ihrer Stirn, auf ihrer Haut. Schweiß, der an ihr herunterperlte. Und auch Joe Hollister geriet ins Schwitzen. Sein Atem beschleunigte sich. Von hinten umfasste er ihre Brüste, presste sie zusammen und begann mit den Brustwarzen zu spielen bis sie so hart und groß wie Kieselsteine waren.

Immer wilder stieß er zu.

Das Tempo wurde schneller und schneller.

Der fremde Gunslinger stieß ein dumpfes, fast grunzendes Stöhnen aus.

Er war vollkommen außer sich.

Christine dachte daran, dass sie möglicherweise mit dem zotteligen Fellmützenträger jetzt allein im Zimmer gewesen wäre, wenn Joe Hollister dem nicht eine Kugel verpasst hätte. Bei dem Gedanken wurde ihr beinahe schlecht.

Aber was Hollister tat, gefiel auch mehr und mehr ihr. So riss eine Woge prickelnder Lust sie schließlich mit. Sie keuchte.

Dann endlich ergoss sich Joe Hollister in sie.

Yeah, da gehört es rein!, grunzte er, völlig außer sich. Sein mächtiges Glied zuckte noch in ihr, schleuderte die letzten Tropfen seines Lebenssaftes in sie hinein, da...

...flog die Tür zur Seite.

Mit einem wuchtigen Tritt war sie geöffnet worden. Joe Hollisters Gesicht verzog sich zur Grimasse. Blanker Schrecken leuchtete jetzt aus seinen Augen, als er die Gestalt Jesse Bransons sah, die hochaufgerichtet in der Tür stand.

An der Weste blinkte der Marshal Stern.

Die Daumen waren hinter den Revolvergurt geklemmt. Jesse Branson stand leicht breitbeinig da und fixierte Joe Hollister mit seinem durchdringenden Blick.

Branson!, keuchte Hollister. Verdammt, du störst, du Bastard!

Jesse Branson zeigte sich unbeeindruckt.

Unten im Saloon ist ein Mann erschossen worden. Joe Hollister keuchte nach Atem.

Notwehr!

Nicht dreimal an einem halben Tag, Hollister! Das ist zuviel. Sie packen morgen Ihre Sachen und verschwinden aus der Stadt...

Vielleicht dürfte ich bis dahin erstmal zu Ende bumsen! So weit ich weiß habe ich gegen kein Gesetz verstoßen!

Wer weiß!

Joe Hollister glitt aus Christine heraus, umfasste sie von hinten. Sie stieß einen schrillen Schrei aus.

Ganz ruhig, Baby!

Für die Nacht werde ich Sie im City Jail einquartieren, Hollister!

Sie sind nicht ganz richtig im Kopf, Branson!

Und morgen setze ich Sie in den Zug nach Roswell. Auf Kosten der Stadtkasse.

Hollisters bestes Stück hatte sich inzwischen deutlich verkleinert.

Allerdings war offenbar noch nicht genug Blut in seinen Kopf zurückgekehrt, um ihn einen klaren Gedanken fassen zu lassen.

So griff er blitzschnell zum Nachttisch, wo sein Doppelholster lag.

Eine Dummheit.

Christine riss sich los, warf sich zu Boden.

Es war nicht die erste Schießerei, die das HAPPY SINNER-Girl in Ausübung ihres Jobs miterlebt hatte. Jesse Branson feuerte.

Hollister schrie auf, als der Colt, den er gerade zur Hälfte aus dem Holster gerissen hatte, von einem Projektil getroffen wurde.

Hollister ließ die Waffe los.

Er hatte nichts abbekommen, aber der Schrecken saß.

Sie haben keine Chance, Hollister!

Das ist Rechtsbeugung!

Ich würde das die Verhinderung weiterer Morde nennen, erwiderte Jesse Branson. Und jetzt packen Sie Ihr bestes Stück zurück an seinen Ort, Hollister! Ich nehme nicht an, dass Sie auf diese Weise Aufsehen erregen wollen, wenn wir unten durch den Saloon marschieren!

Das werden Sie bereuen, Branson!

9

Auf dem Flur stand Benjamin Blane mit seiner Schrotflinte und hielt Jesse Branson den Rücken frei. Das war auch dringend nötig. Kevin Killroy und zwei weitere Pistoleros, die in den Diensten Giles Davenports standen waren den beiden Sternträgern bis zu Christines Zimmer gefolgt.

Jetzt wirkten sie wie erstarrt.

Der Blick in Benjamin Blanes Flinte gefiel ihnen nicht. Selbst wenn der Assistant Marshal mit dem Ding mehr schlecht als recht umgehen konnte, so war es fast ausgeschlossen, dass die Davenport-Leute nichts abbekamen, sobald die Waffe loskrachte. In einem so schmalen Flur gab es keine Möglichkeit, dem Schrot auszuweichen.

Und keiner dieser Männer hatte Lust darauf, sich die Schrotkörner einzeln von Doc Mill aus dem Pelz operieren zu lassen.

Sei vernünftig, Blane!, knurrte Killroy.

Sei selber vernünftig!, giftete Benjamin Blane zurück. Ich traf mal einen Kerl in Abilene, der hat beim Lauf reinigen eine volle Schrotladung ins Gesicht gekriegt und sah dann immer noch nicht so hässlich aus wie du...

Bastard!

...aber wenn du jetzt eine falsche Bewegung machst, Killroy, dann gibt das eine Katastrophe!

Jesse Branson führte Joe Hollister vor sich her in den Flur. Den Revolvergurt des Gunslingers hatte sich der Town Marshal über die Schulter gehängt.

Jesses Revolverlauf zeigte auf Hollister.

Nach Ihnen, Hollister!, knurrte Jesse. Und an Davenports Leute gerichtet rief er: Besser, ihr macht jetzt Platz, sonst wird mein Assistant Marshal nervös und drückt vielleicht ab!

Benjamin versuchte ein entschlossenes Gesicht zu machen. Er schob sich den zu großen Hut in den Nacken und bleckte die Zähne. Zumindest die paar, die noch vorhanden waren. Davenports Leute wichen zurück.

Killroys Augen blitzten wütend. Aber er sah ein, dass er im Moment nichts machen konnte.

Er zog sich mit seinen Begleitern zurück.

Jesse und Benjamin führten Hollister die Freitreppe hinunter. Der Marshal zog mit der Linken einen der beiden Colts aus Hollisters Holster, um sich nach hinten absichern zu können. Killroy und die beiden anderen Shooter in Davenports Diensten standen passiv dabei. Keiner rührte einen Finger. Letztlich sind sie Feiglinge!, dachte Jesse Branson. Ein Faktor, mit dem man rechnen konnte.

Im Saloon verebbte das Stimmengewirr.

Jesse führte den Gefangenen die Freitreppe hinunter. Benjamin ging voran.

Giles Davenport befand sich mitten im Raum und blickte mit einem zynischen Lächeln auf das Geschehen.

Ein Muskel zuckte unterhalb seiner Narbe.

Hollister blieb kurz stehen, als er an dem Saloonbesitzer vorbeigeführt wurde.

Wenn Sie ein echter Kerl wären, Davenport, dann würden Sie Branson jetzt eigenhändig eine Kugel in den Kopf jagen!, zischte er.

Davenport hob die Augenbrauen. Ich kenne diesen Mann nicht Marshal!, meinte er.

Jesse Branson lächelte dünn. Natürlich nicht! Sie führten Hollister ins Freie, ließen ihn dann auf seinen Gaul aufsteigen. Aber Jesse hielt ihn immer im Auge. Innerlich kochte Hollister.

Davenport hatte ihm sein Honorar noch nicht gegeben. Er hatte also keinen Verlust durch die Verhaftung.

Eine Nacht im City Jail, dachte er. Was ist das schon?

Es würde sich schon eine Gelegenheit ergeben, um Branson umzubringen.

Auf jeden Fall war aus dieser Sache jetzt mehr geworden als ein Job, den er für einen feigen Saloonbesitzer zu erledigen hatte.

Alle Achtung, was Ihren Auftritt da eben im HAPPY SINNER angeht!, meinte Hollister, als er vor dem Marshal Office vom Gaul stieg. Aber was Sie tun ist Freiheitsberaubung!

An Ihnen ist wohl ein Anwalt verloren gegangen, was?, spottete Jesse Branson

Ich habe wichtige Geschäftstermine in Dona Ana!

Es gibt 'ne Bahnlinie dorthin, Hollister! Wenn Sie dem dortigen Marshal auf die Nerven fallen wollen, will ich Sie nicht daran hindern. Aber solange Sie hier in Lincoln sind, setze ich Sie vorsorglich fest!

Bastard!

Überlegen Sie sich, was Sie sagen. Ich kann mir die Sache nämlich auch noch überlegen und dafür sorgen, dass die Schießerei im Saloon vor den Friedensrichter kommt und erstmal ein paar Dutzend Zeugen gehört werden, ob Sie nicht vielleicht doch als Erster gezogen haben!

Hollisters Gesicht hatte sich dunkelrot verfärbt. Hätte er in dieser Sekunde seine Colts um die Hüften hängen gehabt, so wären seine Hände wohl augenblicklich zu den Holstern geschnellt.

So konnte er nur ohnmächtig die Fäuste ballen.

Ich weiß, dass Sie nur als erster ziehen würden, wenn Sie glauben, dass Ihr Gegner schneller ist!, fuhr Jesse fort.

Und Schnellere als Sie gibt's nicht viele... Der arme Hund im HAPPY SINNER gehörte mit Sicherheit nicht dazu.

Na, also!

Außerdem möchte ich Sie so schnell wie möglich aus der Stadt haben! Aber wenn Sie mir krumm kommen, mache ich meine Drohung wahr! Jesse zuckte die Achseln. Nehmen Sie's nicht persönlich, Hollister!, ergänzte er dann noch. Aber in Ihrer Umgebung sterben zu viele Menschen!

Hollisters Gesicht wurde zur grimmigen Maske.

Doch, Branson!, giftete er. Genau das tue ich! Ich nehme das persönlich! Sehr persönlich!

10

Na, wie ist das?, rief Cathleen.

Sie saß rittlings auf dem massigen Körper von Bo Donovan, einem Cowboy der Umgebung. Schweiß glänzte auf dem formvollendeten nackten Körper des Girls. Ihre Brüste wippten im Rhythmus der Bewegungen auf und nieder, die sie mit ihrem Becken vollführte.

Ja, gib's mir, Baby!, rief Bo Donovan keuchend.

Ganz wie du willst!

Oh, ja...

Bo Donavans Atem ging schneller. Seine behaarte Brust hob und senkte sich. Das raue Gesicht mit dem Stoppelbart wurde dunkelrot. Die mächtigen Pranken griffen nach Cathleens Brüsten.

Nicht so grob!, tadelte sie ihn.

Du hast ein paar dolle Dinger!, grunzte er.

Ja, und das soll doch auch so bleiben! Wenn die grün und blau sind, greift doch keiner mehr hin!

Mir doch egal!, knurrte Bo Donovan. Ich kann mir den Besuch hier sowieso nur alle paar Monate leisten! Cathleen nahm seine groben Pranken von ihren Brüsten herunter, legte sie an ihre Hüfte und beschleunigte etwas das Tempo. Sie hatte einfach keine Lust mehr auf das Gequatsche dieses Mannes. Und das gutaussehende Girl hatte da so so seine ganz spezielle Methode, um ihn zum Schweigen zu bringen.

In den nächsten Momenten fehlte Donovan buchstäblich der Atem, um überhaupt noch etwas sagen zu können. Er stieß nur noch unverständliche Laute aus.

Der Schweiß rann dem riesigen Mann nur so von der Stirn. Cathleen ritt förmlich auf ihm.

Das Auf und Nieder ihrer wunderschönen Brüste fesselte Donovans Blick, ließ ihn geradezu Stilaugen machen. Wie eine Art Hypnose wirkte das auf den Cowboy.

Aber Cathleen hatte durchaus auch ihren Spaß an der Sache. Schließlich war an Bo Donovan alles sehr riesig. Nicht nur das Kreuz und die Hände.

Immer schneller wurden Cathleens Beckenbewegungen. In ihren Augen blitzte es dabei.

Donovan krallte sich an ihrem Po fest.

Er stöhnte so laut, dass man es wahrscheinlich schon hören konnte, wenn man die Rio Bonito-Brücke passierte und auf die Hooker Ranch zugeritten kam.

Cathleen begann damit, sich an den Brüsten herumzuspielen. Sie presste sie zusammen, zwirbelte die Brustwarzen zwischen den Fingern. Ihre Augen waren geschlossen dabei. Gleichzeitig kreiste ihr Becken. Ein ganz spezielles Muskelpaar war jetzt besonders aktiv. Den letzten Tropfen werde ich ihm heraussaugen!, ging es ihr durch den Kopf. Dann endlich ergoss sich Donovan in sie.

Einen regelrechten Schrei stieß er dabei aus.

Er presste das Girl an sich. Sie kippte vornüber. Ihre Brüste berührten seinen Oberkörper. Die dichte Behaarung dort kitzelte. Gerade noch rechtzeitig federte sich Cathleen mit den Armen ab.

Oh, Mann, darauf habe ich lange gewartet!, meinte er. Auch Cathleen riss es jetzt mit.

Der Orgasmus ließ sie zucken. Sie biss sich auf die Lippen, stöhnte leise. Dann sank sie auf dem mächtigen Mann nieder. Schließlich schwang sie sich von Donovan herunter, dessen gewaltiger Körper ausgestreckt auf dem quietschenden Bett lag, das in der Mitte von Cathleens Arbeitszimmer stand. Auf dem Fußboden lag eine leergetrunkene Flasche Whisky. Donovan hatte sich wohl erst etwas Mut antrinken müssen. Ein Wunder, dass er danach überhaupt noch einen hoch gekriegt hat und nicht gleich eingeschlafen ist!, ging es Cathleen durch den Kopf. Sie stand auf, streckte sich. Donovan blinzelte, betrachtete, wie die Strahlen der Abendsonne auf ihrem Körper spielten.

Donovan richtete sich auf.

Du warst große Klasse, knurrte er, rang dabei nach Atem.

Sie lächelte mild.

Hast du etwas anderes erwartet?

Naja, ist ja schon 'ne Weile her, dass ich zuletzt hier war.

Du hast doch nicht gedacht, dass ich etwas verlernt haben könnte!

Kann man doch nie wissen, Cathleen. Er machte eine Pause, stellte sich hin und ging dann ein paar Schritte. Dort wo seine Hose auf dem Fußboden lag, bückte er sich. Er fingerte etwas aus der Hosentasche und reichte es dann Cathleen. Es handelte sich um ein zusammengefaltetes Stück Papier.

Hier, sagte er. Das soll ich dir geben! Cathleen nahm das Papier, faltete es auf.

In Giles Davenports krakeliger Handschrift stand dort: alte Gowan-Farm, Mittwoch, 3 Uhr Nachmittags.

Cathleen verzog das Gesicht.

Daher wehte er also, der Wind. Davenport hatte Donovan eine Nummer mit ihr spendiert, damit er ihr diese Botschaft überbrachte. Sie hatte Davenport schließlich seit einiger Zeit zappeln lassen und sich nicht mehr bei ihm gemeldet, seit sie Zeugin geworden war, wie er einer anderen das versprochen hatte, wovon sie glaubte, dass es ihr zustand. Schließlich hatte Davenport Cathleen in Aussicht gestellt, sie zum Girl Nummer eins auf der Hooker Ranch zu machen, sobald der Salooner die Bordellranch übernommen hatte. Aber so wie es aussah, hatte er gar nicht die Absicht, seine blumigen Versprechen zu erfüllen.

Cathleen atmete tief durch.

Sie musterte Donovan.

Es war allgemein bekannt, dass der massige Cowboy nicht lesen konnte. Wahrscheinlich hatte Davenport ihm deswegen den Auftrag gegeben.

Eine wichtige Nachricht?, fragte er.

Nein, murmelte sie mit einem sehr viel härteren Unterton, als sie es ursprünglich beabsichtigt hatte. Einige Augenblicke lang verharrte sie in ihren Gedanken. Donovan trat an sie heran, presste seinen Unterkörper gegen ihren Po.

Sie spürte sein gewaltiges Glied, dass sich bereits wieder zu regen begann.

Cathleen kam ihm zuvor.

Für heute reicht's, erklärte sie.

Ach, komm schon, eine Nummer noch!

Du hast nur für eine bezahlt!

Mehr Geld habe ich nicht! Teufel nochmal, wer wird denn so kleinlich sein...

Er griff mit seinen Riesenpranken nach ihren Brüsten. Aber sie entwand sich ihm mit einiger Mühe. Komm, lass das! Donovan knurrte etwas Unverständliches vor sich hin. Ein Blick zwischen seine Beine genügte, um zu sehen, was ihm im Kopf herumspukte.

Einen Augenblick lang fürchtete Cathleen, dass er Ärger machen würde. Aber dann blieb er doch vernünftig und begann damit, seine Klamotten vom Boden aufzusammeln.

Wenigstens malträtiert er mich nicht mit einer Peitsche, wenn ihm was gegen den Strich geht!, ging es Cathleen durch den Kopf. Denn das hatte Giles Davenport immer getan, der Mann, aus dessen Hörigkeit sie sich jetzt endlich gelöst hatte. Fahr zur Hölle, Davenport - wenn man dich dort überhaupt aufnimmt!, durchzuckte es sie heiß. Und es ärgerte sie, dass das Narbengesicht immer noch ihre Gedanken beherrschte. Sie hätte heulen können. Für den Saloonbesitzer waren die schnellen Nummern, zu denen Cathleen sich mit ihm getroffen hatte, vielleicht nicht weiter bedeutsam. Abgesehen von den Neuigkeiten von der Hooker Ranch, die Cathleen ihm immer brandaktuell geliefert hatte. Aber Cathleen spürte jetzt sehr deutlich, dass die Beziehung zu Giles Davenport für sie viel mehr gewesen war. Um so schlimmer die bodenlose Enttäuschung. Immer wieder sah sie dieselbe Szene vor sich.

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