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Crimen Mixtum - Vorwurf Hexerei

Crimen Mixtum - Vorwurf Hexerei

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Crimen Mixtum - Vorwurf Hexerei

Länge:
51 Seiten
29 Minuten
Herausgeber:
Freigegeben:
Sep 5, 2012
ISBN:
9783943565720
Format:
Buch

Beschreibung

Als "Crimen mixtum" - gemischtes Vergehen - wurde im Latein des "Hexenhammers" der Vorwurf bezeichnet, der Tausenden von Frauen und Männern das Leben kostete. "Hexerei" ist es, was sich dahinter verbirgt, der Vorwurf, durch Zauberei den Mitmenschen Schaden zu bereiten. Und allein der Vorwurf genügte, die Folter diente dazu, ein passendes Geständnis zu erhalten. Hatte sich die mittelalterliche Rechtsprechung darum bemüht, den Glauben an die Möglichkeit von Hexerei zu beenden, so nahm die Frühe Neuzeit den Vorwurf ernst. Der Band zeigt die Mechanismen auf, die zu den großen Verfolgungen führen, blickt hinter die Kulissen einer Gesellschaft, die unter Angst lebte.
Herausgeber:
Freigegeben:
Sep 5, 2012
ISBN:
9783943565720
Format:
Buch

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Crimen Mixtum - Vorwurf Hexerei - Petra U. Röder

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Das Phänomen der Vernichtung

Die Verfolgung angeblicher Hexen und Hexer ist eines der dunklen Kapitel der Menschheitsgeschichte. Mittlerweile gibt es einige Unternehmungen, Personen, die als Hexe oder Hexer verurteilt wurden, zu rehabilitieren. Zu verdanken ist das vor allem dem evangelischen Theologen Hartmut Hegeler, der mit großem persönlichen Aufwand die Stadt- und Ortsverwaltungen anschreibt, Listen mit Namen der jeweils im Ort Verurteilten vorlegt und sich dafür einsetzt, dass diese Personen rehabilitiert werden. Im August 2008 ist nach langer Diskussion auch die 1782 als letzte europäische Hexe hingerichtete Anna Göldi rehabilitiert und damit ein Meilenstein mit Blick auf weitere Rehabilitationsverfahren gesetzt worden.

Wie war es möglich, dass Nachbarn sich gegenseitig aus niederen Beweggründen wie Streitigkeiten, Hass, Eifersucht und Neid eines erfundenen Delikts beschuldigten und am Ende des grausamen Verfahrens, das durch die nachbarliche Anschuldigung auf den Weg gebracht worden war, ein Scheiterhaufen menschliches Leben auslöschte?

Nicht neu ist der Tod durch Verbrennen, der ist seit der frühen Antike bekannt. Die nördlichen Völker Europas flochten ihre Gefangenen aus den eroberten Gebieten in Strohpuppen und verbrannten diese samt den darin Eingeflochtenen, um damit das eroberte Gebiet unmissverständlich zu ihrem Besitz zu erklären. Oder die mit Pech übergossenen lebenden Fackeln Neros, der vor allem Christen mit diesem schrecklichen Tod quälte. Im Mittelalter dann wurden Personen, deren Glaubensauffassung von der gängigen Kirchenmeinung abwich, als Häretiker verbrannt. Und Brandstifter wurden bis ins 19. Jahrhundert verbrannt, ohne Unterscheidung, ob der Brand aus Unachtsamkeit oder vorsätzlich gelegt worden war.

Seit dem ausgehenden 12. Jahrhundert hat sich die Gerichtsbarkeit verändert. Der Weg war frei für Geständnisse, die durch die Folter erzwungen wurden, frei für Häretikerprozesse. Gefolgt wurde jetzt dem Verdacht, nicht dem Beweis, die Folter wurde dabei wahrheitsfindend eingesetzt. Unter Wahrheitsfindung verstand man den Einsatz der Folter so lange, bis der Angeklagte das bestätigt hatte, was ihm vorgeworfen wurde. Das heißt, den Angeklagten wurde eine Straftat unterstellt, die sie, um den Qualen der Folter zu entgehen, bestätigten. Jetzt war eine angeklagte Person ohnmächtig dem Verwaltungsapparat der exekutiven Gewalt ausgeliefert und nur, wenn dieser die angeklagte Person für bedeutend genug für die Gemeinschaft erachtete, hatten Berufungsverfahren und Verteidigungen eine Chance auf Erfolg. War die angeklagte Person ein Störfaktor in der jeweiligen Gesellschaft oder bestand Interesse am Hab und Gut der angeklagten Person, war sie hoffnungslos ausgeliefert und am Ende des Prozesses tot.

Begleitet wurden die Prozesse durch die Grausamkeitsstufen der Folter. Begonnen wurde damit, die Folterinstrumente lediglich zu zeigen. Allein der Schock dessen, was auf die angeklagte Person zukommen konnte, genügte manchen bereits, um alles

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